Indiana Tribüne, Volume 7, Number 167, Indianapolis, Marion County, 6 March 1884 — Page 2
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Erscheint gSgliH, ZSSHentlich u. Sonntags. ßfflcei 120O.Marvlattdstr. i,t,g:iche Trttüne- kokt durch den TrZser tt Ä nt xr Koche, die Sonn,g .Intime- 5 Cents rr Locht. Beide jufanr.en li en. P, Post ,ugtschtckt i vsrauttt,ahlung Jo W Jahr. JrckranapoliZ. Ind.. 6. März 188t. Der Sieg des Nechtö in seorween. Qie das Kabel gemeldet hat, ist der norwegische Ctaatsminister Christian August Selmer schuldig befunden und zum Verluste seines MmrsterpostenS'sovohl, als derMitgliedschaft bei dem Von. Sraatsrathe, sowie schließlich in die Kvften des Verfabrens, die sich auf im gefähr $5,000 belaufen, verurtheilt vor en. Diese Entscheidung ist nicht nur !ür Norwegen und Schweden, nicht nur ür Europa, sondern auch für die Bürger unserer Republik von besonderem Interesse, denn das norwegische Grundgesetz .ist unserer Constitution in vielen Bezie düngen ähnlich. Zum besseren Verständnisse des Conflicts, der zunächst zur Anklage gegen den Staatsminister ge führt hat und im unmittelbaren An chlusie zu den Anklagen gegen die übngen Mitglieder des Z)tinisterium5 führen wird, ist ein kurzer Rückblick auf die nor vgische Verfassung erforderlich. 1314 wurde Norwegen, nachdem eö für 4 Jahrhunderte dänische Provinz gewesen war, von Dänemark an Sqweden abgetreten. 1810 hatte Schweden den General Bernadotte, Fürsten von Ponte corvo, zum Thronfolger gewählt, der sin derlose Karl Xlll. hatte die character lose Creatur Napoleons adoptirt, Bernadotte aber hatte den Namen Karl XIV. Johann angenommen und die Huldigung der Stände als Thronfolger erhalten. Der Kronprinz von Dänemark wollte auf das ihm durch seine Geburt zugefallene Recht der Thronfolge in Norwegen nickt verzichten, hatte in letzterem zahlreiche Anhänger und entwarf mit diesen eine Verfassung, welche die Norweger zum neusten Volke Europa's machte. Der jchlaue Bernadotte oder Karl XIV. offe rirte Norwegen dieselbe Verfassung und letzteres willigte schließlich in seine Ver einigung mit Schweden. Nach diesem Grundsatze ist Norwegen ein freies, selbständiges und unabhängiges, aber mit Schweden unter einem Könige vereinigtes Reich. Der Staats rath besteht aus zwei Ministern und weistenS 7, jetzt 9, StaatSräthen. Die gesetzgebende Macht steht dem durch denReichstag Storthing repräsentirten Volke und dem Könige zu, letzterem aber nur unter Einschränkungen. Die Wahlen zum Storthing gelten für eine dreijährige Periode ; dasselbe tritt in jedem Jahre m der ersten Woche des Februar in Kristiania zusammen, wählt zunächst aus ferner Mitte den vierten Theil seiner Mitglieder, welche das Lagthina' gewissermaßen Erecutivcomlte des Storthing bilden, die übrigen Z bilden daS -ChfsÄlfw;)" Älg,lgrkiec, fcie in der Verfassung speciell aufgeführt oder in denen daS Lagthing und das OdelS-' thing verschiedener Ansicht sind, werden vor dem Plenum des Storthina verhandelt. Der König hat das Äecht,- einem von dem Storthing gefaßten Beschlusse leineSanction zu venveigern, haben aber orei nacheinander folgende, neu gewählte Storthinzs einen gleichen Beschluß 'gefaßt, so wird derselbe Gesetz auch' ohne Sanction des Königs und trotz einem etwaigen und ausdrücklichen Veto des letzteren. Das gegenwärtigeMinisterium vonNorWegen hat eö sich in den Kopf gesetzt, ein absolutes Veto sei so innig mit dem Wesen jeder Monarchie verwachsen, daß solches auch trotz des Wortlauts der Ver fassung für Norwegen bestehe. 1872 hatte daS Storthing beschlossen, die Minister durch Gesetz für verantwortlich zu srilären und anzuweisen, daß sie an den Verhandlungen des Storthing Theil zu nehmen hätten. Der König wollte auf Rath seiner Minister dieses Gesetz nur lanctioniren, wenn ihm dagegen daö Recht bewilligt würde, das Storthing beliebig aufzulösen u.'