Indiana Tribüne, Volume 17, Number 199, Indianapolis, Marion County, 8 April 1894 — Page 7
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Briefe aus Deutschland Von Wilhelm Kausmann. Dresden. Anfang März. Die Stadt Dresden, von ihren Schmeichlern Elbflorenz genannt, bildet eine seltsame Mischung von deutschem Klemburgerthum und großstädtischer Entwickelung. Letztere ist verhältnißmäßig rasch von Statten gegangen, zählte doch dies PhilisterParadies im Jahre 1830 nur 65,000 Seelen, während jetzt die Einwohnerzahl das dritte Hunderttausend bald erreicht haben wird. Aber trotz dieses großstädtischen Ausschwungs ist der eigentliche Dresdener, dieser geschmeidige, kemithliche", leidenschaftslose Mensch und Staatsbürger, ein echter Kleinstädter geblieben, dem seineRuhe über Alles geht und dem man gar nicht zutrauen kann, daß seine Vorfahren im sogenannten tollen Jahre auch ein kleines bischen mitrevoltirt, sogar damals, unter Anführung von Musikern (auch Richard Wagner war dabei), Malern und Studenten, Barrikaden erbaut haben. Um 11 Uhr Abends sind hier auch die Hauptverkehrsstraßen wie ausgestorben, es passirt hier so gut wie gar nichts und als neulich einmal ein von Berlin hier eingewanderter Einörecher verhaftet wurde, da redeten die echten Dresdener 14 Tage lang von nichts anderem. Die Zeitungen, welche ja immer einen getreuen Spiegel des Bildungs- und Jdeengangs ihrerLeser darbieten, sind wohl in keiner anderen Großstadt so langweilig, so klatschsüchtig und so wenig bestrebt, sich zu bestimmten Ansichten zu bekennen und diese Ansichten energisch zu vertreten, als in Dresden. Der König von Sachsen, welcher übrigens ein wohlmeinender, liebenswürdiger und gar nicht so schneidiger Herr und Landesvater ist, besitzt wohl nirgends, getreuere Unterthanen und begeistertere Anhänger, als in seiner Haupt- und Residenzsladt, dem Mohnsitze der zahmsten Muckeniche", welche man in Deutschland findet. Nur in einem Punkte sind' die Dresdener ' ungemüthlich. Sie hassen nämlich die Juden. Rirgends wird auf die Juden wohl so Diel geschimpft, als hier, und der fremde, welcher im Besitze einer nur einigermaßen gekrümmten Ras? ist, wird scheel angesehen. Vielleicht geschicht dies nur, um zu beweisen, daß die Dresdener doch nicht ganz temperamentlos sind, und weil es am ungefährlichsten ist, das Temperament Quf diese Weise zur Geltung zu bringen. Jedenfalls sind die beiden Reichstagsverireter dieser Stadt Anrisemitcn und der hiesigeSpießer wird die eigenthümliche Genugthuung haben, daß die Hauptstadt des bedeukendsteir Industriestaates Deutschlands im gegenwärtigen Kampfe zwischen Industrie und Landwirthschaft in einstimmiges Votum zu Gunsten der Anschauungen hinterpommerscher Landjunker abgibt. Aber es sei fern: von mir, die spichbürgerlichm Anschauungen der echten Dresdener verhöhnen zu wollen. Denn gerade dieser kleinstädtische Geist hat mit dazu beigetragen, Dresden zu dem zu machen, was es geworden ist, zu einer der bervorragendsten Fremdenstädte. Hätten die Dresdener die Betriebsanikeit und den fortschrittlichen, regen kaufmännischen Geist der Leipziger, so wäre dies Dorado der Rentiers, Partikuliers und Pensionäre wohl nie zu Stande gekommen. Denn diese letzteren beneidenswerthen Menschmklassen bedürfen 'der beschaulichen Ruhe und fühlen sich nicht behaglich Znmitten des Lärmes und des Getriebes eines Handels- und Jndustrie-Een-rrums. Hier werden dem Fremden alle Annehmlichkeiten dir Großstadt auf dem Gebiete des geselligen Verkehrs, des Theaters, der Oper und der Kunst geboten, ohne die Aufregungen der eigentlichen Großstadt. Dazu gesellt sich eine geschützte Lage, die den in ganz Deutschland so gefürchteten Ostwind seltener herführt, ein sich nicht in Extremen bewegendes, mildes Klima, ferner die besten Lehransialten und vor allen Dingen eine Umgebung, welche an Naturschönheiken überreich ist. Vielleicht kommt in Dresden der Naturschwärme? noch besser weg, als der Kunstenthusiast. Um sich dieser Naturschönheiten zu erfreuen, braucht man weder an den Geldbeutel, noch an die körperliche Kraft 'besondere Anforderungen zu stellen. Die Stadt selbst mit ihren prächtigenVillenquartieren und ihrem großartigen Waldpark, dem sogen, großen Garten", ihren einladenden Alleen, der Vrühl'schen Terrasse und den Elbpromenaden bietet dem passionirten Spaziergänger die vielseitigsten Gelegenheiten, während Blasewitz mit dem Schillergarten, der sog. weiße Hirsch. Loschwitz, wo Schiller wohnte und dichtete, die- Dresdener Haid?. der Plauen'sche Grund, die Lößnitz, di: goldene Höhe u. s. w., u. s. w. zum angenehmen und anregenden Todtschlagen" eines Nach- , mittags wie geschaffen sind. Eine halbstündige bis einstündig: Eisenbahnsahr! bringt den Touristen mitken in. die sächsische Schweiz oder in das nrich gar nicht genug gewürdigte 'Erzgebirge, und die Züge sind so eingeschaltet, daß man bequem und zu guter Zeit wieder nach Hause zurückkehren kann. Viele dieser Touren sind so eingerichtet, daß man sie auch im Winter machen kann. So z. V. ist die Perle der sächsischen Schweiz, die Bastei, fast an jedem Tag: des Jahres für den Spaziergänger erreichbar und das gute Hotel auf dem Gipfel der Bastei wird auch während des Winters nicht geschlossen. Dazu. kommen ein reger Dampferverkeh?
