Indiana Tribüne, Volume 30, Number 147, Indianapolis, Marion County, 13 February 1907 — Page 7

Jndiana Xtibünc, 13 Februar 1907

Banditen im

Frack. Kriminalroman, nach E m i l G a b o r i a u. lortsetzunz.) 2ie Seit verging rasch. (Eidlich warm wir Vcide wieder l?crgcstellk. aber indessen waren im Tezember und Januar schon drei Schisse mit Per bannten nach Guyana abgeganger'. An einem Febniar-i'iorflen errlär:e der Art, das; wir aus dem Spital er.t lassen werden könnten. ?iachbern er sich entfernt hatte, rief der Wächter: Kummer 22 und 2: hauen sich zu 5 Einschiffung bereit zu machen; schnürt Eure Bündel. ftinber, heute Abend werdet br an Bord de Transport. Kämpfern schlafen!" Unsere Bündel! Welch' ein $olm 5ch befajj nichts, alö wao ich auf dem Mtibc trug. Auf Nummer 2o schien die Antun Monist; unserer Abreise einen großen Eindruck zu machen; er erblaßte, wur de lmruhia, und ich sal) ibm an. daß er eNvao sagen wollte. Wollen Sie mir einen großen Dienst erweisen?' fragte er plötzlich. Selbstverständlich erklärte ich mich bereit. Bevor wir von bier fortgeben." begann er. werden wir jedenfalls durchsucht werden." Gewiß!" meinte ich. ..Ihnen." fuhr er icri, wiro man kein? große Aufmerksamkeit widmen, aber meine .Meider werden jcfccrnafl-? einer sorgfältigen Untersuchung unter zogen werden." WcSbalb sollte man Sie ander? behandeln, als mich?" fragte ich. ..Weil man mich im Besitz eineS SckristslückeS glaubt, das ich divlvr vor allen Nachforschungen zu verber gen wußte." erwiderte er. ..Wollen Sie dieses Schriftstück an sich nehmen? Ja? Nun. dann schwören Sie mir, rsjo gut wie möglich zu veiber gen und es mir, sobald wir an Bors sind, zurückzugeben!" Ich leistete den verlangten Schwur. Tarauf trennte er das Futter seines N?ckcs auf und zog einen kleinen, zer tiütterten und schmutzigen Brief der vor. Als ich mich unbeachtet glaub!?, verbarg ich denselben iiu Futter mci uer Vlülze. Tie Vorsicht, welche Nummer 2; gebraucht hatte, war nicht überflüssig gewesen. Ich wurde, wie er vorauvgsert. nur slüchtig untersucht, ibm ge geuüber ging man sehr scharf vor: man ließ ihn sich völlig entkleiden, und als er so nackt war, wie er auf die Welt gekommen, hieß man ihn in ein Nebenzimmer gehen, wo er neue Klei dungöstücke finden würde. Nummer 23 war plötzlich wie um gewandelt, die Absicht, seine .Peiniger zu täuschen, veranlaßte ihn zum Wi derslande; anstatt zu gehorchen, schrie er, da die Kleider, welche er abgelegt habe, sein Eigenthum seien, daß er ein Recht habe, sie zu behalten, unv daß er sich eher in Stücke reißen lassen, als auf sie verzichten werde. Schließ lich wurde er mit Gewalt in das ande re Zimmer gebracht und dort mit dem neuen Anzug bekleidet, so sehr er auch schrie und tobte. Ta die Thür zu dem Zimmer, in wrlchem er sich entkleidet hatte, offen stand, konnte ich sehen, wie ein Mann, der einem PolizeUAgentcn ähnlich salz, sich der Kleider bemächtigte, welch.' Nummer 23 abgelegt hatte. Am Abend wurden wir eingeschifft und an Bord gab ich meinem Leidcnc gefährten seinen kostbaren Brief zu rück. ?.'tit bebender Hand nahm er ihn b Empfang und drückte ihn an sei:, Herz. Wir werden auf hoher csein." rief er. bevor die Banditen rnci ue Kleider in Stücke zerschnitten und sich überzeugt haben werden, daß siebe trogen sind! Ich danke Ihnen!" fiibr er fort, meine Hände ergreifend ini drückend: für mich ist diefes Blatt ein unschätzbarem Kleinod, denn auf demselben hat ein Sterbender mit Bleistift seinen lebten Willen geschrieben!" Raimund fprang auf. ..Allmäch tiger Gott!" rief er aus; die Ahnun gen meiner Mutter waren also richtig! ES ist also wahr, daß mcinVater, bevor er den letzten Athemzug that, noch Zeit hatte, seinen letzten Willen niederzu schreiben." (5r ergriff die Hände de? beiden jungen Leute und rief in einem Ton. der aus dem innersten Herzen kam: Freunde! Brüder, wie tief bin ich in Eurer Schuld! Für mein? Mutter und für mich hat sich Euer Vater aufgeopfert. Um das ihm an vertraute heilige Bermächtniß eine? Sterbenden zu bewahren, ist er in die Verbannung gegangen. Um seinen Schwur nicht zu brechen, ließ er sich in's Gefängniß schleppen und nach Guvana schicken. Wie kann ich Euch dies je vergelten?!" Hans fiel ihm in's Wort. Tu schuldest uns nichts," sagte er, als Deine Freundschaft; ohne eine Ali nung von dem wahren Sachverhalt zu haben, hat Deine edle Mutter cics1.' Schuld hundertfach bezahlt; verdanken denn Leo und ich nicht ihr allein, was wir heute sind? Verdanken ihr nicht meine Mutter und meine Schwestern ihre jetzige Existen.;?" ..Nein. Du schuldest uns nichts, ricf auch Leo; unser Vater hat nur seine Pslicht erfüllt! Oh. Vater! Tu warst nur ein armer Mann. Du lebtest nur in untergeordneter Stellung, aber

