Indiana Tribüne, Volume 30, Number 150, Indianapolis, Marion County, 16 February 1907 — Page 4
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jndiana Tribüne. itaulgtaili d btt tmief T. Indianapolis, Ind. Harry O. Thudiu .... yräfldent. SeschäftSlocalt TCo, 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269
E ttcred at th Post Office et Indianapolis cond claii matter. Sexuelle Ethik und seruelle Erziehung. Ueber dieses Thema sprach kürzlich in München zur Bekämpfung der Unfltt. lichkeit Prof. Fr. D. Förfter in höchst fesselnder Weise. Ein Auszug aus diesem Vortrage wird jedenfalls von großem Werthe fein, um so mehr, da gerade jetzt in allen öffentlichen und höheren Schulen in Chicago unter den größeren Schülern und Schülerinnen geschlechtliche Unfittlichkeiten entdeckt worden find, die den Eltern von ttin dern zu denken'geben sollten, ob eZ nicht weit besser würe, wenn sie für Abson derung der beidenZ Geschlechter in den Schulen mit größter Energie eintreten würden. Pros. Förster üußerte sich in seinem Vortrage im Auszüge etwa: 23c8 lftLauf dem Gebiete sexueller LebenöführungZldczS Ideal? Welches ist das Ideal der szxuellen Jugend erziehung?In der Beantwortung dieser Fragen prallen zwei'Hauptrichtungen auf ein ander: 1. die alteZchriftliche Ethik, 2. die .neue" Sittlichkeit. Vertreter der neuen Sittlichkeit findNietzsche, der Züricher Forel, Ellen'Key und Helene Elöcker. Wir müssenszunüchst fragen: Sind die Menschen, welche dieseZneue Ethik auf stellen, überhaupt kompetent auf diesem Gebiete? Tie Kompetenzfrage wird heute garnicht gestellt. Und doch hängt von deren Beantwortung AlleS ab. Haben diese Menschen, welche mit neuen SchlagwortenZ sich mit Sittlich keitZprodlemenlbefassen, die Fähigkeit, über diese Fragen zu urtheilen? Schon die Antike erklärte, daß zum Urtheile über diese PrcblemeZ nur! der befähigt sei, welcher wahrhaft frei ist. Bei jenen Menschen, welche das Alte zu stürzen vagen, lsehen wir aber kein freies Denken, sondern einZgeschlechtli cheSDenkm. Die chriftlkchelEthik ist überlegen über jede rein menschliche Ethik, weil sie aufgebaut ist auf derZFretheit, die von oben redet. Nur Christus, der voll kommen frei toat,' war befähigt, in fittlichen'.DingenlGesetze zugeben. Fer. ner muß man. um in' sittlichen Fragen zu urtheilen.idaS Leben durchdrungen und die dunklen .Möchte der Jlnstern.iß von AngestchtZ geschaut haben. Uuch da sehen wir, daß die Vertreter der neuen Ethik fgroße sKinder find, daß fie donl!der?'menschlkchen' Natur keine Ahnungkhaben. Also können fie auch keine Erzieher'lzur. Sittlichkeit sein. Christus j allein lhat, wie die Versu chungSgeschichte erzählt, ldie Macht der Versuchung in Person f gesehen- und wußte, welche Gefahren der jugendlk 'chen Seeleldrohen. Welches find nun die Vorwürfe.? welche! die neue Ethik gegen die"alteZ Sittlichkeit schleudert? Die Reformerllder fautflm Ethik sagen: Unsere Ethik ist. das wahre kräftige Leben' siegen eure Jenseit moral.