Indiana Tribüne, Volume 30, Number 141, Indianapolis, Marion County, 6 February 1907 — Page 7
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Banditen im Frack. Krimwalroman, nach Emil Gaboriau.
(Fortsetzung.) Das scheint Sie zu überrasche:-.. Tie Gerechtigkeit ruht aber nicht, und auch an Tagen der allgemeinen Venvir runq. während alle menschlichen Ücidensckaften entfesselt sind, steht listitia. die Hand auf ihr Schwert gelehnt, wie ein unerfchütterlicher Felsen mit ten im Sturm. Und die Folge davon war. das; ich schon am 5. Tezember. mich mit der Untersuchung dieses gclicimnikvollen Falles zu beschäftigen begann, und daß ich heute, nach lechs Wochen müheloser 9!Qchforschungcn, den Schleier vollständig gelüftet habe, der daö Geheimnis; verhüllte." Und zu feinem Schreiber gewendet, sprach er: Urban! Lesen Sie meinen Bericht vor, den ich Ihnen vorgestern zum Abschreiben übergab." Tcr Schreiber zog cm großes As tenbündel hervor, öffnetccs und be gann zu lesen. Am 30. )!ovembcr des verflössenen Jahres verlies; der General Tc lorge um neun Uhr zwanzig Minuten Abends seine Wohnung in Passn; er war in grosser Uniform, bewaffnet und trug seine sämmtlichen Orden. Er stieg in den Fiaker Nummer 739, welchen sein Diener .(Irans; geholt hat te. und fuhr zu dem pensionirten Oberst und früheren Abgeordneten Cäsar Lefert. Was der General dort gethan, hat die Untersuchung nicht feststellen können, da Oberst Lefert in zwischen Frankreich verlassen hat. Sicher ist nur, das; der General die Woi irung des Obersten um dreiviertel -Zehn betrat, sie zehn Minuten nach zehn Uhr verlief in seinen Wagen stieg und dem Rutscher befabl. so schnell wie möglich zum Elvfee.Palast zu fahren. Ter Rutscher ist verhört worden und hat erklärt, das; der e neral beim Verlassen deo Hauses sehr aufgeregt zu sein schien. Im ölysee traf der General gegen ndu elf Uhr ein. Es war nicht viel Besuch beim Prinzen Louis Napoleon, einige Offiziere und Polksvertrete,. einige Angehörige der Finanzwelt und der 'Tivlcmatie. deren einer. .tfcrr Fabio Barussi, ein guter Bekannter des Generals, verbört worden ist Anncrdem waren noch siebet, oder acht Damen in der Gesellschaft. Ter Prinz war nicht anwesend. Nachdom der General Madame Salvage. welche dem Hausbalt deö Präsidenten vorstand, seine Atifwar hing gemacht, schlost er sich mehreren Bekannten an, die er in den Salon traf. Er war so bleich, das; cö aller Welt ausfiel und man ihn fragte, ob er unwohl sei. Herr Fabio Farussi hat ausgesagt, daß seine Lippen beb ten und seine Augen einen eigenthüni lichen Glanz hatten. An alle Perso nen. die er begrüßte, richtete er die Frage: War (raf Musst) heule Abend nicht hier? Haben Sie Herrn Combel nicht gesehen?" Als er diesen Namen nannte, hatte seine Stimme einen drohenden 5! lang: man merkt" ihm an, da er sich zwang, ruhig zu bleiben. In einer solchen Stimmung moch te General Telorge nicht aufgelegt sein, ein Gespräch zu führen, und nahm daher an einem der Spieltische Play. Seine Mitspieler wunderten sich bald über seine auffällige Zer streutheit; er gab so wenig auf da5 Spiel Acht, daß man ihn jeden Augen blick daran mahnen mute. Unabläs sig waren seine Augen auf die Thür gerichtet. So war etwa eine halbe Stunde vergangen, als er plötzlich al'.sfrrang und den