ich bin von heute ab stolz, xern oyn zu sein !" HanS fuhr in der Verlesung deZ Berichtes fort: Was Nummer 23 mir nütgetbeilt hatte, mußte meine Neu gierde erregen, aber ich wagte nickt, ihn zu fragen. Mir erschien dies so. ni ob ich für den kleinen Dienst, den ich ihm erwiesen, eine Belohnung der langt hatte; ich wandt.' mich sogar ab. um nichts zu sehen, während er ein sicheres Versteck für seinen w.'rthvoll::, Brief suchte. Sie sind wohl ein der Regie rung sehr gefährlicher Wühler gewe sc'n?" fragte ich meinen Genossen. Sie irren." erwiderte er, ich habe mich in meinem ganzen Leben nicht mit Politik beschäftigt, und die Politik steht auch in keinem Zusammenhang mit meinem Unglück. Anfangs wollte man mich aus eine andere Art bcseiti gen. aber man hätte sich dadurch statt der einen Gefahr eine zweite gefchas fen, die durch meinen Mörder drohte: in Eanenne bin ich weit von Frankreick. und was das Klima dort thun wird, dafür find diese Banditen nicht verantwortlich." Und weshalb", fragte ich, zwingt man Ihnen einen fremden Namen auf?!" Da man nicht wagt, mir das Leben zu nehmen, ranbt man nur meinen Namen ; ich heiße ebenso wenig wie Sie Boutin; mein Name ist Lorenz Cornevin, und weit entfernt, eine b deutende Persönlichkeit zu sein, war ich nur ''ein armer Stallknecht, aller dings im Elysee." Er strich mit der Hand über die Stirn, als ob er imcrn genehme Erinnerungen verwischen wollte, und sagte dann: Ich habe Ih nen dieö anvertraut, mein lieber Nan tel, weil ie ein braver Mann sind, den ich achte, und weil mit Hülfe deS Papiers, daS Sie gerettet haben, da? begangene Verbrechen vielleicht be straft werden wird! Ich bitte Sie aber, mich nicht weiter deshalb zu befragen und über die ganze Angelegenheit ni; Wieder zu sprechen." Wir sprachen auch nicht mehr dar über. Auf der Teufelsinsel wurden wir ausgeschifft. Nichts war dort y unserem Empfange bereit. Es g.id dort nur ein Blockbaus, das der 5ion:pagnie Marinc.Infanterie, welche un? bewachte, als Kaserne diente, und ein Magazin, in welchem Werkzeuge ausbewahrt wurden. Für uns wurden erst Hütten erbaut. Zweimal wöchent lich kam ein kleiner Dampfer, der int-:-den nöthigen Proviant, gesalzenes Fleisch, brachte. Arbeit gab eS nicht: zweimal tä.ilich mußten wir i:n3 zum Avvcll einiinden. aber 'v d"- - ' seycnzeri rorrmen wir tynn,-was wir Wollten. Da wurde eines TageS mein Freund Lorenz zu dem Gouverneur gerufen. Es war ihm gelungen, einen Matrosen