Indiana Tribüne, Volume 27, Number 159, Indianapolis, Marion County, 26 February 1904 — Page 6
Jndtan Tribüne, 6. Febrar 190V.
Europäische Nachrichten.
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Hldenburg. Oldenburg. Ueber das Vermögen des Kaufmanns Heinrich Adolf Ferdinand Homburg in Oldenburg ist das Concursverfahren eröffnet und Auctionator Rud. Meyer in Oldenburg zum Comursvcrwalter ernannt worden. Brake. Der berittene Grenzaufsehe? Spatz Hierselbst konnte in voller Rüstigkeit auf eine L5jährige Dienstzeit als berittener Grenzausseher zurückblicken. Carolinensiel. Die goldene Hochzeit des weit und breit bekannten Ehepaares Schifscapitän Ahlrich Rosendahl wurde von der ganzen hiesigen Gemeinde mitgefeiert. Je ve r. In der hier abgehaltenen Borstandsschunq des Jeverlättdischen Herdbuchvereins ttnirjw der Landwirth Anton Graalfs in Wiarden als Tecretär dieses Vereins erwählt. W e st e r st e d e. Der verstorbene Hauptlehrer und Organist Böwert. zuletzt in Nastede, würd? auf dem hiesigen riedhofe zur letzten Ruhe bestattet. Ein qrofas Trauergefolge gab ihm das letzte Geleit. Ireie täbU. Hamburg. Dr. phil. Otto Rüdiger Hierselbst, ein hervorragender Lehrer der Geschichte, Literatur und Kunstgeschichte, ist an Herzschwäche gestorben. Obertelegravhensecretär a. D. Karl Bröcker. Meißnerstrabe 6. feierte seinen 80. Geburtstag. Bröcker ist in Schwerin geboren. Im Edel'schen Hotel in der Spaldingstraße wurde ein Liebespaar, welches dort seit Kurzem logirte, vom Personal in einer Blutlache schwimmend aufgefunden. Der Todte ist der 29 Jahre alte Eisenbahnpraktikant Friedrich Haltcke aus Kattowitz. Er weilte hier auf Urlaub und knüpfte mit der ledigen Emma Harmsen. die in der Sophienallee wohnt und die er seit 1900 kannte, von Neuem Beziehungen an. Aus den dunklen Aeußerungen, die das in Lebensgefahr schwebende Mädchen von sich giebt, ist zu entnehmen, daß Haltckc von dem Mädchen verlangte, es soll sich erschießen, und als es sich gesträubt hat, zum Revolver griff. Polizeiarzt Dr. Götze hofft, das Maochen am Leben zu erhalten. Groß - Feuer in Spadenland (Ochsenwärder) fand in dem Gewese des Landmannes Reimers statt. Bremen. Sein 25jähriges Dienstjubiläum beging der Criminal-Wacht-meister Müller vom Polizeibureau 2 lSchleifmühle). 1879 wurde er als Polizeidiener hierselbst angestellt. Infolge seiner guten Führung und vorzüglichen Leistungen wurde er am 1. Mai 1898 zum Criminal - Wachtmeister befördert. Der 27jährige Bestmann Martin Hinrichs vom Kahn Frisia", gebürtig aus Neuefehn. Kreis Aurich. wurde als Leiche aus dem Wasser gezogen. Der Verunglückte war vorher an Land gegangen, wahrscheinlich während der Nacht zurückgekommen. auf dem durch Snee glatt gewordenen Deck ausgerutscht und über Bord gefallen. Lübeck. Senator Georg Arnold Vehn. der wegen Kränklichkeit mit Vorbehalt aller Ehrenrechte am 11. Juli 1903 auö dem Mnate ausschied, ist im Sanatorium Werawald (Todtmoos. Baden), wo er für sein schweres Leiden Linderung suchte, gestorben. Bei einer Felddienstübung, die von der & Compagnie des hiesigen 162. Jnfanterie - Regiments abgehalten wurde, beging der