Indiana Tribüne, Volume 27, Number 4, Indianapolis, Marion County, 27 August 1903 — Page 5
Jndiana Tribüne, 27. August 1903
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s mn Zlrmstmv i o o JovcUe nsn Niccardo Varrerrt OTOTOTO VOTOVOOTOTOVOTOTO V O OV5, wochenlang hatte es geregnet. Jede? neue Morgen braazte dieselbe trübe, graue, einförrnige Dämmerung. Unaufhd'rlich klatschten schwere Tropfen an Fenster und Mauern. Lange schon hatttn sie die letzten gelbrothen Blätter über die VZege des Parkes von BuchenHof gestreut, und herbstlich kahl, tröstlos öde war die Aussicht in das weite Flachland, über dessen abwechslungslose Einförmigkeit der sommerlich belaubte Park einigermaßen hinwegzutauschen vermocht hatte. An das weite Bogenfenster des Thurmzimmers auf Vuchenhof gelehnt, stand ein junges Weib. Ter zierliche, fast überschlanke Körper war in ein losei, hellfarbiges Morgenkleid gehüllt. dessen offene Aermel von den weißen, blaugeäderten Armen zurückfielen. Leicht fiel das reiche, röthlichblonde Kraushaar bis zur Taille hinab, in eigensinnigen Löckchen die niedere Stirn halb verdeckend. Aus dem blassen, schmalen Gesicht blickten große, blaue, von dunklen Wimpern beschattete Augen trostlos in die bleigraue Regenluft. Tie kleinen Hände hielten das Fensterkreuz fest umklammert, und plötzlich rüttelten sie an dem festen Eichenholz mit der hoffnungslosen Verzweiflung des Gefangenen, der sich vergebens bemüht, das feste Gitter seiner Zelle zu sprengen. Luft, Luft, ich ersticke!" murmelte sie und riß gewaltsam den schweren Flügel auf. Die feuchte Regenluft drang in das behaglich erwärmte Gemack, berührte kühlend die heiße Stirn der jungen Frau und legte sich schwer und erkältend in die Falten des leichten, wollenen Gewandes. Lange stand sie regungslos, begierig sogen die brennenden Lippen die feuchten Dünsie ein, bis sie sich endlich zusammenschauernd abwandte, .in Hustenanfall überkam sie; kurz -' schwer athmend lag sie auf der breiten Chaiselongue, beide Hände auf die von dem trockenen Husten schmerzende Brust gepreßt. Da Öffnete sich geräuschvoll die Thür und ein stattlicher Mann, jeder Zoll der gewesene Reiteroffizier, der ritterliche Gutsbesitzer, trat ein. Sein Blick glitt von dem schmerzhaft verzogenen Antlitz seiner jungen Gattin, die noch immer mit dem Hustenanfalle kämpfte, zu dem geöffneten Fenster, und ein mehr ärgerlicher als besorgter Ausdruck flog über das aristokratische Gesicht. Aber. Anna, wie oft soll -ich Dich noch bitten, vorsichtig zu sein! Du weißt doch so gut wie ich, daß Du Dich vor Erkältungen zu hüten hast, und nun liegst Tu hier bei dem Wetter, das selbst mir den Athem benimmt, bei offenem Fenster. Wie kannst Du auf solche Weise je gesund werden!" Er hatte das Fenster geschlossen und näherte sich der Chaiselongue, neben der cr sich auf einen Sessel niederließ. Sein Gesicht war freundlicher geworden, und mit einem Anftuge von Zärtlichkeit nahm er die schmale, durchsichtige Hand des jungen WeibeZ in bie seine, - Wa5, arme Maus, Du langweilst Dich wohl bei dem ewigen Regen? Jl, wahrhaftig, es ist auch, um die Geduld zu verlieren! Weißt Du was? Wenn es schon nicht besser werden will hier, dann machen wir uns einfach auf und davon. Was sagst Du zu einem kleinen Ausfluge nach " Zu Alice ?" unterbrach sie ihn, hastig fragend. ' Er runzelte die Stirn. Jflßn, Alice muß warten, sie muß