Spieltisch verließ. Herr von Eombel war soeben ange meldet worden. Der General eilte auf den Ange me!de!en zu, imd es' entspann sich zwi schen Beiden rasch eilt so lebhaftes Gc fpräch. daß alle Welt erstaunt sie be trachtete. Sie sprachen jedoch so leise, daß man außer einzelnen zusammen bangslosen Worten nichts verstehen konnt?. Verlassen wir das Sa nier!" sagte schließlich der General; hier beobachtet man uns; wir müssen allein sein, unter vier Augen!" Herr von Eombel erwiderte hier, aus : Warten wir wenigstens bisMuj sy kommt; ich versichere Sie, daß er kommt". Ter General wollte aber i icht war ten. ..Sie wollen also, daß ich hier spreche?" sagte er; ich brauche doch den Skandal nicht zu scheuen, nicht wabr?" Herr von Combel gab nun nach und zog. sich mit dem General in ein lcereö Zimmer zurück. Sie waren kaum drei Minuten fort, als Graf Musst) sich zu ihnen gesellte. Niemand hätte gewagt, ihnen zu folgen, aber einige Gäste näherten i'.ch der halb offen gc bliebenen Thür und horten Einige? von dem, was nebenan verhandelt wurde. Sie unterschieden deutlich die Stimme des Generals, der sagte: ,.(5ouu?el, Sie sind ein Schurke, ein Elender, den ich todten werde! Sie tragen einen Tegen an der Seite lassen Sie uns hinausgehen I" ' Herr von Combel erwiderte: Sie wissen tebr wohl, daß mich ein Duell nicht erschreckt; doch will ich keinen Skandal; lassen wir es vorderhand. wir werden uns morgen schlagen! Graf Mtisfa bot AlleZ auf. um die
Beiden zu beruhigen, und wandte sich balo an den Einen, bald an den Andc rcn. Ter General schien völlig von Sin neu zu sein. Sie werden sich sofort schlagen!' rief er. oder - mein Wort darauf, ich ohrfeige Sie öffentlich!" Taö ist denn doch zu arg!" rief Herr von Eombel; kommen Sie also, da Sie es durchaus wollen! Gehen wir in den Garten!" Sie durchschritten rasch den Salon und stiegen die Treppe hinab. Meine Ahnung hat mich also nicht getäuscht!" unterbrach die Generalin die Borlcstlng deö Aktenstücks. Com bcl ist der Mörder meines Gatten!" Herr Barban. der llntersuchuugb. richter. und der Schreiber blickten sie verwundert an. als stannten sie dar
über, das; sie es wage, die Vorlesung zu unterbrechen, aber kleiner erwiderte ein Wort. n demselben gleichgültigen Tone wie bisher las der Schreiber weiter: ..Es war halb Zwölf, als der General und Herr von Eombel den Salon ver ließen. Taß ihre Entfernung kein großes Aussehen erregte und nur von einigen Personen bemerkt wurde, be wirkte eine wunderschöne tunge Eng länderiil, welche kurz zuvor in den Sa lon eingetreten war. Einige Offiziere wollten den beiden Streitenden fol gen. aber sie wurden von dem Grafen von Musst) zurückgehalten. Drei die ser Offiziere sind vernommen worden, und durch ihre Anssage ist der ganze Vorgang klargelegt. Graf voit Musst) war vollkommen ruhig und Herr '-einer selbst. Regen Sie sich nicht auf. n.eine Herren!" sag te er. ..ich werde die Angelegenheit schon in Ordnllng bringen." Einer der Frctmde des Generals, Herr Fabio Fanissi, dessen Zeugniß
.vi-rr ,iuiu rnuuiii. t,,u j otuuü Vorgang genau kennen: man bar hier schwer ins Gewicht fallt, bestand nachgeforscht und hat ihn bald nc?u:idennock darauf, ihm zu folgen. s 1 1 ;
