Indiana Tribüne, Volume 30, Number 143, Indianapolis, Marion County, 8 February 1907 — Page 6

Möbel, Teppiche, Ofen und ausausßattungen.

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Vookllk ton nntj Kuntlchnrr. Die sinkende Sonne warf ihre letzten Strahlen durch die hohen 5!irchcnfenster und erfüllte das herrliche Gotteshaus ir.it leuchtendem Glänze. Der goldig rothe Schein mnfloß die ehrwürdige Gestalt des Priesters und legte auch einen verklärenden Schimmer aus die läurtcr des Ärautvaarcxs. das da kniete an den Stufen deö Altares. Jung und schon und vornchni waren sie, die zwei, die da verbunden wurden durch Pricslcrhand für Zeit und Ewigkcit. ie Äraut glich einer Fccnkö'nigin in ihrem lang nachwallcndcn, duftigen !ide, weiß mio duftig rate fnnefal leiur Schnee, in dem föUidi klaren piyenschleicr über der blühenden Myrthcnkrone in dcm goldflirnmcrndcn Araunhaar. Aber seltsam starr und weife hob sich das schöne Antlitz zwischen den Schleierfalten hervor, und nicht ein lid aus den Augen der Braut streifte den Mann an ihrer Seite, der doch in wenig Sekunden schon ihr Gatte werden sollte. Und doch war auch er schön und stattlich und manches Fraucnauge flog be wundernd zu ihm hinüber. De heilige Handlung war zu Ende das ewig bindende 3 war gefal len, die Ninge gewechselt worden und dann umringte man die 0ieunermät)ltcn und eine wahre zluth von Gluckowunschen überströmte die jungen Gatten. Auch unter diesen dorten belebte sich nicht dies junge, bezaubernd schöne Fraucngeslcht, und als der ü'icmn hin zutrat und sein jungrs Weib in die Arme schließen wollte, da wich sie leise zurück vor ihm und ein All traf ltzn. hart. kalt, verachtungsvoll, oan er unwillkürlich die schon halb erhobenen Arme sinken ließ. Aber doch neigte er sein dunkles Haupt zu ihr und mit bebenden Kippen raunte er iljr in S JLchr : Mäßige Dich. Veeme, Du bist nun mein Weib.Ihre feinen Mundwinkel bogen sich verächtlich herab. Soll das vielleicht eine Drohung sein?" .Wie Du es nimmst' und dann bot er ihr den Arm mit einer solch vo! lendet ritterlichen Berbeuauna. als führe er sie nicht vom Altare deö Herrn, sondern vom Tanze hinweg. Und das junge, schöne, marmorbleiche Weib ging dahin an seiner eite, stolz, hoch müthig. mit tiefer Verachtung in dem Blicke der nachtdunklen Augen. Als man die Equivaae der Neuver mahlten heranrellen sah, drängte sich das Volk- unten an den Stufen des liirchenrortales enger zusammen und dann aina ein Wliveln und Staunen durch die Menge, und Alles prieö die Schönheit der Braut, ibren Reichthum, und wie gut und schön" es doch die Vornebmen hätten, viel besser wie das gemeine Volk," das sich schinden und plagen müsse bis zum letzten Augenblick und doch von all seinem blutigen Schweiß Nichts habe Und dann rauschten Atlasschleppen die Stufen herab. Steine blitzten auf jm jge der Abendsonne, Blumen dufteten, Coeur 'urnwebte die Menschen. die da standen, und dann war Alles ver schwunden und zerstoben wie das Ge bilde eines farbenprächtigen Traumes, Dann ging man heim, viele von denen. die da gewesen, unzufrieden mit ihrem eigenen Schicksale, grollend mit lener unsichtbaren Macht, die ihnen Glanz und Zkeichthuni versagt hatte. Arme, thörichte Menichen! Als ob Glanz und Gold einzig und allein wah res Erdenglück bescheeren wurden! Es ist Nacht. Tiefer, heiliger Friede rinaeum. er Mono itelit hoch am Fimmel. Seine strahlen spinnen sil berduftige Nebel über Berg und Thal, und feine duktlge Schleier umhüllen die Wipfel stolz und trotzig in den Nackthimmel hinanstrebcnder Tannen und Fichten. ES ist eine Nacht, wie gc sckasfen um zu träumen von der Erde Glück und Friede und beseligender Viete. Auf einer Anhöhe, umgeben von alten binden, steht eine prächtige Billa; auch ihre wei ßen Stauern, Erker und Thürme sind umwvben von dem bläulichen Dufte der Mondnacht. Da klirrt leise eine Glasthür und eine schlanke, weiße Frauengestalt tritt auf den Balkon und lehnt sich mit ver schränkten Armen au die Marmor brüstuna. DeS lungen WeibeS Augen richten r 4. , ?. rrr szz . q siarr auf cic oufiumsivffene w birasacaond. Ob sie sieht, die