Indiana Tribüne, Volume 30, Number 147, Indianapolis, Marion County, 13 February 1907 — Page 3

Jndlana Tribüne. 13. Februar 1f07

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Jttcrurdan Zeit-Tabelle.

I. XU T. Syfte. Snelle Durchzüge nach Fort Wazne. schnelle Turchzüge nach Aarion. Lchelle Durchzüge nach Peru. Schneie Turchzüge nach Logansport. Schnelle Durchzüge nach Anderson. Schnelle Durchzüge nach Vuncie. üüze verlassen Indianapolis. Nuneie & Marion Divis, on. srence, Forrsille, Pendleton, Andersen, BorZtokn, Nuncie, Middletoron, Slexandria, SuWnitÄille, Fairmount, GaS Ctt?, Joneö boro, Karton. Blusstsa und Union Cit?. 4 00 Sau 1 05 Nm. 5 05 SSrn. 2 00 Nm. 6 00 93m. 3 05 Nrn. 7 05. Bm. ' 4 00 Nm. 8 00 Sau 5 00 Nm. 9 05 SSrn. 5 05 9h. 10 00 Vm. 6 00 Nm. 11 00 Lm. 7 05 Nm. 11 05 93. 9 05 Nm. 12 00 RttzS. 11 30 Nm. Limited. ozanSport S? Peru Division. tcxsiü, NatteLville, Cicero, rcadia. Ktlanta, Ttxton, Kokomo, Salvefton, Balxr LoganSport, Miami, Lunker HM, ftant u. Eltoood. 5 00 Vm. 1 45 Nm. 5 45 Vm. 3 00 Nrn. 7 00 Lm. 3 45 Nm. 7 45 Vm. 5 00 Nm. O 00 Vm. 5 45 Nm. , 45 Lm. 7 00 Nrn. 11 00 Lm. 00 Nm. 11 45 Vm. 11 30 Nm. 1 00 Nm. s LiRited. Aeue spezielle Bedienung nach Ft. Watzne. Lüg Verlagen Indianapolis um 7:00 und Ü;00 Nhr Vormittag und 3:00 und 7:00 Nachmittags, schnelle Fahrt nach Fort RZs?ne machend und mit den Schnellzügen ach Toledo, Detroit und Lima verbindend Ucie auch in Toledo und Detroit mit den RXMpser, die auf den großen Seen nach Sackin, Bussalo und den Niagara Fällen ufen, Verbindung machend. Der Aarion Flyer, der Indianapolis um 11 Uhr Vorm. und S Uhr Nachm. verläßt, hält nur in Anderson, Alezandria, Eummitille, Fairmount, Jonesboro und GaS City Auntion an. 11:30 TbedZuz nach Kunde. 11:30 Tbend-Zug nach Peru. zpkge fahren nach Fort Benjamin Harri um 6:45 Vm, 9:05 Lm, 11:05 Vm, 1:05 fba und 3:05 Nm. eitere Information in der Ossi: Ter mal SebÄude. PhoneS : Neu, Main 6055; Btt, Nain 175, 1 Ring. Indianapolis & Eaftern. Schnell -Züge laufen Inach Sreenfield. ntzhtStovn, Ne Caftle, Cambridge City, ichmond, Dayton, Ohio,'jede tunb 618 Uhr LbendS. in Dayton, Ohio, mit am Schnellzügen, die nach Springfield, Cowm ins und allen ntralen Punkten Ohio'S Ukufen, Vnbindung'machend. Siend'Zug um 11:30 ASendS nach KnightS imrCU, Vettere Information in der Office : Ter mal Gebäude. PhoneS : Reu, Mai 055 it.Aain 175, 1 Ring. JndisnaVsliS & Martinsville. ach Msoresville, Bethany Park, Mar nSville, Ind. Krfie RorgenCar um 6:00 Nhr MorgenS. asx von 7.-00 Uhr Morgens jede Stunde '17:00 Übt WendS. Kiend -CarS verlassen die Jnterurbc. Stltisn um 9:00, 10:00 und 11:30 Abend S. ie 10:00 UhrCar fährt nur bis ooreSville. Weitere Information in der Office : Ter mal Gebäude. PhoneS: Neu, Main 6055 ; t, Nai 17. Ring. Zadianapolis & Western Traction Company. Nach Avon. Danville undZrsischenstationen. Erste Car verläßt Indianapolis um 5 Uhr VorgeaS, dann jede anderthalb Stunden biS 9:30 Uhr LbendS. Lejte.Car um 11:15 Uhr UbendS. Weitere Information in der Office : Terminal (ZebSude. PhoneS: Neu, Main 6055, It, Main 175. 1 Ring. ZniianapsliS Coal Traetis Co. Züge laufen stündlich von Indianapolis nach Plairsield von 5.-00 Uhr Morgeni lil 730 Uhr bendS. Abendzüge um 9 und 11:20 Uhr Abends. Der 5:00 Uhr Morgens Zug läuft nicht Sonntags. Weitere Information in der Office : Ter mwal Gebäude. Phone : Neu, Main 6055 : U.Mai 175,1 Ring. Indianapolis & Nortrzweftern. echnell,Züge nach CrarsfordSville und La yette laufen wie folgt: 6:00 Vm., 7:00 tn., 8:10 Lm., 9:00 Dm., 10:10 Vm., 10.45 Vm., 11:10 33m., 12 Mittag, 1:00 Nm., 2:19 Nm., 4:25 Nm., 6:00 Nm., 7:10 Nm., ?.00 Rm. und 11:15 Nm. Züge, welche um 10:45 Vm. und 4:25 Nm. fahren, sind Durchzöge nach CrarofordS ville. Der 11.15 Abends 'Zug' fährt rm? diS Kranksort. Leiten Jnfsrmstis i der Office: Ter mal Sebäud. VhoneS: Neu, Nain 6055; XII Rat 175. 1 Ring. Wra, Stocifle Seil eFi. 5Zs. 202 Nord Noble BtxdX ftoMAStfOlt tfii

