Indiana Tribüne, Volume 30, Number 150, Indianapolis, Marion County, 16 February 1907 — Page 7
Jndiana Tribüne, 16 Februar 1007
Banditen im
Frack. ZZriminalroman,'nach EmilGaboriau. (ftortfetjung.) Ach, waö sind fünfzehntauiono Francs für Sie!" rief einer der Her ren. War dies Spott, oder meinte cr es wirklich so? Philipp sah ihn scharf an, um sich zu versichern, wie der Ausruf gemein! war. Tann rief er plötzlich: Nun denn, noch eine Partie! Nehme., Sie." wandte er sich an den anderen Spieler, eine Partie um fünfzehn tausend Francs an?" Tcr Andere antwortete nicht. ?as Wort eines Maillefert," fuhr der Herzog, der auffallend bleich ge worden war. fort, wird Ihnen wohl ebenso viel gelten wie baares Geld?" Er hatte so laut gesprochen, cas$ Frau lein Simone es an der Stelle, wo M sas;. unbedingt hören mußte. Nal mund wandte sich um; sie war leichen blas; geworden, ihre Hände zitterten. ..Ich erwarte Ihre Entscheidung," drängte Philipp in fast drohendem Tone. Ter Andere bewahrte seine unerschütterliche Ruhe. Tie Entschei dnng hängt nicht von mir ab," sagte cr. Was wollen Sie damit sagen?" Ich gehöre einer Gesellschaft an, deren Mitglieder sich verpflichtet ha den. nur um das Geld zu spielen, wel cl-eo auf dem Tische liegt. Der sieben. te Paragraph unserer Statuten b stimmt, das; Jeder, der gegen dieses Verbot handelt, ein Strafgeld in der doppelten Höhe jener Summe, um welche gespielt worden ist, zahlen imin; die Ehre, mit Ihnen das Spiel fortzusetzen, würde mich demnach drei s)igtausend Francs kosten.," Ter junge Herzog war einen Augenblick sprachlos. Tas ist ja gcra dczu beleidigend!" stammelte er. . h, keinecswgs!" cntgegncte der Andere. Grabesstille herrschte in dem k!e: nen Salon, eine Stille ,die um so ein pfindlicher war. als aus den Sälr, nebenan der Lärm der Gäste und di.' klänge des Orchesters hereindraugen. Alle Spieler an den übrigen Tisäx.: hatten ihr Spiel unterbrochen. Alle erwarteten offenbar eine heftige Sc nc, als plötzlich Fräulein Simone in ihrer Mitter erschien. Tas arme Mädchen! JhrenSchmer, gewaltsam unterdrückend, zwang s:e sich zu einem Lächeln: sie ergrzff ihre:Bruders Arm. ..Geitatten Sie irnr." sagte sie zu den Umstehenden, Ihnen meinen Bruder für einen Augenbli zu entführen!" Sie verlieen zusamme. den Salon. Sie haben klug gehandelt," sagte einer der Herren zu dem Gegner deHerzogs. ,,Cl), sehr klug sogar!" rief ein An derer; ..es klingt doch prächtig, wenn dieser gute Herzog meint, er könne das Hemd am Leibe verlieren; er hat c: dech schon längst verloren; jetzt der spielt er jenes seiner Schwester." Raimund sah sich nach den beiden Geschwistern um; . sie sprachen eine Weile halblaut, dann entfernte sich Fräulein Simone und ließ ihren Bru der bei den zwei alten Damen zurück, Sie kam jedoch bald wieder und lies; ein kleines Päckchen in die Hände bc: Binders gierten, dessen Gesicht sia plötzlich erheiterte: er flüsterte ihr ct was in's Ohr und eilte dann in flCii Spielsalon, wo er sich ruhig an dem Spieltisch mederucn. Jetzt können Sie weiter spielen. ohne gegen die Statuten Ihrer Gesell schait zu verstoßen." sagte Philipp ein Väckchen Banknoten vor sich auf den Tisch legeno, spielen wir all noch eine Partie?" Ter Unerschütterliche wurde nun doch verlegen. Aber das sind ja zehntausend Francs." meinte er. ..Gewiß!" rief Philipp; wenn Sie gewinneii. sind es zwanzigtausend; ich will Sie übrigens nicht nöthigen: Sie wollen