Indiana Tribüne, Volume 16, Number 207, Indianapolis, Marion County, 16 April 1893 — Page 6

Aus vergangenen Tagen.

öiae olle von Car!SS. Klopser. I. Hier muß der Schatten mehr ver tieft werden! Die linke Faust des Nö mers stemmt sich ja kräftig in die Üenbe, das deutet schon die dichte Sältelung der Tunika an. Man soll auZ der ganzen Haltung des Mannes erkennen, wie zielbewußt er den Rcdcstoff beherrscht, den er eben zu entwickeln beginnt." Tie hohe breite Gestalt des Malers beugte sich bei diesen Worten über das Haupt des jungen Mädchens, das vor dem Reißbrett saß. Sein muskulöser Arm griff über ihre zarte Schulter und besserte mit einigen Strichen an der Kohlenzeichnung auf der Staffelet. Die Leiden boten so ein höchst anziehendes Bild: der hünenhafte Mann mit d:m wallenden blondon Vollbart, dem ernsten Blick und der vornehmen Ruhe in jeder Bewegung konnte für das Urbild eines modernen Germanen gelten. Tie Schülerin vor ihm. eine zierliche (5rschein:'nz mit einem lindlichen und doch klugen, feingeschnittenen Gesichtchen, hätte eine Allegorie der andachtsvollen Begeisterung darstellen können, wie sie so dasaß, das dunkle Auge auf die sich raschbewegende Hand des Meisters geheftet, den schlanken Oberkörper und das lieblich gerundete Köpfchen mit den blauschwarzcn Haaren etwas vorgeneigt, mit naive? Lernbcgier jedem seiner mit tiefer Baßstimme gesprochenen Worte lauschend.als lüge in seiner kurzen,beinahe schroff klingenden Rede ein ganzes Evangelium. Derselbe Sonnenstrahl, der. durch das große, offene Ateliersenster hereindringend, den hellen Teint des Mädchens mit einem goldenen Schimmer anhauchte, traf auch das niedergebeugte Lcwenhaupt des Künstlers, so daß es schwer war, die vereinzelten Silberfaden in dem zerzausten Lockenbüschel über feirsrr breiten, finster gerunzelten ctirn zu unterscheiden. So schien diese markige Gestalt, erst am Beginn der vollen Mannesblüthe zu stehen. Dann lasten Sie auch oie Bewegung der rechten Hand mehr hervortreien!" fuhr er in seinem kurzgemeffenen, halb ermunternden, halb tadelnden Lehrtone fort, den scharfen, prüfenden Blick feiner grauen Augen unverwandt auf der Staffelei ruhen lastend. Antonius zeigt vorläufig noch stumm auf die Leiche,' aJs wolle er dem Volke nach seiner ersten flammenden Apostropbe Zeit lasten, den ganzen Eindruck in sich aufzunehmen. Daher kann die Gederde seiner Rechten nicht ausdrucksvoll genug sein. Sie begreifen doch Gabriele?" Gewiß, gewiß. Herr' Profesiar!" beeilte sich die Kunstnovizezu versichern, wobei ihr vor Eifer ein leichtes Roth über Wangen und Schläfen huschte. 3ch habe mir selbst schon gesagt, daß der rechte Arm weniger ausdruckskrüftig als theatralisch erscheint. Aber je mehr ich daran herumbeffere, desto schlimmer wird es. Ich fürchte, ich habe gestern beim Entwurf schon falsch angelegt.- ' - iin Seufzer schloß diese Rede. Der Maler bog den ttopf in den Nacken zu-' ruck und beschattete die Augen mit der Hand, das Gesicht zur Seite neigend. rn, hm! Na ja da sitzt ja schon Schultergelenk oer Fehler:" sagteer dann mit mißbilligender Strenge. Es ist ein Berftoß gegen ein Geseß der Änatomie glücklicherweise nur ein kleiner. Da, ziehen Sie den Strich in einem etwas flacheren Bogen aber wo haben Sie denn wieder Ihre Au gen? Sie reiben zu viel Zinnober in die dusche und diese verdammte Kreide " Ein Pochen an der Thür unterbrach den Meister, der eben im Begriff war, sich immer mehr in seinen Tadel über die Requisiten seiner Schülerin hinein zupoltern. Unwillig wandte er den opf zur Seite und fchrie nach längerem Zögern ein nichts weniger als ein ladendes Herein!" Ein junger hübscher Mann in elegantem sommerlichen Reiseanzug trat lachend ein, rerstummte abersosort und nahm eine ehrerbietige Stellung an,als er das erstaunt aufsehende Mäöchen gewahrte. Ach Pardon! Ich hätte Dich nicht gestört, aber nach Deinem Ton glaubte ich. Tu zanktest Dich mit Deinein xvarbenreiber, lieber Roland. Ich bin erst heute früh angekommen und mein erster Gang ist zu Dir. Darf ich bitten, mich dem gnädigen Fräulein vorzustellen?" Herr Bruno Stellerich. ein Freund und College, der die legten acht Monate in Egypten war!" sagte Professor Roland, sich mit einer nicht allzu freundlichen Geberde an die Schülerin wendend. Fräulein Gabriele von Wilberg." Ich würde es nicht gewagt haben, mich zu dieser Stunde einzuorängen.sagte der jüngere Maler mit verbind licher Haltung, mehr zu dem Mädchen sich wendend, das er mit einem langen Blick feiner rehbraunen, übermüthig lachenden Augen bewunderte, während er mit dem zierlichen Spazierstöckchen s,ielei.d feinen grauen Anzug klopfte. Vlber wie tonnte ich denn wissen, daß im alter Freund seine stadtbekannte Abneigung gegen Alles, was Unterricht geben "tclist. so weit besiegen werde, um eine Schülerin " Schwadronire nicht so viel, altes Haus'.