Indiana Tribüne, Volume 28, Number 286, Indianapolis, Marion County, 26 July 1905 — Page 6
Jndlana Tribüne LG. Juli 1005
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Jaköbchen j
i f)umsrrske von -s. Abti Valob Jaköbchen " Ginc helle Stimme rief eZ mit schmelzender Zärtlichkeit, ein entzuaendeZ Blondkopfchen beugte sich erwartungsvoll lauschend vor, ob der gewohnte Eegenruf ertöne .Lola süße Lola " Doch eZ blieb still. Jaköbchens schnarrende Stimme ließ sich nicht dernehmen. Noch einmal erklang es von den rosigen Mädchenlippen voll süßen Lockens: Jakok Jaköbchen und dann war sie leichtfüßig hineingehuscht in das Balkonzimmer, wo der blitzende Bauer stand, darin Jaköbchen, der grüne Papagei, sein umschmeicheltes Dasein lebte. Ja köb Ein jähes Verstummen der silberhellen Mädchenstimme, zwei Vlauaugen. die angstvoll umherschauen, noch einmal laut und flehend der Ruf: Jaköb chen!" und dann eine entsetzliche Gewißheit, unter der Fräulein Lolaö kleine Hände sich ineinander ringen: die Thür des Aogelbauers offen, weit offen auch die Balkonthür und Jaköbchen fort entflogen fort! Stunden, in denen dunkle Wolken des Schmerzes über einem sonst so lachenden Mädchenantlitz lagern, und am nächsten Morgen unter den Lokalnachrichten des städtischen Hauptblattes doppelt fett gedruckt die Annonce: Entflogen ein grünblauer Papagei, auf den Namen Jaköbchen hörend; gegen höchste Belohnung abzugeben bei Regierungsrath Steinau." Und dann kam ein Warten bang und schwer, zwischen Wiedersehenshoffen und grausigen Bildern von alledem, was Jaköbchens Schicksal sein könne, hin und her schwankend bis endlich eine Nachricht kam, an der die schon zu Voden gesunkene Hoffnung sich wieder aufwärts hob. In der großen Gärtnerei, die, nur wenig Häuser von der Wohnung des Regierungsraths Steinau entfernt, hoch oben in den Zweigen einer mächtigen Platane hatte sich ein Bewohner einquartirt, auf den der hinter Jaköbchen erlassene Steckbrief bis auf's letzte Federchen paßte. Ein paar Minuten später, von dem Gärtnerburschen geleitet, der die Botschaft gebracht, stand Fräulein Lola unter der Platane. Ihre Augen vermochten in dem dichten grünen Laub den so schmerzlich Vermißten nicht zu entdecken und vergeblich klang wieder und wieder ihr lockend schmeichelnder Ruf: .Jaköbchen Ja-kcb chen Da endlich aus ferner Höhe herab ein schnarrender Laut, wie ein Lachen, ein hämisch Auslachen und dann wohl ein Dutzendmal hintereinander .Lola süße Lola Jakob Jaköbchen hahaha! Lola süße Lola Und hoch oben auf einem schwankenden Zweig des mächtigen Baumes, schnarrend, lachend, die Flügel spreizend und unablässig süße Lola" rusend Jaköbchen. Und Fräulein Lola streckte die Arme zu ihm empor, lockte, bettelte, schmeichelte, drohte und wendete sich dann beschwörend und eine, angemessene Belohnung verheißend an den Gärtnerburschen. .Fangen Sie ihn, holen Sie ihn herunter o bitte, bitte, holen Sie ihn herunter!" Und eine Jagd in dem Gezweig des Baumes begann. Von Ast zu Ast kletterte der Bursche und von Ast zu Ast hüpfte und flatterte der Papagei, schnarrte und lachte und von drunten flehte Fräulein Lola: Jaköbchen Jaköbchen " Aus einem der Fenster des gegenüber liegenden Hauses hatte sich ein schnurrbärtiger Männerkopf gebogen und schaute belustigt der Treibjagd zu. bis von ungefähr Fräulein Lolas Blicke von der Platane ab zu dem Hause hinüber streiften und in ein gerade auf sie gerichtetes lachendes, schwarzes Augenpaar trafen, worauf blitzschnell