Indiana Tribüne, Volume 30, Number 147, Indianapolis, Marion County, 13 February 1907 — Page 5

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Das SKizMbuch.

Lzumoreske von .Otta Girndt. Teutsche, CIl::dcr und Amerikaner übertreffen an Kopfzahl bedeutend die Jlkisenden anderer 'Nationen in Jtalicn. Viele ten ihnen durcheilen da? Sonnenland nicht als Touristen, sondern setzen sich in einer der hervorragenden Städte, wie Florenz, Rom, )!eapel, Palermo, ooer auf der Insel Capri zu längerem Aufenthalt fest. Ueberall finden sie dort Fremdenpensionen, in denen es sich behaglicher lebt als in den Hotels. a jedes T'olk seine Eigenthümlichkeilen und besonderen Vedürfnisse yat, sind die Pcnsionslcitcr klug genug, die Ansprüche der einen oder anderen Nationalität vorzugsweise zu berücksichtigen und sich so ein 5tammPublikum zu schaffen. Der Fremdling kehrt naturgemäß am liebsten in Haufern ein. itq er andeleute trifft. In Rom gib! es mehrere Pensionen, . die säst ausschließlich deutsche Gäste be Herbergen. Eine derselben, im Mittelpunkt der 3taM gelegen, ist vom Tezembcr an bis Astern so gesucht, daß nur Reisende, die sich lange vorher angemeldet, auf Unterkommen rechnen dürfen, 2ie steht aber auch schon in den Hcrbstmonaten nie ganz leer. Ihre große Anziehungskrast übt sie, obgleich Wirth und Wirthin sich mit keinem Germanen in seiner Sprache verständigcn können. (5s ist ergötzlich, nm angelangte .Forcflicri" zu sehen, die. durch Gesten und einzelne herausgc-, quälte ltaliemsche Worte lhre Wunjchc kundgeben. Vase der Italiener ihnen nicht an den Augen ab, rraö sie begehren, sie wären übel daran. Im November vorigen Jahres hielt die Pension ausnahmsweise neben der einheimischen Bedienung ein deutsches Zimmermädchen, die 5tatharina" gerufen wurde und sich selbst als Faktotum des Hauses betrachtete, wennschon sie ihre Thätigkeit auf das 'Nothwendigste beschränkte. Einige 5amen, die bereits seit dem September einquartirt waren, säuberten daher ihre Zimmer cigenhändig, um die gewohnte deutsche Reinlichseit nicht zu entbehren. Aber ein Geschäft blieb Katharina überlassen : bei Einbruch der Tunttlheit dem dreiarmigen Gaskronleuchter im 5alon Vicht zu bringen. Der alon fehlt keincr Pension, er ist zu allgemeiner Bc-nut-ung bestimmt, und in ihm steht das unvermeidliche Piano gleichfalls zu allgenieiner Verfügung. Ein.-s Tages war die Tämmerung schon tief hereingesunkcn, Katharina hatte sich noch nicht bemüßigt gefunden, den Salon zu illuminircn; ein junges X Mädchen mußte sich deshalb im Finstern an das Piano setzen und sich auf ih? Gedächtniß verlassen, um in Tönen zu schwelgen. Sie spielte deutsche Lolkslieber. Die Eingangsthür in den dunklen Raum hatte sie nicht geschlossen, die Melodien drangen durch den fchwcren, langen Vorhang, der die Thür deckte, in den Korridor hinaus. Die Spielerin hörte nicht, daß sich dort ein paar Jnße bewegten und auf den Spitzen näherten. Ton unsichtbarer Hand ward der Borhang gehoben, eine Stimme flüsterte die Anfangswortc des Liedes, das die Musikfreundin soeben bcgon nen: .Wenn ich ein Vöglein wär'!". Nach kurzer Pause hauchte dieselbe Stimme : Ten weichen Anschlag hat nur Irene. Ob ich's jetzt wage?" Dem