Soldat Stolterbeck Selbstmord dadurch, daß er sich eine Platzpatrone in den Mund steckte und die Patrone ansteckte. Der Kopf des Soldaten wurde schrecklich verstümmelt: der Tod trat auf der Stelle ein. Die Beiveggründe zu der grausigen That sind nicht bekannt. Kcbwctz. A a r a u. Einige steinalte Lehrer zählt der hiesige Kanton. In Wittnau amtet mit großer Geistesfrische Lehrer Herzog mit 80 Jahren in seinem 58. Berufsjahre. In einer anderen Frickthal'schen Gemeinde, in Zeihen, tritt nächstens Oberlehrer Wülser nach 55jährigem Schuldienste in den wohlverdienten Ruhestand. Ihm und seinem vor 5 Jahren verstorbenen Bruder, der ebenfalls Lehrer gewesen, verdankt die Gemeinde Zeihen die schöne Obst- und Weinkultur, auf welchen Gebieten Wülser ein Meister und Praktik-r gewesen ist. Basel. Pfarrer Emanuel Preiswerk ist im Alter von 79 Jahren hier gestorben. Nach langem Dienst alS Waisenhaus - Prediger hat er noch ein Jahrzehnt der Ruhe genoffen. Mit ihm gebt ein früher um seine volks thümliche Predigtweise hochgeschätzter Seelsorger dahin. C h e x b r e s. Ein Contremaitre des Unternehmers Burger an dem Doppelgeleise Lausanne - Bern, Namens Bartolomeo Simonetti, stürzte infolge Ausgleitens einer Leiter in einen 25 Meter tiefen Luftschacht und brach das Genick. Kurzrickenbach (Thurgau). In der Nähe der Bahn erschoß sich hier der etwa 22jährige Arbeiter Hafen aus Ueberlingen mit einem Revolver. Um seine Identität zu verwischen, zerriß tt vorher seine Schriften in kleine Fetzen und zerstreute sie. Man setzte sie wieder zusammen und ersah daraus, daß er direct aus Egypten kam und daß
seine Eltern in Ueberlingen wohnen, welche die Leiche als die ihres Sohnes erkannten. Neuenburg. Der Secretär und Buttauchef der hiesigen Handelsschule, Albert Denaz, ist wegen BertrauenSmißbrauches zum Schaden dieses Instituteö verhaftet worden. Seine Veruntreuungen, die er eingestanden hat, belaufen sich auf 11,757 Francs. Vevey. Das große Hotel am Mont Pelerin in Baumaroche brannte vollständig nieder. Es war vier Stoä hoch und umfaßte 150 Zimmer. Das Gebäude war aus Holz hergestellt, im Bernerchaletstil. Die Brandursache ist untekannt. Ein hlftiger Wind fachte das Feuer derart an, daß alle Löschversuche umsonst waren. Das Hotel war um 250,000 Francs versichert. Zürich. Im Uhrenwaaren- und Bijouterie - Geschäft von Max Bauer am Limmatquai wurden durcb Einbruch Schmuckgegenstände im- Werthe von 15,000 Francs gestohlen. $cstovrcidjUnrtavn. Wien. In seiner Wohnung im achten Bezir.'e ist der Hof- und Ministerialrath i. R. des Ministeriums des k. und k. Hauses und des Aeußeren Wilhelm Weiß Ritter von Weißengtuen im 85. Lebensjahre gestorben. Kürzlich ist in seiner Wohnung. Hoher Markt 1. einer der angesehensten und ältesten Advokaten der Residenz, Dr. Franz Ritter v. Haberler, im 79. Lebensjahre gestorben. Es erschoß sich in seiner Wohnung, Leopoldstadt. V:reinsqasse 37, der 22jährige Postspar, kasscnbeamte Alexander Hirnczire' Aufregung über eine bevorstehend: Prüfung dürfte ihn in den Tod getrieben haben. In seiner Wohnung, 2. Taborstraße 45, ist der Polizeiagenten Jnspector Josef Gruber im 