Indiana Tribüne, Volume 30, Number 136, Indianapolis, Marion County, 31 January 1907 — Page 6

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Die grüne ZNamlia.

von M7 Vkydress. Marjen saß in err.em bequemen Nohrsessel auf der Veranda und schaute finsteren Blickes auf die herrlick)e Landschüft hinaus. Neben ihr stand ein Tischchen mit Theegeschirr und Kuchen, und mit strahlenden Augen hatte eben die alte Trud: einen Teller voll appetitlich aussehender Aprilostn vor sie hingestellt. Tie ersten, Kindchen." sagte sie. sieh was für große Kerls es sind. Laß sie Tir gut schmecken, nein schüttele nicht den Kopf, der Hunger Wird sich auch schon Wieder einstellen, aber die hier, die sind ja nur für den Durst. Da, so. versuche mal so'n Stückchen. Gelt? 's geht schon? Noch eins. Hier, und jetzt den letzten Bissen. Sich, nun haben wir es ja fertig. Es macht sich schon, nur Geduld, 's ist noch lange hin bis zum Abendbrot, mußt dem Magen immer was anbieten. Kleine, dann gewöhnt er sich an's Essen." Aber Marjen gedachte der (Zrmaynung nicht mehr, nachdem Trude sie verlassen. Unbeachtet stand das Obst und das Vackwerk neben ihr und das Buch, in dem sie zu lesen versucht hatte, war achtlos ihren Händen entglitten und lag auf dem Boden. Mit zusam-n-.engezozenen Brauen und eingekniffenen Lippen sah sie hinaus in die Cegend, immer nach einem Punkte hin, dort, wo am Hügel zur Rechten ein schmaler Pfad in einer langen Wendung der Ebene zuführte. Das bös" Fieber, das sie vor mehrere.: Wochen befallen, war nun endlich überwunden, aber es hatte seine Spuren auf den Zügen des jungen Mädchens zurückgelassen, die eine lange Zeit der Erholung und gute aufmerksame Pflege erst würden verwischen können. Die Augen waren tief eingesunken und schwarz umrändert und die 5aut des abgemagertcn Gesichts war schlaff und gelb geworden. Bor dem Spiegel stehend war Marjen heute in Thränen ohnmächtiger Wuth ausgebrochen, als sie zum erstenmal statt des weiten, faltigen Schlafrockes ein Kleid angezogen hatte, eines der hübschesten, die sie besaß, und daZ, wie sie so gut wußte, ihm am besten gefallen hatte. Aber das war vor ihrer Krankheit gewesen und ehe sie, die Falsch?, gekommen war, ihr seine Liebe zu stehlen. Wie sie vor sich selbst erschrak in dem scylotternden Gewand, so mußte er ja auch erschrecken, wenn sie ihm so entgegentrat, bleich und ei.rgefallen, mit dem kurz geschorenen Haar, den blutlosen Lippen. Nasch, so schnell ihre zitternden Hände es vermochten, hatte sie das Kleid wieder abgestreift und sich in den bequemen Morgenrock gehüllt, der die Magerkeit ihrer Formen schonend verdeckte uno ihren bleichen Wangen einen matten Abglänz seines rosenrothen Grundtones verlieh. Weihnachten stand vor der Thür. Weihnachten, das Fest, das ihrem jungen Glück die Krone hatte aufsetzen, sie auf ewig mit dem Geliebten vereinigen sollen. Wie glücklich war sie gewesen, ehe sie kam, sie aus seinem Herzen zu vertreiben. Wie lang hatten ihr die Stunden, wie unerträglich die Tage geschienen, an dnen es ihm nicht möglich war, von seiner Farm herüber zu komwen, sie zu einem weiten Ritt aufzufordern oder Artn in Arm mit ihr durch den Garten zu schlendern und in dem kleinen Gehölz am Ufer des Flüßchens zu ruhen. Wie hatten sie geplaudert, gescherzt, gestritten und sich dann wieder ausgesöhnt, wie hatten sie gelacht über die kugelrunden Kaffernjungen, die, ihres Verbots im Adamkostüm zu erscheinen, eingedenk, dem minimalsten Fetzen, dessen sie habhaft werden konnten, die Aufgabe zumutheten, ihre Blöße zu bedecken. Marjen stützte den müden Kopf auf die Hand und il,re starren Züge wurden weicher, als sie die selige Zeit an ihrem Geist vorübergehen ließ, als sie den Abend sich in's Gedächtniß rief, da sie seiner Werbung Gehör geschenkt, wie sie von seinem Arm umschlungen das Jawort ihm gegeben. Tort unten hatten sie gestanden sie konnte die Stelle von ihrem Platz aus sehen und schweigend in das Wasser geschaut auf die flüchtig dahineilenden Wellen, über welche die ersten Strahlen des aufgehenden Mondes zaghast und kosend hin und her huschten. Da hatten sich die jungen Herzen gefunden, und als sie dann beide vor den Eltern gestanden. den innigen Kuß der Mutter, den gerührten Segenswunsch des Vaters empfangen hatte, da hätte sie laut aufjubeln mögen, der ganzen Welt die Seligkeit verkünden, die ihre Brust erfüllte. Wozu die Kinder warten lassen, hatte der Vater gesagt, sie sollen Hochzeit machen, wenn der Sommer vorüber ist." Aber die Mutter wollte davon nichts hören. .Märzen lst'noch rnng, wen dete sie ein, sie kann noch warten. Wir wollen sie noch ein Weilchen behalten. Und der Brautstand ist ja doch die schönste Zeit." fügte sie leise seufzend hinzu, weshalb ihn gar so sehr verkürzen?" So war es denn festgesetzt worden. daß die Liebenden ein Jahr noch sich gedulden sollten, wenn Weihnachten wiederkäme, dann könnten sie ihr neues Leben zusammen beginnen, und wohl oder übel mußten sie sic zuneoen ge

