Indiana Tribüne, Volume 30, Number 136, Indianapolis, Marion County, 31 January 1907 — Page 7

Banditen im Frack. Arwwalroman. nach Emil Gaboriau. (Fortsetzung.) Er?" rief der Doktor, seinen Uni schlntz, kein Fragen an Raimund zu richten, vergessend, welcher Er? Sie haben also doch eine Vermuthung!" Raimund's Stirn umwölkte sich. Dcftor!" rief er in vorwurfsvollem Ton. Tiefer ließ sich aber nicht stören. Und sollten Sie wirklich." fuhr c: fort, wenn Sie nachdenken, sich der Herzogin, dieser kühnen Frau, nicht er innern können?" Ich kenne viele Frauen, die den Herzogötitel führen." erwiderte Rai mund, so zum Beispiel die Herzogin von ätoimissn, die Herzogin von Maillefort. Aber was beweist dies Alles?" flies; er ungestüm hervor. Äeis; ich nun vielleicht, was ich mit den Vorgängen dieser Nacht zu schaf sen habe? Zweifeln Sie an meinem Worte? Sott ich Ihnen nochmals bei Allein, was mir heilig ist, schwören, das', ich von den was in den letzte:: vierunozwanzig stunden geschehen ist. nichtc- begrcise. das; ich nie eine Maria Sidouia gekannt habe?" (rine flüchtige Reihe zeigte sich aus den Wailgcn des Doktors. ..Ich war wohl indiskret?" fragte er. Sagen Sie c mir ohne alle Umstände! Soll ich Aslc-5, was ich gesehen, vergessen? Spreche:: Sie. und die Sache ist abge thau, ich werde nie mehr deshalb eine 5-rage a Sie .'.u richten." Raimund ergriff besckäint seine Hau). Genug!" rief er mit erstickte? Stimm?. Einem Freund hrer Art imifi mau ruckhaltsloS vertrauen schenken. Theilen Sie beute Abend ba? bescheidene Abendbrod meiner Fa rnilic! Bir wollen zusammen nachfor schon, ob fich in meiner Vciangenhelt etwas findet, das uns das düstere 0e hcinninj diefer Rächt erklären kcnnte."

Tritte? Kapitel. Rainnln) Telorge's fugend war keine angenehme, keine, welche bei einem Rückblick in späteren Iahren angenebme Erinnerungen zu wecken ver::ii,'chte. Er war noch ein zarz.'i Knabe, als ihm der Vater entriss'.'n worden und er mit der trauernden Atl'.Ner an dem Sarge seines Erzen gers gestanden . $c;cr Tclorge war, wie man zu sa gen pflegt, der Schöpfer seines Glü des. Xer Sohn eines armen Tisch lcr, eilten ctlten Freiwilligen vom Jahre 1792, hatte er sich mit achtzehn Iahren bei einem TragoncrRegiment anwerben lassen. Als im Jahre 1830 die Revolution ausbrach, war er Sien tenant bei den Jägern in Algier. Nach der Einnahme von Algier erhielt cr einen Otten. Während der nächsten acht Jahre nahm er regen Antheil an den Kämpfen mit den Arabern, und man kann fast sagen, das; nicht ein Ge fecht stattfand, an dem Peter Telorgc nicht theilnahm. Er kämpfte bei Eon. stantine. wo er verwundet wurde, bei Moüaganem. wo man ihn für todt lic gen lies, bei Medeah und bei Milia nah. Sehr oft in den offiziellen V richten erwähnt, auf dem Schlachtfeld? zum Offizier der Ehrenlegion ernannt, hatte cr es bis zum Oberst go bracht, als sein Regiment im Jahre 1S39 nach Frankreich zurückkehrte. Damals war er siebernmdzwanzig Jahre alt. Das Regiment kam nach Vendome in Garnison, und der Führer dcssel ben verdankte cs dein Ruf, der ihm vorangegangen, und dem Interesse, das seine Person erregte, das; er einer Tame vorgestellt wurde, die in der Stadt hoch angeschen war, dem Fräu lein von Vcrtollc. TaS Fräulein mochte etwa fünfzig Jahre alt fein; sie war eine dürre Ge stalt mit einer großen Adlernase, sehr vornehm, nicht minder fromm, dem piel leidenschaftlich ergeben und mit einer sehr giftigen Zunge begabt. Benn Jemand in Vendome von die sen schlechten Eigenschaften der Dame sprach. Pflegten die Leute zu sagen: ..TaS ist möglich doch sie ist so gut