Indiana Tribüne, Volume 30, Number 151, Indianapolis, Marion County, 18 February 1907 — Page 4

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8 Februar RSV?.

Hndiana Tribüne. vaulgkgkde d dtt td,a. Indianapolis, Ind. - , j ijTjxjirijnrLnjxjnnnrjnjT-n-rT u ji öarry O. Thudin yristdent.

SeschSftSloealt No. 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 20V. K itrd t th Pott Office oi IndUnapoli , cond cltii matter. Für Weltfrieden. Anschließend an die so erfolgreiche Agitation und Konferenz zu Gunsten eines SchiedSgerichtSvertrageS zwischen Deutschland und den Vereinigten Staa ten, versendet die deutsch.amerikanische Friedensgesellschaft, deren Hauptsitz in Ne York lft, folgenden Ausruf an die Völker, roie solcher auf dem letzten in ternationalen FriedenScongceß von Mailand beschlossen wurde. Die deutsch amerikanische FriedenSgesell schaft erkennt die in dem Aufruf ausgesprochenen Srundsütze alSth eigenen an, hat aber vor allem die Erhal tung und Förderung der Freundschaft zwischen Deutschland und Amerika auf ihr Banner Leschriebzn. Der CchkedS gerichtövertrag, den Deutschland angenommen, lft, nebft anderen, vom ame rikanlschen Senat noch nicht bestätigt worden. 65 hängt von uns Deutsch Amerikanern ab, durch zielbewußte Arbeit die Wiederaufnahme der Ver. Handlungen zu erzwingen. ES werden deshalb im Interesse einer allgemeinen Agitation alle Deutschamerikaner er sucht, Mitglieder zu werden, und so dazu beizutragen, daß niemals ein Conflikt entstehen möge, wo diese bei den Schwestern, Germania und Colum dia, sich mit dem Schwerte in der Hand gegenüber stehen. Mitglied kann jedermann werden, dem die Ver Hinderung eineZ solchen Krieges, der erfahrungsgemäß durch gewissenlose Hetzer provozirt werden kann, am Her zen liegt. Der Aufruf lautet: Dcr XV. FriedenScongreß hat unter bi sonders günstigen Umstünden ftattge funden. Die Anregung der englischen Regierung zu Gunsten einer zweiten Haager Tonferenz, das ermuthigende Beispiel, das dieselbe Regierung durch Verminderung ihrer militärischen AuS gaben gegeben hat, der Beifall, mit dem die öffentliche Meinung der größ ten Nationen dielen Antrag aufge nommen hat, die Haltung mehrerer Staatsoberhäupter zeigen, - daß die Etunde.deS.FriedenS nahe ist, daß der Kampf um die militärische Oberherr fchaft Europas nicht ehr die Beweg kraft der modernen internationalen Politik bildet. Zweifellos hat die Propaganda der FriedenSgesellschaften einen hervorra genden Einfluß auf diese glückliche Wandlung gehabt, da sie in Ueberein ftimmung mit dem ureigensten Sinne der Geschichte arbeitete. Aber mächtige Mitarbelterschaft hat ihr nicht gefehlt. Eine solche gewährte die wirthschaft liche Ausdehnungen der europäischen Staaten über den ganzen Erdball, die der militärischen Vorherrschaft Euro paZ die Bedeutung und den Werth ge nommen hat, den sie noch vor einem Jahrhundert hatte, eine solche gewäh ren auch die neu. Richtungen des wissenschaftlichen und philosophischen Denken?, des wachsenden Einflusses der mittleren Volköklassen, die eine Politik der Verständigung und des Friedens gebieterisch fordern. Die schmerzhaften Zuckungen, von denen die modernen Demokraten durch wühlt werden, zeigen, daß sie mit ihrem Schicksale gründlich unzufrieden find und nach neuen Einrichtungen streben. Neberall fordern sie Altersversorgung für die Land und Stadtarbelter, Ver ficherungen gegen Krankheit und Un fall, und immer gebieterischer werden diese Forderungen gestellt. Nun liegt eö unzweifelhaft klar am Tage, daß das einzige Mittel zur Stärkung de fozia len Budgets in der Verwendung der Einkünfte des Militärbudgets liegt. ES giebt keinen anderen Ausweg; denn die Steuern find bereits zu einer Höhe gediehen, daß eö, ohne Beeinträchtkguvg der Produktion, unmöglich ist, diese zu überschreiten. Die Verminderung der KriegSauSgaben ist daher nicht nur ein Wunsch der Menschenfreunde und Jdea listen, sondern eine gebieterische soziale Notjwmdigkeit. Der - gegenwärtige Zustand deS russischen Reiches zeigt in tragischer Weise die Wahrheit der Lehre der Friedensfreunde. Möge diese Warnuug nicht vergebens sein! Die Regie rungen der anderen Länder sollten an diese Beispltle lernm, daß eine Ver!