Ein sarne, welch' ein Zauber da ausgebrci tet liegt vor ihren Augen' Woht kaum. -Ein herber, fast harter jtaa liegt um die stolzgeschwungenen Kippen, ein Zug. der von schweren Seelenlürnpfen, von durchwachten, ein kamen Näckten und von viel bitterer Entsagung erzählt. Ah, gestern noch um diese Stunde war sie frei und jetzt? Und nun? Da zuckte sie jäh zusammen, ihre schlanken Hände tasten nach einer Stütze, drinnen im Gemache war Heller Lichtschein aufgeflammt und über den weichen Teppich herüber kani einschlan ker, dunkler Mann ihr Gatte. .LeonieDie junge Frau verharrte regungs loS, einer prächtigen Statue gleich lehnte sie dort. Nur in den Augen lag Leben, es brannte in ihnen eine düstere Cb bemerken wird.-" O. nun streift sie sein Blick-eö flammte I auf in demselben. Und nun stand er vor ihr: die GaS

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TNontana's neuer Senator, Joseph M Dixon.

flammen vom Kronleuchter tauchten seine Gestalt, seinen Kopf in helles icht. Es war ein schöner Kopf; dunkel, ernst, vielleicht etwas zu hart im Ausdruck der Züge, doch immerhin der Kops clneS Mannes, der Eharakter ver rieth. Leonie was machst Du wer?flCii,.. U. w.. ,01.13, lut lill protze, und wandte ihr schönes Antlitz halb von ihm hinweg. Ein herbes' lächeln flog um seine Kippen. Wenn ich Dich nicht so genau kennen würde, wäre ich versucht anzunehmen, daß diese wundervolle Sommernacht ihren Zauber auch auf Dich ausgeübt habe, abcr eine Leonie von Be?nried ist nicht sentimental gewesen und eonie Feldern wird es noch weniger sein, meiner Ansicht nach.Dleicr Hohn, der in seinen Worten lag, vielleicht noch mehr in seiner tiesen Stimme sich kundgab, rüttelte sie jäh auf. Emporgerichtet zu ihrer ganzen. schlanken Höhe stand sie nun vor ihm, mit blitzenden Augen, das Haupt zuluckgeworfen in den Nacken schöner, begehrenswerther wie je, und das sanfte Mondlicht spielte in den blitzenden Steinen in ihrem dunklen Haar und floß hinab an der schönen, weißen Gestalt. Und des Mannes Augen umfanten diese wundervolle Gestalt mit heißen, brennenden Blicken man wußte mcht, war e,' Haß oder war eö iebe, was in jenen schwarzen Männeraugen leuchtete. Sie haben Recht schleuderte sie ihm mit verletzender Kälte entgegen. sentimental bin ich me gewesen Gott sei Dank.' Und daß ich es jetzt nicht werde, dafür hat man schon Sorge getragen. Sie und die Anderen! Wer so ausgezeichnet zu kalkunren versteht, der hat verzweifelt wenig Anlage zur Sentimentalität. Nun,- ein seltsamer Blick streifte ihn, das; man in unserer modernen Zeit viel weiter kommt im eben, wenn man das Rechenbuch in der Hand trägt, das hat Paul Feldern. der Gronkaufmann, glänzend strikt.Eine dunkle Gluthwelle färbte er schreckend jäh seine hohe Stirn. eonie.- kam S wie drohend über seine Kippen, sich um einen Schritt ihr nähernd, was soll dies heiszen?Wieder maß sie ihn, kalt hochmuthlg, furchtlos. Bei Ihrem Beistände bedarf es wohl kaum mehr eines Kommentars oder doch?- höhnte sie. Noch immer bewahrte er seine Ruhe, nur das Flimmern in seinen dunklen Augen hätte sie doch warnen sollen. nicht zu weit zu gehen. Bor Allem möchte ich Dich höflichst ersuchen, das formelle ,Sie' fallen zu lassen. Das ist einfach lächerlich und durchaus nicht Sltte in meinen bürger lichen Kreisen. Wir sind nun Mann und Weib ich kenne da kein anderes Wort, wie nur das Du-Wort.-Und nun trat er so dicht an ihre Seite, daß ihr warmer Athem sein dunkles Gesicht streifte. Dann will ich nur noch eine Frage mir gestatten. Veonie: Bin ich der Einzige gewesen, der gerechnet hat, als wir uns verlobten?Mit einer stürmischen Bewegung trat sie von ihm hinweg, doch er folgte ihr, unerbittlich seine Frage wieder holend. Da wandte sie ihm nun das wunder schöne Antlitz zu, ein undefinirbarer Ausdruck lag auf diesen Zügen. Wenn man gezwungen wird, sei? Glück hinzuopfern, dann fängt man an zu rechnen. - .Ah, sein Glück! Wie romantisch So habe ich doch Unrecht gethan, Veonie von Bernned ist ein Opferlamm, das sich stumm und geduldig zum Traualtar hinschleppen ließ, um das Weib eines Mannes zu werden, den sie nicht liebt.