das ihre sich senkte. Nöthe ihre Wangen überzog und sie mitten im schmeichelnden Lockruf abbrach. Auf dem Baume dauerte die Jagd fort, fast bis zur Krone hinauf hatte der Bursch sich geschwungen, nur wenig Zweige noch von ihm entfernt saß Jaköbchen, jetzt mäuschenstill, die Flügel dicht angelegt. Unbekümmert um alle beobachtende Neugier schaute von unien Fräulein Lola athemlos zu da jetzt nur noch eine Armlänge vor dem Gärtner schon reckte der den Körper, streckte blitzschnell die Hand aus ließ sie ebenso blitzartig wieder zurückgleiten mit einem SchmerzenZlaut. .Au miserables Vieh " Ein zornig schnarrendes Schaffköpf Schafskopf- war die Antwort ein heftiges Flügelschlagen und von der Platane hatte Jaköbchen sich binLbergerettet auf die höchste Spitze einer brasilianischen Konisere. Der Gärtnerbursche war zu Boden gesprungeri, wand um die blurende and, die bet Schnabelhieb des Vogels
getroffen, das Taschentuch und knurrte grimmig: .Fangen läßt sich das Biest nicht vielleicht kommt er gutwillig 'runter, wenn Sie ihm irgendwo, wo er's sieht, sein Bauer mit Fressen hinsetzen." Ein silberbeschwerter Druck in die 'rT'Ü Reckte Burschen, dann halte Fraulein Lola sich entfernt, um bald darauf wieder im Garten zu erscheinen, vom Dienstmädchen begleitet, das Jaköbchens blitzenden Messingbaue? trug, während sie selbst i: den beiden Futterschüsselchen die erlesensten Leckerbissen hielt. Der Käfig wurde aufgestellt, und von Neuem klang es lockend, bittend, schmeichelnd zu der Konisere empor: Jaköbchen Jakob Jaköbchen." Doch ungerührt blieb dieser auf sei ner schwankenden Höhe sitzen, und als die Schatten des Abends sich herniedersenkten und von drunten das Jaköbchen" immer verzweifelter erklang, da beendete er seinerseits das unnütze Parlamentiren mit einem energischen Gute Nacht." tauchte in das Geäst der Konisere hinein und ward nicht mehr gesehen. Tiefgeneigt das blonde Lockenlöpfchen, schwankte Fräulein Lola heimwärts, und das beschnurrbartete Manneshaupt, das sich seit einer Weile diskret hinter die Gardine zurückgezogen hatte, bog sich wieder weit aus dem Fenster heraus und schaute mit einem Lächeln, das beileibe kein schnödes Auslachen war, Fräulein Lola nach. Am nächsten Morgen, zu einer Stunde, wo sie sonst noch von den süßesten Träumen sich umgaukeln ließ, eilte sie schon wieder zu der Gärtnerei hinüber. Der Gärtner kam ihr entgegen, eine Handvoll angefressener Aprikosen ihr hinhaltend. Da unten gewesen ist er und meine besten Aprikosen hat er sich schmecken lassen." Hinübergeeilt war sie zu dem Spalier. daran im Morgensonnenglanz die Frühaprikosen reiften und wenige Schritte seitwärts das Bauer stand. Ja, das Bauer und darin die gefüllten Futternäpfchen waren leer, leergefressen bis auf das letzte Krümchen und daneben lag, gleichsam als dankbarlich zurückgelassene Visitenkarte, ein grünes Federchen, und Jaköbchen war nirgends zu sehen. Und das Locken hub von Neuem an, und als dem kein süße Lola" Antwort gab, da begann die süße Lola ein stärkeres Beschwören, dem Jaköbchen bis dato stets mit seinen wildesten Verzückungslauten geantwortet hatte. Eine hölzerne Klapper schwang sie mit einem Eifer auf und nieder, daß ihr Gesicht sich dunkel röthete und sie es vor dem laut rasselnden rapp rapp und schnarr schnarr überhörte, wie an der Rückwand des Hauses, daran das Obstspalier sich hinanzog, ein Fenster aufgerissen wurde und mit all dem Unmuth, dessen nur ein schnöd aus sanftem Morgenschlummer