Indiana Tribüne, Volume 30, Number 144, Indianapolis, Marion County, 9 February 1907 — Page 7

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Banditen im Frack. Kriminalroman, nach Emil Gaboriau.

lNortsetzunz.) o orenz war auervlngs anderer Meinung. Er hatte in vornehmen Hausern gedient, bei dem Grafen Commorin. beim Marquis d'Arlange, und er flüsterte mir ir.'s Ohr, es sei nickt Alles Gob was glänzte; Alle, was ich da sehe, sei nur Blendwerk. Fünf Minuten später trat mein? Sckwcster. in ein spitzcnbesetztcs Mo gcnkleid gehüllt, ein. Sie war hoch, erfreut, uns zu sehen, umarmte un und künte mich, meinen Gatten und die Kinder. Tic Kinder setzten sie in Erstaunen. Tu hast schon drei Liin der?" fragte sie. Und ich mußte nichts davon?" Adele hatte viele traurige Erinne. rungen an ibre Kindheit aus dem Va terbause mitgenommen und erging sich nun in Wehklagen und Schmähungen über unsere ganze Familie, über die Brüder, die Schwestern, den Vater, den sie einen Trunkeubold nannle. ganz besonders aber über unsere Min ter. die sie unaussprecl'lich hante. Ter Eintritt einer Dienerin, welche meldete, dar. das frühstück bereit kx. machte gerade noch ,'ur reckten Zeit der unangenehmen Unterhaltung ein Ende. Ter Speisesaal schien mir ncü prachtvoller eingerichtet zu sein als der Salon. Adele oder wie sie je;-: Iiiesz: Flora hatte uns ein köstliche-? Mahl bereiten lassen, sei es nun au? Liebe zu uns, um uns eine Freude zu macken. oder aus Eitelkeit, um uns zu blenden. Ich fühlte mich nicht recht bebag. lich: ich sah die Falten ans der Stirn meines Gatten und bemerkte, das; er sich mühsam zwang, rubig zu bleiben Meine Schwester nöthigte ihn in. deüen nna blässig zum trinken. ,.z trinken Sie dock. Schwager! Schmeckt Ihnen mein Wein nicht? Sie trinken ja gar nicht." Er trank leider nur zu viel, und ich rmrdc besorgt, als ich seift, wie seine Augen zu glänzen begannen. Nimm Tick in Acht!" flüsterte ich ibm zu; der Wein könnte Tir schlecht bekommen." Vergebene Mühe! Um zwei Uhr safzen wir noch be! Tische, un) tnein jüngstes Kind war schon eingeschlafen, als man unter einer silbernen Glocke noch irgend ein Gericht auftrug. Wie! Noch etwas?" rief mein Gat te. Tann fah er meine Schwester scharf an. ..Wissen Sie." sagte er. dar, Sie sehr reich sein müssen, um sich solche Ausgaben gestatten zu kön nen!" ..Ich babe in der That Geld," er widerte sie leichthin. Man bezahlt Sie also sehr gut beim Tbeater?" Meine Schwester lachte laut auf. ..Sebr gut!" rief sie: ..man zahlt mir monatlich fünfnnddreisig Francs, und mirndem werden mir meine 5?oftüm? geliefert." ?!ach der wüthenden Geberde, welche mein Mann machte, glaubte ick. das; er den Tisch umwerfen wolle. Er berubigte sich jedoch und sagte nur mit einem w:therfüllten Vlies auf meine Schuster : ..Schwägerin, ich glaube, das'. Sie ein sehr gewandtes Mädchen sind." Vergebens winkte ich ihm. vergr lens fliest ich ihn unter dem Tisch mi! deni Fuß; es nützte Alles uichts: cr führte Redensarten, das; ich ganz Maß wurde. Plötzlich wurde die Thür des Spo stsaales aufgerissen, und ein grostcr. schlanker err trat ein, den Hut auf dem Kopfe, die Eigarre im Mnnde. Er würdigte uns keines Blickes. grüf' ie nicht und sagte nur mit einem är gerlichen Vlick ans meine Schwester .'