Indiana Tribüne, Volume 30, Number 18, Indianapolis, Marion County, 13 September 1906 — Page 7
Jndiana Uribime, 13 September 196
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g?r Ein Kowan ans der grostcn WeU 1. K a p i t e l. as alte langgestreckte Palais J I des Grafen Ezechiel von Hakenftein - Wettersberg in der großen Provinzialhauptstad! strahlte in Hellem Kerzenlicht, das aus den hohen Fenstern deß ersten StockWerks sich in die Dunkelheit ergoß. Die Saison ging zu Ende, und der Graf, der zu den ersten Magnaten des Landes gehörte, hatte noch einmal zu einem glänzenden Ballfest seine Einladungen an alle Mitglieder der vornehmen Gesellschaft, welche während des Winters durch die Familien des Landadels vermehrt war, ergehen lassen. Die Lakaien in ihren reichbordirten Livreen waren überall beschäftigt, die letzte Hand an die Ausschmückung der Aufgangstreppe und die Dekoration der Salons zu legen, das Parkett des Tanzsaals noch einmal aufzufrischen und in den zunächst noch verschlossenen Speisesälen die Büffets zu arrangiren. Der alte Graf Ezechiel saß während all dieser Vorbereitungen für das Fest, das in einer Stunde beginnen sollte, noch in seinem Arbeitskabinett, das in einem nach dem Garten hinauslaufenden Seitenflügel lag und zu welchem das Geräusch der unruhigen Bewegung nicht drang. Graf Ezechiel war etwa sechziz Jahre alt; seine bagere, etwas gebeugte Gestalt zeigte eine zähe ausdauernde Kraft; sein scharf geschnittenes Gesicht mit der stark hervorspringenden Nase, den tief liegenden dunklen Augen und den schmalen Lippen, hatte einen etwas bräunlichen Teint, wie man ihn bei Südländern findet. Die bohe breite und stark gewölbte Stirn war von grauem Haar umrahmt, während seine starken Augenbrauen noch die schwarze Farbe bebakten hatten, wodurch seine Blicke einen siechenden und durchdringenden Ausdruck erhielten. Auf dem großen, von einer Hängelampe hell beleuchteten Schreibtisch waren zahlreiche Papiere und Aktenstücke ausgebreitet. Ihm gegenüber sah sein Anwalt und juristisHer Rathgeber, der Justiz rath Plamann. ein Mann im Alter des Grafen mit einem geistvollen Gestcht, dessen Ausdruck ganz seinem Willm zu gehorchen schien, denn sein Mienenspiel und feine Blicke entsprachen stets vollkommen den wohlüberlegten Worten und gaben denselben stärkeren Nachdruck und oft ganz besondere Nuancen, welche die Wirkung seiner Rede verstärken. Es ist eine widerwärtige und langwierige Sache, dieser Prozeß," sagte der Graf, indem er die Blätter eines vor ihm liegenden starken Aktenstückes unmutbig hin und herschlug, die mir nun schon so lange Aerger und Soigen macht und nun doch endlich zum Abschluß kommen sollte. Ich möchte nur wissen, wer meinen Vetter dazu angestiftet hat, diesen Proceß anzustrengen, er ist doch sonst nicht zu solchen Spitzfindigkeiten geneigt gewesen und muß doch überzeugt sein, daß ick alles zu seinem Besten geordnet habc. während ich seine Vormundschastsverwaltung führte." Der Justizrath zuckte die Achseln. ..Was den Grafen Otto bewogen hat, den Prozeß anzustrengen, wird kaum zu ermitteln sein jedenfall muß er einen sehr klugen und geschickten Rathgeber haben, denn seine Schriftstucke sind vortrefflich abgefaßt, und er macht uns viele Schwierigkei.ten." So, meinen Sie wirklich." sagte der Graf unwillig, daß dieser verwünscht' Prozeß für mich einen unglücklichen Ausgang nehmen könnte? Ich kann das Gegentheil nicht ver bürgen. Herr Graf." . Unerhörr!" rief Graf Ezechiel. in dem