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auf der Elbe und billig.: und gute Fahrgelegenheiten für solche, welche den Wanderstab verschmähen. Ferner ist Berlin in drei Stunden Prag in vier Stunden, Leipzig in zweieinhalb Stunden und Wien m elf Stunden bei bequemer Fahrgelegenheit und manchmal auch bei stark reducirten Fahrpreisen zu erreichen. Kern Wunder, daß Diejenigen, welche: in der Lage sind, den Abend ihres Lebens in beschaulicher Weise zu verbringen, mit Vorliebe Dresden aufsuchen und daß die Zahl der Rentiers verhältnißmäßig hier weit größer ist, als in irgend einer anderen Stadt Deutschlands. Diese Leute finden Hier leicht Anschluß bei Gleichgesinnten und die zahlreichen Pensionen bieten ihnen verhältnißmäßig billige Aufenthaltsbedingungen. Daß diese große Schaar der Nichtsthuer in Verbindung mit dem gleichfalls recht zahlreichen Schwärm junger Pensionärinnen der Stadt ein besonderes Gepräge geben, ist selbstverständlich. Denn diese professionellen Zeittodtschlage? bevölkern beständig die Promenaden, die Hauptgeschäftsstraßen, die Cafes und die besseren Nestaurahonen und machen so den Eindruck, als seien sie weit zahlreicher vorhanden, als sie es in Wirklichkeit sind. Es ist wie auf der Bühne, wo eine kleine Anzahl Statisten, welche hinter den Coulissen verschwinden und dann an der anderen Seite wieder zum Vorübermarsch auftauchen, den Eindruck einer großen Menschenmasse hervorrufen, während es in Wirklichkeit immer dieselben Leute sind. Daß jene Rentiers mit ihrem Schlarafsenleben ansteckend auf den eigentlichen Dresdener Bürger wirken, der schon von Haus aus stark zur Gemütlichkeit neigt, liegt wohl auf der Hand. Für einen thätigen, schaffensfreudigen Fremden ist in diesem Pensionopolis deshalb nicht viel zu holen. Der gehe lieber nach Berlin, dem deutschen Chicago. Dresden ist in hervorragender Weise als Frauenzimmersiadt zu bezeichnen. Während im ganzen deutschen Reich nach der Statistik auf 1000 Männer stets 1039 Frauen kommen, ist das Verhältniß der Geschlechter zu einander in Dresden ein noch weit mehr nach der schöneren Seite hinneigendes. Ich habe keine Statistik darüber zur Hand, glaube aber bestimmt, daß in Dresden auf je 1000 Männer mehr als 1100 Frauen vorhanden sind. Das kommt theilweise davon her, weil die Fremdenbevölkerung, welche oft die Ziffer 12,000 übersteigt, zum größeren Theil aus Frauenzimmern besteht, dann aber auch, weil so viele junge Mädchen, nicht nur aus Dresdens Umgegend, sondern aus dem ganzen deutschen Reiche nach dieser Stadt auf Schulen und in Pensionen geschickt werden, und drittens bietet eine Stadt, welche vorwiegend Residenz-, Kunstund Fremdensiadt ist, den eingeborenen jungen Männern weniger Gelegenheit zum ersprießlichen Fortkommen und sie ziehen es deshalb vor, nach der industriereichen Umgegend auszuwandern. Nirgends fällt die große Ueberzahl der weiblichen Bevölkerung mehr auf, als in den Concerten und Theatern. In einem klassischen Concerte im Musenhause, das ich neulich mit großem Genuß besuchte, kam höchstens e i n Herr auf zehn Damen, und bei den AbonnementsVorstellungen im königlichen Theater der Neustadt ist diesVerhältniß fast die Regel, während die Oper von einem stärkeren Prozentsah der Männerwelt besucht zu werden pflegt. Im Anschluß daran sei übrigens bemerkt, daß wohl in keiner anderen Großstadt der Welt die Frauen sich eines so ausgiebigen Schutzes erfreuen, als hier. Eine Dame kann in Cpjflorenz" noch spät Abends allein ausgehen, ohne Gefahr, Zlästigt zu werden; es fällt hier nicht allein gar nicht auf, daß Frauen und auch ganz junge Mädchen, ohne jede Begleitung Tkzeater, Concerte und Vergnügungen besuchen, sondern man kann fast sagen, daß es Regel ist. Vom sog. socialen Uebel sieht man hier auf den Straßen und in den öffentlichen Lokalen so gut 'wie gar nichts. Sogar die in allen anderen Städten berüchtigten Wiener Cafes können von anständigen Damen bis in die früheren Abendstunden allein besucht werden, ohne daß sich dieselben irgend welchen Belästigungen auszusetzen brauchen. Junge Mädchen brauchen sich gar nicht zu geniren, früh um 3 oder 4 Uhr allein von einem Balle heimzukehren, allerdings unter Benutzung einer Droschke, und häufig genug sieht man in den besseren Bierlokalen, namentlich nach Schluß der Theater und Concerte, Gruppen von Damen beim schäumenden Naß um ein:n Tisch versammelt. Sie betrachten den Besuch solcher Plätze ohne jede Herrenbegleitung als ihr gutes Recht und sie nutzen dieses Recht mit Wohlbehagen aus, ohne daß es Anstoß erregt und ohne daß sie sich auch nur den frechen Blicken eroberungssüchtiger Herren auszusetzen brauchen. Die großen Bierlokale sind hier thatsächlich zu einer Art von Familienclub geworden. in welche sich irgendwelche 'anstößige Elemente nur selten wagen und dann stets unter strengster Wahrung der guten Sitte. Am meisten tritt diese Bezeichnung Familienclub für große öffentliche Lokale hervor in den vortrefflichen Concerten, welche im Gewerbehause oder im Gesellschaftssaale deL Zoologischen Gartens veranstaltet werden. Da finden sich Gesellschaften zusammen, welche'oft über zweitausend Köpse zählen, stets mehr Damen als Herren. Man sitzt zwanglos an Tischen. die Herren rauchen, und Jeder und Jede trinkt Bier. Hier trifft man sehr häufig die hübsche amerikanisch: Pensions-Miß, allerdings meistens in Rudeln und unt:: Ueberwachung eine?