- Sie wollenZkeine lebenslang liche Ehe, weil fit die Lebenskräfte tu drossele. Diese Anficht ist grundfalsch: Je tiefer ein! Mensch ist, desto dichter wächst er mit demZ.Nebenmenschen zu sammen. Jnl der zTreue geben wir einander das Persönlichste,- was wir Menschen besitzen. S EingandereS Kapi tel ist der sogenannte ethische Ehebruch: Wenn EheleuteZ auS kgesundheltlichen oder lrgendwelchenlkanderm Gründen nicht mehr zusammenleben wollen, dann ist der Ehebruchs im Namen der Rasse nach'Ellen Key und Forel nicht nur erlaubt, sondern ethisch, also ge boten. Aber gerade die lebenslängliche Treue ist doch auch'klne rassenerhaltende Kraft, weil fie allelttrüfte deS Menschen Ion zentrirt undvorZZerftreuung bewahrt. Ueberall da! ist dahrelRassenhygiene. wo die Herrschzftüber die Triebe de sieht. Welter gehenvon der modernen Ethik aus. dle'jogenannten Bestrebungen für Mutterschutz. Wenn E. Key sagt: Heilig ist jede Mutterschaft, so ist dies geradezu eine Blasphemie. Eine Mütterlichkeit angenommen im Taumel der) Sinnlichkeit, dürfen wir nie als heiligibezelchnen. Mitleid mit der Gefallenen, aber feste Verurthei lung der That, ist unser gesunde Prinzip. Die freie Liebe, welche sich loslöst von festen Formn., ist UlaStU
chen der Kraft, sondern von Auflösung der Lebenskraft, die Nerven lösen sich loö vom lKraftzentrum deS Menschen, vom Gehirn, wenn er seinen Leiden schaften fröhnt in freier Liebe. DaS ist aber ein Zeichen der Krank heit. Man könnte fie die Kulturneu rafthenie nennen. Diese Modernen gehen auS vom Gedanken der Lebens fiärkung, der LebenSbejahung. Auch wir wollen das Leben bejahen, und zwar gerade in dem wichtigsten Augen blicke des Lebens, in der Echeidestunde. Die Reformer wollen auf sexuellem Ge biete die Hygiene der Lebenskraft. Allein die wahre Lebenssteigerung auf sexuellem Gebiet liegt nicht in in dem SichauSleben, sondern in der Konzen tration, in der Selbstzucht. Dieö aner kennt auch die moderne medizinische Dichtung der Psycholherapi: von der Seele auö sollen die Nerven gebellt werden. DaS ist die eigentliche Hcrvenheilanftalt. Diese Wahrheit ist von ungeheurem Werthe. Wir müssen den Menschen zur Aszese erziehen. ES wird heute viel ge sprechen von der sogenannten sexuellen Ausklärung. Dabei macht man einen Hauptfehler, indem man nämlich glaubt, daß die bloße intellektuelle Auf klärung etwas tauge. Nein, die fex uelle Aufklärung kann gerade eine Ge fahr werden, wenn fie nicht vorbereitet wird durch die WillenSzucht. Wir können eS nur mit Bedauern konfta tiren, daß eS gerade Frauen ftno, welche an der alten christlichen Ethik solch ehrfurchtslose Kritik üben. ES ist von tiefem Sinn, wenn bei der Schöpf ung der Odem Gotteö in die örde ge blasen wurde. Wie die Natur sich nur entfalten kann, wenn sie vom höchpen Geiste getragen ist, so kann auch auf dem Gebiet deS Geschlechtslebens der Mensch nur wahrhaft Mensch blei ben, wenn er sich mit dem eiste Got teS in Verbindung setzt.- Diese ties ernsten vornehmen Worte deS modernen Aszeten machten aus die Versammlung einen gewaltigen Eindruck.