des mit Proviant angekommenenTan pferö zu bewegen, einen Brief in Ea yenne zur Post zu geben. Tiefer Brief war aufgefangen worden. Wie Lorenz mir später erzählte, war er an eine Wittwe in Paris adressirt und enthielt außer der Unterschrift nur die Worte: Ich lebe!" Das war doch gewiß so wenig wie möglich, aber Eornevin kam cS theuer zu stehen; er wurde zu vier zehn Tagen Dunkelarrest bei Wasser und Brod verurtheilt, weil er versucht hatte. Verbindungen nach außenhin cnzuknüpfcn. Als Lorenz bleich und abgemagert entlassen worden, sagte er zu mir, indem er mich zum ersten Mal mit ..Du" ansprach: Glaubst Du, daß ich dem Komniandanten das übel nahm? Durchaus nicht! Er kennt mich nicht und hält mich für einen sehr gefährlichen Menschen; außerdem ist er Soldat und muß seine Pslicht crfül len. Aber die Anderen, die Anderen! Die Banditen im Frack und mit Cr denSflernen auf der Brust! Ich hoffe. cS ihnen noch heimzahlen zu können!Seit diesem Vorfall war Lorenz ein Anderer geworden. Anstatt in unse rcr Hütte zu bleiben und sich mit den Arbeiten zu beschäftigen, durch welche die Gefangenen in Eayennc sich einen Erwerb und eine Verbesserung ihrer Lage zu verschaffen suchen, verbrachte er den ganzen Tag im Freien. Nach dem MorgenAppell entfernte er sick mit einem Stück Brod in der Tafche und kam erst um sechs Uhr zum zwei tcn Appell zurück. Eines Abends sagte er zu mir: Nantel. mein Entschluß steht fest; morgen versuche ich zu en! fliehen." Ich rschrak. Von 'der Teufelsinsel entfliehen zu wollen, das hieß, einem sicheren Tode entgegengehen. Es war wohl möglich, in Boot zu verfertigen und mit diesem bei ruhiger Witterung die Insel unbemerkt zu verlassen. Mehrere Gefangene hatten dies auch schon versucht, aber die Einen waren in dn Urwäldern auf dem Festlande elend zu Grunde gegangen, die Anderen hatte man verhungert in hrem Boot aus of fenem Meer gefunden; gelungen war die Flucht nicht einem Einzigen. Das wirst Du nicht thun. Cornevin!" rief ich. Er aber erwiederte kalt: Ich werde es thun, und es wird mir gelingen. Gott, auf dessen Gerechtigkeit ich ver traue, wird mich beschützen." DieBesorgniß um sein Leben gab mir den Gedanken ein. dem Kommandanten seinen Plan zu verrathm, aber ich gab ihn bald auf. denn Verrath bleibt immer, Verrath, und er ist das schändlichste aller Verbrechen. Da es mir nicht möglich war. Lorenz zurückzuha!ten. so mochie sich sein Schicksal erfüllen. Ich bat ihn aber, mir mttzuthei-