Klitastrophe

Auf hoher See, bei der

200 Menschen ertrinken.

Vertheidigung wetzt die gestrige Scharte

Streik gehen. Verlangen mnnizipale Regierung. Drei SchleusenKanalbau zwecklos. Mezikanische Grenze wird gesperrt. Enkelin erschießt ihren Großvater. Diebischer Schatzmeister mit 8150,000 verschwunden.

Weiteres von der gestrig en Katastrophe. Block Island, R.J.. 12. Feb. Kapitän Geo. McVay vom Dampfer Larchmont- sagte, e5 befanden sich zwischen 150 und 200 Paffagiere an Bord seines Schiffes und nur 19 davon find gerettet worden. Um Mitternacht wurde von der Le benSrettungöftation in Sandy Point. R. I.. gemeldet, daß 35 Leichen an den Strand gespült und elf Personen ge rettet worden find. Zu derselben Zeit lies von der LebenörettungSstatlon in New Sharehan. R. I., die Nachricht ein, daß zwölf Leichen gefunden und acht Personen gzrettet sind. Soweit find demnach 19 Personen gerettet und 43 Leichen von dem Dampfer Larch mont" an den Strand gespült worden. Der ttapitün McVey sagte, daß sich außer den 150 bis 200 Passagieren noch 50 Mann der Schiffsladung an Bord befanden, al? die Katastrophe eintrat. Schooner in den Grund gebohrt. New London. Conn., 12. Feb. Der Schooner Harry Knowlton", Ka pitän Haley, auf der Fahrt von Amboy nach Boston, wurde heute bei Watch HM, R. I., von einem unbekannten Dampfer in den Grund gebohrt. Der Schooner versank in wenigen Minuten in zwanzig Fuß Wasser, aber seine Be satzung konnte wahrscheinlich gerettet werden. Der Dampfer setzte nach dem Zusammenstoß, ohne anzuhalten, oder Hülse geleistet zu haben, seine Fahrt fort. Der Schooner hatte eine Ladung von 475 Tonnen Kohlen. Vertheidigung wetzt die ge ftrige Scharte aus. New V o r k, 12. Februar. Im Mordprozeß gegen Harry Thaw, der den Architekten .Stanford White erschoß, wurde heute, nachdem Kriminalrichter Fitzgerald seinen Sitz eingenommen hatte, von der Vertheidigung der be kannte Irrenarzt Dr. Britton D. EvanS auf den Zeugenstand gerufen. Dr. EvanS, der einen nationalen Ruf als Irrenarzt hat und Superintendent des StaatZ.JrrenasylS von New Jersey in MorrlS PlainS ist, erzählte, dß er acht Mal den Angeklagten Thaw in seiner Zelle besuchte, ihn beobachtet und mit ihm gesprochen habe. Während der drei ersten Besuche war daS Befin den des Thaw derartig, daß er mit po fitiver Sicherheit Wahnsinn an ihm konftatiren mußte, aber bei seinen letz ten Besuchen hatte sich der Zustand deö Angeklagten bedeutend gebessert, nur war an ihm noch eine krankhafte Ner vösität zu bemerken. Vom Diftriktan walt Jerome befragt, ob er glaube. daß der Angeklagte Thau am Abend der Ermordung des Architekten White noch vollkommen gesund gewesen sei, antwortete der berühmte Irrenarzt : Harry Thaw war am Abend der Mordthat vollständig geistig unzurechnungsfähig und wußte nicht, daß er ein Verbrechen oder Unrecht de ging, als er den Architekten White todtschoß!Die Vertheidigung bemüht sich, nach zuweisen, daß Harry Taw von seiner geistigen Depression fast vollständig ge fundet sei. Dlftriktanwalt Jerome hat wahrscheinlich schon sein Bemühen, den Angeklagten Thaw dem elektrischen Stuhle zu überantworten, aufgegeben: sein Bestreben richtet sich jetzt Haupt, sächlich noch daraus, den Geschworenen den Beweis zu liefern, daß ! Harry Thas noch wahnsinnig ist, um den Angeklagten zeitlebens in eine Irren anstatt interniren zu können. Telegraphisten vollen an den Streik ge.hen. Chicago. 12. Feb. Die Tele. graphiften der Western Union werden eine Abstimmung abhalten, ob sie an den Streik gehen werden, wenn ihnen gewisse Forderungen nicht; bewilligt werden. Die Telegraphisten verlangen eine Erhöhung ihres Lohnes lurn zehn Prozent und Wiederanftellung mehrerer entlassene? Telegraphisten, welche von