den sie haßt, den sie verachtet, den sie

tödten wurde, wenn ue es könnte, der I aber immerhin ein Millionär ist und solch ein Mann- er tarn nun doch nicht weiter, denn e hatte sich wild, und stürmisch zu ihm gewandt. sagte sie mit fliegendem Athem. 1. Du hast recht, den ich ha e, den ich verachte immer und ewig ! Ccer bin ich Dir vielleicht mit I einer vuqe auf den vippen entgegen I getreten? Habe ich Dir nicht gesagt,! dan ich einen Anderen liebe h:in. glühend, ewig? Und doch nahmst Du mich zur Braut doch:- ie machte! eine Pause und schlug die schmalen! Hände wie in Verzweiflung ineinander, Mein Gott, welch ein elendes Geschöpf bin ich doch! Am Fus?e des Altars! stehend, Angesichts Gottes, sprach ich einen .'ielneio aus. sprach ich oriei von ewiger Viece uns ewiger waltentreue mit dem Bilde eines Anderen! im Herzen. Wie schwach bin ich gewesen. wie feige. Ich hätte den Muth haben sollen, um ihn zu kämpfen, aber ich ich war zu schwach. Ja,- unterbrach er sie hart und rücksichtslos, und als meine Frau! eröffnete sich Deinen Blicken eine Zu! kunft voll Glanz, voll Reichlhum. voll Ueppigkeit. Da konnte natürlich Ent'! sagung nicht allzu schwer fallen. Und dann macht sich die Sache so roman tisch. Nicht? Da kam eine Stunde des bittersten Abschiedes, nicht? Und Du meinst vielleicht, der Herr Vieutenant Kurt von Furtenau geht dahin, einsam, verbittert, sich verzehrend, in Seynsucht nach einem Weibe, daö ihm nun doch verloren ist sur die Zeit seines! Lebens?" Seine tiefe Stimme klang nun bei den letzten Worten scharf und drohend! und sein Auge senkte sich flammend in daö ihre. Tann 'fprach er mit einem schweren Athemzuge weiter: Wenn ich auch kein glänzender Offizier oder ' ' J J ? . e n Ede mann b n. wenn ich auch nichts bin, wie nur ein Mensch, der mit dem Rechenbuche in der Hand durch's Leben geht, ich schwöre eS Dir, eonie, die Ebre meines Namens und meines Hauses lasse ich nicht beflecken, nicht durch den mindesten Hauch. Nicht von Dir und nickt von einem Anderen." 1 , . . . TVnn Ipslte er f nc Werfite scknicr auf ihren Arm. Also Du ka e,t. Du verachtest mich?- fragte er mit tiefer Stimme. Und alö sie ickwiea. wie im Trotze, da svrack er weiter. Lanasam. schwerfällig, als hätte er eine mühsam eingelernte Pf I n Tipritntpr:iiislnpn. ' ' ES ft aut. ficn werde mir dies ' - " . . . . merken. Und nun will ich lr nur Eines sagen. Höre mich an, Leonie, es wird dies das erste und letzte Mal sein. dan ich diesen Gegenstand berühre. Er lehnte sich gegen die Stein balustrade deö Äalkonö und schaute hinaus in die schweigende, vom Mondltchle ubersluthele Gegend. Dann be gann er neuerdings: Ich will Dir nur kurz und fluchtig erzählen, wie so ich ein Zahlenmensch geworden. Ich war armer Leute ind, mein Vater war brav, rechtlich und ehrlich, aber nur ein Flickschuster,- ein eltfames Lächeln umspielte seine Lipen, der arme, alte Mann! Er hätte ich wohl niemals träumen lassen, daß ein Paul einmal reich sein wurde und ie Kühnheit besäße, die Tochter eines die adcliaen Dauses m freien. So andern sich die Zeiten. Meine Kindheit war eine einsame, unverstandene, denn meine Eltern klebten am Alten und hatten keinen Sinn für die moderne eit, und ich strebte höher hinauf, Wahrscheinlich rechnete ich damals schon, denn ich bekam in der Schule stets eine Eins im Rechnen. Nun. ick machte meine Klassen durch mit einem glänzenden Erfolge. Zch wollte Kauf - mann werden und ich fetzte meinen Willen auch durch. Genug, ich machte