feinen Ohr des Mädchens entging nicht, daß Jemand hinter ihr sprach; sie wendete den Kops : Sind Sie da, Katharina?" Rein, ich bin's. gnädiges Fräulein!" klang es aus einer männlichen Keyle zurück. Herr Scholl!" lief die Ueberraschle, leicht erschreckend. Ich komme,- fuhr Jener fort, m meinem Tagewerk nach Hause. Bitte, spielen Sie weiter! Ich stehe an der Thür und höre, mit Erlaubniß, ganz still zu." Zögernd versetzte sie: Das Mädchen hat vergessen, das Gas anzuzünden." Desto besser !" entgcgncle er schnell. In der Dunkelheit wirkt Ihr sanftes Spiel n?ch bezaubernder. Wie wohl tb.ut dem deutschen Ohr in der Fremde ein deutsches Vied! Und namentlich dies ist mein Liebling. Sie waren bei der Stelle: ,i3 vergeht keine stund' in der Nacht.'" Nun that ihm die Landsmännin den Willen und wiederholte die Weise. Als sie an den Refrain kam, sprach Scholl halblaut den Text : Tast Du mir tausendmal, day Du mir tausendmal Dein Herz geschenkt!" Das Nachspiel verhallte. Sind Sie jetzt zufrieden?" fragte Irene. Zufrieden? Nein!" erklärte Scholl. Zufrieden wäre ich erst, wenn das l'ieö Anwendung auf mich fände." Sie stand rasch auf, der KlaKierstuh! verursachte Geräusch. Bestürzt rief Scholl: Was war das? Ist Ihnen etwas geschehen?" Ich stieß an den Stuhl," sagte sie kurz. Haben Sie sich beschädigt?" forschte er ängstlich. Nein! Oeffnen Sie die Thür, daß wenigstens vom Korridor Licht einfällt!" .Die Thür ist ja osfen, " erwiderte er. Aber der Vorhang geschlossen." Er muß von selbst zugefallen sein." .Ziehen Sie die Schnur!" Er machte einen Scheinversuch und entschuldigte sich: Keine Schnur zu finden!" .Warten Sie. ich komme!

Das hatte er nur gewollt, Gr tie kxuptctc seinen Platz, bis sie sich durch die Finsterniß zu ihm getastet. Da ergriff er ihre vorgestreckten Hände, ohne zu beachten, daß ihm ein unter dem Arm getragenes Buch entfiel. In der , Meinung, er wollte ihr beim Finden der Sclmur behilflich sein, sagte sie: Lassen Sie v.:x die Finder davon!" lir gab seine Biiitc nicht los. Ich halte Ihre Häud?,- flüsterte er, und kalte sie fest. Zcz Augenblick kehrt nicht wiedec." Die (befangene sträubte fich: Herr Scholl'." li half ihr nichts. , Fräulein Irene," bat er, anhören müssen Sie mich! Mein guter Papa drängt in jedem Brief, ich soll Abschied von Nom nehmen, c'jcr ich kann'S nicht." Katharina kommt!" unterbrach sie ihn warnend, da sich schwere Schritte im Korridor vernehmen ließen. Das wirkte, sie ward frei. Aergerlich brummte er: Dumme Person, gerade jetzt!" In der That trat die geschmähte mit dem brennenden Gasanzünder ein, dessen Licht zwei erhitzte jugendliche Gesichter streifte. Irene empfing seine Trägerin mit strafendem Ton: Wo bleiben Sie?" Katharina nahm die Rüge gleichmüthig hin, sie konnte sich rechtfertigen: liin dicker, alter Herr ift zugereist, dem mußte ich sein Zimmer erst in Ordnung dringen." Schaffen Sie geschwind Licht!" Ich mache ja schon!" Dabei, schob Katharina einen Stuhl unter den Kron leuchter, stieg, ohne sich die ungeputzten Schuhe auszuziehen, hinauf und drehte langsam den Gasyahn. Die erste der