zwei Schisse versinken und

aus. Telegraphisten wollen an den den Beamten der Telegraphen'Gefell schaft entlassen worden sind, weil sie zur Union gehörten und für die feste Organifirung derselben thätig waren. Verlangen municipale Regierung. W a s h i n g t o n. D. C. 12. Feb. Die Bürgerschaft deö Distrikts Colum bia ist endlich zur Ueberzeugung gekom men, daß sie eine munkcipzle Regie rung haben muß, in welcher die Steuer zahler auch ein Wort mitzusprechen ha ben. DaS gegenwärtige System einer Regierung durch drei von dem Prüft denten ernannte Commlssäre, mit den Comites für den Distrikt Columbia beider Zweige des SongresseS als ei.te Art Etadtrath, hat sich nicht bewährt und im nächsten Congreß wird ein sehr energischer Versuch gemacht werden, dem Distrikt eine thatsächliche und auf das allgemeine Wahlrecht bastrte Mu nlcipalregierung zu geben. Die ein zigen Gegner einer solchen Regierung und die Befürworter deö gegenwärtigen unverantwortlichen SyftemSt sind die zahlreichen GrundeigenthumSagenten und Spekulanten, welche von einer Volksregierung nichts wissen?wollen. Drei Schleusen Kanalbau zwecklos. Washington, D. C.. 12. Feb. Nach langem Zögern und nach wiederholten und eingehenden Be sprechungen mit den erfahrensten und angesehensten Ingenieuren deS Landes, hat sich Präsident RoofeveltZ bereit er klärt, den riesigen Gatun'Damm bei Port Panama aufzugeben. Damit ist auch der Plan, drei große Schleusen beinahe wie Lettersprossen dicht hinter einander zu bauen, um Schiffe 85 Fuß von dem Canal nach dem GatunSee zu beben, aufgegeben worden. Bei der Verhandlung über die Angelegenheit mußte der Präsident zu seiner großen Ueberraschung sehen, daß Keiner der bedeutendsten Ingenieure deS Landes den Riesendamm und die durch ihn nöthig gewordenen Schleusen befür wertete. Mexikanische Grenze wird gesperrt. Washington, D.C.,12. Feb. Eingegangenen Meldungen betreffs unerwünschter Einwanderer via Mexico zufolge, wird der Präsident in nächster Zeit dem Kongresse eine besondere Bot schaft übersenden und in derselben empfehlen, daß die, mexicanisHe Grenze allen Einwanderern mit Ausnahme von Mexikanern verschlossen werde. Dieser Schritt ist durch die Horden von uner wünschten Einwanderern nothwendig geworden, welche in der Hoffnung nach Mexico gekommen sind, von dort aus über Texas nach den Jer. Staaten zu gelangen. Die Zustände an der Grenze waren bereits seit vielen Monaten unzufriedenftellend und in letzter Zeit haben sie sich noch dadurch verschlim mert. daß Japaner in großer Anzahl nach Texa? geströmt find. Eine andere Klasse von Einwanderern, deren Aus schließung wünschenöwerth ist, find die Syrier. Diebischer Schatzmeister m i t 5150.000 verschwunden. New Britain,Conn.,12.Feb. Ein hoher Beamter der hiefigen Sar ingS Bank machte heute bekannt, daß der verschwundene Bank'Schatzmeifter wenigsten? S 150. 000 aus der Bank ge stöhlen habe, wie eine kurze Durchsicht seiner Bücher ergeben hat. Obgleich eS heute Feiertag war, hatte die Bank ihre Thüren offen und zahlte die ge forderten Beträge der Depositoren prompt aus. die sich bis heute Abend auf nur S100.000 beliefen. Die Bank hat Depositen in Höhe von $6,707,322, die von 14,928 Depostto rm einbezahlt worden sind. AufGrund eigenthum find von diesem Gelde HI, 920.850 verliehen und S!sendahnSe curitüten in Höhe von 11,924,809 lie gen tn den Bankgeaölben. Präsident Philip Corbln von der SavlngS Bank glaubt nicht, daß die Bank durch den Diebftahl ihre Schatzmeister in Schwierigkeiten gerathen wird.

