Indiana Tribüne, Volume 30, Number 145, Indianapolis, Marion County, 11 February 1907 — Page 4

I. Februar 1807.

Jttvtana Tribüne,

)ndiana Tribüne.' yaulgvdn von Ux tdg Indianapolis, Ind. Harry O. Thudiu Präfident. 4 GeschäftSloealt Ho. 31 Süd Delaware Straße. TELsiPH0E H trd th Pott Office I Indiinipoli tl itcood das mitter.

Der Thaw-Prozetz. Selbst ein Fewd aller Prüderie kann sich wobl nicht des Wunsches entschla. gen, daß die Verhandlungen in dem Thaw.Mordprozeß besser unter AuZ schluß der Oeffenllichkett und der sen sationellen Beiichterftattung erfolgt vären. Freilich unsere moderne Lite ratur schreckt ja schon lange nicht mehr vor der realtölschen Schilderung von VerfübrungSgeschichten zurück und so lieft sich die Erzählung der jugendlich schönen Frau deS ManneS, der ihren Verführer erschossen, auch nicht anders alS ein Kapitel aus dem Tagebuch einer Verlorenen, velcheS so große Sensation und eine .so riesige Auflage in Deutschland erregt und erlkbt hat. Und dennoch diese'biö in'S äußerste zulässige Detail gehende Echttderung der brutalen Verführung eines jungen MüdchenS. bei der die Mutter eine höchst zweideutige Rolle spielte, wird von der TageSpressk. die Frag' und Antwort deS Verhörs fast derbatim rvidergibt, in jede Familie genaken, sie bildet die Lektüre der weitesten Volkskreise, sie gelangt zur Kenntniß von Jung und Alt. Ob sie heilsam abschreckend oder verderblich in der ganzen enthüllten Brutalität wirken wird, wer würde dieS entscheiden wollen? EinS roh sie bei Denen bewirken, die nicht der krankhaften Sensationslust fröhnen; sie wird dem Manne, der auf der Anklagebank fitzt, eine Erklärung für feine Tbat geben und dieselbe in viel milderem Lichte erscheinen lassen, als es bisher der Fall war. Seine Kugel hat nur die Welt von einem der vielen Schurken unserer oberen Zehn tausend" befreit, welche, die Noth aus nützend, der Unschuld nachstellen und fit in brutalster Weise zu Fall bringen. Wie ganz anders steht neben diesem abgefeimten Roue Wbite der Mörder da, der in wirklicher Liebe zu dem Müd chen entbrannt war, der die ganze Ge schichte der Verführten kannte und ihr dennoch die Hand zum Ebebund bietet und ihr seinen Namen einer angesehe nen und reichen Familie giebt ihr. der gefallenen khorsängerin. Harry Thaw braucht nach dem großen Opfer, da? seine jugendliche Gattin für ihn gebracht hat, indem sie auf dem Zeu genstand ungeschmintt den wahren Grund deS tiefen Hasses enthüllte, der ihren atten gegen den Verführer fei ner Gattin beseelen mußte, keine Irren ürzte mehr, die seinen Geisteszustand bei Begehung der That erklären und diese als im Stadium gestörten Geistes begangen hinsttllen sollen. Er hat allerdings das Gebot Du sollst nicht ifiMen" verletzt, und daS menschliche Gesetz erheischt Ahndung. Aber wenn nach der Erzählung ihrer LebenS geschichte. ihrer Verführung und ihrer Helrath die Geschworenen doch ein frei sprechende? Urtheil abgeben sollten, wenn Harry K. Thaw doch wieder sei ner liebenden Gattin denn nur ein Weib, daS liebt, kann so handeln, wie Evelyn NeSdit Thau eS getban hat zurückgegeben wird, wer wollte sich dar über wundern! Neueste Niesen-Qchenkung.