.Wie? Noch nicht angekleioct?" Nein!" erwiderte Flora. Was haben Sie denn den ganzen Morgen getlian?" Sie sehen es ja. Viktor: ich habe mit meinen Verwandten gefrühstückt. Nie werde ich den Blick vergessen mit deui der Mann uns maß. Sehr schön!" sagt? er: aber jetzt müssen Sie sich ankleiden! Mein Wagen warte: vor dem Hause." Nun. dann schicken Sie ihn fort! Am besten ist es, Sie selbst gehen, denn Sie langweilen mich!" Was soll das?" brauste cr auf: toa3 in das wieder für eine Laune?" Er ergriff ,nine Semester und gle sie trotz ihres Strüudmz ln Nebenzimmer. ir blieben allein zurück. I) hatte meiner Schwester zu Hül len wollen, aber mein ctmd war cht und begann zu weinen. rcnz hatte sich erhoben. Er war nblak, seine Augen traten fast den Hohlen; ich glaubte, er wolle Manne nachstürzen. Es war ein etlicher Anblick. ircnz besaß eine herkulische 5rraft. abe gesehen, wie er ein Hufeisen ;er Hand zerbrach, und wenn ihm Llut zu Kopfe stieg, war er nicht alten. a hörten wir au5 dem Nebenzim ein Geräusch wie von zerbroche Geschirr, Stampfen und Schlä und den gellenden Ruf: Zu Hül uSülfe!" ch! Nim ist's genug!- rief mein

Mann: warte. Tu Lump, ten rora Tir helfen!" Er wollte in das Nebenzimmer eindringen, aber mir wurdt

es möglich, mich rechtzettig znniajen ihn und die Thür zu werfen. Dies verbütetc ein großes Unglück, denn tt V i i C iYVI C 1 Halle oen iffann, oer orinnen muue Schwester mißhandelte, erwürgt. ..Steh' auf!" rief Lorenz, und komm schnell fort! Nimm die Kindtt, sonst stcbe ich nicht für mich!" Wir kamen auf die Straße, und er ging schweigend neben mir her. Erst auf dem äußeren Boulevard hinter der Barriere von Clichy, in einer Gegend, wo kein Mensch in der Näbe war. blieb er stehen: er kreuzte die Arme über die Brust, sah nuch scharf an und sagte nichts als: ..Nun?" Ich begann zu weineil. Da schüttelte cr traurig daS Haupt und sagte iu einem Ton, welcher einen Stein hätte rühren können: Laß es gut sein, arnie Julie! Ich habe nichts gegen Tich, lind wenn ich Tir jemals wegen Seiner Familie unfreundlich begegnete, so war es unrecht von mir. lann i!ott nur oanren, oas " mir zur Frau gegeben hat." Ich fiel ihm fchlnchzcnd um den Halo lind küßte ihn. Schwöre mir aber," fuhr er fort, daß Tu die Schwelle Deiner Schwe ster nie mehr überschreiten und keinen Versuch machen willst, sie wiederzuscheu!" Ich schwor es. Und nun," sagte er. wollen wir nicht mehr davon sprechen." Tie Stimme der Frau Eorncvin verrieth, daß sie erschöpft fei. aber trotzdem wollte sie der Aufforderung der Generalin, ein wenig auszuruhen, nicht Folge leisten und fuhr fort: Ich war entschlossen, mein Versprechen zu halten, aber ich konnte nicht ahnen, daß meine Schwester mich aussuchen würde. Sie kam schon am nächsten Morgen, in großer Toilette, die Ta schen voll Vonbons für die Kinder. Kaum hatte sie sich niedergelassen, )o begann sie mir die Scene vom vorigen Toge zu erklären, indem sie versuchte, dieselbe als einen Scherz darzustellen. i Sie merkte aber an meinen Mienen, das; ich ihr nicht glanbte, und verzich ete darauf, mir die Wahrheit zu vcr bergen. zit sing an zu weinen, lag te. oaß ich Recht habe, daß sie da im glücklichste aller Geschöpfe sei. Ich theilte ihr mit, daß mem Mann von mir verlangt habe, ich solle sie nicht wiedersehen, und dachte, sie wur de darüber empört sein, doch nichts dergleichen! Sie ließ den Kopr auf die Brust sinken und sagte: ,Jch kann nicht lagen,daß crttnrccht hat: lch suh le. daß ich an seiner Stelle ebenso gerndeln würde.' Nichtsdestoweniger be r r.i- r- t t.rw v I -f. ra niaic ue ntiaj vaio vaiau autrnrnuy. Als ich dies Lorenz mittheilte, sag te er: .Ich kann nicht verlangen, daß Tu Teiner Schwester die Thur wet sest, bitte sie aber, rn einem weniger auffallenden Anzug zu kommen. Tas that sie auch und kam nun häufig zu mir, um