Indiana Tribüne, Volume 30, Number 147, Indianapolis, Marion County, 13 February 1907 — Page 6

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Der PsciscnstDell $f

GrzZhwag ,sn ?. Sälomon. (Schluß.) Aald darnach kamen schon die Vorrcitcr des fticrlichcn Zuges über den Ttock-im-Clscn-Platz dahcr, und dann folgte der goldstrotzendc, von sechs schimmeln gezogene rctl)( Prunkwagen des jtaisctt. Ällcs jubelte dein Herrscher zu, dessen von einer mächtigen Mongcrcrnckc umrahmtes Gesicht sich dankend nach rechts und nach links rerneigte. ?ln den B?agen des Kaisers reihte sich darauf rcchl noch ein Dutzend prächtiger Karossen, in denen die Gcnerale und die obersten Offiziere des TürkcnfcldzugeS saßcn. Einige trugen ncch einen Arm in der Binde, und ein älterer Offizier hatte einen breiten verband um den .fiepj. Man konnte daö 'UleS ganz deutlich sehen, weil die Wagen sehr langsam fuhren. Eben kamen die lcytcn V?agcn daher ; 5eppcl stand in der vordersten Reihe, und seine Augen richteten sich starr auf die Insassen. War'S möglich, oder täuschte er sich? ,)!ein, jetzt blickte ihn auch der junge Offizier an und lehnte sich darauf aus dem Wagen, ihm mit herzlichem Gruß die Hand hinstreckend. Schnell sprang Scppcl hinzu. Er hätte laut aufjauchzen mögen das war ja Kranze! Andrafsy! Er ergriff des Jugendfreundes Hand ; die lkehlc war ihm aber vor Erregung wie zugeschnürt : er vermochte kein Wort hervorzubringen. Gott sei Dank, daß ich Dich endlich erwische. Du Ausreißer!" rief dagegen der junge Graf.. Hab' schon aller wärts nach Dir hcrmngcfragt ! Komm heut' Nachmittag in'ö Palais!" Er nickte noch einmal freundlich, dann roar er vorübergefadren. Alle Veutc ringsum blickten verwundert auf den Handwerksburschcn, dem ein Offizier aus einem kaiserlichen Wag.l heraus die Hand gereicht hatte, und eppel wurde dunkclroty im ganzcn Gesicht bis über die Ohren; dann aber wandte er sich und drängte sich aus der Menge heraus. Er rjätte aufjubeln mögen vor Gluckscligkeit und den Hut jauchzend in die uft schleudern. Sein Jranzel war ja wieder da; jetzt mußte sich Alles in seinem l'eben wieder zum Besten wen den! Er eilte hinaus aus der Stadt in den Willen Prater, und hier in den duftigen Lanbgängen gab er sich scsscllos seiner Freude hin. Ein lustiges Vicd nach dem anderen sang er in die herrliche Sommcrlu't hinein, und dann setzte er sich auf eint 23ank und ließ die Bilder der Kindheit an sich, vorüber ziehen. Dabei kam ihm allerdings die Sorge, ob er nun auch noch in das gräfliche Schloß passe, da er doch seit Jah rcn keine Bildung weiter genossen hatte, und was er dort eigentlich für eine Rolle spielen solle. Den Spielgeführten des jungen Grafen konnte er ja doch nicht mehr bgebcn; eine Stelle vermochte er auch nicht zu übernehmen, denn dafür hatte er das Entsprechende nicht gelernt. Ja, waö konnte da sein Besuch bei dem jungen Grasen cigcntlich weiter sein als ein einfaches frohes Wiedersehen? Seine fröhliche Stimmung wurde mehr und mehr herabgedrückt, und er war nahe daran, wieder so kleinmüthig zu werden, wie er es vor dem WiederZehen mit Jranzel gewesen war. Dann aber machte sich doch der Jugendmuth wieder geltend: er wollte doch erst ein mal in das Palais Andrafsy zurückkchren und sich in den alten vertrauten Räumen umschauen, auch dem Jugend freunde wieder einmal in'ö Herz blicken, dann sei immer noch Zeit zu der Frage, ob er auf'S Reue in den gräflichen Hofhalt hineinpasse und wie er wohl verwendet werden könne. Er kehrte in die Stadt zurück, ging in die Gcsellcnhcrbcrge, legte seine Sonntagskleider an und machte sich auf nach dem gräflichen Palast. Als er aber durch das wohlbekannte