Indiana Tribüne, Volume 30, Number 144, Indianapolis, Marion County, 9 February 1907 — Page 4
Jttdtana Tribüne, S Februar . 1907
3tthtrtttrt fTrtTmftf von Trinkgeldern gesetzt wird. GesetzUOIUUU iliWUiiU ten Falls ein solches Gesetz wäre wirk.
Vnaulztglb d dn g T. Indianapolis, Ind. gariy O. Thudiu yrafident. w i m I ' t JU a f m 1 f . 1 c:ax tfvTAAro 4W, WA WW ASVVVMV bl.Uf'llVSl'VL. DV Krtarcd ml tA Pott Office ot Indianapolis tcond dtti matter. Spnial'Korrespondenz Von Philip Rappaport. Washington, D. C., 6. Febr. (Fortsetzung ) In vorzüglicher Rede setzte Herr 'Ray ner auseinander, wie die Einteilung der öffentlichen Gewalt in drei von ein ander völlig unabhüngigeAbtheilungen, die executive, die richterliche und die ge setzgeberische Gewalt, die Grundlage unserer Regierungsform bilde, wie aber der gegenwärtige Prüftdeut sich snge maßt habe, in die Funktionen der anderen Gewalten einuarelfen und damit das Fundament unserer Regierung form zu erschüttern. Herr Rayner erläuterte seine An schuldigung an einer ganzen Reihe von Beisvielen. Er führte den Vertrag mit bet Pinsel Ct. Dominao an. das Eingreifen des Präsenten in die Un tersuchung gegen Admiral Schley(Rayner war Anwalt des Admirals), feine Kritik der Entscheidung deS Richters vumvhrev in dem Prozesse gegen die lettckvervacker. feine Art den Conarek zu gewisser Gesetzgebung zu zwingen u. s. w. T.tr &tnaior htitmie sckark die Ke. fahr, welche aus dem Mißbrauch der AnftellungSgewalt Seitens deZ Prüftdenten aurn Zwecke der Beeinflussuna der Gesetzgebung drohe und meinte eS würe nicht beabsichtigt durch die Wer faffung den Präsident mit monarchi fchen Gewalten auszurüsten. ES ist natürlich nicht die geringste AuSSt kür Annabme der Resolution vorhanden und eS bleibe dahingestellt. ,5.. rc;fi.jrt tmm n UV Clli VtMIUtl ItVIIt V. teimanöver iS. oder niüt. aber eS würe salsS. stetalS bedeutunaSloZ ,u betraü. jfn In administrativen Kreisen besteh die ernste Anschauung, daß eS noth, wendia sei. die fföderationaewalt au-. zudehnen. wobei sowohl der BundeSgesetzgedung wie der Erecutive ein größes Kebiet der Tbätiakeit einaeräumt gde. k?t.iats,kretSr Root nai hie Notb. wendiakeit dafür kürUiü offen betont und auch der Präsident stimmt ihm darinde!. Und Unrecht kann man ibnen eigentlich nicht geben. Denn die Wirth. söastliSen Verbältnisse baben sich in einer Weile entwickelt, welcker die Ein. lstaaten machtlos gegenüber stehen, Nur einheitlichekgleichmäßige Gesetzge. buna über daS aanze Land hin und ein gark Armimr, Aussübruna der Ge. k,k? kann kier etwas auSrickten. der die BundeSgesetzgebung stößt hier übern ftinhimiff uns mrrn s,,?., UM UM ytltWb MIHtl )llHUt sich Zluwkilen'in die Zeiten vor der Re. f..mrtn hrTfc Ynmn man Mp VIUIVM VV0 vv Ni V I arebdebatten liestkund den Eifer wabr. nimmt, mit welchem die Demokraten. besonders die südlichen die Zeder mög liöen Gelegenheit die Rechte der Einzelftaaten gegenüber dem Bunde der tbeidiaen. Gerade auf den wicktia. en Gebieten des wkrthschastlichen LebenS ist keine allgemeine LandeSgesetzgebung möglich, und man hat vorläu. fig noch keine Ursache die Gramatlk zu vergewaltigen und die Vereinigten Staaten im Singular zu