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. len. wie er seine Frucyi ornrctTjrtpng. wolle, und tr that dies ohne Zögern. Er hatte insgeheim ein Boot verftrHat, wollte mit diesem die Insel der' lassen und hoffte einem Schiff zu öegegnen. das ihn aufnehmen würde. Es war ein toller Plan, und ich hielt mein Urtheil über denselben nicht zurück. Er gestand zu. daß ich Recht habe. Umerkte aber, daß sein Entschluß unwiderruflich sei. Alles, was ich von ihm noch erlangen konnte, war. daß er sich bereit erklärte, die Ausführung noch eine oche zu verschieben. Während dieser Zeit wollten wir Beide uns von unseren LebenZmitteln so viel ersparen, daß er einen möglichst großen Verrath mitnchmcn lönr.c Er zeigte mir spä ter das Boot, welches er verfertigt hatte. Ich erschrak beim Anblick der unförmigen Nußschale, in der er sich dem Meere anvertrauen wollt-:, aber alle Vorstellungen blieben erfolglos; er nahm nur meinen Beistand zur Verbesscrung des Fahuzeuaes an, aber gegen alle anderen Rathschläge blib er taub. Die zur Flucht bestimmte Rächt kam. Ich beluq mich mit dem Sack, der di: Lebensmittel enthielt, und wir verließen die Hütte. Bei Ta? konnten wir uns frei auf der Insel bewegen, aber bei Nacht durften wir einen bestimmten Umkreis um unsere Hütten nicht überschr?iten. und es waren Wächter be stellt, die darauf Acht gaben. Wir erreichten trokdem unbemerkt das Ufer. Es mochte elf Uhr sein. Die Nacht war finster, aber der Mond mußte bald aufgehen. Das Meer laq glatt und eben vor uns, nicht ein Lüftchen regte sick. Nackdem wir daS Boot in das Wasser geschoben, reichte mir Loren? die Hand. Lebe wohl, mein guter Nantel!" sagte er. Oder vielmehr auf i:derseben! So lange ich lebe, werde idj nicht vergessen, daß ich Dir die Rett'nq des mir anvertrauten Briefes verdanke." Er sprang in's Boot, erariff die Ruder und stieß vom Lande, bId war er im Dunkel meinen Blicken entschwanden. Ich stieg auf einen Felsen, um nochin? 's nach ihin auszuspähen, und als bald darauf der Mond aus den Wolken 5erv?rtrat, entdeckte ich das kleine Jcot sck.on in weiter Ferne. Aber noch eiwas Anderes hatte ich bemerkt, ein Scaelschiff. welches, wie mir schien, auf oie nfel vtficuTit. Das Erscheinen eines Schiffes in diesem Augenblick kam mir wie ein Wundcr vrr. Ein Jahr lang war ich fckon auf der Insel, und noch nie hatte aufir Fahrzeugen der kaiserlien Kri?c?"arine ein Schiff sich dem Berlannungsort genäycrk. Jcy txqxaT, ch daran dachte. Wenn dieses schiff ein Kriegsschiff wäre! Lorenz würde auf demselben wohl aufgenommen, aber sofort in Ketten gelegt und ?.z Eayenne zurückgebracht werden, seiner eine schwere Strafe harrte. Hatte er ubrlgenö da? Schiff bemerkt ? Unbemerkt schlich ich mich durch die Wacden und erreichte meine Hütte. Alö am Morgen beim Appell Boutin'S Name aufgerufen wurde sagte ich. daß mein Kamerad mich am Abend verlassen habe um fischen zu gehen. Später erfuhr ich don einem Makrosen, daß daS Schiff, welches ich gesehen ein amerikanischer Wallfischfänger war Wenn Lorenz jenes Schiff erreicht hat," sagte ich mir, so ist er gerettet und frei " Lm Mittag deS nächsten Tage fand man das Boot deS armen Lorenz gerade in demselben Zustande wie er eö verlassen hatte. Ich wurde zum Kommandanten gerufen. Nun?" fragte der Kommandant, wollen Sie noch leugnen, daß Boutin entflohen ist und Sie ihm zur Flucht verholfen haben?" Ich leugnete eö. Unglücklicher Weise war ich der Einzige auf der Insel, wel cher ZimmermannSarbeit 'z liefern vermochte ; meine Arbeit verrieth mich ;