älteren Dame, nicht gerade selten aber
auch in Gesellschaft eines männlichen Vennonssreundes. ch glaube, dan meine schönen Landsmänninnen von diesen Bierconcert-Besuchen nichts an ibre Anaebonaen in Amerika berichten. denn in den amerikanischenTemperenzkreisen wurde man diese Betheiligung ihrer Töchter anharmlosen anregenden und wegen der vortrefflichen Orchestermusik auch im hohen Grade bildenden deutschen Veranuaunaen als eine Frivolität sonder Gleichen erachten. Unter den zahlreichen Fremden spielen hier die Amerikaner ohne Frage die erste Rolle. Sie gelten als liberaler als die übrigen Fremden, kaufen das Beste und knausern und feilschen nicht so viel, als ihre britischen Vettern. In diesem Jahre sind die Amerikaner hier nicht so stark vertreten, als sie es früher zu sein pflegten, die Weltausstellung in Chicago und besonders die ungünstige geschäftliche Lage in den Ver. Staaten haben den Besuch sehr stark beeinträchtigt. Die Dresdener Geschäftsleute klagen ganz allgemein über die trostlosen Zeiten in Amerika, denn sie spüren deren Wirkungen hier in sehr hohem Maße. Immerhin wird sich die Zahl der in Dresden gegenwärtiq weilenden Amerikaner auf tausend Köpfe belaufen. In früheren Jahren soll die amerikanische Colonie hier annähernd doppelt so stark vertreten gewesen sein, ganz abgesehen von den vielen amerikanischen Touristen, welche sich während der Sommermonate hier vorübergehend aufzuhalten pflegen. Zu jenen tausend Amerikanern stellt das britische Reich ein fast gleichstarkes Contlngent. Es gibt hier drei Kirchen, in welchen nur in englischer Sprache Gottesdienst stattfindet, eine amerikanische, eine englische und eine schottische. In mehreren Privat-Kna-benschulen wird der Unterricht nur in englischer Svracke ertheilt. Diese Schulen sind berechnet für die Kinder von sich vorübergehend hier aufhaltenden amerikanischen und englischen Famitten. Ein Dresdener Stadtviertel heißt im Volksmunde das amerikanische. ein anderes das englische. Sie grenzen aneinander und in d:r HauptVerkehrsstraße, welche vom Centrum der Stadt nach diesen beiden Vierteln führt, in der Prager Straße, hört man häufig eben so viel englisch als deutsch reden. In den Straßenbaynwagen, welche nach jenen Vierteln zu verkehren, wird von mehr als der Hälfte der Passagiere englisch gesprochen. In allen größeren Geschäftshäusern und Ma aaxinen Dresdens kann man in englischer Sprache bedient werden. In i n . n . Ci . . - M.!Ai ver super tii man oyi ganz umuuyi von enalisck - sprechenden Damen. Wenn man eine Schönheit auf der Straße trifft, so ist es in den meinen Fällen eine Amerikanerin. ' Als Beweis wie zuvorkommend man hier gegen die Amerikaner und Englander ist, mag die yatiacye anaekübrt werden, dak an 'Sonntagen hier niemals eine Oper mit den ersten Kräften besetzt wird, daß Wagner'sche Opern an Sonntagen hier überhaupt nicht gegeben werden. Die Operndirektion berücksichtigt das orurlyeil der enalisch svrechenden Fremden gegen Sonntagsvorstellungen in der auffälligsten Weise, Uiner derartigen Rücksichtsnahme ist man wahrhaftig in keiner anderenStadt der Welt fähig. Denn diese Rucksichtsnahme ist a tu oentlick eine aar Nicht genug zu verurtbeilende Rückucktslosiakelt aeaenüber dem zwanzig mal größeren Theil der Bevölkerung, welche solche puruanische Vorurtheile glücklicherweise nicht kennt. Die vielen Deutschen, welche an keinem anderen Taae der Woche die Over besuchen können, bekommen keine Wagner'sche Oper, oder überhaupt keine Oper, m welcher nur die ersten Kräfte bescbäftiat werden, zu Gehör. weil die deutsche Opern-Direktion der deutschen Stadt Dresden die purttaniscben Smrullen der enalischen und amerikanischen Pensions - Backfische schonen zu müssen glaubt. Ei.-. Beispiel von Kriecherei, wie es hoffentlich in Deutschland einna dasteht. In kei nem anderen Lande der Welt wäre es überbauvt denkbar. 5lck babe oben Dresden das Pensionopolis genannt und mit Recht. Denn es gibt hier hundert Pensionen cder wobl nock mebr. Ganze Straßen sind von ihnen in Beschlag genommen. 56 babe dabei nickt dleienlaen Pen 10 nen im Auae. die wesentlich Schulen sind, sondern jenes f Mittelding von Hotel, Boardinghaus, Herberge und Familienheim, das hier unter dem Namen ??amilienvension florirt. Am nächsten kommt eine derartige Pension wobl dem fasblonaoeln amen kanisSen Boardina-Saus". Es beherbergt kinderlose jüngere Ehepaare, und. ältere Paare, deren Kinder längst verbeiratbet und selbstständia aeworden sind, eine größere "Zahl von alten Jungfern und Wittwen, serner allere Herren, die sich zurückgezogen haben und dem Trubel einer eignen Wirthschaft entgehen wollen, Beamte welche sicb wabrend des Wmlers m der wen denzstadt aukubalten haben, und dann auch manche jüngere Elemente beiderlei Geschlechts, Maler und Techniker und iirnai Damen, welcke musik- oder kunstbeflissen-sind. Also eine reckt ae mischte Gesellschaft, selbstverständlich aemisckt im benenn und besten Sinne des Wortes. Die Vorsteherinnen sind wirthschaftlich tüchtige, ältere Fräuleins, oder Wittwen, welche aus diese Weise ihren Unterhalt verdienen. Sie miethen eme oder zwei Etagen m einem der kasernenartigen Häuser der vornehmen Quartiere, statten je nach ihren Mitteln die Zimmer aus, vermiethen dieselben an obengenannte Parteien und übernehmen gleichzeitig die Verpflegung ihrer Gaste. 2)te mei- . stnr .Pensio.nZ-Vorsteherinnen wissen.