ftändigung, welche die Abrüstung mög lich macht, nunmehr unumgänglich ist. Man muß für immer auf gewaltsame Eroberungen verzichten und man muß flch dazu entschließen, aus'S Strengste die Rechte der Bevölkerungen zu achten und die Grrenzsragen durch RechtSmit tel zu regeln. Diejenigen, die noch immer eine veraltete Politik nach den kindischen Ideen deS Mittelalters ver folgen vollen, häufen eine furchtbare Verantwortung auf ihr Haupt. Es ist demnach nunmehr für jeden gewissenhaften Menschen eine gebiete rische Pflicht, muthig diese möglichen Unglücksfülle durch Herstellung eines Rechtsbundes der Kulturdevölkerung zu beseitigen, eines RechtSbundeS, der den Völkern Das wird geben können, was sie zu fordern so sehr berechtigt find: ein erträgliches Dasein."

Bravo, Herr Präsident! Am SamStag besuchte den Präsiden ten eine Delegation von Weiberrechtle rinnen. Eie verlangten- stürmisch. Gestern schrieb Roosevelt einen Brief und der Inhalt darf wohl als die mannhafte Antwort auf das Geschwätz der Weiber und der Lady Cook gelten. Ich halte eS für eir Verbrechen für die Frau, ihre Pflichten als Gattin und Mutter niedrig zu schätzen. Gewiß sollte die Frau gleiche Rechte, sich auS zudilden, mit dem Manne haben, und in Ausnahmefüllen auch berechtigt fein, einen anderen Beruf als Hausarbeit aufzunehmen. Aber gerade wie eS die erste Pflicht eines Mannes ist, für Frau und Kinder zu sorgen, so ist eS der Frau höchste Mission, die Arbeit im Familienkreise zu thun." . ., . Der französische Kriegs-Minister Pi:quart möchte anscheinend mal wie der den alten deutschen Cchlachtgesang: Es braust ein Ruf wie Donnerhall" hören. Von allen Seiten kommen Gesuche iu Washington um Tarisrevision ein. Was man jetzt erbittet, kann das Volk am Wahltag fordern und auch erzwingen. Die britischen Vettern haben ihre L aft. Streit zwischen den beiden Häu sern deS Parlaments, Frauevrechtle rinnen, die das Parlament attackiren, und einen König der obszöne Schau spiele besucht. Shocklng! In Minnesota hat ein Solon ein neues Gesetz in Vorschlag gebracht, nach welchem (3 verboten sein soll, eine Mut ter zur Entwöhnung ihres EäugllngS zu bewegen, ehe das Kind einen Monat alt ist. Vor Kurzem .erst wollte ein anderer westlicher Gesetzgeber die Mini malkürze der Balletröcke gesetzlich fest legen. Diese ttompatrioten denken doch an Alles! So an die tausend Temperenzler zogen in Washington nach dem ttapi tole, um den Kongreß zu bewegen, im Distrikt Colnmbia den SchnspSteusel unschädlich zu machen und die Bundes Hauptstadt in eine trockene umzuwan dein. Nur zu! Des Lebens Unver stand mit Wehmuth zu genießen, ist Tugend und Begriff. UedrigenS soll ten die Washingtoner jetzt mit einer Demonstration von 10.000 oder 20.000 Mann aus den Kreuzzug der Tempe renzler' antworten. Die vornehmen Engländerinnen tragen jetzt wieder Nachtmützen. Vor 50 Jahren wurde dieses Garderobestück in die Rumpelkammer geworfen, jetzt kommt'S wieder allgemein zu Ehren. Die TageLgeschichte hat eben seltsame Launen. Der deutsche Michel hat die Zipfelmütze mit einem mächtigen Ruck vom Ohr gezogen, jetzt wird sie in an derer Form an der anderen Seite des Kanals salonfähig. Und die Zeit wird kommen, da der Michel auch den Söh nen AlblonS eine ganz prächtige Nacht mütze aufsetzen wird. Allem Anschein nach wird der nächste Vertrag mit Japan einen Para graphen enthalten, der der japanischen Kuli'Einvanderung ein Ende macht. Der Präsident befürwortet nach Rück spräche mit der calisornischm Delega tion jetzt selber nachdrücklich eine der artige Maßregel. Da3 würde auch den San Franciöcoer Schulftrelt zum Ab fchluß bringen, da die dortigen Ein wohner daraufhin dem Besuch ihrer Schulen durch japanische Kinder nicht länger opponlren. Wenn die San FranciZcoer Schulangelegenheiten da rin enden sollten, daß sie der japanischen Kuli'CinvanderuNg ein Ende macht, so würde fit wenigsten eine günstige Folge habm.