zuweilen den gan zen Nachmittag dazubleiben. Adels ist kein schlechtes Mädchen: sie hat ein gutes Herz, und die erste Regung des selben ist gewiß stets eine gute, aber sie ist ungemein schwach, und gute Vorsätze sind bei ihr nicht von laiiger Taner. Ich wunderte mich daher gar nicht, als vor einem Jahre plöb lich eine Aenderung in ihrem ganze:, Wesen eintrat. Sie sprach sehr ge heimnißvoll von irgeud einem wicht ! gen ureigmn; anstatt nen wie M5yer in Schmähungen gegen jenen Mann, gegen Viktor, zu ergeben, konnte sie ihn jetzt nicht genug loben. Auch für mich war dies ein Gluck, denn sie er zählte jenem Manne von uns, und er verschaffte lorenz einen besseren Po sten. ,Tanach', so sagte sie, ,kannj! Ttl Tir denken, was ich für meine Schwester thun werde, wenn der rich tige Augenbilck gekommen sein wird.' Flora sprach davon mit solcher Zn verficht, daß ich es schließlich meinem Mann nicht länger verkeunlicken mochte: er brauste aber sofort auf uns erklärte, ich sei ebenso dumm wie mei ne Schwester, wenn ich allen leeren Versprechungen glaubte, übrigens würde er eine solche Protektion nie annehmen Als ich dies Flora mittheilte, sagte sie: .Andere Leute sind nicht so stolz wie Ihr; ich kenne sehr reiche und angesehene Personen, die sich jetzt um Niktor's Freundschaft bewerben.' Die Aeußerung meines Mannes hatte jedoch zur Folge, daß das Inte resse meiner Schwester für uns erkal tttt: sie besuchte uns fortan seltener. Ich hatte sie schon drei Monate nicht gesehen, als daS Unglück über mach kam. Ohne die Frau Generalm hät te ich nie daran gedacht, bei meiner Schwester Hülfe zu suchen. Wie konnte ich auch vermuthen, daß Viktor und Herr von Combel ein und dieselbe Perwn seien! Und doch ist es so ! Ich habe mich vor dem Hause des Herrn von Eombel auf die La.-,r gelegt, ha be ihn gesehen und Viktor wiederer konnt. Die Frau Gmeralin glaubte. dak unö dies nützlich sein könne, UN) von ihr unterrichtet, was ich thun sollte, suchte ich meine Schwester auf. Es war am Sonnabend, um acht Uhr AbenöS. Flora wohnt nich: mehr in der Rue Doual. Dre Woh nung ,die mich einst so sehr geblendet hatte, war Uzr jetzt zu ärmlich erschie nen, und sie hatte eine großeWohnuiig aus dem Boulevard der Kapuziner ge mietbet. Man wieö mich nach der I Hintertreppe, und ein Diener in präch. I r mit .1. ! rn.li !JL j aer Livree öffnete mk. Nachdeni ick

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j- j ihm erklärt, daß ich mit Madame iera Misri zu sprechen wünsche, erwi derte sie: .Tas ist unmöglich! ir haben heute Gäste zu Tisch.' ich Mich nicht abweisen lien, wurde er un geduldig und wurde mich wahrscheinlich zur Thür hinarusgestohen dabcn. wenn nicht gerade iin rechten Augen blick meine Schwester im Korridor er schienen wäre. .Wie?' rief Adele. .Tu bist Was gibt es denn?' Nasch theilte ich ihr das llnglu.k mit, das mich getroffen hatte, hütete mich aber, auch nur mit einem Wort deö Generals Tclorge Erwohnung zu thun. ,Tas ist ja entsetzlich! rief ;ie; xo' renz spurlos verschwunden ! Was sollst Tu denn nun beginnen, gaüz allein, mit fünf Kindern! Tcch iieiii.' fuhr sie lebhaft sort, .ich dulde nicht, dah man sich an den Menagen vcrgreift! Warte hier einen Augeii blick!' Sie entfernte sich rasch, ich hör te Thüreu öffnen und schlicheii un) aus einem Zimmer gedämpfte 'tun men. Gleich darauf kam Flora freuds strahlend zurück. .Es ist alles rn Ordnung sagte sie; .Viktor wird sich Teiner Llngelegenheit aiinebmeii: sa ge aber Lorenz, er solle sich lunttig nicht in Sachen mischen, die ihn nichts