Portal schritt, drängte sich ihni trcv alledcm das Gesicht auf, er passe nicht mehr in diese Umgebung, und sein Wirkungskreis müsse fortan anderswo liegen. Bei dem Empfange, den er bei dem früheren Juc;endgespiclcn fand, wurde diese Nebcrvuguna allerdings wieder schwankend. Der junge Graf Franz kam ihm ganz wie ehedem entgegen; er war in Heller Freude, daß er dem alten Spiclgenosscn wieder die Hand drucken konnte, und erkundigte sich ein gehend nach seinen Verhältnissen. Er war empört über daö Verhalten des Schlolzverwalterö und verzprach, Alles wieder gutmachen zu wollen; über das vnt konnten sie ja spater berathen. Dann aber erzählte er von seinen Erlebnissen, dem langwierigen und ge fahrvollcn Kriege, den entsetzlich ver wahrlosten Zuständen auf der Balkan Halbinsel und den vielen Raturschönhei ten wie den mannigfachen und seit samcn Naturprodukten dort. Allerlei Andenken und Merkwürdigkeiten habe er mitgebracht. Damit zog er den Freund in ein Nebenzimmer, wo er auf langen Mischen eine ganze beenge der verschlc d -stenGegcnstände aufgeschichtet hatte. A..cö lag noch bunt durcheinander; hier ein krummer Türkensäbel, dort ein Häufchen eigenthümlicher stacheliger Russe, weiterhin eine prächtige Pistole mit Pellmuttereinlage. Teppiche und Kleidungsstücke, Proben fremdartigen Holzes und Rohres, Pferdegeschirr mit blinkenden Goldblättchen, allerlei Mineralien und noch viele andere Sachen. DaS kannst Du mir zunächst ordnen helfen," sagte Gras Franz; ich will

mir ein kleines Museum anlegen. Lon

den Mineralien hier," fuhr er fort und zeigte auf ein Häuflein von Steinen in allerlei Farben, werden Dich besonders einige Stücke intercssiren, die man hier gewiß noch nie gesehen hat. Auch der Professor Strotzer, dem ich sie bereitö zeigte, erklärte sie für eine Seltcnhcit." Seppcl nahm eines der bezeichneten Stücke und betrachtete es. Eine so eigenthümliche Masse, wie diese hier, batte er noch nie vor Augen gehabt. Fast sah sie nie harter weißer Thon aus, fühlte sich auch etwas fettig an, wie dieser; dann aber hatte sie auch etwas Krcidcartiges. Ich habe noch ein ganzes Söckchen voll solcher Stücke," bemerkte der Graf Franz. Das Säckchen steckt aber noch in meinem großen Koffer. Ich suchte gleich so viel wie möglich von dieser eigenthümlichen Masse zu sammeln, weil hier gewiß noch mancher eine Probe haben will, wenn er vcn meinem Funde erfährt." War denn die Masse dort in der Türkei unter den Leuten bekannt?" fragte Seppcl. Die meisten kannten sie," versetzte Franzcl, und hier und da sah man irgend cincn kleinen Gegenstand daraus hergestellt; so bemerkte ich bei einer bulgarischen Händlerin eine kleine Schale aus diesem Stein. Das Gesäß war mit ziemlicher Geschicklichkcit zu rechlgcschnilten und geschabt. Uebrigcns Du hast ja auch immer solche Rcigung zum Schnitzen und Bildhauen ge. habt versuche doch auch hier einmal Deine Kunst und mach mir etwas aus so einem Knollen." Seppcl blickte fragend zu dem Freunde auf. WaS denn etwa?" Run, was Tu willst. Solch ein erfinderischer Kopf wie Du wird schon etwas Gescheidtes zu Stande bringen." Graf Franz wurde durch einen Diener abgerufen. Vornehmer Besuch war gekommen, den auch der Eohn des Hauses begrüßen mußte. Seppcl setzte sich daher in einen Lehnstuhl und würfelte das seltsame Stück Thon oder Kreide, oder wie er cö nun bezeichnen wollte, in den Handen umher; dann zog er sein Taschenmesser hervor und begann an der Masse herumzuschoben. Sie ließ sich leicht bcarbei ten und war doch nicht sv bröckelig wie Kreide. Wenn er mit der Klinge mehrmals über eine Fläche hin und her glitt, nahm sie eine hübsche Politur an. Ja, was sollte