gebrauchen. Dieser Tage erging sich die SensationSluft der Preffe wieder einmal in Prophezeiungen über die Wahrschein lichkeit eines Krieges mit Japan. Das kommt so periodenwelse. Eine Zeit lang war eS üblich einen Krieg mit Deutschland zu prophezeien, jetzt hat Japan die Stelle Deutschlands einge nommen. Man muß dergleichen nicht ernst nehmen, wenngleich aller Wahr fchelnlichkeit nach doch Methode darin ist. Der Kongreß zeigt sich etwas wie derspenftig in der Bewilligung von Gel vern ,ur rtegs,qme. ,ur Besentgung der Philippinen u. s. v. und da der kkbrt man nack dem Bettkke Ri. marckS. der auch imer mit dem Säbel ai .cr.l. . iv v ix. zu rasseln pflegte, wenn ihm der Reichstag in seinen Forderuugen für die Armee und die Marine Schwierigkeiten maöen. Kirr Mnrvb von Missouri hat im ZZiZZZlnu ..' m ...Z Repräsentanten ause eine Bill einge reicht, wonach eine Strafe von 55 bis I500 auf das Unnehme ode? Fordern
llch versassungSgemüß und auösühibar,
wäre eS dann nicht zweckmäßig auch da? Geben von Trinkgeldern zu beftrafen? Warum bloß den armen Teufel beftra ITCn. - DCX von 3UIUCUI lll w i l - QTul Im 1 j. suchung gesührt roird? I AN iino sur na? rann mau ju uic iu . T Amerika so beliebte Methode, alles, selbst persönliche Beziehungen durch daö Gesetz reguliren zu wollen, nicht gut heißen und im Allgemeinen schlagen ja auch solche Versuche fehl. In diesem Falle möchte ein solches Gesetz, zumal wenn eZ sich auf das Geben und nicht bloß auf daS Nehmen von Trlnkgel tm aUx ttWam ctef denn man lüßt sich gerne verbieten, waS man an und für sich nicht gerne thut, Das Trinkgeldergeben ist hierzulande durchaus kein alter Brauch. Vor 25 Jahren wußte man wenig davon, heute ist eZ zu einem allgemeinen Unfug ge. worden, von dem Diejneigen, welche die Trinkgelder bekommen den wenig ftm Vortheil haben, weil in dem Vev hüllniß, in dem die Trinkgelder zuneh men die Löhne bkruntergehen. Die Pullman Schlafwagen Co. z. B. be zahlt ihren Porters $15 per Monat. Dafür könnte sie nie und nimmer Leute bekommen, wenn diese nicht Trinkgel. der dekümen. Wer atjo hat den Äor theil davon? Das Trinkgelderunwesen ist einer der schlimmsten Auswüchse der ttlaffenunterschkede und ist durch und durch undemokraiisch. Nicht bloß deö halb weil es den Bediensteten zu einem Bettler und Almofenempfünger macht. sondern auch deshalb, weil eS Güfte und Kunden auf ungleichen Fuß setzt Leider lassen sich solche Auswüchse unse reS modernen gesellschaftlichen Lebens selten durch daS Gesetz ausrotten. Wenn der barbarische Brauch des DurchstechenS der Ohrläppchen und deS Tragens von Ohrringen wieder auf kommt, so ist daS Frau Alice Long worth, der Tochter des Präsidenten zu zuschreiben. In Modesachen ist die be tonangebend. Bei dem kürzlichen diplomatischen Empfang im Weißen Vuse trug sie große Ohrringe. Da war sie noch die einzige Dame, die mit solchem Anhängsel erschien, aber seit dem haben eS ihr schon verschiedene nachgemacht' Na ja, die Frauen dieser Klaffe haben schließlich nichts Anderes i thun, als sich mit solchem Unsinn zu lOTitßen. Daß der Präsident die $40,000 deS Nobel.PreiseS nicht für sich behalten lfl gewlv ,eyr nooei von iqm. er mit der Ueberweisuna deS