und w mtldherzlgr Diesen Ruf verdankte das Fräulein von Bertolle dem Umstände, dak sie dor zehn Jahren die Tochter ihrer der storbenm Schwester, Fräulein (Iii beth von Lesperan, zu sich genommen hatte und sie erzog. Tiefe gute That hatte das alle Fräulein jedoch keineswegs freiwillig vollbracht. Nachdem der Graf von Lesperan ball) nach seiner Frau, ohn.' etwas zu hinterlassen, gestorben war, hatte Fräulein von Vertolle Allss aufgeboten, um die sehr reichen Ver wandten des Kindes zu bewegen, sich der Waise anzunehmen. Doch diese zeigten keine Lust dazu. Die alte Hexe mag sich doch selbst dieses Vergnügen bereiten; sie ist die Nächste dazu," sagte eine der Damen von Lesperan, und Fräulein von Vcr tolle erklärte schließlich: Nun gut. ich will sie zu mir nehmen, trotzdem ich arm bin, und die reichen Geizhälse mögen sich schämen." Sie ernährte Elisabeth. Aber um welchen PreiZ! Bei jeder Mahlzeit wurde der Waise vorgerechnet, daß sie von fremdem Vrod lebe; wenn sie ein neues Kleid brauchte, mußte sie sich die demüthigendlten Vorwürfe , gefallen

lassen und alle möglichen Jeremiaden anhören, theils über die Koketten, die sich für schön halten, theils über die hohen Preise der Stoffe. Wenn sie ein neues Paar Schuhe erhalten, dann hörte sie gewiß am Abend die schreck liche Tante zu einer Freundin sagen: ..Für meine Kleine müßte Alles von Eisen sein; unser Schuhmacher hat leine bessere Kundschaft als sie; wenn sie doch nur bedenken wollte, daß ich mir ihretwegen im Alter Entbehrun gen auferlege!" ES wäre noch schlimmer gewesen, wäre das alte Fräulein nicht durch einen Verwandten, den Baron von Gloriere, der sie dann und wann be suchte, und den sie mehr fürchtete aU ihren Beichtvater, ein wenig im Zau me gehalten worden. Dieser würdige alte Herr, einJung geselle und lcidenschaftlick)er Antiqui tätcnliebhaber, war Elifabcth beson ders zugethan. Ihm verdankte sie die einzige Puppe, die sie jemals bc saß, und außerdem zwei oder drei hübsche Kleider und einigen Schmuck. Leider war er nicht reich; cr besaß nur ein Einkommen von etwa sieben tausend Francs und außerdem das kleine Schloß, in dem er lebte. Letz tereö enthielt zwar, wie man sich er zählte, sehr werthvolle Sammlungen von alten Möbeln und Gemälden, aber der alte Herr wäre lieber Hun gers gestorben, als daß cr auch nur einen Gegenstand aus seinen Samm lungen verkauft hätte. Seien Sie doch nicht so hart gegen das anne Kind!" sagte der alte Herr zu seiner Verwandten. Das alte Fräulein hätte sich sicher lich -milder gegen Elisabeth bewiesen, wenn diese weniger schön gewesen wä re, doch die auffallende Schönheit der selben versetzte sie in Wuth. In einer Gesellschaft bei der alten Dame, in welcher die Gäste wie ncwohnlich mit Kuchen und Johannis. beercnsaft bewirthet wurden, erblickte Oberst Peter Delorge Elisabeth zum elften Mal. Er war von der himmli schcn Erscheinung entzückt, und ihr

Anblick erregte ihn so sehr, daß cr. nachdem er die Gesellschaft verlassen. sich nicht nach Hause begab, sondern noch lange am Ufer der Loire spazie ren ging, trotzdem Mitternacht bc rcits vorbei war und er um fünf Uhr zum Manöver mußte. Er fühlte das Bedürfniß, über eine Idee nach zudenken, die plötzlich in ihm rege ge worden war, die Idee, zu heirathen. ,EH! dachte er, ,warum sollte tch nickt heirathen?' In zehn Jahren konnte cr General sein; sein Einkommen, das ständig wuchs, reichte jetzt schon für einen bescheidenen, gut geleiteten Haushalt aus, und für die erste Ein richtung besaß er scchstausendFrancö, die cr in Algier erspart hatte. Als der Oberst nach Hause kam. trat