er aber aus dem Knollen machen, der fast wie ein großcs Ei aussah? Suchend blickte er im Zimmer umher. Da f al7 cr auf dem Gesims des Kamins eine holländische Thonpfeife liegen, deren Kopf zerschlagen war. Richtig! Einen solchen Pfeisenkopf wollte er schnitzen! Ohne weiteres Besinnen machte er sich an die Arbeit. Er konnte den Kopf größer machen als den holländischen Thonköpf, auch eine etwas gefälligere Form konnte er ihm geben. Bei dem Aus. höhlen mußte er sich freilich sehr in Acht nehmen, daß er die Masse nicht zeibrach; aber er war ja geschickt, und es gelang ihm auch Alles vortrefflich. Schließlich bohrte er noch fein fäuberlich das Loch hinein, in daö die Röhre, die man nun am besten aus. Holz machte, hineingesteckt werden sollte. Der neue Pfeisenkopf war fertig'. Dann schabte er noch da und dort eine kleine Unebenheit weg, polirte die Fläche, so gut es ging, und endlich gravirte er an der Stirnseite ganz fein und säuberlich das Andrassy'sche Wappen ein. Eben hatte er die letzten Striche gethan, als Graf Franz wieder eintrat. Scppel stand auf und hielt ihm dcn Pfeifenkopf entgegen. Teufelskerl!" rief der junge Gras erstaunt. Das ist ja reizend ! Gerade so ein Pfcifenkcpf war das Richtige für die Masse. Run, da werde ich heute Abend gleich Staat damit machen. Wir haben eine kleine Hcrrengcscllschaft. Räch dem Essen werden holländischc Pfeifen mit türkischem Tabak herumgereicht; ich aber lasse mir meine neue Pfeife kommen und errege damit gewiß allgemeines Aufsehen." Und so kam cS auch. Das nöthige Rohr war bald besorgt, so daß dem jungen Herrn am Abend nach dem Essen vom Diener die neue Pfeife gereicht werden konnte. Zu seiner großen Freude erregte sie auch die allgemeine Aufmerksamkeit; jeder besah sich den zierlichen Kopf wie auch die eigenthümliche Masse, auS der er bestand, und als dann Graf Franz wiederholt versicherte, daß der Tabak, aus diesem Kopfe geraucht, weit milder und aromatischer schmecke, da ward von verschiedenen Seiten die Frage an ihn gerichtet,, cb man durch seine Vermittelung nicht auch einen solchen Kopf bekommen könne. Rnn, er hatte ja noch eine ganze Anzahl Stücke von der fremden Masse und Seppcl außerdem zur Zeit weiter nichts zu thun. Also versprach Graf Franz jedem bereitwillig einen solchen Kopf mit dem Bemerken, daß man dem Anfertiger gewiß ein entsprechendes Entgelt für die Arbeit geben werde. Das wurde von dcn reichen Herren mit Vergnügen zugestanden. Selbstverständlich hatte Graf Franz dem Juqendacipielcn losen ein Stübchen im Palast einräumen lassen. Er ging gleich am anderen Morgen zu ihm hinauf und erzählte ihm von dem Beifall, den der neue Pfeifenkopf gefunden hatte. Scppet war darüber außerordentlich beglückt, daß er nicht gleich wieder aus den Schusterschemel brauchte, son dern, so ganz seiner Neigung entsprechend, noch weiter schnitzen und bilden konnte. Eiligst kaufte er sich noch elNlge feine Mejstt, emen Meljzcl,

eine Felle, und dann ging er ohne Verzug an die Arbeit. Bald sah es bei ihm wie in einer kleinen Werkstatt aus. Schnell erwarb cr sich größere Fertigkcit in der Behandlung des etwas sproden Stoffcö; auch die Formen wurden immer gefälliger, so daß man von Stück ZU Stück, dc'.s cr fertigstellte, beobachten konnte, wie seine Geschicklichlcit und sein Geschmack sich vervellkommnct hatten. Die Pfcisen'.dpsc fanden so allgemein nen Aullang, daß die Besteller sich Ic ständig melnien. u::d Sevrcl Tsg f.;; Tag von srüh bis Abends in Zeine,". Stubchen saß und schabte, schnitzte ui bohrte. Schon halte cr sich ein ganzem Häufchen Gu!d:n veidicnt, und iwch kamen Bestellungen von allen Seiten. Veifcet ging aber nun der Stoff