angehen! In freudiger Ettvartung sah ich dem nächsten Morgen entgegen, aber ach. er sollte mir eine bittere Enttäu schling bringen. Als ich zu meine: Schwester kam, fand ich sie völlig ver ändert; sie war sichtlich verwirr:. ..Mciiie arme Julie", begann sie. ich habe Tich gestern getäuscht, ohne es zu wollen, da ich selbst getäuscht woi den bin. Man weiß nicht, was aus Teinem Gatten geworden ist; die Po lizci ht vergebens Alles aufgeboten, um ihn zu finden." Sie bot mir Geld, aber ich wies es zurück. Es kam mir vor, als wäre es der BlutprciZ für das Leben oder die Freiheit mei es Gatten. Ich verlies; meine Schwe ster, da ich einsah, dajz ich von ihr nichts zu hoffen habe, aber gleichzeitig überzeugt, dafe mein Mann nicht todt ist und ich ih,i wiedersehen werde." Als Frau Julie Eorncvin ilire Er zäblung beendet hatte, erhob sich die Generaliu. Nun?" fragte sie. ihn: Blicke von Herrn Robert zu Herrn Tu rand schweifen lassend. Ter Advokat schüttelte den Kopf. Bei dem ersten Besuch der Zrau Eor n.vltt vei ,lora Mlöri, lernte cr. hatte noch leine Verabredung zwl scheu ihr und Herrn von Eombel statt gefnndeii. Tahcr Flora's Uebcrra fchung und ihre Antwort; am folgen den Tage hatten sie sich bereits ver ständigt. Aus Alledem ergiebt sich aber mit zweifelloser Gewißheit, dasz Lorenz Eorncvin noch lebt!" Tas war auch mein erster Gcdan ke," erklärte die Generalin. Wenn er noch lebt," fuhr der Ad dokat fort, so ist er irgendwo gefan gen, und man wird ihn finden! Frau Eorncvin wird es schon gelingen, von ihrer Schwester mehr über das Schick sal ihres Mannes zu erfahren; sis darf jetzt ihre Verbindung mit Flora Misri nicht aufgeben." Julie versprach, -ihr Möglichstes zu thun; auch Herr Durand gelobte, nicht eher zu ruhen, biö er den Vermißten aufgefunden. Der Advokat entfernte sich. In sei ner Wohnung angekommen, fand einen Brief bor, auf dessen Adresse er sofort die Handschrift seines Freundes, deö Architekten, erkannte. Derselbe schrieb ihm: , Lieber Freund! Wenn Du nach Empfang dieseZ Briefes denselben zum Staatsanwalt tragen willst, wird er sich beeilen, einen LerhaftZbefchl gegen mich zu trlassen; ich werde' verhaftet, vor Ge richt gestellt und zu fünf Jahren Ge 1 sängin'h verurtheilt werden, wenn es mir nicht gelingt, m'S Ausland zu ent stieben. I crttt .ülke einer alläzuna ist es

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2E i ; iifi i -2."" in JiiiT r mir nämlich gelungen. Deinen Ban kier zu bestimmen, alle Staatspapicre zu verkaufen, die Tu ihm anvertraut hattest, und das Geld dafür mir zu überleben, wodurch ich in den Besig von himdertachtzchntauscnd ncunhun gerteinunddrcißig Francs kam. DieS ist ein arger Mißbrauch Tei lies Vertrauens; aber ich konnte ncht anders handeln: es bot sich eine G leaenheit, eine halbe Million in vier zehn Tagen ohne alles Risiko zu ge winnen, und dieser Versuchung konnte ich nicht widerstehen. Tu sollst nicbt-Z verlieren; in vierzehn Tagen erbälst Tu Dein Kapital liebst Grwrnnau. theil wenn Du klug genug bist, zu schweigen. Vcröale. Herr Robert sank auf einen Stuhl. Oh, der Clende!" rief er; ich bin ruinirt! Ich will zu ihm: vielleicht gelingt es mir noch, ihm den Raub abzujagen." In nicht geringer Aufregung fuhr der Advokat zu dem Architekten ; er fand ihn jedoch nicht zu Haue d?r Hauswirth theilte ihm mit, das; Herr Vcrdale verreist sei. Wann ist er abgercft?" fragte der Advokat. Vor zwei Stunden." Für lange Zeit?" Ter Hauöwirth hatte den Advoka ten mit prüfenden Blicken betrachtet. Sind Sie ein Freund des Herrn Ver dale?