sich erst an den Aufenthalt bei Mama gewöhnen; ein Besuch jetzt schon würde'das nur unnöihig erschweren." . Ännä sank schweigend in die Polster zurück. Ti? Röthe, die einen Augenblick das Eesichtchen so kinderhaft jung gernacht hatte, wich wieder der gelblichen Bläne, die ihm eigen war. Nein, nach Berlm wollen wir, fuhr Albert von Buchen fort, ich hab? fo wie so dort zu thun, und eben telegraphiren Breda und Werder, daß sie mich übermorgen Abend zu einem improvisirten Diner mit alten Kameraden erwarten. Du kannst dann die Gelegenheit benutzen, einmal gründlich Deinen Husten kuriren zu lassen; vielleicht hast Tu vor dem Befehl einer Berliner Autorität mehr Respekt, als vor den Verordnungen unseres guten Sanitätsrathes hier. Na, thu' mir nun den Gefallen und sieh' nicht so jämmerlich aus! Tiese ewige Trauermiene ist ja zum Verzweifeln für uns andere; was fehlt Dir denn eigentlich. Du unzufriedene kleine Maus?" Was mir fehlt?" fragte sie leise zurück. Eine Antwort schien ihr auf der' Lippe zu schweben, sie unterdrückte sie indeß und sagte nur: Alice." Er erhob sich und wandte sich ärgerlich. mit einem eigenthümlichen, halb verlegenen Ausdruck ab. Mein liebes Kind," sagte er mit einer Stimme, die vielleicht nur so heftig klang, weil sie nicht verlegen klingen sollte, Du weißt, daß wir es nach reiflicher "Ueberlegunz für richtig gehalten hben, Alice vorläufig meine? Mutter anzuvertrauen. Du weißt ebenso und am allerbesten, daß Du selbst die Veranlassung dazu gegeben hast durch Dein Dein Berühren von Dingen, die dem Kinde in feinem jetzigen Alter durchaus fremd
bleiben müen. Ich habe Dich oft genug gebeten, gewarnt, zuletzt blieb ep nichts anderes übrig. Tu mußt Dich einstweilen fügen, zum Sommer bringt Mama Dir ja Alice auf einige Zeit hierher. Sei doch vernünftig, Anna, erschwere Dir das Leben nicht unnützerweise. Mach' Tich nun fertig, gleich nach Tisch fahren wir. damit wir den Abendeilzug ncch in K. erreichen." Mit einem leich:en Kuß auf die geschlossenen Augen verließ er sie. Anna blieb lange still liegen. Sie dachte nicht daran, Vorbereitungen für die Reise zu treffen; das besorgte die Jungfer viel besser als sie. Ihre Gedanken flogen zurück in die Vergangenheit. Welches Aufsehen hatte es vor acht Jahren in der rheinischen Garnisonstadt B. erregt, als der schneidige junge Husarenoffizier seine glänzende Laufbahn aufgab, um die junge Kunstreiterin Miß Anita Cortes zu heirathen. Wie stolz, wie glücklich war sie gewesen, als sie neben dem geliebte?:, bewunderten Gatten, der ihr in der strahlenden Uniform, die er an jenem Tage zum letztenmale trug, wie der junge Kriegsgott selbst erschien, als sie an seinem Arme durch die gaffende, staunende Menge schritt, die die Kirche an ihrem Hochzeitstage füllte! Als er sie dann nach einem kurzen Frühstück in den Wagen hob. der sie zum Bahnhof führen sollte, wie leicht, wie lachend hatte sie Abschied genommen von den zurückbleibenden Kameraden, kaum daß sie den Vater und die Geschwister flüchtig geküßt hatte. Hell und licht, voll glän zcnder Verheißungen lag die Zukunft vor dem glücklichen Zirkus kinde. Ein Zirkuskind war sie im vollen Sinne des Wortes. In dem großen grünen, von vier Pferden gezogenen Wagen war sie geboren, hatte sie ihre ersten Kinderjahre verlebt, bis später die selbst die kleinsten Städtchen berührenke Eisenbahn den eigenthümlichen Wohnwagen