zu Ende. Doch Graf Franz wußte Rath. Ein alter Reitknecht kannte die Gegend, in der die Masse sich fand; er schickte diesen daher ?nit Empfehlungsbriefen an die Kommandanten der noch dort liegenden Truppen, und mit deren Un terftützung gelang cö dem umsichtigen Alten sehr bald, mehrere große Sacke mit den weißgclben Stücken zu füllen. Nach verhältnißmäßig kurzer Zeit traf cr wieder in Wien ein, so daß Scppel seine Thätigkeit nur einmal auf ein paar Tage hatte unterbrechen müssen. Die neuen Stücke waren zudem meistens noch besser als die früheren : der Reitknecht hatte zufällig noch ergiebigcre Bruchstellen entdeckt; einzelne waren ganz wunderbar schön weiß und porös wie Schaum, so daß Franzel, als cr sie sah, unwillkürlich an die weißen Schaumknppen der Äicercswellcn crinnat wurde. Und da nun doch die neue Masse auch einen bestimmten Namen erhalten mußte, so nannte cr sie nun Meerschaum. Dieser Name bürgerte sich schnell ein, allerdings wohl auch hauptsächlich, weil die A!ecrsckaumpfeifenköpfe rasch außerordentlich beliebt wurden und jeder, der sich für einen feineren Mann hielt, einen zu besitzen wünschte. Bald hatte Scppel so viel Äufträge, daß cr sie nicht mehr allein bewältigen konnte ; auch in dem Zimmer dcö Audrassy'schcn Palasleö konnte cr nicht mehr hausen; er miethete sich daher in einem Harrsc an der Wollzcile mehrere Zimmer und richtete eine rollständige Werkstatt ein. Zu (Schilfen nahm cr sich einige junge Leute, die bisher Holzschnitzer gewesen waren. Auch die weitere Zufuhr von Meerschaum ordnete cr, wobei ihm der junge Graf Andrafsy wesentliche Dienste leistete. Roch weiter in der allgemeinen Gunst stiegen sodann die Meerschaumköpfe, als auch Kaiser Karl der Sechste sich eines Tages welche in die Hofburg bringen ließ und fortan nur noch aus Accerfchaumköpfen rauchte. Jetzt war der Mcerfchanmkopf der erklärte Liebling der ganzen rauchenden Männer weit; nicht blos aus Wien, sondern auch aus L?nz, Salzburg, Preßburg, Pest, Olmütz und schließlich sogar aus München, Dresden und Berlin langten bei Seppcl Bestellungen an, und dabei strömte zugleich ein ganz ungeahnter Reichthum bei ihm ein. Bald konnte er das große Haus an der Wollzeile, in dem cr sich Anfangs nur bescheiden einige Zimmer gemiethet, als Eigenthum erwerben und ganz für seinen Geschästsbctricb einrichten und damit auch den Verkauf und Versandt der Meerschaumlöpfe kaufmännisch regeln. Natürlich mußte cr bei einer solchen Geschäftscntwickclung auch seine Kräfte täglich vom frühen Morgen bis späten Abend, oft bis zur Erschöpfung, anspannen; aber cr erlahmte nie, denn cr sah vor sich eine Zukunft voller Wohlhabcnheit und Ansehen und an seiner Seite die Pcppi. Der alte Vachleitner hatte seinen Zorn über den kecken Scppel längst überwunden, und als dann cincS Sonntagvormittags der bekannte Meerschaumschnitzer Joseph Kowats in wohlanständigem Festkleide erschien und abermals um die Tochter anhielt, da gab cr sie ihm mit Freuden. Ein so wohlhabender Bürger, Meister und Kaufmann war ein willkommener Schwiegersohn. Sepxcls Geschäft breitete sich fort und fort aus. Schon nach wenigen Jahren hatte eö einen Weltruf, und der alte Meister Bachlcitner erzählle Abends in seinem Weinstube! mit behaglichem Stolz, mächtig aus seiner prächtigen ?Recrschaumpfeife quälmcnd, daß auch aus Frankreich, England und Rußland Bestellungen bei seinem Schwiegersohn einliefen. Aber suchswild konnte er dann werden, wenn man diesen nach gemüthlicher Wiener Art kurzwcg dcn Pfeifenfeppel" nannte. Freilich vermochte er es nicht zu hindern, daß sich dieser Name in Wien allgemein festsetzte. In die Blätter der Geschichte hat er aber