Indiana Tribüne, Volume 15, Number 140, Indianapolis, Marion County, 7 February 1892 — Page 4
Jndiana Tribüne. Erscheint Täglich und Sonntngs.
Die tägliche .Tribüne- kostet durch den Träger 11 Cent per Woche, die Ssnnkag Tribüne" 5 Cent per Woche. Beide zusammen ZSSenr der W CentS per Monat. Per Post zugeschickt in Vor. uusdezahlunT $3 per Jahr. Ossice : 130 Oft Maryland Strafe. Indianapolis, Ind., 7. Februar 1892. fr Die BZauS." iwMei In er tte von Ctt Int f. Berlin W.t den 1. Januar. Geliebte Mieze! Ob ich mich hier gkücklkch fühle? ES ist einfach himmlisch in Berlin ! Von all den winterlichen Schönheiten: von den Denkmälern im Thiergarten, die in ihrem hölzerne Ueberzuge vor den Blicken aller Neugierigen sicher geborAen werden, den fauberen Droschken zwetter Klasse, dem wohlthätig gedämpften Lichterglanz Unter den Linden und vielen anderen Herrlichkeiten erzähle ich Dir ein ander Mal. Für heute nur die eine große Sieuigkeit, die alleS Andere in den Hin, tergrund drängt: ich rsar im königlichen Echaufpielhaue! Ja. Mieze, ich war zum ersten Mal in rneinem Leben im Theater. Und nun steht mein Entschluß fest: ich gehe iar Bühne, entweder als Schauspielerin der als Dichterin oder als Garderobiere. Aber dabeisein muß ich! Schon hatte ich's mir ja immer gedacht, aber so schön, wie eS ift, doch in meinen kühnsten Trän men nicht. Als meine fchwsrzfeibene Tante mich von unserem Gute abholte, sagte meine Mama zu ihr: .Wenn Riekchen recht artig in Berlin ist, darfst Du sie auch einmal in'Z Theater führen. Ich oertraue Dir mein unschuldiges Kind an. Sorge dafür, daß es mir nicht verdorben wird. Wähle ein Stück, das nicht auf regt, das die Phantasie nur gelinde be schäftigt, ein Stuck, bei dem man sich nicht viel denken kann, den renn man sich sehr viel denkt, tft immer etwas Arges dabei, etwas Harmloses. Unschädliches, Beruhigendes, troaS Wohl, anständiges." Mama ahnte nicht, welches Unheil sie mit dieser Verheißung angerichtet hatte. Was habe ich die arme Tante gequält! Und immer vergeblich. Ich beschwor sie auch, mit mir doch eine Vorstellung von .Francillon- zu besuchen; denn man hatte mir gesagt, daß junge Mädchen da kochen lernen. Aber die Tante war wie der uneröilich. Sie meinte, junge Mädchen lernten da auch noch etwas Anderes, was sie einstweilen noch nicht zu wisien brauchten, und später auch nicht. Und so führte sie mich endlich in's Sp'.elhauS. Die gute Tante bat da? Richtige ge troffen. Mieze! Als wir die! bewilligte Vostkarte zurückerhielten, war ich in einer Aufregung ich kann'S Dir nicht be schreiben. Ich fieberte den ganzen Nach mittag. Um mich zu beruhigen, machte ich eine halbe Stunde Fingerübungen und spielte dann der Tante ihre Lieblingslie der vor: Die kleine Fischerin" uns die rovndervslle Arie aus MähulS semitischer Oper .Joseph in Egopten" ; .Niemand that ich was zu Leide und war schüchtern wie ein Lamm.