drei Flammen zuckte empor, in ihrem Elan; trat auf SchollS linker Wange eine Ouernarde hervor, die ihm gar nicht übel stand und unverkennbar bewies, d.aß der junge Mann in der Heimath akademischer Aik'ger gewesen, seinen Schläger aber bei Gelegenheit minder geschickt geführt als sein Gegner. Die bräunliche Hautfarbe verlieh dem Gesichi einen kräftigen Ausdruck. Ihm gegenüber erschien Irene wie ein Läumcken in der Frühlingeblüthe neben dem frisch belaubten Baum. Die beiden jungen Leute stellten sich vor Katharina völlig unbefangen; Scholl that, als hätte er erst kürzlich den Salon betreten und noch kein Wort mit Irenen gewechselt. ,.Haben Sie," begann cr den Tag angenehm ver bracht, gnädiges Fräulein?" Nicht aus der Thür," berichtete sie, nur Korrespondenzen erledigt ; Mama sitzt noch und schreibt. Morgen aber sollen uns die Skulpturen im Vatikan entschädigen." Ach, ich weiß," nickte Scholl, der schöne Anlinouö in der Rotunde hat's Ihnen angethan." Doch nickt so, sehr, wie der kluge Kopf des Perikles." Katharina sah aus ihrer Höhe aus das Paar hinab, vergaß den 5!ron(5Uchter und verfolgte gespannt die UnterHaltung über Dinge, die ihr durchaus böhmische Dörfer waren. Vielleicht begriff sie mehr davon, wenn sie länger zuhörte. Doch dazu ließ Scholl ihr nicht die Muße, ungeduldig rief er sie an: Katharina, daö dauert ja eine Ewigkeit!" Sie behielt volle Seelenruhe: Wenn mir die Cylinder platzen, muß ich sie bezahlen, unsere Padrona zieht Einem ja jeden Scherben vom Vorjn ab!" Unter den Worten zündete sie die zweite Flamme mit Bedacht an, endlich auch die letzte, stieg ächzend vom tuhl, dem der Abdruck ihrer Sohlen blieb, und schlurrte hinaus. Scholl athmete wie erlöst auf: .Gott sei Dank. Fräulein Irene!" Weiter brachte er's nicht, das Schicksal schien ihm entschieden feindselig gesinnt, es machte ihn in dem Augenblick stumm durch eine ältltche Dame, die wie ein aufflatternder Fasan in den Salon rauschte. In ihrer Miene prägte slch das Bewußtsein aus, die Mehrzahl ihrer tebenmenschen geistig zu überragen. Wer sie kannte, wußte auch, daß sie in Gelehrtenkreisen aufgewachsen war. Ihr Vater hatte bis in sein sehr hohes Alter als Professor an einer kleinen Universität gewirkt, war in seiner Jugend einmal mit dem greisen Goethe in Berührung gekommen und selldem ein glühender Verehrer des (Holen Dichters aeblieben. eiue Begeisterung hatte sich auf die Tochter vererbt, die ihr uet jeder Gelegenheit, wo es paßte und nicht paßte, Ausdruck gab. So führte sie sich denn auch jetzt nicht nnr mit einem einfachen guten Abend" ein. sondern nen das iitlat folgen : Gegrüßet seid mir, edler Vcrr, gegrüßt Ihr, schone Dame!" O weh!" seufzte Irene leise. Heiliger Goethe!" Gleichzeitig knirschte Scholl : Zum Verzwenelnr Die unwillkommene Dritte musterte das Paar: Nun? Kein Gegengruß Ueber allen Gipfeln ist Ruh'?" Guten Abend, Fräulein Fülling!" holte Irene laut das Versäumte nach. Guten Abend!" warf Scholl verdrofsen hin. Fräulein Fülling musterte ihn noch einmal : Welch' tiefes ummen?" Lächelnd alossirte Irene: Faust!" Der junge Mann enthielt sich der Antwort, er schritt hin und her wie der Wüstenkönig im Kästg. eine Beobachterin fand sich zu der dritten Frage veranlaßt : Was hat man Dir, Du armes Kiud, Ztthan?" ' .Mignon!" bemerkte Irene wie zuvor. : .