- unterbrach thu der Hausherr mit ärgerlichem Lachen. Du hast doch nichts dagegen, wenn wir weiter arbeiitxi Ton drüben steht mein Tschibuk, und Tabak findest Tu " 1 Was denkst Tu!" protestirte der Andere entrüstet. Ich werde doch nicht in Gesellschaft einer jungen Dame aber ich bitte, sich durch mich nur um H'.mmelswillen nicht aushalten zu lasten! Mein gnädiges Fräulein, ich darf mir wohl erlauben, den Gegenstand, der Sie beschäftigt, ein r.enia oenauer anzusehen? Ab. ab! Wun

vervoll! mein Fräulein, i& mache ZI? uen mein Kompliment! Das ist göttIW Sie sind zu freundlich!" entgegnete Gabriele mit schelmischem Lachen: das ganze Wesen des flstten Menschen amüstrte sie. beider ist mein Meister, der Herr Professor Roland, weit wem ger mit meiner Arbeit zusrieeen." Was?" rief Stellerich empört, sich mit der ihm eigenen quecksilbernen BeMöglichkeit nach dem Gestrengen um sehend. Dann ist er ein Barbar, der nichts von Kunst versteht. MinFräulein, ich versichere Sie ah. ah! Das ist ja unerhört! Einen solch' genialen Entwurf! Das ist Leben und Bewe gung! Wahrhaftig, nur so kann der edle'Marc Anton ausgesehen haben. als er sein Bolk anrief:' Freunde! Mitbürger! Römer!" Siesehen mich sprachlos vor rückhaltloser Bewunde rung. mein Fräulein!" Gabriele lachte über den sprachlosen Eiferer. Sie glauben mir nicht, meine Gnä dige? Run. ich sage Ihnen" Nichts sollst Tu. mehr sagen!" rief Roland, ihn derb an beiden Schultern fastend. Zum Jhittuck! Dein Ge schwäk wird mich noch 'ernstlich böse

machen. Siehst Tu denn nicht, daß ,' wir beschästigt sind? Dort )t$ Ttch auf den Tivan und halte Deine Rosenlippen verschlossen oder ich muß Tich wirklich hinausspedircn!" .Roch immer der alte göttliche Grobian!" gab Stellerich lachend zurück,, indem er. der gebieterischen Handbewegung des Freundes gehorchend, von der ' Staffel Gadrielens wegging. Gut. ich will das Fräu!cin.nicht weiter belästigen. Aber Tu erlaubst wohl, daß ich Tcinc Arbeiten ein wenig bestchtige?" Roland brummte eine unwirsche Be jahung und gab dann seiner Schülerin mit leiser Stimme noch einige Anwei sungen in Betreff ihrer Zeichnung, ehe er wieder zu seinen beiden eigenen Staffeleien zurückkehrte, vor welchen sich der junge Kollege mit prüfender Haltung breit machte. Ah! da ist ja noch immer diese klassische Schwarte!" sagte Stellerich, auf das große, fast vollendete Bild auf der ersten 'taffelei zeigend: Dantz am Eingang der Unterwelt, von Birgil geführt. Und doch nicht ganz fertig! Da haben Tich inzwischen wob! mehrere andere Arbeiten in Anspruch genommen,, wie?" Ja. Ich habe zwei Bilder in die Ausstellung geliefert. Das dort will ich im Herbst im Kunstverein solo erponiren. Tu siehst, ich bin damit wieder zum moderneu Genre zurückgekehrt." Stellerich trat an die andere Staffe lei, auf der ein kleineres, kaum halbvollendetes Gemälde stand, an welchem Professor Erwin Roland zur Zeit emsig arbeitete. Ter junge Mann betrachtete es mit großem Jntereste: In einem ärmlich ausgestatteten Zimmer kniet eine einsame Matrone vor einer Kommode, deren unterstes Schiebfach halb herausgezogen ist und in einer offenen Schachtel einen Brautschleier und einen verdorrten Mvrthenkränz zeigt, welche Gegenstände die Alte mit wehmüthigem Gezicht, in Erinne rung verloren, betrachtet. Em höchst stimmungsvolles Sujet! Wie nennst Du das Ding?" Aus vergangenen Tagen," entgegnete Roland ernst und lcise. Aus verqanqenen Tagen? Nicht übel. Tas wird Furore machen, gerade durch seine sinnige Einfachheit.' Ach. ich wollte, ich könnte Tir's gleich thun! Ich habe ein dickes Skizzenbuch voller egyptischer Flötenspiclerinnen. Tänzerinnen. Eseltreiber, Karrenschic ber, Betteloerwische und dergleichen Gestndel mitgebracht aber was kann ich mit diesem ganzen Material anfangen gegenüber der einfachen Größe dieses Bildes! Aber