Der RhodiuS Fall. Wie eS scheint, wird die RhodiuS VormundschastSangelegenheit doch noch durch das Gericht entschieden werden müssen. Der vom Probate Commissür ernannte Vormund für George Rho diuS, RechtSanvalt Martin Hugg, sagte aus, daß er gegen die Jndiana Trust Company gerichtlich vorgehen werde, im Falle dieselbe sich weigern sollte, daS von ihr im Besitz gehaltene Vermögen herauszugeben, daß dieselbe aber wegen Verachtung deS Gerichts nicht belangt werden könne, da sie ein Recht habe, die Ernennung eines Vor mundeS anzugreifen. Herr Hugg sagte ferner, daß Herr Joseph Emminger sich bereit erklärt habe, daS in feinen Hän den befindliche Vermögen ohne weiteres Verlangen ihm zu überweisen, und daß er (Hugg) sich nicht bemühen werde Georg RhodiuS nach Indianapolis zu rückzudrlngen, da ihm kein Recht, über dessen Person zu dersügen, Zustände. Die Jndlana Trust Company er klärt, sie habe die Verwaltung deS RhodiuS Vermögens anfangs söge lehnt und sich erst nach Rücksprache mit Joseph Emminger dazu entschlossen, da dieser ihr gerathen habe dieselbe zu übernehmen und daß er ein solche? Vorgehen vollständig billige. Jetzt scheine nun Emminger seine Ansicht ge ändert zu haben. Ferner habe die Trust Company ihre Rechte erst beansprucht, nachdem Herr Emminger die Unterschrift deS RhodiuS anerkannt und gleichzeitig ge sagt habe, er verzichte auf seine frühe ren Rechte als Verwalter des in Frage stehenden Vermögens. Ferner sagt die Trust Company, daß wenn eine Per son, welche geisteskrank sein soll, doch fähig ist den Staat zu verlassen um ih ren Wohnsitz ln einem anderen Staate aufzuschlagen, man nicht behaupten könne fie sei geistig unfähig hierzu und fei dies der Fall, so sei dieselbe auch geistig fähig einen Verwalter nnd An walt über ihr Vermögen zu ernennen. Sie würden also fernerhin die nöthigen Schritte thun, um die Interessen von George RhodiuS zu wahren und daß ihm BerwaltungSrechte durch die Er nennung elneS temporären VomundeS durchaus nicht involvlrt würde. Einige der in dem RhodluSfalle in. teresfirten Anwälte glauben nun, daß eS ein Leichtes fein würde, die Ehe von George RhodiuS mit Elma Da für Null und Nichtig zu erklären, da dieselbe geschlossen sei, als RhodiuS zu einem solchen Act geistig unfähig war, und hie StaatSgesetze von Jndiana eine solche Ehe nicht gestatteten. Was auch immer gethan werde mag. eine gerichtlich Verwickelung, scheint unver riW. w
Sin Mrder, der nuöen muß
Von RodaRoda. In den Baumäftui flimmern frische Blattfprossu:. und neugierig aus dem gelbgrimen Rasen lugen rosiggesäuml: Maßliebchen. Die Hetzen frohlocken, die Spatzen und die Zigeuner. Der Frühling zicht ein. Die Sonne strahlt durch die farbigen Fenster d Basilika aus ton Chorstuh!. das goldgestickte Meßgowand des Abt;s funkelt. . Es ist ein altes, müdes Gesicht, das sie beleuchtet. Die -Nase, scharf, der Mund verkniffen. Vor dem Abte knict sein Liebling. Dimitar. der jüngste Mönch. Stine Augen irren erregt unter den gesenkten Lidern. Bedrückt und erregt ist auch seine Stimme. Ich bekenne, daß ich gesündigt habe mit Gedanken. Worten und Werken. Ich wollte durch fromme Gedanken genesen und Niemandem beichten als Gott allein, wie es unser währhaftiger Glaube verlangt. Ich ertrage es nicht länger." Die flüsternde Stimme verstummi. der