Indiana Tribüne, Volume 30, Number 152, Indianapolis, Marion County, 19 February 1907 — Page 4
Jnvtana Tribüne, S Februar 1001,
Hndwna Tribüne. ' Vgd v d Wtk V. Jndisnapoli, Ind. . Harry O.THudiu .... yräfldent.
SeschSftSloealt lo, 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269 E itrd mt th Poat Office oi Indianapolis aa aacond daaa matter. NuS der Bundeshauptstadt. Nur noch zwei Wochen . und die gegenwärtige Session des ttongreffeö wiid i)r Ende erreich! haben und man wird sich sputen müssen, um bis zum 4. März mit den vorliegenden Geschäften auch nur einigermaßen aufzuräumen. DaS Resultat der Thätigkeit deö Kongresses in der gegenwärtigen Ta gung beschränkt sich soweit auf folgende Maßregeln: Erhöhung deS Ge Haltes der Kongreßmitglieder, deSSpre cherS und des Vizepräsidenten; Verbot von ttampagnebeltrügen der ttorpora tionen; Reorganisation der Artillerie; Anordnung einer Untersuchung über Frauen und Kinderarbeit. Zur An nähme kommen vielleicht noch: die EchissSsubstdienBill, die Verbesserung deS Gesetzes über denaturirtm Alkohol, Beschränkung der Arbeitszeit der Eisen bahnen auf sechzehn Stunden. Weitere Eisenbahnzesetzgedung, darunter Fest setzung der Fahrpreise sieht nicht zu er. warten. Die Bill gegen Kinderarbeit ift als verfassungswidrig beiseite gesetzt; den RegierungSbeamten wird keine Ge haltSerhöhung zutheil werden; die vom Präsidenten vorgeschlagene Lizensirung der Korporationen wird späterer Ge setzgebung überlassen werden müssen. Die EinwanderungSvorlage scheint sür diese Tagung glücklich beseitigt; den Filipinos wird die so dringend ge wünschte Zollerleichterung nicht gewährt werden; Versuche zur ArbeitSgesetzge' bung betreffs EtnhaltSbefehle find abgethan; aus dem Gesetz, das den Ver kauf der Kohlen und Oellündereien ver bietet, wird nichts und die Reformwe, fen im Poftwesen sind vertagt. Be treffS der Verbesserung unseres Umlauf mitiel.SyftemS ift nichts geschehen. In jeder Session wird die Haupt arbeit in den Schlußtagen verrichtet und eS ift erkenntlich, welch' riefiges Pensum unter solchem Dranae der Zeit von unserem Parlament abge wickelt werden kann. ES liegt auf der Hand, daß unter solchen Umständen manche Sachen über'S Knie gebrochen werden müssen, die einer eingehenden Erörterung wohl werth wären. DieS ift sicherlich ein Uebelfland, der aber, so ost er auch schwer gerügt worden ift, von Jahr zu Jahr wiederkehrt. Im Allgemeinen ift eine ArbeitSan Häufung in den Schlußwochen des Kon gresseS. etwas ganz SelbftverfländlkcheS Die wirkliche Arbeit in beiden Häusern unserer Gesetzgebung wird bekanntlich nicht so sehr von den Körperschaften selber als von den Ausschüssen gethan. Gar ost dauert eS bis gegen Ende der Session, ehe die Ausschüsse mit ihren Arbeiten fertig sind, woraus sich dann ganz von selber eine Ueberfüllung des Pensums einstellt. Dies trifft nament lich in den Schlußsessionen zu, den so, genannten kurzen Sitzungen, wie die gegenwärtige, die anfangs Dezember beginnen und schon am 4. Mürz zum Abschluß kommen. Wenn man je aus dem ost angeregten Vorschlag Ernft machen sollte und den Amtstermin des Präsidenten am 4. April statt am 4. Mürz beginnen lassen will, so wäre eö auch rathsam, gleichzeitig den Termin der Gesetzgebung um einen Monat zu verlängern. Nachdem der Kongreß sich selbst eine Ealärerhöhung