weißt Du, eigentlich würde es mich gelüsten, dem Ding da ein Pendant zu geben: Auf Morgen!". betitelt. Ein blühendes, liebreizendes' Mädchen Kostüm a la erapire ' das, einen Tag vor der Hochzeit,! Kranz und Schleier vor sich liegen hat und halb andächtig, halb begehrlich mit dem Geschmeide spielt, welches derzärtliche Bräutigam eben geschickt zu haben scheint. Was sagst Tu zu der Idee?" Führe das nach Teincm Geschmack au, ich habe nichts dagegen!" Wahrhaftig, das wäre ein Sujet,, welches mich auf eine Weile wieder au meiner Faulheit aufrülln könnte. Bor allem wüßte ich ja ein Modell für das holde Bräutchen, das meine Be geisterung nicht erhalten lasten würde."' Stellerich schielte dabei in nicht mißzu verstehender Weise zu Gabriele hinüber,welche sich den Anschein gab, als wäre, sie derart in ihre Arbeit verlieft, daß. sie das halblaute Gespräch der Männer garnicht gehört habe; bei den legten Worten des leichtfertigen Malers konnte sie es aber doch nicht hindern, daß ihr eine verratlzer)lche Vtulweue in Das zarte Porzellangesichtchen stiege Bruno bemerkte nicht so bald diese Bewegung,als er schon mit einer schnellen Wen' dung seiner schlanken, elastischen Figur an der Sc:te des Mädchens war. In der That, mein Fräulein, Sie würden mich zum Glücklichsten alle? sterblichen machen, wenn Sie mir ge ftatten wollten. Ihre Züge, Ihre Herr lichen, seclenvellen Augen verzeihen Sie, ich rede nur als Künstler, welcher " Er brach abals Gabriele mit einem unmuthigen schmollen aufstand und einen Schritt zurücktrat. Vergeben Sie mir!" sagte er nach einigen Sekunden so ehrerbietig und so. unwiderstehlich einschmeichelnd und zu gleich trcuberzig, daß sie unwillkürlich lächeln mußte. Nehmen Sie. mir meine stürmische Begeisterung nicht übel, sebr rerehrtes Fräulein.aderwcnn. Sie wüßten " Bruno!" kam eZ hart und drohend aus dem Munde Rolands, und ein scharfer, aebieteriscber Blick scheuchte den

galanten Ettkholzrapler tn eine ange mcsscne Entsernuna von dem jungen Mädchen, das in holder Befangenheit offenbar nicht wußte, ob es lachen oder sich ärgern sollte. Run, nun thu doch nur nicht sa bärbeißig, alter Griesgram! Tu t?ran nistrst ja Tcine Schülerin förmlich. Es wird in diesen heiligen, kunstgcweihten Hatten doch noch ein heiteres, freimüthiges Wort gestattet sein? Deine pädagogische Autorität in allen Ehren, aber es ist unverantwortlich, eine junge Dame Na, nur ruhig Blut! ich schweige ja schon, wenn Tu's durchaus nicht anders willst." ; Stellerich schlich sich auf den Fußspitzen nach der ihm angewiesenen tür kischcn Citomane. kehrte den beiden

.Anderen den Rücken zu und schien sich : L S i I w l " . . !ganz in die Betrachtung oer nassenitrophüen und sonstigen Zierstücke zu 'vertiefen, welche das luxuriöse Atelier des berühmten Künstlers Erwin Roland schmückten. Gabriele faste sich wieder an ihre Staffelei nnd auch der Hauscherr griff kopfschüttelnd wieder nach Malstock und 'Palette. Eine Weil: herrschte vollkommene Ruhe in der Prächtigen. Künstlerwerkstatt 0 famos!" rief da plötzlich die jugendfrische Stimme des quecksilbernen Zastes voll Entzücken. Gabriele wandte sich erschreckt um. brach aber im nächsten Moment in ein , muthwilligcS silberhelles Lachen aus, sie gewahrte, daß Bruno hinter ihrem iiM ftrtnh nnm hi jCSrtltimn ifir ! - y v j v v Marcus AntoniuS annehmend, welcher so sehr seiüe Bewunderung erregte. i Roland legte seine Palette auf den Farbentisch, stellte den Malstock dane den und wandte sich mitmühsam erzwungener Ruhe an die Schülerin. . Gabriele,' Sie sehen, daß wir unsere Stunde heute nicht zu Ende bringen. .Nehmen Sie Ihre Arbeit mit nach Hause und trachten Sie bis morgen mit dem Eroquis fertig zu werden. Ich erwarte Sie wie gewöhnlich um zehn Uhr." . Die Angeredete hob das Reißbreti von der Staffelei, legte einen Bogen .Seidenpapicr über das Blatt und machte sich daran, eine Mappe darum zu binden. Bruno half ihr dabei mit mehr 5ifer als Geschick, denn er verknüpfte die Bänder und that alle Mögliche,um sie aufzuhalten. Schade," sagte er dabei, daß ich nicht länger das Bergnügen haben kann, den Fortschritt Ihrer vorzüglichen Arbeit zu verfolgen. Ader ich hoffe, 'mein Fräulein, Sie vergönnen mir, 'das vollendete Kunstwert zu bewun fcern; ich interessire mich ganz besonders -für diese Manier, ich arbeite selbst mit