Wenn so 'waS schon jemals da war, so lange die Menschenwelt besieht, so weiß doch weder die Geschichte noch bl Sage etvaS'davon zu berichten. Nicht einmal' das Märchen wagte eS, so weit zu gehen. ES erzählt wohl, wie gut und böse Feen, Riesen und Zau berer vor den Menschen, die sie der. locken, verführm oder prüfen, oder, endlich beglücken wollten, Pfeffer kuchenhüuSchen und Schlösser aufbauten. ihnen Diamanten und sonstiges edles Gestein! in den Weg streuten. Säcke voll Goldes. Tischlein.dkck'dlch und EöleiN'ftreck'dich schenkten da von zu erzählen, daß jemals ein Halb gott oder Zauberer ein solch' Märchen hafte Schenkung gemacht habe, wie die, welche jetzt von unserm John D Rockefeller gemeldet wird, dazu reichte die Menschenphantasie nicht aus, in diese Höhe wagte sie sich nicht. Zwklunddreißig Millionen schenlte Herr Nockefeller aus einen Hieb für

erzieherische Zwecke! Ist man sich darüber klar, was die Summe von zweiunddreißig Millionen bedeutet? Sie reprüsentirt so ungefähr den Werth einer ganzen Stadt deS Landes, der Gebäude und allen Zube bSrz von 20,000 Einwohnern. Vertheilte man sie unter 1000 oder 1200 Menschen zu gleichen Theilen, so wären diese kleine RentlerS, die sich fortan nicht mehr um Arbeit und Ver biknü und ihr täglich Brot zu sorgen hätten, sondern mit ihren Familien, wenn auch bescheiden so doch gut von den Zinsen leben könnten. Sie reicht aus, unsere sämmtlichen Soldaten und glottenmannschaften. rund 81.000 Köpfe, ein Jahr lang zu besolden uud vielleicht noch die OsfizierSlöbnungen zu decken. Und solch' ungeheure Summe schenkt ein Privatmann auf einen Schlag kann ein Mann auf einmal verschenken, ohne sich durch diese Freigebigkeit irgendwie zu inkom modiren, geschweige dznn zum armen Manne zu machen man kann wohl sagen, ohne sein Vermögen merkbar zu verringern! So etwas- ist noch nicht dagewesen, Ben Akiba zum Trotze und wenn nie zuvor, so hat jetz' Amerika- daS Recht, dem Reste der Welt zururufen : Komm und sieh und staune, bewundere und doch davon später Herr Rockefeller stellte die zwelund dreißig Millionen dem Allgemeinen ErziehungSrath" (General Education Board), zur Verfügung. Diese Or ganisation erhielt im Jahre 1903 einen Freibrief vom Kongreß und wurde ge schaffen, ebenso solche Schenkungen für erzieheriiche Zwecke zweckdienlich zu ver. wenden. Den Anstoß zu ihrer Grün dung gab die im Jahre 1902 von Rockefeller gemachte Schenkung von 81.000,000 zwecks des Studiums der Erziehungsanstalten der Südftaaten und Förderung derselben. Ohne die Philippinen hätte tti nie eine japanische Frage gegeben sie ist eine Zuthat, an die wir beim Kauf nicht dachten. Ob nun die Negterung den Jsthmuö'Kanal selber baut odr bauen läßt, das Geld dafür kommt in jedem Kalle aus den nümlichen Taschen. Die Einwanderungs-lLesetzaebung soll sür die gegenwärtige Session abge than sein gerade weil es an Krüften gefeht hat, war hier der böse Wille nicht zu loben. Whiskey Trust, Holzalkohol'Trust und Stanzard Oll sind gegen die Er mögltchung deS Brennerei Kleinbe triedeS. Bessere Gegner kann sich keine Bill wünschen. Neuerdings stellt man nachdenkltche Betrachtungen an, ob tS denn wirklich wohlgethan war, daß Admiral Perry die Japaner zwang, ihre Häfen ver eindringenden Kultur zu eröffnen. AllS ttalamazoo. Mim., wird lf richtet, daß ein dortiger ZeitungSher auSzeder täglich vor Beginn der Bu reauftunden eine Gebetversammlung abhält. Wahrscheinlich hofft der gute Mann damit den Druckerteufel zu ban nen. Die Völker legen sich von Tag zu Tag eine schwerere Rüftun an. Auf unserem Erdball giebt eS gegenwärtig 6 250,000 Soldaten, die in Friedens zeiten unter Waffen stehen. Würde einmal ein allgemeiner Weltkrieg ent brennen, so wären in wenigen Tagen 44.250.000 Soldaten bereit, sich bis zur Vernichtung zu bekämpfen. Der ewige Friede ist ein schöner Traum. In diesen Zahlen liegt die Wirklichkeit. Es wurde neulich gemeldet, daß die drahtlose Marcontftatton merkwür dige Anfragen bekommen habe, welche Niemand entziffern konnte. Diese An fragen wiederholten sich regelmäßig tn der Stunde nach Mitternacht. Man versuchte alle Sprachen ver Civilisation, aber keine schien zu der gedrahtlostenMeldung zu passen. Schließlich wurde die Vermuthung ausgesprochen, eS sei möglicher Weise eine Meldung vom MarS. ES wird allgemein angenommrn", bemerkt dazu eine New Yorker Zeitung, daß die Bewohner dtef.S bedeutend gröberen Planeten in ihrer Entwickelung weiter fortgeschrit ten find als wir Erdenpilger. Mög licher Welse haben unS die MarSde wohner schon seit Langem mit ihren ausgezeichneten Operngucker beobachtet, etwa wie wir unS einen Ameisenhaufen ansehen. Am Ende haben sie sich auch geärgert, daß wir Menschen so furcht bar dämlich und rückständig sind. Die Mtldungen, welche Marconl emvfan gen hat, waren daher wohl ein paar gutgemeinte Rathschläge, wie vlr uns bessern sollten.-

ctuf öcin .Niss.