Aufgestörter fähig, ein kräftiges Zum Donnerwetter!" erklang. Fräulein Lola fuhr herum, die Hand, darin sie die Klapper hielt, noch ausgestreckt, fuhr so jählings herum, daß der sich aus dem Fenster Biegende nicht Zeit fand, mit seinem leichten Morgenhabit sich zurückzuziehen, bevor die erschreckten Mädchenaugen ihn erblickten. Zwar war er irr nächsten Moment hinter der dicken Gardine verschwunden, aber einen Augenblick hatten sie sich doch wie Tags zuvor in's Gesicht geschaut Fräulein Lola und der Doktor Jakob Wernicke. Fräulein Lolas ohnehin geröthetes Antlitz hatte sich mit dem noch tieferem Roth der Scham und des Zornes übergössen, zum erstenmal Zorn gegen Jaköbchen. daß er sie einem Unbekannten gegenüber einem Uebekannten, den sie übrigens schon öfter aus der Ferne gesehen und gefunden, daß er sich ganz nett ansehen ließ solchen Dingen aussetzte, sich Grobheiten gefallen lassen mußte und sich obendrein lächcrlich machte. Aber sie würde es nicht länger thun! Mochte Jaköbchen da irgendwo in den Bäumen sitzen bis an's Ende seiner Tage, sie würde nicht mehr nach ihm rufen und noch weniger nach ihm klappern. .Lola Lola Lola süße Lo la " Leise erst, dann immer lauter erklang es., und verflogen waren alle zornigen Vorsätze, alles Schämen, und wieder tönte das lockende Jaköbchen Jaköbchen" zu dem Baume empor, wo der Deserteur mit aller Kehlkraft sein Dasein bethätigte. Verlorene Liebesmüh'! Traurig gesenkten Hauptes wie am Abend zuvor wandte Lola sich endlich wieder heimwärts. Und fünf Tage gingen dahin fünf Tage, in denen Fräulein Lolas Dasein ein fortgesetztes Hin- und Herwandern zwischen der elterlichen Wohnung und dem Garten war, wo Jaköbchen an den Obstspalicren wahre Orgien abhielt, so daß der Gärtner sich zu der fürchterlichen Drohung veranlaßt sah: .Das Vieh ruinirt mir die ganze Ernte, ich schieß ihn nächstens runter, denn gutwillig fangen läßt er sich nicht." Ein Entsetzenslaut und zwei flehend gefaltete Hände waren die Antwort geWesen, von einem geöffneten Fenster hernieder aber war eine Männerstimme erklungen: Sollte eö sich nicht vielleicht ein pfehlen, Leimruthen zu stellen?" Und Fräulein Lola wandte die Au-
gen empor sie wandte sie schon sitt einigen Tagen, wenn auch noch Immer schamerröthend empor zu dem, der da droben am Fenster jetzt allzeit in geziemlicher Toilette theilnahmövoll ihren Nöthen zusah und schon ein paarmal ein Wort des Rathes sich erlaubt hatte, so daß sie jetzt nicht überrascht oder entrüstet, sondern nur mit traurigem Kopfschütteln diesen gegenwärtigen Vorschlag ablehnte. Leimruthen - ach nein ' das würde ich nicht Lber's Herz bringen da könnte ihm etwas dabei geschehen vielleicht kommt er doch noch gutwillig herunter " Und von Neuem klang das süße Jaköbchen Jaköbchen" und vom Fenster droben zog sich einer jetzt gleichfalls sehr rothen Gesichtes zurück und fand, daß solch ein Vogelvieh mit einer seelischen Empfindungslosigkeit behaftet sein müsse, davon ein Mensch sich gar keine Vorstellung machen könne. Und der sechste Tag brach an. Fünf Uhr Morgens schlug es von den Thürmen der Stadt, noch schlafbeschwert hingen Fräulein Lolas Lider über den blauen Augensternen, als sie, kaum noch eine Hoffnung hegend, wiederum den Kiesweg hinüberschritt zu dem Aprikosenspalier. Schlaff und müde bewegte sie sich vorwärts und stand dann plötzlich athemlos auflauschend still, alle Müdigkeit und Mattigkeit war von ihr abgefallen, mit weitgeöffneten, strahlenden Augen geradeaus