Ltwas spitz bestätigte Mulein pi ling: Jawohl, Mignon!" Sie keden ganz von Goethe!" Die Andere wiegte den Kopf: Wer in Nom nicht an Goethe denkt, meine liebe Irene, stellt sich das größte Armuthszeugniß aus. Verstehen Sie mich? Was fehlt unserem Herrn Scholl?" Irene zuckte die Achseln. Ich weiß es nicht!" Fräulein Fülling trat dem Verstimmten in den Weg: Junger Freund, plagen Sie sich etwa wieder mit Grillen, daß Bramante und Mickelanaelo unerreichbar sind?" Schell blieb stehen, rang öle pande und stieß ein einziges desperates Ach!" hervor. ' Die Dame glaubte, den wunden Punkt bei ihm getroffen zu haben, und fuhr fort: Ich rieth Ihnen schon neulich: versinken Sie nicht in Katakombenstimmunq! Wenn Sie durch

s Ihre römischen Studien nur den Grund zum späteren Oberbauraly legen, ist s genug. Allzu viel (Ihrgeiz, Sucht nach Unsterblichkeit müssen ie sich abgewöhnen. Goethe sagt: In der Beschränkung zeigt sich erst der Akeister!" Länger hielt Scholl die Tortur nicht aus. 'Mit kurzer Verneigung empfahl er sich. Ergebener Diener, Fräulein Fülling!" Aus dem Salon eilend, übersah er sein verlorenes Auch, das ander Thür auf dem Teppich lag. Fräulein Fülling blickte ihm nach und sprach : Prächtiger Mensch, will aber zu hoch hinaus!" Irene dachte anders. ,Ist es nicht schön," entg.'gnet? sie, wenn ein A!ann nach dem Höchsten strebt? Andere junge Künstler gehen hier mit einem Selbstgefühl rauher, als wären die großen Alten kaum der Beachtung werth; Scholl steht mit Ehrfurcht vor ihren Welken, und gerade in seiner Bejcheidenheit liegt die Bürgsä)aft für sein eigenes Talent!" Fräulein Fülling hörte die Vertheidigungsrede aufmerksam an, sie faßte einen Verdacht. Ei, ei, Irenchen!" - Diese sah ihr ruhig in's Auge. Waö denn?" Ich glaube fast" Nun?" Ich will nichts weiter sagen," brach Irene ab. Indem gewahrte sie das Buch am Boden. Was liegt denn da auf dem Teppich?" hob es auf, trat damit an den Tisch vor dem Sopha, den das Gaslicht bestrafte, und erkannte thren zund. Das ist ja sein Skizzenbuch !" Ein wenig verlegen fragte Irene: Sein Skizzenbuch? ES muß ihm entfallen sein!" Fräulein Fülling setzte ihre Lorg nette, die sie an einem Haken vor der Brust trug, aur. Ich will doch einmal sehen, was er eigentlich kann. Er lebt monatelang mit uns in der Pension, doch seine Arbeiten hat er nie gezeigt!" Sie öffnete das Buch, betrachtete cm Blatt und rief: Ei der Tausend! Inneres der 5!irche antomrlto ln Florenz! Hier fiel Irene ein: In Florenz hat er auch sein vorzügliches Jtalie nisch gelernt !" Die Andere winkte ihr. Aber schauen Sie an: welch' seine Zeichnung! Das Mädchen näherte sich, warf einen Blick darauf, schwieg jedoch. Gefällt sie Ihnen nicht?" Ich kenne Florenz zuwenig, Mama fühlte sich dort nicht wohl, so daß wir Lasch nach Rom gingen. Waö hat er in Rom gezeichnet." Fräulein Fülling schlug einige Blät