Indiana Tribüne, Volume 14, Number 210, Indianapolis, Marion County, 19 April 1891 — Page 2
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VertzÜnguibvoNer Irrthum? 23 glauben kaum, ernsthaftem kWlderspruchzu begegnen, wenn w!r be jbaajrtcii, daß es in Chicago sehr viel Dübzche Mädchen gibt. Ernster wird jallerdmgS die Sache, wenn wir dit Meinung des bedeutenden Geschäfts, maunes Hobart Wilson theilten, welchei mit begeisterten Augenaufschlag er Märte, daß Fräulein AZhcraft daZ Monst-Mädchen der Stadt fei. Natürlich konnte Herr Wilson nur für ä selbst sprechen, und correcter gesagt, nur von denjenigen Mädchen sprechen, die ihn zu Cesichi gekommen. Nachde lwir so unsere Leserinnen beruhigt, wolUen wir,,,for,tMren. - . qjj-j-jg schönen Tages stand Her, Wilson sehr srüh auf. Er war in deniAr' tranczement seiner Toilette noch viel sorg Altizer, als gewöhnlich, und warf im. 'wer und immer wieder prüfende Blick sin den Spiegel, der seine stattliche Fi gur wlcoerZtrahue. Endlich schien ei befriedigt. Nachdem er den tadellosn Cdlinder aufgesetzt und den goldbeknanf' itn Stsck crgiisfeiv eiste er davon. 'Wohin? Nun, das läßt sich wohl er Mathen. Geraden Weges" nach , Frl lAshcrafts Wohnung. zm M : i; 11,1 im ! ttß fl: l P .il' 1; il ."'1 1! Er wr glücklich genug, Frl. Ashcrafl zu Hanfe i.zn .'treffen. Wie geblendet ,fcon ihrer herrlichen Erscheinung, schien m erst kaum Worte sinden zu können. jbald aber an n in dem Fauteuis, den s!e ihm angeboten. Jetzt entspann sich folgende Unterredung, die von ihr mij jfceti liebenswürdig geflöteten Worten 'eröffnet würd? H .j Wsmit kann ich Ihnen dienen, Herr Wilson?" , Slc&yasist ,( per rte3. jc5aTeJn Sii jwifTc:: gar nicht, wie sehr ich Sie scho lange bewundert habe t Ahr Herrlicher Wuchsbre schönen Augen, Ihr Prachtvolles RäöÄhzar " ' , , tt , f ih k ,-, afü ' ler V:rr, ich MUZZ oltken ' .Verißhen' Sie, wenn ich von mein 'glühenden Bewunderung , mich , fortsei ßen ließ aber ich spreche nur dil Wahrheit. - Ich bin - entzückt. ' . Berge. !bens habe ich mich unter den jungen Äamen dieser Stadt umgesehen keini Faun Ihnen das Wasser reichen. Ich Habe mich deshalb entschlossen,',-Ihnen 'einen Antrag zu machen. ' Nehmen it ihn an, so machen Sie mich zum glück' Zichftcn Mann in Chicago" ' lber : erlauben Sie, Herr Wilson. daS ist doch'eine 'merkwürdig plötzlicht Manier, mit der .ie da herausplatzen. 'Ich kenne Sie ja gar zu wenig daZiel überflog eine plötzliche Nöthe, ihr zemen uge. ' ,,,! das wollte ta 1 ja gerade nock Laaea. 5tck, kann 5lbnen die betten Ne-. "" ! "V , -J 1 .serenen bieten bin" ein durchaus gut Duirter Mann Ihr Glück ist t macht, wenn Sie das Geschäft annch inen Jetzt erhob sich Mabel AZhcraft h ihrer vollen iinponirendcn Größe: ' ' " ' Tas geht doch zu weit," sprach sie, nit zornigen Blicken den unglücklicher Miljon musternd erst Ihre unziem. Fiche Vertraulichkeit, und jetzt bedieneo 'Sie sich noch dazu der unzartesten Ausdrücke, um mir einen Heirathsantraa zu machen" ' ' , Aber, ; mein geehrtes Fräulein," lotterte Wilson, das sällt "mir ja gas jntcht ein ; ich wollte Sie als KaZsireriu ,sür mein großes Geschäft engagiren, reil Sie eine so schöne Figur Doch weiter kam er nicht. Mit eine Gebietenden : .Hinaus ' wies Frl. KZshcraft nach der Thür, durch welch, das traurige Opfer des lächerlichster jder Mißverständnisse spurlos veo schwand. . m ffm. . ,,!. 1,.; - doppeltes Pech ' Erst X5ommis: Ich Unglückspilz! , So wü Zann auch nur mir rassireu ! 'Zweite? iCommis: Was ist denn geschehen? Erster Commis: Ach!' Ich habe mn !i gestern vor zwei Aerzten zwer verzch:e L dcne Zeugnisse " ausstellen lassen, ' vor meinem Oausarzt em Krankheitsaiteft. zveil ich einige Tage vom Geschäft weg Kleiden wollte und vom Sani?atsratl Grabschzufel eine Gesundbeitköescheinr igunz sür die Lebensversicherung. Zweiter Commis: Nun, da bist Du jc Icüön heraus ! , . Erster Co nmis: I. wo dc::n? Beim Couvertircn hab' ick ieHcdcNTingcr Nun hz dieVersicherunzZKfcÄschaft heiksaUcst und mein Prinzipal das Ge P Zundl':t satte st lM pct M: . i f -MMmIu alter Bekannter. - liWMHdbe' ich Ti? schon den prächtig ! f$ti : iöerlc&uitgsnng gezeigt, ixrn mn Friedrich Hertel geschenkt hat? ßh den hab' ich schon vorher gessbcn. Vorher gesehen? Wo denn? Ak zneinem Finger, als ich i vergangene! Jahr, mit ihm verlobt war,