Geldes an ein Comite, mit dem Auftrage eS iur Förderung des industriellen Frle denS zu verwenden, bekundet der Herr oo) "ne merlwurdtge mxmax ve Auffaffung der gesellschaftlichen ZunQn0C- r mag i eqr oaoen. vag. wie er sagt, der Friede zwischen den verschiedenen Klaffen der Gesellschas von so großer Wichtigkeit ist, wie der Friede zwischen den Nationen, wie sich der Präsident aber die Herstellung deS Friedens zwischen den verschiedenen Waffen denkt ohne Versuch der Auf bebuna der Klassengegensätze. daS - möchte ich gar zu gerne wissen. De Nachweis, daß das möglich ist, würde in der That die ganze Sozlalwiffen lchN nd Geschichtsforschung auf den Vt stellen. Klaffen, die nicht mit einander käm pfen, find ebenso unmöglich, wie Diebe die nicht stehlen. Seit Jahrtausen den, und so lange Klaffen exlftlren stnd die Klassenkampfe das treibende Element des ge,eu,chaftttcJen lZort JW"3 gewesen, und sie werden eS fein, f lange sie kZtftirm. Oder sollte der Präsident die geHelme AöfW wen, den SozkaliömuS zu förhtm as wäre wa-, aber icy glaube es niqi. Immerhin giebt er doch wenigstens zn, daß wir auch in Amerika Klassen haben, was bis vor wenigen Jahren unsere Professoren und Staatsmänner noch beharrlich leugneten. Philipp Nappaport. Die deutschen Kolonlalgebiete in Afrika und auf den Südseeinseln um fassen in Gebiet von 2,560.000 Qua dratmeilen. find also fünf Mal größer als Deutschland selbst. In den tto lonlen wohnen 5125 Deutsche mit Ja milien. eS entfällt daher auf 500 Qua drlm't'r kin Deutscher . wüwnd in Deutschland auf 1 Quadratkilometer m Einwohner entsallen. Außer den Deutschen wohnen in den Kolonien 2663 Europäer anderer Staaten, im aanzen wohnen dort 7783 Europäer. während die Einwohnerzahl der Neger 18.500.000. beträgt. Bon de? deutfchen Bevölrerung geboren 1567 Per fönen dem Beamtenstade an, während die anderen Handel treiben.
Allerlei kleine Depesqen.
8. Februar. Im Murkal.Diftrlkt iu Rumänien wurden heute fünfzehn Holzfüller von einer Schneelawine bet ihrer Arbeit überrascht und beinahe auf der Stelle getödtet. In der WiSconfin'er Legislatur ft eine Bill eingebracht, die Bahnbe amte Sei vermeidbaren Bahnunfällen wegen Mordes im zweiten Grade stras bar macht. Die Zuckerlnduftrie ist in Japan n mächtigem Aufblühen. Ganz kürz. ich find dort acht neue Kompagnien mit einem Kapital 55.000,000 gegrün det worden. DaS Schloß Donjon in Chateau rengult bei TourS, Frankreich, das be reitS im elften Jahrhundert erbaut wurde, ist heute von einem Feuer voll ständig zerstört worden. Grundeigenthums Uedertragungin. Charles Reese an Jane E. McCau ley, Theil von Lot 55 in I. Jletcher'S Add., 91.6 bei 40 Fuß, verbessert, Oftseite von Arsenal Ave., nördlich von Roosevelt Ave. $1,800. Henry W. Bade an Edward Woemp. - . w ff rr ä ä rr cw. w ner, uol 4d in onage rooe Avo., 35 bei 13t Fuß, verbessert, Westseite der Villa Ave., südlich von Orange Str. 51.900. Carroll F. Ewaln an Joseph M. Hightshoe, Lot 7 in Wiley'ö Subd. von Theil von Outlot 153, 32 6 bei 101 Fuß, verbessert, Südseite der Coe Str., östlich von Hiawatha Straße. $1.400. Joseph M. Hlghshoe an Hannah M Ripley, Theil von LotS 49 und 50. Willard Vlace Addition. 