Weit zurück

Auf militärischem Lustschiff.Zebiete. Washington. D.C., 12. Fe. bruar.. De? EignalcorpS der Armee beschäftigt sich nunmehr auch eingehend mit der Ballonfrage. Andere Nationen haben seit Jahren experimentirt, Luft chifferabtheilungen eingerichtet, alle möglichen LuftschifffahrtSpläne für die KriegIzVecke erprobt und lm Laufe der Experimente voraussichtlich Verbisse ungen erfunden, welche sie dem Ziele, einen perfekten Ballon für militärische Zwecke zu bekommen, näher gebracht haben. Hierzulaude hat man dieS bis ang erftaunlkcherweise sehr vernachlüs figt. Das Einzige, was in dieser Rlch ung geschehen ist, waren die Experl mente mit dem verunglückten Aeroplan deS seligen Professors Langley, der sehr chöne Theorien hatte, ohne hinreichend mit den Gesetzen der Physik vertraut zu ein. Jetzt hat man sich allen Ernstes wie :er an'S Werk begeben, um den Vor prung. welchen andere Nationen im Luftschifferwesen errungen, wieder ein zuholen. Das EignalcorpS hat in einem Hauptquartier zu Omaha Vor bereitungen für Ballonexperimente ge rossen, und man will in der Nähe von Omaha nun einen Park eingerichtet haben, wo Experimente im Geheimen vorgenommen werden können und Fehl chläge nicht an die große Glocke gehängt werden. Die Armeeleitungen Europas haben längst derartige Parks ekngerich tet, wo sie ihre Versuche anstellen kön nen, ohne von profanen Augen, speziell denjenigen fremder MilitärAttacheeS, beobachtet zu werden. Man wird sich in Omaha nicht auf Ballons befchrän ken, sondern wird Experimente mit Flugmaschinen aller Art, die zur Prü fung angeboten werden, vornehmen. Enkelin erschießt ihren Großvater. B e a u m o n t , Tex., 12. Febr. Gestern erschoß die 16 Jahre alte Nina Williams den Stiefvater ihrer Mutter. George Williams. Letzterer hatte seine Stieftochter Ella Turner am Halse ge packt und war im Begriffe, dieselbe in ein Zimmer zu zerren, in welchem er ein Gewehr hatte. Das Mädchen er griff einen Revolver und feuerte meh rere Schüsse ab, von denen jeder den Mann traf. Die CoronerSgefchwore nen gaben einen auf gerechtfertigte Tödtung lautenden Wahrspruch ab. Gatte mußte hülfloö zusehen. D a n v l l l e. Pa., 12. Februar. Frau William Bell wurde gestern auf der Bahnkreuzung beim Haupteingang zum hiesigen Staatshospital von einem Passagierzug der Lackawanna Bahn überfahren und augenblicklich getödtet. Sie hatte in ihrem Fuhrwerk ihren Gatten von der Arbeit abholen wollen, hielt einen Augenblick vor der Kreuzung an und, ohne den herannahenden Zug zu beobachten, fuhr sie über die Geleise, wo sie vom Zug getroffen wurde. Ihr Gatte hatte ihr umsonst zugewinkt, vor dem Geleise zu bleiben und mußte den surchtdaren Tod seiner Frau mitan. sehen. , DaS Pferd wurde in Stücke zermalmt. Heute wurde in allen Staaten die Wiederkehr des Geburtstages deS Märtyrer.Präfidenten Abraham Lin coln gefeiert. In vielen Städten fan den großartige Feierlichkeiten zu seinen Ehren statt. Kapt. ChaZ. W. Oldrieve ge wann eine Wette, indem er von Ein cinnati nach New Orleans in 40 5 gen weniger 45 Minuten auf dem Was ser ging. Er benutzte Holzschuhe von 4 Fuß 5 Zoll Länge. In Uebereinstimmung mit der allgemeinen VolkSanstcht, daß die Bei gier zu sehr bevorzugt werden, hat die perfische Regierung den Minister für Zoll und Postwesen, Herrn NauS, einen Belgier, entlassen. Cz.Gouverneur Frank W. Hig ginS von New Jork starb heute Abend kurz vor neun Uhr in seiner Wohnung in Olean, N. z. Er war schon seit mehreren Tagen bestnnungloS uns sein Tod kam gänzlich schmerzlos. ' Eine Spannung' ist zwischen Deutschland und Haiti eingetreten, weil die deutsche Bankprma Hermann & Co. Gelder, welche sie nach der Behauptung der haitischen Regierung betrügerisch erlangte, nicht herausgeben will. Der französische Dampfer LaoS-, auf der Fahrt von Oftasien nach War seille. strandete heute bei La Croisic. ungefähr 40 Meilen von Nantes, Frankreich. Da Schiff ist ein Wrack, aber feine Besatzung wurde gerettet.