von 50 Prozent votirt hat, ift in allen Zweigen deS Regle rungSdlensteS.ein dringender Wunsch nach einer ähnlichen Wohlthal rege ge worden. ' Die Eivllangestellten der Re gierunz haben den Kongreß petitionlrt, man möge ihnen eine horizontale Erhöhung von 20 Prozent bewilligen. aber dergleichen liegt keineswegs in der Abficht der leitenden Geister beider Häuser. Erst letzter Tage erklärte Payne (N. Y.). der Vorsitzer deS HauS KomiteS für Mittel und Wege, man denke ga? nicht daran, diese Foroerung zu bewilligen; einzelne Saläre möch ten erhöht werden, aber auch daö nicht gerade jetzt. Nun kommen auch Armee und Ma ,ine mit der Forderung. , daß man ih neu 20 Prozent mehr zuerkennen möge. Die Armee macht den Anfang. Wenn das Armeebudget im Senat zur Debatte
ment beantragt werden. ES steht zu
rwartm, daß dagegen Einwand er hoben werden wird, weil ein derartiges Vorgehen irregulär ist, indem solche AmendementS der Regeln gemäß vom zuständigen ttomlie in das Budget ein gesetzt werden müssen. Indeß in Ar meekreisen scheint man sich der Hoff nung hinzugeben, daß eS möglich sein wird, über dieses Hinderniß hinweg zukommen. Hat die Armee mit diefem Soup Erfolg, so will man daö gleiche für die Marine zu erlangen trachten. Diese Mehrausgabe falls angeordnet, würden sich auf nahezu drei Millionen Dollars pro Jahr be laufen. Verspätete Gerechtigkeit hat endlich der 59. Kongreß in seine? gegenwärtl gen Session den Veteranen der mexl konischen und deö Bürgerkrieges zu theil werden lassen. Die McCumber 'sche PenftonSvorlage für die Veteranen jener Kriege, welche in letzter Session naü überaus üürmiscben Debatten im Bundessenat angenommen worden war, hat auch im Repräsentantenhause eine Mehrheit erlangt. Das neue Pen onSzesek de.iebt flä auf Alle, die über drei Monate während des Bürger kriegeS und zwei SDlonate während deS mexikanischen Krieges in Heer und Flotte der Ver. Staaten gedient, einen ehrenvollen Abschied erlangt und das Lebensalter von 62 Jahren überschrlt ten haben. Sie sollen 812 Monats Pension erhalten; nach dem 70. Lebens jähre 815 und nach dem 75. Lebens jähre 820 pro Monat. Mit beträchtlichem Interesse sieht man in a vmgroner ornzuuen Kreisen dem Eintreffen deS neuen eagltschen Botschafters, JameS Bryce, entgegen, der von feiner Regierung auSersehen worden, die guten Be Ziehungen, die zwischen ihr und Wash ington bestehen, mehr in den Vorder gründ zu bringen als dies seinem Vor gänger gelungen war. Sir Mor timer Durand war zwar kein Sack dllle West, dem Präsident Eleve land die Pässe zustellen mußte, auch kein Pauncefote, der eö nicht weiter brachte als zum Nachgeben, wie zum Beispiel betreffs deS ClahtonBul werVertrageS, die englische Freund schast zu beweisen: Sir Mortimer meinte eS aufrichtig und ehrlich, aber neben dem deutschen Botschafter, der sich der persönlichen Freundschaft deö Präsidenten erfreut, siel er doch als Repräsentant Englands ab, und deS halb mußte er durch einen Mann ersetzt werden, der krast seiner Eigenart und Bedeutung von vornherein in Washing ton willkommen sein mußte. Und deS halb wurde Herr Bryce ausgewählt, der durch seine wissenschaftlichen Studien über die Vereinigten Staaten und ihre Verfassung unzweifelhaft eine durchaus geeignete Persönlichkeit ift, den guten Willen der Briten zu reprü sentlren. In dieser Mission