cr das erste und gewiß auch das einzige Mal in seinem Leben vor den Spiegel, um sich über den Eindruck Aufklärung zu verschaffen, welchen sein AcunereS hervorbrachte. Er gc langte zu der Ueberzeugung, daß er alle Eigenschaften in sich vereinige. durch welche ein Gatte liebenswürdig wird. Um sich jedoch keinen unnützen Hoffnungen hinzugeben, begann er schon am nächsten Morgen Erkundl gungen einzuziehen. Ein alter Bürger von Vendome klarte ihn mit wenigen Worten über Elisabeth's Lage uf. Da sie keinen Pfennig besitzt," sagte cr, wird sie wie ihre Tante als alte Jungfer stcr ben." Der Oberst war über das Vcrnom mene hoch erfreut. Das ist eine Frau, wie ich sie brauche," sagte cr sich, und von diesem Tage an wurde er einer der ständigen Gäste in den Gesellschaf ten, welche das Fräulein von Vertolle allwöchentlich veranstaltete. Dieselben waren nichts weniger als unterhaltend cs fanden sich außer alten Damen, die sehr vornehm und sehr fromm waren, nur einige Jnvali den aus der Umgegend und eine An zahl Geistliche ein. Peter Delorge glaubte das Recht, Elisabeth in der Nähe betrachten 31t können, mit der unvermeidlichen Par tie Whist nicht zu theuer zu erkaufen. Zwei, oder dreimal hatte cr Gelegen heit gefunden, sich mit Elisabeth zu unterhalten, aber cr hatte nicht ge wagt, an sie die große Frage zu rich ten, die ihn jetzt ausschließlich be schäftigte. Als er aber bemerkte, daß daS Mädchen bei seinem Eintritt er röthete und verwirrt wurde, sobald er sie ansprach, sowie daß sich stets einer der herabgelassenen Vorhänge beweg te, wenn er am Hause vorbeigallop Pirte, da begann er einzusehen, daß sie seine Empfindungen errathen ha be, und er hoffte,' daß sie dieselben nicht migünstig aiifnehme. Er war tcte nur auf eine günstige Gelegenheit, um sich zu erklären. Gegen Ende Februar fiel ihm auf, daß das Mädchen immer blässer wur de, ihre Wangen einsanken und ein schwarzer Rand um ihre blauen Au gen immer schärfer hervortrat. Be sorgt forschte cr nach und erfuhr bald die Ursache ihres veränderten Aus sehenS. Elisabeth hatte unter einer neuen Laune ihrer Tante zu leiden. Unter dem Vorwand, daß sie von Schlaflo sigkeit geplagt werde, zwang dieselbe das arme Mädchen, ihr einen großen Theil der Nacht hindurch vorzulesen. Wenn der Morgen kam, blieb die Alte in ihren Eiderdaunen' liegen und schlief fcU Mittag, während die arme Elsabetb zu herkeldm Zeit wie die

Nagd, deren Arbeiten sie theilte, auf

.tehen mußte, so daß ihr also kaum Drei bi vier Stunden zum Schlaf übrig blieben. Peter Delorge gerieth in furchtba cen Zorn, als er dies erfuhr. Diese abscheuliche Alte wird das liebe Mäd ben noch umbringen!" rief cr. Am nächsten Vormittag zog er feine Pa -adcuniform an, begab sich zu Fräu f.:n von Vertolle und ging sofort oh .:e Umschweife auf sein Ziel los. .Mein Fräulein." begann er, ich er lailbe mir, Sie um die Hand des räuleinö Elisabeth von Lesperan, hrer Nichte, zu bitten." Ohne ihr Zeit zu lassen, etwas zu .'Nvidern, unterrichtete er sie in Kürzz neu seiner bürgerlichen Abstammung, '.'iner gegenwärtigen Stellung und :'mcn Hofsnungen für die Zukunft. Auf'S Höchste überrascht, betrachte ? das alte Fräulein den Brautwerber :it Blicken, wie man etwas Wunder arcs ansieht. Aber, mein werther .'rr," sagte sie endlich, dieses arme zind erhält nicht einen Heller Mit i.ift!" Oh. das weiß ich sehr wohl!" rief d:r Oberst. Das alte Fräulein var völlig an s;er Fassung gebracht: sie stammelte ttwas und erklärte schließlich, daß sie cci keinen Entschluß fassen könne, das; sie cs sich überlegen wolle no sräter antworten werde. Sie