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'fäfiiH !!';! 'll:;, :; mSSSSSSSSSSSM QUWi Deikttf. ?!ose2ette ttn AnnZe Vol. Wie gesagt, meine liebe Helene, 3 diesen altmodischen , Frauen gehör' ich nun 'mal nicht, und ebensowenig mein Kind. Die Zeiten sind vorbei, in denen ein junges Mädchen aus guter Familu nichts weiter thun konnte, als ein bischen sticken, ihren Teink pflegen und au einen Freier warten. Heutzutage steh! einer Iran noch dazu einer begabtes Frau fast jedes Feld der männlichen Thätigkeit essen und auch meine Kitt; soll sich ein solches wählen." Nnd mit diesen entschlossenen Worte? wandte meine Cousine Katharina in ihrer Jugend hatte man sie auch Kitt; genannt, wie heute ihre Tochter, ab sie liebte es nichh mehr, sich so nennen zu. hören sich wieder dem Schreib' tifch zu und beendete .rasch einen Vriej für den' Frauenvereiu, dessen Vorsteherin sie war. ' XT"J 1 : . Ich antwortete nichts. WaS sollte ich euch sagen? Sie widerlegen konnte ich entschieden nicht, denn ich selbst hatte ja ein Feld der männlichen Thätigkeit fc treten, seitdem ich Mitarbeiterin an eine, Zeitschrift' in Berlin geworden. ' ff;t Frcilichii ii t ciitlj; 'ii ttt': ,!::;i errt r. ;!!' f Ic t it cn' Stadtchen L., aus dem auch ich stammte, lange gedauert,, bis man sich an den Gedanken gewöhnt !! hatte, daß ich Schriftstellerin war, und ich hatte eine lange Zeit hindurch als die Emanzipirteste unter den Emanzipirten gegolten, als ein Mädchen, welches nothwendige weile kurzgeschorenes Haar tragen, eine Feder hinterm Ohr und Tintcnklexe an den' Fingern haben mußte. Als man sich im Laufe der Jahre ich verbrachte ein paar Wochen in jedem Sommer bei Cousine Katharina davon überzeugt hatte, daß meine Frisur und meine Toiletten stets hochmodern waren, als man vergeblich hinter meinen Ohren den Federhalter und an meinen Händen die Tintenflecke gesucht hatte, 'beruhigte man sich allmälig, wenngleich ich auch immer, noch für die Bewohner des Landstädtchens em Phänomen blieb. In Cousine Katbarina dagegen hatte weine Carriere einen glühenden Ehrgeiz erweckt, und seltcem vor etwa zwn Jahren Kitty in der Schule, einen so guten Auffatz abgeliefert hatte, daß die Lehrerin ihn in dem L. ..'..r Winkeb blättchen abdrucken ließ, war eS Katha rinas sester Vorsatz, daß ihre Tochter mir gleich werden solle. ' ' Diesmal war zugleich mit mi? auch Tante Cmilie zum Besuch gekommen, die ,den vollständigsten' Gegensatz zu Schwester Katharina bildete. ' Katharina war baaer. ätherisch, .durchgeistigt... Emilie wog ihre hun- . . ! .. mf....t v n. .-i. oer:unoaa):zig suno, me yiz nrn mici glückselig phlegmatischen Miene durchs Leben trug. Katharina war Spartanerin durch und durch, in Grundsätzen und Neigung ccn. Emilie wav Sybaritin. Ein weiches; Bett, ein warmer Schlafrock, ein gutes Mittagsessen und leine An strengungen, das war ihr Ideal vom Leben. zSie bewunderte ihre Schwester Katharina sehr nur in einem Punkte fühlte sie sich ihr ,über", wie man zu sagen pflegt;- Katharina hatte eine Tochter Emilie hatte drei Söhne und Isie blickte mit olympischer Ge ringschahung aust olle Frauen 'herab, die keine Söhne besaßen. Dafür erlaubte sie sich aber ein großes Wort mitzureden, wenn von Erziehnng junger Mädchen die Rede war. Gott, das' arme Ding wozu denn ? Da haben doch nur unbemittelte Madchen nöthig. Deine Kitty wird, denke ich, nicht verhungern, wie?" Sie' wiegte . dabei ihre hundertund achtzig Pfund mit ' vergnügter Behaglichkeit in einem Schaukelstuhl am offenen Kaminseuer. , "p! " t Ich begreife überhaupt nicht" fuhr sie fort, als sie keine 'Antwort er hielt wie Du das Kind hältst: Wa rum hat das ' Mädel denn keine Cour. mache?? Ich sehe doch bei Euch wahr hastig nie etwas, was 'nem jungen Manne nur ähnlich sieht. Warum denn nicht? Hübsch genug Meine Kitty doch, bei Gtt."-v ' ' j ! Ich , sah von der Seite, wie Cousine Katharinas Augenbrauen sich ein wenig zusammenzögen, einen Moment blieb Zedoä, noch Alles still, dann sagte sie ein bischen sxiv: ' Lieöe Emilie mein Kind hat keine Zeit für derartige Dinge. Sie hat genug zu thun mit 'ihrer,, Ausbildung und ihren Studien.- Auch führe ich sie noch nicht in die Gesellschaft. Sie ist noch zu jung dazu." , . . .,. Hmmmltt!!" machte Emme ehr ge'' dehnt. Dn und ich, wir waren meines Wissens auch noch recht jung und' auch noch nicht in die Gesellschaft gesührtals doch schon 'jede - von uns -ihr halb Tutzend Courmacher aufzuweisen hatte." Ich hoffe, daß mein Kind weit bessere Dinge im Leben sinden wird Dinge, von achtzehn Jahren ein. vernünftiger Mensch? Wenn Deine Kitty heute schon ein vernünftiger Mensch ist dann dann thut si? mir herzlich leid. Warum soll sie denn 'ne alte Jungfer werden?" Katharina klebte mit großer Sorg fält ihren beendeten Brief zu Und einen Augenblick nach, drückte dann mit einem ganz unnöthigen, Aufwand von Energie eine Marke aus das Couvert und jagte: . Likbe Schwester, ob Kitty jemals beiratbcn wird, wein ich nicht, das liegt nicht in meiner Hand ; jedenfalls aber 7Z ', rL'?A"-TZl" jl. 3 iriil tca inr oarin ijeiyc, , cm nuyiiu Mitglied der menschlichen Gesellschaft zn ,,7l,, .:.; ;;cc ,.,:.,. ,31;. t.- " r ":r f . ' 11 f' werden. , .-. ?. mü 'jmh . h j! I r. .1 " '. V.-,. IN 1 ' 1 11 n 1 1 '' Ü "'' 1 1 1 Groß?r Gott! Soll Deine Tochter Arzt, Apotheker oder Prediger werden? Sag' mir doch, ohne Spaß wa5 beabsichtigst Du denn nun zunächst mit dem fknteK$Z Sierauf nahm Katharma to: eder ihre entschlossene, würdevolle Miene an und erwiderte. ' daß Kitty sür den Win!