wird er hier willkommen sein. Dahingegen macht eine Rede, welche unser Botschafter in London gelegent lich einer zu Ehren von Herrn Bryce veranftalteten Abschiedöfeier hielt, einen geradezu peinlichen Eindruck. Der Hof von St. JameS scheint auf Amerikaner eine ganz eigenthümliche Wirkung aus zuüben. Beinahe ein'jeder unserer Vertreter, die wir abwechselungshalber dorthin schicken, verfällt der Anglomanle und verliert den weitauSgedehnten Horizont, der dem echten Amerikaner doch von Hause aus angeboren fein sollte. So ift es auchZdem Herrn Neid gegangen. Gelegenheit, dies zu rügen, hat er schon vorher gegeben. Diesmal gipfelte feine Rede in einer Apotheose der Weltfrie denS'Dioökuren, des Königs Edward und des Präsidenten Roosevelt, und aufgebaut war sie auf den alten Phra fen der angelsächsischen Blutsverwandt schast und gipfelte in der Periode: Die Ver. Staaten und Großbritannien find zwei Geschwiftermüchte, mit dem selben Blut, derselben Sprache, denskl ben h?hen Zielen, denselben Beftre bungen. beide mit gemeinsamer Ab ficht: der Entwicklung deö höchsten Ty puö deö Weltfriedens, der Förderung der Humanität, Literatur, Kunft, Wif fenfchaft und deS Handels in jedem Winkel des Erdenrundes.' Bauerlaubnißscheine. I. T. und S. Harrison, Laden, 2990 Rader Str., 81.900. Frau Ollie Williams, Wohnhaus, Dearborn Str., 88000. Anhäuser Busch Breving Co. Umbau. 27 S. Miridlan, 8400. . Tiona Reflning Co. Md., Cruse.Str.. 8250. I. H. LeaSr.aun, drei WgZn, elby
i-' DaS Legislatur HauSeomite für Angelegenheiten der ' Jndianaer . Re formanftalt sah in dem genannten In stitut in Jeffttfonville zum Rechten und gedenkt fich in Jeffersonvtlle bis mor gen auszuhalten. ES gehören diesem LegiSlatur.HauScomite an: Horace L. Hanna, Vorsitzer, HendrickS County; Charles E. Scholl. Carroll, Howard und Miami County; JameS A. Nor wood, Marion County; Fred. I. King, Wabash County; John B. Faulkner. Laporte County; Michael E. Thornton, Floyd County; Carroll H. McCullough, Madison County; Cary Jackson, Rush County; T. B. Cprin ger, Sullivan County. Die Herren Hanna, Scholl, Norwood, King und Springer find Republikaner, die an deren vier Demokraten. Heute wird die Resormanftalt durch die Herren einer eingehenden Befichti gung unterzogen werden, insbesondere im Hinblick auf die Handwerkerschulen, die in der Resormanftalt eingerichtet und den Arbeiterverbünden bekanntlich ein Stein deö AnftoßeS geworden find. yolizeililheS. Einbrecher statteten John W. Watts. 903 Udell Straße, einen Besuch ab, und eö gelang ihnen mit Hauöhaltsachm im Werth von 850 zu entkommen. Nachschlüssel waren zur Anwendung gebracht. Florence Ballard. 404 Süd Delaware Straße, die laut AuS sagen der Polizei fich auf'S Wahrsagen verlegte, wurde zusammen mit einem Manne, Cox bei Namen, von den De tektivS Morgan und Kiney verhaftet. L i l l t e n V a r r i n g t o n, ein 1613 Jahre altes Mädchen, welche bei einer bisher noch nicht ermittelten Familie an der 30. Straße in Arbeit stehen soll, wird gesucht, da laut Nach richten, welche in der Polizeiftation ein gelaufen find, die Mutter deS Mäd chenS im städtischen Hospitale im Ster ben liegt. I a m e S D i n k i n, an der Penn sylvanla und South Str. wohnhast. der gestern im Star Restaurant, 257 W. Washington Str., nachdem er eine Tasse Kaffee getrunken hatte, am