vielleicht Ihren Gewinn nicht mehr auf's Spei setzen. Tie Lacher waren nun auf der Seite des Herzogs. Ter Andere merkte dieo und rief daher rasch: Nun gut! Ich bin bereit!" Es hatte sich allmählich ein dichter Kreis von Zuschauern um die beiden Spieler gebildet, so daß Fräulein Si mone von ihrem Sitz aus den Spiel tijch nicht mehr sehen konnte. Tas Glück war diesmal Philipp günstig: cr markirte gleich im ersten Spiel drei Points, und als dann sein Gegner die Karten austheilte, gab cr dem Herzog den Konig und das AK. Sie haben gewonnen!" rief er und zog ans seinen Taschen das Gold und die Banknoten hervor, die cr vorher gewonnen hatte. Ter junge Herzog triumphirte. Wollen Sie nun weiter spielen? fragte er: ich habe keine Verpflich tung gegenüber den Statuten einer Gesellschaft und werde mit Ihnen, wenn Sie cs wünschen, auch ohne &aaren Einsatz spielen." Mit banger Erwartung war Na! mund dem Spiele gefolgt, welches. wie cr einsah, einen schrecklichen Aus gang nebmen konnte; er litt Qualen nnt. welche in diesem AugenbuckFräu lein Simone erdulden mochte. Er stellte sich den Schmerz vor, den das
edle Mädchen empfinden mußte, wenn sie sah. wie ver Name Maillefert in
den Staub getreten wurde. Philipp war schwer beleidigt worden; man r , . r ' cm 1 'XL '.ra - V Halle sein xisori Nill)i ms genügend Bürgschaft erachtet. Was der andere Spieler von den Statuten seiner Ge sellschaft erzählte ,war offenbar eme Erfinduna.durch die er sich von einem Spieler zu befreien suchte, der zwar den Gewinn einstreichen, aber im Vcr lumalle nicht zahlen wurde. So wen war cs mit dem letzten Herzog von Maillefert gekommen! Mit angehaltenem Athem folgte Raimund den Bewegungen der Spie ler. und als cr sah, das; der Herzog geWonnen hatte, vermochte cr seine nunuc IllUJl $U lUUClUlllUlll, V-t 1c auf Fräulein Simone zu und rief: .... .lsUl ... ...HfS'iirf(1l1 lY tlltt. Er hat gewonnen!" Wie aus einem Traume erwachend. fuhr Fräulein Simone in die Höhe. Mein Herr!" Toch als sie in Raimund's Augen blickte, färbten sich ihre Wangen pur pnrroth .und mit bebender Stimme flüsterte sie: Ich danke Ihnen!" Tie beiden Tamen, welech neben Fräulein Simone saßen, machten grosse Augen; sie fragten sich, wer der interessante junge Mann sei. den sie nicht kannten, der mit so sichtlicher Erre gung Fräulein Simone ansprach und dem sie stammelnd antwortete. lind spielt er weiter?" fragte Fräulein Simone. Raimung blickte in den Salon. Nein!" sagte er; er steht beim Fen sier und spricht mit einigen jungen Leuten, die ich nicht kenne." Er sprach die letzten Worte Mit kaum vernehmbarer Stimme; er hatte die auf ihm ruhenden Blicke der bet den Tamen bemerkt, und dieselben wirkten auf ihn wie ein ernüchterndes kaltes Touche-Bad. Er sah Fraulein Simone kompromittirt. und diesmal durch ihn. Aergerlich darüber, gegen sich selbst erzürnt, nicht wissend, was er nun thun solle, verneigte er fich vor Fräulein Simone und stammelte: Würden Sie mir die Ehre erweisen. mit mir die nächste Quadrille zu tan zen?" Fräulein Simone wollte sich schon erheben, als sie sich plötzlich eines An deren besann. Entschuldigen Sie." sagte sie, i chhabe schon mehreren Her ren einen Tanz verweigert; ich säble mich ein wenig unwohl." Raimund erbleichte und trat zurück. Tie eine der beiden Tamen kam deni verlegenen Mädchen zu Hülse. ie sind doch wirklich zu skrupulös liebes Kind," sagte sie. Vor einer Stunde, als Sie nicht tanzen wollten, waren