.d Jeuahlen anordnen zu können. Dieses Ansinnen wurde zurückgewiesen und einschließlich der Versammlung von 1672 passirten drei neugewählte Storthings das Gesetz in dessen ursprünglicher Fassung. Damit war die Unterschrift des Königs übeplüssig geworden, daS Gesetz bestand zu Recht und der Widerstand des Ministeriums wurde zur Auflehnung gegen ein verfassungsmäßig zu Stande gekommenes Gesetz. Das Storthing publicirte das Gesetz mit dem Beifügen, daß dasselbe trotz des vom Könige immer noch angemaßten Veto's Landesgesetz sei. Im Juni 1882 kam der König nach Christiania, löste das Storthing auf und betonte in der Thronrede auf's Neue, daß ihm ein ab solutes Veto zustehe. Neuwahlen konnte wie schon gesagt dcr König nicht - anttdnen, und die Zeit bis zu den ver sassungsmäßigen Neuwahlen wurde von den Liberalen benutzt, das Volk über die Wichtigkeit der das nächste Storthing beschästigenden Angelegenheit zu belehren. In dasselbe wurden 83 Liberale und 31 Conservative gewählt. Das Ministerium dachte auch dieser Kundgebung des Volkswillens gegenüber an keine Resignation. Im Februar vcr. I. beschloß das Odelsthing, das Anklaqeverfahren zunächst hegen Len Staaksininister Selmer ktnzuieuen, oies war ras letzte legale Mittel, das obstinate Ministerium zu be- . seitiaen. Die Anklaae wurde vor dem ReichSrathe oder Rigörct erhoben, einer Lehöroe, de.aus den 29 ?!ltgltedern des Lagthing und den 9 Mitgliedern, des höchstes Gerichtshofes besteht ; 'zur Zu ftändigkeit derselben gehören einzig und allein Anklagen wegen Vergehen gegen fc rrf fci .mrnrn ' itrS V VJ sv v J! iJ pv gen ihre Entscheidungen giebt es keine Berufung. Der Angeklagte bat das ver fassungsmäßige Recht, ein Drittel sämmtlicher Richter zu verwerfen und der Staetkministcr machte von demselben 12
liberalen Mitgliedern des Lag'thing gegcnübcr Gebrauch. Bei dur auf Lebenszeit angestellten Vützlicdcrn des obersten Gerichtshofes setzte er voraus, daft sie der Theorie der Selbstverständlichkeit des absoluten Veto huldigen würden. Die Anklagen lauten dahin, daß das Ministeriuni zunächst Selmer dem Könige wider die Verfassung enlpfoblen habe, dem Gesetze über die Theilnahme der Minister an den Verhandlungen de-Z Storthing die Sanction zu verweigern und dasselbe mit seinem Veto ;u belegen.
obgleich dasselbe von drei verschiedenen Storthings passirt worden, sowie daß dasselbe bei zwei and-.'ren, eine Verwillizung und die Cisenöabnvett?altung betr. Gelegenheiten ebenso verfassungswidrig verfahren sei. Die Verhandlungen bezannen im Augilit vor. I. und endeten, nachdem die Anwälte deS Minister auf allen nur denkbaren formalen Einwen oungen herumgeritten waren, in voriger Wocbe mit der gemeldeten Verurtb eilung. Welker diejenigen des anderen Ministers und der neun StaatSrathe schnell folgen Werden, falls es diese hierauf noch über Haupt ankommen laen sollten. . Zur Entscheidung ähnliche? Fragen ist bei uns bekanntlich der Vundessenat im ter Vorsitz des Präsidenten des Oberbunesgerichts competent ; diese Behörde ist nicht aus Vo!!?ah!en hervorgegangen, wie dies bei der Majorität der Mitglieder des Rigsret der Fall ist. Außerdem hat Norwegen zwar den Ballast eines Königs, aber so wenig einen Geburtsadel wie wir, und zwei böchst undemokratische Einrichtunzen nicht, die leider auf un sem Lande lasten : eS kennt weder Großgrundbesitz. noch die fast unbeschränkte Herrschaft des Großcavttals und MonopolS. Freilich ist aucy die wirthschaft liche X;ajc des Landes nicht annähernd so günstig als die der Vereinigten Staaten. Kein fideleS Gefängniß. Für unsere Rechtsverhältnisse ist vielleicht die Thatsache am btteichnendsten, daß bei Eigenthumsstreitigkeiten immer derjenige im Vorthetle ist, der mit List oder Gewalt Besitz von der streitigen Sache ergriffen hat. Ob der Mann im Rechte oder Unrechte ist, jedenfalls kann eö Wochen, Monats und selbst Jahre dauern, bis man ihn wieder hinauswirft". Ein Beamter der Western Union Telegraphengesellschaft ist auf höchst eigen thümliche Art zum Gefangenen geworden, weil seine Auftraggeber die Baltimore & Ohio Telegraphengesellschaft von einem an sicb ganz unbedeutenden Stübcben nicht Besitz ergreifen lassen wollen. Diei " v V l ?es turcyen it m einem auje an eer dritten Straße in Philadelphia belegen. welches den Banners Howell Brothers gehört. ES wurde von der Western Union als Telegraphenstation benutzt, aber aus irgend einem Grunde, vielletcht weil sie nur zum Geld -Einnehmen da ist, hatte die reiche Gesellschaft keine Miethe bezahlt. Die Baltimore & Chto Gesellschaft, die bctanntllch an der Errichtung einer Mitbewerbs Linie arbeitet, bot nun den Gebrüdern Howell einen anständigen Micthspreis für die Räumlichkeit, worauf die Besitzer den bisherigen Insassen kündigten. Äm i. 2kä?5 svlltc toi Umzug erfolgen, aoer die Western Union wa.r keineswegs gewillt, sich den