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ich kam in's Gefängnis, aber vl::o nicht lange dort; man brauchte in Cayenne Arbeiter meiner Art. und ich wurde dort hingeschickt. Ein Jahr später wurde ich begna diqt und heiralbetc bald nachher. Von Lorenz hatte ich noch keine !achrickt. aber ich war überzeugt, daß er a.?m tet sei. Ta hörte ich eines Abend tn einem Kaffehause in llayenne eineu amerikanischen Matrosen erzählen, daß sein Schiff in der Nähe der Ten fclsinsel einen flüchtigen Teportirten aufgenslnmen habe. Ich nahm den Mann bei Seite und erlangt durch lim die Gewißheit, daß die Flucht ,ncines Freunde? gelungen W5r. Er war sechs Monate auf dem Walfischsänger ge. blieben, hatt? ans demselben für Fahrt und Beköstigung Dienste geleistet imu daS Schiff dann in Talcabnama in Chile verlassen." Oans legte das nun beendete Ma nustript auf den Tisch und sah seinen Brtlde und Raimund fragend an. Nun? Was sazt Ihr dazu?" frag, te er. Wir müssen Herrn Toktsr Roberl in unser Geheimniß ziehen: dieFrauen dürfen aber vorläufig noch nichts da von erfahren," sagte Leo, den der Ao vokat den Praktischen genannt kalte. Herr Nobert übernahm amtliche Erkundigungen einzuziehen. nicht mehr über Lorenz Cornevin. sondern über Sotiis Boutin. ES eristirte. wie er bald erfuhr, ein Aktenbündel, rnclches sich auf den Proze dieses Man nes bezog, und schon nach acht Tagen erhielt dzr Advokat und Abgeordnet ans seine Anfrage von der Polizei Präfektur folgende Mitteilung: Louis Boutin. dreiundvierziz Jahre olt. geboren in Paris. Mit den Wssen n der Hand auf einer Barrikade in der Strafe Petit Carreau am 4. Te zember 1851 verhaftet und in die Con ciergerie gebracht: nbgefiil'rt nach Breft am 21. Dezember mit einem Zug Verbannter, unter der Aufsicht des Polizei.Inspektors Brichart: ange. kommen in Brest am 22. ?e,',ember: an demselben Tage in's Hospital ge bracht (Nummer 23). da er sich b.'t einem Fluchtversuch schwere Äerwun düngen zugezogcit hatte: aus dem Ho. spital am 18. Februar 1852 eutlaise., und an Bord deS Tranöwortschiffe? ,.Tie Rhone" nach ttuyana einge schifft, wo er auf der TeufelSinfel ab gesetzt wurde: gestorben am 20. Januar 185lZ. Er fand den Tod bei einem Fluchtversuch, deu er in einem von ihm selbst verfertigten Boot unter mmmni liatte. Sein Leichnam tu nicht gefunden worden." Tiefe Poli'.einote war der lkars-e Beweio der Richtigkeit der Angaben deö Tischlers Nantcl. Man ahnte in Paris nicht, das; Corncvin'S Fluckt gelungen war. Graf von Combel war daher überzeugt, das', der einzige Zeu ge seines Verbrechens nicht mehr leöe und er nichts llichr ,m fürchten habe. Wie sehr sollte er sich irren! Z w ö l f t e s K a p i t e l. Die drei Freunde waren bald wle. der getrennt. Hans Cornevin hatte den Entschluß gefaßt, den Vater aufzusuchen, oder tveitcre Nachrichten über denselben zu erhalten: er reiste nach Süd-Amerika ab. Leo erh'elt eine vorthcilhafte An stellung an etiler spanischen Eisenbahn und ging nach Madrid. Raimund Delorge wurde vom Minister nach Tours gesandt und einer Kommission beigeordnet, welche. Mittel und Wege eur Einschränkung der fast jährlich stattfindenden Überschwemmungen der Loire suchen sollte. Raimund'S Vorgesetzter, Herr von Boursonne, war ein PrächtigerMensch: er gehörte einer der ältesien Adelsfa mitten an, aber ex legte sehr wenig Werth auf diese Abstammung. Der jungi: Delorge gefiel ihm, und dieser erwarb sich so schnell dessen Zuneigung, da her ihn stets in seiner Nähe behielt und ihn auch zu den Verwes dumm welche er in der Nabe von j