72. Le. bensjahre an Lungenentzündung gestorben. Die Varietl'sängerin Ellz Hasenfuß, die wegen unglücklicher LkOt zwei Revolverschüsse gegen sich abge feuert hat, ist im Hospital ihren Verletzungen erlegen. Der Maurergehilfe Johann Bastl aus der Mariahil ferstraße wurde von einem Stellwaqen überfahren und schwer verletzt. Der Kellner Eduard Gärtner, in einem Stadtrestaurant bedienstet, ist wegen eines Streites im Geschäft bei der Schlachthausbrücke in den Donaucanal gesprungen und ertrunken. B r ü n n. Der 32jährige hiesige Bäckergehilfe Anton Lanik mißhandelte oft seine Frau. Am 7. October Nachts begann er sie zu würgen 'und versetzte ihr schließlich mit einer Hacke einen Hieb auf den Kopf. Außerdem beging er ein schweres Sittlichkeitsverbrechen an seiner 5jährigen Tochter. Er wurde vom hiesigen Landesgericht zu 18 Monaten schweren Kerkers mit einer Fastk 14tägig verurtheilt. B r ü r. Vier Bergleute wurden in einem Kohlenplane des Johannschachtes bei Bruch von niedergekender Kohlverschüttet. Der Oberhäuer Hoche wurde sehr schwer verletzt und mit zwei anderen minder Beschädigten in das hiesiae Brüxer Bezirkskrankenhauö geschafft. F a l k e n a u. Auf bisher unaufgeklärte Weise brach auf der St. An-toni-und Agneszeche Feuer aus. welches derart rasch um sich griff, daß in kurzer Zeit die Separation sowie die Fördermaschinenhalle ein Raub der Flammen wurden. Judenburg. Der Zugführer des 20. Feldjäger - Bataillons, Fran Jarouschek, hat sicb nach emer TaniUnterhaltung mit seinem Dienstgewehr erschossen, weil seine Geliebte mit einem Anderen getanzt hatte. P a s k a u. Bei heftia gehendem Sturme brach in dem gräflich Stollberg'schen Meierhofe ein Brand o'is. dem das ganze Object und sämmtliche Borräthe zum Opfer fielen. Aenrlurg. Luxemburg. Dr. Lucien Busfet aus Ettelbrück wurde von unserem Nachbarstaat Frankreich mit dem Orden der akademischen Palmen ausgezeichnet. B l u m e n t h a l. Der Briefträger Peter Saiter wurde zwischen Blumenthal und Godbringen an abgelegener Stelle von zwei Strolchen überfallen Nach heftigem Kampfe mit seinen Angreifern ergriff Saiter die Flucht. Differdingen. Es legte sich der an den dortigen Werken beschäftigte Schmied M. Calmes zum Schlafe unweit eines Ofens nieder. Durch Einathmen der ausströmenden Gase wurde er betäubt und fand den ErstickungStod. Esch a. Alz. Der Telegraphist Weber, dienstthuender Assistent, wurde von einer PrinzHeinrich-Schiebelok motive derart gestoßen, daß er zu Falle kam. Dabei ging ihm ein Rad über den Fuß. so daß dieser amputirt werden mußte.
Gegen Schlaflosigkeit wird folgendes einfache Mittel empsohlen: Mann befeuchtet die Hälfte eines Handtuches mit Wasser, legt sie so in den Nacken, vatz sie die Hälfte des Hinterkopfes bedeckt, und schlägt darauf, um die schnelle Verdunstung zu verhindern, die trockene Seite darüber. Dadurch wird das Gehirn erfrischt und das Blut mehr vom Kopfe weggeleitet. Schlaflosigkeit wird .oft dadurch erzeugt, daß man zu spät zu Nacht speist, so daß die Verdauung erst dann beginnt, wenn man sich zu Bette begiebt, wa einen ruhigen Schlaf von vornherein unmöglich macht.
Die kolaibis.