sie unwohl; jetzt fühlen Sie u'wieder wohl, und Sie folgen der Air forderung dieses Herrn. Tas ist ba' so klar wie nur etwas: tanzen Su doch, und genießen Sie Ihre Iu gend!" Fräillein Simone verstand nicht du Boshaftigkeit, welche in diesen Wort':lag. und bemerkte auch nicht das seil same Lächeln ihrer Nachbarin; sie er hob sich, nahm Raimund s Arm um folgte ihm in den Tanzsaal. Raimund schritt wie ein Nachtwaiidler dahin. Er sah. wie von allen So:ten neugierige Blicke sich auf ihn ricliteten. und cr erkannte die Nothwei?. digkeit, sich zu beherrschen, seine we danken zu sammeln und einige Worte an raulem Simone zu richten. Si? kamen grade noch rechtzeitig in den Tanzsaal, um an dem Tanz thellnel: men zu können, aber vergebens b: mühte sich Raimund, ein Gespräch ii Gang zu bringen; er brachte nicht hervor als einige landläusige Phra sen. Fräulein Simone schien es ebenso zu ergehen, bis sie endlich am Schluss? der zweiten Tour eine auf die Arbeite:: des Herrn Voursonne bezügliche Frag, an ilm richtete. Mit der Hast, mit welcher ein Crtrinkender nach dem Strohhald greift bemächtigte sich Raimund dieses ' 0Je sprächstoffes, aber während er von s:i nen PlÄnen und Studien sprach, xmv te er sich doch sagen: Ich verderlv Alles! Sie muß mich für emen Ein faltspinsel halten, da ich von nichtv Anderem zu sprechen weiß." Endlich war die Quadrille zu Ende Simone bat ihren Tänzer, sie zu lhrer Mutter zu führen. Tie Herzogin unterhielt sich mit Herni Boursonne und war sichtlich erregt, denn der alte Ingenieur hatte es durch geschickte Fragen dahin ge bracht, daß sie den Zw?ck ihres Land aufenthalts nicht länger vor ihm ge heim halten konnte. Als sie ihre Tochter an Raimund'-: Arm erblickte, trat sie auf sie zu und fragte in gereiztem Ton: Kommst Dtl vom Tanz? Ja, Mama!" erwiderte Simone. Mit diesem Herrn? i" a: Ich glaube aber gehört zu haben, daß Tu Herrn von Lure einen Tanz abschlugst, weil Du leidend seiest um heute Abend nicht tanzen wurdest. Tas junge Mdchen setzte sich, ohne zu antworten. Raimund würde wahrscheinlich die Ungeschicklichkeit begangen haben, sich zu entschuldigen, als ihm Jemand au die Schulter klopfte. Er wandte .sich rasch um und sah sich Herrn Bor soiine gegenüber. Ich fühle mich er schöpft," sagte er; ich passe nicht au einen Ball; lassen Sie uns unsere Pa letots suchen und gehen !" Raimund folgte ihm; sie fanden leicht den kleinen Salon, in )velchem sie ibre Kleider Ziuruckaelauen hatten
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v. oder rnc xnur war geMoen und oee Schlüssel abgezogen. Währeid Herr Boursonne an der Thürklinke drückte, kanl ein Tiener herbei und fragte, was die Herren wünschten. Nnfere Paletots wolleii wir, die m diesem Zimmer liegen!" rief Herr Voursonn?. Der Tiener sah sie überrascht an. Es war Wohl ein Versehen," sagte er. wenn man Sie hierher geführt hat; dieses Zimmer bewohnt Fräillein Ly dia Todge, Fräulein Simone's engli sche Gouvernannte, und deshalb " Herr Voursonne wurde ungeduldia. Und deshalb," rief er, befinden sich unsere Paletots jetzt unter dein Ver schlich der Gouveriiante!" Oh, gewifc nicht! Man wird sie entfernt haben." meinte der Tiener. Wenn die Herren mir folgen wol len " Sie folgten ihm. Ihre Paletots waren in der Tbat in ein anderes Zimmer gebracht worden; sie zogen sie rasch an und verlie ten das Schloß. Im Hofe angekom men, blieb Herr Bourwnue Plötzlich unter einer Laterne