- Das wirkte. In ganz vernünftiger Stimmung fuhr ich mit der Tante kurz nach halb Sieben in's Schau spielhaus, und in derselben Stimmung habe ich das Theater auch verlassen. Es war der Suloesterabend, und ge geden wurde das Luztzplel .Tne Maus von Otto Girndt. Nein, Mieze, wo die Dichter Alles daS hernehmen! ES ist taxx unfatzUH. Denke Dir: Zuerst ein Zimmer, ungefZhr wie bei uns, nur mehr Portiören. Es steht auch ein Büffet darin mit einem verschlonenen zchränkchen auf der Er hähung in der Mitte und an den Seiten je zwei Brettchen, auf die man die schon sten Sachen stellen kann. Sind daS aber komische Leute in Berlin! Weißt ju, was die Leute auf die Brettchen qe stellt hatten? Sch3 Flaschen Wein: un. ten drei Flaschen Champagner und oben drei Flaschen Rothwein. Für den Roth wein ist ja die Zimmerwärme sehr vor, theilhaft, wenn er bald getrunken erden soll: aber um den Champagner hat es mir doch leid gethan. Denn die Herren und Damen tragen lelchte Kleider, als draußen ist es aewig warm und km Zim n:er wahrscheinlich auch, und daS kann der Champagner schlecht vertragen. Ich dachte mir: wann wird denn der Sekt getrunken werden? Es muß doch einen Zwck haben, daß man ihn so sichtbar zur Schau 'stellt. Soll es auf die aeyrdne ten Verhältnisse des Dr. Felgentreu schließen lassen? Du lieber Himmel, mit drei Flaschen, Sekt kann man bei uns auf dem Landc noch nicht viel Staat machen. Wir haben viel mehr im Keller. Und dann, wenn der Champagner als stilvol ler Zlmmerschmuck benutzt wird, wird er ja schal und verliert sein lustiges Prickeln und schäumen! Als ich das meiner fchmarzseidenen Tante zujlüsterte, sagte mein Nachbar zur Anken, der meine Bemerkung doch gehört hatte: .Entschuldigen Sie, mein Fräulein, das ist in schönster Ordnung. DaS ist symbolisch, ein feiner Zug der ReAie, die uns gleich sagen will: Wenn Ihr etwas Pnckelndes haben wollt, lo lauft nur zu den qottlofen Franzesen, die ihren un, sittlichen Sekt kalt stellen. Wir gehören der gemäLlgten Zone, an. Bei unSwird Nicht geprickelt uns nicht geschäumt." Ich sah den Herrn ganz erstaunt an. Er trug einen Kneifer und sah überhaupt verdachtka aus. - .Nimm Dich in Tcht l raunte mii die Tante zu. .Der Mann schreibt sicher für die Zettungen, und Du hast doch im r"r rx. r...: T-i- -c-s ; :-r vspiciaugcii lUjtn- jjcumctwn (jcicjcu, wi cher Bosheiten man sich von diesen Leuten versehen darf. Paß nur aut auf Dein Opernglas, Deine Uhr und Dein Portemonnaie auf, und euch 'aus Deine langen Zopfe! Der Mensch hat gewiß eine Sseere Ux , und die verwuni
en Zeltuttgöjchreiber schneiden Einem
Allerlei ab." , ' Ich rückte derTante näher. Ich hatte auch ganz Anderes zu thun, als mich um den Herrn zu kümmern. , Zch wollte ver tehen, was da oben auf, der Buhne, ae, 'aat wurde. Das wurde mir. zunächst nicht ganz leicht, denn . wenn man zum ersten Mal im Theater sitzt, hat man zu viel auf einmal zu seyen und zu hören. Aber ich merkte doch, datz der Dichter m'S volle Leben gegriffen hatte, denn es waen laute? nute Bekannte, die vq ovcn ah : und es war eine Wohnung zu ver. miethen, wie so oft im Leben. Den Dr. fc. - ' . H-t .- . i c ... f. felgentreu uno seine irau uno oen errn Sohn, der nicht sagt, wo er hingeht, ch kannte sie ganz genau. Der Herr Föhn ist aber auch Doetor, und daher ommt nun Alles so ganz merkwürdig ! Der VaterDoktor macht nämlich einen Brief auf, der für den Sohn Doktor d ilmmtlst. Darm steht: .Komm mor. gen um halb Vier' in die Conditorei Schaumberg. Deine MauS. Ist das mcht em reizender EtnsaU k Du kannst Dir nun schon vorstellen, wie dieser vn föugltche Zettel die gute Eltern aufregt ; deun sie denken natürlich, die Maus das ist fo eine. . . .fs eine Per on. wie wir sie nicht kennen dürfen. Du weißt wir haben fo oft dav'on ge sprachen. Aber nun kommt daS Schönste. Der Brief ist nämlich auch gar nicht für den Sohn des Doktors bestimmt. Es ist noch eine