..Seien Sie vorsichtig!" sagte Graf von Äussy. ..Sie wissen wohl, daß ein Streit um so schwerer ztl schlichten ist. je mehr Zotigen desselben vorhan den sind." Herr Farussi blieb bei seinem Vov haben, und Graf von Mussy begab sich schließlich mit ihm hinab. Unter bieten -erhandluugen war nahezu' eine Viertelstunde vergangen. seitdem der General und Herr von Combel den Salon verlassen hatten Herr Farussi fragte die Diener, wohin dor General geganaen sei, und iirnn n?ic3 ihn in den Garten. Sie eilten dorthin, aber sie waren die Freitreppe iK-rt) nicht ganz hinabgesttegen alo sie Herrii voii (5ombel bleich und verstört. mit dem entblößten Degen in derHand auf fich zukommen sahen. Das in tckrecklich!" rief er; ..das ist schreck lich!" WaS denn?" fragten Mussy und arunl. ..clorge ich glaube, bak ich ihn getödtet habe! Er rannte in meinen Degen und stürzte, ohne einen Laut Von lich zu geben, zu Boden!" ' ..Wo?" tchrieen die Anderen. rr ,a r, : i : .1 . j v . v 1 ,,-cuii, ijiuu't itiici .vmi", aa iuo vie Laterne brennt." Seinen Degen fort schlendernd, stürzte Herr von Eombel wie etn Wahnsinniger aus dem Hai's.' ...xch babc". w gab Herr Farussi zu M?t.f if nll Mrtl ttll , V Vnjn.4jfin l Vlt.'iUiVU, IUUI lllt Itlllll 'ILIllUIltl 1 in Verzweiflung gesehen. Leider hatte er vollen Grund zur Verzweiflung, denn Graf Mussy und Herr Farussi erreichten den General grade in dem Augenblick, als er oen letzten Athemzug that. Mit' bewunderungswerther Ruhe hatte die Gencralin den Bericht angeh;w cvrfi hütrritP burchniis nicht " 4V4. )) vv v..w w... rie Wt tirrf ptt auch nnr einer dieser Angaben, aber wie soll da dnrch bewiesen' sein, dak mein Gatte nicht meuchlerisch ermordet wurde?" Vernehmen Sie den Schlun des Berichts, und Sie werden etlichen. das; die Untersuchung jeden möglichen Einwand berücksichtigt hat." Er wink te dem Schreiber, und dieser las wei ter: Was war geschehen, seitdem die beiden Gegner den Salon verließen, r 1 . it vlo zu oem AUgeuoua, Hl Iveilliem man einen von ihnen todt auf dem Sandboden deö Gartens fand? Die Untersuchung hat darüber das Folgende zu Tage gefördert: Bevor man Herrn von Combel verhörte, hielt man es für angezeigt, sich nach Zeilgen umzusehen. Der Erste, der verhört wurde, war ein gewisser Bue, ein Tiener im Palast, der sich auf der Treppe befand, als die beiden Geg ner hinabstiegen. Was er sah, über raschte ihn zu sehr , als da er es der gessen konnte. Der General ging vor an. aber fast auf jeder Stufe wandte er sich um und überhäufte Herrn von Eombel mit den heftigstenSchmähun geii. Es waren so arge Veleidigungen." gab Buc zu Protokoll, daß ich Denjenigen, der mir so etwas sagte, bei der Gurgel fassen würde." Noch zwei andere Diener sahen den Gene ral und Herrn von Combel vorbeige hen; sie unterschieden jedoch nicht, wo von sie sprachen, und bemerkten nur ihre große Aufregung. Der General schritt fortwährmd voran. In der Vorhalle, unlveit der zum Garten führenden Thür, begegneten sie einem Beamten des Ministeriums deö Innern, Herrn Coutras. Ueber rascht durch ihr verstörtes Aussehen. sprach derselbe sie an, aber sie schienen ihn gar nicht zu bemerken. Herr von Combel wiederholte, was er schon
oben ,m fcaion getagt ycure: vrs ,u befand, und dah er. um die Polizei ein Unsinn lassen Sie uns bis mor irre zu führen, einen falschen Namen gen warten!- AIs sie vorübergegangen anaeaeben bat."