wirre Lockenkopf beugt sich noch tiefer. .Auf mir lastet ein unermeßliches Vergehen, lst mir die Gluth ertöoten, befreit mich vor mir selber. Es giebt keine Buße für die entheiligiei Meßopfer, für mein gebrochenes G?lübde und für meine Falschheit. Hab: Erbarmen mit mir, erlöst mich !" Der Alte sitzt zusammengesunken, die Hände gefaltet, die starren Augen auf den Sünder gerichtet. Endlich dk' beklommene Frage : ' Bereust Du ?" Da hebt Dimitar stumm das Haupt. Zum ersten Male blickt er af in diesem festen Blick ist aber keine Reue. Der Alte steht auf. Als er we will, hascht Dimitar nach seiner Kuti?. Komm' am Abend in meine Z:lle !" sagt der Alte und beugt sich üb:r ihn. Einen Augenblick ist's, als wollte ,z ihn küssen. Der Mönch schleicht in die Kapelle und kauert sich nieder. Dort bleib! er unbeweglich, stundenlang und sinnt. Ein und der andere Bruder get a: ihm vorüber und wagt nicht, ihn zu stören. Er betet nicht, er fühlt nichts Er hat gehofft, daß mit der Beichte auch der Schmerz von ihm genommen sein würde ... und der Schmerz war) nicht von ihm genommen. Plötzlich schrickt er auf. Man to, ihn von ihr trennen, ihn von dem Er,denfleckchen verbannen, wo sie atrjm:i. Seine Fäuste ballen ? Er weiß, d er sich wehren wird. Nur sterben will er nicht, denn mit ihm stürbe sein hcrrliches. sein 'heimliches Glück. . Gott, warum hat ihn seine. Mutier vor die Klosterthüre gelegt und verla;. sen? Warum hat' sie ihn nicht iqi Walde hungrigen , Raben ausgesetzt ' Warum war er Mönch geworden ? ES giebt ja so viel lachendes Glück in orc Welt, zwei Örtliche Arme, die sich um seinen Hals schlingen, rothe Korallenlippen. die ihn küssen. Augen, die bren nende Thränen weinen, weil er titx Mönch ist ... . , , Graue Schatten kriechen auf leisen Geistersohlen aus ihren .Winkeln un) hüllen langsam alles in ihre Tüch-r. Zuerst die zierlichen Kapitale der Säu len. die vergoldeten Gitter der Bilderwand den heiligen Nikola . . . Zuletzt den einsamen Mönch. Finster über all. nur. die rothen Ampelflammen alimmen. Dimitar ist's, als müßte er auf schreien. Er preßt die Lippen zufam rncn und drückt sie gegen seine Hände. Wenn er alles erwägt wie leicht konnte ihm ein entsetzlicher Fluch einfallen statt eines Gebetes. Da legt sich eine Hand auf seine Schulter. Bruder Pero steht vor ihm. Der Abt ruft Dich !" sagt er g.'dämpft, und als sie in die Halle hinaus treten : Bist Du krank. Dimitar V Der Jüngere schüttelt den Kopf mit geht den Flur entlang. Das Thor am Ende der Halle ist 'weit fsen. Da bleibt er stehen. Die Luft ist feucht un) kühl. Irgendwo brennt es. der WestHimmel glüht unter einem Flammen kuß. Im Dorfe bellen die Hunde. Aus der ersten Thüre des oberen Ganges schimmert Licht. ., Die, Thütt öffnet sich, ehe Dimitar noch vor ihr steht. Der Abt drückt sie hinter ihm ins Schloß. Eine Sekunde lang sehen sich die Beiden stumm an. Dann wendet sich der Abt ab. Setze Dich. Dimitar," sagt er. Nein, nicht dort mir recht nahe, damit ich Dich sehen kann." Es ist ein großes Zimmer. An er Längsseite ein. schmales Bett mit tie" ßcr Decke, daneben der Schrank, eine Truhe und die eiserne Klosterkasse. Gegenüber ein Tisch, der Lehnsessel dos Alten und einige Stühle. Zwischen den Fenstern ein beinernes Kruzifix und ein Betschemel, das Ewige Licht darüber. Ich hätt' eS nicht gedacht ..." sagt endlich der Abt. . Verdammt mich, nicht!" . Ich Dich verdammen!- Der Alte lacht. Und dann so ruhig, als erzähle er einem kranken Kinde ein Märchen aus längst vergangenen Zciten ein Märchen, so erfreulich wie es aus diesem strengen Munde noch niemand vernommen hat: . . . Es war' einmal ein junger Bruder, der war gut und gottesfürcht!a. Er diente mit aamer Seele. Sieh,, da ging er einmal in die Felder na. ' . ' i WUt 114 ft4Ml