3 bei 125 Fuß, verbessert, Oftseite von Walcott Straße, südlich von Ohio Str., 81420.97. Jane E. McCauley an CharseS Reese. Lot 18. Pettibone'S :c. High land Some Additioif. 40 bei 137.7 Fuß, verbessert. Westseite von Ran, dolph Str., nördlich von Vermont Straße. S3000. Mary E. Rife an John W. Shuck, Theil der Sektionen 4 und 5, Town ship 14. Range 3, 503 Acres, Perry Township. G31.000. John H. Erall an die College HeightS Realty Co.. Lot 9, Block 1, und LotS 3, 4 und 5, Block 2, Schosield'S'zc. Addition, vacant, Westseite von Mar. tindale Ave., nahe 27. Straße. $1600. William E. Stevenson :c. an die selbe, Lot 30, Block 1. Lot 10, Block 2, Lot 27. Block 3. LotS 4, 5, 6, 13, 14 und 15, Block 7, dieselbe Addition, vacant. Westseite von Martindale Ave., südlich von 23. Straße, 8000. Felix T. McWhirter an Mabel C. Stevens, Lot 81, Reagan Park Additton. 40 bei 150 Fuß, verbessert. Oft. feite von Ashland Ave., nördlich von 24. Straße. S3000. Charles F. Cosfin an Edward W. Bassett. Theil von Sektion 6, Town ship 14. Range 3. 123 99 Acres, Perry Township. 819.500. Daniel M. Bradbury an Omer Ro dibaugh. LotS 21 und 22, Bell'S Sub divifion von Theil von Johnson'S Er ben Add., 74 bei 131.7z Fuß derbes, sert, östliche Seite der Cornell Avenue, nördlich von 19. Str. S2.700. Thomas M. Rlchardson u. A. an Harry I. Boaz u. Lot 23, Ruckle u.A. Sud., Johnsons Erben Add., östliche Seite von Ruckle Str., nördlich von 19. Str.. K2.400. FranclZ Robinson an Henry W. Bade u. A., LotS 3 und 4, Cottage Grove Add., südwestliche Ecke von Prospekt Str., 54,500. MoseS Morris, Trust, an LoulS E. Burkhart, ot 14, McCarty'S Sub. Außenlot 120, 30 bei 123.6 Fuß, va. cant, nordwestliche Ecke WilkinS und Meridian Straße, LotS 10 und N und die südliche Hälste von Lot y. McCartyS Subbivifton, Outlot 119, u.f.w. östliche Seite von Meridian Straße zur WilktnS Straße. $8. 100. Milley Jones an Reginald H. Sul. llvan jc, Lot 46, Hammono's Re Subdivifton. Washington Hights Ad. dltton. 53 bei 160 Fuß. vacant. Ost. leite von College Ave., südlich von 42. Straße. $600. Die größte und Pas sendsteNuövahl von schnittblumen und OlutnenstüSen für alle freudigen und trau rigen Ereignisse. Wir find jederzeit gern bereit bei der Auswahl behülflich zu ein. Oertermaun Zdros. clo. 241 cass. Uve. Tel. 040.
Erwachte CicOc.
Vorelle von Fanny Kuntschner. (Schluß.) ?lh. cö ist gut, daß es so kam. Wenigstens bleibt ihm nickt der mindelte Zwclscl mehr, daß ich ihn nicht liebe," sagte sie mit stolz gekräuselten Lippen. Und er kann doch nie und nimmer leugnen, welch' Herkunft er ist; jedes seiner Worte verräth den Sohn eines Flickschusters, wenn er sich auch alle Mühe gibt die Allüren der vornehmen Welt nachzuahmen." Eine Weile stand sie noch da, dann aber kam ein leiser Aufschrei über ihre Lippen. Die Hände über das schöne Antlitz schlagend, sank sie, wie innerlich vernichtet, in einen Sitz. Die Mchtluft sttlch nun feucht und kühl durch die offenstehende Glasthür, umwehte die weiße, schlanke Frauengestatt und schien ihr geheimnisvolle Laute in das Ohr zu flüstern, denn Leonie senkte immer tiefer das Haupt und nun ging'S wie ein Schauer durch ihre Glieder. Und indem die junge Gattin de?