ver mochte sich mit dem Gedanken, daß sie Elisabeth verlieren solle, nicht Her traut zu machen. Was sollte sie be. ginnen, wenn man ihr Elisabeth, diese unterwürfige Sklavin, entführte, d:e scs still ergebene Opfer ihres orn.' und ihrer Launen? Wer würde sich dann um sie kümmern, wer sie pfle gen? Wer würde ihr die wundervolle Wäsche liefern, mit der sie prunkte. und die aus Feenhändcn hervorgegali k?en zu sein schien? Drei Dienerinnen vermochten diese unvergleichliche Nickie nicht zu ersehen, die ihr ohne Lohn diente. Aus dieser Heirath darf nichts werden!" rief sie, nachdem der Lberst sich entfernt hatte, und sofort begann sie nach einem Grund für eine ablehnende Antwort zu suchen. fcic lano in dato. Wie? uxt Sohn eines Tischlers wollte ein Mäd chen aus dem gräslichen Hause Leö' pcran heirathen? Nie!" , rief sie ; mein Schwager würde sich ja deshalb int Grabe umwenden! Ihre Nichte theilte diese Ansicht tticht. Als sie den Oberst in Parade Uniform und zu einer außergewöhn lichen Stunde zu ihrer Tante kommen sah, war sie von einer jener Ahnungen ergriffen worden, welche die Schützen gcl liebender Frauen sind. Er kommt. um meine Hand zu bitten," sagte sie sich, und ihr Herz begann heftig zu schlagen. Getrieben von einem unwidcrstehli er r r-r. . , men erinneren, zu erfahren, um wa5 cs sich handelte, hatte sie sich der Thür des Salons genähert und Alles ge hört, was darin gesprochen wurde. Ihre Verwirrung war so groß, daß sie sich fast auf ihrem Laufcherpostci von dem Oberst überraschen ließ Wäre cr weniger erregt gewesen, Xsät te er gewiß bemerkt, wie sie in ihre Kammer floh und sich dort einschloß Was für einen Entschluß wird die Tante fassen?" fragte sie sich; welche Antwort wird sie ihm geben? Elisabeth kannte ihre Tante zu gut, um nicht zu wissen, wie die Antwort lauten werde. S:e wird ihn abwel sen," dachte sie voll Verzweflung, und ich werde ihn nicht wiedersehen! Was sott ich thun? Oh Gott, gieb mir einen rettenden Gedanken!" Sie sann einen Augenblich nach, und das Resultat war folgender kurze Brief an Herrn von Gloriere: Mein guter Freund! Sie würden Ihrer kleinen Frclln din einen iNiermeßlichcn Dienst crwei sen. wenn sie noch heute, so bald wie möglich, zufällig Fräulein von Vcr tolle besuchten: ich vertraue Ihrer Klugheit und Verschwiegenheit. Elisabeth Ten Brief zu schreiben, war leicht: schwieriger war dessen Beförderung nach Schloß Gloriere, welches etwa eine Meile entfernt war. Elisabeth ließ durch die Magd den Jungen einer Nachbarin holen, lvel chcr dann und wann kleine Botengän ge verrichtete. Du kennst den Baron von Gloriere?" fragte sie ihn: Tu weißt, wo er wohnt?" Oh ja, Fräulein!" erwiderte der Junge. Nun, dieser Brief muß binnen einer Stunde in seinen Händen sein. Tu wirst denselben nur ihm selbst übergeben. Vorwärts! Spute Dich!" Sie gab ihm zwei Francs, ihr hal bes Vermögen. Wenn der Baron nur zu Hause ist!" rief sie seufzend, nachdem der Bote sich entfernt hatte. Er war zu Haufe. Nachdem er den Brief gelesen, schüttelte er den Kopf. Oh! Oh!" murmelte er; sie empfiehlt mir Klugheit und Verschwiegenheit; was bedeutet daö?" Als der Bote sich entfernt, kleidete er sich sofort an, um sich auf den Weg nach Vendome zu begeben. Offenbar ist etwas Außer gewöhnliches geschehen," sagte er sich; waS mag dieser Satan von einer al ten Jungfer wieder meiner Elisabeth gethan haben?" Der Satan von einer alten Jiwgfer war nicht wenig überrascht, als der Besuch deö Barons gemeldet wurde, der mit diplomatischer Vorsicht auf trat und seine innere Unruhe unter einem freundMep Lächeln verbarg.