Eine Mahnung ans großer Zeit. -! Seit im Verlailler Scklok deS

Sonncnkönigs, der Deutschland Straßbürg und das Elsaß entriß und die Pfalz verwünstcn ließ, König Wilhelm die Krone des neuerstandenen Deutschen Reiches annahm, die ihm die Fürn v '-"-i" rrv i r jt f wo nen uno flamme cuiiananos auuc boten batten. ist ein neues Geschlecht hcrangewachjen. ?coch war das Ningen mit dem tapferm Gegner nicht zu Ende, Paris vor allem rüstete sich zu dem lekten aroken Ausfall, der am 19. Januar 1871 vor den deutschen Wassen erliegen sollte, rm ücorden wie tm Südostcn, bei Gäben und Werder, stand die Entschnduna noch aus. doch mit fester Zuversicht auf den so oft be-1 wlesenen Heldcnmurh ferner rregcr . sah der König in die Zukunft. Sein uaenes Werk tvar das cer. dessen ununterbrochener Siegeszug die Welt zu staunender Bewunderung gezwungen hatte, er hatte die Männer ge wählt, denen die Leitung der poUttschen Geschäfte wie der Armee oblaa und sie gestützt und gehalten, als die öffentlicke Meinuna immer wieder voll tiefen Mißtrauens ihren Rücktritt verlangte. Und nun nach Erfolgen, wie sie grotzartiaer die Geschichte kaum kennt, blieb dem schlichten Sinne des Könias doch ' jeder Gedanke maßloser Ruhmsucht! fern. Mit dem Lorbeer gewaltiger Schlachten geschmückt, verhieß er für! sich und seine Nachfolger an der Krone. I allzeit Mehrn des Deutschen Reiches zu sein, nicht an kriegerischen Erooe-' rungen, fondern an den Gütern und Gaben des Friedens, auf dem Gebiet nationaler Wohlfahrt. Freihat und, Gesittung. Nicht leicht ist es Mlhelm I. gewor-' den, den Schritt zu thun, der scm Haus auf den Karserthron führte. Ms Knabe hatte er den Bau des Staates Friedricks des Groken zusammenbrechen sehen, bis in den äußersten Winkel Lithauens war er mrt den Eltern gefluchtet und Zeuge gewesen, wie die FremdHerrschaft auf dun Vaterland lastete, bis die Stunde der Erhebung schlug und der Jungung mit ymauszieyen konnte zum Vesreiungskampf. Schwere Enttäuschungen und inneres Ringen brachten ihm die Mannesjahre, an der Schwelle des Greisenalters rief ihn das Geschick auf den Thron und dann reihte sich endlich Erfolg an Erfolg, wie sie Preußen seit den Tagen seines groKen Ahnherrn nicht mehr gekannt hatte. Das Kaiserthum toax für ihn, der die Verkörperung des aUpreußischen Wesens darstellte, der völlige Bruch mit einer ruhmreichen Vergangenheit. Neue Bahnen mußten beschrittcn, neue Ziele gesteckt werden. Aber niemals in seinem langen Leben hatte der König eigene Hcrzeswünsche über die Förderungen der Pflicht siegen