ter um: Ah, hier das Kolosseum!" Was steht darunter geschrieben?" Die Nachbarin las ihr vor: Als der gewaltige Bau neu war, bekämpften sich V!enschen Hier aus iaiserbefehl, wurden von Thieren zerfleUcht, Heut in den Trümmern versöhnt uns der sie benden weiches Geflüster Sanft mit dem blutigen Geist jener barbari scheu Zeit. Die Leserin hielt verwundert inne: I, i, er dichtet auch?" Sehen ic einmal weiter," bat Irene, ob sich noch mehr Verse sin den!" n dem Augendtter ersetzten ver Zeichner und Poet an der Thür. Still, da ist er!" wisperte Fräulein Fülling, das Buch hastig auf ihrem Nucken verbergend. So verstimmt, wie er gegangen, kehrte Scholl zurück: Verzelbunq, meine Damen!" Er spähte wieder unter ich umher. Suchen Sie etwas, lieber Herr Scholl?" fragte die Aeltere der Beiden. Mein Skizzenbuch ! Unbegreiflich !" 22ie soll es hierher kommen?" Auf der Straße habe ich es nicht verloren, das weiß ich bestimmt!" So wird es in Ihrem Zimmer lie gen!" mischte Irene sich ein. Da vermisse ich es ja eben! Es wäre mir furchtbar empfindlich, geradezu unersetzlich, alle meine Aufnahmen" . Ach, es wird sich schon finden!" unterbrach Fräulein Fülling seine Klage. Aber wo? Wenn nicht hier den ganzen Korridor habe ich abgesucht!Sollen wir Ihnen helfen?" Scholl lehnte ab. Bemühen Sie sich nicht! Weiß der liebe Himmel " damit verschwand er. um draußen seine Nachforschungen fort 1 zusetzen. Irenen schlug das Gewissen. Leise sprach sie: Wir thun Unrecht, er macht sich Sorge!" Ikre Mitschuldige aber blieb unae

rührt: Sie" sind ja neugierig aus seine poetischen Ergüsse, und wenn wir

ihm nachher einige chmeichelelen sagen, wird er nicht böse. Er ist ja überhaupt immer so artig gegen Damen!- Sie zog das Äuch wieder hervor und blätterte darin. Halt," sagte Irene, da sah ich wieder Verse!" Sie wollte sich des Buches bemächtigen, doch die Inhaberin litt es nicht, jondern entzog es ihr. ie hatte eine ganze Seite voll gereimter Zeilen entdeckt, ihr Jl.teresse war ge. weckt. Ich werde lesen!" entschied sie und begann sogleich mit gehobener Stimme den Vortrag : Wem eine Frau zur Seite geht, Ter hat zu leiden srüh und spät. Sie stutzte, las aber weiter: Denn wie Salz aus dem Meer kommen von: L?eibe Nebel her. Ihr Gesicht verlängerte sich, sie blickte die Zuhörcnn an: Irene!" Diese lachte. Wie Salz aus dem Meer?" Zvzrmlich beleidigt, fragte die Aelterc : Sie lachen?" Das klingt doch drollig?" Fräulein fülling schüttelte den Kopf. Merkwürdige Auffassung!" (glauben Sie denn, daß es wahr ist?" Aber doch Scholls Gedanke?" Erst einmal weiter!" Die Andere hob von Neuem zu lesen an: Heilige sind die Weiber in der Kirche, Engei auf der Strafe, Teufel im Hause, ?ln den Fenstern koketten und am Thorweg schwatzende Elstern. Sie hielt wieder inne. Was sagen Sie jetzt?" Welch' scharfe Beobachtung!" Was? Eine Sottife wie diese billigcn