Erphiunx von Magd Schuch. Wie eine mächtige Glocke aus Lapis lazuli lag der. Himmel über der Nordsce. Das Wasser schimmerte weiß und blendend. (5s war, als wollte die Natur, die hier während des größten Theils des JahrcS in eintönigen Farden malt, heute die Augen der Äewchner des kleinen friesischen Eilandes, auf das uns unsere Erzählung führt, durch Faroenreichthum für das ganze Jahr entschädigen. Das mochte auch das junge Mädchen empfinden, daS eben auS der Thür ihres Hauses in die flimmernde Mittagsgluth'hinaustrat. Kathrin Klassen war ein schönes Mädchen. Sie hatte blaue Augen, frische Farben und prachtvolles goldenes Haar. Ihr GcsichtSauSdruck sagte deutlich: Freundlich gebeten, bin ich sehr gern gefällig und bringe meiucn Freun den selbst Opfer ; unwirsch angeFangen, zeige ich meine Zähne, jiathrin war heute schon sehr fleißig gewesen. Sie hatte den Haushalt in Ordnung gebracht und das große Aoot ihres Vaters sowie die sämmtlichen Fischwannen aufgescheuert. Daraus hatte sie den Tang aus den Neycn entfernt, die Steine nach unten, die Holzpflöck chen nach oben gezupft und der Mutter geholfen, daö Mittagessen zu kochen. Jcyt, nach dem Essen, war sie sür'S Erste frei und wollte ein Weilchen auf daS Meer hinauörudern. Aber als sie ihr Äoot klar machen wollte, kam die Müdigkeit, Kathrin dachte: Wozu sich bei der Hitze anstrengen? Ich will mich lieber hier ein bischen ausruhen. Und das kann ich in dem alten mor schcn Boot, das höchstens noch 'mal beim Krabbenfang dient, ebenso gut. Sie legte sich in das Boot, verschränkte die Arme unter dem Kopf, blinzelte in den blauen Himmel und hing ihren Gedanken nach. Sie hatte ihn sehr lieb, den blonden, hübschen, stattlichen Wilhelm mit den guten Augen ; aber sie war der Meinung, daß er das durchaus nicht zu wissen brauche. Wie gut, daß man an einen Menschen denken sann, ohne daß cr'S weiß! Denn es hn wissen lassen, daß ich ihn mag, o ein, so weit sind wir noch lange nicht! Dazu sind wir viel zu stelz. Mag er nur weiter werben. Eine Kathrin Olafsen ergibt sich nicht so leicht. Aber wenn Wilhelm nun doch dächte, ich möchte ihn nicht, und bcwürbe sich um eine andere ! DaS wäre schrecklich ! Aber daS thut er nicht, dazu ist er zu treu. Zu treu? Ein Mann zu treu? Hat man ihr nicht von einer blauen Älume erzählt, die auf einen Hauch ihre Blättchen verliert, und die man deshalb Männertreu getauft? Ja. Aber Wilhelms Art ist nicht wie die der Blume, nein, Wilhelms Sinn gewiß nicht. Kathrin aihmct ordentlich auf bei dem beruhigenden Gedanken. Wie liebe, gute Äugen Wilhelm hat, und wie treu und fast zärtlich er sie immer ansieht! Ach, welch' eine Wonne daö ist, so angesehen zu werden! Und glückselig lächelnd, schläft sie ein. Sie schläft fest und süß und merkt es daher nicht, wie sich Schritte ihrem Kahne nähern. Der Kommende hat kein vertraucncrwcckendcs Aeußere. Zwar ist seine Gestalt groß und stattlich, die Gesichtszüge sind regelmäßig und ihr Ausdruck durchaus intelligent. Aber der günsttiie Eindruck, den das Alles hervorrufen könnte, wird beeinträchtigt durch einen Ausdruck der Tücke und Verschlagenheit, der das Gesicht cnt stellt. Der sich stets in den Mienen des Mannes ausprägende Zug deS HöhncS scheint sich noch zu verschärfen, indem er die