Verwechselung. Eine in die andere hmeinge'chachtelt, denke Dtril em, we die Dichter Alles das her nehmen ! Ich habe noch nie em Stuck gesehen. ln dem eine Verwechselung oorgekommen wäre Und eine. Verwechselung, U durch falsch adressirte Briefe herbeigeführt wird, halte ich für den Gipfel btl Originellzn. Und hier haben wir gleich zwei aus einmal es ist berauschend I Du tzsache Ueat nämlich so: Die Maus ist ein aanz'solideS junges Mäd chen. aerobe wie Du und rie ich. Man nennt sie Maus, wie wir Dich Mieze oder Kätzchen nennen. Die Maus ist aber zerstreut. Sie hat dem jungen Doktor irgend etwas mitzutheilen und schreibt gleichzeitig an ihre Freundin, um ihr Rendezvous in der Konditorer zu geben, und nun verwechselt sie die beiden Briefe, und daraus entsteht alles Un, gluck. Die Mutter will die Abfenderin des Briefes, unter der sie sich eben etwas ganz Anderes vorstellt ich werde ganz roth, wenn ich daran denke , sie iö die Maus, die selbst in die Falle geht, abfangen und begiebt sich deshalb in die Konditorei von Schauß. Du weißt, daß da die jungen Mädchen ihr Taschengeld vernaschen. Auf der Bühne brauchen sie aber nichts zu zahlen. Natürlich ver zehren sie nun um fo mehr, namentlich die Maus. Die ißt Alles auf, was aus den Tellern liegen bleibt. Und sie iß ihre Schlagsahne und tnnkt ihre Choko lade so natürlich, so natürlich ! ja, die Bühne ist das oerklärre Abbild der Wirk lichkeit, wie unser ästhetischer Lehre? in der ersten Klasse der höheren Töchter, schule immer sagte. Erinnert Sie das nicht an den dicken Neuber in .Von Stufe zu Stufe", der in dem KellenAkte sieben Glas Bier trank? fragte mich mein Nachbar, als Kraulern Eonrag thren dritten Wlndbeu tel mit 'Schlagsahne, aufaß. Ich ver, stand den Herrn gar nicht. Unwillkür, lich betastete ich meint Tasche; es war noch Alles da. Nun kommt also die Mutter. Di arglose Maus ist längst entsprungen. Dafür ist aber eine andere junge Dame da, die tn der Zeltung nach einer Wob nung sucht. Als nun die junge Frau Dr. elqentreu die e runae Dame er. blickt, denkt sie: Aha! Und nun -nein. Mieze, ich kann eS Dir nicht schildern, es ist zum Todtlachen! Also die Mutter halr die Dame für die verdächtige MauS uns spricht mtt lyr na, wenn eme un bekannte Dame so mit mir spräche k Aber das kommt davon, wenn junge Mädchen allein in die Konditorei gehen. Ich habe aus diesem Stücke eine ernste Lehre für'S Leben mitnach Hause genommen: ich gehe ganz sicher nicht allem in die Kon ditorei, auch nicht zu Schauß. Und so erfüllt der Dichter mit anmuthigem Scherze feinen hohen Beruf: er weckt in uns das Gefühl deS Wahren und Rech ten, wie unser Lehrer der Aesthetik sagte, und läßt unS einen Blick in den oefabr vollen Abgrund thun, in den wir nur zu leicht versinken, wenn wir ungeleitet irgendwohin gehen. Also noch eine Vers wechseluna. Nein, wo die Dichter AlleS das hernehmen! Die junSe Dame halt die Frau Dok tor natürlich für verrückt uns läuft da von, fo komisch.' mit breiten Beinen. Wie wir darüber gelacht haben, auch der Herr mit dem Kneifer neben mir eS spottet jeder Befchreibung. Ach, und nun habe ich noch so viel vergessen, roaS tn dem Akte Alles vorgeht. Da ist näm lich noch eine dritte mnae Dame außer der Maus und der ZeitungSleserin: die Freundin der Maus, die alle Welt zu ihrer unsichtbaren Tante einladet. E sind nämlich Krebse angekommen. Ist daS aber ein komisches HauS, da