schauend, wo sie Jaköbchen sah, mitten unter den Aprikosen sitzend und mit übermüthigen Schnabelhieben die reifen Früchte bearbeitend, daß nach rechts uno links die Stücke flogen. Und nun ein Laut, sanfter, schmelzender noch wie Sphärenmusik Jaköbchen komm Jaköbchen komm doch schöner Jakob liebes Jaköbchen komm komm " Hoch emporgehoben hatte sie das Messingbauer, hielt ihn dem Vogel entgegen, lockte lockte lockte Und ein, zwei Latten tiefer ließ sich Jaköbchen an dem Spalier herab, hielt oen Kopf schief gebogen, blinzelte mit den Augen auf den blanken Messingkäfig, blinzelte hinauf in das Grün der Bäume, durch das die Sonne blitzte, wand und drehte den Hals, reckte das rechte, sireckte das linke Bein, schnarrte, aurgelte, duckte ein, plüsterte die Feoern und hatte mit mächtigem Flügelfchlag sich in die Luft erhoben, hinauf über der Bäume Grün, hielt über der Platane, einen Augenblick im Fluge inne, rief ein letztes, kreischendes Süße Lola" herab und war über den Garten hinweg, hinaus in die Weite geflogen. Ein herzbrechender Schrei klang ihm nach und am Boden neben dem nun auf ewig verwaisten Messingbauer kauerte Fräulein Lola und drückte gegen die blanken Stäbe ihr thränenüberströmtes Antlitz. Lola süße Lola " Ein Erbeben, ein ungläubiges Auflauschen, kein Verwundern, wie so weich und zärtlich und gar nicht schnarrend es klang, nur ein namenloses Glllcksgefühl er kam zurück sie hatte ihn nicht verloren! Jakob " Aufgesprungen war sie und dann mitten im jubelnden Ruf voll tödtlichen Schreckens verstummt, denn vor ihr ganz dicht vor ihr zwei schwarze Augen, ein schwarzer Schnurrbart und wieder die weiche, zärtliche Stimme Ich konnte den Jammer nicht mehr mit ansehen, lassen Sie doch das undankbare Vogelvieh, es ist's ja gar nicht werth und denken Sie. nur, wie's mir zu Muthe sein muß sechs Tage höre ich Sie jetzt schon rufen meinen Namen rufen denn ich heiße auch Jakob Jaköbchen ich hielt's kaum noch aus und ist's wohl Vermessenheit, wenn ich nur einen Wunsch noch kenne, den süßen Ruf von Ihren Lippen so zu hören, daß er in Wahrheit mir gilt? Lola süße Lola " Zürnen wollte sie. sich entrüsten, von ihm sich wenden und blieb doch ganz stille stehen, blinzelte unter gesenkten Lidern scheu hervor, hielt zwischen die Messingstäbe des Bauers die Finger geklemmt und hub bei sich ein Sinnen an. ob dieser Jakob da sie wohl Jakebchens Verlust verschmerzen lehren werde. Das ist zu dumm! Es war im Jahre 1800 im Theater zu Weimar bei einer Erstaufführung des Ritter Bayard" von Kotzebue. Damals war Kotzebue ein Liebling des Theaterpublikums, und auch in Weimar mußte man der Mode folgen. Die Premiere hatte denn auch alles in's Theater gelockt, was in Weimar zur Gesellschaft gezählt werdenwollte. Man wird sich nun vorstellen können, wie dieseö vornehme Publikum plötzlich in Aufregung gerieth, als plötzlich einer der Zuschauer laut aufschrie: Das ist doch zu dumm!" Und die Aufregung wuchs noch. alS man bemerkte, daß der .Verbrecher," wenn auch nicht mehr für alle hörbar, weiter tobte, während fein Nachbar sich bemühte, ihn zu beruhigen. Auch Goethe hatte sich schon aus seiner Loge hervorgebcugt, und ein strafende? Jupiterblick traf den ungestümen Kritiker. Dieser aber war kein Geringerer als Wieland. Und als der Dichter der Abderiten" bemerkte, daß ihm der Dichter des .Faust," wenn auch nur mit dem Blick, eine Lehre zu geben schien, da schrie er nochmals auf: Ach was! Was dumm ist, muß man auch dumm nennen!"
