Indiana Tribüne, Volume 30, Number 139, Indianapolis, Marion County, 4 February 1907 — Page 5

Jndiana Tribüne, Februar

,,ll d sie Kommt mir doÄ . dnmas "

Novell?tte von E l's i e Meerstedt. 9 Um des Todtengräbers Haus orctlte der Wind. Dir Herbstnzind. Er arq düstere melancholische Choräle. Langgezogen schwebten die Töne übe? die (räbcrreihen dahin. Und die Zypressen neigten sich tief und erhoben sich wieder so feierlich und würdevoll wie Priester vor d:m Allerhei.izslen. Kahl, gleich dürren Knochenarmen, streckten die Linden ihre Aeste ccn Himmel, an dem wildzcrrisscne Äo.Ienfetzen gespensterisch jagten, immer wechselnd, sich immer auf's Neue zu absondzrlichen Gesta't.n formend. Ein paar Astern, klein, verblaßt, verkümmert, schon vom Nachtfrost getroffen, schauten zwischen der JenenHenne und dem Buchsbaum der Gräbcr hervor, als wagten sie cinen schüchtcrnen Versuch, dem traurigen Gemälde ein freundlicheres Gevräge zu geben. Nur die wilden Rosendüsche mit den herbstbunten Blättern schauten freundlich d'rein..D:r Wind konnte ihrem stachelichen G?äst nichts anhaben. Und da. wo er im Sommer mit seinem Hauche wilde Rosen entblätterte, trotzten seinen unaestüm'n Stößen jetzt korallenrothe Hagebu'tn.. Thomas Hoffmann stand am F.n ster seines Häuschens und schaute unentwegt durch die blinden Sc-beiben nach einer frisch aufgeworfenen Grub?. Diese Grube hatte er selbst geril ei. Er hatte sie mit ein:? gewissen Lef edigunz gegraben. Schall; sü: Scho!le hatte er mit dem Spaten cuszeho ben nun thürmten sie sich braun neben dem offenen Grabe. Und ich hake doch recht schalten, sie kommt mir doch noch einmal." sagte Thomas Hoffmann vor sich hin und nickt in tiefem Sinnen mit dem grasen Kopfe. Und der Wind xiü II r.n den Fenstern und bläst durch die Ri tzen. daß sich die Gardinen be'acn und die braune Geige, die in der F.m sterecke hängt, einen leisen Ton ro.z sich giebt. Wie ein Klagelaut llnaf. ein leise, leise hingehauchter, ersterb v.:t:, nicht leise genug, um von Thomas Hoffmann überhört zu werden. Er nickt der braunen Geige zu. als -r si: ein Mensch: Ja. ja. alte Freundin. Tu und ich. wir Beide wollen ehe Welt erobern und sind im Todtenräberhause bängen geblieben, wir iroX ten Tausende bezwingen und baben von einer Einzigen bezwingen lassen. Und Thomas Hoffmann's Bl'c! irrt von der Geige hinweg über die Gräberreihen unsicher, ängstlich, als fürchte er sich vor etwas. Ist es gar die kleine, schmale Bank unter' dem blätterlosen Fliederstrauche neben dem rostigen Opfersiocke. die er fürchtet? Er siebt sie aber täglich, seit vielen, vielen Jahren, ein Mensch mleben 'anz. Aber heute ja heut: ist ein besonderer Tag heut: wird d'e kezrab:n. die vor langer Zeit in des Lebens und Jahres Frühling mit ihm auf der Bank saß. Leise regt sich die Erinnerung. Wie td:i$,t Wellen f'uthet sie über ihn hin. Die Lebende war todt fü? ihn gewesen die Todte lebt. Drüben, der Fliederstrauch, ten der Sturm beugt, füllt sich mit Blättern, mit weißen. unschuldsrol?en Blüthentrauen. Sie glänzen silbern im Mondlicht, im blassen, stillen. Alles verklärenden Bollmondlicht. Und. eingesponnen in flüniges Silber, steüt Mia neben dem Fliederiusche Mia und er. Wie kam's wie kam's doch gleich, daß sie zu nachtsch'afeud'r Zeit dort beieinander standen? Allein zwischen dem süßduftenden Flieder, den wilden blühenden Rosen allein zwischen den Kreuzen, den Perlenkränzen und Monumenten und den stillen Schläfern in der flimmernden, bläulichen Mondnacht? Ja. w'e's kam Die braune G:igc war Schuld daran! , Er hatte si: oft nach Feierabend zur Hand genommen, wenn er aus dem näcksten Dorfe, in dem er als Pastorenschreiber beschäftigt wa?, nachHause kam. Kein anstrengender Post:n und kein Verdienst dessen Höhe Einen schwindeln machte. Aber er war doch etwas Besseres nach seines alten Vaters Begriffen, der gleich seinem Großvater und Urgroßvater Todtengräber gewesen war. Und weil Thomas etwas Besseres als seine Vorfahien werden. mehr lernen sollte, darum hatte auch der Vater dem kleinen achtjährigen. mutterlosen Buben eine Geige g'eschenkt. Der alte, grauhaarige, emeritirte Kantor hatte das Kind ein paar Jahre unterrichtet. .Er hat Talent viel Talent", hatte d?r alte Mann oft gesagt und was ich thun kann, ihn zu fördern, soll geschehen." Aber de? gute Alte wa? darüber hinweggestorben. Thomas half sich nun allein weiter. Er spielte die uralte Schule durch, die ihm der Kantor geschenkt hatte, bis er sie auswendig konnte, bis e? all' die alten Liede? und Tänze im Schlaf spielen konnte. Und dann, als des Kleinen rege? Geist nach Neuem ve?langte, fing er an zu phantasiren seltsame, wunderliche Melodien. Was er sah, was er fühlte, wünschte.' was ihn bedrückte, das entlockte er der braunen Fidel in Tönen. Die Geige und die Bücher waren ihm das Liebste. .Er