Gebräuchen m füacn. die für andere Gesellschaften und für Privatleutc zu Recht bestehen. Ste, bie so begeistert für ihre heiligen Eigenthumsrechte streitet, bestritt den Gebrüdern Howell das Verfügungsrecht über deren Eigenthum und verweigerte den Auszug. Ter Geschäftsführer Garwood erbot sich allerdings nachträglich zurMiethezahlung. aber einer der Howells ging darauf nicht ein und forderte die Gesellschaft auf, ihre Instrumente aus dem Stübchcn zu entfernen. Von jeht an begann sich eine Komödie abzuspielen, die als eine der beißendsten Satiren auf das amerikanische Rechtswesen anzusehen t. isi giebt 'außer dem Eongreffe 36 Staatslegislaturen im Lan de, die sämmtlich Gesetze machen ' eS giebt Bundes- und Ctaatsrichter, Milizen und Polizei, aber aller dieser schönen und nützlichen Dinge ungeachtet fechten die Western Union und die Baltimore & Ohio einen Streit miteinander in genau derselben Weise aus, als ob sie feudale Raubritter in einem völlig recht und gesetzlosen Lande wären. Die Western Union weigert sich, die Kündigung anzunehmen und ein Zimmer zu räumen.daS bereits anderweitig venniethet ist. Diese Weigerung voraussehend und fest ent schloffen, Besitz von .der Stube ;u neh men, gewinnt die Baltimore & Ohio den Telegraphisten für sich, der bisher in jener Station thätig war.' Sofort sendet die Gegnerin einen anderen Telegraph!stcn, einen kühnen und entschloffenen Mann,der sich in das Zimmer einschließt, ehe die Räumungsfrist abgelaufen ist. Ueber ihm auf dem Dache sind Arbeiter der feindlichen Gesellschaft mit'dcm Legen von Tränten beschäftigt.' Sie schlagen ein Loch m die Decke und wollen den Hauptdraht hinunterlaffen, als sich der Vertheidiger der Festung vor die Oeffnung stellt und Jeden mit dem Tode bedroht, de? den Draht zu befestigen versu chen sollte. Draußen aber, vor der Thür u dem Telegraphencabinet, hat sich eben alls ein Telegraphist aufgepflanzt, der ick Eingang zu erzwingen entschlossen ist, ovald der College die Thür öffnen sollte, ändere Wächter sorgen dafür, daß dem Gefangenen keine Nahrung zuaesührt werden kann. ES ist eine regelrechte Be lagerung. Als diese Komödie im Ganae war. anden sich selbstverständlich die Ge chäftsführer der beiden nebenbubleri schen Gesellschaften auf dem Schlachtfeste" ein. Es .ist unmenschlich.. je mandem alle Nahrung -zu erziehen," sagte Manager" ' Garwoöd vrn' der Western Union im 'ToNe tiefster Ent rüstung.' Wer hält ihn denn von seinen Mahlzeiten ab erwiderte schlau blinzelnd 'Manager" JoncS von der Baltimors & Ohio. ' . Lassen Sie ihn doch mhig zum Diner gehen !" 'Die Umstehenden lachten, aber, des Gefanaenen Sun ger. wurde durch den Witz nlcht gestillt. Wir. haben eben einen' feinen Lunch," klapperte im da sein Apparat zu. Et was gefägig?" Himmel ! telegra-
Phirte er den grausatnen Kameraden zu rück, ich kann den Kaffee riechen." -Nur Geduld !" klang es zurück, und der Telegraphenapparat schien denHohtt auSdrücken zu wollen, der dem getreuen Knechte den einzigen Leuten zu Theil wurde, mit denen er in Verbindung tre tcn konnte. So wurde aus Morgen und Abend der erste Tag deS Marz, und noch immer faß der Telegraphist hungernd in seinem Kerker. Die Bankiers, denen das Haus gehört, waren um 5 Uhr Nachmittags fortaeaanqen, hatten aber einen Wacht-
Posten auf der Straße' aufgepflanzt. DaS Gleiche hatte die Western Union gethan. In der ' Nacht brach ein eisiger Sturm t: . v ' f cn r uoer vie raor rerein, emer zener itzNudS", die auS dem hohen Nordwesten kommen, daS ganze Land diesseits der Felsengebirge durchziehen und in wemgen Stunden die Temperatur um 50 Grcch vermindern können. Gegen Mit ternacht wurde der Festungsvertheidi ger" wieder telearaphifch angefragt, wie. es ihm gehe. Ich bm furchtbar hun-. grig," antwortete er, und leide sehr von der Kälte, da ich mich auf diesen Sturm nicht vorbereitet hatte. . ES war sehr f reundlich von den Leuten im Hause, daß ie daS Feuer für den Heizapparat nicht auch noch auslöschten, denn ich wäre sonst erfroren." Auf den Ausgang dieser BelagerungS eschichte kommt nicht viel an. Dem Dr. "anner wird eS der . Telegraphist der Western Union nicht nachmachen, und am r rr t ... nve wiro woyl zrgeno emer ver vielen sich durchkreuzenden Gerichtsbefehle, den Streit vorläusig schlichten Aber daß dergleichen sich in emer :der größten Städte der Union ereignen kann, daß zwei