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WZiüLfX j 'tn.-IiHJt. waren, trat .vcrr Eounas au, . Freitreppe hinaus und hörte dort, wie Herr von Eombel einem Stallknecht zurief, er folle aus dem Stall eine Laterne holen. Tiefer Stallknecht mute aljo den Bei diesen Worten fuhr die Genera litt von ihrem Stuhl in die Höhe. Sie haben den Mann verhört, der fci; Laterne hielt?" Ter Richter nickte Mtlutmeud. ;d) selbst habe ihn verhört," sagte er. ..tmd da ich dachte, dan seine Aussage l-ren Schmerz lindern könne, habe ich ihn vorgeladen: er ist hier." Ztim Schrei ber gewendet, befahl er: ..Urban. ho lcn Sie den Zeilgcn!" t;m barban einen Geist erscheine: A-nmc ctc eneratin mir wi ei oev i . t" v- v f. ? V - gesehen, so konnte sie nicht nier i'ibcr rascht sein. Man hat also," sagte q. .den Mann gesunden, den tin Weib für todt hielt, und um den die arme Frau trauert?" ..Es handelt sich hier nicht um licr ncvin." erklärte der Richter. .Aber Eornevin war eS doch!" .Sie haben in Ihrer ülage Eorne vin als denjenigen bezeichnet, welcher während der letzten Lebensaiigenblicke des Generals an seiner Seite war; das ist nicht ganz richtig, Sie waren in einem Irrthum befangen. Nicht Eor ncvin kam herbei, als Herr von Eom bel eine Laterne verlangte, und zwar aus dem einfachen Grunde, weil er an jencnt Abend keinen Dienst hatte." Ich bin aber dessen, wa ich be Haupte, vollkommen sicher," erklärt? die ßtoierolm. .Sagen Sie mir, auf welche Grün de sich Ihre Sicherheit stützt?" fragt der Richter. Die Gcneraln begann m grokcr Erregung ihre Gründe aus einander ju setzen. Aber seltsam: je langer n'e sprach, desto mehr schienen ihr selbst ane Nrunoe m viw zu Zersauen. 'arum nane nc iiaj oenn an oie oee I . r . I - l e . ! t . seitgenammeri, oaL oer sragiia,: Stallknechts kein Anderer lein könne als Eornevln? Einzig und allem dar m. weil dieser sich am Morgen nach d.er Katastrophe in ihrer Wohnunz eingesunoen uno lcme orcüe oorl zu rückgelassen hatte: serncr auch und na mentlich darum, weil Eornevin spur los verschwunden war. Herr Barban ließ die Gcneralin tingestort sprechen: erst als sie schwieg. sagte er: Sie müssen zugestehen, das; I . r. i s v 0 - . r t. i I Nlliji',' von vrm, Ivus ic ang'-sttliir haveu, Ihre feste Ueberzeugung rech! fertiat. Von Ihrem Schmerz über, wältigt, haben Sie die Phantasiege bilde eines ManneS, der seinem Alter nach bedachtsanier sein sollte, die des Herrn Turano, für pure Wahrheit ge nommen." Der Ton, in welchem der Richter den Namen Turand anssprach, lieh keinen Zweifel darüber aufkommen. wie geringschätzend er von ihm dachte. Tann haben wir wohl auch ge träumt, daß Eornevin verschwunden ist," meinte die Generalin. Madame!" rief Herr Barban. Und die ilnfehlbare Justiz," sich? sie unerschrocken fort, sieht seine 93er anlasfung, sich mit dem Verschwinden dieses Mannes und dem Elend seiner Familie zu beschäftigen?" Zum ersten Mal wich die unerschüt. terliche Ruhe des Richters einer menschlichen Empfindung, dem Zorn, Vernehmen Sie, Madame," rief er, daß die Justiz sich um Loreiiz Cornc vin bekümmert hat! Es sind Nachfor schungen angeordnet worden!" Und was haben dieselben erge ben?" fragte die Generalin. Sie haben ergeben. da& sich diese? Individuum nicht unter den Todten des 2. Dezember befindet, daß die Vermuthung nahe liegt, daß er sich unter den verhakten Unruhestifter,:
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WeShalb sollte er dies gethan ya ben?" fragte die Generalin. ..Vielleicht wegen seiner Vergangen heit: doch was kümmert mich der Mann? fuhr der Richter ärgerlich auf. ..Wie?" rief die Generalin ; ,.wav kümmert Sie der Mann, sagen Sie?" Sie erhob sich und fuhr mit gehobener Stimme fort: Ich sage Ihnen. Herr Richter, es ist unumgänglich nothwen dig. daß dieser Mann gefunden wer de. er allein keimt den wahren Sach verhalt ! In meinem mld meiner Kitt i.'ni uii; oii miiiiciu uiiv Munin oiui" i bor me... i,n Name,, der Jamilie Eornevin bitte ich dringend darum. jede Entscheidung zu verschieben, bis er aufgefunden oder fein Schicksal aufgeklärt ist!" Wissen Sie, was für Leute diese Cornevins siiid. für die Sie sich so in