- fragte er. Gewiß ! erwiderte der Advokat mit einem Anslug bitterer Ironie; einer seiner besten Fruude!" Als Herr Verdate in den Wagen stieg, um zum Bahnhof zu fahren," berichtete der Hauswirth, sagte er. daß heute Abend einer seiner Freunde kommen und sehr aufgeregt nach ihm fragen werde." So wenig Herr Robert zum Lachen gestimmt war, konnte cr doch nicht umhin, iiber diese Vorausficht seines Freundes hell aufzulack)en. Ich bin dieser Freund," sagte cr, und ich kann Sie aus mein Wort versichcni, das; mich dies Alles sehr unangenehm bc rührt." Der Hauswirth verneigte sich. Wenn dem so ist," sagte cr, kann in mich meines Auftrages entledigen. Sie werden", so sagte Herr Verdate zil mir, dem Herrn sagen, er soll.' mich nicht voreilig veurtheilen und ru hig warten, ohne sich zu beunruhigen; auf jeden Fall komme ich in vierzehn Tagen zurück"." Er verstummte plötzlich, da cr die Augen dcS Advokaten durchbohrend auf sich gerichtet sah. Sie sehen mich so seltsam an," meinte er. Ein Verdacht tvar iit Herrn Robert rcgc geworden. Ich sehe Sie scharf au," sagte cr, weil ich überzeugt bin, daß Sie mich hintergehen." Oh!" Mein Verdacht wird zur Gewis; hcit; Herr Verdale ist nicht verreist, cr befindet sich hier." Ter Hauswirth erhob die Hände, als ob er Gott zum Zeugen anrufen wollte. Herr Verdale ist abgereist," rief er; ich schwöre Ihnen ' Schwören Sie nicht! Sie würden einen Meineid begehen!" Wenn Sie mir nicht glauben wol len, werde ich Sie in Herrn Verdale's Zimmer fübrcn; Sie können sich dorr überzeugen, daß es leer ist: mein? Frau hat sogar die Bettüberzüge en! fernt." ! Die letzte Bemerkung war unge schickt, denn wer zu viel zu beweisen sucht, beweist nichts. Herr Roberts zog seine Briestafchi? hervor. Seien Sie so gut," sagte er, und halten Sie mich nicht für so dumm, dies zu glauben: wenn Herr Verdale sich noch in Ihrem Hause bo findet, hat er jedenfalls ein anderes Zimmer bezogen; führen Sie mich zu ihm, und ich gebe Ihnen hier diese taufend Francs." In den Augen de5 Wirths leuchtete eS auf; feine Hand zuckte nach der Banknote, aber er blieb doch fest. Ich habe die Wahrheit gesagt," erwiderte

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verursacht mehr Unannehmlichkeiten als nur Schmerz und Krankheit für Euch selbst. Wenn Ihr derselben einen Halt gestattet, dann führt sie zu bekümmerten und unzufriedenen Freunden und Verwandten, kranken, schlecht entwickelten Kindern, einem verkürz ten Leben für Euch und Eure Familie. Aus Gerechtigkeit gegen Euch selbst und Eure Kinder solltet Ihr Eure Gesundheit aufbauen, den Schwächezustand, der sich durch Eure sich wiederholenden Schmerzen, Schwindelanfälle, Periodische ' Unannehmlichkeiten etc. äußert, vertreiben und

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gebrauchn:, welcher diesen Schmerz und dieses Elend verhüten. Eure Lebenskraft erhöhen. Eure Unregelmäßigkeiten regulircn und Euch Kraft g eben wird, wo Ihr sie am meisten bedürst. Ehe ich Cardui gebrauchte," schreibt Eva Robinson v on Farris. I. T.. wog ich genau 96 Psund. Ich war schwach, nervös und litt an periodischen Schmerzen und Schlaflosigkeit. Seit ich fünf Flaschen Eardui gebraucht habe, hat sich mein Zustand bedeutend gebessert. Ich fühle mich wie ein neues Wesen und wiege 109 Pfun'd." In erfol greichcn Gebrauch, seit über einem halben Jahrhundert, als spezifisches Heilmittel gegen Frauenleiden, hat Eardui in dieser Zeit über einer Million Frauen Linderung verschafft oder sie kurirt. Probirt ihn. In allen Äjiollscken in Sl.W-Mschen zu liaöen.