Ä ?nei5iSS,,n9 Ä I ?en hat, alles Schlechte. Nichts ' ittrtrt4ii MttmWIV IM; vm VMI v m J v li.h ir ,r(Mrf S)lfior tnoJtt tT5i I f nivv 4it h kin vv -w..v war eisern, ich wollte hinauf und ickkam hinauf. Theils durch eigene Kraft, i theils durch gute, edle Freunde, und dann lachte mir das Glück. -Meine kühnsten Spekulationen glückten, mein . Name bekam einen guten jiiang in orr ssundelLwclt. mein vermögen wuchs Und nun stand ich ausrecht da es war doch vernünftig von nur, das Jkechen buch nicht ans der Hand zu legen Da wandte sich die zunge ,;rau wie der dem Manne zu. Ein spöttischer Blick streute ihn. Und als Du zur Wahl einer Gattin schüttest, da rechnetest Du abermals. sagte sie mit kalter klimme. Ah, eonie. vielleicht habe ich nie malö in meinem ganzen vcvcn wenigcr an das famose kechenbuch gedacht, als in dem Momente, da ich um Dich warb.- rief er mit bebender Stimme. die Hand wie leise mahnend erhoben. Das munt Dn mir und Dir nicht weismachen. entgegneke sie verächtlich Ebenso wenig ich Dir Viebe entgegen bringe, bringst Du sie mir entgegen Nach Geld konntest Du wohl nicht zählen bei nur. jOu kanntest meine Armuth. Doch da waren andere Faktoren da. mit denen sich glänzend rech nen und spekullren liesz. waren . t h . . - ..uv rn v. rorneume tuuien uu uuo iui itu ohn eines Flickschusters ist es immer hin vortheilhaft, seine' obskure Her kunft " sie wich halb entsetzt vor ihm zurück. Erhalle sich mit einer fast wil den Bewegung aus seiner nachlässigen Stellung emporgerichtet und stand lh: nun bebend gegenübei, mit rauhem Griffe ihr feines Handgelenk urnfchlie ßend Veonie, wenn mir ein Mann diese elenden Worte, die die gemeinste Verdächngung enthalten, so schlankweg in'S Gesicht hinein geschleudert hätte, ich würde ihn gezüchtigt haben, wie cS ihm gebührt hätte. Du aber bist ein Weib mein Weib? Traurig genug, dasz sich Frauenllppen so weil erniedrigen, den eigenen Gatten zu schmähen. Er ließ ihre Hand fahren, sie that ihr weh und ein seiner, uesrother streifen lies um das Gelenk Tann trat Feldern zurück, tiefer hinein in den lichten eleganten Raum. Und doil wandte er sich noch einmal herum inst unter dem Gaslustre blieb er sieben Veonie warf einen scheuen Blick nach ihm hin. sein ernstes Gesicht war tief verfinstert, eine scille stand drohend zwischen seinen dunklen Brauen. Veonie. ich werde nie mehr verges sen. was or mir heule, am age unserer Stauung, so grausam zugerufen luji. Ja, ich bin nur der ohn eines armen Flickschusters, mithin ein ganz gemeiner Mensch um seine Vippen zuckte es. aber dennoch lebt in mir der Begriff untadelhaster Mannesehre. strenger Rechtlichkeit und auch Stolz Und dieser Stolz verbietet mir, um die viebe eines Weibes zu werben, daö für mich nichts in Bereitschaft hat, wie nur Han. Berachtung. in deren Augen ich nicht der Mann bin, der sich aus eiae ner Kraft emporgeschwungen aus Staub und Niedrigkeit zu Ehre und Ansehen. In Deinen viuaen bin ich nur ein ge meiner Streber, weiter nichts. Es ist gut. Veonie, und lasse Dir noch zum Schlüsse sagen: Ein Mann, der eine Frau liebt, nimmt viel hin aus ihren Händen, nur eines nicht: erläßt auch von ihr nicht seine reine Mannesehre in den Koth zerren !