Draußen, wo die Hcnde anfangt,
stand ein Mädchen, ein halbes Kind er kannte sie wohl. Eines Hirten Tochter. Er blieb stehen, sprach so die alltäglichen Worte zu ihr und sah ihr zu, wie sie Wasser aus dem Brunnen schöpfte. Sie hatte schwarzes, zerzauftes Haar und lodernde Augen. Sie sprach kk mit ihm und blickte ihn ofsen an und lachte in aus. Als er heimging, dachte er viel über sie nach. Tags darauf stand er im Klostcrhofe und vcrdonnerre die, die da lau sind im Erfüllen der Gebote. Sein Blick glitt suchend über die Schaar und fand sie. Er wußte nicht, wie ihm geschah. Die Predigt wurde milde, er sprach nicht mehr von ewigen und weltlichen Strafen, er sprach nur noch vom göttlichen Erbarmen. Am Abend lehnte er an seinem Fenster und sann. Aus dem Wirthshause klangen abgerissene Töne eines Dudclsacks mit vielstimmigem Gesang vermischt und dem Stampfen des Reigens. Er vergaß sein Nachtgebet und horchte, bis beim ersten Frühschimmer die Musik verklang. Er kannte sich selbst nicht mehr. Abend für Abend wanderte er in die Felder und immer fand er sie. Im Kloster feierte man Kirchweih. Am Abend gab's im Refektorium ein großes Mahl das hielt ihn auf, weit über Mitternacht. Der Kopf war ihm wüst und schwer, da ging er leise zum Thor hinaus, den alten, lieben Weg entlang der Rosenhecke. Und gerade unter dem letzten Busch sah er etwas Helles schimmern. Das Hirtenmädchen. Es schlief. Als sein Athem über ihre Wange strich, erwachte sie. Was machst Du hier?" fragte er. Ich warte auf Euch." Es klang so treuherzig-, so selbstverständlich, so rührend. Da sank er zu ihr nieder und küßte den Kuß der Licbe. Die Rosenblätter des Sommers fielen auf die beiden. Ein lieblicheres Wett war keiner Fürstenbraut gerichtet. zls der armen Liubltza und mir. Dann kam die Reue. Was mir von Kind auf an Glauben eingeimpft war. ranq mit der Liebe, bis es mich zum Bekenntniß auf die Kniee niedcrzerrte. Ich fand einen milden Richter. Der Abt war nicht unsereiner das war ein Mann, der draußen seinen Aben teuern nachgegangen, die Welt kennen, fürchten und hassen gelernt hatte. Da sie stärker war als ?r, hatte er sich. vom Kampfe wund, zu uns gefluchtet Sie meinten, das Fleisch in ihm müfr gestorben sein, da er so schweigsam, so hart war und machten ihn zum Abte. Aber ich. ich lernte ihn anders ken nen. Als ich ihm gebeichtet hatte, weinte er.! Das Abendmahl aber ertheilte er mir nicht. Erst sollt'. ich zwei Jahre lang buken Und sieh', ich fürchtete die Hölle. In derselben Nacht noch reche ich ms Kloster Gliwatz. Es liegt hoch oben im Gebirge kein Hall aus der Welt drang zu uns. Im Winter heulten die Wölfe um uns. Wenn ich an di: zwei Jahre zurückdenke an die Tage voll Unruh, an die furchtbaren Nachte! Ich strafte mein Blut mit Kasteiungen und der matteste Pulsschlag klopft: noch ihr zu. Ich lag vor den