er hastig auf das Aktenstück schlug Ich habe doch nur in seinem In teresse zu handeln geglaubt, als ich seine Besitzungen arrondirte und das damals ziemlich wertblose Vorwerk davon ab trennte, um dafür an anderer Stell? Grundstücke zu erwerben, die weit besser zu einem allgemeinen Wirthschaftsplan passen." Ganz gewiß. Herr Graf." saate der Justizrath, allein Sie selbst haben jene abgetrennten Grundstucke erstan den " Ich hätte wohl kaum einen anderen Käufe? dafür gefunden," unterbrach zhn der Graf. Gleichviel, aber jene Grundstücke haben durch die Zinklager, welche Sie in denselben entdeckt, einen unberemen baren und fast unerschöpflichen Wertl gewonnen. Der Graf Otto hat nun geltend gemacht, daß Sie als sein Vor mund überhaupt nicht berechtigt aewe sen seim, Grundstücke, die von seinem Besitz abgetrennt wurden, wenn auch in der wohlmeinenden Absicht, dessen Bewirkhschaftung zu erleichtern, für sich zu erwerben und diese Frage ist nach den Gesetzen zweifelhaft." Das Vormundschaftsgericht hat zu-gestimmt,-rief der Graf, der Kauf ist in aller Form abgeschlossen." Nun behauptet aber Graf Otto weiter." fuhr der Juftizrath fort, daß
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. . . Qon Gregor &anav otv oie, Herr Graf, damals schon .enntniß von ben unterirdischen Schätzen gehabt, welche der Boden diesem Grund, üücke barg." Das ist eine Unwahrheit, eine Ver leumdur-g." fuhr der Graf auf. wie sollte ich solche Kenntniß gehabt haben, ich habe keine Untersuckunaen amierei: - später habe ich dort bohren lasier. auf Anordnung eines Vergwerksverständigen, dem ich im ersten Augenblick wenig Glaucen schenkte. Ich kann cs in fetan Augenblick beschwören. boi ich Sicht! von jenen Anklägern gMHt habe nachdem sie aber später ent-b-rfVn srnS tnrtrt Nivf ffHrni'TiN WVWl I - flllC. .Ullll K'WXf iMv:itU4U von mir verlangen, daß ich einen m'.r uefallc-nen Vortheil nicht benutzen sollte, um so mehr, da Graf Otto doch rrahrlich reich genug ist durch den Be sitz seiner großen Herrschaft, die ick ihm sorgfältig während seiner Min- . " . . 1.1 . Y"l.. - oeriarizreu ocrioanei qaoe. kisau er arm, dann könnte ich mich bewogen finden, und man könnte es vielleicht moralisch für begründet halten, daß ich ihm einen Antheil gewährte, so aber sehe ich dafür leinen Grund ein. gej habe auch fiir meine Familie zu sogen. und ick kann jeden Augenblick beschwören, daß ich jene Grundstücke weit über ihren damaligen wirklichen Werib gekauft habe, ohne auch nur eine Ahnung zu haben, daß sie kergwerksmagig ausgebeutet werden konnten. Darauf wird es ankommen" fügte er hinzu, indem seine Augen sich mit durcbdringeidem Blick auf den Jujtrzrata befreien. Darauf wird es freilich ankommen," erwiderte dieser. Das Eerich! hat. wie ich höre, beschlossen, einen solchen öid von Ihnen zu verlangen, und ich erwarte täglich die Anfertigung dieles Beschlusses." Ich werde diesen CHd annehmen'' erwiderte der Graf nach kurzem Besinnen. Dann werden Jbre Chancen fiir den Proceß sich günstig stellen," fuhr der Jusiizrath fort, es wird nur dann noch aus die Entscheidung der Frage ankommen, ob Sie als Vormund zur Erwerbung von Besitztheilen Ihm Münls berechtigt waren, und diese Frage dürfle wohl, da das Vormundschaf'ss'ericht damals zugestimmt hatte, bejaht werden." Jfbtn dann irird ja die Sache bald in Ordnung kommen." sagte der Graf wie erleichtert aufathmend. Und doch." sagte der Justi?ratl, indem er seinerseits den Grafen forscb?nd f'rirte. möchte ich