lassen, so hart es ihn auch anioramcn mochte. War nach reiflicher ernster Erwägung der Entschluß gefaßt, fo gab es kein Rückwärts mehr, das GcMl siegte nie über den Verstand. Der Prtnz von Preußen. der berufene Thronfolger, verwarf jeden Gedanken an den Absolutismus. seitdem sein Staat eine Werfassuna besak: sich selbst aetteu vollzog der König, als die Stunde geschlagen hatte, den Uebergang zum neuen Reich. Verblaßt ist allmählich die Erinnerung an die Tage, da auf blutgetränkten Schlachtfeldern pulende von Deutschen ibr Leben zum Opfer brachten für des Vaterlandes Größe i i cm -Y. . ..S. T& - uno binnen. Alcqr UNU lis ten sich die Reihen der Ätanner. tue das Eiserne Kreuz und die Kriegsdenkmllnze tragen. Das spätere Geschlecht ist davor bewahrt geblieben, m einem furchtbaren Kampf um Sein oder Nichtsein Deutschlands zu ringen, denn Friede herrscht seit 3 Jahren. Niemals hat der alte Kaiser, niemals auch haben sein Sohn und seine Enkel Gelüste getragen nach kriegerischen Abenteuern, das feierliche Gelübde deö 18. Januar 1871 ist erfüllt worden, niemand zuleide will Deutschland nur der friedlichen Arbeit auf allen Gebieten des Lebens der Gesammtheit und des Einzelnen sich widmen, seine schwere Rüstung trägt es nur zur Abwehr, nicht zum Angriff. Inzwischen ist die Entwicklung der materiellen Güter aufwärts gegangen, und daneben kann das Deutsche Reich voll Stolz auf den Ruhmestitel hinweisen, zuerst von allen großen Mächten mit dem wirksamen Schutz der wirthschaftsich schwachen Schichten des Volkes begönnen zu haben. Die sozialpolitische Botschaft des ersten Kaisers wand ebenso fchönen Lorbeer um seine Schläfen wie die großartigen Siege in drei Feldzügen. Idealer Schwung beseelte die Geister. als das tiefe Sehnen unseres Volkes nach Einheit und Kraft endlich in Erfüllung ging, das Vaterland, nicht die Parte!, war die Losung der Männer .die uns das neue Reich erwarben. Und doch zeigten sich schon die Ansätze von politischen Bildungen. die den Reichsgedanken gefährden konnten. Die sozialdemokratischen Blätter nannten die deutschen Heerführer Gurgelabschneider und Landsknechte, die Soldaten zweibewige Thiere in Uniform, und als die sächsischen Truppen in die Heimaih zurückkehrten, schrieb die Freie Presse- in Cbemnitz: Bürger, steckt schwarze Fahnen heraus, eine Rotte von Raubern und Mordbrennern zieht in un sere Mauern ein."' Vebel pries tm Reicbiteg die Gremlthaten der Pariser Kommunisten und predigte wie sie. Krieg den Prilasten. Friede den Hüt4 QiifI in Vim (lATf. ZT0mj ik UU Ulllt'