Gnadenbildern und doch kam die Sehnsucht wieder. Die Zucht in Gliwatz war nicht allzu streng, ich durfte nach Willkür ein- und ausaehen. So kam ich auch zum Po pen von Grabitza. Er war oft bei uns im Kloster gewesen aber was er zu mir sprach, als ich bei ihm war. klang ganz anders als leine Rio stersprache. Er hatte viele Bücher. Deutsche Bucher. Sie lasen sich anders als die Legenden und Apostel. Das waren Werke, deren Titel ich noch ni.' vernommen. , Eines Tages ward es hell in mir. Ich wußte nun. daß der Marder nicht sündigt, wenn er raubt. Da starb mein alter Abt. der Mitwisser meiner Schuld. Ich wurde hierher zurückgerufen. Scheu mied' ich jeden Schritt über die Klosierpfortkn. Wenn ich predigte, wagte ich nicht, die Augen aufzuschlagen. Aber ich fürchtete mich grundlos. Ljubitza war aus dieser Gegend verschwunden. Und mit der Zeit ward ich ruhig . . . . Am Jahrestage meiner Flucht in di: Berge fand der Bruder Pförtner ein kleines Kind vor unserer Thür. Woher es kam, wußte Niemand. Als ick die Münze sah, die es am Hälschen trug, da wußte ich's allein. Verzeihung erhielt ich von Niemand und niemals. Ich habe mich selbst im: ihr abgefunden. Das Volk kniet im Sande vor mir. und ich segne es. Dort unt:r Glas und Rahmen hangt der Brief des B:schofs. Wer wagt ihn he7abzur:ißen und zu vernichten? Ich bin alt unö weiß geworden und :r vergilt mir die Jahre, die meine Ju 'end, getödtet haben ? Und tir arme Sc?e, Ljubitza. hat ms Elend gehen müssen... Du. mein Kind, sollst nicht leiden, was ich gelitten habe. Ich nehme Deine Sünden auf mich. Du bist frei. Steh' auf. die Zeit drängt." Er nahm ein verschnürtes Päckchen vom Tische.' ' ' ' Die Klosterpforte -steht offen geh' ! Geh', mein Sohn, sei glücklich ! Geh' auf den Balkan nach Griechen land wohin Du willst. Kein Mensch soll Dich kennen. Wenn Du ein Haus hast, ein Weib und Kinder, dann denk' an mich." ' 'Er schiebt ihn zur Thür hinaus und Zperrt ab. - . -
Das Pferd 5cni Pork
thur. Wie rinnnlnh. -so sa) man . aus Fokohama. fad fei Uebergabe von Port Arthur ei sammenkunft zwischen General und Baron Nogi statt. Sri r denkwürdigen Unterredug scharf Besiegte dem Sieger eines sein lingsvserde. Nogi wollte eS erst annehmen, ließ sich schließlich aber dazu bestimmen. Dieses $fc Pferd soll rmn dazu mithelfen, VH panische Pferdnaffe rfzubessn. chem Ziele die Japaner jetzt, nsch Erfahrungen des FekdzuaeZ, et Aufmerksamkeit, zuwenden. 9 ??ogi hat es einem reichen Pserdez Namens Tomobumi Saegi g$ der feinen Stall in dem Städtchen saki an der WesÄüste JapaS hat. Einwohner von AkasaU sind stolz auf. daS historische Pserd m Mauern zu haben. Sie hielten Versammlung im Rathhause ab, a auch der Gouverneur von Tottori , nahm, und nahmen eine Resolution an. in der sie ihre hohe Befriedigung über das Geschenk zum Ausdruck brachten. Das Pferd führt jetzt den japanischen Namm Kotobuki. den ihm noch Baron Nogi beigelegt hat. Das Wort bedeu'et Gluck" oder langes Leben" und ist einer der vielen synonymen Glückwünsche Ostasier.s. Der Kun st vereinfür das Äro ßherzogthum Hessen hat es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht, einen Fonds anzusammeln, der die Beschaffung von Kunstwerken der Waler?i und Bildhauerei zur Ausschmückung öffentlicher Bauten und Plätze zum Zwecke hat. In Verfolgung