daß sie bei Betreibung dieses Geschäfts auf keinen höheren Gewinn rechnen können, als was sie zu ihrem eignen Unterhalt bei bescheidenen Ansprüchen gebrauchen. Die Preise sind nicht hoch. Sie schwanken' zwischen 4 1-2 und 7 Mark per Tag und per Person, also ungefähr 51.10 bis 1.75, in den allerfeinsten Pensionen mögen sich die Preise für die allerbesten Zimmer, einschließlich vollständiger Verpflegung, bis auf 9 Mark steigern. Die Gäste bilden unter sich eine Art Familie, verkehren des Abends gemeinschaftlich im sog. Salon, besuchen zusammen Theater und Vergnügungen, und ' tragen wohl auch dem Klatschbedürsniß hinreichend Rechnung. Den meisten dieser Pensionen kann man nachsagen, daß sie auf die Bezeichnung Familienheim durchaus Anspruch erheben können. Die Vorsteherinnen sind stets Damen von guter Erziehung, sehr viele sind Wittwen höherer Staatsbeamten oder Trägerinnen von Namen, welche im Sachsenlande einen guten Klang haben. Wenn junge Damen als Gäste in die Pension eintreten, so versteht es sich, daß die Vorsteherin das Amt der Chapcrone übernimmt. ' In einzelnen dieser Pensionen verkehren nur Engländer, in anderen nur Amerikaner, in einer dritten vorwiegend Russen, in wieder anderen Pensionen finden wir die bunteste Mischung der Nationali-
Die Concurrenz der. vielen Pensionen unter einander sorgt dafür, daß die Gäste nur in seltenen Fällen zu kurz kommen. Die Thatsache, daß sich unter den Pensionären so viele anpruchsvolle Auslander befinden, ommt den Gästen aus dem wegen seiner schmalen Küche ziemlich berüchtigen Sachsenlande zu Gute. Das schlimmste Zubehör einer solchen Pen sion ist die Klavierseuche. Häufig genug befinden sich drei Marterinstrumente dieser Art auf einer Etage. Von Dresden als Kunststadt brauche ich nicht viel zu sagen. Es ist ja Weltbekannt, daß die hiesige Gemäldegalene an Bedeutung nur dem Louvre m Paris und den Galerien von Florenz nachsteht. Die Gemäldesammlung, das sog. grüne Gewölbe (eine weltberühmte Sammlung von Kostbarkeiten aller Art und von unschätzbarem Werthe) die Antikensammlung, die Gipsabgüsse u. s. w. u. s. w. sind zum größten Theile den prunkliebenden Churfürsten des 17. und 18. Jahrhunderts zu verdanken, namentlich August dem Starken, und dessen Nachfolger, der die einzige sixtinische Madonna" und Corregglo's .heilige Nacht , sowre die Holbem sche Madonna erworben hat. Sogar der schrecklichste Tyrann, den das Sachsenland hervorgebracht hat, der MmisterBruhl, besitzt hervorragen den Antheil an diesen jetzt unschätzbaren Sammlungen. Das Land ist in schamloser Weise ausgebeutet worden, um die Herrschergelüste seiner Churfursten zu befnzdigen, doch laßt sich von diesen Herrschern sagen, daß sie wener bauten, als sie sich selbst bewußt gewesen sind. Was wäre Dresden ohne die von jenen hinterlassenen Kunstschätze? Ävm ersten Jupttersuzond. Am 8. Sevtember 1890 sad Vrof. Barnard mit dem 12-öll:r der LickSternwarte den ersten uvitersmond velm Äorubergang über die Scheibe seines Hauptplaneten deutlich doppelt und konnte diese Wahrnekmuna durch einen 1 einer Kollegen auch bestätigen !N lajjen. W.e Erklärung des Phano mens machte einige Schwierigkeiten denn daß der Satellit wirklich aus zn getrennten Körpern bestehe, konnte umzo weniger angenommen werden, als dasselbe Fernrohr den Mond, wenn er außerhalb der Scheibe Jupiters stand, als völlig kreisrund crkennen ließ. Vorübergänge des Planeien, die im vergangenen September und November mit dem 36-Zöller aus Mount Hamilton beobachtet wurden, haben jetzt den wahren Sachverhalt klar gelegt. Der betreffende-Satellit besitzt danach eine helle äquatoriale Zone, während die beiden Polargegenden verhältnißmäßig weniger Licht reflektiren, ist also in Bezug auf seine Oberfläche ganz ähnlich wie Juviter selbst gestaltet. Wenn nun beim VorÜbergänge vor dem Planeten der Mond sich auf einen der hellen Streifen projizirt, welche den Jupiter vlvx säumen, so verschwimmt die helle Zone des Mondes mit dem hellen Hintergründe, und die polaren Theile erscheinen auf demselben dunkel und getrennt, der Mond also Lerdoppelt. Wird hingegen der Satellit sich auf eine dunklere Partie der Jupiterscheibe