uar " jagten die Bauern und lt. schrieben einen Kreis auf ihrer Stirn. Thomas war eben anders als Die, unter denen er lebte. Und darum mußte er nothged?ungen ve?rückt sein. Weil Thomas eine Sonderstellung einnahm, darum blieb er auch einsam. Er blieb auch als iunaer Mann einsam. bis ja, viS zu dem Tage, an dem Mia Wendlland die bescheidene Stube des kleinen Todtengräberhäuschcns betrat. Sie war die Nichte des Pfarrers und weilte im Pfarrhofe zum Besuch. Thomas sah sie oft vom Fenster aus. wenn sie sich im Garten erging oder auf der Bank unter dem Fliedestrauch saß! Der Pfarrgarten und der KirchHof stießen aneinander; weder Zaun noch Mauer trennte sie. Er sah auch hinter der Gardine hervor, wie Mia seinem Spiel lauschte, und er meinie. nie so gut Geige spielen zu können, als wenn ihre großen, grauen Augen suchend sein Fenster streiften. Da kamen ihm Melodien in den Sinn, die er sonst nie fand süße, seltsame Weisen. Es strömte ihm vom Herzen in den Arm da sang die braune Fiedel sie stöhnte, klagte, jauchzte, als sei statt der Saiten ein Menschenherz darüber gespannt, ein Herz, das sich wand in tausend Schmerzen, das da jubelte in tausend Wonnen. Und eines Abends, zur Dämmerzeit, hatte Mia an die Thür des Todten gräberhäuschens gepocht. Der altc Hoffmann. Thomas' Vater, hatte die Thür selbst geöffnet. Er traute seinen Augen nicht, als er so vornehmen Besuch sah. Er sprach von großer Ehre, er schwatzte vor Verlegenheit allerlei dummes Zeug zusammen, bis ihm Mia munter in die Rede fiel, sie wo2e nur den jungen Herrn in der Nähe einmal spielen hören. Dcr junge Herr" imponirt dem alcp Hoffmann mächtig. Er fühlt: sich gehoben, geschmeichelt. Mia mußte in dem großen Ohrenstuhl Platz nehmen, und Thomas spielte. Erst befangen unter dem eigenen Blick der großen grauen Augen, allmählich freier. Seine ganze Seele strömte in die vier armseligen Saiten. Wunderbare Melodien zogen durch den kleinen Raum. Die Dämmerung ging in Finsterniß über Thomas spielte noch immer. Erst als der Mond aufging und sein bläuliches Licht in die kleine Stube ergoß, hielt er inne. Der alte Hoffmann hatte seinen Sohn ein paar Mal unterbrechen wollen. er spielte so verrücktes Zeug. Richt 'mal einen flotten Tanz. Und das Fräulein war doch extra zum Besuch gekommen, um was Rcttes zu hören. Mia aber hatte dem Alten die Hand auf den Arm gelegt, und den Finger an ihre Lippen. Da hatt: er geschwiegen aber geschämt für seinen Sohn hatte er sich doch. Und große Äugen hatte er auch gemacht, als ihm das Fräulein sagte, daß sein Sohn ein großer Künstler sei. An demselben Abend trafen sich Mia und Thomas zum ersten Male auf dem Friedhofe. Sie hatten sich nicht verabredet. Sie hatten wohl Beide keine Ruhe gefunden. Und Mia hatte ihn bittend angeschaut: Noch