ratnen. die Sache damit noch nicht abzuschließen." Nicht?" antwortete der Graf, ,warum nicht?" Sie rrerden," erwiderte d:r Justiz rath, wenn Sie den fraglichen Eid schwören, den Prozeß, wie ich sicher glaube, gewinnen und dennoch, ich wi:derhole es. rathe ich Ihnen dringend zu einem Vergleich." ..Einen Vergleich warum wenn das Recht auf meiner Seite ist?" fügte der Graf, indem er wie in nervösem Zucken seine Finger über das Aktenstück gleiten ließ. Der Gras Otto, sagte der Justiz rath, wird vielleicht und ich glaub? dies von der Geschicklichknt semes An walts erwarten zu dürfen Beweisstücke vorbringen, die er zetzt noch w rückbalt. um die Richtigkeit der br ihnen beschworenen Thatsachen m Zweifel zu stellen.Das kann er Nicht, rief Graf E?'.chie!, rrober sollte er solche Beweisstucke nehmen?" Der Justizrath zuckte die Achseln. Das weiß ich nicht " sagte er. ,Doch. da die ganze Prozeßfübrung auf jenen (?id zugespitzt ist. so fürchte ich, daf, dabei eine verborgene Absicht zu Grund? liegt wenn er Beweis stücke in irgend welchen Briefen oder durch Zeugen fände, welche die beschworenen Thatsachen auch nur in Zweifel stellen, so würde, wenn der Eid ernrnal von ,hnen geleistet ist, einc sehr unangenehme und peinliche Situa tion für Sie. Herr Graf, daraus er wachsen und das Urtheil der Welt, aus das Sie in Ihrer Stellung mehr w' ein Anderer Rücksicht zu nehmen haben. würde sich vielleicht gegen Sie wenden." Man würde es wagen?" rief der Graf. Was wagt der böswillige Mensel nicht?" erwiderte der Justizrath. ..und ein geflüstertes Urtheil d:r Welt kann viel Unheil anrichten und hat schto: oft wanchem Namen einen Makel ange hängt." Der Graf senkte nachdenklich den Kopf. ,,Wa.S würden Sie rathen, mein lieber Plamann?" Wenn Sie den beschlossenen Eid. wie Sie mir gesagt, annehmen können und wollen, so geht mein Rath dahin, daß Sie denselben schwören und dadurch das juristische Recht unweifelhaft auf Jkzre Seite bringen. Darauf aber, so rathe ich. würden Sie wohl thun, einen Vergleich zu schließen, der dann, als ein Akt Ihres freien Willens. das Urtheil der Welt auf Ihre Seite stellt und." füate er mit einem
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seinen acyeln mnzu, immer eryevlich weniger kosten wird, als der Verlust des Prozesses, weniger auch als eine nachträglich gegen die beschwcrenen Thatfachen erhobene Beweisführung. Sie würden dann mit dem Opker einiger Jahrcserträge Ihrer Grucen eine großmüthige That vollziehen, eine immerhin bedauerliche Spaltung und Verfeindung der beiden Linien Ihres Hauses beseitigen und allen Widerwärtigkeiten ein Ende machen." Der Graf stand auf und ging einige Male im Zimmer auf und nieder. Dann blieb er vor dem Juftizrath, der sich ebenfalls erhoben hatte, stehen und 1flst Sie haben vielleicht Recht, lieber Freund, ich danke Ihnen für Ihren Rath. Führen Sie also die Sache in diesem Sinne weiter erklären Sie meinerseits die Annahme des Eides und suchen Sie zugleich mit Ihrer gewohnten Geschicklichkeit wegen des Vergleichs zu sondiren und vertrauliche Verhandlungen einzuleiten, bei denen Sie aber festhalten müssen, daß ich erst nach Feststellung der Rechtsfrage zu einer Verständigung mich bereit finden lassen werde." Ich hoffe, daß es mir gelingen wird, Alles nach Ihrem Wunsch zu ordnen, Herr Graf," erwiderte der Justizrath, und denke, daß die Versöhnung zwischen den beiden Linien Ihres Hauses zur vollen Befriedigung hergestellt und nicht zu theuer erkauft sein wird."