Europäische Nachrichten Frovinz Kannsver. Hannover. Aus Verzweiflung yirn Mörder seiner Kinder geworden ist der hier in der Voßstraße wohnhafte Kaufmann Schreiber, dessen Frau kürzlich gestorben ist. Letztens besuchte Schreiber mit seinen beiden kleinen Kindern das Grab derVersiorbenen und suchte dann ein in der Nähe gelegenes Gehölz auf. Hier gab er zunächst den Kindern Morphium und nahm dann selbst auch eine Dosis von dem Gift. Als man die Unglücklichen auffand, waren die Kinder bereits an den Folgen der Vergiftung gestorben. Schreiber war besinnungslos und wurde in diesem Zustand nach hier ins Krankenhaus überführt, wo er nach kurzer Zeit verstarb. An den Folgen eines Unfalles verstorben ist der 67 Jahre alte Pensionär Hermann Schlothe, der auf dem Misburgerdamm von einem Automobil überfahren und schwer verletzt wurde. A l f e l d. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich auf dem Hose der hiesigen Schuhleistenfabrik. Dort war der etwa 34jährige unverheirathete Hofbesitzer August Heuer aus Warzen mit Abladen von Vuchenblöcken beschäftigt, als ihm infolge unversehenen Anrückens der Pferde die Hebestange ausglitt und so unglücklich bfti Kopf deS Heuer traf, daß die Schädeldecke zertrümmert wurde. Berdumermitteldeich. Hier ist das Haus nebst Scheune de? Zimmermeisters Johann Steffens niedergebrannt. Mitverbrannt sind 2 Stück Rindvieh, 1 Schwein, 1 Ziege und das gesammte todte Inventar. D i e p h o l z. Der Kreisarzt Dr. Helwes theilte den Fleckenscollegien mit, daß Rentier H. Rennecke in St. Louis (Amerika) sich bereit erklärt habe, zu dem Baufonds für ein hier zu erbauendes SiechenhauS 10,000 Mark beizusteuern. G S t t i n g t n. Die technische Leitung deS geophysikalischen Observatoriums in Apia ist dem bisherigen Assistenten am Hiesigen geophysikalischen Institut Dr. I. Linke übertragen worden. H a r ö u r g. Der Bahnarbeiter Stolpmann wurde auf derStrecke nach Wilhelmsburg, als er mit Reparaturen beschäftigt war, vom Zuge überfahren und sofort getödtet. L ü ch o w. Vor einiger Zeit hat sich der Bankier Hermann Manecke, Mitinhaber der Eoncurs gerathenen Firma H. und O. Manecke Hierselbst, in einem Gehölz bei Hamburg erschossen. R h e d e n. Kammerherr von Rheden . feierte das Fest seiner silbernen Hochzeit, unter allseitiger Theilnahme der Kreiseingesessenen. Die sämmtlichen Feuerwehren' des Kreises brachten mit mehreren Musikkorps dem Jubelpaare Ovationen. S ch m e d e n st e d t. Die Eheleute Altentheiler Heinrich Meyer hier begingen das seltene Fest der diamantenen Hochzeit. Völksen. Eine arge Verletzung des linken Daumens zog sich der Schuhmachermeister W. Henneöe zu. Hennecke schnitt Rüben mit der Maschine und wollte, da die Maschine verstopft war, die Rüben mit der linken Hand lockern. Hier erfaßte das Messer die Hand und schnitt ihm denDaumen durch, so daß die Sehnen verletzt wurden. Vrovinz Westfaken. M ü n st e r. Der ordentliche Professor der Erdkunde Dr. Rich. Lehmann feierte hier seinen 60. G'eburts tag. Der Gelehrte wirkt seit 1881 als akademischer Lehrer. Er stammt aus