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die loynenoer nno werrovouerur emen '":' , n r: '-em I: t '" ""i" f '' iL ;:4gu vernunztlgt.n Menschen sind." , Vernünstiacr Mensch! Ein Mädchen
mit nach Berlin gehen solle.. Sie soll sich dort ein bischen umsehen und wird dort leichter einen Bern? oder eine Be schaftigunz sinden, die ihr zusagt, als tt..äü fMkmS. Ä Jetzt habe ich aber wirklich genug," rief Tante Emilie aus, erhob sich von ihrem geliebten Schaükelstuhl und ging in höchster Erregung im , Zimmer auf und ab. Einen Beruf, eine Beschäftig gung, ja, wozu denn? Sie hat doch Geld genug auch ohne das." , Kopsschüttelnd ließ sie sich wieder in dem Schaukelstuhle, nieder, , gerade , als die Thür sich öffnete und Kitty eintrat. Mit ihren blonden Haaren, ihren: ro sigen Gesichtchen und ihrem weißen Kleide sah sie wirklich aus wie ein Kind so schlank und hübsch..: H M I l , S Katharina warf ihrer Schwester einen ... v fsm'"" ?Atm tm mefim&-- wmr warnenden Bltck zu.. .., , , ,., ...... Sei unbesorgt," antwortete Emilie mit ihrer gewöhnlichen Offenherzigkeit. Komm' mal her, Kittychen. Na, Du glaubst doch nicht, daß die alte Taut Emilie Dich beißen wird. che?". 4hM ' : Nein." ifi AKH ; Kitty lachte und ließ sich von dtt Tante umarmen und auf den Schooß ziehen. U D, -U M Was gedenkst Dn denn in Berlin
zu thun, mein Herz?" sragte ' Tante i mitte. , . V X. ' JC ? 10 li 1 -l. rjva wein noi NiUji , unilvorittk Kitty und sah dabei wirklich aus, als habe sie keine Ahnnng davon aber Mama meint, wenn ich erst dort bin, wird's mir schon klarer. werden.".Z.! . !,So? Na und Du freust Dich gewiß schrecklich darauf wie?" Ja sagte Kitty, aber eS klang ein bischen kleinlaut, und der Schatten, welcher dabei über ihre kindlichen Züge flog, strafte das Wort fast Lügen. , Ach Kittychen," rief auf) einmal Tante 'Emilie. Ich habe mein Strick zeug ' im Garten auf der Bank liegen .lassen. öauf nnd hol mir's, ja?" ' - rtüi.. rv j i Illy liiuic uno icg oaoou. it. I f Hnniirn!" machte Emilie .wieder sehr gedehnt, als sich die Thür! hinter dem Kludi geschlossen hatte. ,N, daß etwa weiterer Unfug geschehen wird, glaube lch nicht. Das Kmd veruert voraussichtlich ein halbes Jahr der harmlosen Jugend, aber im iUebrigen wird die Sache wohl rm Sande verlaufen ; Helcnens Freunde werden der Kleb nen wohl Nicht gefährlich wer!en denn soviel ich von denen höre, sind sie alle mehr oder weniger nahe den Fünfzigern. rr . r ' ä m. ri mo iu jtc tn Lottes viavxtn nmzayren. us .wlro lyr woyl nichts den." : 1 ' . Das , war Tante Emi ' I ieus' Aus' spnlch.. 1 r;, j Zwischen Katharina und mir war längst alles verabredet und, wir' waren einig über die Sache. , Ich schrieb noch am nämlichen Taae an meme Freundin Llsa. eme zunge mit der ich zusammen eine Malerin, kleine Etage bewohnte, bat sie,! ein Zim- " A . . ... . f.! l...t. .. mcr yerriazieu zu laen zur unzcrn Gast, und wenige Tage später' reiste ich Gast, und wenige Tage später reiste i mit Kitty nach Berlin ab. '( : , -1 i - 1 In den ersten Wochen ihres Berliner Ausenthaltes hatte Kitty argesZHeimweh,, und das Einzige, was ; sie hätte trösten können, die Briefe ihre? Mutter, behandelten ausschließlich das eine Thema: den Beruf zu finden!! Des armeni Kindes Ehrgeiz sollte durch die mütlerlichen Briefe unaufhörlich angefeuert werden? wenn ich aber Kitty nach der Lectüre eines solchen Briefes nicht feurig und flammend, sondern. im Gegentheil recht bedruckt und betrübt sah, so wollte es mir scheinen, als habe sie nicht allein kein Talent, sondern auch gar. keinen Ehrgeiz. . Trotzdem nahm sie die Sache sehr ernst und mühte sich redlich ab, einen Beruf zu sinden. Mit Ser Musik sah es traurig aus. Weder Gehör, noch Talent, noch 5!eigung waren vorhanden. Also euch nichts. Nach Verlauf von zwei Monaten schon begann Cousine Katharina mich mit Briefen zu bonrbardiren. v?,, Es dauert doch sehr lange," meinte