. Jnvtana. Tribüne, Damen-Lcrein des Sociale Turnverein.

Der Damen Verein des Socialen Turnvereins hielt gestern Abend seine musikalische Unterhaltung im Deut schen Hause ab, bei welcher Gelegenheit die 80. Geburtstagsfeier der Mutter des Herrn Otto Stechhan statt fand und wurde dieselbe von Frau Janke den anwesenden vorgestellt und Frau Anna Slevolo, die Präsidentin des Vereins, folgendes Gedicht deS Sohnes Otto, des Geburtstagskindes vortrug. Meiner lieben Muiter zum achtzig sten Geburtstage. 16. Februar 1907. Achtzig Jahre! Gottbewahre, Neun und siebzig bist Du nur, Denn am Tag wo Du geboren Schlug nur einen Tag die Uhr. Ist auch grau Dein Haupt geworden, Noch hältst kräftig Du'S empor, Und Dein Aug' noch hell erstrahlet, Freuend sich am Blumenflor. Deiner Kinder, KindeSkinder, Deiner Freunde, groß und klein. Und an dem was Dir gelinget Und nur roen'gen will gedeiheu. Freude hast Du noch am Leben, Wo'S schon kielen wird zur Last, Jubel, Sang, das Edle, Schöne, Ist Dir stets willlomm'ner Gast. Immer rührig, unverdrossen, Lebenskraft, noch ist sie Dein, Der Probleme, tausendfältig Möchft Du losend, noch Dich meih'n. Aberglauben, nicht beirret, Deinen frisch erhalt'nen Geist, Menschenwürde, Menschenleben Sie allein ist's was Du preist. Keine Furcht macht Dir daö Ende Die Natur erkennst Du an, Das alleine sie regieret Indem großen Weltenplan. Deiner Menschenpflicht Genüge, Redlich hast Du sie gethan, Und in Ruhe kannst Du schäum Deines Lebens Wirken an. Waren Sorgen auch und Plagen Mannigfaltig Dir gezählt. Hast auch Freuden Du genossen. An der Freude Quell' erwählt. Daß noch lange Du magst wirken Geist und körperlich gesund, Ist, was Alle, die Dich lieben. Hier im Wunsche geben kund. Die Mitglieder feierten den GtburtZ. tag in gebührender Weise, indem sie daö Geburtstagskind mit Blumenspen den bedachten und eine entsprechende Feier bei der üblichen Tasse Motto der anftalteten. Gottlieb Leukhardt, Die gemüthliche Scke, Ecke Nobk uv Market Str Frau Christian F. H. Wate r m a n , an der 42. Str. wohn haft, hat sich infolge eineS Falles den Arm gebrochen. Frau Waterman be fano sich im Buggy auf der Heimfahrt, als ihr ein Packet aus dem Wagen fiel. Sie hielt an, um dasselbe aufzuheben, hatte aber kaum das Geführt verlassen, als das Pferd anzog. Frau Waterman lief demselben nach und fiel so Unglück lich, daß sie das Handgelenk brach. Der Unfall ereignete sich an der Jlli noiS nahe 30. fetr. Wührendder Abwesenheit der Familie verschafften Einbrecher sich Zu tritt zu Frau WarfieldS Wohnung, 1641 VandeS Str., und es gelang den selben mit einer großen Menge Linnen fachen und geschliffenen GlaSwaaren zu entkommen. A l m a T u r k, 15 Süd Liberty Straße, ein erst 14 Jahre altes Neger Mädchen wurde von den Rodlern Gol nisch und Wilson unter Anklage des DiebftahlS gestellt. Sie ist beschuldigt, einem Italiener Orangen von seinem Wagen gestohlen zu haben. ' Unter Anklage deS Groß diebftahls wurde Dipple Robertson, ein 18 Jahre alteS Mädchen. 427 W. Obig Str., verhaftet. Dipple stand in Dien sten einer Frau Nicely an der N. Dela aat Str., doch verließ sie den Dienst und man vermißte dann eine Anzahl Kleidungsstücke. Leut. Sandman, der Dipple in einem Restaurant auffand, verhafteteste. E v a n S v i l l e. Auf bisher noch unaufgeklärte Weife brach in der Säge mühle von John A. Reitz.und ConS an 7. Aöenue und Ohio Straße ein Feuer aus, durch welches das Gebäude nebst Einrichtung und Inhalt total vernichtet wurde. In der Mühle waren 110 Leute be. fchäftigt, welche jetzt in Folge des Feuers zum größten Theile außer Ar beit gekommen (tob..