teressiren?" fragte der UntersuchnngL richter. das Gericht kann Sie darüber aufklaren, wenn Sie ec- wünschen." Er zog aus einem Aktenstob Zwei Schriftstücke hervor, welche den Stempel der Polieidirektioil trugen, und reichte sie der Gcneralin mit den Worten: ..Lesen Sie. was man mir über Ihre Schützlinge mittheilt!" Sie las halblaut: ..Loreuz Eornevin. zweiltnddreifzig ahre alt. wohn hast in Montmartre. Rue Mercadet: verkcirathet mit illie Eochard: har fünf 5!inder: biober unbestraft. Abwechselnd als Stallknecht und Rutscher angestellt, hat Eornevin in den Häu sern. in denen er bedienstet gewesen, ein gutes Andenken hinterlassen. Er verstand sein Geschäft und erfüllte fei ne Pflichten genau, aber er war jäh zoruig und grob: häufig wurde er in Streitigleiten verwickelt. Als er im Jahre 18r,0 den Dienst im Elysee antrat, kam er an? dem Kau)c des Marlius vou Arlauge. Im Elysee war man anfangs mit ihm sehr zufrieden. Bald aber machten sich ivieder seine betlagenswerthen Eha raktcr Eigenthümlichkeiten geltend, und wenn er nicht entlassen wurde. so verdankte er dies nur seiner Erfahrung und seiner Gewandtheit in sei nein Beruf. Um die Mitte des Jahres 1851 wurde er plötzlich eiu Anderer; er schlos: sich einer Gesellschaft verworfe uer Subjekte au iind wurde der ver traute Freund eines Menschen, der erst vor Kurzem wegen Tiebstahls bi? strast worden war. Mau war bereits entschlossen, ihn zu entlassen, als cr seinen Vorgesetzten zuvorkam uud v!ötzlich olnieKündigung seinen Dienst verlies;. Seinen letzten Monatsgehalt hat er noch nicht erhoben. Nachdem die Gencralin dieses Schriftstück gelesen, reichte Herr Bar ban ihr das zweite, und sie las: Ju lie Eochard, verehelichte Eornevin. achtundzwanzia Jahre alt, geboren in Paris, bisher unbestraft, gilt bei der Nachbarschaft für eine amtandige Frau: ihr sittliches Betragen, heißt e labt nichts zu wünschen übrig, am ai lerwenigstcn seit ihrer Verheirathung Von ihren Eltern hat sie nicht das be ste Beispiel erhalten; ihr Vater -ist mehrmals wegen Dicbltahls verur teilt worden, und ihre Mutter war als Hehlerin in Untersuchung. Ihre jüngere Schwester, Adele Eochard. früher Statistin auf einem kleinen Theater, ist in gewissen Meisen unter dem Namen Flora MlSri eine anrü ange Persönl'chkeit." Wenn Herr Barban gehasst hatt, durch diese polizeilichen Mittheilungen die Gencraltn gegen die Familie Eor nevin einzunehmen, so mußte er sich sehr enttäuscht fmden. Wessen beschul digten denn diese Schriftstücke die bei den Gatten? Den Mann beschuldigte man, daß er zähzornig und grob war; wenn er eine feine Erziehung genossen hätte, wäre er wahrscheinlich nicht Stallknecht geworden. Ner irau warf man den schlechten Ruf ihre Vaters, ihrer Mutter und Schwester vor; aber verdiente sie nicht um so mehr Anerkennung, daß sie mit solchen Beispielen vor Augen eine brave Frau geblieben war? An alles dies backte die Gencralin.
Kraft für die Jraueu Gebt nicht zu, daß Eure Kräfte schwinden, denn wenn die magische Jugend und Gesundheit einmal geschwunden sind, dann sind sie schwer wenn überhaupt wiederzuerlangen. Was fehlt Euch, wenn Ihr mager, blaß und schtvach werdet? Mög licherweise eine Störung Eurer weiblichen Funktionen, welche gleichzeitig auf Eure allgemeine Gesundheit wirkt. Wenn dies der Fall ist, dann gebraucht
Mü) Im n
denn diese berühmte Medizin h at ihre Hnlkraft in Tausend von Fällen wie der Curige bcwicicn. pJch war so schwach," schreibt Fräulein Carrie Hobbs von Benhams. Va.. .daß ich kaum gehen konnte. Ich hatte irgend ein Frauenleiden und hatte allmonatlich solche Nucken und Kopfschmerzen, daß ich sterben zu müssen glaubte. Ich konnte der Mutter bei der Hausarbeit nicht helfen und konnte manchmal nicht einmal im Bette aufsitzen. Zct ich Cardui gebraucht habe, ist mein Zustand viel besser. Ich halte ihn für eine der ausgezeichnetsten Medizinen auf Gaben für kranke fajyfJ Q-q Cardui ist ein rein vegetabilisches Gebärmutter-Stärkungsmittcl, das den Frauen da Kraft giebt, wo sie am nöthigsten ist. Er lindert periodische Schmerzen und regulirt unregelmäßige Funktionen. Probirt ihn. 0n allen ctpoHjeßen in l.004sascfjen zu ljaöen.