eine Weise, ein Lied. Thomas Hoffmann, spielen Sie für mich allein." Da holte er schweigend die Geige. Und leise, leise, wie Geisterhauch, wie Elfenlieder. wie Sphärenklänge schwebte eine Melodie über die Gräberreihen dahin. Es war das hohe Lied der Liebe, das der braunen Geige entströmte, wunderbar schlicht, von ergreifender Innigkeit. Und Mia hatte ibn geküßt. Sie hatte Thomas wie in einem Rausch zurückgelassen. Der Jasmin duftete so süß Gifthauch entströmte seinen Kelchen. Als der Tag graute, ging Thomas in's Haus. . Sie trafen sich von nun an jeden Abend, wir in stillschweigender Verabredung. Und Mia küßte ihn süß und heiß. Sie sprachen nie von der Zukunft. abe? Thomas glaubte, es könnte nie anders sei. als daß Mia dereinst sein Weib würde. Er begann im Geheimen Zukunftspläne zu entwerfen. Er wollte nach der Stadt, bei einem berühmten Lehrer Unterricht nehmen und ein großer Künstler werden. Eines Abends sprach er von seinen Zukunftspläncn zu Mia nachdem ihm am Nachmattag sein Vater die Spargroschen zur Verfügung aestellt hatte. Das Pastorenfräulein hatte ja gesagt, sein Sohn sei ein großer Künstler, und daran glaubte der Mann ' wie an ein Evangelium. Die Nacht war finster, als Thomas oon seinen Zukunstspläncn sprach, und das war gut. So konnte er den spöttischen Blick Mias nicht sehen. Aber er hörte ihr spöttisches, mitleidiges Lachen: Thor Du. was wolltest Du mit mir beginnen? Ich bin verwöhnt, anspruchsvoll. Ehe Du es zu etwas gebracht hast " , Thomas stockte der Athem. Er fühlte sich'aedemütbiai. im tiefsten !nnein verletzt. Ein unbändiger T?otz uieg m ihm aus e? wollte ihr zeigen, was c? konnte, was er vermockite. Sie würde wiederkommen, wenn er berubmt war. wenn e? stck mit seiner Geige goldene Be?ae ersvielt batte sie würde wiederkommen, denn sie lieble irrn ia ihre Kujje Und Du wirst mir doch noch einmal kommen." stökt er be?vo?. 92irr jetzt nicht weich werden, nicht nackacfien r " Eine Woche späte? schon ist er in der Stadt. Er lernt, er arbeitet wie'cm

Wahnsinniger. Er gönnt sich Tag und "enen rönnen &t mir ten Scheitel Nacht keine Ruhe. Noch in seinen 3ehm, hmtcn durch, vorne hochbü?Träumen klingen die Passagen, die Iten Tonleitern, die Harmonien. Er hat Ganz wohl, Herr Major, bitte eine eisenfeste Gesundheit, sagen seine sehr. Lehrer. j Na nü fühlen Sie mal, ob der Das Fräulein von Pastors, denke Bart schon trocken ist!" Dir. mein Sohn, hat sich mit unserm'. Vollkommen trocken. Herr Major; alten Herrn Superintendenten vcr- ja, die echt französischen Präparate lobt." schreibt ihm eines Tages sein sind doch anerkannt die besten, werde Vater. Das hätte ich dem alten nur direkt aus Paris kommen lassen.