projiziren, so verschwimmen die polaren Theile mit dem Untergrund, und der Mond erscheint hell, aber etwas ausgezogen parallel zu den Banden Jupiters; dem entsprechen thatsächlich die Erscheinungen, wie sie bei verschiedenen ÄorÜbergängen im letzten Jahr beobachtet wurden, und somit dürfte die gegebene Erklärung zutreffen. Prof. Barnard berichtet noch, daß die helle äquatoriale Zone des Mondes nicht immer genau parallel sei zu den Streifen aus dem Jupiter selbst, und daß. der südliZ: polare Theil bisweilen kleiner erscheint als der nördliche. Das würde beweisen, daß die Axe, um welche der Mond rotirt, auf seiner Bahn, die bekanntlich fast genau im Jupiteräquator liegt, nicht völlig senkrecht steht.und Barnard hofft durch wiederholte Messungen sogar die Neigung der Axe bestimmen zu ictmtn. D le Hauptsache. Herr : Sagen Sie, ist das Billardspieles in Indien sehr beliebt? Weltumsegler: Ja wohl, aber denken Sie sich, als wir einmal spielten, brach ein Tiger in den Saal und schleppte einen von den Spielern fort. Herr: Der ärmste, war er im Gewinnen?!
O :o fatale Geschichte.
-!- c v rn r rr I 2e3U,m taute m ; niw Stsellschast emim hochalwachsenen Herrn , ri II tt VfL I mit flottem Schnurrbart vorgestellt. ?It,7 mrtHM myijl rtrfttm itmT I Wir machten unZ gegenseitig unsere Verbeugung, und, wie das meistens bei Vorstellungen geht. Keiner von uns Beiden hatte eine Ahnung von dem Namen des Anderen. Als ich den Herrn fortwährend von Lichtbildern, Magnesium-Aufnahmen und NegativPlatten sprechen horte, hielt ich ihn fuVlnÄCtr0S"ap"rnfb- et!ujblfl!e mich, erst viel spater beiläufig nach seittem Namen Der stattliche Herr dort? Ach so, wie er heißt, wollen Sie wissen? Sie sind iöm doch vorgestellt worden! Es ist der Kammersänger Stauf r' ...v. .k'-t ,-. I big!. Sie werden von ihm gehört haäk lr lJaAllA9W4 fti a.I.a.ima I Preise dafür bekommen. Daraufhin sah ich den Herrn genauer an und macrne mir mnerircu einen Vorwurf, daß ich mcht gleich den Künstler in ihm erkannt hatte. Als ich ihm nach Tisch den Irrthum mittheilte, lachte er und erzählte mir Einiges von seinen Bildern und deren Herftellungsweise. von semem Kunst- . t.rr. r lerleben und von dessen Leiden und Freuden. Wir kamen uns im Gespräch näher; und ich richtete bei Gelegenheit die Frage an ihn, ob er mir nicht irgend eine kleine Geschichte aus seinem Leben a4 . f öuviwi ivuuc. Eine G'schicht'?" fragte er in seinem l gemüthlichen Oesterrelchisch. Na za!" Ich rückte meinen Stuhl zu ihm hinüber, und er bequnn: Es ist halt zetzt schon so einige Zeit her. Ich war ein Bub'von neun Iahren, frisch und froh, zufallen dum men streichen ausgelegt und, lelost wenn ich Strafe hatte, alleweil fidel wie em Hampelmann. Daß ich Musiker weiden wollt', wußt' ich schon damals so sicher wie wiss kleme Emmaleins. Das große nämlich wisr r- cr i c r r r 4a fi ' .JteJte 1 VvV 11" . j- t. " ,. , . . . , r f 1 tch bis zur heutigen Stund' mt behalten können. cji uuii un ociiiuucii uu uuu . . . Damals lebt' ich m Wien, m der Klosterschule. Nach Hause durft' ich 7711? in VTT T&trrtrt irnh Vinnn rrnr "- " "v" u""" wenn ich keinen Vermerk im Betragen T.Li ...C 0 ... lt. erN o i;uuc, uu vuu Jeugttilj. Aaa wut nun für mich eine verflixte Sach'; denn ein Mal das begreifen's doch ein Mal im Vierteljahr will halt Je der lustig sein. Am meisten würd' Musik bei uns getrieben. In der Abtheilung, zu der ich gehörte, sollt nämlich Jeder irgend ein Musikus werden, der Eine
ucu. ciuc iicuuuiiycuujiiiiuua m, Anderen aufaeftand-n und hatten UCKU ulw vcrvllZlerilv UII! un,rr vcLichtdrucke herzustellen. Er hat auf rn ihre Kunst auf der Geiae oder am ulüth. Und weshalb dies Alles? Weil den verschiedensten Ausstellungen s? zj wir uns mit jedem neuen Frühling,
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B'än$tT, der Andere Geigenspieler und jh. wurde roth bis in dieStirn den ein ernstes, thatenreiches Leben geso fort. Ich selbst studirt' am Klavier: fi;' ' ; währt. Anstatt also neidvoll den toll-