Aie FttlsSungstorte. I r-r

llnt alltägliche Geschichte von L o thar Brenkendorf. Mit einem wehmüthlich ernsten Ausruck des hübschen Gesichtchns. der sie 2nz allerliebst kleidete, hatte Fräulein .'isette Rappaport die Untersuchung es Samtätsraths üUi sich ergebn issen. Sie seufzte dabei alle zwei Mi.aten recht vernehmlich, und ein unbeangen Beobachter hätte ihre schmerz .ichen Aufblicke vielleicht ein klein wc:g theatralisch gefunden. Fräulkin Sabine Rappaport aber ihre Tank' war eben kein unbefangener Beob--chter, und nach jedem Ach!" und ,.0!" ihres Nichtchens mußt sie die Bläser ihrer Brille putzen, die wundericherweise gerade dann beschlagen waren. Als der Somtätsrath sich jetzt erhob, stand auch sie von ihrem Lehnstuhl auf. Mit weicher, ungemein wohlklingender Stimme sagte sie: Geh' nur einen Augenblick hinau-. liebes Kind! Ich habe mit dem Herrn Sanitätsrath zu reden." Mit müden, schleppenden Schritter. die gar nicht zu ihren achtzehn Jahren und zu der 'eigentlich recht blühendem Farbe ihrer Wangen passen wollten. verließ Fräulein Lisette das Zimmer. Und die Thür hatte sich kaum hinter ihr geschlossen, als die Tante angstvoll sagte: Was ist es. Doktor? Was hakn Sie gefunden?" Die Antwort tes Sanitätsrathes war befremdlich genug und für jeden Dritten sicherlich unverständlich. Gz sagte nämlich nur: Es ist wirklich nur das!" Fräulein Sabine mußte ihn wohl verstanden haben, denn sie that kein: Frage weiter, sondern ließ sich seufzend wieder, auf ihren Lehnstuhl nieder. Und auch der Sonitätsrath nahm von Neuem Platz. Es ist also wirklich nur das!" reis derholteSabine. Sonst ist das Kin zanz gesund?" Ganz gesund!" .Das 5erz?" .Durchaus in Ordnung!" 2)ie ,Lunqe?" .Vortrefflich!" .Lieber Doktor dann will ich Jh rxn ein Geständnis machen. Ich ha!?: an ihn geschrieben." So Sie haben an ihn geschr:: ben?" Jawohl! Es war ein schwerer Schritt. Aber um des Kindes willen mustte ich mich dazu entschließen." $m! Und was haben Sie geschri.'ben?" Warum er so ohne Abschied gezangen ist. Und ob er nicht wiederkamme'n will. Und daß nun daß ja -H das; man es bei uns -sehr gern sehen würde, wenn- er wiederkäme." Das haben Sie geschrieben?" Ja. das habe ich geschrieben." Liebe Sabine $ sage Ihnen, er kommt wieder. So gewiß, wie ich hier sitze. Ich bin nicht blind und ich fcabe es gesehen. dasj der June das Mädel lieb hat. Er viel zu ehrenhaft, um bloßes Spiel mit einem Herzen zu treiben. Und wer weiß, wie sich Alles aufklärt vielleicht ist er plötzlich in die Garnison zurückberufen worden bei einem Offizier ist so ctwas immer möglich." Das hoffe ich und das glaub: ich auch. Aber ich muß Gewißheit haben. Soll ich ruhig zusehen, wie das Kind sich abhärmt? Weiß ich doch zu gut. wie schwer - man so etwas trägt." fcine feine Nöthe war in ihr Gesicht gestiegen. Wie hübsch sie eigentlich noch war, "trotz ihrer 42 Jahre, die alte Jungfer! Der Sanitätsrath sah unwillkürlich in den Spiegel, der ihm gcrate gegenüber an der Wand hing. Er nrar doch auch nicht so sehr weit über die vierzig er hatte sich ordentlich abrackern müssen sein Leben lang, und Fräulein Sabine hatte ein gar stilles und gleichförmiges Leben geführt. Ui der Kummer pflogt sonst ein .Ncnschenantlitz nicht jugendlicher uns frischer zu macken. Und daß Fräulein Sabine einen schweren Kumm hatte tragen müssen durch lange Jahre das wußte er selbst ja am besten. Und sie hatte es ihm auch gesagt. Bor mehr als zwanzig Jahren hatten sie sich einmal sehr geliebt der Herr Sanitätsrath, der damals noch ein Student gewesen, und die Tochter des Bürgermeisters. Nach dem Examen war der junge Arzt in die Welt hinausgegangen und da draußen hatte cr Fräulein Sabine 'vergessen und hatte eine Andere zur Frau genommen. Die war nach kurzer, glücklicher Ehe gestorben.' Und dann nach langen, langen Jahren wär der Arzt heimgekehlt in das stille Städtchen a's ein alter Mann. Es war ein stilles und friedliches Wiedersehen gewesen zwischen den Beiden und von Lieb: wurde zwischen ihnen nicht mehr zesprachen. Die war wohl gestorben in der langen Zeit. Aber gute Freunde sehr gute Freunde wurden sie. und sie bemühten sich von dä ab gemeinsam, die süße, kleine Lisette zu verziehen. Aus barmberziger Liebe hatte Fräulein Rappaport das Mädchen, in ihr Haus genommen, und sie hatte nur Freude an ihr gehabt bis jetzt die Geschichte mit dem Leutnant von Münzel gekommen war. Aber das würde noch gut werden sicherlich! Ud er sollte Recht behalten mit seiitt Zuversicht. Denn eben jetzt kam