Eigenartiger Volköftamm inmitten der syrischen Wüfte. ückstchtnadme der Veduinen bkSmmli rkujsanrer:: eltgiou der V-laidls. Zelt a,Uiasen insach Heirat , . Imutoi Wenn der Reisende die syrische öüste durchwandert, so findet er zu seinem Erstaunen unter den arabischen Beduinen einen fremden Stamm, dessen Sitten. Gebräuche, Charakter und Typus einen merkwürdigen Gegensatz zu den Beduinen bilden. Noch seltsamer ist. daß die von Raub lebenden Beduinen diesen Stamm niemals belästigen und ihm trotz seiner Schwäche und Harmlosigkeit mit Rücksicht und sogar mit Achtung begegnen. Jeder Angriff auf eines jemer Mitglieder wird als Ehrlosigkeit angesehen und zieht die grausamsten Strafen nach sich. Der Stamm ist unzweifelhaft nicht arabischen lirsprungs. Er hat sich ni mit den Beduinen oerbündet, bei ihren Kriegen stets strenge Neutralität bewahrt; er hat keine Beziehungen mit ihnen gehabt und betennt sich rncht zum mohammedanischen Glauöen. Er spricht nicht das Arabische de? Mste, sondern ein Idiom, das dem im t)iu schen Küstengebiet gesprochenen ähnlich ist. Bostani, der Verfasser einer arabischen Encyklopädie, und der in Bagdad wohnende Karmeliter Anastasius Maria vertreten die Ansicht, daß man es hier mit einer europäischen Kolonie zu thun habe, und zwar mit Abkömmlingen von Kreuzfahrern. Einige Familien entrannen bei der Zerstreuung der Kreuzfahrer dem allgemeinen Gemetzel und suchten in der Wüste bei den Beduinen Schutz. Als Beweis für ihre Behauptung führen die beiden Gelehrten zunächst den Namen . an. Jene Wüstenbewohner heißen Solaibis (kleine Kreuzfahrer), der Stamm heißt Solaib (kleines Kreuz). Ferner ist der europäische Typus trotz der sechs Jahrhunderte unter dem heißen Himmel sehr ausgesprochen erhalten geblieben. Die Solaibis haben einen weißen Teint, blaue Augen, blondes Haar, ein ovales Gesicht, schmale Lippen, einen zierlichen Körperbau, breite und hohe Stirn und eine dünne Taille, was einen großen Gegensatz zu dem arabischen Typus bildet. Trotz ihrer Armuth haben die Solaibis großen Widerwillen gegen Diebstahl, Lüge, Betrug, Heuchelei und Unehrlichkeii. Bei ihnen ist die Pflicht heilig. Während die Araber eifersüchtig die Genealogie des Stammes bewahren, wissen die Solaibis von ihrem Ursprung nichts und umgeben ihn mit phantastischen Legenden. Aber die Aufgeklärtesten unter ihnen behaupten, von den Kreuzfahrern abzustammen. Ueber ihre Religion befragt, sagte c:n Solaibi zum Pater Anastasius: ..Wir verehren den. der die Gazelle geschaffen und sie uns zur Verfügung gestellt hat. Die Religion unserer Vorfahren kennen wir nicht, und da wir. unter den Muselmanen leben, haben wir ihnen aus Gewohnheit einige religiöse Bräuche entliehen." Die Solaibis leben, wie die Beduinen, unter Zelten. Äre Anzahl scheint 3000 nicht zu überschreiten. Männer und Frauen tragen langes Haar und dasselbe Gewand. Ein rothes Band umgibt den Kopf, und der Frau fallen noch zwei Haarstchnen auf die Schultern. Als Waffen haben sie Keulen und alte Gewehre. Von Hausthieren halten sie nur Hammel und w'iße Esel; letztere sind sehr schön und kräftig und widerstehen den Strapazen ebensogut wie das arabische Pferd. Gerste. Wildpret und Milch sind ihre einzigen Nahrungsmittel. Ihr Lieblingswildpret ist die Gazelle, die sie vorzüglich zu. jagen verstehen. Indessen leben sie viel von Bettelei, besonders wenn sie nahe bei den Städten wohnen. Wenn sie hören, daß irgendwo ein Fest stattfindet, drängen sie sich ohne die geringsten Bedenken in die Küche und sogar in's Eßzimmer. Ihre sehr einfache Heirathsceremonie hat gar keinen religiösen Charakter. Sie wird in Gegenwart eines einzigen Zeugen zwischen dem Bräutigam und dem Vater oder Vormund der Braut geschlossen. Die Hochzeitseinladung desorgt ein öffentlicher Ausrufer, der die Zelte durcheilt und den Schwanz eines weißen Esels mit der Hand in Bewegung setzt. Dann kommen die Frauen aus den Zelten und stimmen zu Ehren der Verlobten Gesänge an. Die Eingeladenen bereiten Speisen und schien sie in das Hochzeitshaus. Nach der Mahlzeit trennen sich Männer und Frauen zum Tanz, der nie die beiden Geschlechter vereint.