sie, 'konnte Kitty sich denn noch immer zu nichts entschließen?" " Nein,- Kittykonnte sich noch immer nicht entschließen; sie sing schon an, sich um ibre Erfolglosigkeit zu grämen, und ging .it blassen Wangen einher. Eines Abends besuchte uns ein Bes kannte? Lila?, Otto Hardenberg. Er war Maler, ' schon sehr bedeutend auf dem Wege, viel Geld und Ruhm zu ernten. Er nahm ein warmes, freundschaftliches Interesse an uns ! Beiden, nnd es passirte nicht .selten, daß er Abends ganz plötzlich zu einem gemüth lichen Plauderstündchen hereingeschneit kam.' - Er war ' ein großerchünenhafter Mensch mit lachenden Augen und einem prächtigen harmlosen Kindergemüth. Natürttch war an diesem Abend auch' unser kleiner Schützlinz zugegen und horchte mit angestrengtester Aufmerksamkeit auf di? gelehrte Unterhaltung über Pcrfpective, Hinter- und Unter gründ, Motive, moderne und antike Kunst zc., wovon ihr das Meiste wahrscheinlich doch recht unklar blieb. Otto hatte im Laufe des AberdS Gelcgenhelt, eine Tasse Thee aus ihren Händen in Empfang zu nehmen, und schüttelte ihr beim Weggehen die Hand; sonst ' aber, glaube ich, hatte er das stille kleine Mäuschen, . das mit aufgerissenen Augen, festgeschlossenem Munde und gefalteten Händen den ganzen Abend dazesessen, gar nicht bemerkt. ' 1 lim so erstaunter war . ich, als am nächsten Tage mein kleines Cousinchen mich fragte, ob Herr Hardenberg wohl Malstunden gebe! Sie müsse sich doch nun endlich für einen Beruf entscheiden. Am Ende würde sie Male noch am r ' n - ':,:"J "-'-it ' '" " ni:!i jii ifiiis.:!! iiifi !'" 'loi.iiiiiiiiiii.iMi'vii i:f"'i flenne rara ßtffyfi Sie sah dabei so traurig aus, daß ich, umie zu trösten, versprach, Hardenberg lögtach'zÄlräjeV Am nächsten Vormittag ging ich zu Hardenberg. Kitty nah ich nicht mit. Drohte ihr eine Enttäuschung von Seiten Ottos, so braüte ich ihr diese besser zu Hause bei. Ich ging also allein. . '; :"' ' : . "" f '7. " !:!," i f i
Hardenberg öffnete auf mein Klin geln selber in Hemdsarmeln die Thün Freundlich wie immer nöthigte er mich in's Atelier, stellte mir einen Stuhl hin, bat um Entschuldigung wegen seiner mangelhaften Toilette, fuhr schnell mit beiden Armen zugleich rn seinen Rock hinein, nahm einen dreibeinigen Schemel und setzte sich auf diesem mir' gegenüber in Positur. Dann kreuzte er die Arme über der Brust und sagte: Wie geht's Ihnen, Fräulein Helen?, und was macht Fräulein Elifa?" Kein Wort von Kitty. Natürlich hatte er das kleine Ding längst wieder vergessen. Es wäre mir lieber," begann ich, wenn Sie sich nach dem Besinden unse ,rer sämmtlichen Familienmitglieder er, kündigten. ' Dann hätt' ich doch gleich .die Gelegenheit, das zu sagen, was ich gern sagen möchte." i Er sah mich mit seinen hellen freundlichen Augen ganz verwundert an. ' Ach so," rief er dann plötzlich, sämmtliche Familienmitglieder! Rich. tig, ich habe eins vergessen. Das kleine, ach ja, ja, nun entsinne ich mich ihrer erstwieder." ' , Das freut mich, nun krieg' ich Muth zu meiner Frage." Nur zu!" t Wurden Sie meiner kleine Verwandtin Stunden geben, Malstunden?" Er sprang von seinem Schemel'auf. , Ach nein, nein, Fräulein Helene, warum thun Sie mir das an? Ach, Sie wissen doch, daß ich, nein ach, das war nicht nett von Ihnen das heißt, wissen Sie was. das ist eigentlich 'ne Idee! Mein, Freund, Regiernngsrath Schmollen, hat 'ne Tachter, ein hochbegabtes Mädel, malt schon ganz reizend, die will auch gern bei mir Stunden ha. ben, und ich möcht' . sie auch gern unterrichten, aber ihre Mutter erlaubt eZ nur, wenn ich ne Külsse habe. Da kommt ja Ihre kleine Freundin, wie