Haus dieser unsichtbaren Tante! Da treffen sich alle Leute, man weiß nicht . ?,. wie, a Kii inc oypnvllicye lHUNg abgehalten, man weiß nicht warum. Ader hie Krebse, auf die sich Alle gefreut haben, werden nicht gelocht, und nicht gegessen, denn die Köchin ist krank m morden. Und so müssen denn die Herr t I. . r ... . n ... . ... r -r '.' . ' r gasten aue wleoer avzleycn, oyne auq nur ein Butterbrod bekommen zu haben. Im Akte vorher hatten sie " allerdinaS schon so viel Süßigkeiten genossen, daß sie kaum rechten Appetit auf Krebse haben konnten. Int Zwischenakte sagte der Herr, der sich inzwischen der Tante vorgestellt hatte: .Ermnert Sie die Gesellschasl . , . . ' - an oic es verannren Wirryes, ver semen Gästen zum Abendessen nur Back, pflaumen vorgefetzt hatte und sie mit den Worten verabschiedete: .Vielleicht de suchen Sie mich recht bald auch mal so," nämlich ohne Verpflegung.". Ich verstand den Herrn roieder nicht. Im letzten Akt, der auf dem Bahnhof n. v t.i ' lfic4, jici v tiu 4ji ftcui euiuriuun der. Da ill ein junger Professor., da ! die Mauk liebt, dun jungen Mädchen l f.:. o:.t .A.c. nf:. ftn .r r :a Itli IfVt K4CywU via lia
dazu allerdings recht wentg geeignet, und ee wird euch richtig immer unterbrochen, bald durch den Konditor, der ferner besten Kundin einen großen Baumkuchen zum Abschiede dringt, bald durch den Gepäckträger, bald durch den Portier, der mit der großen Klingel daS Signal zum Einsteigen giebt und die Stationen abruft: .Halle, Corbetha, WeißenfelS, Weimar, Eisenach, Gotha! Einsteigen!Aber schließlich werden Alle glücklich. Die MauS heirathet den Prosessor, die
junge Dame mit der unsichtbaren Dante den jungen Doktor, und die Zeitungs leser! den Grase HarraS, der mir eigentlich von Allen am allerbesten ge fallen hat. Er saat zwar kein Wort, aber er hat eine wundervolle rothe öusa, renuniform an. Und damit ist die .MauS aus.' Und ich habe gelacht wie selten in meinem Leben. Und dabei war eS gar nicht aufregend, ganz wie Mama es gewünscht hatte. AlS wir ausstanden und uns durch die engen Parquetreihen hindurchzwängten, fragte nuch mein Nachbar: .Haben &it sich amüsirt?" .Köstlich! ruf ich in wahrer Begerste runa. .Nun, dann hat der Verfasser Recht gehabt, erwiderte der Herr mit dem Kneifer. .Es ist auch eine Aufgabe, und nicht die unrühmlichste, liebensmür diae junge Damen während eineS Abends , ' j. t e . ' c . . etr in erutuorer nno sreurlvuqer zetse zu unterdalten. Sle sind ein kluges, un erfahrenes, lustiges, hübsche, junges Mädchen (ich wurde ganz roth), und eS leuchtet mir nicht ein, da die Dichter die Pflicht hätten, nur sür überkluje, über sättigte, häßliche und mürrische alte Männer zu schreiben. Ich habe Sie herz llch lachen und mit Ihren kleinen Hän, den, die ich auf e tarirr, kräftig klat scheu boren. 1 Sie haben sich nicht um daS gekümmert, was d boshaften Leute in dem frostig hellen und stilvoll ehrwü? dtgen Former a Weisheiten ausgekramt haben, und erden sich hoffentlich auch nicht darum kümmern, was morgen tu den Zeitungen steht; Sie haben einen vergnügten Abend verbracht, daS genügt Ihnen. Und eS genügt auch mir, um dem Stücke feine Berechtigung zuzuge r. r trm A , t .jt -t" licccn. i i)i avsoiUl vccociscn uno anspruchslos, und daS entwaffnet meine Kritik von vornherein. Und Sie finden wahrscheinlich auch, daß eS sehr hübsch ßespielt wird, daß Frau Keßler, lt mit ihrem