nicht eingeschmuggelt werden können, dort heißt der Begründer der noch heute blühenden Wiener Mcerschaumindustrie Joseph Kowats, wie eö sich gehört, und auch im Pcster Museum steht an einer sorgsam behüteten Seltenheit: Von Joseph Kowats 1723 gefertigt-; es ist jener erste Meerschaumkopf, dcn Seppel einst mit seinem Taschenmesser schnitzte und dann dem Grafen Franz Andrafsy schenkte, ohne zu ahnen, daß das kleine Machwerk noch einmal eine historische Merkwürdigkeit und der Anfang zu seinem Glücke sein werde. NefleZkion. Wirth (einer Studentenkneipe): Medizin und Jus. das muß doch 's schwerste Studium sein ... die saufen noch mal so viel als die anderen:'

Die Salzbergwerke von Wleliczka Am Kosziusko - Hügel vorbei zum Bergwerk. Kirchen und Heiligenbilder tief unter der Erde. Ein Tanzsaal steht gleich daneben. Wie der Abbau betrieben wird. Dimensionen. K r a u k z u, i.'n Januar. Vcn Kraken zu den berühmtem Steinsalzbergwerken von Wic.iczka führt die Eisenbahn an dem KoZziusko - Hügel vorbei. Aus allen polnischen Landen hat man polnische Erd: hier zusammengefahren, um sie zu einem künstlichen Hügel von beträchtlichem Umfange zu Ehren des in der Verbannung zu Solothurn im Jahre 181,7 verstorbenen Revolutionshelden aufzuschütten. Auf der Spitze ver Anhöh: meldet ein Steinblock den Namen Ko--ziuskos. Weiterhin geht die Fahrt durch eine anmuthige Landschaft, ähnlich der. die man auf der Reis: von Köln nach Elberfelo durchfährt. Ab?r wie anders ist die Besiedlung d:r G:gend! Dort ein großer, wohlhabend:? Ort am andern; hier gibt es nur sparlich verstreute ärmliche Dörfer mit niedrigen Hütten, die Holzwände meist nur auf einer Frontseite mit Lehm dürftia. rinschrmert und dann grellblan übertüncht. Die Strohdächer fallen nach allen vier Seiten ab. Gieb:l hat daZ galizische Bcuernhaus nicht. In keinem Dorfe fehlt die gutshrrliche Brennerei, aber nach andern gewerblichen A::lagkn sucht man vergebens. Jedes arme Dorf hat auch seine große, stattliche Kirche und daneben das schloartiee Herrenhaus, in dem dtr Grundherr des Dorfes residirt. Bald sind wir in Wieliczka. Im Hintergrunde ragt di: gewältige Keite d?r Karpathen auf. unter h?h Schneelast begraben. Ihre auodchnien Wlder hebin sieb als dunkle Fachen aus dem Leicheuklcide heraus. Um den weiten ungl:ichse'.!in Ring ein Zeichen der slawisch? Gründung der Stadt; d?nn die von Deutschen gegründeten Städte Polens haben alle einen viereckigen Marltplztz und um die weitläufigen Anlagen oes Bergwerkes gruppirt sich in locn 5äusergruppen die kleine Stzdt. Sie macht einen weniger ärmlichen Eindruck als die benachbarten Orte; denn die Bergarbeiterbevölkerung ist für hiesia? Verhältnisse'gut gelohnt. Verdien! doch hier der Bergmann Z bis Guld:n (30c bis 65c). doppelt soviel als d?r Gutsherr h:er dem Handarbeiter zay.. Ein polnischer Bergingenieur e.npfängt mich sehr hoflich und erhandelt mit mir, nachdem er sich von meiner unzureichenden Kenntniß der polnischen Sprache überzeugt hat. im prächtigsten Wiener Deutsch. Gerade ist die Schicht zu Ende; die uns begegnenden Hunderte von Bergleute.: reißen die gewaitigerl schwarzen Pelzmützen herunter und machen ein jeder ihren tiefen Bückling. Schon dem alten Polenreich? brachten diese Bergwerke einen sehr bedeutenden Theil seiner Ttaatseinnahmen, wenn auch das Bergwerk damals dem Adel und d:r Geistlich!e:t das Salz unentgeltlich liefern mußt?. Der k. k. Bergfiskus gibt niemandem mehr das Salz umsonst, daher trägt ihm denn auch der Betrieb jährlich 5 Millionen Kronen ein. Der Fiskus läßt auch keinen Besuche? umsonst ein. Erst nachdem wir ihm einen beträchtl c'n Obolus für Eintritt. Seilfahrt und bengalische Beleuchtung der Grube bezahlt haben, gebt es im ??