Schläfcrin erblickt. Er beobachtet Kathrin eine Weile. D Sonnenstrahlen lasien ihr Haar ausleuchten wie gesponnenes Gold. Sie spielen auf Kathrinö Gesicht, als könnten sie sich nicht satt sehen an dessen jugcndfrifchcr Schönheit und glücklichcm Ausdruck. Der Mann ficht das auch alles, und in seinem Herzen firci ten Haß und Liebe um die Oberhand. Da sagt die Schlafende ganz leise: Ja, Wilhelm, und der Haß hat ge siegt. Lorsichtig sieht er nach allen Seiten, ob kein Beobachter da ist, dann nimmt er leise die Nuder aus dem Boot, löst den Strick, mit dem es bcfestigt ist, und schiebt cö behutsam dem Meere zu. Tann geht er an das Ufer zurück und murmelt: Ich will Dich lieber todt als in den Armen dcsAndcren sehen. Du bist die Einzige gewesen, die ich je geliebt habe, die einzige, die je etwas wie Macht über meine Seele gehabt hätte. Tu willst mich nicht, nun gut; so lerne einsehen, was es heißt, einen Man wie mich zum Feinde zu haben. DaS Boot schwamm weiter seewärts. Als es weit, weit draußen aus dem Meer war, trieb eö die Strömung einem Riff zu. Jetzt war es auf einem unter dem Wasser liegenden Felsen aufgefahren. ES hatte einen mächtigen Nuck gegeben, durch den das Boot leck wurde. Kathrin erwachte. Sie blickte erstaunt um sich. Träumte oder wachte sie? Wie kam sie hierher an diese Nisse? Hat sie das Boot selbst vom Strick gelöst? Und wie sind die Nuder aus dem Boot gekommen? Kathrin vermag sich ihre Vage nicht zu erklären, erkennt c.bcr, sobald sie sieht, daß das Wasser schnell in das Äoot hineindringt, deren ganze Furchtbarkeit. Zum Glück konnte sie vom Boot aus auf einen etwa aus dem Wasser hervorragenden Fels klettern. Bon ihm einen Schritt aufwärts befindet sich eine grö ßcrc. ickräa abfallende clsplatte. von

der Kathrin wußte, daß sie zur Zeit der Ebbe ein wenig aus dem Wasser rage. Kurze Zeit nach Eintritt der Fluth rauschen die Wogen über sie hinweg. Die Felsen sind deshalb von den Schiffern sehr gesürchtct, und zur Warnung für die vorbeikommenden !va!ir;euae ist auf der Platte eine eiserne Signalstange angebracht. Kathrin steht neben dieser und sieht traurig nach dem Boct. Sie weiß, daß es schon im gewöhnlichen Zustand Wasser durch die Nähte zieht, weiß, daß eS ihr gan; unmöglich ist, das große M zu stopfen, und daß sie darum auf daö Boot gar nicht mehr rechnen kann. Sie ist ein tapferes Mädchen, aber hier in der Einöde, mit der kommenden Fluth den Tod vor Augen, wird ihr stcrbcnsbange. ?lcki, wäre ich doch zu Hause bei den Eltern, denkt sie. Bei dem strengen, ab", '.'.rundehrlichcn Vater, bei der scclcnulctl, gebrechlichen, rcrsü' tcrtcn Muiter, die schon z'.vci Sölinc auf der See verloren hat, und deren einziges Glück ö!athrin ist. Oder vüv Wilhelm i:n meine Tcdc'.'.gst Noth ! Er könnte cö jetzt auch erfahre.., wie lieb ich ihn habe. Ach, er würde mich ja mit Lebensgefahr retten. h, lieber, lieber Gott, tilf mir doch! Habe ich denn etwas schweres verbrochen, daß Tu mich so lu'.rt strafst? Ich war trotzig und eigenwillig, aber doch fast immer nur gegen solche Menschen, die ich nicht leiden konnte; gegen andere doch nie. Und nun soll ich hier einsam und allein vcidcrben im weiten schaurigen Meer? Das Wasser steigt langsam, aber stetig, und jetzt spült die erste Welle über