Einen Augenblick dachte sie daran, ih.die Verbung des Obersten zu vcr.

chwcigen. Doch, war dies mögliche Er war ja einer der nächsten Verwand. en Elisabeth's und im Familienrat: eine angesehene Persönlichkeit. Sie iheiltc ihm also Alles mit, unterließ jedoch nicht, den Fall so darzustellen. daß der Baron für ihre Auffassung ge vs.nnen werden konnte. Der Edelmann ließ sie über seine c'nncht uicht lange im Unklaren Sapperlot!" rief er. Gott ist endlich gerecht: das ut ja eine Partie für die Kleine, wie ich sie gar nicht zu hoffen wagte!" Eine Partie?" fragte daS alte Fräulein: ein Emporkömmling. der Sohn cmes Handwerkers!" Mag sein Vater was immer ge vesen sein," erwiderte der Baron, er hat doch einen Sohn, der ein edler Mann ist und das Herz auf dem rcch ten Flecke hat." Vergebens bemühte sich das alt? Fräulein, ihm eine andere Meinung beizubringen. ,.enn Qsie, rief er, zwanzig Jahre jünger wären und der schöne Oberst bewürbe sich um Ihre Hand. statt um jene Elisabeth's, würden Sie gewisz zeme Kühnheit gar nicht so ta delnswerth finden." Das Wort Unverschämter!" schwebte auf den Lippen des alten Fräuleins; sie sprach es aber nicht aus. Ich witt übrigens selbst mit dem Oberst sprechen." saate der Baron beim Abschied. Ein 5!ufall füate es. daß in dem Augenblick, als der Baron den Salon verließ, Elisabeth durch den Vorsaa. 1lng. Er ercirifs ihre Hand und wrack scherzend: Ei, mein seine' . .ie.' - . t Yi -rr. r tvramein, wir neuen aijo uniuren vdcntf Na, na, Sie brauchen nicht io zu crröthen auf mich können Sio zählen!" Er begab sich sofort zu Peter T 10XCQ. Als dieser den Baron eintreten saü. erbleichte cr. .,ch komme," begann ier Baron, um Mien mituttsieilcr, div: jvriinlem von Bertolle durchaus t.icht gesonnen ist. Ihnen die Hand ;lTi?r Richte zu bewilligen." er arme Oberst wankte, lch i.t'n 05ctt!" stammelte er. Zugleich aber," fuhr der Baron 'v-t. will ich Ihnen sagen, das; 'ie ntuit vei-mieMn 1 ollen. Tas alte -vräulein hat nicht allein das entschei deude Wort zu sprechen. Ter Fa l'lilienratb iü anch noch da. In du' iiv.i aber habe ich die entscheidende Stimme, und meine stimme it ;ch neu sicher ! Wir wollen doch sehen, cb w:r beiden cs nicht durchsetzen." Ter Oberst wollte ihm danken, doch er lehnte es ab. ..Sie können mir nach der Hochzeit danken," sagte er. ,.ckt heisst es rasch handeln, denn die ?'!lc in schlau. Tas Gerücht, dan Sie einen SXovb erhalten haben, darf m.ht Verbreitung finden. Tarmn i,t es nöthig, das; man uns. so lange eö noch ?ag'ift, Arm in Arm auf der Straf;: ficbt. ?ann speisen Sie bei mir im , Hotel zur Post", und nachher begaben wir uns iii's Osfiziero-Eassino, wo uir eine Partie Schach spielen. Ta 'ch Elisabeth's Vormund bin, was alle Welt wein, wird man sofort vermi :be.:. das; Sie Elisabeth heirathen. Tann haben wir die otsentliche Mei mma. die beste Heiratsvermittlerin in kleinen Städten, für uns. veira then, welche diefe geheime Macht zu Stande gebracht hat, macht man nicht mehr rückgängig." Tas Fräulein von Bertolle war noch zu Bett, als am nächsten Morgen schon eine ihrer Vertrauten gelaufen kam. um sie von dem Streich m Kennt nis; zu setzen, welcher Herr von Glo riere ihr gespielt hatte. Alle Welt sprach bereits von der Verlobung des Fräuleins von Laspo ran mit dein Oberst Telorge. Tas alte Fräulein bekam einen Er slickimacanfall. Tas ist der schwär ',cste Verrath!" rief sie, eine eines ansiändiacn Mannes unwiirdigeTreu losigkcit! Ich will ihm aber