Alte Renten. Das Budget der Stadt Paris enthjilt heute noch einen kleinen Posten zur Bezahlung von Renten, die unter Ludwig XIV. verschiedenen Grundbesitzern und Kirchen ausgesetzt wurden. Der Ursprung dieser alten Renten ist folgender: Im Jahre 1650 erließen die königlichen Kommissare eine Verordnuna über die Schiffbarmachung deö Flüßchenö Ourcq, eines Zuflusses der Marne. Bei Ausführung der Arbeiten wurden verschiedene Uferbewohner geschädigt. ES wurde ihnen daher zur Entschädigung eine Rente für alle Zeit ausgesetzt, deren Bezahlung von der Stadt Paris übernommen worden ist. ES sind fünf Renten im Betrage von 1600 Francs.
Triumph der Technik.
yeuerflchsr, WaggonS von Gtahlkanstrukti, für die New yrkr Tnelbah. Obwohl bereits vor etwa Jahressrist eine Anzahl feuersicherer Waggons mit Kupferbeschlag für die New Aorker Tunnelbahn fertiggestellt wurden, die zur Zeit auf einer dortigen HochbahnDrecke verkehren, hat die Jnterborough Rapid Transit Co." als Betrbsleiterin der im F.ühjahr zu eröffnenden Untergrundbahn, den berechtigten Wünschen des Publikums nach absoluter Fce.-?sicherheit Rechnung tragend, neuerdings 200 ausschließlich aus Stahl verfertigte Cars bestellt, die vorläufig probeweise Verwendung finden und nach erwiesener Brauchbarkeit ausschließlich für den Tunnelbetrieb in Verwendung kommen sollen. Bei dem Bau der Waggons wurde durch die Adoptirung der Stahlkonstruttion eine radikale Adweichung von allen bisher bekannten Mechooen nothwendig. Kosten kommen bei dem Experimente nicht in Frage. Dem Direktorium der Gesellschaft ist es in erster Linie darum zu thun, das Beste zu finden und das Problem zu lösen, die Tunnelbesörderung für die Zukunft absolut sicher zu machen, soweit dies überhaupt möglich ist. Die neuen Cars find absolut feuersicher, und ebenso fällt jede Gefahr weg, daß die Passagiere durch entweichende Elektrizität in Folge von Kurzschluß oder einem ähnlichen Zufall eine Erschütterung erleiden. Die Stahlkonstruttion gibt die beste Sicherheit, und entweichende Elektrizität wird, statt in die Stahlkonstruttion überzugehen, in den Boden abgeleitet. Die neuen Cars haben eine Gesammtlänge von 51 Fuß 2 Zoll, eine Gesammtbreite von 9 Fuß Zoll und eine Gesammthöhe von 12 Fuß und je zwei Motoren von 200 Pferdekraf!. Die Experten der Tunnelbahn erkli.ren. daß die Cars die stärksten, sichersten und besten sind, die auf irgend einer Passagier-Cisenbahn in der Welt benutzt werden. Das Innere der Car besteht aus Aluminium - Ueberzug. nimmt sich aber im Ganzen ungefähr so aus wie die jetzigen Hochbahn-Cars. Die Sitzgerüste werden ebenfalls von Metall sein.