Sie?" Bitte, nur weiter!" Nochmals begann die Leserin: 29er nicht renfj, roa? Unheil und Webe. Und ist nicht beweibt, der schreite zur Ehe. Doch schon nach den zwei Zeilen schlug sie das Buch zu und wallte zornia aus. Wollen Sie noch mehr? Ich habe genug ! Grünschnabel ! Viel zu jung, sich überhaupt ein Urtheil über uns zu erlaubcn, geschweige in so elenden Klapphornvcrsen!" Irene blieb vollkommen gelassen. Sie glauben, das sind seine eigenen Gedanken?" Die Frage goß nur Ocl in'S Feuer, Fräulein Fülling gcstikulirte hestig. Wessen denn sonst? Und das auf dem klassischen Boden, wo eine Viktoria Eelonna gelebt, Michelangelos angcbetete Freundin, wo eine Egcria in ihrer Grotte den königlichen Numa Pompiliuö empfangen" Jetzt konnte Irene ein lautes Lachen nicht unterdrücken. -Aber, Fräulein Fülling!" Indeß die Eifernde duldete keinen Einwand, unaufhaltsam schoß ihr Nedeslrem dahin. Wo Goethe uns in unsterblicher Form verherrlicht : Wenn's Männer gäbe, die zu schätzen wüßten, Welch' einen holden Schatz von Treu' und Liebe Ter Busen eines Weibes bergen kann. : Tasso! fiel Irene trocken in die pathetische Deklamation ein. Wer weiß, wohin sich Fräulein Fülling in ihrer Entrüstung noch verstiegen hätte, wäre nicht Katharina dazwischen gekommen, die mit ungewöhnlicher Eile Über die Schwelle trat und unwirsch rückwärts rief : , ' Ja, ich kann doch nicht dafür?" Dann wandte sie sich den Damen zu: Der Herr Scholl läuft ganz außer sich 'rum, ich soll ihm sein Zeichenbuch schaffen!" Geschwind nahm Fräulein Fülling Stellung vor dem Tisch, so daß der aufregende Gegenstand den Augen Ka tharincnö rcrdcckt ward, die ohne Pause fortfuhr: , Er will 's noch gehabt haben, als er hier in den Salon gekommen, elze ich das Gas angesteckt ; ich habe cö doch nicht genommen?" Da tönte dessen Stimme draußen: Katharina!" Ach, lassen Sie mir zufrieden!" gab die Gerufene zurück. Sehen Sie auf der Treppe und im Flur nach!" tönte es wieder. Jd) kann nicht, der neue Gast hat geklingelt!" Das Mädchen ging. Scholl wurde eine Sekunde an der Thür sichtbar, wobei er die Worte hören ließ: 2o muß ich selber rein unfaßlich !" Als fein !opf verschwand, wollte Irene ihm nach, allein Fräulein Fül ling ergriff sie am Arm: Unterstehen Sie sich! Mag er suchen?" Sclicn Sie nicht seine Aufregung?" verwendete sich Irene für irin, ward jedoch energisch zurccht gewiesen. In's Feuer werfen sollte man das Buch!" rief Fräulein Fülling. Ich schätze keinen 9nn mer!" fWtmi fow i3.'';! : . . l Mit BorveUalt. Also Ihre Frau ist auf dem Wege der VesserunzZ" Ja. was ihr Befinden betrifft Der pantossoUkcld. Ä. (auf ein Ehepaar zeigend): Wer ist denn jener Herr dort?-. 23.: Das ist der fixen Meier ihr Tkan-'-Kleines MiszverMndttist. Sergeant: ... Und wie weit haben Sie es in Ihrem Civilverhält, mß gebracht?" So l d a t :-.BiZ hu einer Geheimrath skochin!"