er in traurigem Ton; Herr Veroaie ist verreist und kommt erst in vierzehn Tagen zurück; aber er kommt gewi-z zurück!" Es wäre unnütz gewesen, läiiger in den Mann zu dringen. Herr Noberr zog sich daher zurück, überzeugt, das; der Architekt im Hause verborgen sei. Es gab ein unfehlbares Mittel, sic? dariibcr Gewißheit zu verschaffen: cr brauchte nur die Polizei in Kenntnis zu setzen, und eine Haussuchung wäre sofort angeordnet worden. Wäre dies aber klug gewesen? Ich darf nich! voreilig handeln," sagte cr sich. Ter geringste falsche Schritt kann die letzte geringe Wahrscheinlichkeit vernichten. mein Geld wiederzuerlangen: ich will die vierzehn Tage warten, erhalte ich aber alsdann keine befriedigende 9!ach richt, so hetze ich die Polizei aus seine Fährte." Neuntes Kapitel. Turch den Tod ihres Gatten waren die Einnahmen der Geralin Tclorge wesentlich verringert, dabei halte sie sich verpflichtet, der Frau Eorueviu jährlich zwclfhimdert Francs zu zai len; sie hatte sür die Erziehung ihre Sohncö und des jungen Cornevin zu sorgen und wollte, das; ihnen die beste Ausbildung zu Theil werde, was mit jedem Jahr größere Ausgaben ver Ursachen mußte; in wenigen Jahren kamen noch die Kosten der Erziehung ihres Töchterchens hinzu. Zu Alledem hatte sie noch sür den alten Kraus; zu sorgen, denn den treu ergebenen Tie ner zu entlassen, dazu vermochte sie sich nicht zu entschließen. Tie Gcneralin war entschlossen, u ren Haushalt uach Möglichkcit cinzu schränken; sie wollte auch die kostspieli. ge Villa aufgeben und eine bescheidene Wohnung beziehen. Herr Turand, der die Entschlüsse der Generalln vollständig billigte, er klärte sich bereit, sür sie eine kleiner! Wohnung in der Stadt zu suchen, und begab sich deshalb gleich am nächsten Morgen auf die Wanderschaft. Er fand in der Nue Vlanche eine beschei dcne Wohnung; die Generalin bcsich tiatc dieselbe, sie aefiel ilir. und da !i. leer stand, beschloß sie, sofort cinzu ziehen. Währen) Madame Telorge mit den Vorbereitungen zur llcbersiedelung be fchäftigt war, stürzte Krauß plötzlich leichenblaß und aufgeregt in das Zim mer, in dem sie sich befand, und stieß hervor: Einer der Mörder meines Generals ist unten er sieht im Vor saal er will mit Madame sprechen und hat mir seine Karte gegeben!" Auf der Karte, welche er der Gene ralin reichte, stand: Graf von Musst?." Tie Generalin erbleichte, als sie den Namen las. Was konnte dieser Mann von ihr wollen? Sie faßte sich jedoch rasch und sagte mit gepreßter Stirn me: ..Führen Sie ihn herauf! Ich er warte ihn." Nach wenigen Minuten trat der Graf, gefolgt von Krauß, ein. Er verneigte sich tief vor der Generalin und begann dann: Mein Besuch über rascht Sie, Madame?" Gar sehr!" fiel ihm die Generalin in's Wort. Er veriieigte sich noch tiefer als das erste Mal und trat ctwaö näher. Hof fentlich entschuldigen Sie meinen Be such," sagte er, Nachdem ich Ihnen die Veranlassung desselben auseinander gesetzt haben werde." Sprechen Sie!" erwiderte die Ge neralin, ohne dcni Eingetretenen auch nur einen Ctlihl anzubieten. Sie behandeln mich als einen Feind", begann der Graf in vollkom men ruhigem Ton. und dies über rascht mich nicht; ich'kann die Schwere deö Schlages ermessen, der Sie getrof fen hat. ich, der Herrn Telorge so genau kannte, seinen Muth, sein edleZ Herz " Und deshalb mußte er Wohl meilchlings ermordet werden? frag te die Generalin. (Kortsetzuna folgt.)