überflüssig gemacht hatte. Ihre Eltern gehörten beide altrenommirten Artistenfamilien an; die Mutter war vor Jahren bei der Arbeit verunglückt. der Vater war als Dresseur und Schulreiter berühmt gewesen, jetzt bereiste er als Mitdirektor einer guten Truppe Süddeutschland. Alle ihre Geschwiste? arbeiteten als Zirkuskünstler, theils bei des Vaters Truppe, theils bei den besten und bekanntesten Gesellschaften. Anita, die zweitjüngste von Direktor Cortes' sieben Kindern, war. wie die übrigen, von frühester Jugend an für den Zirkus erzogen worden, und ihre Geschicklichkeit. die Geschmeidigkeit der zarten jungen Glieder, der kecke Muth, der auch vor den schwierigsten und gewagtesten Tricks nicht einen Augenblick zurückbeöte, machte sie zum Liebling des Vaters, der auf sie die größten Hoffnungen setzte. Wie alle besseren Artistenfamilien angehörigen Kinder ward sie, sobald die Truppe sich länger in einer Stadt aufhielt, zur Schule geschickt, und von ihrem, zehnten bis fünfzehnten Jahre war sie in einer französischen Erziehungsanstalt untergebracht worden. Das wa? die traurigsie Zeit ihres jungen Lebens gewesen. Sie fühlte sich einem gefangenen Vögelchen gleich -und fand das streng von der Außenwelt abgeschlossene Leben in der Anstalt unerträglich. Als sie dann endlich befreit war, wie jubelte sie auf, wie lernte, übte, arbeitete sie mit brennendem tzifer, um fo bald als möglich wieder auftreten zu kolken! Und wie bealückte, berauschte sie dan" der Beifall Uz Acenge, der ebcnso'seyr
ihre? Kühnheit und Geschicklichkeit wie ihrem süßen Kindergesicht mit den strahlenden Augen, dem glücklich lachen, den, schelmischen Mundz galt. Sie kvar ein enrzückendel Wesen geworden, die kleine Anita, ein kleines Elfenlind, ein lustiger, schelmischer Puck, und ewar begreiflich, daß jedes Auge mit Wohlgefallen auf ihr ruhte, wenn sie in ihrem leichten gold- und silöerschimmcrnden Kleidchen auf dem prächtig geschirrten Rosse durch die Manege flog. Da traf sie in B. den jungen Husa renoffizier Albert von Buchen, der. ein eifriger Sportfreund, vom ersten Tag? an zu den beständigen Besuchern der Vorstellungen wie der Proben gehört batte. Er wa? entzückt von der kleinen Annie" und machte ihr, wie andere seiner Kameraden, eifrig den Hof. Und Anita, die bisher solche Huldigungen mit derselb-en naiven Freude entgegengenommen hatte wie Abends in der Manege den lauten Beifall des PublikumZ, konnte bald das Bild des jungen, flotten Offiziers nicht mehr aus den Gedanken bringen. Sie gedachte seiner früh und spät, und es war Albert ein Leichtes, zu bemerken, daß er in diesem Kampfe seine Kameraden alle besiegt hatte. Wie tief er selbst sich aber in seine Leidenschaft für das schöne Gauklerkind verstrickt hatte, ward ihm erst klar, als der Abschied kam und Anita mit des Vaters Truppe weiterziehen sollte. Vergebens stellte er sich die UnMöglichkeit vor, sie zu halten, sie, des Vaters Stolz und die beste Zugkraft der Truppe, vergebens kämpfte er mit sich selbst; er konnte ohne sie nicht leben, er mußte sie besitzen, sie -ganz, für alle Zeit sein Eigen nennen können, und gab es kein anderes Mittel nun, so heirathete er, Freiherr Albert von Buchen, Anita Cortes. die Kunstreiterin. Und es gab kein anderes Mittel. Von den heftigen Kämpfen, die' er, um seinen Willen durchzusetzen, mit seiner Familie gehabt hatte, erfuhr Anita wenig. Ihr kam es kaum in den Sinn, daß derartige Bedenken für ihn bestehen könnten. Mit ihren achtzehn Jahren kannte sie noch wenig von dem Leben