mächtige Gesellschaften mit Umgevung der Behörden ein solches Duell aus Achten dürfen, das ist, wie EinzanzS erwähnt, eine beißende Satire auf unsere Rechtsverhältnisse. Yeuer Motor. Die Herrschaft des Dampfes als direct bewegende ttraft ist vorüber, das ist der Gedanke, der sich uns aufdrangt. Wenn wir von der neuesten Erfindung auf dem Gebiete der Mechanik hören oder lesen. ' Nicht Keeley's Motor ist eS, von dem wir zu berichten haben, nicht das Projekt jenes eigenthümlichen Mannes, der von Manchen für einen Phantasten, von Anderen für einen Schwindler erklärt wird: Die neueste Ersindung beruht, wie der Telegraph berichtete, auf dem Principe, das GaS des doppelt schwefelsauren Kohlenstoffs disulpdits o5oärb0Q, also deS. übersauren Sal zes, in dem daö Ozygen der schwefligen Säure die Quantität deS KoblenswffS um daS Dopelte übersteigt, an. Stelle des. WasserdampseS zu verwenden, .schon gegen Ende des vorigen Jahrhunderts entdeckte der Franzose LampidaS de Tour die Eigenschaft des doppelt schwefelsauren Kohlenstoffs, sich bei ,weit niedrigerer Temperatur in Gasform zu verwandeln, als das Wasser sich in Dampfform umsetzt, und gleichzeitig einen viel größeren Druck auf seine Umgebung auszuüben. Nach ihm hat man vielfach versucht, den in GaS verwandelten Stoff als bewegende Kraft u benutzen, aber alle solche Versuche scheiterten an dem unertragli chn Gstanke Ux FlüssZgkcU, der sich bei dem Ueberaange in den gasförmigen Aggregatzustand noch wesentlich steigert, und an dem Umstände, daß der Stoff sowohl als das GaS alle Mascbinentheile, mit denen sie in Berührung kamen, sehr rasch durch Oxydation zerstörten. ' Der Maschinenbauer 23. S. Colwell, vormals in Pittsburg, Pa., jedt in New Jork, hat durch Jahre lang fortgesetzte Experimente diese Hindernisse überwun den und seit sechs Monaten rn seiner Cementfabrik in New Aork -täglich ewe Maschine von 60 . Pferdekraft im Betriebe, die bei beispiellos niedrigen Betriebs kosten allen Anforderungen entspricht Er hat sich das Patentrecht für seine Er. sindung in allen Ländern Amerikas und Europa?, in denen ein "Patentschutz "besteht, gesichert und tritt jetzt mit der Ersinduna selbst an die Oeffentlichkeit Der doppeltschvefelsaure . Kohkenftoff wird selbstverständlich aus Kohle und Schwefel hergestellt seine. Bestandtheile sind sonach in unerschöpflichem Vorratht in der Natur vorhanden . Die Herstel lungskojten velausen sich nach dem Cl well'scken Verfahren auf 53.00 für ; 100 amerik. Pfund ; er geht bei 118 F.' in GaZform über, und bei einer Temperatur ; von 212 F. nimmt daS GaS einen um ein Drittel größeren Umfang an, als Wasierdamvs. Dieser Umfang vergrö ßert sich rasch mit der zunehmenden Tem perawr und verhält sich beispielsweise bei 320" zum Umfange deS Wafferdam-: PfeS wie 209 zu 70. Das erwähnte GaS bedarf sonach einer geringeren Hitze und somit weniger Kohlen zu seiner Erzeugung, als der Dampf und übt einen unverhältnißmäßig größeren Druck aus, als der letztere. Diese Vorzüge macht Colwell durch' folgenden Apparat dienstbar: Der Behäl ter, welcher den doppeltschwefelsauren' Kohlenstoff enthält, ist ein gewöhnliche?' röhrenförmiger Kessel, der zur Hälfte mit der Flüssigkeit angefüllt ist. Diesen Behälter umgiebt ein zweiter Kessel, in wel chen Dampf von geringer Spannung eingeführt wird. Die Sitze deS den inneren Behälter umgebenden Wasserdam PfeS verwandelt das Bifulvhat in GaS krm; da dieser Proceß schon bei 118 55. vor sich geht, der Wasserdampf aber mindestens 212" heiß ist, so nimmt das in Gas verwandelte Bisulphat einen' viermal größeren Raum ein, . als bei fei ner Entstehung durch eine Hitze von 118. Der Dampf, welcher dem äußeren Kessel maelührt wird, wird in emen Dampf k esset von IS Pferdekraft erzeugt und n über eine niedrige Spannung hinaufgetrieben; er umgiebt nicht nur den inneren Behälter, sondern auch die Röhre, durch welches das Gas in die Maschine, deicht es treibt, geleitet wird, und nicht minder die Cylinder mit den Kolbenstanzen, die Röhre, durch welche das verbraucht GaS in den Condensationlraum entweicht,den letzteren selbst, und endlich die Röhren, Welche daS condensirte Bisulphat in den inneren Behälter zurückleiten. Aus diese Weise wird der doppeltschwefelsaure Koh, lenstoff nie verbraucht, sondern .in OsS "wanHltf zu tropfbar üwe Sr