Vorliebe in Kreide und Tusche. Wür'den Sie mir vielleicht gestatten, Ihnen mit einigen Rathschlägen in dieser Richtung zu dienen?" Sie würden mich dadurch zu Tank verpflichten, mein Herr!" entgegnete Gabriele, ihren Hut aufsehend und die Handschuhe hervorziehend. Dabei blickte sie verstohlen nach Roland, ob lhr von seiner Seite kein Veto entgegengesetzt werde. Ich bin ja noch so sehr Anfängerin." Oh! Ader bereits auf dem Wege, den nur das Genie zu betreten vermag." Zu gütig!" lachte sie. verneigte sich zum Adschiedsgruß und wollte die Mappe mit dem Reißbrett ergreifen, 'aber Bruno hatte es schon im Arm, in der anderen Hand den Hut schwingend, und verbeugte sich, um ihr den Vortritt zu lauen. Auf Wiedersehen, altes Haus!" Roland faßte den Eiligen derb am Arm und stellte sich zwischen ihn und das Mädchen. Wo willst Du denn jetzt 'auf einmal hin, .Tu Strudelkopf?" Nun," entgegnete Bruno mit dem seldstverstäudlichsten Ton dcr Welt, ich werde die Ehre haben, Fräulein v. Wilbcrg zu begleiten." Tas wirst Du nicht, sag ich Dir!" flüsterte Roland mit finsterer Ruhe, dem Widevstrebenden mit starkem Ruck die Mappe entreißend und sie an Gabriele gebend. Tu bleibst noch eine Weile da!" Tas ist stark! Wer kann.mir denn verbieten, jett dieses Zimmer zu ver lasten!" Tann ersuche ich Sie Gabriele, noch ein wenig zu verweilen, bis ich diesen liederlichen Schwätzer die Treppe hin abgeworfen habe'." Bruno warf sich laut lachend auf die Ottomane. Nun, so gehen Sie denn mit Gott, gnädigstes Fräulein! Nach der Aus ficht, die mir mein Freund so liebens würdig eröffnet, muß ich Sie wohl ohne mich ziehen lasten. Aber ich rechne bestimmt darauf, daß " Er konnte nicht weiter sprechen, denr. Roland warf ihm in diesem Moment ein großes Stück Pupursammet. daö zum' Trapiren einer Gliederpuppe diente, über den Kopf. Tann winkte er, ehe sich der Andere noch aus den er stickenden Falten des Stoffes befreien konnte. Gabriele zu, sich zu entfernen. Als Stellerich endlich seine Kapuze abgeworfen hatte, hörte er noch ihr muntere Lachen draußen auf der Treppe. Er stampfte ärgerlich auf den Teppich. - Tas ist wirklich lächerlich von Tir, Ermin! Du blamirst mich ja vor diefe: reizenden Ich will Tir etwas sagen'.- schnitt ihm Roland mit scharfer Stimme das Wort vom Munde ab. während er sich .mit seiner ganzen massiven Gestalt vor !;ihm auspflanzte. Wenn Tu es je'malS wagst, wieder eine solche Scene aufzuführen, so kündige ich ir aller Ernstes die Freundschaft." Aber ich bitte Tich " Kein Wort! Ich dulde eS nicht, toaß Tu mit Deinen leichtfertigen Flak tufen und Fanfaronaden den Unterricht störst. Bringe Deinen Muthwillen an. yoo Du willst, nicht aber bei meiner 'Schülerin. Gabriele ist viel zu gut kür Deine Streiche. Sie Lebt unte,

t.,e uem väterlichen Schutz, das merke Tir. Tu leichtsinniger Fant!" Mein Gott!" erwiderte Bruno in aller. Unsckiild. Tu thust ja gerade, als ob ich ein Zerbrechen vorgehabt hätlk. ?" ; Ach. was nennst Tu erst Verbrechen! Lasten wir das! Ich wiederhole Tir uur. daß ichjTir verbiete, dieses naive, unverdorbezre Geschöpf mit Tei nen Zudringlichsten zu verfolgen. Soll denn sein Habwegs hübsches Lärvchen vor Tir sicher sein?" Erwin, ich schööre Tir !" Schon gut. Sch verlange, daß Tu 'hre Hilftosigtcit rkspektirst.Sie ist eine Waise l Eigentlich neir, aber doch nicht we niger verlassen alj eine solche," cntgeg nete Roland, wieder zu ruhigem, ernstem. wilterbabenmt Ton zurückkehrend. Ter Universitätsrofeffor Strüber. ihr Pflegevater, der isich um nichts kümmert. als um seirsc muffigen Schmöcker und .Manuskripte und den Teufel davon versteht, wie ein iunges Mädchen erzogen werden solls Ich halte es daher für meine Pflicht, als ihr Lehrer mit väterliche? Sorg! über sie zu wachen und sie insbcsondcrS vor solchen nichtsnukigen Wichteii zu schützen, wie Du einer'dist." Ich danke säön für das Kompli. ment. Aber Tu, sage, wie bist Du denn eigentlich darauf, gekommen, sie als Dci?:e Schülerin zu nehmen? Du häncst doch sonst, alles Schulmeistern und Drejsiren wie die Pest." Nun ichZkenne ihre Familie ein wenig." sagte der Aeltere kurz. Und