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ewiTEiVs MCATCfl Gas Äro b E. Eisele, Vurton Jemelry Co., A. Geiger, Andere. fl A y V ü f s e l j a q d in ? n t f) D a ! o t a. In diü'cr.i in:: ii die Jaqd auf Büffel in der rrcfilidtn Hälfte der Chcyerlne-?; !u ' -rv .ion, S. D.. eine beliebte Sache. W:nZzs!eus sechs Büffel laufen in dieser Geied wild umber, und obwohl ein Mann Namens Du Pree die Thiere als sein Eigenthum reklamirt, lassen sich die jagdfrohen Männer der Gegend dadurch doch nicht abhalten, das seltene Wild zu jagen und Du Pree erhebt auch weiter keinen Einspruch, da man ihm zur Schadloshaltung die Büffelhäute versprochen hat, die gegenwärtig einen Marktwerth von $300 per Stück haben. Merkwürdige Freude. Der Theaterdirektor Karl Pokorny in Wien lebte mit seinem Konkurrenten, dem Direktor Karl vom Karltheater in hestiger Feindschaft. Als Pokornys Schwiegermutter gestorben war, folgte auch Karl dem Leichenzuge, zum hochsten Z?crdrussc Pokornns, der einem Freunde nachher erzählte : Vcichenfcier meiner Schwiegermutter ist ganz brillant auögcfollcn; aber hob' ich im Zug den Schuft, den Karrl, gesehen;. Hot mir der j!crrl die gonze Fraid' verdorbcn." Gkdankcnspllttkr. Man kann dunkle Augkn und doch eimn hellen Blick haben. Von manchen Leuten tvriJ nur der Arzt, daß sie ein Herz haben. Tie glücklichsten Menschen sind nicht die. die erreicht haben, was sie wollen, sondern die gewollt haben, waö sie erreichen. Es gibt a?bor?nc 5ti?flnüttcr -- so gut es Mütter gibt, die nie geboren haben. Mache Arbeit zur Luft, so wird die Ruhe zur Wonne. Ter Ttrauß bildet sich auf seine ttxxn lange nicht so viel ein, wie die Frau, die sie trägt. . , Es gibt Pessimisten, die heirarheten, Optimisten, di? es zweimal thaten. Tie Todfeindin der Freiheit ift die Zöellosigkei.t. Geschäftö-Kalender. Arzt. CTy. E. T. TizomaS. kerz-ttranehkiten. 209210 Newton Elayvool Sebä de. ' Tapeten. Ladete. Ich hängt nd liefere Tapete. s Dkldon. Mal Mt. Ovtiker. EMERSON DRULEY, 129 VZtgachnsetti Ktt, im erste Square. zweiler Stock. Nug ntafri&L Linse geliefert. Konsultattonen frei. Waareu-Abliesernng. ariaartn abgeholt nb abgeliefert. TOSfifge Preii SchneS Bedlrnnng. 11 S6b 3Jein$filoa 6ti Rra 6iil; lt. Mail, 14. 9. X ujtkn, lg. Leichenbeftattcr. roM(tt & ulver. LetchubeKattn. tu 9t. 9StCJ fett, kelevdon : Nen 664; lt. atn 8680. Sohns, Hatzler George. K7 Maffachniett Kl., leplzo, : Kra 9 ; litt, am um. Ott btntfft. Feuerverfichmmg-GrunveigmHn. Saevd Bueaagel. Almnier 5 6, R. 2X 6fib Dflastre etttfte. Streich -Jnftrumentenacher. 9. Xkto. Heberlew, Fabrikant von Violinen, vian doli und uitarre Alle Arte Repratun prompt besorgt. 166 Birfttnia Zive. yntzsacheriu. oksngnfta Lange. ivertPdaerin. BIS XBaffai&ale 13 VUffachafettl ve. Bleü- nd Mewo-DSSer. gzikch und WetalliDöcher, sowie Dachrinne tagt' fertigt nd repartrt. XI i. . Hab . 14 Knaave, flntt Wont lOO, Finanzielles. Mir leihe eld 2s vdbela nnd Pian, ,izt diselbe !). Otcaf a Nl, na f&tsncrattx. ' nttl 8m tM ft mu Wt-

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