- Er zuckte die Ackfei i. Du bist nun r.imi: angetraute Gat tin, nach unserem katholischen Glauben lun nur oer ,00 oies in meinen klugen zweifellos unerträgliche Band I i . 1 .; a m k 10 en oie reinen, cie UNS Moen eine gerichtliche Scheidung brachte, l,l eine negative. Und wenn auch dies wäre,- er machte nun wieder einen raschen Schritt, tiefer in den Salon I 4. r .-1 v . mnem, ihr naver, ca sie ang,i oen Altan verlassen hatte, ich schwöre Dir, Leonie, nie würde ich in eine Scheidung wliilgcN. öie com immer nur iN ocr Welt ein Achselzucken hervorrufen rouroe, oas ich niazi errragcn konnte. . Auch dann wurdest nicht cinwllllgen. wenn u siehst, wie schwer ,ch an den esseln zu tragen habe?" flammte sie empört auf 1 rr 4 rr k . er lameilC viö kvllr ClN llliies iu. Wenn eS Dich trösten kann Du trägst sie ja nicht alleinDer Mann wandte sich nun stolz hinweg und schon unter der Ausgangethür stehend, rief er nur kühl, fast gleichgiltlg zurück: Es ist .spät, leonie, und cS wld doch allzu kühl wer den. Du bist leicht gekleidet. Und dann bist Du jcdenralls nicht gewohnt, mit tcn in der Nackt noch in freier Luft Dich zu besindcn. So romantisch immerhin eine Vollmondnacht auch sein mag. sie pflegt, für zarte Nalurcn wenigstens, meistens einen ganz profalschen schnupfen im Msvige zu haben. Gute Nacht !" Er ließ ihr keine Zeit zur Entgcgnung, sonoern verucn in seiner fc,i hochmüthigen Haltung den Salon. Tie junge Frau hätte auch keine I Entgegnung sofort gefunden, sie war I namenlos empört. Stolz und zu ihrer ganzen Schlank heit aufgerichtet, stand sie noch immer am selben Platze und schaute Mit blitzenden Augen nach der Thür, hinter welcher ihr Gatte verschwunden war. Tie feinen Hände gruben sich tief in die schwellenden Atlaökissen deö FauleuilS 1 vor iyr. (Schluß solgt.)

Alles

-V.rkehikmititl in M .. ' , ft, . . .

s f t vl NX C t t l Ö. Das Aut0M0bll 0! . , m ryv. t. " Siegeszuge die Neue Welt. In n Hauptstraßen der groben Städte thut sich ein Automobilgeschaft neben dem anderen auf. m New York besieht Qll A"Ile. in lioicago cm ierici auex aqrzeuge aus Ä.uromoolien. In zehn Jahren wird das Pferd nur noch dem Sport und der Volksernährung dienen, wie bei den alten Germanen. die zu Donars Ehren Pferde opferten nnd verzehrten. Elektrische Bahmn, auf Kreuzungsstratzen manch mal sogar noch eine vom Zeitfortschritt vergessene Schindmähre nebst Armesündrrwagen durchziehen die Städte in allen Richtungen. Da diefe Bahnen dem Verkehr nicht entfernt genügen und immer mit Straßcnhindernissen .Nl lampfen haben, sind überall Ausnahmen bilden die elegante Fünfte Avenue in New Aork. die Commonwealth Avenue in Boston die Hoch bahnen entstanden (Elevated), die das Straßenbild häßlich machen, den Anwohilmi das Licht rauben und die Nerven erschüttern und die in ihrer Breitenausdehnung durch die Straße gehindert sind. So scheint dn Hauptverkehr der Zukunft immer mehr dem Erdinnern vorbehalten zu sein. Die seit zwei Jahren betriebene Untergrundbahn in New Fork hat nun ein Beispiel geliefert, wie solche Einrichhingen gleich im großartigen Maßstabe anzulegen und zu betreiben sind. Sie hat vier Geleise ausgebaut, die zioei innern für den städtischen Fernverkehr nrii nur drei Stationen, die zwei äußern für den Nahverkehr. Man kann den