es wäre wirtlich ein Frevel, Gadrielens eminentes Taleiu ungefördert'zu las sen." Bei meiner j armen Seele, das reizende Kind ist ü der That eine ebenso originelle Künstlerin als eine pikante eigenartige Schönheit. In ihrem Wesen lag ein gcvisics Etwas, das mich von der ersten Sekunde mit unwidersiehlicher Krast bezauberte." Du lieber H!mmel!" lächelte Roland' geringschätzig. Bei wie viel Dutzend ging es Tir ebenso?" So noch nie, noch nie! Und die Art und WciZt, wie Tu für sie eintrittst, muß mir diese zarte, holde Libelle erst recht i.itereffant machen, denn Tu bist ja bekannt als ein eingefleischter Verächter des anderen Geschlechtes. Aber höre. Tu behandelst das arme Ting doch zu schroff. Wenn Du ihr ungewöhnliches künstlerisches Talent anerkennst, warum ermunterst Tu sie nicht durch größeres Wohlwollen? Wer Tich mit ihr svrechen gehört hätte, der mußte glauben. Du wärest mit ihr sehr unzufrieden." Mein Lieber, das verstehst Du nicht. Vorzeitiges Lob hat manches Talent schon zur 'Selbstüberschätzung getrieben, die wie Mchltbau auf die fr'ifchen Blüthen eineö jugendlichen Könnens wirkt. Ader jetzt, denke ich, hätten wir uns schon lang genug mit diesem Mädchen beschattigt. Nun erzähl mrr etwas von Deiner Reise. Jetzt habe ich Muße für Tich, denn, daß Tu's nur weißt, morgen und in aller Zukunft darfst Tu Dir tcine Hoffnung machen, hier wieder Gadrielens stunde zu stören. Ich werde meinem Diener die nöthige Weisung geben. Na schon gut. ich werde mirs merken!" lachte Bruno in sich hinein, jef.t erst den Tschibuk des Freundes accepztirend, mit welchem er sich behaglich auf den Tivan hinstreckte. Sie plauderten über die mannig fachen Erlebnisse Stellerich; auf dessen jüngster Studienreise oder Bummel fahrt", wie er solche Exkursionen selbst sehr treffend bezeichnete, denn der reiche und unabhängige junge Mann ver nachlässigte über seinen lebenslustigen Neigungen leider nur allzusehr das hübsche Talent, mit welchem ihn Mutler Natur neben allen körperlichen und geistigen Borzügen ausgestattet hatte. ' Tie vielfachen kecken Adenteuer, die Bruno zu verzeichnen hatte, und mehr noch seine höchst amüsante, flotte Art, mit welcher er alles vorzutragen wußte, festelten selbst den so ungeselligen Kollegen. . Von Gabriele von Wilöerg war mit keiner Silbe mehr d:e Rede. Am darauffolgenden Vormittage fand Gabriele den Meister schon in voller Arbeit an seinnn Genrebild, als sie mit ihrer Mappe das Atelier betrat. Stiller noch als gewöhnlich brachte sie ihren Grus an und richtete ttch vor ihrer Staffelei zur FortfeZung .ihrer Arbeit ein. Roland hatte, ohne sich von seinem Bilde abzuwenden, ihren GruL mit einem stummen Koptnicken erwidert, wie es seine Art war. Er arbeitete auch noch geraume Zelt fort. ehe er seine Requisiten bei Seite legte. um das Elaborat der Schülerin zu prüfen. Ei, Sie scheinen ja gestern noch sehr fleißig gewesen zu .sein. Gabriele! Tas Ding ist mächtig vorgezchrltten. wirklich " Er brach plötzlich ab. Seine Miene verfinsterte stch immer mehr, je länger er auf den weißen Karton blickte. Tann . . 1 . ncB er rauy hervor: Was ist denn das? Diese Korrektur an der rechten Schulter der Figur hier die neuen Falten in der Toga das haben nicht Sie ge macht'" Sein scharfer Daumennagel durch furchte unbarmherzig die bezeichneten Stellen. ' ' - Verzeihen Sie. Herr Profestor! brachte sie mit stockender Stimme, über und über errötkend, hervor. Ich konnte die Hilse Herrn StellerichS nicht gut ablehnen " Stellerich wr gestern noch bei Jh nen?" fragte er mit dem harten Ton eineZ JugulUtorZ. Er führte sich bei meinem Pflege vater dadurch ein, daß erihm eine alte Scharteke zur Begutachtung brachte und sich ioglerch als freund meines 'ehrmcistcrS leaitimirte. der an meinen

kunltterilchen Fortjchrttten den ledyaf testen Antheil nehme." Roland stand noch lange nnbeweglich und schweigend da, nachdem Ga briele mit ibrem Bekenntniß zu Ende war. Sein Gesicht war starr, wie aus Stein gemeißelt, keine Regung verrieth die Gedanken, mit welchen er beschäf tigt war. Gabriele beobachtete ihn mit ängst licher Scheu. Nehmen Sie eZ mir übel, Herr Professor." wagte sie endlich zu äußern, nehmen Sie es mir übel, daß ich die Hilfe und die wirklich wcrthl'ollcn Rathschläge Herrn StellerichS acccp tir!??? Das mögen Sie halten, wie Sie wollen." sagte er jetzt mit beleidigender Kälte, indem er von der Staffclei hinwegtrat. Sie haben ia das Recht. Ihren Lehrer dort zu suchen, wo Sie wollen. Tann werden Sie aber einsehen, daß ich mich als überflüssig betrachten muß." Um Himmelswillen!" stammelte Gabriele erschrocken aufspringend, mähc.'ud ihr die Thränen in die Augen tra tcn. Es ist mir ja nicht eingefallen, Sie zu verletzen, Herr Profestor! Wenn 'ch geahnt hatte " Gott befohlen!" warf er leicht hin und ging an feine Staffclei. wo er die Palette und den Pinsel wieder aufnahm, als wäre er entfchloffen.sich nicht wieder stören zu lasten. Aber ich bitte Sie, Herr Profestor, ich beschwöre Sie!" Beruhigen Sie sich nur, Mademoi