uno Alle, ole Mlcy yorien, elserien micy c ... rrv.t ix. r"L.- ?-" . e nrr. k , . . ? je. an. iav icy ipaxei ganger wzz den sollt'. davon hatte dazumal Keiner eine Ahnune. So iuna ich war. hielten sie mich für ein großes Klaviertalent; und ich war nicht wenig stolz daraus. m Besonders em alter Lehrer Hubcr ieß er, jetzt ist er lang' todt; aber ich h seh ihn heute noch vor mir, alt und zusammengeschrumpft, mit ganz dünnem, silbernem Haar, also besonders der lernte und lernte mit mir und brachte mich wirklich weiter als Viele, die dem Alter nach vor mir saßen. Vor Ostern das war so Sitte hielten die Dekane und Ordinarien große Prüfung ab, öffentlich, und für jedes Fach gab es Preife. Schon wo chenlang vorher hatte mein alter LehI V. V ter mit mir geuvl. .ccu war mit Feuereifer das kann ich wohl sagen .an die Arbeit gegangen und lernte mein ziemilcy ia,n?eres lucr ausivendig wie noch nie. Alles trügt, ist der Preis diesmal Dein und eme Belobigung dazu. Aber aber. ... Du bist zu wild, viel zu wild. Ich fürchte. Du verdirbst Dir's noch durch Dein Ungestüm. Nun spiel' mir das Stück noch einmal, ganz so Du's vorspielen mußt, ernst, getr in würdiger Haltung. rQ ?abn? eine wurdiae .vzaltuna an. sog daZ Gesicht, dem Stück gemäß, in . ry- -! , r ciniic tfaueu u.w vcauiiu. wviacii n. o.ri. ..v c fr f. . c : taasstlmmung" hieß das Werk, glaub' isl). isä ring lyoraiarilg an, eine lNlssr f -r , , irr lige Fuge folgte und es schwtz mit einem ernjren, ergrelsenoen utaqaz. ft r t m ir Nun hatte ich beim Ueben eine böse. böse Angewohnheit. War irgend ein Stück mir fehlerfrei gelungen, dann schnellte ich in meiner Herzensfreude beide. Hände in die Luft und schnalzte schnalzt hatte, erfaßt' es mich ich Weiß nicht. Wie es kam und nach dem letzten Baßakkord klang e5 durchs Zimmer, als ob drei Peitschen durch t ii.ri . r n Die usi gemui: waren. uricuroceii fuyr mem eyrer in die r r w r ir t Hohe. Aber Pepi! Diese Angewoqnheit! W:e oft hab: ich Dir das ver- ... . m - wiesen! Nun denke blos, wenn Du das im Saal auch thust! Ich lachte ihn übermüthig aus und erwartete mit heimlicher Zuversicht den Prüfungstag. Ich kannte meine aco,t; oas wunie ioj. Nun, Sie errathen gewiß, wie es kam!" unterbrach der Künstler . seine Erzählung, als er mich lächeln sah. Ich bat ihn, fortzufahren. Er lehnte sich zurück und hob wieder an: Die Prüfung! Der weite Saal füllte sich mit allen möglichen Leuten. Ganz vorn saßen die Dekane in ihren j weißen Staat-gewänoern, dar.i die
..a, Pepl. p: sagle oer ane .u- wohnlichen Leistung zuertheilt werde. Rußlands, Sacharjin, durch die hüp ber wir nannten ihn heimlich im- Zu unserem Leidwesen " notisirendc Macht seiner Geheimnißmcr mit leinem Vornamen: 's Lorenzl Himmel! Jetzt kam's! ' tfiuerct erzielte, brachte der in England Ja, ja. Pepi! Wenn Mich nicht ist eben dieser osevb Staudial J-rnU instar Wfi.tnfihii bur&
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mit den Fingern und der Zunge. daß zei und zwei, wie wir gekommen wa- Vamrit Behandlung -zu. Nachts ließ es nur so schallte. ren. und mußten vor dem Alt-Dekan der gute Doktor Abernethy noch weniAls ich vor dem Lehrer m vollem und den übrigen Herren eine Verben- ' mi sich den. Einmal steht Eer ! d letzten Akkorde griff, nach de- gung machen. , er gerade im Begriff, um 1 Uhr. Mornen ich bei den Uebungen immer ge- Als. ck vor dem Vorsteher stand. " ? X!L m?zi,
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wiviuuiiin uiu utivutnviii .uiu t utiw Dllihut7 In d Mitte, auf ' usw., e:.ir.i w e,,i VlilV btUVUUll Wl VbUUilk v wwwErstand, der älteste Dekan, als Leiter ' ... . ' ' der Prüfung Platz genommen. Jedesmal, wenn eine Fakultät vorgeführt worden, verließ der Vorsteher seinen Platz und schritt, gefolglt von den anVirm 1? a ?trT?r'f' in fAr jhunaummer 'wo die Urtheile aesam. melt und der Nreis bestimmt wurde Ich hinten Zn der Ecke und hatte vor lauter Umschauen und Stauntn fat vergessen-, weshalb ich eigentlich da war. Denn ich sah zum ersten Mal eine solche Feier. Als der Jüngste von Allen, die öffentlich geprüft wurden. hatte ich auch zuletzt zu spielen. Die Schuler, die vor uns saßen, wa""'"i v" nn ach und nach Einer nach dem . . ' ' Jetzt, Pepi, nimm Dich recht zusammen' Kur immer WuK nher I ohne Uebermuth, hörst Du?! Frisch und ohne Furcht! Das hätte mir