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Mie Kmm mtch nur tin ventünftZgev Mensch mit gesundem Menschenver stände, von dem wir doch alle unseren Theil abbekommen haben, wie kam ein solcher Mensch fortfahren die ordinären Soda Crackers" zu kaufen, alt und staubig wie sie sein müssen, wenn man für 5 Ct. schon Öinieeda Btiscuft frisch vom Ofen, geschützt gegen Staub durch ein Packet dessen äußere Zierde hungrig macht, erhallen kann. NATIONAL BISCUtT COMPANY

Guste, daö- Dienstmädchen, mit hoch rothem Kopf zur Thür herein. Ein Eilbrief, Fräulein! Wahrhaftiger Gott en Eilbrief!" Fräulein Sabine zitterten die feinen Finger, während sie das Schreiben erbrach. Dann aber breitete es sich wie stille Verklärung über ihr Gesicht. ..Er kommt, Doktor! Morgen .?m.nt er morgen hat er Urlaub! r ist, wie wir vermutheten, unerwar- : t rasch in seine Garnison zurückberuin norden. Und cr Doktor, er bitmich um Lisettes Hand!" Ei will uns also doch das Kind 7hmen, Sabine! Eigcntttch kann ch mich gar nicht so recht srcuen. Sie war uns so ein Stückchen Sonnenschein was?" Ja das war sie!" bestätigte Fräulein Sabine einfach. Aber ich habe es doch gewußt, daß sie eines Tazes von mir gehen wird. Und wenn es des Kindes Glück ist, will ich es wohl tragen." Achtungsvoll küßte ihr der Sanitätsrath die Hand. Dann aber hatte er es mit einem Male sehr eilig. Auf morgen also, Fräulein Sabine! Das soll ein fröhlicher Verlobungsschmaus werden! Aber Sie dürfcn dem Kinde noch nichts verrathen nein? Es soll eine Ucberraschung werben eine großartige Ueberraschung!" : Er stürzte mit beinahe jugendlicher Eile davon. Beim Konditor kehrte er ein; und da hatte er eine lange, anscheinend hochwichtige Unterredung. Als er sich am nächsten Tage um drei Uhr einstellte, trug er ein gewichtiges Packet. Aber er brachie es niat zu Fräulein Sabine hinein. Draußen gab er es dem Mädchen. ud auch mit ihr hatte cr allerlei zu tuschln urtb zu lüstern. Drinnen war es aufgeräumt und prächtig. Fräulein Sabine aber blickte immer wieder unruhig auf die Uhr. Um drei Uhr kam der Zug jetzt mußte der Leutnant eigentlich sch?n hier sein. Aber Minute auf Minutc verrann und er kam nicht. Am Erde wurde auch der Sanitätsrath unruhig. Und dann stürzte Guste herein diesmal noch um eine Nuance röther wie am gestrigen Tage. En Telepcschi. Fräulein! Whrhaftiger Gott, en Telepcsche!" Fräulein Sabine wurde blaß. War ein Unglück geschehen? Voll b.'bendcr Angst erbrach sie das Telegramm. Und dann reichte sie es dem Sanitätsrath hin. Keinen Urlaub heute, komme morgen bestimmt. Tausend Entschuldigung gen. Innigste Grüße für Sie und Fräulein Lisette Münzel". stand da zu lesen. Fräulein Lisette Münzel dachte der Sanitätsrath schmunzelnd. Na. das