aber sie sprach es nicht aus und gab Herrn Barban das Papier mit den Worten zurück: We? ist also der Mann, der die Laterne gehalten hat?" Ein Kamerad Cornevin's." erwi derte Herr Vsrban, ein gewisser Grollet." Die Generalin zuckte zusammen. Diesen Namen hatte fi; schon gehöri. Grollet war der Freunde Coritevin's. an den sich dessen Frau gewendet, der ,hr so viel Theilnahme gezeigt und der . x. i-. it.- orrs wL"chem ,ch , auch , von ,hr Afc er fragt hatte, was er zu seiner 3!ollc brauchte. Ah! Grollet ist es!" rief sie, mehr ihren Gedanken lauten Aus druck geben), als zu dem Richter gewendet. (goltsetzung folgt.) Gkücklichc YrZnner. Pelit Pannen" hatte unter Der seinen Lesern eine Abstimmung über die Frac-e deranstaltet, welches die zehn größten Franzosen, des 19. Jahrhuntote seien, und zugleich hat er P:eise ausgesetzt für dlezenigen Personen, die eine Reihenfolge der größten Männer aufstellen und mit ihr die endgiltig durch die Abstimmung sich ergebende Reihenfolge treffen oder ihr am nachsten kommen wurden. Bei der Feststellung des Ergebnisses hat sich nun herausgestellt, daß sechs Personen die Reihenfolge genau fo angegeben haben, wie aus der AbZtlmsiYk fi r l MÜNZ yervorgtltg (Paueur. Ätcior Hugo, Gambetta, Napoleon. Thiers, Lazare Carnot. Curie, der ältere Duwas. Dr. Rouz und Parmenticr); diese sechs Personen haben sich nun m die sechs ersten Preise, die zusammen 127,000 Francs betragen, zu theilen, sodatz jede Person 21.166 Francs erhält. Die Beglückten sind: ein OctroiAngestellter, ein Mechaniker, ein Postbeamter. eine Näherin, eine Weißzeugbcschließerin und eine Dame ohne Profession. Sie können alle den unerwarteten Zuschuß gut brauchen. Die erste Uniform. kleine Zesarewitsch ist zwar erst zwei Jahre und etmge Monale alt, aber er besitzt bereits eine ganze Reihe hoher militärischer Würden. So ist er sett seiner Geburt Hermann aller Kosa kentruppen des Zarenreiches, und außerdem ist er allmälig noch zum Chef des fmnlandischen Leibgarderegiments. eines litauischen Infanterieregiments. eines sibirischen Schützenregiments, emer Batterie der Gardeartillene er nannt und in die Listen von zwei Dra qonerregimentern eingetragen worden, ja, er wird sogar als Chef eines Kadettenkorps, desjenigen in Taschkent, sowie der Moskauer Alexei-Militär-schule geführt. Nun haben die Offiziere des finnlandischen Leibgarderegiments ihm eine richtige Uniform und einen richtigen Säbel anfertigen lassen, und eine Abordnung von ihnen durfte ihm beides dieser Tage feierlich überreichen. Selbstmord auf den Schienen. Ein anscheinend geistesgestörter Mann hatte sich aus dem Wartesaale der Bahnstation Gräbers, Provinz Sachsen, einen Stuhl und von dem Weichenthurme einen Besen Mit genommen. Er setzte sich außerhalb de? Station zwischen den Schienen auf den Bahnkörper und erwartete mit dem Besen im Arme einen heranbrausenden Zug. von dem er zermalmt wurde. Die Personalien des Selbstmörders konnten nicht festgestellt werden. Alle Gold- und S i l b e r m ü n a t n der Ber. Staaten enthalten gegenwäitig 9-10tel reines Metall und 1-10tel Kupfer. Vuter Natk. Vater (seinen Sohn segnend); Und dann vor allen Dingen, lieber Adolf, willst Du's einmal weitbringen m der Welt, so halte Dich an den scho nen Spruch: Lerne klagen, ohne zu leiden. '
ÄWkse für iraiifiid'iöcii