gründlich meine Meinung sagen und mit nichts zurückhalten!" Sie that dies zwar nicht, denn sie sah ein. das; der Oberit die ganze Verwandtschaft auf seiner Seite hatte, aber es lag nicht in ihrem baraktcr, na? ohne .ttamps zu erae ben. .md am allerwenigsten in einem Fiille bei den: ihre Selbstsucht im eptae war. Bald fand sie eine Lösung der der wickelten Angelegenheit, die ihr zu sagte. Wer hinderte sie. die Stadt mit Elisabeth zu verlassen? Warum sollte sie nicht nach einer anderen Stadt übersiedeln imd dort bleiben, bis der Oberst mit seinem Regiment die Gar mson verlassen hatte? Ties kostete allerdings viel Geld, aber das O,'fer erschien ihr doch gering im Vergleich mit der Vereinsa mnna. die ihr bevorstand, wenn Eli a beth "sie verlief. Sie mußte lachen, wenn f, firfi das (Besicht vorstellte, das der Baron von Gloriere machen wür de. wenn er m ihr kam und man ihm meldete: Tas Fräulein und ihre Nichte sind für mehrere Monate der reist." Es war eilt schöner Traum, leider zu schon, das; seiner Verwirklichung nicht unüberwindliche Hinderntise ent aeaenaestanden hätten. Tas alte Fränlein sollte dies schon am nächsten Morgen crfahrcn. Ihre erste Bcwe gung nach dem Erwachen am Morgen war. dass sie kungelte, um ihre Nichte herbeizurufen und ihr.anzuki'mdigen.

hak sie noch heute abreisen würden: sie

befahl ihr. Alles zur Reise vorzuberei ten 'und schleunigst die Koffer zu packen. Ta geschah etwas Unerhörtes. Entschuldigen Sie, Tante," sagte Elisabeth, in diesem Augenblick kann ich nicht abreisen." Tas alte Fraulem stand wie vom Schlag gerührt. Tu kannst nicht ab reisen?" stammelte sie; und weshalb, wenn ich fragen darf?" Sie wissen es ebenso gut, wie ich. Tante." Ich weis; cS nicht! Erkläre Dich deutlicher!" Nun, ich muß doch das Resultat einer Frage abwarten, die gestern an Sie gerichtet wurde, und die Sie bald beantworten wollten. " (gortsetzung folgt.) östö Such im Welthandel. deutsche Vüchererzeuqug int Vergleich tnit et aller ackdcrcn Länder. Tcr deuische Buchhandel hat sich in jahizehntelanger Artcit eine Organi salion geschasfen. die ihn hoch über den Stand dieser Gewerbe im Auslande erhebt. Tas deutsche Buch hat im Weltverkehr eine Verbreitung, die den Handel mit französischen, englischen, amerikanischen Büchern vielfach übertrifft. Auf der andern Seite fließen in Deutschland auch mehr fremde Werke zusainmen als in irgendeinem andern Staate, so daß man Deutschland heute als das Centrum des Weltbuchhandels bezeichnen musz. Im Jahre 1900 bellefen sich die Einfuhr und Ausfuhr von Büchern, Karten. Musikalien und Zeitschriften auf folgende Werthbeträae: Teutsches Reich: Einfuhr: 21.500.000, Ausfuhr: 73.200.000, Oestcrreich-Ungarn: 35.500.000 und 11,200,000, Schweiz:! 9,000,000 und 4,900,000, Frankreich: 9.200,000 und 7,500,000, England: 4,700,000 und 29,400,000, Ver. Staa ten: 8,100,000 und 11,800,000, Ruß land: 4,600,000, Ausfuhr unbekannt. Von großer Bedeutung für die überragende Stellung des deutschen Buchhandels auf dem Weltmarkte ist die gewaltige eigene Büchererzeugung. Nirgends erscheinen annähernd so viele Bucher wie in Deutschland. . Im Jahre 1901 wurden im deutschen Sprachgebiete, d. h. in den von der Organisation des deutschen BuchHandels umfaßten Ländern, Deutschland. Oesterreich und der Schweiz, 2o,331 deutsche Verlagswerke herausgegeben. wahrend gleichzeitig nur 10.133 französische. 