heißt sie doch?" i . . . Fitty. Richtig, Kitty, wie gerufen. , Zwei machen schon ' 'ne Klasse, nicht wahr? Dann unterricht' ich die beiden MädelS zusammen!" So trifft sich's ja herrlich," sagte ich, dankte unserm liebenswürdigen Freunde und ging wieder nach Hause. ' Ich glaube, Otto ist in Rosa Schmollen verliebt," sagte ich zu Lisa, als ich ihr das Ergebniß meines Besuches berichtete. Er war , begeistert von der Idee, sie unterrichten izu . können. An Kitty dachte er überhaupt nur als ein Mittel zum Zweck." So??, stgte Lisa trocken. Schon möglich.",, Dank dem großen Interesse Hardenbergs für Rosa Schmollen bekam mein kleiner Schützling täglich Gelegenheit, in's Atelier zu gehen, und eine Lektion zu bekomme. Diese Lektion dauerte stets drei , volle Stunden, und Sonne, , Mond und Sterne erscheinen nicht pünktlicher am Himmel, als Kitty in Hardenberg'sMier,sicheinsteM . ; Cousine Katharina war entzückt, daß Kitty sich nun endlich einem Beruf zugewendet hatte; über Kittys Befähigung stiegen ihr. auch keinen Augenblick Zweifel auf. ihre Kitty!! Das Kind selbst lebte jetzt förmlich wieder äup Wenn man sah, mit welch fröhlicher Miene sie jeden Morgen ihre Sachen zusammenpackte, um in Atelier zu wandern, und mit welch glühenden Wangen und strahlenden Augen sie jeden Mittag von dort zurückkehrte, so wußte man, auch ohne es von ihr zu hören, mit welchem Enthusiasmus ihr , Beruf sie ganz und gar erfüllte. So vergingen zwei sast drei Mo nate. z Eines Abends ich saß noch an der Arbeit klopfte es leise und sehr schüch . tern an meiner Thüre, ! , Herein!" Die Thür öffnete sich ein wenig, und Kittys Köpfchen zeigte sich in der Oeffnung. ' ,,: Komm doch herein, mein Kind!' Darf ich?" Aber ja ; so komm doch !" Ich wandte mich wieder zu meiner Arbeit; ich horte, wie die Thüre leise zugeklinkt, wurde, dann ein paar "z5V gerade kleine Schritte, weiter nichts, Alles war still. Ich wandte mich um; da stand Kitty wenige Schritte hinter mir, mit glühenden Wangen und gesenkten Augen, die Hände , in einander zesaltet, fromm wie em t kleines Heiligenbild. " , ? Na, Kittychen, willst mir das sagen? So sprich doch, Kind!" , , : : Und sie' sprach. Ich glaubte vor Ueberraschung umzufallen. , ,Das Kind" hatte mir nichts mehr und nichts weniger mitzutheilen, als daß :s sich an diefem Vormittage mit Otto Hardenberg verlobt habe. , Meine Ueberraschung dauerte aber inr einen Moment. Dann sprang ich vl sie zu und umarmte und küßte sie. Fin ? wahrer Mühlstein siel mir vom Herzen. Als ich Kitty halb todt geküßt hatte ?or Freude, schickte ich sie zu Bett, dann zing ich zu Lisa mid rüttelte sie unbarmyerzig aus ihrem ersten Schlummer rmpor. Daß sie unter diesen Umstän i sen zuerst etwas unwirsch war und mei. er Meldung keinen großen EnthusiaS nus ; entgezeubrachte, ist vielleicht begreistich. " - t Warum . freust Du .Dich denn so schrecklich darüber?" fuhr sie mich an. .Man sollte glauben. Du gehörst noch iu jenen altmodischen Frauen, welche die Ehe als die einzig gute Versorgung für ein Mädchen ansehen! Und was Du Deiner Cousine schreiben wirst daS muß ich sagen, da steht mir der Ver stand still. , Um , diesen Brief und die Antwort daraus venewe lch Dich wahrlich ' 1 '!: -' ' ... il'Uifi:,. .: : :,i 'ArJM: . " iii i::.. :,: 1,!..,., ;. ,,;Z7, UV M " ,:. ,' i KittyS Mutter antvvrtete weniger entrüstet, als Lisa geglaubt hatte. Freilich, all ihre ehrgerzigen Pläne der letz ten Jahre waren nun dahin, aber im gründe ihres 4iriiietete t fle-i"ipc un als daS, waL sie wirklich war: eine '
ganz altmodisch: veraltete Frau, die sich über das Glück.ihres Kindes herzinnig freute. Doch schrieb sie an Kitty, um doch wenigstens etwas, Fortschrittliches aufrecht zu erhalten, es sei ganz gut, daß sie einen Maler Heirathe, da könate sie doch ihre Studien auch in .der Ehe fortsetzen. . . ; . . , M , Kitty aber erklärte mir mit jener frauenhaften Bestimmtheit, die selbst das jüngste Mädchen anzunehmen weiß, wenn es erst verlobt ist: Otto sagt, wenn ich' nicht will, so brauch' ich nicht mchr zu malen, und ich hab' keine Lust, es fortzusetzen. Ich glaube , doch nicht, daß ich viel Talent habe, und Otto sagt, er will mich lie her mm H?nS?fT nphmm iinS tnirfi met.