falle!" entgegnete er gelassen, ohne sich auch nur umzudrehen. Sie beleidigen nich keineswegs. Thun iste, was Sie nicht lasten können! Es fällt mir nicht em, Ihnen meine Lehre als die alleincligmachende auszudrünqen. Wenn Sie aber überhaupt noch einem Rathe zugänglich sind, so warne ich Sie vor hrem neuen Lehrmeister. Wenn Sie ein Lob und was er Ihnen )ont ncch aqen mag. sür daare Münze nehmen. dann gehen Sie einer großen Gefahr entgegen und diese Gefahr droht nicht etwa Ihrem kunstleriichen Taente. Lauen Sie nch das gezagt sein!" Gabriele konnte sich Nicht mehr anders helfen; sie eilte auf den Maler zu, ergriff, ehe er es hindern konnte, seine krästige Rechte mit beiden Händen, aber sie konnte dieWortc,die sie sagen wollte, nicht hervorbringen. In krampfhaftes Schluchzen ausbrechend, sank sie neben ihm zu Boden.. .. . Roland stand diesem mtenstven An prall ungewappnet gegenüber. Ein lähcr Schreck durchrieselte ihn. Er kam für einen Moment völlig aus der Fassung. Gabriele! Was haben Sie denn? Was soll denn das heißen, Sie kindischeö Mädchen?" stotterte er mit blut leeren Lippen und hob sie mit starken Ärmen auf, sie nach dem Tivan tragend, wo er sie in die Ecke setzte wie eine Puppe. Ach.Sie haben mir so weh gethan!" brachte sie ruckweise hinter ihrem Taschentuch vor. Ksnnte ich denn winen. daß Sie gleich so zornig sein und mir den Stuhl vor die Thür jetzen wur den?" Nun," sagte Roland, mit seiner inneren Welchheu kämpsend, es ist - am Ende nicht so schlimm, wenn Sie nur einlegen, day hm! Sie hät ten mich doch schon soweit kennen jollen. um zu willen, dav ich derartige Jnter ventionen nicht dulde." . Gabriele trocknete ihre Thränen und sah mit einem rührenden Kinderantliß zu ihm aus. So nehmen Sie Ihre harte Abwei sung zurück, Herr Professor, nicht wahr?" sagte sie bittend. Ich. habe Mich ja die lechs Monate her, durch welche ich Ihren Unterricht genieße, so innig in den Gedanken hineingelebt, unter Ihrer Führung dem Ziele zuzustreben, welches mir als das schönste in der ganzen Welt erscheint, daß ich mir wie für immer aus dem Kreis der Kunftjünger ausgeschlonen vorkäme. wenn Sie mir Ihre leitende Hand entziehen wollten." Na ja denn, in Gotjes Namen! Geben Sie nch nur zufrieden." Wenn Sie es wünschen, will ich auch nie. nie wieder ein Wort mit Herrn Stellerich sprechen. Wenn er heute wieder zu uns kommt, werde ich ihn ab weisen lassen." Daran thun Sie seh? wohl. Bruno ist kein schlechter, aber ein schrecklich leichtsinniger Bursche. der sich den Kukuk um die Koniequenzen leinerjugendlicher Thorheiten kümmert." Und sind Sie mir jetzt noch böse H rr Prrsenor?" Ihre holden, kinderhaficn Lippen waren wie in leichtem schmollen aus geworfen. In ihrem noch thränen feuchten Auge schimmerte der Abglanz ihrer ganzen keuschen Naivetät; in die sem Moment erschien dieses doch schon an neunzehn Jahre zählende Mädchen fast um ein Lustrum jünger, und niemalS tonnie der Gedanke an ihre Ver laffenhcit zu mehr Mitleid bewegen, , . , . t-ti n -1 . i . als in oicem ugenviici. .noiuno vemühte sich, ein ähnliches Gefühl bintcr einer ausgiebigen Tons seiner chross heit zu verbergen. Lassen wir jetzt diese Kindereien! ie sind doch kein Backfisch mehriund wissen übrigens recht gut. daß ich das sentimentale ZeuqS nicht lnden kann. Gabriele stellte sich mit einem Anlauf zu philosophischer Energie auf die Füße und wischte raich die legten Spuren der eben vergossenen Zähren von ihren Wangen. Sie erschien wie ein -Soldat. der sich selbst aneisert, wieder in li heiße Schlacht zurückzukehren. Mit verschrchlcrtem Blick sah sie Ro land zu, der geraden Wegs auf ihre Staffelei losging. die beinahe vollendete Gestalt des edlen Römers eine Sekunde lang betrachtete und dann mit energl schem Finger den oberen Rand deS Paviers von dem Reißbrett ablöste. Ein k Ruck und die Zeichnung flatterte in ' ntZM ZU Boden. .