wohllautenden und sympathischen Oran, durch ihre Einfachheit und Na turllchkeit mich immer angenehm berührt, und die jüngeren, zum Theil fog.ar jun len Damen freundliche Erscheinungen sind, daß Fraulein Conrad und Fräulein Odilon sehr flott und lustig spielen. Fräulein Groß reizend aussieht und mit ihrem stummen breltbeinigen Ablauf von der Bühne sehr drollig wirkt, daß Frau lein Abich auS der unergiebigen Rolle irier jungen Frau so viel wie möglich macht, daß Herr Vollmer auS seiner ebenfalls nicht sehr oelangrelchen Part AlleS herausschlägt, mag dann ist, vl leicht noch ein Bischen mehr, Herr Schon seid als tunaer Doktor seme Lustig, keit wiederaefunde in habe scheint, da auch von den Herren Oberländer, Krause und Link nur Gutes zu sagen ist. nicht wahr, daS finden sie doch auch? Nun also! Dann wünschen Sle zu Guterletzt her : am allgemeinen Wuuschtaae noch Herrn Direktor Anno recht gute Vorstele lungen. die wir Alle gebrauchen können, und alle Welt wird zufrieden sein. Ich habe die Ehre. Der Herr eilte in die Garberobe.. .Nein sagte die Tante mit strah senden Augen, .der Herr schreibt nicht i die Zeitungen ! So milde urtheilt kein Rezensent, das mein ich von plelhagen. .Entschuldigen Sie, bat unser Nach bar, der inzwischen seinen Ueberrock an gezogen hatte, indem er sich etwas unge ttüm an uns oorbeidränate, .ich muß schnell in die Druckerei fahren. Sollte sich Spielhagen doch geirrt haben? Mkeze! verdorben bin ich nicht. Da Stück- hat mich im Gegentheil geläutert und gebetterk. Ich werde sehr gut aux passen, wenn ich meine Briefe in den Umschlag stecke, damtt gar keine Ver wechselungen vorkommen. Ich werde nie drei Portionen Schlagsahne essen, nie allein in die Konditorei gehen und nie Leute zu Krebsen einladen, wenn ich Nicht sicher bin, daß die Krebse auch auf den Tisch kommen. Mit diesen guten Vor sätzen trete ich in das neue Jahr. Thue desgleichen. DaS ist der herzlichste Wunsch Demer Freundin . Fried er i?e. FSr beglabtgt NbschnN : Vl tada. Fremdenverfolgungen tn Autzland. Das Repertoir der Versolgunaen der Fremden in Rußland hat eine neue Bereicheruna erhalten: Aus Baku wird eine Muhamedanerhetze gemeldet. Am id. December gegen 5 Uhr Rachnnt tags, vernahm - man, so berichten ruf sische Blätter, von verschiedenen Seiten der Stadt her wüstes Stimmenaewirr. Geschrei aus Hunderten von Kehlen und das ZUirren zerschlagender Fenster scheiden. ; .Ein Bolkohaufen von mehreren Hun dert Mann, der sich nachher auf weit uver tausend vermehrte und dann rn einzelne Abtheilungen " theilte, ver sperrte die . Telefonnaja - Straße beim .T v li ..... nii.'ii ' 'v ... ir ' i, coiouitnyj(ani uno cm Pauze jv pow. Der Haufe lärmte und zertrüm merte die Glasscheiben in den Buden und Tuchaus der Armenier und Mu hamedaner, dazwischen ertönten russische Schimpfworte und hörte man' Weiber kreischen. Ein vorüberfahreuder Pferde bahnWaggon wude au den Schienen Hehobeu und d:e Fensterscheiben in dem leldettzttlchlMen der Straße stockte. 'Nach Verlauf eini ger Zeit begann sich dann die nesig an gewachsen thellüngenM- theilen ünMachändnen Straßen abzuziehen, um die Kahl. röpse" (localer. Spottname zur dieMu hamedaner) zu' prügeln, . ' Unterdessen war der Gouverneinents Eyes elnaetronen und beäana den Sau fen zu bereden, auseinander zu gehen und die Unordnunaen einzustellen, je
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