Herrn, Gott verzech' mir die Sunde. nie zugetraut. Im Dorfe sagt man. sie yenathet die Pfründe Ein vaar Monate sväter war Tbo-

das wieder im Hause. .Ihr Sobn bat diese Flüssigkeit enthält den eigentlisich überanstrengt." schrieb der Profes- chen Färbestoff!" sor eigenhändig dem alten Hofsmann. I Werde schon acht geben, Herr MaEr braucht Ruhe absolute Ruhe. ior. bitte sehr," und in wenigen MinuAn eine Künstlerlaufbahn ist nicht zu ten war auch diese Prozedur übe?standenken. Das beste für ihn wäre ein den. Aber wer beschreibt das EntBeruf, in dem er sich in freier Luft be- setzen des Majors bei der nunmehrigen wegen kann." Wahrnehmung. Langsam, aber mit Damals fühlte der alte Hoffmann, tödtlicker StÄerbeit nabmen die daß er eigentlich schon recht klapperig aznurrvartyaare eme bläuliche Mrsei. und daies wohl das beste wäre, bung an. Erst war es em grünlich wenn Thomas das Todtengräberamt schnnmerndes Blau dem Spiegel der übernähme. Er hatte zwar ander.' Gebirgsseen vergleichbar, dann ging mnn, mit somnm ,mrm nrf.nft nf,l-? diese RllÖNCC lMML? Mkh? Und M?h? M

T l v v hjimvi v v j v v der liebe Gott sorgt dafür, daß die Baume nicht m den Himmel wachsen. Und Thomas übernahm das Amt seiner Borfahren. Weil aber der Berdienst .nicht gut für Zwei ausreichte, so war er darauf bedacht, noch etwas hinzuzuverdienen. Und er suchte sich zu seinem traurigen Berufe noch einen lufügen. Er spielte an den Sonntagen zum Tanze auf. Er war Todtengräber und Musikant. Er hörte das Jauchzen der Menschen in höchster Lust, er sah sie in toller Lebensfreude er hörte ihre Klagen, sah ihre Trauer und Beides ließ ihn kalt. Bim " leise, zaghaft schlägt die Kirchenglocke an. Die anderen Glocken fallen ein, sie dröhnen: Bim bam bim bam !" Thomas Hoffmann richtet sich auf ernst, feierlich. Ernst, feierlich, als gelte es. Jemand zu empfangen, schreitet er zur Thür hinaus auf den FriedHof. Neben der offenen Grube bleibt er stehen kerzengerade, bis der Leichenzug mit dem reichgeschmückten Sarge durch die Friedhofspforte kommt. Und sie kommt mir doch noch einmal", sagt er leise, voll Genugthuung und geht der Todten ein paar Schritte entgegen. Wajor Vlauöart. Humoreske von R. Böhmker. . - - .Will Ihnen mal was sagen, nä -

selte Major von Grimmelsbcrg iT einem Leibfriseur. ..Komme heute ng bei : 2Raior vcrusnahmswese früh zu Nn. habe M ZSES ZT um'Gotteswillen! - Holen Sie doch ? n L Ä Seife. Mensch. Seife Sci-ei-eife!" Sie mcht irgend soon - soon Farbe- aüln gliches Waschen JL r cm t -ti rx mit Seife erwies sich als nutzlos, der Gewiß. Herr Maior. beeilte nch fo au wie der Rock des der Friseur zu erwidern es trifft sich Majors und ließ nicht um eine Idee At?,A-4 HAh - ' ...

uviiB uu3 ,tlWuu, uu iu, Atiii.M MIV.X n.it.i? erst gestern Abend ein ganz neues Bartfärbemittel direkt aus Paris erbalten. soll großartig sein, das beste unschädlichste, was man gegenwärtig hat, wenn 5err Major gestatten, könn - Ze slort einen Versuch machen einen Augenblick bitte. Und dienstfertig otzwano zictiicc Jiviuct. u.n ju-, gleicht mit einen! Packet zurückzukommen. Noch nicht einmal öffnet.

Herr Major, bitte den Poststempel ihn den Blicken der Leute. So konnten Paris zu besichtigen, bitte sich zu Sie wenigstens seine .Schande" nicht überzeugen, direkt aus Paris, soll ganz gahr werden. Eine peinvolle Vierwar Hervorragendes. Unvergleichliche telstunde vttstrich. die Situation war sein." im höchsten Grade fatal. Einer der Major von Grimmelsbcrg trat un- Kunden, welcher meinte, daß der Herr geduldig einigemale mit den Sporen- Major warten müsse.bot ihm bereitwilstiefeln auf. Schon gut. schon gut. ' ligst seinen Platz an. um ihm den Vorglaube Ihnen ja gerne, machen Sie ranq zu lassen, nur schnell .ehe Leute kommen, will Nein, danke vielmals." war die da-