convennrt, als lo'.chc den Vchältcr zu rückgcführt, und so'fort in stets sich wiederholendem Kreisläufe. In derselben Weise wird auch daS in Dampf verwandelte Wasser wieder in seine Ursprungliche Form verdichteten die kleineampsmaschme geleitet,aus solcher dem äußeren Dampfkessel des neuen Apparates zugeführt, dann wiederum condensirt u. s.w. Während also das die bewegende Kraft liefernde Gas aus einem Ctosfe gewonnen wird, der sich in dem angegebenen Kreislaufe immer wieder erneuen, während daS sich in Dampf verwandelnde
Wasser condensitt und der kleinen Dampfmaschme in flüsjigem, are? helvem ustände wieder zu neuer Danlpferzcugung zugeführt und hierdurch Arbeit und HeizMaterial gespart wird, liefert daS im inneren Behälter erzeugte Gas so viel Zirast, wie eine Damvfmaschine von se chzig Pferdekraft. Die Maschine aber, welche die hierzu erforderliche Hitze in Dampf orm liefert, verzehrt nur das sur eine chwach geheizte Dampfmaschine von ünfzehn Pferdekraft erforderliche zeizmaterial. Der bier mit wenigstens annähernder Deutlichkeit beschiebene Apparat ist seit 6 Monaten in Betrieb und hat in dieser Zeit Tag für Tag die ungeheure Ersparniß an Kohlen, die er beivirkt, praktisch bewährt. Die Entwickelung des in Frasie kommenden Gases und die Steigerung eines Volumens yeht allmalig, nicht ruckweise vor sich, die Bildung von Kesselstein im inneren Behälter ist ausgecylonen uno cic vjspioiiondßeyav M tr r i L rr. . rr- l . li. v er bei dem neuen Apparate geringer, als ei den bishcriacn Dampfkesseln, alle 'Lorrichtungen, welche die Sicherheit des Betriebs der letzteren erhöhen, kommen auch bei der neuen Maschine in Anwen dung. Bei der angedeuteten Construction der neuen Maschine entwickeln sich irgend welche schädliche oder unangenehme Gerüche absolut nicht. Die Eigenschaft deS doppelt schwefelsauren Kohlenstoffes und semeS Gase?, die Maschinenrheilc, mit denen er in Berührung kommt, durch schnell fortschreitenden Rost zu zerstören, bat der Erfinder durch ein Schmieröl unschädlich gemacht, welches erauS reinem Petroleum und fein pulvcrisirtemWasserblei herstellt; dasselbe überzieht alle Wände oder Maschinentheile, mit denen der doppcltschwefelsaure Kohlenstoss in tropfbar flüssigem oder gasförmigem Zu stanoe in Berührung kommt, mit einer dünnen, undurchdringlichen Schicht, welche daS Metall vor allem Orydiren völlig schützt. Vom Jnlande. Auf dem vorige Woche im Quirinale in Rom abgehaltenen Hoföalle war die glänzendste Dame die Gemahlin unseres Gesandten 'Astor. Wir hun's, wir kunn's." . Der Küster und FriedhofAusseher Carlaugh in Hoboken, N. I., ist wegen Farbenblindhelt" abgesetzt worden, veil er einem Farbigen, der von ei nem Weißen kaum zu unterscheiden ist, einen Begräbniplatz für dessen Gattin eine Quadronln, verkauft hat. Der Platz befindet sich mitten unter den Begränißstätten der Honoratioren der Kirchengemeinde, und da mußte ein Exempel statuirt werden. E5 ist ein sehr großes Un recht, eine . Dame ' im Finstern ni küssen, wenn man nicht ein besonderesZtecht dazu hat ; aber ein noch viel größeres Unrecht ist es, sich zu entschuldigen : Hätte man gewußt, wer die Dame sei, würde man den Frevel nicht begangen haben. In New Dork starb am Mitt woch Frau I. Pulver. Bei dem Leichen begängnisse näherte sich der alte Onkel G. C. Barrington dem Sarge, um auch einen Blick auf das Gesicht der todten Nichte zu werfen, als er plötzlich zitternd zu Boden siel und augenblicklich eineLeiche war. D e xTt ""Tem F a r mr 5 Mlasael Schiele nahe Clay City, Ind., beschäf rigte Arbeiter Ludwig Obendorfer ver liebte sich in Nancy, die hübsche Tochter deS Hauses. Als die Schiele'schen Eheleute vorige Woche zufällig vom Hause abwesend waren, nöthigte er das Mädchen in das obere Stockwerk und drängte sie, ihm zu versprechen, daß sie sein Weib werden wolle. Nancy lachte und erklärte, ein solches Versprechen zu geben, siele ihr gar nicht ein. Obendorfer riß daraufhin einen Revolver aus derTasche, feuerte zwei Schüsse auf das Mädchen ab und jagte sich eme Kugel in die Brust. Fräulein Schiele ist nur leicht verletzt ; Obendorfer. liegt auf den Tod darnieder. ES werden von den Wirkuw gen der jüngsten Stürme in Alabama, Georaia und in den beiden CarolmaS aarsträubende Berichte geliefert. Menchen sind Hunderte von Fuß weit durch die Luft davonaeführt worden. Eine Dachschindel wurde mit einem Ende in einen dicken Baumstamm bis zur