6043 englische und 7141 nordamerikanische Werke erschienen. Die deutsche Büchererzeugung hält also der der drei andern Lander zusammen die Wage. Die Vertreter der deutschen Wissenschaft sind es freilich in erster Linie, denen diese Erfolge zu danken sind, aber es ist doch nicht zu übersehen, daß der Buckhandel durch seine Organisation und seine Thätigkeit viel dabei mitgeholfen und em wesentliches Verdienst daran hat, daß die deutschen Bücher gleich Pionieren des deutschen Volksthums und Sprachthums in weit stärkerm Maße im Auslande als das Deutschthum selbst und die deutsche Sprache verbreitet sind. Am W e i'b'n a ch't I a 6" e'n d e verbrannt. Der Schiffszimmermann Baranyai in Budapest hatte zahlreiche Gäste zu seinem Weihnachtsfeste eingeladen. Gegen Mitternacht begab sich die ganze Gesellschaft in die Mitternachtsmette und nur die zwei Kmder des Baranyai, ein vier- und ein zweijähriges Mädchen, blieben zu Hause, nachdem die Kinder früher zu Bette gebracht worden waren. Baranyai hatte vor dem Fortgehen vergessen. die Lichter des Weihnachtsbaumes auszulöschen. Die Kerzen brannten allmälig ganz ab und entzündeten dann die Aeste des Baumes. Das Feuer griff um sich und schließlich geriethen die Einrichtungsgegenstande der Wohnung in Brand. Als die Gesellschaft nach Haufe zurückkehrte, stand die Wohnung in hellen Flammen. Die entsetzten Eltern fanden ihre Kmder als verkohlte Leichen in den Betten. Die Polizei leitete eine Untersuchung ein. I n E g h p t t n werden 5.000.00Q Acker von 1.000,000 Landeiqen thümern kultivirt, von .denen 6000 Europäer sind. Dik Aekölkerunnde russischen Reiches fetzt sich aus w lypijqen uns gesonderten via fengruppen zusammen. Ein Aerbrecker. der zum Tode verurtheilt ist, muß in Griechen land erst nock zwei abre warten, bis das Urtheil an ihm vollzogen werden oars. GkdanKrnsplüter. Wer von den Menschen Theilnahme be gehrt, muh ost Neugierde dasür hinnehmen. Ueber nicht? wundert man sich später so sehr, als über wa5 man sich alles gewunver! hat. Wenn einer dir sagt, dak mit Geld alles zu machen sei. nimm dich in acht: DaZ ift einer, der selber für Geld alles mache würde. Tie aanze Welt kann dich nicht soviel täu. schen, als du dich allein ost täuschst. Die Qoffnuna gleicht der Welle des Mee reö, die tausendmal zerschellt, um tausendmal wiederzukehren. Wer ein Nachtlager für die Wahrheit sucht, muh eine höfliche Lüge anklopfen schicken. ' . : ,1 . . j. ' - '

T--t0 Haus, Hof und Kind Z Offene Slinötn pflegen bei den Vögeln ungemein leicht zu heilen, da sich meist durch das geronnene Blut und das Zusammenkleben der Federn ein natürlicher Verband bildet. Bei kleineren Wunden ist ' demnach gar keine besondcre Behandlung nöthig. Handelt es sich um größere Wunden, so suche man zunächst die Blutung durch Auswaschen und Kühlen mit Karbolwasser (schwache Lösung) zu stillen. Ist dies geschehen, so drücke man die Wunde zu und bifestigc, wenn dies angängig, nuen mit Karbolwasser getränkten, rein:n Lcinenlappen um den betreffenden Körpertheil. Am nächsten Tage kann die Wunde mit schwacher Arnikalösung ausgewaschen werden, und dürfte dann in den meisten Fällen baldige Heilung eintreten. Selbstverständlich muß der Patient im übrigen vollkommene Ruhe haben. Bei Frost graben. Man duld nie, daß das (Äartenland betreten wird, wenn es naß ist. denn es ballt sich bann fest zusammen und bleibt kloßig und fest ein ganzes Jahr hindurch. Teshalb ist es auch fehlerhaft, schweren Boden im Herbste bei offenem feuchten Wetter umzugraben. Mit ausgezeichnetem Erfolge läßt