')r? werden ein neues Bild degm nen!" sagte er mit lakonischer Kürze und Ruhe, indem er sich zu Gabriele umwandte. Ter andere Tag war ein Sonntag. An einem solchen wurde mit der Mal stunde ausgeient. Roland ärgerte sich heute über diese sclbstgetroffene Bcstimmung, denn er hätte von seiner Schülerin gerne erfahren, ob Stellerich wirk lich die Unverfrorenheit gehabt, sich ein zweites Mal im Hause des alten, allerdings so leicht zu gewinnenden Bücherwurms Professor Stüber einzu

finden. Nun. er sollte nicht lange im Ungewissen darüber bleiben. Ungefähr zur telben Zeit, ux der sonst Kräutern von Wilberg zu kommen pflegte, trat der Schwercnöther. dem gerade die Ge danken Rolands galten, in dessen Ate her. Bruno sah etwas aufgeregt aus. Zwischen seinen Augenbrauen lagerte erne valte, die Erwin nie bemerkt hatte. Er warf einen flüchtigen Gruß hin und lien stch mit einer eigenthümlichen. trotzigen Bewegung auf dem ihm angebotenen Stuhl nieder. Ich irre wohl nicht, lieber Freund." begann er nach einer Weile in herausforderndem Ton. sich lang in dem Sessel ausstreckend, die Hände m den Hosentaschen, das Gesicht nach der Decke gerichtet, ich irre wohl nicht, wenn ich annehme, daß es ein Ukas von Deiner Seite ist, der mir das Haus des Präsessors Stüber verschließt." .Hat man Dich gestern abgewiesen?" .Frage nicht so naiv! Tu wirst das am besten wissen, 'denn es geschah doch auf Tcine Veranlassung." Das ist sehr möglich." entgegnete Roland mit spartanischem Gleichmuth, sich auf seinen Malstock stützend und dem jetzt ärgerlich auffahrenden Freunde in's Gestcht sehend. .Ah! Ich möchte doch wirklich wis sen, warum Du mir die Annäherung an nraulein il-verg verwehren willst." .Freundchen!" sagte der Andere gemüthlich. ihn bei der Hand nehmend wie ein Kind, dem man etwas recht ein dringlich erklären will. Wir kennen uns doch, denke ich? Tu bist ein lusti' ger. flotter Kumpan im Kollegcnkreis, dem man als Freund recht gut sein mub, aber dem Ehemann oder dem Ba ter eines schönen Weibes gegenüber bist Du ein vermaledeiter Schjingel, wcl chem man nicht genug Fuchseisen stellen kann." .Pah!" bemerkte Bruno .erregt und zuckte unmuthig die Achseln. .Und ich habe über Gabriele .so eme Art Vaterrecht, wie ich vorgestern schon lagte." .Ich möchte wissenwreso?" .Gestatte mir die Erwiderung, daß Dich das einen Pfifferling angeht, mein Theurer. Genug.daß eö so ist, daß ich alles aufbieten werde, um Teint nichtsnutzigen Pläne zu durchkreuzen! Du kennst mich soweit um zu wien. dan ich meine Versprechungen pünttlick halte, nicht wahr? ?cun gut, so tag ich Dir jetzt nochmals und vorläufia noch in aller Gute und Freundschaft dieses Mädchen ist kein Spielzeug sü, Deine frivolen Launen. Laß die Hand von ihr oder na, ich brauche Tir das Oder nicht weiter auszumalen. Du weißt, daß ich ein paar Tatzen habe, du zur Noth auch einen Kerl, wie Tich ZU .Arcd verdrezchen können." (ksortsctzung folgt.) Recht beruhigend. Pa tZcntin: Also drei Krankheiten habt ich auf einmal? Herr Doctor, das ist ja haarsträubend!" Doctor: Ach. machen Sie davon Nicht so viel Aus Hebens! Ich kann Ihnen wenigstens fünfzig Krankheiten nennen, die Su Nicht haben!" Anders gemeint. Hau5 Herr: Alle acht Tage schreibt der Jungt um Geld; da soll man sich nicht ärgern!" Besucher: .Glaub s, wenn man so häufig in den Beutel langen mun! Hausherr: Davon abgesehen, schicken thu' ich ihm ja nichts'; aber all' das schöne Porto!" Nicht verlegen. Gefäng nißinspcktor: Es soll bei Ihrer Ar bcit möglichst die frühere Beschäftigung berücksichtigt werden. WaZ sind Sie gewesen?" Sträfling: Anarchist." In spektor: Hm, hm. kann zum Straßen sprengen verwendet werden. Oberkellner (mährend de, Wirth die Nechnung für einen rem den schreibt): Na, der tcmmt auch schon nicht wieder zu ui.s!" Wirth: (nachdentlich,: Meinen Sie.. .. da könnten wir eigentlich noch zehn Mark drausschlagen!" Ausgeredet. Der kleim Max: Herr Lehrer, darf ich morgen zu Hau,e bleiben? Wir haben Kind tauten!" Lehrer: So? Ich denke. Dein Vater ist seit anderthalb Jahren ,n Amerika?" Der kleine Max: Ja, aber er schreibt manchmal! E i n beneidenswert her. Mutter: Also. Dem Bräutigam be steht darauf, daß die Hochzeit acht ca später gefeiert wird; na, höre mal..." Tochter: Ach. laß ihm doch daZ Ver gnngcn, es wird wohl die letzte Bestim mung fein, die er zu treffen hat. Schmeichelhaft. Arzt Wissen Sie auch, wie lange ich in Ihrer Familie ichon Hausarzt dm gnädige Frau?" Dame: O. ich weiß mein Mann hat mir erzählt, daß fchon fein Großvater dei Ihnen gestorben ist!Mangelhafte Sprach kcnntniß. Mutter: Aber Käthe "" rt Käthe.! Wie kannst Tu Dich nur von dem )ungen Italiener küssen Ksen ! TlClt UC dIZ" Dir !o tnmt ncrhitrnt l" i7fithi 9lhrr - " - 1- - r "-- j Muttchen, ich kann doch kein Italic.! nisch!" : Vor Gericht. vY i 1 f.5l Nlmier l POI tisch): Ab. wir kennen uns schon v.n früher. - Angeklagter: Ich habe die (56riP "'-ie aebt cSbrer lieben Lrau t ua?e. u qcdi e ..urer neo.n rau

Chinesische Kunstfertigkcit.