ganzen Leib des eigentlichen New York (Manhattan) in 20 Minuten durchfliegen. Aber der Subway bietet auch eine Gelegenheit, beide Verkehrswege mit einander zu vereinigen. Hat man zum Beispiel ar Union Square. einer geschäfNichen Hauptgegend, zu tbun, so besteigt man an der 14. Straße den Fernzug, der einen bis zur 42. Straße befördert und nimmt hier den Nahzug bis zur 50. oder 60. Straße. Der Subway hat hier, ohne es zu beabsichtigen. ein Vorbrld geschaffen, das von den großen Eisenbahnen nach der Emfuhrung des elektrischen Betriebes, alss etwa in 30 Jahren, einfach im großen Maßstabe nachzuahmen ist. In Es cago ist eine Untergrundbahn eröffnet worden, welche nur für Frachten be? stimmt ist und diese von den Bahngeleisen und dem Hafen am Ufer des Michigansees direkt in die Erdgeschosse der Häuser befordert. Es läßt sich denken, in wie fühlbarer Weise dadurch der Straßenverkehr der Stadt entlastet wird. Einer zwar unscheinbaren, aber sehr praktischen Einrichtung, der Mail-Ehute. etwa mit Brieffang zu übersetzen, sei schließlich Erwähnung gethan. Sie besteht in einem schmalen Schacht, der sich vom obersten Stockwerk durch alle Stockwerke hindurch bis zum Postbriefkasten im m teren Hausflur erstreckt. In iedern Stockwerk ist an diesem Schacht ein Schlitz zur Aufnahme von Briefen cmgebracht. Man hat, um seine Briefe zur Post zu geben, nur nöthig, sich bis zu dem Schacht zu begeben, wirft den Brief hinein, der dann hurttg mit Donnergepolter bis in den großen Hausbriefkasten hinabkollert. Postkarten schreibende Backfische habe daraus schon einen Sport gebildet ; sie werfen jede Karte einzeln hmab und freuen sich des dumpfen Lärms, den die Karte auf ihrem Wege in den Schooß der U. S. Mail vollführt. I n etwa hundert Ortschaften Nord-Da?otas giebt es gegin--wartiq nur noch Kerzenöleuchtung. Die Petroleumvorräthe sind längst auf die Neige gegangen und auch die erzen beginnen ein rarer Artikel zu werden. Heizmaterial ist seit Wochen knapp gewesen, und in einzelnen Orten beginnt auch Mangel an Leben-mittekr sich einzustellen. Die ohnehin spärlichen Zufuhren sind durch heftige Schmestürme vollends in's Stocken gerathen. An einem Tage waren auf der Great Northern Bahn, westlich von St. Paul, einunddreißig Züge in 5khn Fuß hohem Schn begraben. Bor ei, nigen Tagen traf in St. Paul ein Personenzug aus Seattle ein. der volle zehn Tage in Schneewh:n begraben gewesen war. Lokomotive und Woggons sahen aus. als ob sie direkt vom Nordpol gekommen wären. Die Passagiere waren guter Dinge, obschon sie in ihrem Schneegrabe nicht gerade ?pulenk gelebt hatten. Gerhardt Haupt mann kommt. Gerüchtsweise verlauiet, daß wieder ein deutscher Dichter, diesmal Gerhardt Hauptmann, nach den Ber. Staaten kommen wird, und zwar schsn im Februar, um. nach dem Bor bild Ludwig Fulda's. Vorlesunzen über deutsche dramatische Litteratur an den führenden Universitäten hier zu halten. Angeblich leitet Herr Heinrich Conried, 5fcto Fork, die w terhandlugen, und hat die Vbchi, beim Ewtresfen des GaüeS z dejs Ehrung eine seiner dramatischen Dich tungen, entweder Die versunken: Glocke" oder aber Hannele" im Jrvrng Place Theater aufführen zu lasse. Moderne Kinder. Sretchen : Wirst du mich einmal hei. rathen, Hans ? Der kleine HanZ : Nein, ich bm nn prinzipieller Gegner des monogamischen Systems.