die Fclsplatte. Nach einer Weile leckt das Wasser an Kathrins Schuhen empor. Hier und da ncyt eine Welle ihren Klcidersaum. Das Mädchen hat alle Gcsangbuchliedcr, die es weiß, hergemurmelt. )!un spült das Wasser schon um Kathrlnö Füße. Am Himmel kommen dunkle Wolken dahcrgczogcn, und die See fängt an unruhig zu werden. Ein Sturm scheint im Anzug zu sein.' Die Wellen werden größer und höher und schmücken sich mit weißen Kämmen. Es rauscht und wegt und gurgelt unheimlich dicltt um sie herum. Verzweifelnd starrt Kathrin auf das fic wild umsluthcndc Wasser. Uebcrall, so weit lbr Auge reicht, dasselbe bcwegtc Bild nirgends ist ein Boot oder ein Schiff zu entdecken. Kathrin betet ein Vatcrunfcr nack dem anderen. Immer fester umklammert sie die Signalstang?, und immer höher spülen die Wögen an ihr hinauf. Da schlägt die erste Welle klatschend gegen ihren Nücken. Wenn sie die Stange nicht als Halt hätte, könnte sie dem Wasser schon längst keinen Widerstand mehr leisten. Immer krampfhafter klammern sich die erstarrten Finger um diese. Scheint es ihr doch, als ob die Wellen, die bis nach ihrem Hals hinausfprühcn, die langen Finger find, die der Tod nach seinem Opfer ausstreckt. Wie sie wohl zu Hause um mich trancin werden, murmclt sie vor sich hin. cd), und ich bin noch so jung und lebte so sehr, ach so sehr gern. Weber Gott, hast Du denn gar kein Erbarmen mit mir? Daist's möglich ficht sie ein Boot auf das Riff zu kommen! Der Uebergang von der tätlichsten Angst zur Hoffnung ist so jäh, daß ihr die hellen Freudenthränen über die Wangen strömön. Wer mag da kommen, um sie zu retten? Kathrin winkt, und der Schiffer thut ctn gleiches. Das Boot kommt näher und näher. Sie strengt ihre Augen auf's Aeußcrste an, um den Insassen zu erkennen. Doch, darf sie ihren Augen trauen? Ist es wirtlich Peter, der lästige Freier, den sie neulich mit höhnenden Worten abgewiesen hat, der da kommt, um ihr Hilfe zu bringen! Heute erscheint ihr der Mann wie ein rettender Engel. Aber weher weiß er, daß sie in Todcsnoth ist? Jetzt ist rr schon ziem lich nahe, und Kathrin hört ihn sagen: Ich sah vom Lande aus ein Boot dem Meere zutreiben. Ich dachte, das Boor sei leer und müßte hier landen. In dem Glauben, es gehöre Deinem Batcr, ruderte ich ihm nach. Wie merkwürdig. Dich hier zu finden! Jetzt kommt Dir der verschmähte Freier zum Netten wohl gerade recht?Gewiß," erwiderte Kathrin. Ich danke Gott so innig, wie man nur danken kann, daß Du kommst. Und ich sehe auch ein, daß es nicht recht von mir war, Dir neulich so cine unsreundliche Antwort gegeben zu haben," fügte sie hinzu, in dem Bestreben, ihr Unrecht gut zu machen, ehe sie einc Gefälligteit von Peter annahm. So, das siehst Tu ein? Daö ist ja nett von Dir," antwortete der Mann und hielt sein Boot in einiger Entfcrnung. Ja, aber so brinz' doch das Boot heran, damit ich hi: 'inkommen kann. Du siehst doch, wie ueit ich schon im Wasser bin." Der Mann sagte lächelnd: Für meine 'Braut ist Platz im Boot, für ein anderes Mädchen nicht." Mit weitgeöffneten Augen, starr, entsetzt, blickt Kathrin ihn an. Ist'S möglich? Hat so viel Schlechtigkeit und Tücke in einer Mcnschcnsecle Play? Ehe ich solch' Scheusal wie Dich hcirathc, ertrinke ich lieber," entschlüpfte es dem Munde des Mädchens unbedacht. Nach dieser Antwort könnte ich eigentlich nach Hause fahren!" Hohnlacht der Mann, aber die Fluth steigt noch höher, und mit ihr dürfte sich auch die Gesinnung Fräulein KathrinS ändern." .Und schämst Du Dich denn gar