Zahl tische vorbkieilen wollte, konnte seine Geschwindigkeit nicht rechtzeitig ver mindern, sodaß er durch die vordere GlaSthüre flog, und das Fenster zer trümmerte. Er wurde unter die An klage deS böswilligen Betretens frem den Eigenthums gestellt. Frank Chowning. No.807 Adelaid'Straße wohnhaft, beschuldigt. einen Stuhl fich widerrechtlich angeeig net zu haben, wird fich unter Anklage deS Klelndiebftahls zu verantworten haben. Er behauptet, daß ihm der Stuhl vovi Ausseher einer Storage Co. geschenkt wurde. Au Henry L. Prather's Wohnung, 227 Oft 10. Str., entwen deten Schleichdlebe gestern Abend drei Geldbörsen nebst Inhalt, doch kann man noch nicht genau angeben, wie groß die Beute der Gauner gewesen, da die Eigenthümer zur Zelt nicht an wescnd find. Grundeigenthums Übertragungen. Augufta Leger an Wilhelmina Neu mann. LotS 45 und 46, Webb'S Sud. Theil Carson Farm, nordwestliche Ecke Raymond und Cheftnut Straße, 82.000. Sarah Armecoft an Thomas Kin cald u. A., Lot 90, I. Fletcher's Sub. Theil Oak Hill. nördliche Seite Lud lou Avenue. östlich von Commerce Avenue. 81,400. Nancy Foreman an Horatio M. Brooks u. A., Lot 91, Carpenter'S Aome Place, Add., westliche Laura Str., südlich von Washington 6u 81,700. Levi S. Plerson an Minnie P. Suher, LotS 32 und 33, Block 13, Beatty'S Addition. 37t bei 186 Fuß lede, verbessert, .westliche Seite der Orleans . Str., nördlich von Beecher Str. 82,000. Wllloughdy G. Walling an Rail road Transfer Company, Lots 2 und 3. Fletcher u. A. Cubdivifion. Außen lot 96, ect.) 80 bei Fuß, verbessert,
LegiSlatnr-JnspektllUt.
östliche Seite der Cedar Str., nördlich von Engllfh Ave. 83,500. ' William C. Van Arödel an.Harry N. Hubi'ard, heil von LotS 72 und 73. Norton Place Addition, 50 Ul 153.5 Fuß. v:rbk1snt, öftichr. Stte tut Delaware Str., südlich von 20. Str. C5,C03.
Das japanische Wracfi.
Erzählung aus dem eelnannSlebcn. von J. I. ?riorich. Wenn der Wind die Thüren und Fenster in unheimlichem Vielklang rasseln läßt und der Regen in ungestumem Ansturm an die GlaSschelbcn pocht, da sitzt es sich gar behaglich im warmen Zimmer, und , mit leisem Schauer, der aber nur zur Erhöhung der Behaglichkeit dient,' wird dann wohl oft derer gedacht, welche ihr Be ruf zwingt, Wind und Wellen Trotz zu bieten. Seesturm, welch grausiges Wort sür einen Binnenländer! Und wle wenig schert slch ein Seemann, wofern er nur freien Seeraum vor sich und ein gutes Schiff unter seinen Füßen hat, darum. Sturm wenn er nicht gar zu arg tobt und da Schiff beschädigt ist sür den Schiffer ost kaum mehr als ein Negengun zur den Binnenländer, näm lich eine kleine Unannehmlichkeit, ja oft nicht einmal diese, denn gar häufig dient ein turm aus der richtigen Ecke dazu, die Reise zu beschleunigen. An Fährlichkeiten solcher Art von Juqend auf gewöhnt, weiß der Seemann ihnen kaltblutig zu .begegnen, und kaum vor bei, hat sie sein leichter Sinn auch schon vergessen. Viel mehr als Sturm und Unwetter furchtet er schwere rank heit, welche in den fernen, ungewohnten klimatcn tückisch und unerwartet so manches frohe Seemannsherz zum Stillstehen bringt. Auch unser erster Steuermann war diesem Feinde zum Opfer gefallen. und traurig hatten wir ihm das letzte Geleite gegeben. Da ich selbst bisher zweiter Steuermann gewesen war, so ruckte ich an seine stelle vor. Unser