außerhalb der Kreise, in denen sie au)gewachsen war, und in denen sie wie ihre ganze Familie, eine hervorragende Stellung eingenommen hatte. Daß Albert seiner Heirath wegen den Dienst verlassen mußte, war unangenehm; ihr gefiel die heitere, rheinische Stadt so gut. aber schließlich konnte man ja überall glücklich sein, warum nicht auch oben auf dem mecklenburgischen Gute Vuchenhof, dessen bisheriger Pächter nun dem jungen Besitzer die Verwaltung überlassen mußte. Und anfänglich schienen alle ihre Hoffnungen sich erfüllen zu sollen. Albert vergötterte sein junges Weib, das ungewohnte Leben einer Schloßfrau, wenngleich das Schloß" eigentlich nur ein altmodisches. seh? geräumiges, aber ziemlich schmuckloses Landhaus war, amüsirte sie. und sie. die selten anders als in der Manege geritten hatte, war entzückt übe? die langen Ausflüge, die sie auf ihrem prächtigen Pferde in das weite, flache Land machen durfte. Lange aber dauerte es nicht, bis die Zugvogelnatur in ihr erwachte. Sie begann sich hinaus in die Welt zu sehnen, die Erinnerung an die alten Kameraden, an die lustigen Reisen, an die abendlichen Triumphe erwachte, und ihr Lachen verstummte, ihr Gesichtchen derlor seine frische Farbe, und sie schlich f.ill und verzagt durch die langen Korridore und stand stundenlang in hilf loser Sehnsucht arf dem Altan, der ihr Thurmzimmer umgab, die Wandervögel beneidend, die vor dem grauen, ka!ten Winter nach dem sonnigen Süden fliehen konnten. Ihr Gatte, den die ungewohnte Arbeit, die die Gutsverwaltung mit sich brachte, den größten Theil des Tages von ihr fern hielt, bemerkte den allmäligen -Umschlag ihrer Stimmung kaum, und als sie ihm eines Tages schüchtern von ihrer Sehnsucht nach dem alten Leben sprach und von dem Wunsche, den Vater auf einige Zeit zu besuchen oder zu sich zu bitten, ward er so heftig und verbot ihr so energisch, je daran zu denken, daß sie verschüchtert schwieg. . Ihre einzige Freude war ibr Pferd. Täglich ritt sie, wenn Albert keine Zeit fand, sie zu begleiten, von einem Reitknechte gefolgt, stundenlang. Es machte ihr Vergnügen, wenn sie durch das zum Gute gehörige Dorf ritt, der sich schnell um sie versammelnden Torfjugend auf der Dorfwiese allerlei Kunststuckchen zu zeigen. Die erstaunten, interessirten Gesichter der Kinder, wie der zeitweise sich einfindenden Erwachsenen amüsirten sie es war doch immer ein Publikum, und die Freude, sich immer noch als sichere Herrin über ihr Thier zu fühlen, ließ sie alles andere vergessen. Während sie, ganz in ihre Arbeit" vertieft, eines Morgens das Pferd vor dem dankbaren Kreise ihrer ländlichen Bewunderer die verschiedensten Gangarten ausführen ließ, tauchte in einiger Entfernung von ihr ihr Gatte, ebenfalls zu Pferde, auf. Mit einem Blicke erfaßte er die Situation, fogar das eigenthümliche Lächeln des Reitknechtes entging ihm nicht. Dunkle Röthe überzog sein Antlitz, und mit herrischer Geberde befahl er ihr, ihm zu folgen. (s sprach nicht viel, verbot ihr nur kurz, mit finsterer Miene, je wieder derglei cben Vorstellungen zu geben." Einige Tage später aber fand der alte'Sanitätsraih daS Reiten ihrer zarten Konstitution durchaus schädlich, und Dear Boy," ihr Liebling, der treue Freund ihrer glücklichen Künstlertage, ward verkauft.