Ein flüchtiges Lächeln zuckte um die Lippen des Grafen. Seien Sie überzeugt." sagte er. daß ich Ihnen für Ihren Rath und das Resultat desselben meine aufrichtige Dankbarkeit beweisen werde. Ich fürchte das Urtheil der Welt nicht, aber es ist besser, wenn sie eine großmüthige Handlung lobt, als sich mit hämischer Schadenfreude über einen verlorenen Prozeß freuen möchte. Aber," fügte er hmzu, feien Sie nicht zu großmüthig in Ihren Anerbietungen." Sie wissen, Herr Graf." sagte der Justizrath, daß ich stets Ihre Jnteressen sorgsam wahrgenommen habe." Der Graf drückte ihm die Hand, und als der Justizrath sich empfahl, trat der Kammerdiener ein und meldete, daß die Zeit für den Beginn des Baüfestes da fei und die eingeladenen Gäste jeden Augenblick kommen könnten. Der Graf warf den Hausrock, unter welchen er bereits die volle Gesellschaftstoilette trug. ab. ließ sich ein Ordensband umhängen und zog den mit einem Stern geschmückten Frack an. Er hat Recht." sprach er vor sich hin, als er die Seitentreppe zu den oberen Stockwerken hinaufstieg, er ist klug, dieser gute Plamann. so klug, daß es mir zuweilen unheimlich wird, und daß es mir vorkommt, als vermöchte sein Blick jede Dunkelheit zu durchdringen. Jede Erörterung über die Vergangenheit muß ausgeschlossen werden, und das Opfer ist des Preises werth Er trat in die lichtstrahlenden Gesellschaftszimmer, deren äußere Eingangsthüren nach dem Vorplatz und der Treppe hin geöffnet waren. In dem ersten Saal befanden sich seine beiden Söhne. Der ältere, etwa vierundzwanzig Jahre alt, trug die Uniform des vornehmen in der Stadt garnis önirenden Dragonerregimcnts, die seinen schlanken und eleganten Wuchs vortheilhaft hervorhob. Sein Gesicht mit dem feinen aufwärts gekräuselten Bart auf der Oberlippe, den blauen Augen und dem blonden militärisch kurz geschnittenen Haar, hatte einen träumerischen, fast wehmüthigen Ausdruck, der seinen weichen und jugendfrischen Zügen einen besonders anziehendci Reiz gab. Der jüngere, etwa neunzehn bis zwanzig Jahre alt, glich in Wuchs und Haltung, sowie in den Gesichtszügen dem Vater. Auch seine Augen hatten denselben eigenthümlich durchdringenden Blick, und man mußte glauben, daß der alte Graf in seiner Jugend ebenso wie sein jüngerer Sohn Balduin ausgesehen haben mochte. Der alte Herr klopfte dem jungen Balduin, der ihm entgegeneilte, freundlich auf die Schulter, während sem älterer Sohn, der seinen eigenen Namen führte, wie eS in der Familie Sitte war. dem Vater mit einer gewissen Scheu entgegentrat. Auch die Gräfin kam durch eine Seitenthür aus den inneren Gemächern. Sie war eine hochgewachsene Dame von voller, aber immer noch vornehm anmuthiger Gestalt und Haltung. Auch ihr Gesicht zeigte, bei unverkennbarer Aehnlichkeit mit ihrem ältesten Sohn, noch die Spuren großer Schönheit. Ihre Toklette war überaus reich, aber dennoch nicht überladen und von feinem Geschmack. Kostbare Edelsteine funkelten an ihrem Gürtel und ihren Armspangen und ihr noch volles und kaum ergrauendes Haar schmückte ein Aehrenkranz von prachtvollen Diamanten, die in leuchtendem Farbenspiel das Kerzenlicht reflektirten. Der Graf hatte sie kaum mit einem galanten Handkuß begrüßt, als man das Rollen der unten anfahrenden Wagen vernahm und die ersten Gäste die Treppe hinaufstiegen. Die Gräfin zog sich in einen etwas zurückliegenden Empfangsfalon zurück, während der Graf und seine Söhne im ersten Vorzimmer die Gäste empfingen und die Damen zu der Gräfin führten. Bald füllten sich die Säle. Die ganze vornehme Gesellschaft der großen Stadt und der während der Saison dort zsammenströmenden
Vntsbesitzer war fast vollzählig versammelt. Man sah die in ver starken Garnison vertretenen Uniformen fast aller Waffen, eine zahlreiche Generalität und viele hohe Civilbeamte, die Diamanten an den Toiletten der Dartten funkelten in vielfarliaem Glanz und ein zahlreicher Blüthenflor von jungen Frauen und Mädchen belebte das buntlewegte Bild durch den Schimmer der duftigen und doch ?arbenleuchtenden Balltoiletten. Bald war ein großer Theil der Eingeladenen versammelt. In dem großen Ballsaal, in welchem die jungen Damen von den jungen Herren von: Militär und Civil umschwärmt wurden und ihre goldgedruckten, mit klei-. nen zierlichen Boukets von Veilchen und Maiglöckchen geschmückten Tanzkarten mit den Namen der Tänzer füllten. ertönten bereits die Fanfaren, welche den baldigen Beginn des Tanzes verkündigten. Da trat in das Entreezimmer mic einigen anderen ebenfalls verspäteten Gästen ein älterer Herr von einer jungen Frau begleitet. Er mochte in der Mitte der fünfziger Jabre stehen, und fein dünnes Haar und sein sorgfältig gepflegter Backenbart waren stark ergraut; sein blasses, vornehme? Gesicht mit klaren wohwollenden und freundlich blickenden Augen hatte ein kränkliches Aussehen, und auch sein.' von Natur kräftige Gestalt schien nur mit einer gewissen Anstrengung eine militärisch straffe Haltung zu bewahren. Er trug das Halskreuz des Johanniterordens und das achtspitzige silberne Kreuz auf der Brust und begrüßte mit vornehmer Sicherheit die beiden jungen Grafen, die ihm ent-gegeneilten.