stehen; er zog sein? Brieftasche hervor und Prüfte aus. merkfam ihren Inhalt. Alle Wet ter!" rief er. Was giebt's!" fragte Raimund. Haben Sie vielleicht in cincr Ih rcr, Rocktaschen irgend welche Papiere gelassen?" Naimund durchpichte seine Tauchen. Ja," sagte er. Zwei oder drei alte Briefe mit meiner Adresse und einig? Bisiitenkarten. ..Tann ist kein Zweifel mehr mög lich!" rief der alte Angemeur. Was werden Sie sagen, wenn ich Ihnen er kläre, das; Fräulein Simone weiß, das; ihre Unterredung mit ihrer Muttcr belauscht worden ist!" Herr Boiirsonne!" rief der junge Mann voll Entsetzen. ..Und durch uns belauscht, was. noch mehr sagen will, durch Raimund Te. lorge und den alten Boursonne!" Ich wäre trostlos, wcirn dies der Fall wäre." meinte Raimund. Nun, daiin verzweifeln Sie nur immerzu, denn nichts ist sicherer, als dies!" erklärte der alte Ingenieur. Und weiter schreitend fuhr er fort: Nichts ist sicherer als dies! Hier ist der Beweis: Erstens hat man unsere Paletots aus dem kleinen Salon cnt fernt; zweitens ist meine Brieftasck'e aeöffnct worden, was ich deutlich er kenne; drittens stand ein Tiener un weit der geschlossenen Thür, der uns erwartete, ilm später unser Aussehen lesck reiben zu können." Ties war Alles so wahrscheinlick. da ein Zweifel kaum möglich war. ..9!ebmen wir an, da Sie Recht ha bei,!- sagte Raimund; aber warnm soll gerade Fräulein Simone unsere Indiskretion erfahren haben, die we nigstcns meinerseits eine unbeabsich tige war, und nicht vielmehr die Her zogin oder warum soll sie nicht Beiden bekannt sem?" Herr Boursonne schüttelte den Kopf Ich kann nur Vermuthungen vor bringen," sagte er; wühte die Herzo gln von Mamefert. dan uns ihr Gc hcimniß bekannt ist, dann würde sie uns mit der größten Freundlichkeit entgegengekommen sein, denn sie wur de uiis fürchten." Das ist wahr, sehr wahr!" bestä tigte Raimund. ES handelt sich nur noch darum. festzustellen, wie sich Fräulein Simone Ihnen gegenüber benommen hat; ich weiß za. daß sie mit Ihnen getanzt nacbdem sie es vorher ?ln abgeschlagen hatte." Der Alte hielt inne, fuhr aber nach einer kleinen Pause fort: Wenn ,ch an Ihrer Stcl le wäre, mein lieber Delorge, wenn ich so jung wäre wie Sie, und nlein auter Stern führte ein solches Mädchen wie Fraulem Simone auf meinen Weg' Nun?" fragte Naimund. Dann mükte sie meine Frau wer den, aller Welt zum Trotze, und tvemi ich ihretwegen Berge abtragen und
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Abgrüilde auffüllen müfttt; sie müßte ! meine Frau werden, oder das Leben hätte seinen Reiz mehr für mich." Er brach plötzlich ab, gleich als schämte cr sich seiner Begeisterung. und rief dann plötzlich, ohne Naimuno zu Worte kommen zu las'?n: Toch da sind wir ja zu Hailse; unser Wirth steckt schon den Schlüssel in's Sckloß. um ims.zu öffnen! Gute Nacht ! Schlafen Sie wohl!" Es war schon spät, als Naimund am uächsten Tage erwachte. Ta cs Sonntag war, konnte er der Ruhe pflegen; er öffnete das -Fenster und jzg in langen Zügen die frische Morgen Inst ein. Aus der Strafe herrschte re ges Leben; die Messe in der Kirche war joeben beendet. Baikern und Bätlerin nen zogen in ihren Festgewänöcrn vor über. Raimund lies; sich in dein alten Lehnstuhl nieder und begann über die Erlebnisse der letzten Nacht nachznden ken; cs wurde ihm klar, das; crSimone liebe, trotzdem ihn cine unau?füllbare Kluft von ihr trennte; es litt ihn viäii im Zimmer; er mußte