Seölt

4D Jahre

oder länger hat sich dieser reine PflanzenEztratt, als Wine of Cardui bekannt, einen Ruf in der Behandlung der den weiblichen Organen und Funktionen eigenen Krankhei ten erworben. Dieser Ruf ist auf den massiven Felsen von Wahrheit und Verdienst ge gründet. Sch war seit Jahren leidend und mußte eine Bandage tragen," schreibt Frau S. I. Chrisman von Mannsville, N. F., bis ich zwei Flaschen von

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gebrauchte, worauf ich die Bandage ablegen konnte. Ich fühle mich nicht mehr so schlecht wie früher, und kann einen halben Tag lang auf den Füßen sein. Der Doktor, welcher mich untersuchte, ehe ich Wine of Cardui gebrauchte, sagte, daß es keine Metizin gebe, Sir mir helfen würde, aber Cardui hat mir so sehr geholfen, daß ich eö gern jeder Frau mittheilen möchte." Cardui lin dert periodische Schmerzen, regulirt gestörte . Funk- j

turnen und hat Tausenden die Gesundheit wiedergegeben. nachdem alles Andere nutzlos gewesen war. In allen ctpotljelicn in

Nosiers vorzunehmen hatte, als Ge hülsen mitnahm. In Nosiers quartirten sie sich im Hotel Zur aufgehenden Sonne" ein und begaben sich sofort an die Arbeit: früh am Morgen verlieben sie das Haus, und erst wenn es dunkelte, ka inen sie heim; sie speisten dann zusain men in einem Zimmer, dessen Fenster sich nach derHauptstrasze des OrtcS öffneten. Herr Boursonne, ein Herr in bereits vorgeschrittenen Jahren, holte nach dem Essen seine Pfeife, Rar utund zündete eine Cigarre an, und so saften sie meist noch bis zehn llhr . Ein Tag verging unter diesen Ar beiten ebenso einförmig wie der andere. Ta hörten sie eines Tages. alZ sie foim Frühstück sahen, ans dc: Straße Pferdegetrappel. Herr Boursonne eilte an das Fen ster. Kommen Sie schnell her, Tc lorge!" rief er Raimund zu. Ter Gerufene trat näher und sah, wie eben zwölf prächtige Rosse, von Stallknechten geführt, auf der StraZ;2 daherkamen. Wem gehören diefe Pferde?" fragte Herr Boursonne den mit einer Schüssel in der Hand eintretenden Wirth: kommt etwa ein Cirkus nach Nosiers?" Ter Herr Ingenieur belieben zu scherzen," erwiderte der Wirth ; Sie scbcn doch jedenfalls " Was denn?" Tie jironc, die auf deu Pferdede clcn eingeflickt ist." Wie? Auf den Pferdedecken befin det sich eine Krone? Das ist etwa) Anderes! Sehen Sie dies, Telorge? Sie haben noch gute Augen." Er setzte sein AugeuglaS auf und rief dann: Weife Gott, es ist so! Wem gehören die Pferde?" ..Ter Frau .Herzogin." lautete die Antwort. Wie?" rief Boursonne; wir ha ben eine Herzogin in der Nähe un wissen nichts von ihr?" w wohnt selten auf dein Lande,erwiderte der Wirth: sie komnit nur im Sommer von Paris hierher und bleibt höchstens einen Monat lang." lind wie heijzt sie?" ' Herzogin von Maillefert." Tao ist wohl." fragte Raimund, die Besitzerin des schönen Schlosses, daS auf dein Wege nach Treves liegt?" Ganz richtig!" Herr Boursonne hatte sich zu Tische gesetzt und sprach den Speisen wacker zu. Sie sprachen bis jetzt immer nur vou der Herzogin," sagte er, aber wo ist der Herzog?" Ter ist todt." Ter Herr lasse ihn sanft ruhen!" sprach Boursonne salbungsvoll und trank dabei langsam sein Glas aus; dann neigte er sich zu Raimund hin über: Sie hören,", sprach er, die Herzogin ist Wittwe. Da giebt es vielleicht ein Herz zu erobern. Kon nen Sie uns etwas über diese Herzo am mittheilen?" wandte er sich wie der an de Wirth; isr sie jung?" Ich sehe sie, wenn sie hier weilt, zeden Tag in eleganter Toilette vor veireiten," erwiderte der Wirth, und da möchte man sie auf etwa zwanzig Jahre schätzen, aber sie muß inehr als doppelt so alt sein, denn sie hat Kinder, die schon über zwanzig Jahre alt sind." ..Wie viele?" fragte der Ingenieur tveiter. Nur zwei, einen Sohn, Herrn Phi lipp, der seit dem Tode des Vaters den Titel Herzog führt, und eine Tochter. iZräulein Simone." ' Simone!" wiederholte der alte In tzenieur, ein hübscher Name!" Hm!" meinte der Wirth; das kommt auf den Geschmack an; es ist übrigens in der herzoglichen Familie ein alter Brauch, diesen Namen stets einer Tochter zu geben, zur Erinne rung an einen berühmten Vorfahr, welcher Simon hieß. Wer Fräulein Mmone gesehen hat. der wird nicht an stehen, sie entzückend zu finden, ohne tsii& r,fifn Namen sie führt." j (Sortsetzung folgt.)