In Ehina sorgt man' dafür, daß nichts umkommt. Selbst der scheinbar unbedeutendste Gegenstand findet eine oder die andere Verwendung. Ein sprechendes Beispiel dafür bieten die Schnitzereien, welche aus -Fruchtkernen und Nußschalen hergestellt werden. Unter den Fruchtkernen werden Hauptfach lich Oliven-, Pflaumen-, Pfirsich- und Kirschkerne verwendet, dann Walnußund Kokosnuß.Schalcn. Die Kerne werken sorgsam ausgewählt; sie müsten eine gewisse Größe, Form, Härte und Gewicht haben. Man trocknet sie lang sam und zwar in mäßiger Wärme, so daß sie weder bersten noch zu sprosten beginnen. Dann sind sie fertig für die Schnitzerei. Der Modellirer markirt die Figuren und die Lehrlinge beginnen die erste rohe Arbeit. Sie schneiden durch die hölzerne Schale und entfernen den weichen Keim. Dann wird auch das Innere des Steins getrocknet. Der Modellirer besorgt schließlich die feinere Arbeit und nachdem das Schnitzmerk fertig, wird es mit Oel oder WachZ polirt. Derartig geschnitzte Kerne werden als Zierrathe.z Brachen, Knöpfe, Ohrringe und dergleichen getragen. Sie ostcn $2 bis 53 pro Stück. Die cynixereicn neuen meisi .yiere oocr Blumen dar, manchmal aber sieht man auch Gruppen menschlicher .Figuren, und die Schnitzerei ist dann von wahr ir-jf. i ? st. ?n o :! v . . hast mikroskopischer Feinheit. Auf Steinen, die einen Zoll lang sind sin dct man wohl acht bis zehn Figuren in verschiedenen Stellungen und Kostü men. Die Kunstfertigkeit der Chinesen in solchen Arbeiten ist geradezu un udertresslich. Eine besondere Industrie, .die von einer seit Jahrhunderten bestehenden Gilde betrieben wird, ist die künstlerl sche Verarbeitung von Theewurzeln zu allerhand Gebilden. Die Wurzeln, welche in den seltsamsten Formen wach sen, werden, wenn die Stauden oder Bäume ein Alter von 30 bis 100 Iah. ren erreicht haben, ausgegrabcn und an der Sonne getrocknet; dann entfernt man dre Rinoe und die verwitterten oder von Würmern zerfressenen Theile, und je nach der Form entscheidet der Künstler, was daraus gebildet werden soll, ein Drache, Bussel, Mandarin, Priester, ewe Kuh oder ein tanzender Derwisch. Mit Sägen und Meffern werden die (zumeist nicht mehr als sechs Zoll dicken) Wurzeln in die betreffenden Gestalten umgeformt, doch wird die Wurzel selbst nicht geschnitten, sondern nur hier und da Auswüchse, Fibern oder Zweigwür zelchen entfernt. Theewurzel-Schnitze reien rangiren im Preise von 50 EentS bis L100. Neun Zehntel derselben kosten im Durchschnitt weniger, als $2 pro Stück. Tie Figuren sind dauer haft, und eS liegt nicht die geringste Gefahr vor, daß Dienstboten dieselben zerbrechen. Irrthum im Leiden. In eine Apotheke auf dem Lande tritt ein Mann ein und ruft dem Chef derselben in größter Hast die Worte zu: Um des Himmels Willen,, das stärkste Mittel gegen Kopsschmerzen, so schnell Sie nur können." Ter Apotheker ergreift die Flasche mit doppeltem Ammoniakgeist und hält sie dem Manne vor die Nase. Der ohne selbst zu wjffen wie, macht einige so gewaltige Athemzüge daraus, daß ihm für ein -paar Äugenblicke die Sinne vergehen. Als er wieder zu sich kommt, ist das Erste, was er thut, daß er mit erhobener Faust auf den Apo theker eindringt. Halt, was machen Sie da?" ruftdieser zur Seite fpringend. Sind Ihnen etwa die Kopsschmer zen nicht vergangen?" Zum Kuckuck mit meinen Kopfschmerzen!" donnerte ihn der Fremde, sich die Thränen abwischend an: Ich habe ja gar keine Kopfschmerzen, die Kopfschmerzen hat ja meine Frau!" Was i st e i n Stamm gast"? Wenn in einem Restaurant ein Herr das Vierglas in die Höhe hebt, einen prüfenden Blick hindurch gehen läßt und der Wirth springt hinzu und fragt ängstlich und voll Ergeben heit: Wohl trüK?" Und der Herr antwortet: Nein, nur ein kleines Stückchen'Pech, es hat sich schon geseht, thut nichts." der Wirth aber das GlaZ ergreist, damit zur Bierausgabe stürzt, unterwegs zwei Kellnerjungen maul schellt und dem Herrn ein frische- Glas Bier mit der Bitte credenzt, zu entschul digen u. f. w.. so ist der Herr ein selte ner Gaft. Wenn ein anderer Herr da5 BierglaS in die Höhe hebt, durchsteht und sagt: Heute recht viel Pech im Bier" und der Wirth antwortet: Ja, das kann vorkommen," dabei aber dem Kellner ein Zeichen gibt, das Bier umzutauschen, so ist der Herr ein rcgcl mäßiger, aber kein täglicher Gast. Wenn aber ein Herr in's BierglaS guckt und bald darauf mit einem Hölzchen eine Menge Pechcherausfischt, ganz bescheiden zum Wirth sagt, ber, die Hände in den Hosentaschen, ruhig zusteht: Aber das muß das Letzte vom Faß sein. daS kann man vor Pech kaum trinken," unö der Wirth wird seuerroth und schnauzt den alten Herrn an: Na, Ihrem alten einfältigen Magen schadt'S doch nicht, wenn er einmal ausgepicht wird!" so ist daS ein Stammgast. Bester Beweis. Sie Glücklicher, Sie sind also wirklich mit bor cs,45,r hfX WiflinnnrS. IDsislhw I Wfc V 144 V UllUIVHUt MV KV bM? Sind Sie sich denn auch der Ge. ! Mädchens gewiß?" - Na gt,, Ihr Vater acceptirt ja schon - . irn n rr r '"'CJlicl 7 ' . Unentschlossen. De? Pro jeflor x ist ein o entschloziener ? ri' ii- v-r. ' : ' " "UL via "il u "uvte. ob er cut d;e Stiesel ausziehen. 2lCDQtte Qblc2Cn mttl