hinaus in's Freie. Er schliig den Weg nach dem anderen Ufer der Loire cn und befand sich plötzlich auf einer kleinen Anhöhe von welcher aus er das Schlosz vor sich liegen sah. Ta eregte das Gespräch zweier Bau ein. die vor ihm lierschritten, seilte Anfmerksamkeit. ..Was willst Til denn im Schlosse?" fragte der Eine. Ich bringe Geld bin." war die Antwort. Geld? Ich dachte, dab Tik erst zu Neujahr Teinen Pachtzins zu zahlen hast." Tas ist auch der Fall; aber das Fräillein .ics; uns bitten mich und noch drei Pächter die Hälfte des Pachtgeldes schon jetzt zu zahlen." Und Tu hast Tich dazu bereit er klärt?" fragte der Andere verwundert. Statt der Hälfte, welche das Fräil lein verlangte, bringe ich die ganz?? Summe, und wenn sie Vorauobezaki lung für ein oder zwei Jahre verlang. te, ivürde ich das Okld aufzutrciben suchen." Was sagt denn aber Teine Frau dazu?" Meine Frau sagt, daß, wenn wir uns Geld borgen müszten, um es dem Fränleiii zu geben, wir es thun wür den. Meine Frau hat nicht vergesse,,, das; das Fräulein täglich, selbst in ströniendem Regen zu ihr kam, als sie und unser Siind krank waren, und das; sie dann erncs Tages selbst einen Art herbeiholte." Tie beiden Männer bogen in einen Seitenweg ein. Naimund blieb betroffen stehen. Was geht denn im Schlosse vor", fragte er sich, dak Fräulcin Simone in solcher Weise die Hülfe ihrerPäch ter in Anspruch nehmen musz? Es gilt wohl, wieder einen tollen Streich dcr Herzogin und ihres Sohnes gut zu macheii." Vierzehntes Kapitel. Mebrcre Tage waren verflosseii? Naimund hatte während des Tages und dcr Nacht fast nur an Simone ge dacht imd von ihr geträumt. An einem Nachmittage hatte cr sich mit Hcrrii Boursonne am Rande eines Grabens niitcr einem Baum niedergelassen, iuu ein wenig auszuruhen, als sie plötzlich ihre Arbeiter rufen horten: Die Her zogin von Maillerfert!" Sie sprangen rasch auf und. sahen sich um. Kaum hundert Schrite von ihnen entfernt ge wahrten sie eine Anzahl Herren und Tamen, die langsam herangeritten ka men. Allen voran die Herzogin. Wenige Schritevor Raimund hielt sie ihr Pferd cm; sie verneigte sich leicht und rief: Guten Tag, meine Herren! Ich überrasche Sie bei Ihren Arbeiten, Herr Baron," fuhr sie an, zu Herrn Boursonne gewendet, fort: ..unser Thal schuldet Jhnm wahrhaftig ewige Tankbarkeit dafür, daß Sie cs ge gen die drohenden Ueberschwemmun acn der Loire schützen suchen." -
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Trotz aller Erfahrung wird es immer Frauen geben, welche der Ansicht sind, daß es das Loos der Frau ist, wenigstens einmal im Monat Schmerzen zu erdulden. Gewiß, wenn sie krank sind. Wenn sie gesund sind, nicht. Periodische Schmerzen sind ein Zeichen organischer lrankheit ein Schrei Eurer Nerven um Hilfe. - Um die erkrankten Organe zur Gesundheit wiederherzustellen, gebrauche man
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Ich war so leidend, daß ich sterben zu müssen glaubte," schreibt Frau John Short von Floren, Ala., und toar infolge von Frauenleiden drei Monate im Krankenhaus. Ich gebrauchte Cardui - Wein und cr hat mir sehr geholfen. Ich gebrauche ihn noch immer, und meine Vesscrung schreitet rasch vorwärts. Ich bin im Stande, meine Hausarbeit zu verrichten und Besuche abzustatten. Ich kann kaum Worte finden, um Ihnen meinen Dank für Ihren
Rath und Ihre Medizin auszudrücken." Von großer Heilkraft für alle Störungen der weiblichen Funk-tionen.