Hälfte seines Durchmessers hineingetrieben. Häuser wurden in lauter kleine Splitter zermalmt. Ganze Ansiedlungen sind spurlos von der Erde verschwunden. Zwei Kinder fanden sich in Baumwipfel eingeklemmt wieder. Eine Tbürhaspe steckt tief in einem Baumstamm, worin der Sturm sie gebettet hat. Ein Kieselstein wurde einer Dame tief in's Sitzfleisch hineingetrieben. Eine Schuhsohle wurde einem Manne abgerissen. Eine Geld tasche konnte nicht wiedergefunden werden, wohl aber das darin gewesene Pa Piergeld, dessen Kanten vom Sturme verbnrnitf erschienen. Einem Hrn. John Dalkin wurde ein Balkensplitter durch den Unterleib fast ganz durchgetrieben. .DieProvinzialaesetzgebung von Britisch Eolumbia hat ern strenges Gesetz gegen Chinesen-Einwanderung an, aenommen, das allerdings noch der Be stätigung durch die dortige Regierung be darf. Die Hauptbestimmungen sind fol gende : Jeder Chinese, der die Provinz zum ersten Male betritt, soll eine Steuer von 860 bezahlen oder auf sechs Monate in'A (Lefänaniß wandern. Und Jeder, der einen Chinesen in die Provinz ein jföchrt, soll L2O0 per Kopf Strafe erlegen. Will ein Chinese auf kurze Zeit die Provinz verlassen, so muß er sich bei dei Ortöbehörde melden, ein Certisikat in Empfang nehmen und dafür seine Photo arapbie zurücklassen, damit er nach seiner Rückkehr wiedererkannt werde, in welchem kZalls ' ervon dr ünfiigdollarSeue?
befreit sein würde. Jeder bereits m Britisch Columbia ansässige Chinese im Alter von 14 Jahren und darüber hat eine, jährliche Kopfsteuer von zehn Dollars zu bezahlen. Jeder ohne Licenz betroffene Chinese soll einer Geldstrafe von $40 verfallen. Fabrikbesitzer haben über die von ihnen angestellten Chinesen genaue Verzeichnisse einzureichen ; an jeder Mauthschranke ist der Cbinesenpaß vorzuzeigen. Eine besondere Bestimmung dieses Gesetzes ist gegen den Gebrauch von Opium gerichtet, welches in Zukunft nur auf ärztliche Ver-
schreivung hm gestattet sem soll. In öancaster in Pennsylvanieii wurde kürzlich der Deutsche Joyann Schwarz von den Blattern befallen und nach dem Pesthaus geschickt. Seine Frau, die man für nicht recht im Kopf" hielt, begleitete ihn. Kinder hatten sie keine. 9toch in derselben Nacht sprang sie auS einem Fenster des zweiten Stockwerks des Spitals und am anderen Morgen wurde sie eifrig betend und die Bibel lesend im Dachstübchen ihrer Woh nung gesunden. Sie hatte sich in den' Kops gesetzt, daß ihre Wohnung niedergebrannt werden müßte, und bat mit Thränen in den Augen, man möchte sie doch nicht mitverbrennen. Noch an demselben Nachmittag wurde sie nach dem Hospital zurückgebracht, sie entkam aber während der Nacht zum zweiten Male und wurde zum Schrecken der Bewohner in den Straßen desOrtes planlos umherwandernd gefunden. Von der Polizei konnte sie trotzdem nicht gefangen werden und spät äm Abend drang sie gewaltsam in das Haus eines Nachbars. Man würde sie Wohl hier über Nacht behalten haben, wenn sie nicht darauf bestanden hätte, mit der Frau in einem Bette zu schlafen. Während man nach der Polizei schickte, lief sie nach der Dachkammer hinauf und schloß sich dort ein. AIs sodann Polizisten die Thür einzubrechen versuchten, öffnete sie das Fenster und sprang mit dem Kopf voran auf daS Straßenpflaster hinab. Schrecklich und tödtlich verletzt, ward sie nach dem Hosp'tal zurückgebracht. Der Zusatz zr Verfassung, welcher die Herstellung und den Verkauf von Spirituosen vollständig verhindern sollte, ist zwar bekanntlich von der New Yorker Legislatur abgelehnt worden, aber nur mit 63 gegen 61 Stimmen.- Damit erscheint die Annahme des Slosevelt'schen Gesetz entwurfes, welcher eine bedeutende Erhöhung der Licenz für Schanklokale fordert, fast gesichert. Aus der Debatte heben wir die charakteristische Erklärung des Republikaners Leyton aus Essex C hervor. Derselbe sagte, er habe vor 29 Jahren, als er damals schon Mitglied der Assembly war, für ein Gesetz gestimmt, welches den Verkauf und die Fabrikation alcoholhaltiger Getränke verbot. Das Gesetz sei ein völliger Fehlschlag gewesen und auch jett würden Zeit und Geld, die man auf Annahme eines solchen Llmendements verschwende, nutzlos verloren sein. Daß die Prohibitionisten überhaupt geschlagen wurden, ist den Republikanern aus den großen Städ ten zu danken. Ein Conzregationaliften Prediger in Chicago heißt und ist Little. Er predigte nämli'.y : Zwei Knaben seien in Chicago ertrunken, weil sie am Tage des Herrn auf dem Flusse Schlittschuh gelaufen, das norwegische Mädchen Amalia Olsen sei ermordet worden, weil sie mitunter an Sonntagen getanzt habe. Giebt es eine niederträchtigere Schmähung des Gottes, zu dem zu beten der Pfaffe seine dlde i,'meinde ausfordert, als demselben derartige Äü.'tivz:uzuschrep ben? Vo.n Auslande. Im Pariser Stadt rathe iourde dieser Tage auf Befragen mitaetheilt, die Organisation der Schülcr-Ba-taillone sei vollendet ; am 14. Juli werde man 21,000 uniformirte, bewaffnete und kinexercirte Jun-7-n sehen. Als der zunge Prinz Cuzen von Schweden kürzlich in Upsaladas Studenten-Examen glänzend bestanden hatte, beantragte Professor Nordling als Lorsitzer der Söldermanlands-Nerikcs-Landsmannschaft, den Prinzen zum Ehrenmitgliede derselben zu ernennen. Der Antrag" siel mit 43 gegen 23 Stimmen durch, und selbst eine nachträglich beanlragte Veglückwünschung des Prinzen wurde abgelehnt. Man schreibt diesen Mißerfolg auf Rechnung der mehr oder minder demokratischen Gesinnung, die in der genannten Landsmannschaft herrscht. Immerhin bleibt zu berücksichtigen, daß oer Prinz seine Studien nicht in Schweden, sondern auf der Universität Christiana fortsetzen wird, und daß die Statuten der Landsmannschaft ausdrücklich besagen, Ehrenmitglied könne nur der werden, welcher der Landsmannschaft .'inen besonderen Dienst erwiesen, was bei dem Prinzen Eugen allerdings bis jetzt nicht der Fall war. Aus Luxemburg, 6. Febr., wird der Trierischen Zeitung" geschrieben : Viel Aufsehen erregt gegenwärtig hier ein von dem neuen Bischof, Herrn Koppes, an die Geistlichen seines Sprengels gerichtetes Schreiben, in welchem derselbe die Existenz einer luxemburgt schen Luise Lateau ankündigt. Schon seit 1869 sollte eine gewisse Anna MoeS mit den heiligen Stigmaten behaftet sein und Erscheinungen gehabt haben. Mehrere Geistliche ergriffen Partei für das Wundermädchen. Der damalige Bischof AdameS machte jedoch derSache ein Ende und entsetzte den Hauptagitator, welche? Professor am hiesigen - Priesterseminar war, seiner Stelle. Dieser verließ daS Land mit der genannten Plon und gründete mit ihr ein Kloster inBelaien, hart an der luxemburger Grenze. Diese Vorgänge scheinen zum Sturz des Bi schofs AdameS direkt Anlaß gegeben zu haben. Eine der ersten AmtShandlun gen des neuen Bischofs bestand darin, daß er den Fall einer neuen Untersuchung unterwarf. Derselbe setzt in seinem Schreiben auseinander, daß er vier Ith gische Mönche zu Rathe gezogen, und daß dieselben sich dahin ausgesprochen haben, die Moes sei nicht von einem bösenGeiste besessen, sie habe Niemanden täuschen wollen, ihr Zweck sei ein guter und der neue Bischof , müsse .ibr gewogen sein. DüZ. Verfahre? deS srüherey Bischofs
wird in dem Hirtenschrciden levyarr getadelt und jener Scminarprofessor erfährt eine glänzende Rechtfertigung. Derselbe ist bereits aus seinem Erile zu rückberufen und wieder in Amt und Würden eingesetzt." Eine Seltenheit in den Annalen der Buckdruckerei ist ein jüngst erschienenes Buch, das von einem Irrenarzt verfaßt, über Geisteskrankheiten bandelt und von Inen gesetzt, gedruckt und eingebunden worden ist. In der rrenanstalt Konradsberg zu Stockholm be fand sich ein geisteskranker Schriftsetzer, , zu dessen Beschäftigung und Zerstreuung ein' kleiner Typenvorrath mit kleiner Handdruckerei angeschafft wurde. Ein geisteskranker Zimmernachbar legte ein lebhaftes Interesse für diese Aeschästigung an den Tag und wurde von dem Schriftsetzer in seiner schwarzen Kunst unterwiesen. Bald fanden noch mehr Irre an dieser Beschäftigung Gefallen und wurden von dem aeisteskranken Jünger Guttenbergs in seiner Kunst regelrecht ausgebildet. Der Oberarzt der Anstalt, Dr. Björnsttom, unterstützte die Bestrebungen nach jeder Richtung, ,n der Einsicht, daß eine derartige Beschäftigung, für die Geisteskranken nicht nur eine angenehme und nützliche Zerstreuung, son dern auch, wie jede regelmäßige mechanische Arbeit von wohlthuendem Einflüsse auf die Wiederherstellung der Unglücklichen sei. Er ließ in der Anstalt eine vollständige Buchdruckerei einrichten deren Leitung allerdings einem geistig gesunden Buchdrucker übergeben wurde und alle Kranken, die für diese Beichäftigung Neigung hatten und sich ihrem Zustande gemäß dazu eigneten, darin unterrichten und beschäftigen. Das erste aus dieser seltsamen Druckerei hervorae-