reichen Kaufherrn einsam dasaß, zog wie er ihrer nie vergessen würde und die jüngste Vergangenheit, zog Bild wie ihr süßcö Bild ihn überall hin bcum Bild an ihrem Geiste vorüber. leiten solle auf seinen nun so einsamen
Ach, welche Erinnerungen, welche Allder ! Sie sah sich im Hause der Eltern umgeben von Glanz. Doch nicht lange, Der Vater fta? ein Lebemann, ein . t V , . . ... . pieier uo ,.evie ,a)vne Miauen, nno seine Frau war nicht schön, doch reich war sie und Reichthum ist auch eine Schönheit. Dann, als der größte Thil des Vermögens dahin war und nicht viet mehr da war, waö man noch verju;en konnte, da bekam der Herr Baron von Äernried einen gloriosen Einfall : er brach sich bei einem Sturze vom m' i. i ti 'pieroe ca ferner. Apres rnoi im ncujse louie er noai oeiaa naocn :
so behaupteten wenigstens einige böse o, die Liebe,- schrie sic unwillkürZungen. Run, und diese Sintfluth lich auf, wie in Angst. Da lachte man kam über sein armes Weib, über sein ihr scnlaittwcq in'S Besicht.
. -t ..rM noch ärmeres kleines Mädchen. Gott, welch' eine alltägliche, welch' eine uralte Gclchlchtc. Und doch immer neu für jene, deren Herzen darunter bre chcn, verbluten DaS Herz der Äaronin von Bcrnricd brach. Und Leonie a!a Cl a r a OsT5 m!i l 4 7 O jdui cuic ;uic. vuijiu uiii Welch' eine unbequeme Last ist ein armes Kind für die reichen Verwandten. Und man ging zusammen und steckte die kleine in ein Kloster zur Erziehung, kümmerte sich nur insofern um dai; man regelmäßig von Quar tat zu Quartal den Erziehungöbeitiag zahlte, ihre Ausweise kaum und Leonie nur flüchtig anfah. Und so vcrgingcn die Jahre und dann kam der Tag, an welchem die zunge Veonie als vollendete Dame das Kloster verlassen mußte, um in die Welt zurückzukehren, die sie seit neun Jahren nicht mehr gesehen halte und nach welcher c Mi lehnte mit dem ganzen Feuer eines ungestümen Naturells, das ein Erbstück des Vaters war, nebenbei bemerkt, das ein-
zige Erbstück. folgenden den zweiten Roman. Und als sie in daS Haus ihres Das Finale des ersten war ein trauOnkels trat, da war man förmlich ver- riaeS, wie wird daSjenig: des neuen
blusst, welch' eine stolze, strahlende r sich gestalten? Wie glücklich, dan an scheinung. Wie eine Königin gab sie höheres Wesen eS uns versagt hat, in sich, sie. die nicht einen Heller im Ver- die Zukunft zu blicken, mögen hatte, sie, die abhängig war von 3 liebe Sie nicht, ich liebe einen ihren reichen Verwandten. Anderen,- hatte sie Feldern auf seine
Was nun wieder thun mit ihr? Zum Aschenbrödel" ließ sich die nicht machen. Die nicht, mit diesen stolzen dunklen Augen. Man muß sie verheirathen, das einzige Mittel, um die unbequeme Richte, die noch dazu schön" zu fein sich erlaubte, wieder anständig los zu werden. Die verdunkelte ja die neuaufgehende Sonne. ?Nan sondirte. man fragte. Man wußte bald, was man wissen wollte. ES war kein Geld da! Und man zog sich schön langsam zurück, Die strahlendste Schönheit nnd der blendendste Geist ttnnen allein, ohne Geld, keinen glänzenden Haushalt gründen, Und Leonie selbst? Sie war geistvoll, sie war klug und sie lachte verächtlich, Und sie war aber auch ein Kind der vornehmen Welt und sie begriff. Und sie wußte, daß man in dieser Welt nicht viel erz, destomehr aber Verstand und Berechnung braucht. Und sie wollte ihr Herz, ihr junges, achtzehnjähriges Herz unterdrücken. Aber sie ahnte nicht, daß dies ein nutzloses Vorhaben wäre und daß sich daö Herz nicht unterdrücken . - ' fc ' ' ... ... 1 v v vj v V v jr 1 rtitf;sx itnrtftittn lid?nschaft-
eigenen, etwas gewöhnlichen Tochter, und heute ist sie sein Weib geworden. Und man fragte nicht viel und führte DeS Mannes, den sie haßt, den sie die schöne Leonie auf den HeirathS- verachtet und der der Sohn eines ge-
markt. Der Meistanbietende soll ,ie meinen Flickschusters ist der ihr aber haben der abscheuliche Handel begann. cn glänzendes Leben bieten kann ihr. Die Männer umschwärmten die junge, öcr örmen Waise.