Lorenzl gar nicht zu fnnrn firmt n ri;m tr ZH durchaus nicht hatte es ja auch icht nöthig, da ich meiner Sache sicher torNukz aek' cfi nTfn 3,.m' t?.t riiffi mir ßrfwmrf itrt s z l--7 ' 1 ) iv! I mir von oben erst gemächlich die vielen l'6rfe nn an mir furmtfcken. Der Alt-Dekan giebt das tyien: zch ,ehe ach Vorschrift das Ge- " ' I ilckt in ernste ftrtlt imS Wnn ndäcktia mein Stück ack dem ersten San seb? ick Wie das Lorenzl m r zunickt und die Livven bewert ls KnH ,s- Wm Pepi!" gesagt. Immer eifriger arbeite ich in meinen Tönen. Im qroßen Saal klingt der Baß noch einmal so gut; ich drücke meineFinger vollFreude auf die Tasten. 'so mächtig und Ehrfcht 'gebietend kommen ternuz nmen die Akkorde Kurz, ich spielte, wie ich nur konnte, und fühlte so recht, während ich vortriln hnVintn sJmst s?, r I r)f w vaw I . .. . . i niTS-ntrwrf hHr iT.f. m;; l Vulu umutuuuu,-piu' fung. Alles vergaß ich vor Ergriffenu j s; .w. vu. viv Ü14 flW w". die Schlußakkorde kommen und in mir ft2;3t das frohe KekiZhs n? hnh ; I .1 -, 7 1 nxciric 'sacye gur gemami. itaum oaoe 0m ätzten Ton angeschlagen da I y . H J 0 ' hebe ich auch schon meine Hände sperre meinen Mund weit wie ein Thor ans und schnalze, sckrnahe so reckt naS Herzenslust, daß mir Alles' gut geglückt ist. Bis in die hinterste Saalecke hat man's hören können, und ausslefrfvntt snIT ift hnn ' Ein heidenmäßiges Gelächter auf N?n Cfiien innt mir mnZ irh rtst I ' Als ch w eder ZU m r kam hatte der I ... 'r ' 3" ;ufc vt Alt-Dekan bereits kopfschüttelnd seinen Nlatk n Kr normen Mnhr ,w"rtiT2 fnhffHsn'tfMnS 4 w ratbunaszimmer m:, Malefkbub!' saate 's Lo- ' IU l .l f,TArM. cuk seiß auf der Stirn. Was wird das geben?! Der Dekan war sehr UtVlUUI 4-lt4fc UdilU ÄJ V. L. A. kLVl 11" ärgerlich! Schaust, nun hast Du 5tr Ysl7?s horWfi ptt" Ich mutzte nicht, ob ich weinen sollt' .... . . oder lachen. Alle Menschen sahen nach mir hin. Am liebsten 'hätt' ich mich . . . . . . 1 ' ' ' ' irftiiVTrt UrfrrHh(.rr T2 Xr lVIU4VV Vk.VUVlt, V.i lUUl zur PreiZvertyeliung wieder er chic nen. Der Alt-Dekan stellte sich vor seinen Sessel. Alles wurde still. Der Nath hat erwogen und schlössen, daß der diesjährige Musik vreis dem ?losevb Staudial " -Fast hätte ich vor Freuden aufge jauchzt! in Anbetracht seiner aufrae Zeit noch nicht würdig genug, die händigen. Dies ist unser Wunsch und l jjiuit Er tbat eine Sandbeweauna und l . . . ,z , qao Damit cö5 Zeichen zum tocüiun der Jtl6li Alle Zuhörer ftracBcn I ' ' . ' ei't durcheinander: es entstand ein mächtiges Stimmenaesumm. Ich hätte - . - vor Scham. Aeraer und Freude in die Erde sinken mögen! Mir war, als ob der ganze (-aal stch über mich lustig machte. Das Lorenzl sprach kein Wort mit - - - . "t' . m - - a m . & a a 9 P f - . Mir. Oiir wurven lllnausaeiuori. . ... n 3tnt Vnt Vntr rtfnmtnn Vn verneigte ich mich trotzig und Wollte schnell davon. Aber der Alt-Dekan trat von .der Erhöola verunter und streckte mir die Hand hin, ohne ein . . - gt zu sagen. konnte ich doch w v ickt anders, als einschlaaen. Die an den Dekane machten es gerade so.und mane hatten iraend ein freundliches I 1 - 9 Wrt bereit, so daß ich meinen Tron schnell verlor und mich über mein koMisches Mißgeschick tröstete. Am allermeisten aber freute und ärgerte sich doch mein alter Lehrer über jz-.ich, das gute Lorenzl, das sich so viel Mühe mit mir gegeben hatte. Er saate kein Wort: aber .ich wußte es doch. Es war eben eine fatale Ge schichte!" Gute Entschuldigung. Geschäftsmann: Schämen Sie sich. von diesen schmutzigen Geschäften zu leben! Wucherer: Erlauben Sie. das ist nicht richtig. ich lebe nur
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Aufzeichnung eigenhändig zu empsan- hren war so wirksam, daß auch Diegen, wie es Brauch ist. Darum haben jzizen. an deren cr cs noch nicht erwir beschlossen und bestimmt, die gol- rcbi. die nur davon gehört hatten, sich
cen: Denkmünze im Archiv aufzube- ; uwr fcwr'&nun'üi dks Svreckens
w I I r 1 1 'wie wahren und sie dem Besitzer erst bei ntt.n tntiAtlim. Eines Taaes
agen, seinem Abgang von der Schule auszu- cm Dame zu ihm. um ihn we-
I ... ' Uitl Vtt wu. (ivui uui iiuiiuiiuw
Unter uns Frauen.