ördcrkorb hinab in die Tiefe. Mit gewalligem Ruck hält der Korb; noch wenig Schritte, und das aufflammende bengalische Licht zeigt uns. daß wir in einem gewaltigen Raum von den AusMessungen einer großen Kircke strhen. Ringsum leuchten uns von den glitzernden Salzwänden gewaltige Kruzifix: und Standbilder der dem Bergbau besonders gnädigen Heiligen entgegen. Meine Begleiter entblößen ih; Haupt, bekreuzigen sich und beugen das- Knie nach vorne, wo aus d:m Dunkel ein gewaltiger, in Salz gehauener Hochaltar gespenstisch auftaucht. Das Tonneng:wölte. das die Kirche bedacht, ist im weiten Vzgen aus dem harten Steinsalz heraus, gehauen. Wie Millionen Brillanten erstrahlen die unzähligen kleinen Salzkrystalle, aus denen Decke, Vo den und Wände des 234 Meter unter die Erdoberfläche versenkten, dem heiligen Anton geweihten Gotteshauses bestehen. Durch ein Labyrinth von dunklen Gänaen kommen wir in eine zweite, noch größere Meche; der hnltgen Kunigunde ift sie geweiht. Riesige Emporen ziehen sich in zwei Etagen um den gewaltigen Raum, aus dessen Hintergrund das hohe Bild der hl. Kunigunde herabblickt. Hier ist der naiv-fromme polnische Bergmann stets seinen Heiligen nahe. Hier beginnt er Morgens mit einem Gottesdienst seine Arbeit. An jedem Kreuzungspunkt des gewaltigen Systems von Gängen leuchtet ihm ein Heiligenbild entgegen. Hier bleibt er im düsteren Bann seiner kirchlich-nationalen Kultur, von dem die verlockenden Lehren moderner sozialistischer Agitatoren, die ihm Wien, Breslau und Warschau senden, wirkungslos abprallen müssen. , Noch eine Menge solcher gewölbten Hohlräume durchschreiten wird. Der größte, dem Erzengel Michael geweihte, mißt bei gewaltiger Länge und Breite 115 Fuß in der Höhe. Einer der riesigen Räume ist zum Tanzsaal eingerichtet. Die Wände funkeln wie Diamanten. Von der Decke hängen

zwei Reihen prächtiger Kronleuchter, aus glitzerndem Salz gearbeitet, herab; an der Wand prangt ein riesiger österreichischer Doppeladler; ein Tanzsaal. so herrlich und prunkvoll, wie ihn über der Erde kein Fürst sein eigen nennt. Auch der Kaiser Franz Joseph und mehrere Erzherzoge und Erzherzoginnen sind zu ihrem R:chte gekomnien, auch ihnen hat man mehrere dieser mächtigen Kamm:rn. deren älteste schon im Jahre 1C91 fertig ausgehalten war. geweiht. In dem Sandstein des Gebirges liegt das Salz in gewaltigen Nestern eingebettet. Diese Nester h'z'hit man durch den Abbau aus; der nicht mehr recht abbauwürdige Rest wird durch eingeführtes Wasser ausgelaugt. So entstehen die riesigen Kammern. Der Abbau geschieht noch in alter Weise mit der Spitzhacke; Sprengstoffe verwendet man nicht. Der Bod:n einiger Kammern ist mit Wasser bedeckt. Der nach dem eh:maligm Kro-rprinzenpaar benannte Rudolf- und S!ephanie-See. der den unteren Theil einer der größten Kammern ausfüllt, fünfzigL?eter lang, fünfzebn Meter breit und zehn Meter tief, wird mit einem Kahn befahren. In ein unierirdisches Feenschloß fühlt man sich versetzt, wenn man im schwankenden Kahn über die dunkeln Fluth:n des Tcicöes im Scheiß: der Erde dahinfährt, während das bengalifcke Licht die flimmernden Wände erleuchtet. Hunderte von Kammern, da -unter 70 groß:, hat der fleißiae Bergmann im Laufe der Jahihunderte ausachöhit. In sieben Stockwerken Uegen si: übereinander. Acht Schächte verbinden sie mit dem Tage. Fast vier Kilometer erstrecken sie sich von Osten nach Westen, ein Kilometer von Norden nach Süden: auf 302 Met:r unier Tag liegt die tiefste Sohl?. Das Labyrieth von Gängen, das die einzelnen Kammern miteinander verbindet, mißt 120 Kilometer in tti Läng:.