labt. Niemals. Und da eöjich empört v" dagegen und wild aufschreit nach sei- elnes mcht: er lat auch von ihr nicht n.m ,?,rf, Wmiir Vr:. e schrie semeManneöehre lN den Kot!) zerren"
U$ ' ' 0 ' ' " Ein Mann, der die Frau liebt-" Da war ein jung:7, schöner Lieute- h, er liebt sie ja nicht. Und sie sragt nant, Kurt von Furtenan, dem schenkte l Nichts nach seiner Lrebe. sie ihr Herz. Just dem. Und er? Du Sie stehtnun auf und bleibt stehen lieber Himmel! Wer wi.d eine löst- mitten im saa!. Und mit threngeu liche Gabe zurückweisen, wenn man sie st' gen Augen sieht sie hinein in d,e ihm bietet. Der Herr von Furtenau Zukunft. Etne ode, traurige Zukunftnahm LeonieS Herz und gab ihr dafür ode und traurig trotz Glanz und Reichdas seine. Ja, er liebte sie, wie er thum-weil ohne den verklärenden noch nie geliebt hatte im Leben. So Schimmer renter starker Siebe !- sagte er wenigstens. Und sie. ah, sie V.er Jahre s.nd verstrichen Wieder glaubte ihm so gerne! Und in einer liegt der Glanz eines leuchtenden Somstillen Stunde war's, gleich viel wann mertages über der Erde. t und wo, da lag er zu ihren Füßen und . In ihrem Zimmer stzt. eine Arbeit schaute sie an mit seinen blauen Augen, m-der Hand, Leome Feldern. Dies die so schwärmerisch blicken konnten, Frauenantt.tz , st schöner wie ie und und sprach zu ihr von seiner glühenden, Negt em Hauch seltsamer Schwermuth wahnsinnigen Liebe-und daß er nie über diesen Zügen. Es ist so still um lassen wolle von ihr, nie! Und Leonie Leome. Aber nun uberMhet eme vergaß, ihren Verstand zu befragen, ob dunkle Blutwelle lhre Wangen, ihre es auch klug wäre, diesen berauschenden Snd fahrt zum Herzen. Sie lauscht, Worten xn lauschen und ihnen w alau- Dann ofsnet sich eine Thur, Feldern
ben. Bit hörte nur die Stimme Ihres
Herzens und das rief ihr zu: Ja, ja glaube lym nur, er liebt Xiaj, er liebt Dich, er liebt Dich! Und so :ca dann die erste Liese ein in Leonics j'ges Herz. Eicgreich, wie der Zrittüin immer einziekt in das Land nach einem strengen Winter. Aber wie auch im Frülzling noch immer wilde lürme cinycrbrauscn und oft noch verheerend wirken, so brausten auch über ihre junge Liebe wilde Stürme dahin. Aber Lconic war stark und muthig. Sie wollte standdalten und lrotzbicten. Und sie hielt sich lange tapfer und aufrecht. Aber sie hatte einen gar schlimmen Feind die Armutb. Und der war so mächtia und schlug sie auf'ö stttze Haupt. Noch wehrte sie sich, doch dann kam die Entsagung. Und cr? Der geschworen hatte, sie nie :u laNcn? Ach Gott, wa konnte ti allein ankämpfen gegen diesen Fcind Er, selbst' arm? Dann kam jene bittere Abschiedsstunde,- von welcher ihr Gatte s? höhnisch gesprochen hatte. Auf seinen Knien lag Kurt wieder vor ihr und flüsterte ihr zu, wie er nur dem arausamcn Schicksale weiche und Wegen. Und noch so manches sprach cr zu ihr, was ein unglücklich junges Her; trösten könne. Und daß er nicht mehr eine zweite Frau lieben würde, ja, auch dies sagte er noch und sie küßten sich . 1 . . , . 1 W ' noch zum letzten lUialc ! Dann wieder ein anderes Bild. Man sprach ernst und vernünftig zu ihr. Von einer brillanten Versorgung, die sich ihr, und .renn sie noch tausendmal schöner, zum zweiten Male nicht mehr bieten würde. Und was sie denn eigentlich vom Leben mehr verlangen lönnte, wie Glanz und Reichthum. Es . . . . . J .... . , gebe ja doch lerne höheren Guter wie ih mp ie viebe! b sie denn wirklich so tmViV, w;ire, um heutzutage noch an derlei Tincze zu alauben? Der urtnau hado sie geliebt? Unsinn! Der braucht auch Geld, wenn der einmal hcirathet. Sie soll sich nur dies nicht r w n i. r . v Zi .x. i CUlCUCeN. 