Irdcr wlinsckt lanqr zu ictcn; Niemand will alt ivrrdrn. Swift Altwerden. . Wenn der Frühling sich meldet und in kühnen, jugendlichen Sätzen über die noch winterlich ruhende Erde dahwbraust und Alles wachküßt zu ueuem, grünendem Keimen und Vlü- ! .schleicht 2 altere Leu e zue,st em gar wunder ich wehmüthiges GeM n schmerzliches Empstnden, welches sich Korper und Seele gleichmdfcm mittheilt. Schleppend und schwerfälliger denn je leisten die Gliedmaßen nur widerstrebend ihre Dienste, und wie ein undurchdringlich dichter Nebelschleier lagert es sich mederdru l?mer weniger verhehlen können, daß! wu ICiDIt fllt iDCrdfN, WM wl? 15. Ällcherhrnehmm. wie die unveriuj.t jiiuui slll. uumti ivicuu uu; eigener Kraft mit neuen, jugendlichen. frischen Farben schmucken kann, wahd unsere Kräfte abnehmen, und wir! llbst ergrauen, verwelken und erblas-. sen. -.. r . r i. r.jr.. 3" solchen. Zeiten, in solchen neid . v rvrf- rf vollen Augenvttaen mag es oann manchmal passiren, daß wir armen, schwachen Menschenkinder von krankbaster Sucht ergriffen werden, es der aivil leichthun. wie sie in neuerblüh'1 Ctf p a. X m. lcl" muuiiuusuiujtac l"Uttur" zu len. Und wenn der lange Winter gar. tiefe Furchen gegraben hat. da fuh ll imi un cquiui, iii iuiijiüüuki r i i .ri. .... Hand nachzuhelfen, frische Farbentone recht sgiebig aufzutragen und auch das schneeige Haupt zu verbergen. Wie flDe : "nn ein vorweg greller onnemnayi vayename, der Sen ganzen xmn betrug bloslegen, und die .,pilir vttmll)eu iuuiuc monzien oern uoermlliyigcn tfiuglingsllcht nicht die Genugthuung gonnen, daß es im Stande wäre, uns hmter nachgeahmtem Wangenroth noch. ... v c . Iam11am A m jJLk 1 f.- n iwt I tllUll CIl AU JilUUJCU; IWU llt, " . . v grau geworden, dann möge doch die Lenzsonne ihrerseits versuchen, ob I . . 1 . ' " . y r: . - bie Kraft und Ausdauer besitzt, un. den theuer erkauften schneeigen SchimI tnr TitnVnffrtiitrAmpT jptt ntrh I v'rr o"" ,v vergeblich bemühen, mit all' ihrem I f jc . u v. tj f&U. . w I w. 4Ms. tllllienvcn tunz unu iijicin iuzaui chen Feuer das zu überstrahlen, was uns auszeichnet. ' . , Wohl mag der lachende Fruhlmg m i"m pcnuciw.iu i ner toeaien cyonyen uns als oit fliuaura ie Jen ct nncu, uu c. . 1" jr ri ri "i r .x.. v lcht nicht an den unentreißbarenI wCüuk. vie wauiz licuiuuuu Hzluu, I . ., S. V. 'Ulinen ruuimg zu orwunvtt, I t. n..n -..jC V!-. O-Ti V3 roc9l 0lC uuciuuu Lebens noch vor sich hat, konnten wir vielmehr mit gutem Grund stolz die Attribute dessen zeigen, was nur viele Frühlinge zeitigen konnten, em ern r-t . t 1T .1. a 4 ' ues. araues auoi. uno irenn wiz U - W auch äußerlich mit kühler Ruhe die Zeichen des Alters zur Schau tragen, ohne dadurch an Reiz zu verlieren, so ist es uns doch gestattet, m unsere Her- , . , , f. - i I . L..... Vam. tr wil-ltAHA(fttil t rt - vn iuuj üv'-aa Zweyen zu iam. xm wnm jung zu icm I : 1 iV ..uW. V v r 4 rm 1 owugenu unu wi )u I llNCl. lOHUCR WU i-u I '-f V emen, jung zu oiciucn, iccuu uuu uiz uaend äußerlich lange dahingewelkt. und ob wir auch alt geworden, doa nicht alt zu scm. Ein Doctor Eisenbart. Kurze und bestimmte ,2luskunft ist das, was alle Aerzte bei ihren Pat:entent erstreben. Was der erue vni Grobheit zu Wege. Und dieses Ver.;.r frnmi Nwnde vj coni'ulti . ... er ren, die ihr ein Hund am Arm beigebracht hatte. Ohne ein Wort zu sagen, entblößt sie den verwundeten Arm und zeigt ihn dem Arzte, ottor Aberneihy betrachtet ihn einen Augenblick, dann fragt er: uc!jchung5 Biß." Katze?" Hund. Heute ?" Gestern. Schmerzhaft?" Nein? Nein." So wortarm war selbst unitr seinen Patientinnen noch keine . m rtvnn 1,N pt rnanhf? ht d e tnra I V. " I !? I n m . . . cnjcio n.l aens ur war nocy , r einem Kranken gerufen worden) sich ins Bett zu legen, da klingelts wieder. Was ist los?" schreit er wüthend. Ach. Herr Doktor -ach, Herr Doktor rasch, rasch mein Sohn hat eine Maus verschluckt!" Zum Donnerwetter, so soll er 'ne Katze fressen!" Rufts. wirft das Fenster zu und legt sich zu Bett. Begründung. Herr (dic Gasthofrechnung betrachtend): Wie, ein: Mark für die Benützung des Telephons? Ich hab' ja gar nicht tel:phonirt!" ' Kellner: Macht nichts! Das Telephon stand zu Ihrer Verfügung warum haben Sie's nicht benützt?!" Besorgt! Geselle: Meister, wir wollen ufhoren, es hat schon drei chlaae an ver scchitcn stunde geschlagen, die Leute könnten uns sonst für Nachtwandle: halten!"
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