Fahrzeug, die Marietta, eine Bark von achthundert Tonnen aus Trieft, lag eben auf der Rhede von Ba tävia vor Anker. Unser Kapitän Jossich hatte . alle möglichen sanitären Vorsichtömaßregeln ergriffen, wie auch den Verkehr mit dem Lande auf das Aeu ßerste beschränkt, dessenungeachtet aber war die Cholera auch bei uns an Bord erschienen, und binnen sünr Tagen folgten dem ersten Steuermann noch drei Matrosen nach. Mit großer Freude erfüllte es uns, daß wir, noch ehe die Ladung gelöscht war, bereits wieder Fracht nach Min danao erhielten, somit in den Stand gesetzt wurden, dem Gifthauche Bata viaö bald zu entfliehen. Eifrig betrieben wir die Einnahme der neuen Ladung und lichteten am 4. November 1876 bei beginnender Ebbe die Anker. Die Segel wurden von einer kräftigen Südostbrisc geschwellt, und schnell zog die Marietia der Straße von Makassar zu. Es wär kein neuer Krankheitsfall an Bord vorgefallen, was uns zu nicht ge ringer Befriedigung gereichte. Eine Verminderung unserer ohnehin nicht starken Bemannung, die alles in allem nur iemzelin ome zanlte, wäre in mehr als einer Beziehung unangenehm gewesen, denn wenn auch bei dem Herr schenken gleichmäßigen Winde wenige Mann zur Leitung des Schisses genug ten, o rjaite doch ein langer an Arbeitskräften bei einem eintretenden Taifun sehr gefährliche Folgen haben können; andererseits führte unser Kurs durch Gewässer, in denen malaische und chinesische Seeräuber hausten. Aller dings kreuzten da auch fortwährend Kriegsschiffe aller Kulturstaaten, aber den Piraten war die Küste mit allen ihren Schlupfwinkeln zu gut bekannt, als daß sie sich so leicht erreichen ließen, und nur .hin und wieder konnte einer dieser Banden das Handwerk ge legt werden. Vorsicht war daher jeden falls am Platze, und je zahlreicher ein Fahrzeug bemannt war, desto kräftige rer Widerstand konnte den Piraten, die sich überdies nur unter besonderen Um ständen an größere Segelschiffe wagen. geboten werden. Die Marietta" machte gute Fahrt. Die freie Zeit benutzten wir unter Anderem auch dazu, unsere Waffen vorräthe zu mustern und in guten Stand zu setzen. UebrigenS wurde scharfer Auslug gehalten. Am siebenten Tage fuhren wir in die Eelebesiee ein. Die erst so leichte Brise hatte sich nach und nach in eine steife Kühlte umgewandelt, welche end lich in einen derartigen Sturm überging, daß uns nichts anderes übrig blieb, als zu lenzen, das heißt vor dem Winde zu laufen. Gefahr war einstweilen nicht vorhanden, da wir ziemlich freie See vor uns hatten, doch wurden wir ganz beträchtlich von unserem Kurse abgetrieben, und bei längerem Anhal ten des Sturmes wäre uns die Nachbar schaft der Suluinseln, auf die wir zu fuhren, wohl sehr lnangenehm gewor den. Glücklicher Vüt währte der Sturm Nicht lange. Unserer Berechnung nach mußten w,r uns in großer Nähe de5 Suluarchl pels befinden, und thatsächlich sichtete auch bald der Posten im MarS(dcr Absatz am Kopf des Mastes, fälschlich oft Mastkorb genannt) Land : nach und nach stieg Insel um Insel aus der grünen Fluth empor. Der Kurs der .Manetta" wurde nach oroo l ge richtet. Vom Achterdeck aus, an die Backbordregeling gelehnt, beobachteten ich und Kapitän Jo ich die Küsten.' Eine Stunde mochte so vergangen sein, als : plötzlich aus dem Vormarö der Ruf ertönte : Schiff ,n Noth !" .Wo?" fragte der Kapitän hinauf, .Nord in Ost.- lautete die Antwort deSAuSlugerS..., :. ,"