doch nicht, daß Andere es sehend haben , . v cm l natürlich auch reinen Mund zu halten. verstanden?" .Aber selbstverständlich. Herr Ma jor. ganz selbstverständlich, bleibt natürlich Geschäftsgeheimnis" und eif rig öffnete Meister Zwickel das Postpaket und enthüllte aus demselben ei nige kleine Schachteln, in denen das vielgepriesene Färbemittel enthalten war. Von allen Seiten besah sich der Friseur die Schachteln, öffnete eine derselben,' hielt zwei kleine Fläschchen empor, durchflog die beiliegende Gebrauchsanweisung und schüttelte unwillig den Kopf. ' .Alles französisch. Herr Maior. kann leider nicht ein Wort lesen, wie man die Geschichte gebrauchen muß. wirklich fatal, Herr Major." .Na. geben Sie mal her, Menschenskind, da kann ich Ihnen aushelfen." Der Major durchflog einige mal die in französischem Tezt abgefaßte Gebrauchsanweisung und sagte, nachdem er alles so ziemlich entziffert hatte: .Also, aufgepaßt. Zunächst nehmen Sie mal ein wenig Soda und damit waschen Sie den Schnurrba'rt . . ' I ordentlich aus. damit er vollkommen entfettet wird!" .Bitte fehr. Herr Major." Dem Frifeur imponirte es gewaltig, daß der Herr Major so rasch die französische Gebrauchsanweisung entziffert hatte. .So. nun gut abtrocknen." Auch das wurde besorgt. .Nun nehmen Sie mal etwas Watte, tränken dieselbe in Flüssigkeit Nr. 1 und befeuchten damit den Bart durch und durch!" Sehr wohl. Herr Major!". Nun müssen wir 'n paar Minuten warten, bis der Bart trocken ist. Un

. M ooq

Nehmen Sie aso iekt Mssiakeit II auf Watte, geben Sie aber acht, daß n ...e -.. ic .. ' u Sie nicht auf die Haut damit kommen. I y , . ' - t ! nch iges Preußischblau über, und caoci vlieo es. Allmächtiger Himmel!" Mit die fem Ruf des Entsetzens sprang der Major schreckensbleich in die Höhe. Mensch, was ist das. was haben Sie da gemacht, Sie haben mich ja blau gefärbt, Sie Unglücksmensch, mit Jhrem französischen Zeugs! Herrgott steh mir bei, es wird immer blauer." und verzweifelt nahm der Major einen kleinen Taschenspiegel zur Hand. Er konnte es noch immer nicht glauben, er mußte sich aus allernächster Nähe von dem Furchtbaren überzeugen. In einer Stunde muß ich das Bataillon für den Kirchgang inspiziren. In drei Teufels Namen, Herr, was stehen Sie da und halten Maulaffen feil! Geschwind, bringen Sie warmes Wasser, und herunter mit Ihrem französischen Mist; vorwärts, Sie Schmierkünstler, wie "können Sie sich unterstehen, em Ihnen unbekanntes Mittel an mir zu probieren, ausgerechnet an mir, es ist ja ganz unglaublich, ganz unglaublich!" Und abermals riß der Major den Spiegel heraus, um sich von neuem von der intensiven Bläue seines martialischen .Schnurrbarts zu überzeugen. Aber verzeihen, Herr Major Herr Major haben doch selbst " Bringen Sie Wasser, Sie, Si: Patzer!" Schon wusch der tiesbeleidigte Friseur den Bart des Gestrengen ab. Doch umsonst, die Haare blieben blau, vollständig blau, wie sehr sich auch Meister ' 1 3 'M ' , in seiner schönen blauen Färbung nach. ! 1 ' w 1 Zudem betraten die ersten Kunden Zwickels den Fristiersalon. Mit raschem Griff riß der Major eme 'Zeltung vom Regal, sprang vom , c-.ss.s f,,slsln in ein? (5rfP de Zimmers und vergrub sein zornrothes stcht in ba Journal, obwohl er in w rmüctm Ecke niefit m lesen ver mochte. Doch diese Dunkelheit war ihm gerade erwünscht, denn sie entzog stige Antwort, und der Gefärbte" vcr 1 !. i. . . . . . ..' -, tiefte sich wieder in die Zeitung. Aber jetzt knickte Major von Grimmelsberg sichtlich zusammen. Hauptmann von Knorr betrat das Lokal. Der Major nahm die Zeitung noch dichter vors Gesicht. Morgen, Herr Major!" Morgen. Herr Hauptmann!" Neuigkeiten, wenn ich fragen darf?" Jawohl, lauter Neuigkeiten!" Remus ist ja diesmal mit drei Längen hinter Ziel geblieben," meinte der Hauptmann, der nur ans Rennen dachte. Jawohl ist mit drei Langen zurückgeblieben." echote der Major, der! den Hauptmann zu allen Teufeln wünschte. Habe schon neulich prophezeit, Herr Major, war schon nie mehr recht vivo, der Remus; ah, pardon, wer hat eigentlich gesiegt, wenn ich fragen darf?" Mit verbissenem Ingrimm zog der Major sein Taschentuch hervor und bedeckte damit vollständig den blauen Bart. .Müss.-n entschuldigen, habe verdammtes Zahnweh, bitte selbst V m ää 1 c r nacozujeyen. uno er rercyre vle jci tung dem Hauptmann hinüber.