w jjw vrrw J M len. Und dann helf ich ihm ja auchx denn er sagt, em sympathische Modell zu haben ist für emen Maler schon dit halbe Arbeit." Und da hatten wir behauptet, daZ Kind sei nicht begabt! ttttverdtsserttch. Ein geriebener ,und gefürchtete) Schnorrer will eine Geschäftsreife vor Warschau nach Wien unternehmen; sie soll aber nichts kosten. Er versteck sich auf dem Bahnhof in Warschau unte, einer Bank im Eoupe, . Der Schaffner bemerkt ihn aber, zieht ihn hervor unt weist ihn hinaus. Salomon schleicht sich heimlich in ein anderes Coupe hin ein, wird aber auf der nächsten Statios wieder erwischt, und nachdem er jetzl sine tüchtige Tracht Prügel bekomme Hit, hinausgttvorfen. Auf der zweiten Station wiederholt sich dieselbe e schichte, nur das Salomon noch eine größere Tracht Prügel auf den Buckel bekommt. Doch das hilft Alles nichts auf der nächsten Station sitzt Salo mon wieder in einem anderen Coupe! Da wird es dem Condncteur Mich zv viel; er schnauzt ihn an und sagt: Ja. wo wollen Sie denn eigentlich' hin?" woraus Salomon erwidert : Nu. wen es mein Buckel aköhält, bis Wien !" Dreimal seliq bist TU dpch t Dreimal selig bist Du doch. Sist Du noch so arm an Segen. Darfst das müde Haupt Du. noch Still an's Herz der Mutter legen Z Wie von Gottes Hauch wird. Deine' Starre Brust dort mild und weich; Jener Friedens statt ist keine, . Keine sonst auf Erden gleich. - Auch im Tempelraum umstießt D:ch des Trostes lindes Wehen, Und des Friedens Quell erschließt Ueöerall sich frommem Flehen. . Aber ob gebeugt von Schmerzen ' Ob gewiegt vom Meer der Lust Stets am nächsten Gottes Herzen Bist Du ander Mutter Brust!. ' GottlicheK Geheimniß ruht Ueber dieser Seg ms quelle, i ' ? :k ? a Die so sanft den schweren Muth r Spült hinweg wie Lethes Welle. . Selig fühlst Du's im Gemüthe: , - Was im Muttcrherzen schlägt, , Ist ein Pulsschlag jener Güte, ( Die das Weltall liebend trägt. ' e : I r '' .. ' ni ti ' , , ,, .:i i', ,' -: ., v ; Ob . die L iebe Dich verließ, " ' 1 " H O 5 die Freundsckzast Dich vergessen,' Dich alle Welt verstien: Eines bleibt was Du besessen l Die das Dasein Dir gegeben, Liebt Dich, bis ihr Auge bricht ; Vor der Mutter theurem Leben Endet ihre Liebe nicht. . . ' , ,.,. .1:,"' - .::(: iKi ay...- w ' ' . ' .. ;.;:! V! "i , 1.,: . ' tt'lltf j 3 ilDarum selig bist Du doch, . . ; il;. iseiZt Vu nocy o arm an regelt, -1 Darfst das müde Haupt Du noch "'! Still an's Herz der Mutter legen! Wie von Gottes Hauch wird Deine Starre Brust dort mild und weich ß Jener Frieden) statt ist keine. ii, ff, ..II!;: Keine sonst aus Erden gleich l:ÄM Vi.ii. "li il.i.l I'. !i ...:.. . .. . - 4V - fci'lii'lVi Albert temzchmidW 'z!I".,k?l!, ili;;;: 3licrtcri (pnt ?3ailj,':whw,,!tf -,iB irgend welcher Beziehung zum Ange. klagten? Zeuge: Nein, das nicht, aber er zu mir er hat' mich nämlich 'mal vor drei Jahrru ua fünf Mark angepumvMZi;
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Mein Soldat! Na warte, Emmy! Warte, Schwiegersohn!" rief die kleine Frau lachend und warf aus ihren blitzenden, schwarzen Augen schalkhafte : Blicke., über- die blumengeschmückte Hochzeitstasel auf das jugendliche Paar.,, Wartet nur!, Beide sollt Ihr mir dafür büßen, daß Ihr eine so. geringe Meinung von meinem Muthe hattet!" Du wagst es ja doch nicht!" hznselte' der Neuvermählte. Das sollst Du sogleich sehen Iantwor tete die Schwiegermama in festem Tone. Und mit einem nervös kastigen Griff ihrer kleinen Hand faßte sie das bis an den Rand gefüllte Champagnerglas, trank es in einem Zuge aus, setzte es kräftig wieder auf den Tisch, - klopfte daran mit einem Messer und schnellte im selben Augenblick von - ihrem Stuhle empor Alles das in einer raschen Folge und mit einer sieberhaften Heftigkeit, die zu der angenommenen Miene unsäglicher Gleichgiltizkeit und Ruhe in schroffstem Widerspruch stand. , . Gefchwirr und Geschnatter der Hochzeitsgäste verstummten im Nu. Sämmt. liche Köpfe drehten sich nach der kleinen Frau hm, die mit einem Blick wie in's Leere den Mund öffnete, noch rncht, um zu reden, sondern um vorher noch es schien, als wenn eS nur mit einiger Anstrengung geschähe lies Athem zu schöpfen. ' ' Die überraschten Hochzeitsgäste, die den Abend hindurch schon eine schwere Menge von Trinksprüchen aller Art aufmerksam anhören und als weihevoll, geistreich oder, köstlich hatten bezeichnen müssen, erholten sich inzwischen genü gend von ihrer Verblüffung, um Freude und erwartungsvolle' Neugier heucheln zu können. Ein paar besonders Be herzte' klatschten Bravo rufend, in die Hände,.die Uebrigen folgten sofort, wie elektristrt ; bald rauschte ein stürmischer Applaus durch den Saal. Die so auf, munternd begrüßte Rednerm dankte mit einer ein wenig linkischen Vernei gung und begann mit umflorter Stimme, die aber allmälig an Klarheit und Sicherheit gewann, wie folgt: Meine verehrten Herren und Damen! So viele Herren der Schöpfung und zwar! ausschließlich nur solche haben diesen Abend schon das Wort ergriffen. Und da behaupten die Männer immer, daß das schwache Geschlecht redselig sei! Nun denn, . ü so darf denn auch einmal eine Vertreterin dieses angeblich ge schwatzigen Geschlechts ich bin hierüber anderer Ansicht hier zu Worte kommen. Vielleicht hätten übrigens gerade an einer Hochzeitstafel die Frauen sogar , mehr Berechtigung zu reden, als die Männer. Beruhigen Sie sich aber, meine . verehrten Herren! Fürchten , Sie nicht, baß dieser bedrohlich scheinenden Einleitung ein Angriff aus Ihre Rechte folgen werde. Nichts liegt mir ferner. Ich habe blos die men schensreundliche Absicht, eine Jndiskre tion zu begehen.' Ich will Ihnen eine kleine Gesch'chte erzählen, die cm schar fes Licht auf den Charakter der darin vorkommenden, Ihnen wohlbekannten Personen werfen durfte. MögllH.'rweise wird diese Erzählung daher aufklärend