Da in der angegebenen . Richtung
von Deck aus nichts wahrzunehmen war, so enterte ich mit Kapitän Jossich in den VormarS auf, wo wir auch alsbald das Schiff, das in der Nähe einer kleinen Insel lag und augenscheinlich gescheitert war. entdeckten. Bon den Masten waren nur noch Stümpfe vorHanden; an dem größten derselben flat terte eine Flagge, die in der Mitte zusammengebunden war, das Zeichen der Noth, doch konnte man der Entfernung wegen die Flagge selbst noch nicht erkennen. Was mag daö wohl für ein Landsmann sein?" frug mich Jossich. Daö rst schwer zu sagen. Der Bauart nach würde ich eS für ein deutsches Fahrzeug halten." ' - So scheint eö auch mir. UebrigenS wollen wir darüber bald im Klaren sein," meinte der Schiffer und gab gleichzeitig Befehl, ai?f das Wrack loszuhalten. Wir fuhren fort, das Schiff zu beobachten, dessen Einzelheiten immer deutlicher hervortraten. Es war ein schönes Vollschiff und lag auf der Steuerbordseite fest zwischen Felsen eingeklemmt. Das Ackere des Rumpfes war ziemlich bös hergerichtet. namentlich das Heck, welches uns gerade zugekehrt lag, schien großen Schaden gelitten zu haben, so daß es nicht mehr möglich war, den Namen des Fahr zeugeS auszumachen. Wir waren nunmehr bis auf etwa fünf Kabellängen an das Wrack heran gekommen; deutlich konnte man schon eine Anzahl Gestalten an Bord deslel ben wahrnehmen, die unS in freudiger Aufregung zuwinkten. Auch beeilten sie sich, Signale zu heißen sheißen (nicht yijzen): fenkrecht etwas emporzlelienl, vermittelst welcher sie um Aufnahme an Bord der Marietta" baten; gleich zeitig beschäftigten sie sich eifrig mit der Instandsetzung ihrer Boote, deren sie eine ungewöhnlich große Anzahl besaen. War eö nun dieser Umstand, war eS die Flagge, die wir nun als japanische erkannten, genug, mir erschien dies alles so absonderlich, daß ich mich nicht enthalten konnte, den Kapitän darauf aufmerksam zu machen und ihn zu warnen. Sie haben nicht unrecht," meinte er mit leichtem Kopfnicken und fuhr dabei fort, das fremde Fahrzeug durch fein Fernglas zu mustern. Die viel. Boote sind auffällig, aber vielleicht ist es ein Walfischfänger, den Sturm und Wetter hierher verschlagen haben. Freilich erscheint er als solcher ein biS chen zu reinlich und nett, auch war mir unbekannt, daß sich die Japaner mit diesem Erwerbe befassen; unmöglich wäre eS indessen nicht. Als ich vor drei Jahren in Mohama lag, mußte ich über ihre Fortschritte staunen. Schier kopfüber haben sie sich in die Kultur des Westens gestürzt." Das Schiff ist aber entschieden dnit scher Bauart," bemerkte ich. Nun ja, die japanische Schiffsbau kunft wird eben noch nicht allen Ansor derungen entsprechen können, und da müssen sie sich durch Ankauf fremder Fahrzeuge helfen. Schade um das schöne Schiff!" Es ist bös zugerichtet. An Flott machen ist da kaum mehr zu denken. doch dürfte auch ein weiteres Sinken ausgeschlossen sein; eS wird von den Felsen fast getragen." Wir werden ja sehen, waS sich machen läßt. Jedenfalls können wir uns einen kleinen Beraelohn verdienen." Wir hatten unS nunmehr dem Wrack bis auf beiläufig drer Kabellangen ge nähert. Weiter vorzudringen wäre ge fährlich gewesen, denn zahlreiche Klip pen umgaben das verunglückte Fahr zeug, und die Mariette" wurde