Dr. Klemens Aug. Schlut e r. ordentlicher Profesior der Paläontologie und Geologie und bis vor Kurzem auch Direktor des geologischpalävntologischen Museums und Instituts in Bonn, der am Abend des ersien Weihnachtsfeiertages. 71 Jahre alt. verstorben ist. nxrr em Sohn der rothen Erde. Er war u.i 3. Jul, 1835 in Koesfeld geboren, erhielt am dortigen Gymnasium sowie auf dem Gymnasium zu Paderborn seine Vorbildung und studirte dann in Berlin und Areslau. Nachdem er am 27. März 1863 in Vreslau promovirt und eine Zeitlana am Oberberaamt zu Dortmund praktisch als Bergmann gearbeitet hatte. habilitirte er sich 1864 in Äonn ats . . , r " nn i f ! - . . , V Prlvaloozem, ,ur 'aiaonioiugic unv Geologie, wurde 1813 autzerorvenuicler und 1882 ordentliche: Professor. Erst am Schlüsse des vergangenen Sommersemesters stellte er infolge an dauernder Kränklichkeit sein akademifches Lehramt eiz. Seine zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten behandeln hauptsächlich die Kreidefermation seiner engeren Heimaih Westfalen und ihre fossilen Emschlulse. -ein wiazugsies Werk auf paläontologischem Gebiete ist die Bearbeitung oer Ämmonuen. r oberen Kreide Norddeutschlands. der später noch eine Monographie der Jnoceramen und die leider unvollendet geblieben: Monographie der Seeigel folgte. Aber auch aus dem Devon der Eifel und des rheinischen Sch'.f:rgebirges hat er zahlreiche neue Funde bekannt gemacht; besonders die reiche Korallenfauna des Mitteldevons hat in ihm einen sorgfältigen Bearbeiter gefunden. Wenn er auf seinen Reisen in Deutschland, Südschweden. Böhmen. Norditalien usw.' neue Funde gemacht hatte, hat er sie der Wissenschaft durch sorgfältige Bearbeitung erschlossen. Seine werthvollen Sammlungen wurden schon früher von der Universität Bonn erworben, und sie bilden jetzt einen wichtigen Bestandtheil des geolo-gisch-paläontologischen Museums, da sie einen sehr vollständigen Ueb?rb!io7 über den geognostischen Aufbau des nordwestlichen Deutschlands gewähren. Freilich harren sie ebenso wie die ältcrcn. durch Goldfuß und F. Roemer zusammengebrachten Schätze deZ Mu seums eires Neubaues, in d:m sie den wissenschaftlichen und bergmännischen Kreisen ihrer Bedeutung entsprechend zugänglich gemacht werden tönncn. ' Merkwürdige Gerichtsentscheidungen führt das geltende französische Gesetz herbei. Danach is: nämlich der Ehebruch auch nach der Ehescheidung noch strafbar. Von di?s:n sonderbaren Bestimmungen wurre jüngst ein liebendes Paar in recht drastisch? Weise getroffen. Ein Herr war im Begriff, tmt Dame zu heiraten, die bereits seit Jahresfrist von ihrem ersten Manne geschieden war. Das Paar beging aber die Unvorsichtigkeit. bereits zwei Tage bor seiner Verheirathung eine gemeinsame Wohnung zu beziehen. Dies ärgcrtc den ecsten Mann der Dame, der offenbar eheliche Treue mit nachwirkender Kraft verlangte. Obgleich nun die zweite Ehe inzwischen geschlossen wurde, mußten die Neuvermählten vor Gericht erscheinen. um sich wegen Ehebruchs zu verantworten. Es nützte ibnen nichts, daß sie inzwischen gesetzmäßig eine Ehe eingegangen waren. D:r unschuldige Ehebrecher wurde ?u 25 Frank Geldstrafe verurtheilt, während feine Gattin den nachträglichen Ebebruch mit zwei Tagen Gefängniß büßen mußte. Nlijonanzen in New Vor. ker Musikkreifen. Zwischen Conried dem Direltsr de Metrorolitan Opernhauses, und seinem bekannten Konzertmeis c: und O75)est:r-Dirigen-ten Nathar. Franko ist c3 zu offenen Streitig'eÜk.i gekommen, die Franko veranlaßten, seine Stelle n'cderzulegen. Es wird bcluvte'. daß Vu Leihen bereits seit Jahren ans gesp. ;.n;t?m Fuße standen und Eine '-eÜ tk ficn längst aefürcbtet kren daß: es zu 'i-.em voll ständigen Bruch kommen müsse.