ÄMse für raumlMm

U $l.00-ffasdjen zu ljaöen. HT Eine spanischr Erinnerung an 1870. Der verstorbene Staatsmann Irancisco Silvela hat im Auftrage der Spanischen Akademie eine Biographie seines 1892 aus dem Leben geschiedenen Bruders Ton Manuel verfaßt, dcr don Prim zu seinem Minister des Aeußern gemacht wurde, als der erste Revolutionsrausch verflogen war. Es galt damals bekanntlich, einen neuen Träger für die frei gewordene spanische Königskrone zu suchen, von dem man eine endgiltige Wiederherstellung deS innern Friedens erhoffen konnte. Nach dem Scheitern mehrerer anderer Lösungen tauchte der Gedanke an eine Dynastie Hohenzollern auf. Seine Hauptvertheidiger waren Prim und Silvela, aber von durchaus verschiedenen Gesichispunkten aus. Prim wollte die Wahl im Einverständniß oder mit vorheriger Billigung Napoleons vornehmen. Silvela erachtete das für unmöglich, strebte vielmehr. ' da er d.'" Krieg voraussah, danach, Spanien daran zu betheiligen, um es, wie er zu Prim sagte, zum Aktionär an einem sichern Unternehmen zu machen in Nachahmung des italienischen Verhaltens 1866 und selbst für den Fall, daß Spanien an der Ebrolinie oder auf dem Mittelmeer eine Schlappe erleiden sollte. Da er den wahren Zustand Frankreichs besser kannte als Prim. rechnete er bestimmt mit einem deutschen Siege, der durch eine spanische Aktion von Süden aus nur noch beschleunigt werden könnte. In seinem vorausschauenGeist malte er sich die Lage nach der Niederlage der Franzosen aus. wie er die Geschichte Spaniens in Europa fortsetzen, eine bedeutende Kriegsentschädigung verlangen, das Kolonialreich befestigen und ausdehnen und die innere Einigkeit auf der mächtigen Grundlage des äußern Erfolges aufbauen könne. Prim, der von Silvela begleitet, verschiedene Begegnungen mit, Napoleon in Vichy und Paris hatte konnte sich indeß u dieser kühnen Politik nicht aufschwingen. Er glaubte an den Sieg der franzöfischen Waffen, an die Unbesiegbarkeit der Zuaven. die er in der Krim bewundert hatte, und hielt es für unangebracht, die spanische Revolution in ein solches Abenteuer" zu verwiZcln. Daher wich er dem Konflikt aus, als er sich überzeugte, daß die Kandidatur des Fürsten Hohenzollern zu einem casus belli" zwischen Frankreich und Deutschland wurde. - Als Silvela seine Politik verkannt sah und scheinbar aus andern Gründen bald darauf zurücktrat, empfand er, als nun der Ausgang des Krieges ihm vollständig Recht gab. eine tiefe Bitterkeit über den Verlust der sichern Vortheile und des Ruhmes, den er für sein Vaterland erträumt hatte. Immer erinnerte er sich jener einzigen Gelegenheit, um Spanien wieder hochzubringen, und noch zwölf Jahre spätere schrieb er mit schmerzlicher Entsagung, daß Spanien für lange Zeit wie der vom Glück nicht begünstigte Kartenspieler sagen müsse: Ich passe. vttmactt?bcn. S i c : .So aut Du Deine politischen Zeitungen liest. ebenso gut halte ,cy mir die Modejournale, das lasse ich mir nun einmal nicht nehmen, der Kostenpunkt , wird wohl ziemlich derselbe sein." Er: Scheinbar schon, bei mir hören aber die Kosten auf, wenn ich meine Zeitun gen bezahlt und gelesen habe, während sie bei Dir dann erst recht angehen!- . Im Qualm. Kellner: 5oll ich vielleicht -in wenig das Fenster öffnen?" Gast (leidenschaftlicher Raucher): .Sie sind wohl verrückt da geht ja der Rauch hinaus!" Ein Bauplatz von &) ttx 150 Fuß ist etwa Acker. D e r Ka p l a n , Frank B. Nose. ist mit dem Range eines Kontre Admirals pensionirt worden.