TTT? vvn , jtni'.fM n mit 90 MÄ Misse für Frauenleiden Der Teutsche Tag in Posen. Ueber den cilidruckSvollen Deut schen Tag, der am 6. Januar in Po sen als (Segenkundgebung gegen den dort anl 17. Tezember abgehaltenen Polentag veranstaltet wurde, erstatte ten lvir s. Z. einen telegraphischen Be richt. Jetzt liegen die Sieden ini Wort laut vor. Tie beiden Hauptredner deS Tages waren der'Posener Professor Tr. Heer und der Akadeiiiieprofcssor Tr. Hötzsch-Posen. Ter crstg?naniite Herr, der Ver fasser der bekannten Broschüre über die Verwaltungssprache in der Ost mark, suhrtc aus, der gegenwärtige Schillstrcik unterscheide sich von den früheren polnischeii Revolutionen nur insofern, als die Kampfmittel andere seien, insofern man heute mit Ruck sicht auf die Militärgewalt nicht mehr mit Stangen und mit Sensen bcwasf nct in dcn Kamps zu ziehen bereit sei. Ticscr Strcik aber hat zur Folge gehabt, daß der schlafende deutsche Michel auf einmal envacht sei und denPolen siegesbewußt entgegentrete. Turch das Vorgehen der polnischen Nationalliga in Napperöwyl und durch das Eintreten des Obersten Mielkiesav in Zürich wurde derSchul streik in Posen inszcnirt. Die deutschen Polen hätten sich an den russischen Polen ein Beispiel genommen, denn diese hatten nach Beendigung des russisch-japanischen Krieges gleichfalls einen Schulstreik hcrausbcschworen. um ihre Autonomie bei der russischen Negieruug durchzusetzen. Tie polni schc Demonstrationsversammlung vom 17. Dezember bedeutet für das ganze Tcutschthum einen Schlag ins Gesicht. Wenn die deutsche Regierung den Schulstrcik unterdrücken wolle, dann dürse sie nicht nachgeben, son dern müsse die Zügel sester anziehen. (Allgemeiner stürmischer Beifall.) Tann crgriss der Posener Aka demieprofessor Tr. Hötzsch das Wort. Er führte etwa aus: Ein eigenartiges Bild biete sich denjenigen Herren, die frcnid nach Posen kamen. Junge, zarte Kinderseelen werden durch ge werbsmäßigc Agitatoren und eine hinterlistige Presse zur offenen Auf lcbnung gegen ihre Erzieher, gegen die Lehrer aufgefordert. Bisher hat man wohl nur gehört, daß der Streik im gewerkschaftlichcnLeben eine Rolle spiele, jctzt hörcn Sie, daß auch die Schulkinder in der frühesten 'Jugend dazu grcifcn, um damit einen Truck auf die Regierung auszuüben. Dieser Schulftrelk ist gleichsam eine polni'che agitatorische Welle, die sich über die ganze Ostmark ausbreitet. (Lebhafte Zustimmung.) Redner ging dann auf die Verhältnisse in RussischPolen ein, vor allem aber auf die polnische Protestversammlung im Dezember des vergangenen Jahres und hob her vor, daß die größten Agitatoren und die schärfsten Redner polnische Prie ster gewesen seien, wie die Prälaten Sknchek und Laubitz. Wir leben," fubr er fort, in einem deutschen Lan de, auf deutschem Grund und Vodcn und wollen eine deutsche Schule ba ben. Alle Achtung vor dem Gefühl der Polen vor der Muttersprache, aber wir dürfen uns nicht durch Scntimcn talitäten in diesen ernsten Zeiten be irren lassen. Hier komincn andere nationale Interessen in Frage." ltürmischcr Beifall.) Der Redner ging dann weiter auf die Kultur der Polen ein und hob hervor, daß der polnische Adel seinerzeit das polnische Nei6i für elende 30 Silbcrlinge an dieTbeilungsmächte verschachert habe; jetzt wolle der Adel so thun, als ob das Vaterland ihnen heilig sei. als ob es il)nen das Höchste wäre. Lebhafte Zustimmung.) Zum Schluß ruft der Redner die Tonischen zu den Waffen, zum Kamvf gegen die polnischc Anmaßung. (Lebhafter Beifall.) Als die beste Bibel, k e n n e r i n in d:r Welt gilt Frau Agnes Lewiö in Enqland.

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