dieser Aufgabe hat der Verein die Summe von 30.000 Mark gestiftet zur Ausschmückung des großen Treppenhauses im neuen Landesmuseum zu Darmstadt mit Arbeiten der Bildhauerkunst. Vorgesehen sind zunächst eine Mormorbüste des Großherzogs und zwei Bron'zesiguren. für deren Ausführung der Darmstädter Landsmann Professor Habich in Stuttgart vorgeschlagen ist ; ferner zwei Putten, die Bildhauer Eauer in Darmstadt übertragen werden sollen, sowie zwei Thierfiguren. mit deren Herstellung Professor Gaul-Berlin betraut wird. Der Ausschuß des KunstVereins hat mit der Erbauer des Museums Professor Messel vereinbart. paß dieser die Verhandlungen mit den genannten Künstlern führe, um eine möglichste Zusammenftimmung von Architektur und plastischem Schmuck zu erzielen. Tim beröcbtiaten Vertrauen auf Messels bewährte Meisterschaft hat der Kunstverein Hessens tti seiner hochherzigen Stiftung Verzicht geleistet auf eine eingehende Mitarbeit m kunstlerischer und ästhetischer Beziehung und sich seihst . . nur, ,die Abschließung der Verträge mit den Künstlern vorbehalten. Eine Eröffnungsfeier mit Katzenmusik. Aus Sofia wird gemeldet: Bei der feieeliche-i E - offnung des neuerrichteten Nationaltheaters. die in Anw:seh:it des ??ürsien von Bulgarien, des Prinzen Philipp von Sachsen - Koburg - Gotha. :tj diplomatischen KorpZ un rer spitzen der Zivil- und Mllitärbeborv:n stattfand, kam es vor dem Ge'äude zu stürmischen Demonstrationen. Die Studierenden und die and:re Ju--.?nd. die sich angesammelt batte, bereicten den vorfahrenden Offizieren und "em Ministerpräsidenten Petkow eine Katzenmusik. Es mußie Kavallerie aufgeboten werden, um die Menge zu '.ersireuen. Anlaß zu diesem Skanrale gab die angeblich ungerechte Veriheilung der Einladungen zur Erösf'.ungSfeier. Großfeuer im Jrrenhaus e. In der in unmittelbarer Nähe von Marburg gelegenen Landesheilanstalt für Geisteskranke brach kürzlich in der Nacht gegen 2 Uhr in einem der großten, von männlichen Insassen, etwa 51 an der Zahl, bewohnten Krankenhause ein Brand aus. der in kurzer Zeit gefährliche Dimensionen annahm. Bevor man an die Löschung der Flammen gmft, brachte man sämmtliche Kranke in Sicherheit. Sie wurden, meistens nur nothdürftig bekleidet, theils in ihren Betten herausgetragen, theils herausgeführt. Die meisten von ihnen folgten gutwillig, einige liefen -jedoch wieder zurück und mußten mit Gewalt in Sicherheit gebracht werden. Ihre vorläufige Unterkunft- fanden sie in dem großen Feftsaal und in der Anstaltskapelle. Später erfolgte ihre Vertheilung in den übrigen Krankenhäufern. Die gesammte freiwillige Feuerwehr hatte bis in die späten bendstunden das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Von dem umfangreichen Gebäude stehen nur noch die Umfassuncsmauern. Dem Vernehmen nach solldas F? r durch Kurzschluß eni Landen sein. le ttnrsk. Herr: - Bitt einen Band für meine Frau aus der Leihbibliothek.- - Buchhändler: Welcher Art Lektüre darf es sein, mein Herr?" Herr: Das ist egal nur kein zu dicker Band darf es sein; meine Frau ist nämlich manchmal etwas nervös!" Selbstverständlich. Dttnstmädchen: ÜLo haben Sie femt die' Schlittschuh von der' Madame wder hingelegt? ' ochm: .Dumme Gan . . . m den
öisschrank natürlich!" y .,
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ffi