VcrhängniflvoUe Tprachübung. Polizeiwidriges Französisch wird bekanntlich alle Tage verbrochen. ag gen dürfte es äußerst selten und nur unter sehr erschwerenden Umständen vorkommen, daß man dafür mit der Polizei in Konflikt geräth und gar hinter Schloß und Riegel gesetzt wird. Daß der Fall aber wirklich vorgekommm ist und ein hervorragender englischer Jurist davon erzählen kann, wurde in einer Sitzung des Assisenhofß der Londoner City von dem vorsitzenden Richter bestätigt. Es kam bei einem Kriminalfall der Zustand der Trunkenheit in Frage, und der Vorsitzende verbreitete sich dabei über die häufige Unsicherheit der gewöhnlichen äußern Anzeichen von Alkoholvergiftung. Dabei erwähnte er, daß einer seiner persönlichen Freunde, ein durchaus nüchterner Mann und hochangesehener Sachwalter, der sich durch Selbsturterricht diefranzösische Sprache angeeignet hatte, eines schönen Tages auf den kühnen Gedanken kam, auf die erworbenen Kenntnisse gestützt, eine Fericnreise nach Paris zu machen. Nach der Sitte der Heimath wandte er sich dort, sobald er dringend einer Au.kunft bedürftig war. an einen Polizeimann aus der Straße. Dabei redete er aber ein so unglaubliches Franzosisch, daß der Wächter der Ordnung. der nie einen nüchternen Mann in solcher Weise die Landessprache mihhandeln gehört, nicht glauben konnte, daß dergleichen mit rechten Dingen zugehe. Er nahm an, er habe es mit einem Betrunkenen zu thun, der die wohll'öbliehe Polizei der Republik zum Besten haben wolle, führte den Rechtsgelehrtcn ohne Umstände zum Kommissariat und machte ihn so auf praktischem Wege mit dem französischen Polizeiverfahren und mit den Grenzen der Nützlichkeit des Selbststudiums von Sprachen bekannt.
Onkel Gams Export und Import. Das Ver. Staaten-Handels-Depar. tement hat interessante Aufstellungen über die Zunahme des Exporthandels während d'r letzten zehn Jahre ge-. macht, aus welchen hervorgeht, daß der Export nach Europa von 80,000.000 in 1893 auf 1.087.000.000 in 1903 angewachsen ist; nach Asien und Australien von M.000.000 auf Z92.000.000. also um 197 Prozent; nach Afrika von Z5.000.000 auf 531.000,000; nach Nordamerika von $125,000, 000 auf $27f000,000, nach Südamerika von $34.000,000 auf $46,000, 000. Die Einfuhr hat in den zehn Jahren ebenfalls beträchtlich zugenommen; aus Europa kamen in 1903 Waaren im Werthe von $528.000.000. gegen $39?,000,000 in 1893; aus Nordamerika $182,000,000 gegen $171,000,000 in 1893; aus Südamerika $113,000,000 gegen $103.000,000 in 1893; Asien und Australien $1,61.000.000 gegen $102,000.000 in 1893. Die Gesammtausfuhr ist in dem Jahrzehnt um 60 Prozent angewachsen, die Gesammtcinfuhr um 2? Prozent. Kaliforniens Weinproduktion belief sich im Vorjähre auf 32,000.000 Gallonen; die Brandy-Erzeugung war S,700,00f. Gallonen. ...
Berlins Adresikatender.
verüdnt amen. rs lräer bürgerlich ehrsamen, Vernf pbliegen. Berühmten Namen begegnet man im neuen Berliner Adreßbuch in großer Zahl. Allerdings haben ihre Träger meist einen bürgerlich ehrsamen, aber wenig poetischen Beruf erwählt, der zu der Berühmtheit ihrer Namensvettern in seltsamem Kontrast steht. Der alte Adam ist Barbier. Kin Büfettier. Abel Chemiker geworden. Vater Noah leitet ein Weinrestaurant, von den Erzvätern ist Abraham Fensterputzer, Jsaac Zeitungsverleger, Jakob Kommerzienrath. Moses und Aron sind als WaarenHausinhaber Konkurrenten; Josua hat den Beruf eines Packers, Samuel den eines Militärmützenfabrikanten. Jeremias den eines Herrenkonfektionärs erwählt. Held Siegfried ist Stcuereryeber a. D., der grimme Hagen Inhaber einer Herings- und Kartoffelhandlung geworden. Von berühmten Weisen ist Solon ein Mehlhändler, auch Bion ein Handelsmann, indeß sich die Weisheit Salomonis auf dem Gebiete der Bildereinrahmung bekundet. Von den Trägern altrömischer Namen ist Agricola Bäckermeister, der edle Antonius