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Statue der Aönigin Victoria und eine schwarze mit einem Esel. DaS wunderbarste bei dem Erdbeben zu Jamaika tft bet der Statue der Kö nkgin Victoria zu bemerken, welche im Mittelpunkt von Kingston steht und durch das Erdbeben eine vollständige Wendung machte ohne auch nur das geringste bei Festigkeit ihre Lage oder Stellung einzubüßen.

ben. Es war ja auch leine Trennung, die von ihnen verlangt wurde, denn Pauls Farm, oder vielmehr das Wohnhaus auf derselben lag nicht viele Meilen wett entfernt, und zwei- oder dreimal in der Woch: fand er immer Zeit, herüber zu kommen, seine Traut zu besuchen und ihr Bericht zu erstatten über alles, was sich bei ihm zugetragen. Denn seitdem Marjen versprochen hatte, die Seine zu werden. Glück und Unglück. Wohl oder Wehe mit ihm zu theilen, glaubte sie ein Anrecht auf alles zu besitzen, was ihm gehörte und was ihn anging. Da wollte sie hören, ob die graue Stute wieder gesund und ob das letzte Kalb auch richtig gedeihe. ob der Tom, der Hauskaffer. das Brot jetzt so backe, wie sie es ihm gelehrt und ob WhiZkers. der kleine Terrier ordentlich unter den Ratten aufgeräumt habe? Zuweilen ritt sie mit ibrem Vater hinüber, um selbst dort Umschau zu halten, denn so ein armer Junggeselle, der nur Schwarze um sich hat, weiß oft nicht aus und ein. 0 mußte sie nach dem Rechten sehen und Ordnung schaffen, wo es nöthig war. Das soll schon alles anders werden," lachte sie. wenn er ihr belustigt zusah, warte nur. bis ich einmal die Zügel in die Hand hier nehme." Und wenn sie im Hause nach ihrer Zufriedenheit geschaltet hatte, dann ließ sie es sich auch nicht nehmen, draußen unter dem Gethier nachzusehen, ob die BrütHennen in sicherem Schutz ihrem wichtigen Geschäft obliegen konnten und kein gefräßiges Leckermaul von Jguana, das heimlich vom Flußufer heraufkroch, ihnen die werthvollen Eier unter ihren Flügeln weg zu stibitzen vermochte. Sie gab Tom Ermahnungen und Rathschläge, rief die Katzen herbei, um sie zu streicheln und ihnen ein Schälchen Milch vorzusetzen, tollte mit Whiskers hinter den übermüthigen Ziegen her und kehrte, wie sie selbst sagte, recht gründlich das Unterste zu oberst. Mitten in diese fröhlkcken Tage war der verhängnißvolle Bri:f aus Teutschland gekommen. Eines Tages fand sie ihre Eltern in eifrigem Meinungsaustausch über ein Schreiben, das mit den Postsachen gekommen war. Da gibt es eigentlich nichts zu besinnen hörte sie den Vater sagen, das Mädel soll zu uns kommen. Das einzige Kind meiner verstorbenen Schwester Gott habe sie selig soll wissen, daß sie bei uns eine Heimath hat, wenn sie sich nicht scheut, eine so weite Reise zu machen. Mrs. Hunter wird im September wieder zurückkehren, die thut uns gewiß den Gefallen und nimmt die Kleine unter ihren Schuh. Und wenn eö ihr nicht gefällt, und sie wirklich auf eigenen Füßen stehen will, dann kann sie auch hier in Südafrika eine Stelle als Erzieherin annehmen und sich besser bezahlen lassen als in England. Zum allerwenigsten müssen wir ihr sagen, daß unser Haus ihr jederzeit offen steht. Du stimmst mir doch zu, Alte, nicht?" Marjen hatte sich wie ein Kind ge freut, als sie hörte, daß die unbekannte Kousine wirklich eintreffen sollte. Sie. die sich immer eine Schwester gewünscht, sollte NUN eine liebe Gefährtin im Hause haben, mit der sie von ihrem Glück, von ihren Zukunftsplänen reden