janyciic juuf ii vu vvn wji. ojoin trom verfaßte Werk über Geisteskrankzn.. 1 Tt. rr er - etten und abnorme psychische Zustände vom forensisch.'mcdizinlschen Standpunkte auS betrachtet." ' Suakim, welches in die em Augenblicke die allgemeine Aufmerkamkett auf sich zieht, )t der einzige Ha enplay cuviens uno emer oer yeienen uukte der Erde. Im Aklttelalter war es emer der größten Handelsplätze deS östlichen Afrika, verlor seitdem anBedeutung, ist aber noch immer der MittelPunkt deS Handelstausches zwischen Ära bien und Indien einerseits, Nubien und Jnnerafrika anderseits und dürfte als solcher eine ungeahnte Entwicklung neh men, wenn die Engländer erst ihre längstgeplante Eisenbahn von Suakim nach Berber am Nil ausaeführt haben, eine Eisenbahn, die den Sudan mit ehernen Klammern an England ketten würde. Suakim liegt auf einer Insel in einer 15km breiten Meeresbucht mit engem Eingang, welche einer kleinen, breitbau chigen Flasche ähnelt; eine Brücke ver biiidet die Jnselstadt mit dem Festlande, wo die Vorstadt Gef liegt, welche alle wichtigeren Gebäude, die Bazars und die Kaserne umfaßt. Die Einwohnerzahl beider Städte wurde von Schweinfurth auf 1113,000 Köpfe geschätzt. Vor Kurzem ist in Gröden (Südtirol) ein Viehhändler NamenL Maroder gestorben, den man allgemein zwar für einen wohlhabenden, aber seineswegS reichen Mann hielt, denn er schränkte sich nach jeder Richtung hin ein, that jede, auch die schwerste Arbeit in seiner Wirthschaft selbst und gönnte sich nicht die geringste Ausgabe. Als er nun in letzter Zeit sehr krank wurde, nahm seine Magd einmal von seinem Gelde ein paar Sechserln" und kaufte hinter seinem Rücken ein Stück Fleisch, um ihm eine kräftige Suppe zu kochen. Als. er dieselbe gegessen hatte, meinte er : So a Fleischbrüh thäi mi schon kräft'gen, aber 's kleckt" (reicht) halt nie dazu," und eö wurde weiter gelebt wie zuvor, von Blend" und Kartoffeln, bis er starb und man in seinem Nachlaß 800,000 Gut den fand. DaS hätte freilich nicht zu einer Fleischsuppe gereicht. DaS schöne Geld fällt, wie verlautet, nach Spanien an entfernte Verwandte des verstorbenen Geizhalses. EinArtikel des inAlexan drien erscheinenden Blattes Le BoSphore" erörtert die Verantwortlichkeit Englands in ezug auf den Sudan nach geschichtlichen Gesichtspunkten. Es geht daraus hervor, daß England ausdrücklich die Gebietsausdehnunz EgYptenS in Mittelafrika anerkannt hat. Der Artikel 'eruft sich u. A. auf eine am 7. Sept. 1677 zwischen der' englischen und der egyptischen Regierung abaeschlossenen Uebercinkunft, welche die Jurisdiktion des Khedive auf dem Küstengebiete der Somaulis zum Gegenstande hat. In diesem Vertrage erkennt England die Einsetzung der ezvptischen Macht auf der ganzen afrikanischen Küste deö Rothen Meeres vom Cap Guardafui bis nach Suez an. Solcherweise hat also England die Thore des Sudan in die Hände des Khedive gegeben. Die Wiener PolizeibeHorde befolgt mit Rücksicht auf die Ausnahmeverordnungen Mephistos Rath: Nur greift mir ivl und seid nicht blöde!" Wie das ofsiciöse Wiener Extrablatt" meldet, wurden in der Zeit vom 31.Januar bis 7. Februar 300Perfonen ween sozialistischer Propaganda auS Wlen verwiesen. Aus demselben Grunde sind sehr Viele verhaftet, unter Allen aber befanden sich nur drei in Wien'Heimathsberechtigte.. In den außerhalb deS Wiener Polizei.Rav.onS gelegenen Gebie ten, welche unter dem Ausnahmezustand stehen, haben ebenfalls viele Verhafwn gen und Ausweisungen stattgefunden. Im vorigen Herbste wurde in Solingen von emem Kinde eine Korn ähre zum Munde geführt. Der Vorgang wurde von den Angehörigen bemerkt, doch warder Aehre rncht mehr beuukom men, und man beruhigte sich auch, als man sah, daß das Kind die Aehre verschluckt hatte und nachtheilige Folgen nicht zu Tage traten. Erst vor etwa 4 Wochen zeigte sich in der rechten Seite deS Kindes, eines 9 Monate alten Kna ben, eine leichte Anschwellung, auS wel cher sich ein Geschwür entwickelte, und ei nige Tage spater die Epitze einer Aebre sichtbar wurde; dem kleinen Kranken wurde die sorgfältigste Pflege zugewendet, doch konnte er nicht dem Leben erhalten werden z er ist seinem Leiden erlegen. Die etwa 4 Zoll lange Aehre hatte ihren Weg durch, die Lun Qjtnommm
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