11110 1 1 C UUO flCNIC Uno weinte Und man lachte sie aus. .Am näcksten Balle wird man sie dem Herrn Feldern vorstellen, cux neuer Käufer für die arme Schönheit. Und der Ball kam. Paul Feldern war ein kübschcr. stolz, fast finsterblickender, brünetter Mann, in der Zeiten Hälfte der Dreißig stehend, vibcr sie kümmerte sich nicht darum, Und als er bald nach jenem Balle seien Antrag stellte, ernst, gemenen. wie ein rechter Kaufmann, der im Geiste bereits den möglichen Gewinn ermißt, wie Leonie sich sagte, da wurde es dunkel vor ihren Augen, der cx)tt Roman ihres jungen Lebens war zu Ende, So schlug sie denn mit fester Hand das Älatt um, und begann am nächsternste Werbuna geantwortet. Ich weiß eS," kam es ruhig zurück, bei Sie werden jenen Anderen an meiner Seite vergeben. Es war eine , erste Liebe' und daö vergißt sich." Rie, 0, nie!" flammte sie empört auf. Er lächelte nur, wie mitleidig, Unb dann wurde sie doch seine Braut Ob sie ihn wirklich so haßt? Gewlß Und wieder streicht die kühle Nacht. luft herein zn S hohe Gemach, drsunen rauschen ln,e die Baume und Blumenduft steigt empor, und dort drüben, hinter zenen schweigenden Waldern, steht still und hehr der Mond und der sanfte Glanz seines Lichtes webt Zauberschlezer über Berg und hal. , Die zunge yrau Hort dies leise RauMen des Windes in Jen mächtigen Baumkronen: zuerst ist S ihr, als ,lustere Kurts stimme ihl : berouschenfee Worte von Liebe und Gluck zu, dann aber ichw.ttt es an, dies Rauschen und an ihrem Chr klingt s hin: . Ern Mann, der e,ne rau liebt, 1 M. . I Ulrt Virart ia rtitf s- .. r . V l. Leome fahrt wild empor.
tritt ein. Und nun liegt die alte Blässe auf ihrem Gesichte. Ruhig, kalt nähelt er sich ihr.
Ich mun nach der Stadt, Leome. Ich werde erst spät Abends kommen.-" Sie schaut nicht auf von ihrer Arbeit, sie nickt nur. Wirst Du nach M . . . hinübersah ren?" sragt er noch. Ich weiß noch nicht." So lebe wohl, Leonie" Lebe wohl, Paul!" ein flüchtiger Hündedruck und Feldern geht. Dann rollt die Equipage die Allee hinunter. Einen Moment leine lauscht die junge Frau, dann schleudert iie die Arbeit weit weg und sinkt nieder aus den weichen Teppich und streckt in wil der Seynsucht die 'Arme nach dem Manne aus, den sie einstmals so gehaßt und verachtet halte und den sie verloren hat für immer. Denn Paul Feldern liebt sie nicht. Sie fühlt dies. In den vier Jahren ihrer Ehe ging er kalt und gleichmüthig an ihr Seite dahin. Artig und rücksichtsvoll, doch nie sprach sein Mmid nur ein liebevolles Wort zu ihr, nie leuchtete sein Auge höher auf bei ihrem Anblick. Leise und langsam, gleich einer kostlichen Blume, war die Liebe zu ihrem Gatten emporgeblüht in dem stolzen Frauenherzen, und sie hatte diese Blume treu und zärtlich behütet, auf das; kein Reif sie treffen möge. Doch Feldern ahnte nichts von jener Liebe, und rn einsamen, stillen Stunden rang die junge Frau oft und oft in Verzweiflung die Hände und sie flehte zu Gott um seine Liebe. Aber die Zeit verstrich und Leonie wurde immer stiller, immer muthloser. Und heute, wie