Bezirksvorsteher, Augustus Nachtportler, Curtius Stubenmaler, FabriciuS Blechlackirer. Tiberius Blutegelbändler, Äalerius Pantinenmacher, Virgil Böttcher und Caesar Herausgeber einer Börsenkorrespondenz. Ferner finden wir Plato als Stadtsergeanten, Martin Luther als Jntendanturbeamten, Johannes Huß als Webermeister wieder. Erasmus ist Werkzeugfabrikant. Cranach Oberleutnant, Gustav Adolf Buchbinder geworden. Tetzel handelt mit Gasglühlicht, Leibnitz ist Schlächtermeister. Locke Schneider. Mährens Pitt und Fox unter die Gastwirthe gegangen sind. 2on Malern begegnen uns Rubens als Professor an der Technischen Hochschule, Holbein als Civilingenieur, Makart als Kellner, ein Beruf, den auch Robinson erkoren hat. nur Raphael ist der Kunst treu geblieben. doch verwerthet e.r sein Talent als Stubeninaler. Den deutschen Parnaß reprä,cntiren der Bäckermeister Goethe, der Schlosser Friedrich Schiller, der Rittergutsbesitze? Lessing, der Ansichtskartenhändler Wieland, der AröeitsblusenfabrikantKlopstock. der Straßenbahnfahrer Gellert, der KriminalWachtmeister Schlegel, der Eierhändler Herder, der Zuschneider Tieck, der Plättereibesitzer Platen, der Schneidermeister Theodor Korner und der Buchbinder Heinrich Heine. Der Seeheld Nelson fabrizirt Federboas, ein Blücher ist Oberlehrer, ein Bülow Tanzmeister, ein Scharnhorst Kupferschmied; Schill erzeugt Sohlensteppmaschinen, ein Guise ernährt sich als Buchhändler, ein Vafa als Techniker, ein Fugger als Oberwärter, dagegen kann Conde als Rentier leben. Karl (der) Grosse ist Budiker, Wittekind dagegen Bahnbeamter geworden. Den am wenigsten mit dem von seinem Namen unzertrennlichen Heldenklang übereinstimmenden Beruf hat jedoch Wilhelm Tell erwählt: er ist Strumpfwirker.
Gefährliche Oberleitung. In dem englischen Ort Brentford riß neulich der Leitunasdraht einer elektrischen Straßenbahn und fiel auf zwei Pferde, die vor einer Kohlenkarre gingen. Das eine d: Thiere war sofort todt, während der Draht sich um den Huf des andern schlang. DaS Thier stürzte und stellte, da es auf den Schienen lag. den Kontakt her. DaS unglückliche Geschöpf wurde vor den Augen einer nach Tausenden zählenden Menschenmenge buchstäblich bei lebendigem Leibe gebraten. Die Empörung der Menschenmasse war so groß, daß man sich beinahe an den Arbeitern der Straßenbahn - Gesellschaft vergriffen hätte, und es war ein Wunder, daß b?i den Versuchen, dem brennenden Thiere zu helfen, nicht auch Menschen rerunglückten. (Das ist nicht der einzige Unfall dieser Art in den englischen Provinzen, und in manchen Orten rechnet man so bestimmt mit der Möglichkeit solcher Vorkommnisse, daß die Polizisten mit Gummihandschuhen auSgerüstet sind, um beim Reißen eines elekirischen Drahtes eingreifen zu können.)
Rene Leichenidentifizirung. Der durch seine Erfindung des anthropometrischen Systems zur Verbrecheridentifizirung bekannte Pariser Arzt Bertillon hat eine neue Methode zur besseren Jdentifizirung von Leichen unbekannter Personen, welche in der Morgue liegen, erfunden. 5)er Umstand, daß Photographien von Todten nicht immer eine leicht erkennbare Ähnlichkeit mit dem Konterfei jener Personen, als sie noch lebten, aufsen, verursacht oftmals Schwierig. ten. Diesem Uebelstande hilft nun Bertillon dadurch ab, daß er Glycerin in die Augen der Todten spritzt, worauf sich die Augenlider öffnen, die Augen einen lebensähnlichen Ausdruck annehmen, die Lippen sich rothen ".nd das starre Antlitz auf'S Neue zum Leben zurückzukehren scheint. Dadurch wird die Möglichkeit zur Herstellung einer Photographie gegeben, deren Aehnlichkeit mit der Person vor ihrem Tod die AgnoSzirung des Leichnams bedeutend erleichtert.
Der Kautschukbaum wurde zuerst von einem französischen Geographen Namens La Condamine entdeckt, der von der Regierung Frank. reichS im Jahre 1735 nach Brasilien gesendet tarn war.