Dann kam die Geburt der kleinen Alice, die ihr eine Zeit lang übe? alle Sehnsucht, über alle Täuschungen hinweghalf. Das Kind ward ihr alles, ihr Leben, ihr ganzes Glück. Lange, ehe die Kleine das geringste Verständniß dafür hatte, plauderte Anita mit ihr von allem, was ihren beweglichen Sinn erfüllte. Alle Sehnsucht, allen Jammer. all die qualvolle Einsamkeit sprach sie sich von der Seele vor dem kleinen Wesen, das, die dicken Fäustchen fest geballt, in der Wiege lag und sie mit großen Kinderaugen verwundert betrachtete. Und jedesmal erhob sie sich erleichtert und netröstet. Bei Alicens Taufe fah Anita zum erstenmal ihre Schwiegermutter. Frau von Buchen hatte sich bis dahin der Gattin ihres Sohnes, dem sie die .Mißheirath nicht verzeihen konnte, fern gehalten. Sie war eine feine und liebenswürdige Frau, weder dummstolz, noch hart und kalt, aber Aristokratin vom Scheitel bis zur Sohle, mit einem starken Gefühl der Ueberlegenhcit des Standes, dem sie angehörte, erzogen und alt geworden. Als die Heiraih unwiderruflich vollzogen war, hatte sie die Partie ergriffen, Anita allen Angriffen anderer gegenüber zu vertheivigen; was dem Hause Buchen einmal angehörte, daran durfte ein Fremder wenigstens nichts auszusetzen wagen. Aber erst die Geburt ihres Enkelkindes ließ sie ihre Abneigung gegen die Gauklerin" fo weit überwinden, daß sie sich zu der Reise nach Buchenhof entschloß. Der Anblick des süßen, zarten Geschöpfes, das so bleich, so matt und so angstlich zu ihr aufsah aus den weichen Kissen des alten Himmelbettes, stimmte sie weicher. Sie gewann ihre junge Schwiegertochter, der das Mutterglück nach und nach fast die frühere Frische und Heiterkeit wiedergegeben zu haben schien, lieb, und sie äußerte ihr Wohlwollen dem Sohne gegenüber, der ihr in dankbarem Aufwallen ehrerbietig die Hand küßte. Du mußt versuchen, lieber Sohn," sagte is:e ihm einige Tage nach ih?e? Ankunft, Anna" dahin hatte sie Anita, das sie zu seh? an den Zi?kus erinnerte.