meni die rmre Gruppe der .katho lischen Fraktion, die vom ersten Tage an sich feindlich gegen Bismarck und Preußen stellte. Es trüge nichts aus, noch einmal darzulegen, wie es kam, daß diese Parteien schlieklich die Mebrbeit im deutschen Reichstag erlangt haben, wir stehen ja noch unter dem Eindruck ihrer letzten Großtbat. aber heute am Jahrestag der Errichtung des Reichs, wenn wir unsere Blicke zurückwenden in die Vergangenheit, da muß in jedem nationalgesinnten Mann der Entschluß sich festigen, der Väter würdig zu sein. Auf die Zeit des Idealismus ist ein Ueberwuchern des Realismus gefolgt, jetzt gilt es, aufs neue Bahnen zu eroffnen, bet denen nicht unmer nur materreller Gewinn, fandern geistige Guter das Ziel bilden. Jedem Deutschen ist das kostbare Recht zutheil geworden, seine Stimme bei der Wahl der VolksVertretung abgeben zu dürfen, ein Recht, wie es so weit gespannt und frei wenige Staaten der Welt kennen.' Doch diesem Recht gegenüber steht auch die Pflicht, es zu nutzen. Im Hader und Streit der Parteien ist in den letzten Jahrzehnten viel zu wenig hervorgetreten, daß der Staatsbürger nicht immer blos nach Rechten fragen soll, sondern daß er auch der Pflichten gegen die Gesammtheit eingedenk sein muß. Einer der Helden der Befreiungskriege, Neidhardt v. Gneisenau. hat einmal die sittlichen Grundsätze, die ihn beseelten, in dem Verse zusammengefaßt: Begeistre du das menschliche Geschlecht für seine Pflicht zuerst, dann für sein Recht Dies Wo7t soll auch jetzt ein Leitspruch sein. Nicht kleinliche Rücksichten, nicht die Schablone der Parteien dürfen jetzt die Entschließnngen der Wähler leiten, nur der eine hohe Gesichtspuntt. das Wohl des Vaterlandes. Wie der alte Kaiser, dessen wir heute in tiefer Dankbarkeit gedenken, sein Leben lang nur die Pflicht sprechen ließ, so möge das deutsche Volk es 'thun, erfüllt von dem ei nen alle persönlichen Wünsche niederringenden Gednrken: Das Vaterland, nicht die Partei!" (Kölnische Zeitung.)