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nicht, die Nothlage eines Menschen so auszunutzen? Bist Du nicht zu stolz, ein Mädchen, das Dich nicht mag, zur Frau haben zu wollen?" Bei jeder Anderen wär' ich's, bei i? nicht, denn Du mußt mein werden um jeden Preis," antwortete Peter. Schon um Dich quälen zu können für alle Zurückweisung, für allen Stolz, für alle Verachtung, die Du mir gezeigt hast. Ja. sieh mich mit Augen an, aus denen das Grauen spricht. Hättest Tu ein bisckien iebe für mich gehabt und mich erhört, ich hätte Dich auf Händen tragen und Dich halten wollen, wie noch keine Fischersfrau gehalten worden ist. Du weißt, ich kann's, denn ich habe Geld." Besser, arbeiten wie eine Magd und trockenes Brod essen an der Seite eines rechtschaffenen Mannes, als in Reichthum an der Seite eines Schurken leben," enlaegnete Kathrin. Ich habe Dich nie leiden mögen; schon als Kind ,habe ich Dich für einen schlechten Jungen gehalten, aber für so schlecht, wie Tu Dich heute zeigst nein, so kannst Du ja ganz unmöglich sein. Du thust wohl nur so, um mich zu ängstigen, und bist viel besser, als Du scheinst. Und nun, nimm mich doch endlich in Dein Boot, und Du sollst sehen, daß ich Tir zeitlebens dankbar sein werde." ?lls meine Frau?" Nein." Dann täuschest Du Dich; doch ich kann warten," sagte Peter. Mit fast irren Augen starrte Kathrin auf das Wasser. Da kommt eine besonders schwere Woge und rollt über ihren Kopf hinweg. DaS Mädchen richtet sich wieder empor. Hilf mir, lieber Gott, hilf mir! fleht sie in Todesangst. Aber kein Boot als das des Verhaßten ist zu sehen, weit und breit. Meine armen Eltern, meine arme Mutter, stöhnt Kathrin leise. Und mit einem Mal ist eS ihr, als riefe die Mutter ihr zu: Laß Dich retten, Kathrin, mir zu Liebe. Ich bitte Dich nicht mehr, Peter zu nehmen, weil er reich ist, nur weil ich eS nicht überleben würde, mein drittes, letztes Kind zu verlieren. Wieder tönt die Stimme des Mannes zu Kathrin hinüber : Willst Du einsteigen?" Abermals rauscht eine mächtige Woge daher, und nit ihr kommt die entsetzlichste Todesangst über sie. Als die Welle vorübergerauscht ist und Kathrin verzweifelt nach Athem ringt, nickt sie der Richtung zu, aus der die Stimme kam. Dann schwöre mir bei Gott, dem Allmächtigen, daß Du mich heirathen und keinem Menschen je sagen willst, was jetzt zwischen uns vorgegangen." Kathrin zögerte. Da kam wieder eine Woge. Als sie vorübergerollt war, sagte Kathrin mit müder Stimme: .Ja." So, nun will ich Dir helfen," sagte Peter. Er band sein Boot, das wie eine Nutzschale auf den Wellen tanzte, an die Signalstange fest und hals Kathrin in das Boot zu gelangen. Halb betäubt, starrte das Mädchen vor sich hin. Das Gefühl, der entsetzlichsten Todesangst entronnen zn sein, hatte ihr wohl für die ersten Augenblicke Erleichterung verschafft ; nun aber fiel es ihr mit Eentnerschwere aus die Seele, um welchen Preis sie sich ihr Leben erkaust hatte, und sie wünschte, sie hätte Kraft gehabt, den grausigen Todeskampf zu