Ah. pardon. Herr Major!" Jetzt erschien Oberst von Bär von dcn Husaren auf der Bildfläche. Morjen! Ah. Morjcn. Herr Major! Was der Teufel ist denn mit Ihnen, haben, am Ende Zahnweh? Fatal, kenne das, scheußliche Empfindung! Aber nur, nicht Tuch vorhalten; ist gerade das größte Gift gegen Zahnschmerzen, nur fort mit dem Tuch, spreche aus eigencr Erfahrung!" Ah. sehr liebenswürdig, 'Herr Oberst, doch Verzeihung, habe thatsäch-' Nck mit Tuckdorbalten Besseruna ver 'i. -

ipurr, lya!lachiia),..ganz bedeutende

enerung: Nur scheinbar, mein Lieber, nur scheinbar, kann Ihnen ganz entschieden rathen, Tuch wegzunehmen, ganz entschieden!" Major von Grimmelsbcrg wünschte. daß ihn der Schlag treffen möge. Hm. hm, Pardon, Herr Oberst, will doch lieber gleich zum Zahnarzt gehen." Die Kehle schnürte sich ihm zu. Herein ?rat der in der ganzen Stadt rühmlichst bekannte Zahnarzt Dr. Wurzelzwickcr, dessen Gefchicklichkeit allgemein gerühmt wurde. Lupus in fabula" näselte Oberst von Bär lachend. Da können Sie gleich mal unsern lieben Major bischen beruhigen, Herr Doktor, hat Zahnweh und will partout Tuch nicht wegnehmen, was sagen Sie dazu, ist doch Gift, nicht wahr, geradezu Gift?" Der Zahnarzt schälte sich aus seinem Paletot, während der geängstigte Major die ganze Welt zum Teufel wünschte. Herr Major haben Zahnschmerzcn?" erkundigte sich der liebcnswürdige Zahnarzt nach dem angeblichen Patienten, der noch immer krampfhaft das Taschentuch vor seinen blauen Bart hielt. Ack. ist ia aanz unbedeutend, danke vielmals, sehr liebenswürdig, ganz unbedeutend." Der helle Angstschweiß brach dem Major aus. I Wenn Sie gestatten." sagte Dr. Wurzelzwicker bereitwilligst, sehe ich einmal nach. Herr Major. Bitte, txcU leiicht ein wenig ans Fenster kommen!" Daß dich die Pest, du Unglücksmensch dachte der Major ingrimmig. Sein hilfesuchendes Auge erspähte dcn leeren Sitz .welchen Hauptmann von Knorr soeben verlassen hatte. Sie sind sehr liebenswürdig. Herr , Doktor." verbeugte sich der Major mit ' erzwungener Höflichkeit, aber ich 1 bitte, sich nur erst rasiren zu lassen, mein Zahnschmerz ist ganz unwesentlich. ganz belanglos, wird bald vorüber fem. V xi . 1 . r cn 1-1. 'er nolior wouie yieraus Pian nehmen, doch der Oberst saß schon im Stuhl: Er war ia auch früher gekommm Nee. nee. nee. nee. He Dok - tor. sehen Sie man mal nach, wo unserm lieben Mawr der Zahn pljakt Doch zum großen Glück des Majors wurde in diesem Moment der berühmte ! Zahnarzt abberufen. Gräfin Zimper lich war weben mit Zahnweh erwzch und ließ Hcrrn Doktor dringend bit ten. Also später, Herr Major." verab schiedete sich der Arzt. I Gott sei Dank, der