daher beigedreht. Nehmen Sie das kleine Boot, faate Kapitän Jossich zu mir, und sehen Sie nach, wie die Sachen bei den Gelben dort stehen. Ist kein anderer Ausweg möglich, so wollen wir sie an Bord nehmen, dazu so viel von der Ladung, als wir hier noch auf Deck unterbringen können. Vergessen Sie auch nicht, Einsicht in ihre Papiere zu fordern. Daö mit vier Mann besetzte Boot harrte schon meiner. Ich stieg ein, und die kraftvollen Nuderschläge trieben uns pfeilgeschwind über die See, die sich gänzlich geglättet hatte. Die Brise war fast abgestorben, dafür machte sich die Hitze um so mehr fühlbar. ,,Lkip aho!" rief ich, als die AnNäherung eine Verständigung möglich machte, und bediente mich dabei der englischen Sprache. Was für ein Schiff? Woher kommen Sie?" Bark ,Anatoya' auö Nigata in Japan!" antwortete ein Mann, welcher in den Steuerbordrusten des Groß masteS stand. Wir sind . bei dem gestrigen Sturm aufgelaufen und leck gesprungen. Der halbe Raum steht voll Wasser. Nehmen Sie uns an Bord Ihres Schiffes!" , Wohin waren Sie bestimmt?" Nach Surabaya." ' , .Was für Ladung?" . Verschiedenes, meistens Lackwaaren und Serdenflosse. Warum führen Sie so viele Boote? Drei , gehören zur Ladung. Während dieses Gespräches waren wir so weit an die Steuerbordseite des Wracks herangekommen, als es vle gel fen gestatttten. Forschend schweiften meine Blicke nach dem Bug, wo ge wöhnlich der Name deS Schisses steht, aber Felsen und Trümmer von Stengen und Masten verdeckten die Schritt. . Wie können wir qm besten an Bord
Lelangen?' rief ich, als ein weiteres Vordringen nicht mehr möglich' war. "
Begeben Sie sich nach achter (nach dem Hintertheil des Schiffes), wir werden die Jaloböleiter hinunterlassen." Wir fuhren also den Felsen entlang bis unter das Heck, woselbst die Jakobsleitcr, eine am Besanbaume befestigte Strickleiter, bereits in Bereitschast gesetzt worden war. Ich lierc zwer Matrosen im Boote zurück, mit den beiden anderen kletterte ich an Bord, ein Weg, der durchaus nicht sür schwlndelbehastete Landratten geeignet ist, aber auf hohem Meer, besonders bet starkem Seegange, oft den einzig möglichen Aufstieg bildet. Auf Deck angelangt, das sich rn nichts von dem
eines europäljchcn Schiffes unterschied und aus welchem man in Folge der geneigten Lage des Schiffes nur schwer stehen konnte, . wurden 'wir von der Mannschaft der Anatcya" freudig begrüßt. Dieselbe zeigte mit Ausnahme , des einen, der mit uns gesprochen hatte, entschieden mongolischen Typus. Der größte Theil von ihnen war europäischcn Matrosen gleich gekleidet, nur einige wenige steckten in einer halb malaiischen, halb chinesischen oder japaNischen Tracht. Der Sprecher von früher, offenbar der Kapitän, trug die gewöhnliche Tropenkleidung der Europäer. Er war von hoher Gestalt, schlank, mit durchdringendem Blick, und seine Züge verriethen große Energie. Seiner Abstammung nach mußte er irgend einer romaNischen Rasse angehören. Mir die Hand bietend, stellte er sich als Don LuiS LisonjeraS vor. Ich nannte ihm meinen Namen und bat sodann, mich Einsicht in die Schiffspapiere nehmen zu lassen. Mit Vergnügen," antwortete Lisonjeras, wobei ein leichtes Lächeln seinen Mund umspielte, obwohl ich fürchte, daß Ihnen damit wenig gedient sein wird." Darin hatte er allerdings recht, denn als ich das Papierbündel, welches