Unglück war ja nicht groß. Aber die Uebcrraschung war freilich verdorben. Was ist denn passirt, Tante?" fragte Fräulein Lisette in dem gleich: wehmüthig getragenen Ton, den sie in den letzten Tagen stets angeschlagen hatte. Nichts, Kin eine oeschäftliche Angelegenheit! Aber gehen wir zum Kaffee." Sie gingen in die Kafseestuie binüber. Aber da, wie wurde denn d?m Scmitätsrath? Ganz blaß sah er aus und schleunigst, mußte er sib' auf einen Stuhl setze. Fräulein L'setie aber stieß einen Schrei aus schlug beide Hände vor das Gesicht und stürzte aus dem Zimmer. In der Mitte der Tafel prang'e eine gewaltige Torte, auf der in weithin leuchtenden Buchstaben aus schönstem, schneeweißem Zucker zu lesen stand: Zwei Herzen haben sich zum Lebens- . . bund gefunden. Suß. wie die Torte hier, sei Eurer , . Liebe Stunden." ' Darüber hatte des Konditors Kunst zwei brennende Herzen geschaffen.- Und um das Ganze stnd in einem Halb bogen: Ich gratulire!" . .Da laken sie Lck nun einander gegen

iwa Fräulein" Ssbi Rappaport und der SanitäiL?s5h. BSrÄm einander an rrnd bLclje anf die cZoxk und blickten wieder einander an. Und Fräulein Sabines AulUtz war wie in Blut-getaucht, rrnd dem Snitä'tsrath saß etu.is in. de? 5dehle etwas Fremdes das ihm das Wasser in die Augen trieb. Der Kanarienvogel am Fenster sah den beiden wunderlichen MenscheTlkmdern ein lbeineS 'Weilchen mit schiefem Kopse zu bis ihm die Geschichte zu , lengveilig wurde. Da hub er in sddtvntfe heikn Fanfarentönen an zu sinken. Aber im schonsten Akkord bürb er dmn doch wieder steckn. Was roar denn das heute? Jetzt waren die Beiden aufgestanden und jetzt faßten sie sich cm de HÄlden. .Liebe Sabine! Wölkn wir es nun doch noch miteinander versuchen? Ich habe Dich ja doch noch so lieb! Und dann weil doch die Torte nun einmal da ist " Und sie weinte und lächelte dabei und schmiegte sich an seine Schulter. Ja," meinte sie leise, die Ve,lobungstorte! Da können wir ja wohl nicht anders. Heinz. Und wenn Du mich doch noch lieb hast " Da machte der Kanarienvogel aber einen erschreckten Hopser. Werß Gott jetzt hatten sie sich gebissen!

Schikane. Der Müller ist ein bösartiger kdrrl! Immer am Letzten fraqt pr mich, wieviel Uhr c Gin kleiner Irrtkirnr. G i r g l: ...'s Nachtlamperl hab'n s' an'bunden ... die scheinen mir net z'trauen!" (Chr guter Arzt. . . Der Doktor 3c. Hai sich ja mit seiner Patientin. Frl. Derlobt!" Ja der hat wenigstens ' noch ein Herz für seine Kranken!" GÄöM DeZ.?Zt.S! Wechsel CredUllriefe. Postanweisungen, auf alle Städte Europas. Schiffsscheine von und nach Europa. Ctoi und Verkauf auSlSndi schen Geldes. tollte, 210.35 Süd Meridian Str. . 'tZzrtbssts Nsltensl Bssi.

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