bestehen. Denn wie Viel besser wäre eö, todt da unten zu liegen, als solchem Leben entgegenzugehen. Und etwas, das sie nie gekannt, Ekel und Abscheu vor sich selbst, ergriffen sie. In der Schule hatte sie den Lehrer einst von den ersten Christen erzählen hören. Sie halte den Opfermuth der Märtyrer und Märtyrerinnen als etwas selbstverständliches hingenommen, denn ein stark entwickeltes Selbst gesühl ließ sie schwer zur Bewunderung anderer kommen. Aber heute begriff sie zum ersten Mal daö Heldenthum der Gläubigen. Heute suhlte sie sich auch zum ersten Mal in ihrem Leben klein, jammervoll klein. Ein tiefe Stöhnen entrang sich Kathrinö Mund. Finster blickte der Mann auf

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stnubfrcicn daö Mädchen, aber keins von beiden sprach ein Wort. Längst hatten sich im Westen dunkle Wolken vor die Sonne gethürmt, die See sing an hohl zu rollen, und Peter sagte: Gut, daß wir bald zu Haufe find, wir bekommen schweres Wetter." Was galt Kathrin daö Wetter! Bon dem geliebten Manne mußte sie lassen, dem Verhaßt ten folgen und sich selbst zum Ekel leben. Sie barg das Gesicht in den Händen, aber Thränen fand sie nicht. Jetzt war das Boot vor dem kleinen Steg angekommen, den die Inselbewohner in die See gebaut hatten. Kathrin und Peter stiegen an'S Land. Schweigend blieb der Mann 'an des Mädchens Seite und schritt ihrer elterlichen Behausung zu. ES war fast finster geworden, als die Beiden dort anlangten. KathrinS Mutter ging mühsam, auf einen Stock gestützt, umher, um ihren Mann zu bedienen. Das ungewöhnlich lange Ausbleiben der Tochter hatte ihr schwere Sorge gemacht. Nicht so Kathrins Vater. Er aß mit sichtlichem Behagen und schalt dazwischen auf die Tochter, wo in aller Welt das Mädchen so lange bleiben könne. Da traten Kathrin und Peter in'S Zimmer. ?lls der Alte anfing zu schelten, unterbrach ihn Peter: Laßt'S gut sein, Olafsen, ich habe mich eben mit Eurer Kathrin versprachen." Der Alte legte fein Messer ans der Hand und machte ein ungläubiges, cx staunteS Gesicht. Ihr spaßt wohl, Peter ; seit wann könnte Euch denn meine Kathrin leiden? Ein Mädchen, wie die kriegen Eure blanken Thaler doch nicht herum," meinte er. Fragt Kathrin selbst, wenn Ihr mir'S nicht glauben wollt," antwortete Peter. Sprich!" forderte der Vater das Mädchen auf. Ich bin feine Braut, Vater, - sagte Kathrin tonlos. Scheinst nicht sehr vergnügt zu sein," brummte Olaffen, dem das Wohl seines Kindes doch am Herzen lag. Hätte nicht gedacht, daß Du so leicht anderen Sinnes werden wolltest;' glaubte immer ein Anderer " Gebt Ihr uns Euere Einwilligung, Olafsen?" unterbrach Peter den Sprechenden. Ihr habt ja Hau und Hof und einen unbescholtenen Namen. Wenn mein Kind Euch will, hätt' ich keinen Grund, nein zu sagen," meinte der Vater und legte Kathrins und Peters Hände ineinander. . Dabei streifte seine Hand KathrinS Nock, (Schluß folgt.) Der dritte Th e i l d e s Areals von Japan besteht aus Wäldern, während die Chinesen die ihrigen fast gänzlich vernichtet haben. KßnropäischeS t$rtmtt& Wfjym. , 0sr Wechsel Credttüriese. Postanweisungen, auf alle Städte Europas. Schrffsscheine von und nach Europa. Cto nnd Verkauf ausländ! schen Geldes.

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