und warnend wirken, und sonach sogar einigen Nutzen stiften. Vor vielen Jahren stand ich in sehr regem Verkehr mit einer jungen Dsme, die sich durch eine ganz außerordentliche Beharrlichkeit und Stärke des Willens auszeichnete. ' Es war merkwürdig, wie rasch j sie ihre Entschlüsse faßte; noch merkwürdiger " aber, 1 mit welcher Entschiedenheit sie stets darin ging, diesel ben zur Ausführung zu bringen ' Zu mal aber, wenn s etwas ihr Wohlgefallen erregte. Es sehen und . besitzen wollen war gewöhnlich Eins. JScr nuustgründe lieg sie nur in den selten sten Fälleu gelten. .Besonders ungern dann, wenn sie, von weiblicher Seite kamen! Denn es sei nicht r erhöh len r die junge Dame hatte eine stark ausgesprochene Vorliebe für das männliche Geschlecht. Gegen Frauen und Mädchen jederzeit kühl und zurückhaltend, schien I sie förmlich aufzuthauen, wenn Herren sich ihr näherten. Dann kam es ihr auch gar nicht darauf an, bereitwillig zu gewähren, wozu sie sich sonst nur mit Widerwillen zu verstehen pslegte, nämlich Küsse zu empfangen, oder, zu, geben.' ' .... , , , Aber da fällt mir ein, daß es nicht unangemessen wäre, Ihnen das Alter der jungen Dame mitzutheilen. Sie hatte zu jener Zeit eben ihren dritten Geburtstag gefeierte Bald nach diesem -rückte die Weihnächtszeit heran. ES läßt sich begreifen, . was für schwere Sorgen dies dem armen! Elternpaar brachte. Daß das Töchterchen sich vom Christkind eine große, sehr große Puppe wünschte, , war ihnen . allerdings bekannt., Aber es galt, um die Zusriedenheit der kleinen Gebieterin zu, erlangen, auch genau festzustellen, was sür eine! .. .. , ..Nem! unterbrach sieden Papa, der ihr geduldig allerlei Puppen beschrieb, die er gesehen haben wollte. " ! Nein ! Eine andere Puppe will ich' haben ! 110 groß, so qrvI wie Du, Papa!" Mber was für eine soll es denn sein mein Goldchen?" Ein Soldat!" I Der Herr Papa war starr. Einen Soldaten! , , Unglaublich! Es geschah zum ersten Mal, daß er über einen Ausspruch seines Lieblings nicht entzückt war. Ja, ein wenig ärgerte er sich sogar darüber. Was war das aber auch für ein Einfall ! Ein Mädchen und zum Spielzeug einen Soldaten! MaubttchM?.W.Z'A?-MO ''ifiiis V iK'' ,''',i:r'::,i;il',ll'!,:,':"l,,,'',!iilill!!'lV ''. """ V" '! : Nach einer kurzen, leise geführten Unterredung mit seiner Frau- gelangte der junge Bater zu einem Entschluß, den damals Niemand für möglich gehalten hätte : zu dem festen Entschluß, den Wunsch de? Töchterchens auf keinen Fall zu erfüllen. Nein, und wenn fit sich auf den Kopf stellen sollte !H 'Hätte man das Mädchen damit nicht geradezu systematisch an das gefährliche Zweierlei Tuch" gewöhnt, es förmlich ang leitet, Gefallen daran zuH sinden ? Schauderhaft !'"' , Rasch wurde der Kleinen alles ,, m&
'IS': nfli:,ii : & ,!....! " .: wwacaa. liche Interessante erzZhÜ und h die Hände gegeben, um ihr den fatalen Einfall aus dem Kopse zu bringen. Der gewissenhafte Vater verwendete schließ lich zur wirksameren Förderung dieses
pädagogischen Zweckes ' sogar Men Mßß'i ' m. neuen Cylinder, den das erfindungs 'WEN sf;: reiche Mädchen überraschrnd schnell in 'DDM W
eme Art von Reisesaa verwandelte. Was lag aber auch an dem Hute, wenn damit der Friede des Weihnachtssestes gerettet würde. Leider erfüllte" diese Hoffnung sich nichts Nur wenige Augenblicke fesselte der schöne. Hellstrah?,,, lende Baum die ,, Aufmerksamkeit der anspruchsvollen jungen n Dame. ! : Mit zleichgiltiger Miene musterte sie die zahlreichen prächtigen Geschenke, dann sah sie sich mit wachsendem Grimm nach allen Seiten um, und .schrie endlich so : laut, als sie konnte: .Mein Soldat! , ,, Wo ist mein Soldat? ? Jt Ü - ä, . f ') 'Das bestürzte Ehepaar bot Alles auf. Sj-M.,,!. um die immer mehr in Wuth gerathende Kleine zu . besänftigen. , , Vergebens! Sie weinte, sie schluchzte, sie strampelte mit Händen und Füßen , und wies :, ,. schließlich jeden Annäherungsversuch mit solcher wilden Hartnäckigkeit zurück, daß nichts übrig blieb, als sie ung es! ort ihrem sinsteren Hinbrüten zu überlassen. ,. Schon war man mit s schwerem Herzen im Begriffe, ohne den Liebling zu Tisch zu geben, da knarrt die Thür. .' Die! schmollende Kleine hebt d M Kopf ünd stoßt im selben Augenblicke einen Freudenschrei aus. Ein bäumlanger, junger Mensch in .Kadetten-' uniform tritt, roth bis über die Ohren ll herein, oder besser gesagt,, bleibt beklommen, den Czako unbeholfen, als wäre es etwas ungemein Gebrechliches, in den auffallend großen Händen, an der Schwelle stehen. 1 , ,,,, n Mein Soldat Mein Soldat !," jn. f fl, belt die Kleine, stürzt aus den verblasst die Augen aufreißenden Ankömmling ' los und zerrt ihn in's Zimmer. Der Zufall, oder richtiger, ein in der letzten Stunde bewilligter Urlaub hatte , den jungen Mann, einen entfernten Ver wandten des Hausherrn, hergeführt. Die Tochter des Hauses war -naturlich anderer Ansicht. Sie ließ es sich nicht nehmen, daß der große, schone Soldat eine Ueberraschung für sie, das verspätet angetroffene Geschenk des Christkindes sei und danach handelte sie auch. Nur mit Murren duldete sie, daß die Anwesenden dem jungen 'Manne zum Willkommen die Hand reichten. Sie führte ihn persönlich ' zu Tisch und be stand hartnäckig darauf, da er aus ihrem Schoße Platz nehme. ' Die an-,,,,,, wesenden Mädchen kicherten, der flungej, 5 Krieger blickte, verlegen ungefähr wie ein aufgeschreckter Feldhase drein. Erst als man die energische junge Dame aus das stattliche Gewicht deZ jungen Man. nes aufmerksam gemacht, und als sie , sich selbst davon . überzeugt . hatte, be-1 gnügte sie sich damit, daß erMwWrj sche. War das ein Jauchzen, als die Kleine entdeckte, daß der,, schone Soldat mit Leichtigkeit Augen und Mund aufmachen und schließen konnte! ? Und die prächtiaen länzdnden Knökke. Soaar Ääbne
hatte, er! Am Ende war er aar 'im ., WW!