Neuzelle, Kreis Guben, in der Niederlausitz. Bielefeld. Justizrath Heinrich Bachmann beging dasJubiläum seines vor 50 Jahren erfolgten Eintritts in den Staatsdienst. Der Jubilar wurde 1830 als Sohn des Kreisphysikus Bachmann in Paderborn geboren. Bochum. Das hiesige Schwurgericht verurtheilte den Bergmann Franz Kosmecki in der Revisionsinstanz wegen Todtschlages des Bergmanns Malesca zu Harpen zu IS Jahren Zuchthaus. Dortmund. Kürzlich hat der Bergmann Hermann Schulte im benachbarten Hestedde 'den Bergmann Wermelskirchen durch einen Stich in die Brust getödtet. Der Mörder wurde sofort nach der That verhaftet. Gelsenkirchen. Durch Kurzschluß entstand in dem Waarenhause von Leo Leibholz ein Brand. Die Rettung des Personals ist nur dem Umstände zu danken, daß gerade der städtische Brandinspektor Koch bei Ausfouch des Feuers vor dem Leibholz'schen Hause stand, sofort in das Geschäft hineinstürzte und alle Personen aufforderte, schnell das Lokal zu verlassen, was sofort geschah. In kurzer Zeit war das ganze Waarenlager ausgebrannt. Der Schaden wird auf über eine Million Mark geschätzt. H a m m. Auf der hiesigen Union" verunglückte der Drahtzieher Wilh. Holsträter. Ihm wurde das linke Bein bis über die Wade vollständig verbrannt. Rietberg. Letztens wurde das drei Jahre alte Töchterchen deS Polizerdieners Nüsing von hier in der EmS ertrunken aufgefunden. Der Vater war auf dem Felde beschäftigt, seine beiden Söhne brachten ihm aus der
Wohnung einen KordPflanzkartoffeln. Vermuthlich ist das Kind hinter ihnen hergelaufen und auf dem Wege, der an der Ems vorbeiführt, in diefe hereingefallen. Uiuta. Auf der Schäferstraße wurde ein vierjähriger Knabe, der Sohn deS Schlossers Heinr. Fiene, von einem Holzwagen überfahren, o dan der Tod sofort eintrat. Das Kind war das einzige gesunde der Fiene'schen Familie, da sämmtliche anderen Kinder taubstumm sind. W e l v e r. Letztens wurde der 69 Jahre alte Tagelöhner Johann Hermes aus Kirchwelver in einem Graben im Walde an den sog. veisten Birken" todt aufgefunden. HermeS hatte seine Invalidenrente bei der Post abgeholt und war seit dieser Zeit verschwunden. 'Ryeinprovinz. Köln. In voller Frische das Jubiläum seiner fünfzigjährigen Dirigententhätigkeit begehend, wurde der hiesige Kapellmeister Wilhelm Mühldorfer mit Ehrungen mannigfacher Art und reichen Geschenken von Seiten der Bürgerschaft und der Künstler bedacht. Den Glanzpunkt bildete die Vorstellung von Undine" im Neuen Theater" mit anschließender stimmungsvoller Feier auf der Bühne vor dem Publikum. Barmen. Hier stürzte der Zimmermann Schulz von einem Neubau in der Rödigerstraße, an welchem er beschäftigt war, infolge eines Fehltritts zur Erde, er erlitt dabei einen Genickbruch, und war auf der Stelle todt. Bonn. Auf eine fünfundzwanzigjährige Thätigkeit als akademischer Lehrer an der hiesigen Universität konnte der außerordentliche Professor der Geologie und Paläontologie Dr. phil. Johannes Pohlig zurückblicken. Essen. Kürzlich gab eine Frau Figge auf ihren Liebhaber, den Mussker Kolligs, der nach Hamburg abreisen wollte, aus