Die Dame an seiner Seite mochte höchstens drei- bis vierundzwanzii Jahre alt sein, sie hatte eine schlanke, ebenmäßig schön gewachsene Gestalt; ihr feines an die Miniaturporträts tx innerndes Gesicht zeigte den zarten Farbcnschmelz. den man meist nur be, Blondinen findet, während ihr auffallend reiches, in vollen Flechten verfchlungenes Haar glänzend schwarz war und ihre dunklen Augen, von langen Wimpern beschattet, unter schön geschwungenen schwarzen Brauen dervorleuchteten. Sie trug eine einfache Robe von leichter weißer Seide mit kostbaren Spitzen besetzt, als Schmuck nur kostbare Perlenschnüre um den Hals und die Arme und frische Maiglöckchen im Haar. Bei ihrem Eintritt flammten die Blicke des jungen Grafen Ezechiel hell auf. Sein Vater hatte eben eine vorher angekommene Dame zu seiner Gemahlin geführt, und Graf Ezechiel eilte schnell seinem Bruder voraus, um der jungen Frau seinen Arm zu bieten, in den sie, die Augen niederschlagend. ihre Hand legte. Es ist nicht meine Schuld, mein lieber Graf, daß wir so spät kommen," sagte der ältere Herr auf dem Wege zu den inneren Gemächern, meine Frau hat mich warten lassen, die Damen sind ja immer unpünktlich und sie hatte eigentlich vor, zu Hause zu bleiben, da sie sich etwas leidend, eigentlich wohl nicht ganz aufgelegt fühlte ich habe aber darauf bestanden, das Fest nicht zu versäumen, da wir wohl zum letzten Mal in dieser Saison die ganze Gesellschaft beisammen sehen werden." Mein Gott, gnädige Frau." rief der junge Graf, es wäre ein großes Unrecht gewesen, uns Ihre Gegenwart zu entziehen, unserem Fest hätte der schönste Schmuck gefehlt und meine Eltern hätten das schmerzlich empfunden Sie hatten mir auch den ersten Tanz versprochen." Seine Worte klangen erregt und vorwurfsvoll. Sie schüttelte mit gesenkten Blicken den Kopf und sagte mit einem leisen Seufzer: Ich fühle mich in der That nicht wohl, und es würde mir gewiß besser, viel besser gewesen sein, wenn ich zu Hause geblieben wäre jedenfalls darf ich nicht tanzen." Die Blicke des jungen Offtziers verfinstertcn sich. Der alte Herr aber sagte lachend: Nun. so schlimm wird es wohl nicht sein, und sein Wort muß man halten. Dieser eine am wenigstens wird Dir gewiß nicht schaoen." Sie waren in das Empfangszimmer der Gräfin gekommen, die der jungen Dame mit besonderer Herzlichkeit entgegenkam. Hinter ihnen waren einige Offiziere gegangen. Wie schön ist die Baronin Bärenstein," sagte der Eine, wie schade, daß so viel Anmuth und Reiz an einen alten Mann gefesselt ist, der chr Vater sein könnte." i (Fort etzung folgt.) , Ohnmächtig aus bet Lokomotive. Unfern der Bahnsiation Neumarkt. Preußisch-Schlesien. wurde ein von Berlin nach Breslau beftimmter Schnellzug auf offener Strecke durch das Nothsignal zum Stehen gebracht. Es stellte sich heraus, daß der Lokomotivführer der Leitmaschine des mit zwei Lokomotiven versehenen Zuges plötzlich ohnmächtig zusammengebrochen war. worauf der Heizer den Zug durch Anwendung der Nothbremse zum Stehen brachte. Da es nicht gelang, den Erkrankten in das Leben zurückzurufen. muhte der Führer der zweiten Maschine die Leitlokomctive übernehmen und den Zug bis Breslau fahren, wo der erkrankte Beamte nach einem Krankenhause übergeführt wurde.
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