:vgeändert ihre traurige Herkunsi bergessen zu machen. Ich billige vollkommen, daß Du das Pferd verkauft hast, und ptfy Dir besonders, sie von allen Schauellungen, die sie an das alte Leben erinnern können, fern zu halten. Tie Verbindung mit ihrer Familie wird auch nach und nach abzubrechen sein. Wie Du mir sagst, schreiben die Leute nur selten. Das ist nur in loben, sie werden eben selbst einsehen, baß Anna ihrer Sphäre entrückt ist. Wenn sie nichts mehr an die Vergangenheit erinnert, wird ihr Interesse dafür schnell verschwinden. Dagegen würde ich sie, sobald ihr Zustand es gestattet, in die Kreise Eurer Nachbarn einführen. Es war nicht richtig, daß Du das nicht gleich nach Eurer Hochzeit gethan hast, wenn ich auch Deine Bedenken verstehe. Es war ein taktischer Fehler, den ich. mich bemühen werde, wieder gut zu machen. Ich möchte doch sehen." fügte sie mit einem stolzen Lächeln hinzu, wer meiner Schwiegertochter, die ich selbst in die Gesellschaft einführe, die schuldige Achtung verweigern wird!" Und Anna, wie sie von jetzt ab hieß, ward in die Gesellschaft" eingeführt. Wie sie sich unglücklich und verloren vorkam zwischen diesen breiten, behäbigen, selbstzufriedenen Mecklenburg?rinnen, die die fremdartige Erscheinung trotz Frau von Buchens Protektorat mit zweifelnden, mißtrauischen Blicken musterten! Wie verständnißlos stand sie den Interessen dieser Frauen, die sich um Wirthschaft, Kinder, Dienstboten und mehr oder weniger boshaften Klatsch drehten, gegenüber. Sie fühlte sich gedrückt, unwissend, trostlos unglücklich bei diesen Zusammenkünften, die auch ihrem Manne, der aus anderem Holze geschnitzt schien, als die massiven Gutsherren und Pächter, peinlich waren. Nach Frau von Buchens Ab reise trat eine Stockung im Verkehr mit den naheliegenden Gütern ein. und während Albert sich mit Eifer der Verwaltung des seinen widmete, blieb Anita mehr und mehr sich selbst und ihren Grübeleien überlassen. (Schluß folgt.) ,
Nachbarliche Zwistigkeiten, Die eigentlich nicht vor die Oessentlichkcit gehören. Unter der Anklage der angeblichen Brandstiftung wurde gestern Abend gegen 9 Uhr Ernst Lorensen, Nacht Schankwärter im Jefferson Hotel an South und Pennsylvania Str. auf Veranlassung des Capt. Herm. Newman vom Salvage Corps von den Detectivs Colbert und Hauser verhastet. ÄZorher am Abend war Eapitän Newman auf Veranlassung des Herrn Drach, des Besitzers des Ho tels, von einem Constabler des Friedensrichters Srnocf : oegen Profanität. beziehungsweise Bedrohung verhaftet worden. Dem Ganzen liegt eine kleine Entzwciung zu Grunde, an der Trach's Schüferhund die Schuld zu tragen scheint. Denn derselbe fiel nach Hundesart jedesmal das Pferd des Sal-vage-Corps-Wagens an. so oft derselbe zu einem Feuer Ausrücken wollte. Capt. Newman's Stallung und Wohnung befindet sich nämlich neben dem neuen Hotel und westlich von dem alten Jefferson Haus. Die Attacken des Drach'schen Hundes auf Newman's neues, (ungestüme Pferd gaben Anlaß zu verschiedenen und schroffen Ausein andersetzungen, ungeziemenden Redensarten etc., und gestern veranlaßte Drach Newman's Verhaftung, weil derselbe sein Hotel als ein lüderliches Haus be zeichnet haben sollte, dem er den Garaus machen wolle etc. Abends veranlaßte dann Newman die Verhaftung Lorensen's. Er behauptet durch Zeugen beweisen zu können, daß Lorensen am Samstag vor 8 Tagen zwischen 10 und 11 Uhr Nachts versucht habe, das alte Jefferson Haus in Brand zu setzen und so das Leben seiner Frau, der leider invaliden Frau Newman, auf's Schlimmste gefährdet zu haben. Die Schankwärter-Union Tom Kinney zum Geschafts-Agenten erwählt. Die Mitglieder der neuen SchankWärter . Union (Local No. 437) der Bartenders' International League of America", erwählten in einer gestern Abend in der Germania Halle abgehaltenen Extraversammlung Thos. Kinney, einen der ältesten und bestbekannten Schankwärter der Stadt zum Ge-schäfts-Agenten". und zwar mit überwältigender Mehrheit. Organisator John Feltman von der C. L. U. wohnte der Versammlung bei. ES wird erwartet, daß in der nächsten' Versammlung der neuen Union die Mitgliederzahl sich auf 350 und mehr belaufen wird.
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