Eifersucht drei Revolverschüsse ab und verwundete ihn tödtlich. Die Frau wurde verhaftet. Koblenz. Hier wurde die Leiche eines ManneS aus dem Rhein aezogen. Es wurde festgestellt, daß e3 diejenige des Burchdruckers Tönges aus Wiesbaden war. der sich mit einem jungen Mädchen hier im Rhein ertränkt hat. Neunkirchen. Einen schrecklichen Selbstmord verübte hier der 74jährige verwittwete Ockonom Kassenberger. Mit einem Messer versetzte sich der lebensmüde Greis mehrere wuchtige Stiche in den Hals. Als die erhoffte Wirkung ausblieb, wurde die Magengegend mit dem Messer bearbeitet. und als auch dieses Mittel versagte, eilte der hartnäckige Selbstmordscandidat nach einem etwa 300 Meter entfernten Wassertümpel. Ehe es Jemand zu hindern vermochte, stürzte er sich kopfüber hinein und fand darin endlich den ersehnten Tod. Der Greis hatte in letzter Zeit Spuren geistiger Umnachtung gezeigt. Oedt. Hier erhängte sich der Fabrikarbeiter Kölkes an einem BettPfosten. Was den Unglücklichen, welcher verheirathet und Vater von vier schulpflichtiaen Kindern ist. in den Tod getrieben, konnte nicht ermittelt werden. SaarlouiS. Kürzlich griff der Musketier Jungmann seinen Feldwebel, der ihn wegen AusgehenS ohne Urlaub zur Rede stellte, mit offenem Messer an, versetzte ihm drei Stiche in 'die Herzgegend und unternahm dann einen Selbstmordversuch. Die Verletzungen beider sind nicht tödtlich. Provinz Keffenaffau. Kassel. Kürzlick stürzte der mit seinem Rade die Wilhelmshöher Allee entlang fahrende Techniker Morell in dem Moment auf dem Geleise, als die Elektrische" herangesaust kam. Morell wurde überfahren und ihm einFuß abgeauetscht, außerdem erlitt er innerliche Verletzungen. Sein SOjähriges Militär - Dienstjubiläum konnte Generalmajor z. V. Kuchenbecker unlängst begehen. Der General, der jetzt im 69. Lebensjahre steht, trat 1853 aus dem kurhessischen Kadettencorps als Fähnrich in das kurhessische Jägerbataillon ein. Damm. Auf der Strecke HanauAschaffenburg in der Nähe von hier fiel der 25 Jahre alte Nangirgehülfe Anton Becker aus Erlenbach von der Rangirmaschine. Die Räder derselben trennten ihm beide Beine und einen Arm vom Rumpfe. In kurzer Zeit wurde der Verunglückte durch den Tod von seinem qualvollen Leiden erlost. Frankfurt. Der 14 Jahre alte Realschüler Philipp Müller, dem im Lokalbahnhof das linke Bein am Oberschenkel abgeftlhren wurde, ist an den erlittenen Verletzungen gestorben. Im Stadtwald wurde der 34 Iahre alte Briefträger Karl Blind mit einem Schuß in der rechten Schläfe todt aufgefunden; er war bei dem Postamt in Heddernheim angeuellt. Die Vorgesetzten Blind's stellen ihm das Zeugniß eines tüchtigen Beamten aus, gegen den nicht das Geringste vorlag. H-u l d a. Leutnant Harnier hielt am Bahnübergange auf der Leipziger Straße, als eben einZug vorüber fuhr, mit seinem Reitpferde vor der geschlossenen Schranke. Kaum war der Zug vorbei, als das Pferd plötzlich über die Schranke hinwegsetzte, wobei der Reiter zu Fall kam und eine Gehirnerschütterung davontrug.
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