Stande, etwaS zu effenl ' Rasch würde ihm ein Vonbon in den Mund gescho ben. ! Sieh da, er verschluckte' es eine That, welche die Kleme in hellen Jubel versetzte. ' j r i - 1 -1 L - . . '.Itil.iiil!!.
Sosort folgte ein zwettes, em drittes mit demselben Erfolge, der die Freude der kleinen Dame zum höchsten Entzük- , kcn steigerte. Nun ging eS so fort, einI tk Bonbon nach dem andern, - in immer I schnellerem Tempo, so daß der geduldige ' " junge; Mensch mit dem Verschlucken kaum mehr nachkommen konnte. 1,1 War nungen und Weisungen der Eltern lehnte sie auss schroffste ab. Das ist raein Soldat !" antwortete t sie jedesmal zor- m nig. mit funkelnden Augen und zog, auf 'L den Stuhl steigend, den jungen Mann ' "
am Ohr näher zu sich heran. .Er muß thun, was ich will. Es ist mein Sol . . f. . -- V -C. oatr is war ein romycyes rno. Das winzig kleine Mädchen und der ', große breitschulterige junge 'Mann neben Man. mußte bei dem Anblick seiner treuen, gutmüthigen Augen und der stummen Ergebenheit,womit er all? die Tyranneien der' energischen Kleinen . hinnahm, unwillkürlich an einen Neu fundländer denken, mit dem ein Kind rrL t - ;:f.r ä mjf ::t2l JS ipuu. ' -f 1 Endlich schlug '! die VefreiungSstunde für den armen Dulders Die Kleine perspürte mit 'einemmal eine große Müdigkeit; die Augen sielen ihr faZ zu. Sie verlangte selber, zu Vette gebracht
zu, werden. , Schon an der 'hnr er ,f$ .. e munterte, sie : sich plötzlich wieder und y, schrieausLeibeskrästen: MemSHldatZ . .MelnSoldat!.K,HZ tiy i , .("ii -h; 1 ,5 7 !? ;S' l! !:",J!' 1"'!1 -' ' - t f. i '!''"' !' " f'illil!:'!.!, fS ! . ,,.,ii,l i. : Viele Jahre. sind: seit lenem Weih',MW, , nacht.sabend.H?sne'?'!,Aus,der,.w zen NeinenWinzwischenei'ne, große Dame,grwox$fcri krästluM'VehärrkHeitsiudtab .heute''aRf'erjelben)Höhe.M ,.vieleHinderniDle.auch'zu.u zab sie hat ihren Willen durchgesekt. . s MMr ; " ä !'-ifi'. ': ' ..';,,(i . ?, k 'l! , ' Was, ue damals als Kmd lallte, sie fagt es beute als Neuvermählte Sie haben W fih , ja längst errathen, meine Herren und ! 11Damen, da ich . von , meiner Tochter MI. , '
Emmy spreche sie sagt eZ heute mit umso größerem Recht Und auch jene anderen Worte dürsten zur Wahrheit werden. Wie lauteten sie doch? -Er muß thun, was ich will! Es U mein Soldat!" - V V ? p S stt it n T r i e f rh
jfj m ,üv w w.. wy . n: j: ;j: y. , " . , nfazfo : M'iÄ ß t ' I' I :
!;: ,$ D t r ,; v erh si n g n i ß v o l ltg4 ,.,Ji!'S;f 'l'.ilr, ,:J...tl,....,lr''. Tltel. Junger Dichter, zu.ielnemKM Hauswirth) : Gestatten Sie gütigst, ,, , verehrter Herr Meyer, daß ich Ihnen ' man ''iicüesteS 'Werk :': öberreicheDte Mythe vomDrachenstein." Hauswirth : : Was geht mich der Drachenstein 'MW 's seine Miethe an?, Zahlm Sie mir liW berie'Jhre!"ä!K "tw5: -':' ,.;,K.:':vü;;,ii;:i. -ivnr ;ii:vv:i:,i.- i". Seelenverwandt schafr. Fräulein: Ich habe die dru letzten Nachte durchtanzt.- Student: Ah, drum sind Sie mir, so sympathisch l Ich firtf Vt h'irAfnittt t
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. it 'si; i mi Wm 'Hl1'."! i m Slii j'v I !', ! ..., .,;;, M ,.'!!!!?,'! '!is: "j H l ü'i ii' ? 1 i M' Wt l i -i 'm ! 5 if-1 ' I ir'"1 '- l i -'AU ff: I J 1 : i ':M A ;:!'!. : !i : Sv iümii "-XiiiJM i h ü lu :f 1. 1 .1,1 . I1 vm-f u.? 1 1I J 11. I t m I !F,V,,. f ',fri: ''i''ii' -''S! ' f-: I , :: i 4 . ii , ,,'l!;l':;fll irv M
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