sich dagegen bei leichtem Frostwetter graben. Fast jeder Winter hat eine größere Reihe mittlerer Frosttage, en denen rnan das Land ohne Schaden betreten und mit scharfem Spaten die leichte Frostdecke ohne Mühe durchstechen kann. Ter Boom durchlüftet und durchfriert gründlich, zerbröckelt und wird mürbe. Frost ist für jeden fchweren. blndiaen Voden das allerwerthvollste Verbesserungsmittel, das man t ausgiebig, wie nur irgend mögliche darauf einwirken lassen sollte. Torfstreu für Pferdesi ä l l e. Torfstreu ist ein sehr guter Ersah für das theure Stroh, falls es wirklich Torf ist. d:n man streut. Ofr aber ist es mehr Torferde, und daraus bildet sich nach wenigen Tagen ein morasiartiger Brei, welcher leicht Mauke und Rheumatismus erzeugt; denn Nässe im Pferdestall ist etwas, was unZcr allen Umständen vermieden werden sollte. Ist man aber in der Lage, wirklich guten Torf einzustreuen, und erneuert man ihn oft. so läßt sich gegen seinen Verbrauch nur das eine einwenden, daß der Pferdedünger dann bei weitem nicht den landwirthschaftlichen Werth hat wie der Strohdünger, und in Segenden mit leichtem Boden oft gar nicht abgesetzt werden kann, während man für Strohdünger immer gute Verwendung hat oder Käufer findet. Beim Jahnwechfel des Rindviehes tritt oft der Ausfluß von schleimiger Flüssigkeit aus dem Maule besonders stark in Erscheirnrng. Obwohl diesem Umstand? keine große Bedeutung beizumessen ist, empfiehlt es sich doch, zur Linderung des Uebels etwas zu thun. Der Ausfluß wird sofort an Stärke abnehmen, wenn man dem Rind täglich zwei- bis. dreimal das Maul mit einer Flüssigkeit. bestehend aus einem Quart Wasser und einer Messerspitze voll gebranntem Alaun, ausspritzt. Auch genügt schon eine Auswaschung mit einem Schwamm. Das Thier wird ben. dieser Behandlung sich weniger aus', dem Zahnwechsel machen, wie man sagt, und wird darum auch wenigerabmagern, als dies sonst bei starkem. Ausfluß der Fall ist. D i e Krämpfe bei jun-' gen Schweinen haben ihre Urfache vielfach in kalten Stallungen, die dazu noch feucht sind. Auch kaltes Futter ist schuld daran. Da derartige Krankheiiserscheinung?n meistens im Winter auftreten, so sind si; leicht von der Rhachitis oder Knoch:nweich: zu. unterscheiden. Letztere Krankheit entsieht wegen Mangels an Kalk im Futter und kennzeichnet sich durch das Un-vermögen.-auf den Beinen zu stehend Eementirte Böden und kaltes Mauerwerk, kalte und gefrorene steinerne Futtertröze. das sind drei Dinge, welche m kalten Win! leicht Krankheiten erzeugen. Reichliche Einstreu, welche täglich erneuert wird, mindert das. Uebel. Die Wiese i st d i e Mutete r des Ackers." Dieser alte Satz gilt besonders ton den bewässerten Wiesen, welche imstande sind. bei. günstigen Verhältnissen der Wirthschast alljäbrlich bedeutende Fnttermengen zu liefern, welche zu Dünger verwendet, dem Acker zugute kommen. Regelrecht angelegte und sachgemäß betrieben? Bewässerungsanlagen sind daher geeignet, den Wohlstand ganzerGegenden zu heben und dauernd zu erhalten. Bienenzucht. Die Kennzeichen bei dem Änkaufe eines guten Bienenstockes sind folgende: Unten rcine Tafeln, in den Hinteren Lagen Honig . und zwischen den Waben die Bienen bis tief hinunter dicht .aufliegend. Sitzen sie zerstreut in der ganzen Wobnung herum und nicht dicht beisammen, so ist daS Volk ohne Königin. Auch soll das Bodenbrett vom C'emülle u:n sen, weil ein. in diese: Hinsicht unreiner Stock gar leicht wachsmottenoerdäcktig ist. ' '