so oft, schrie sie auf: Barmherziger Gott, schenke mir sein Herz. Hast Tu kein Erbaimen für mich?" Langsam und träge schlich der Tag dahin, wenn nur der Abend käme. Und der Abend kam und mit ihm Feldern. Doch was war dies? Wie müde war sein 6vng, wie bleich sein Antlitz? Und bei diesem Anblicke vergaß Leonie Alles. Sie flog ihm entgegen. Paul, was ist Dir?" Er schaute sie groß an, als verstünde er sie nichts Dann sagte er kalt : Nichts" und, wollte an ihr vorüber. Sie griff nach seiner Hand sie war kalt und schwer. Und nun packte sie die Angst. Paul, ich lasse Dich nicht" Leonie," und nun sank er müde in einen Sitz, was kann Dich ein Mann kümmern, den Tu haßt? Und nun tröste Dich, tröste Dich. Nun wirst Du frei sein von mir ! Bald, denn ich bin zu stolz, Dich noch fernerhin an meiner Seite festzuhalten, da ich nahe daran bin, arm zu werden!" sagte er mit bebender Stimme, aber seine Augen wie in Seelenangst auf c geheftet. Und nun würzte er nicht, wie lhm geschah. Zwei weiche Arme schließen ihn fest und leidenschaftlich an ein stürmisch klopfendes Herz und zwei warme Kippen küssen ihn heiß, innig. Dann fleht eine sanfte Stimme : Paul, verstoße mich nicht, lasse mich mit Dir gehen in Roll) und Armuly, womit nmiii. Denn ich hab' Dich lieb, 0, so lieb, schon so lange, mein Paul " sie konnte nicht weiter. Sie liegt an seiner Brust, sie fühlt seine leidenschaftlichen Küsse und sie schließt die Augen in namenlosem Glück. O, das ist Liebe, das ist Glück. Und er führte seine Leonie nicht in Noth und nicht in Armuth. Das Aergstc. kam nicht über sein Hauö, die Schande, den Konkurs anzumelden, blieb ihm erspart. Noch in letzter Stunde wurde ihm Hilfe Aber gesegnet hat er dennoch jene Stunde bitterer Angst und Sorge sie brachte ihm ja auch das Morgenroth einer schönen, sonnigen Zukunft: die treue und unentwegte iebe seines Weibes, das er ja geliebt hatte von jener Stunde an, da er es gesehen zum ersten Male ! Landkarten in ffackerform. Plan?. Führer und Landkarten sind äußerst handlich, wenn sie in Fächerform gebracht werden. Sie lassen sich dann bequem in der Tasche unterbringen und zum Gebrauch sehr schnell auseinanderfalten. Beide Seiten werden verwerthet. Die eine kann mit einer Karte für die weitere Umgebung bedruckt werden, die andere den Lageplan eines bestimmten Geländeabschnittes, einer öffentlichen Parkanlage, eines Ausflugsortes, einer Ausstellung, eines Restaurants bringen. Derartige Fächer sind besonders für Touristen und Radfahrer sehr bequem. Auch können sie als Reklamemittel eine Rolle spielen. Daß sie gleichzeitig als Fächer benutzt werden' können, braucht nicht besonders erwähnt zu werden. Die Eiche ist der ergiebig.ste Jagdgrund für Vögel, weil daran mehr Insekten nisten, als an jedem anderen Baume. Die Eichenblatter, von der Zeit an. wo sie sich entfalten, werden von Insekten heimgesucht. Auch Kastanien und Ulmen haben von diesen zu leiden. Am wenigsten wird wohl ihres Geruchs wegen die Erle von den Insekten angegriffen. Die größten und stärksten Kraftwagen trifft man in den kanadischen Wäldern an. Diese sind eigens zum Schleppen von Baumstammen über holperige Wege und über Schneeflächen gebaut. Eine einzige Maschine dieser Art vermag einen ganzen Hug von 4000 Centnern Last fort zu' ziehen und damit in der -Stunde 1112 Meilen zurückzulegen. ' :