Der Hasen von Arugge. Man schreibt aus Brüssel: Vor einem Jahre etwa erschien im neu errichteten Hafen-von Brügge zum ersien Mal ein großes Schiff, welches den hundertjährigen Schlaf des uralten Brügge störte. Seitdem hat sich ein regelmäßiger Dampferdienst zwischen Brügge und dem neuerstand:n:n Secbrügge auf dem Kanal entwickelt, der die vom Meer geschiedene Stadt wieder mit ihrem Lebenselement derbindet. Am 1. März wird der Hasen von Seeörügge unter großen F?stlichkeiten offiziell eingeweiht werden. Der König wird der Feier beiwohnen. Brügge selbst hat 30.000 Franken für die Festlichkeit ausgeworfen und außerdem sind 150.00 Franken für eine Ausstellung zur Geschichte des GM denen Vließes" vorgehen. Die Ausstellung wird in dem alten schloßartigen Patrizierhaus, dem Groothuis", in Brügge untergebracht, sie wird Urkünden. Orden, Trachten und Anderes vorführen, was auf den berühmten Orden Bezug hat. Die Unterhandlungen mit den Höfen von Wien und namentlich Madrid waren nicht ohne Schwierigkeiten. Es scheint jedoch, daß sie dank der Bemühungen des Gouverneurs. Baron de Böthune. zu einem für die geplante Ausstellung aiinstiaen Resultat aefübrt haben. Die englischen Hetzer.

Jaurös wendet sich in der Humamte sehr scharf gegen die englische Jingopresse, insbesondere gegen den Daily Telegraph", welcher in unverhohlener hetzerischer Absicht Deutschland beschuldigt. daß es in Marokko neuerdings Ränke anzettele. Man müsse hoffen so schreibt Jaurös weiter , daß dtc Regierungen Frankreichs und Spanicns. sowie die Befehlshaber der Geschwader diesen verbrecherischen Hetzereien keinerlei Gehör schmkcn werden. Aber die durch die voreilige Jntervention Frankreichs und Spaniens hervorgerufene zweideutige Lage könne, wenn sie sich noch länger hinziehe, gefährlich werden. Schon träte in einem Theile der öffentlichen Meinung Spanicns Ungeduld und Nervosität zu Tage.' Erst dann werde jede Gefahr verschwunden sein, wenn Frankreich und Spanien zu der ehrlichen Auslegung der Algeciras-Akte zurückgekehrt sein würden. Da die Sicherheit in Tanger durch die Intervention des Machscn . wiederhergestellt sei, mögen sich Frank'reich und Spanien beeilen, im Einvernehmen mit dem Sultan die Polizei zu organisircn und ihre Geschwader zurückzuziehen. Wenn behufs Erzielung einer für die Handelsbczichunaen aller Länder günstigen Ordnung der Dinge eines Tages ausgedehntere Maßnahmen nothwendig sein sollten, dann müßten alle Signaturmächtc gemcinsam diese Verantwortung übernehmen. Sonst könnte durch unlau tere Machenschaften französischer Freibcutcr und englischer Jinzos. sowie durch die Winkelzüge deutscher Ehauvinisten nur ein allgemeiner Zustand der Gereiztheit und Konfliktsgefahr heraufbeschworen werden. , ' I n Dänemark, dem produktivsten Butterland der Welt, kommen 500 Kühe auf je 1000 Einwohner. . Vor 50 Jahren kostete in Minnesota das Faß Mehl 510. ein Faß Speck $30 und Butter 50 Cents i das Vkund.