gefährlichste Geg ! ner war beseitigt. Blieb nur mchr der entsetzliche Oberst, der sich auch sogleich wieder vernehmen ließ: ' ..Nehmen Sie doch das Tuch fort, lieber Major, sage Ihnen doch, daß es Gift ist. habe do chmehr Zahnwch im Leben gehabt, wie Sie. habe ganz? Schlacht von Mars - la - Tour im schmerzendem Hohlzahn mitgemacht!" , Mit der Selbstbeherrschung des Ma jors ging es zu Ende. Resignirt steckte . er das Taschentuch em. Doch noch gab ' er die Hoffnung nicht auf. nahm sofort wieder eine Zeitung vors Gesicht und entzog den blauen Bart sorgfältig dem Blick seines Vorgesetzten. Jetzt brauchte der Oberst gleich dem Hauptmann nur nach dem Rennen zu fragen, dann koiinte es kritisch werden. Doch Oberst von Bär hatte sich bereits in die Lekture des Tageblattes vertieft. Des Majors Erlozungsstunde schlug. Der Oberst entfernte sich, nachdem ihm der Major zuvor versichert hatte, daß sein Zahnweh ganz bedeutend nachgelassen. ! Als das Lokal frei war. ließ sich Major von Grimmelsbcrg tief aufathmend in den Sessel fallen. .Nun run ter mit dem Bart, ganz runter, und wenn ich wie ein Erzpriefter aussehe, mir alles eins! Mit tiefer Niedergeschlagenheit näherte sich Meister Zwickel dem Unglück1 . licrjcn, um ven Hon len chnurrbart dieses Jahrhunderts einzuseifen und abzunehmen. Da da. war es Täuschung oder Wirklichkeit, das fatale lau war gewichen und hatte einem prächtigen Schwarz Platz gemacht. verr jjtajor. schrie der Friseur. .Paris ist gerettet! Das französische Mittel hat sich doch als hervorragend erwieien. weroe nur meyr direkt aus Paris beziehen, direkt aus Paris, ist vocy Alle Wetter dem Himmel sei )ank, kam es inbrünstig von des Mazors Lippen." Sofort fand der Ge strenge sein erschüttertes Selbstbe wußtsein wieder. Na seh'n Sie woll. Sie alter Schmierfritze. man muk sich nur 3m laen: vin packen Sie mir den Krempel ein. das nächste Mal werde ich mir die Geschichte zu Hause, bescrgen!" Erfreut kam der Friseur dieser Aufforderung nach. Dabei fiel die Gebrauchsanweisung aus dem Packetchen heraus auf des Majors Knie. Noch einmal überflog der Major den französischen Text. .Na ja. man soll sich mit allem Zeit lassen. Aufregung war ganz überflüssig, denn da steht es ja deutlich : Nach dem Gebrauch des Fläschchens II nimmt der Bart zunächst eine intensiv blaue Färbung an, die allmählich in tiefes Schwarz übergeht." .Was geschehen ist." dienerte Friseur Zwickel devot. Sichtlich vergnügt verließ der Major das Lokal. Wie es aber gekomlTien ist. daß man dem guten Major später den Namen .Blaubart" verlieh, daran war einzia und allein die Ge-

Geschäftö-Kalender. Streich-Jnstrumentenraacher.