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Ich und mein junger Freund Xe lorge," erwiderte Herr Boursonnr, thun, was möglich ijt, um dieses Ziel zu erreichen." Tiese Antwort war darauf berech uet. Naimund Gelegenheit zu bieten, sich in das Gespräch zil mischen, aber dieser dachte nicht daran,' davon Ge brauch 311 machen. m ,Tie Begleiter der Herzogin waren indessen herangekommen und muster ten neugierig die von Herrn Bour sonne angeordneten Arbeiten." Tas ist wahrhastig sehr interessant!" rief eine der Damen, und bat um iiähere Erklärung, worauf Herr Boursonue auf das Bereitwilligste ein ging. Sehr interessant!" meinte nun auch der junge Herzog; wir müssen diese Arbeiten öfter besichtigen." Tas wollen wir auch!" rief die Herzogin vorher aber werden uns wohl die Herren durch ihren Besuch erfreuen." Sie finden uns jeden Abend zu Hause." fügte Philipp rasch hinzu; wir machen imFamilienkreis ein klei nes Spiel. " t Wir erwarten Sie heute Abend." rief die Herzogin, schon wieder weiter reitend, als fürchtete sie eine ablch nen)e Antwort zu erhalten. . 'fs rm Abend der Kammerdiener 'Herrn Boiirsonne und Raimund an meldete, erhob sich die Herzogin von ihrem Sitz uud rief erfreut aus: Das ist schön, dah.Sie. kommen !" I Auch Philipp kam herbei und druck te ihncii herzlich die Hände. Alle Wetter!" dachte Herr Bour sonne: was soll denn diese sonderbare Komödie bedeuten?" Naimund beachtete dies alles nicht; er hatte Fräulein Simone erblickt, die neben der brünetten Dame saß, de ren Schönheit ihm schon am Morgen aufgefallen war. Am Piano saß ein junger Mann und spielte. Da aber Musik nicht zu den Liebha bereicn deS jungen Herzogs gehörte, ergriff dieser begierig die Gelegenheit, dem Spiele ein Ende zu inachen. Es ist wahrhaftig eine herrliche Piece!" sagte er; entzückend, auf Ehre! Doch wie war's, wenn wir uns die Musik für den späten Abend aufsparten? Meinen Sie nicht auch?" Ohne ein Wort zu sagen, erhob sich der Spieler und schloß das Piano. Ter Herzog wandte sich an die Ge sellschaft. Dkeine Damm und Her ren," sagte er, ich schlage ein kleines Spiel vor, damit wir unserer Ge wohnhcit treu bleiben." Oh, kcine Karten!" fiel ihm eine dcr Tamen in's Wort; das ist zu langweilig; spielen wir lieber wieder einmal Roulette!" Ja, Roulette!" stimmten Einige bei. Tcr Herzog klingelte und befahl dem eintretenden Diener, das Verlang te zu bringen. Naimund athmete auf; ihm war zu Muthe, als ob alle Blicke mit svöttischein Ausdruck auf ihn gerichtet tch ! ren, und cr wagte cs nicht, Fräulein. Simone anzusehen, aus Furcht, auch in ihren Zügen einem solchen Ausdruck zu begegnen. Tas Spiel erschien ihm daher wie eine Erlösung. Tie Diener hatten das Roulette ge bracht, und die Vorbereitung waren vollendet. Nehmen Sie Platz, meine Damen und Herren!" rief Philipp; wir ver gcudcn sonst unsere kostbare Zeit!" j Alle Anwesenden ließen sich an dein Spieltisch nieder, nur Herr Boursonne . nicht. Nun, Baron," fragte die Herzogin 'im freundlichsten Ton, spielen Sie nicht?" Niemals!" Das ist sehr merkwürdig, auf Eh Ire!" rief Philipp, und warum spielen Sie nicht, wenn ich fragen darf?" Weil ich den Verlust scheue." lSortsetzung folst.)