D c rW c g z u mG e l d s ch r a n !. Ilcoor einen ungewöhnlichen Gerichts fall berichtet das Wiener Extrablatt zus Wien: Einbrecher sind kcine'Gemüthsmcnschcn, donncch erschauerte der 19jährige Joscf Brtnic!y und sein Freund, der 20jährige Slesak, a s sie in der Wohnung der Handarbeiterin reudcnberg einbrechend, bort cir.c aufgebahrte Leiche fanden. Der Todte war der Bräutigam der Wohnunzsinfa in, der kurz vorher gestorben war. Die jungen Diebe vorließen rasch und unterrichteter Dinge wieder die Wohnung und theilten ihren auf derS raße wartenden Komplizen die U. fache ihrer jluchi mit. Diese lachten die Furchtiarnen aus und es wurde b'chleen. rai Einbruch zu wiederholen. All.' Drangen hierauf in das Todtnzimmcr, rückten den Sarg mit der Leiche, der .or einem Geldschrank stand, weg, er.rächen diesen und nahmen diverse Esv'kten mit sich. Unvermuthot kam die .raut desBcrstorbenen nach Haufe und chlug Lärm, als sie der flüchteten inbrcchcr ansichtig wurde. Im Haustur wollte der Hausbesorger die Di.'b.' üfhalten und faßte den einen am .rm. Doch dieser schlüpfte blitzschnell ie der Verwandlungskünstler Fregoli ;z dem Stock und ließ diesen in den änden d:'s verblüfften Hausmeisters nüd. Die Diebe wurden bald dar :f 'usacsorscht und zu längeren Fr't .'.t2':trafcn verurtheilt. Fv J. flack & Co. Saus- und Schilder-Maler. VeeorattonS und JrcSeo Malerei. Scenerie Vnöftaffirnug . ..26 Kcntncky Avenne... Neue? Televbon 1728. I&B Züge ersten Ranges Schnelle Zeit! Zu bequemen Stunden ! 14 12 6 6 4 Züge zwischen Indianapolis und Tincinnati. iüge zwischen JndianapottS und bayton. Züge zwischen Indianapolis und Toledo und Detroit. Züge zwischen Indianapolis und becatur, Illinois. Züge zwischen Indianapolis nv Springsield, Illinois. Varlr Waggon an a Tages nd Gdlas agzo an allen Nacht-ZSge. Indianapolis Office : Union Bahnhof und S Nord Illinois St. R. P. lgeo. D. P. . LAKE ERIE & VESTERii N. R. tOdtIieketOfflce : 1 Oft LaNzingtonLrr. Vhone SJ1. ....Fahrzeit der Züge... ifahrt ukunft ha. . L lokdo. ha, nnDIftftisafttxvTet.-t T.lS tlft.il thu. 51. Coltbo, Stttoit all Ctfcaao 8ht tl IM t S.K Kv. Km ichigtt irtz. Cfatnckn.Safatfttt CU IM UM t 5ttth:wlfltBt otft.