. Tizeo. Heberikw, Fabii! nt von tolincn. an. dollne und miamit II Arten Rp,aturen prompt bklngt. 156 Virginia Ave. Arzt. Oy. 9. (I. HomaJ. 5e?,,ranrhktten. es 1 twtvn Elaypvvl G2le. Putzmacherin. Ysngnpa Lange. Srpert.PutzmachkrZn. CM Maffachusrtt ve. Blech, und Mewll.Dächer. gaikch, und Wetall-DSchrr, fstolc Dachrinne anee fertigt und repartrt. Tl,. . Hadlen, l entulky ve. Neun Phvve 100. Tapeten. apete. Ich hänge vnd liefere lapete. Telephon. a!n 9. Optiker. EMERSON DRULEY, tt9tf affachnlett Ao. In erste Square. weiter Etk. oge untersagt. 8tnfrn geliefert, onsnltatione frei Waaren.Adliesernng. jnnarai abgeholt unb bgellesert. Mäßige reise Schnelle Bedienung. 111 Süd Peunlyivanl en litt; lt. Main 1489. C X Enfi'.n. Eig. Leichendeftatter. !5Usett St kniver. Leichendkfiatter. 1 TL Jlltnot Str. eleplzou : Situ Ui; All, at tm. 3dso, Hatzln A Veorge, 857 SKaflachnUtti vk., elepizon, t Nt 9 ; fttt, Maln lttO. KSte spreche deursch. Fenerverficheruna-GrundeigeaM. 3od Buennagel, Zimmer d und 6, 0. 29X Süd Teian Errege. Finanzielles. MZir leihen SkU, aus Mbliud Stanel vizn die selben KeQianetmea. Ebenso an? ttb nt d Diamanten. entral Loa llo tt täte Ltse Kilt. - s,. . , ., m,?n wils süuld. bei seinem bald darauf statt. 2 rfm slu htm Mamüon . kSMAln tiTrstftPn kannte die Geschichte mit dem französischen Farbemittel zum besten zu geben. I V4 V --j " . . . m mt mm m V . Deutsche und Jrlanver. Eine Konferenz der Beamten des Ancicnt Order of Hibcrnians in LiZa und derjenigen des Deutichkserikanischen Rationcckbndcs geZeHerrLZch der' Einnderungrage fand drefek'Äage in Philadelphia staU. Die folgenden Mitglieder vom Ancirur Order of Hibernians inÄWika waren crfthrcueu: Matthew Crmunings 'von Bofton, Na-tional-Präsident; Major McCrypal von New Aorl, Nallonal-Direkior; P. I. Moran von Washington, National Direktor; P. I. Haltigan von Wash. ington, Herausgeber des National Hibernian"; Dr. O'Brien von Phila delphia. National-Direktor. Vom Deutsch-Amerikanifchen Nationalbund waren anwesend: Dr. C. I. Hcramer. National-Präsident; Hans Wcnizcr. National-Schatzmeister; Ad. Timm. National-Sekrctär; Arno Lconhardt. Vizepräsident von Pennsylranien; Hy. Detreux. Vizepräsident von Pennsylvanien; Gottlob Hammer.. Vizepräsident von Pennsyloanien; P. A. Wildermuth, Konsul von Pcnnsylvan!en. Bei der Konferenz fungirte Dr. Hmer als Präsident und di: Herrn Halligan und Timm als Sekretäre. Unter den angenommenen Reoluticnen befinden sich die folgenden: Opposition gegen jedes Bündnltz der Regi:--rung der Vcr. Staaten mit irgend einer fremden Macht. Opposition gegcn den Erlaß von Gesetzen seitens der Bundes- oder eincr Staat-rezicrung zur Verkürzung der persönlichen Frei heit der Bürger. Opposition gegen jede Beschränkung der Einwanderung ossunder Personen aus Europa mit Ausnahme von überführten Verbrechern. Anarchisten und Leuten von unmoralischem Eharc.,ter. Eine Ausstellung von Sicherheitsvorrichtungen. Enve dieses Monats wird im New Yorker Natur-' geschichtlichen Museum ei:.e interessante Ausstellung von Sicherheitsvorrlchiungen eröffnet werden. Mittel zum Schutze von Arbeitern. wele die derschiedensten Maschinen zu kcntrolliren -abcn. wcrdcn in reicher Anzahl gezeigt werden und ebenso Kessel- und Fahr-stubl-Siöerunaen. Zrever verbindernde Erfindungen und Feuerlösch-Apparate, Vorkehrungen zur Sl5crsielluna des Eisenbahnverkehrs. Si5erhcits-E?plo-sivstofte und v:elc andere einschlägige Dinge.. Dß solcbe Vorritungen im Markie sind und. wi: d'e entsetzlich hoben Elstern unserer Unsall-Statistik beweisen. leiiferl!g:r oder auch fiirolcr Weise r.icht benutzt und angebracht werden, ist e'n ir2uriges Zeichen dafür, wie gering unser Zi5alter der Maschi-nen-Jndustrie.das Leben und di: Knochen seiner Arbeiter schätzt. Die Aus--stellung sollte als ein Appell sur v:rsichtigere und humanitärere Methoden wirken, die sich schließlich auch als die weiseren un't, ökonomisch besseren erweisen müssen. Ein Krematorium in München. Der Mü-ich:? Magistrat hzt gegen die Stimmen des Zentrums und des ersten Bürgermeisters von Borscht beschlossen, ron der Reg'.ecung die Erlaubmß zum Bau und Betrieb eines. Krematoriums auf e'nem der Müncke er Früdhöf: zu cibitt.'n. Die Kosten

sind auf 50.000 Mark veranschlagt.

; L