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Iran
ctüiWe für drauensetöen ty $W J&s& Sl.Ott-Kaschm zu yaöm. Äaumschnn in Etadten. Das Gedeihen der Bäume in stcldtischen Straßen wird dadurch befördert, daß man den Gasen, die sich unter dem Pflaster und hauptsächlich unter einer Asphaltdecke sammeln, bequeme Gelegenheit zum Entweichen gibt. Jnsbesondere wirken das Leuchtgas. daS den eisernen Leitungsrbhren entströmt, und das Grubengas, daL sich im Voden bildet, schädigend auf den Baumwuchs ein. Es sind daher um den Vereich der Wurzeln herum poröse oder durchlöcherte Röhren zu legen und diese mit Lüftungsröhren zu verbinden, die nach oben, möglichst in einen Windfang oder ein hohes Zuzrohr. münden. Durch den Zug werden die giftigen Gase standig abgesaugt und durch frische Lust verdrängt. So kreist im Erdreich um die Wurzeln herum stets ein Strom guter Luft und schützt die Bäume. Der p ä p st l i ch e K a m in e r Herr, Präbcndar Josef Ulos in Posen, Redakteur des katholischen Wcgwci. sers, wurde voii der dortige Straf, kammcr wegen Aufreizung polnischer Kinder zumSchulstrcik durch iin Wcg weiser vcrösfeutlichte Artikel, im er sten Falle zu 400 Mk., im zweiten 311 300 Mk. und im dritten Falle zu 400 Mk.. insgesammt zil 1100 Mk. (?cld strafe verurtheilt. Entsagen dem Tabaksg e n u ß. Die gesammte männliche Bevölkerung der Örtschaft Port Republic. N. I., hat sich infolge mehrerer Erweckungsversammlungen eidlich verpflichtet, dem Genuß von Tabak zu entsagen. Unter den Bekehrten befindet sich ein Frl. Amanda Blake, die Besitzerin des einzigen Ladens in der Ortschaft, wo Tabak verkauft wurde. Sie verbrannte ihren ganzen Vorrath. Ein anderer Bekehrter ist ein Siebzigjahriger Namens John Johnson, der seit seiner Kindheit rauchte. Cowboy" erschießt sechs Indianer. Ein Cowboy" Namens Bert Seely erschoß unwcrt Montezuma, Arizona, sechs Jaqui-Jndianer, welche auf einer Bahnstrecke arbeiteten. Er gerieth mit einem derselben in Streit und wurde dann von Allen mit Spitzhacken und Schaufeln angegriffen. Seinen Revolve: ziehend, gab er sechs Schüsse ab. deren jeder einen Indianer tödtete worauf er die Flucht ergriff. Half Polizisten, statt auszureisen. Als in Providence. R. I.. ein Polizeiwagen umschlug und einen Polizisten unter sich begrub, schlugen acht der neun Gefangenen im Wagen die Thüre ein ünd entflohen. Der Neunte, ein gewisser Harry Gordon. eilte dem hilflos daliegenden Polizisten, dem der Wagen auf dem gebrochenen, rechten Bein lag, zu Hilfe und hob ihn mit Hilfe Anderer auf. Blutiger Kampf um T r i n k w a s s e r. Als im Wüstendistrikte von Arizona die zwei Brüder William und Linn Desplain, Prospektoren, fast verschmachtet an der Wasferstelle ihren Durst löschten, schoß ein Greis Namens Jones. der Besitzer der Cisterne. mit einem Schrotgewehr auf die Trinkenden und traf William. Die beiden Brüder schössen darauf Jones ohne Weiteres über den Haufen. Die Straßenbahn ihr Heim. In Lezington, Ny.. ist eine Frau William Allen in einem Straßenbahnwagen gestorben. Die Frau hatte eine Manie, immer auf der Straßenbahn zu fahren. Jeden Morgen, sofort nach d:m Aufstehen, bestieg sie eine Car und sie fuhr den ganzen Tag hin und her. die Fahrten nur durch Pausen für ihre Mahlzeiten untererechnb. I n der spanischen Pro. vinz Coruna.ist seit 24 Jahren kein Schnee mehr gefallen. .'