er mir reichte, aufschlug, sah ich nichts als Reihen krauser Zeichen, deren schön geschwungene Linien ein Ehinefenoder Japanerherz wohl mit Entzücken erfüllt Kälten, für mich aber gänzlich unentzifferbar waren. Achselzuckend gab ich die Papiere dem Kapitän zurück, der sie spöttisch lächelnd in Empfang nahm, sich jedoch bereit erklärte, mir jede gewünschte Auskunft zu ertheilen. Wie lange befinden Sie fich schon in dieser Lage?" fragte ich. Seit fünfzehn Stunden. Ueber unser unmittelbares Schicksal waren wir allerdings beruhigt, da das Schiff nicht weiter sinken konnte; doch erfüllte uns die Nähe der Suluinseln, der berüchtigte Schlupfwinke! von Piraten, mit nicht geringer Besorgn! ß, denn bei cmer Plünderung des Wracks muh ihnen jedenfalls daran liegen, die Zeugen der That zu beseitigen. AuS gleichem Grunde wollten wir unS nicht auf die nahe Insel begeben, und eine weitere Fahrt in Booten wäre bei dem bis vor Kurzem herrschenden Seegange unklug gewesen. Mit Freude sichteten wir daher Ihr Schiff und hoffen nun, daß Sie uns nach dem nächsten Hafen, den Sie zu berühren beabsichtigen, mitnehmen. Wohin sind Sie beltimmt?" Nach Mindanao." Um so besser. Ich würde von dort aus unter sicherem Geleite zrrückzukehren trachten, um von der Laduna u retten, was dann noch zu retten fern wird. Könnten Sie vielleicht nicht einen Theil unserer Ladung an Bord nehmen?" Darüber hatte ich mich bereits mit Kapitän Jossich besprochen. Ich erklärte daher dem Spanier, daß wir ihn, seine Mannschaft sowie einen Theil der Ladung, deren Menge ich vorschrieb, nach Mindanao mitzunehmen bereit seien, und bat ihn nur, sich so viel wie möglich zu beeilen, woraus ich mich verabschiedete. Es dauerte nicht lange, so sahen wir die Japaner in zwei Booten, deren jedes ein zweites, schwer beladenes, im Schlepptau hatte, heranrudern. An unserer Leeseite legten sie an und beaannen unverzüglich ihre Ladung, die in Kisten, Ballen und Fässern verpackt war, meinen Anordnungen gemäß an Bord zuschassen, während sich Kapitän LisonjeraS zu unserem Schiffer auf das Achterdeck begab, um ihm für die Aufnähme zu danken. Die Kolli waren nach und nach -sämmtlich mittelst der an den Nahenocken (äußere Enden der Rahen) befestigten Taljen (Flaschenzöge) an Bord geholt worden, ausgenommen zehn Kisten, welche sehr werthvolle Porzellanwaaren enthalten sollten, weshalb sie mit besonderer Vorsicht behandelt wurden. Alles ging gut. Auch die Japaner kamen an Bord und begannen' die Ladung mit unserer Hilfe wcgzustauen. Eben trugen vier Mann eine der Porzellankjsten nach Backbord hinüber, als ein plötzlich einsetzender, wenngleich geringer ' Windstoß die Marietta" auf dte Seite legte. Der eine, die Kiste von hinten stützende Matrose gerieth dadurch in'S Stolpern, fiel, und mit Gepolter kollerte die Kiste zu Boden, wobei sich ilre Fugen öffneten und als Inhalt zwei bis an die Zähne bewaffnete, halbnackte Kerle zum Vorschein kamen. Im Nn veränderte sich jetzt das Bild. Gleiä) Wölfen fielen die Japaner, die verborgen gehaltenen Waffen hervorholend und von denauS ihren zehn Kisten emporschnellenden Gefahr Un unterstutzt. ' über unS her. Hatte (Fortschu-z esf der 5. Leite.
Häuser. 1932; 1934. 1936 Sk.. 53.3N.
, gelaugt, , seil: tk, , bezüglich:? Hr.ir.it
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