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, ' if . rvT i - 'i i - v i?t - konnte. Sie bestand darauf, mit dem Vater nach Durban, der Hafenstadt, zu reisen, vm die erste zu sein, ir herzlichen Willkomm zu bielen. auf fremdem Boden, fern der Heimaih. Und dort hatte das schlimme Fieber sie erfaßt. Wie ein wüster Traum lag das alles nun hinter ihr. die Rückreise, die sie balb krank schon unternahm, die Ankunft zu Hause, wo sie von der Mutter und den jüngeren Brüdern und von Trude empfangen wurde, und auch von Paul. War er wirklich bei der Gruppe gewesen oder hatte sie es nur geträumt, daß er so ausfallend schweigsam dabeigestanden hatte, weil er immer nur Nellie. die Neuangekommem. anblicken mußte? Und Nellie. mit dem rosigen Gesicht und den lachenden blauen Augen, den kastanienbraunen Haaren, die in der Sonne wie flüssiges Kupfer glänzten, und di: Mutter mit besorgtem Blick und di: Krankenschwester mü den kühlen Handen und der weichen, wohlthuenden Stimme und der Arzt und Trude ein wirres Durcheinander von Tildern und Personen, dazu das unaufhörliche Brausen und Tosen in ihrem Kopf. wie wenn der Fluß da unten schäumend über seine Ufer aestieaen und seine Wel len sie zu verschlingen drohten. Nellie hatte redlich bei der Pflege geholfen O ja, alle sagten es. auch Paul. Und weil sie gar so viel im Krankenzim mer gesessen, da hatte er sie zu einem Spazierritt aufgefordert, dann zu einer Fahrt ich Richmond, dann sollte sie auch die Nachbarn allmälig kennen lernen, damit sie Zerstreuung finde, und sie nahm gern die Freundesdienste an und ritt und fuhr und scherzte und lachte mit Paul Auch heute waren die beiden zusammen fortgeritten, und Marjen hatte sich den Platz so gewählt, daß sie von weitem sehen mußte, wenn sie heimkehrten Wollte sie noch weitere Gewißheit ha bm? Hatte sie nicht gesehen, gestern vorgestern, wie sie einander angeschaut? Hatten ihre eigenen Augen sie betrogen? Als er Nellie vom Pferde hals, hatte er sich da nicht über ihre Hand ge beugt? Hatte er nicht einen Kuß daraus gedruckt? An heirathen ist vorläufig nicht zu denken," so hatte Dr. Allens Ansich aelautet, unsre kleine Patientin braucht Luftveränderung. Sie muß so bald als möalicb fort." (Schluß folgt.) Eine Umgestaltung unseres Jndustnesystems erwarten meh rere Ingenieure und Kapitalisten von der neuen Erfindung, die Kräfte der Fluth zur Erzeugung von komprimirter Luft auszunützen. In South Thomari rnn . r i , ! jn 1.1 jum, 'mz., qü eine ANillge crincuiw werden, um den Werth der Erfindung zu demonstriren. Ein Klappbett, das auf einem Motorwagen transportirt werdftt kann, hat ein Heller Kopf erfunden. DaS Bett kann, wenn geöffnet, als Tisch verwendet werden, während es geschlossen als Vordersitz des Vehikels dient. Außer einer Matratze enthält das Bett auch noch pneumatische Kissen.

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Der Schäfflettanz 1907. Mag auch immer tiefer und tiefer.

von Jahr zu Jahr, die moderne Groß stadt München das kleine, trauliche Alt-München begraben, unter all dem Hasten und Lärmen, dem Prunk und der Größe hebt dann und wann das Alte sein Haupt und spricht von vergangenen Zeilen. Meistens geht es j dann ums Sterben: ein Stück Vergangenhcit verschwindet oder eine besondere Gelt'gcnhclt ruft die Ennnerung an Verschwundenes wach. Das lebendige Alt-München wird immer kleiner. Einer seiner bedeutsamsten Zeugen ist noch der Schäfflcrtanz. Er hat diesmal nicht die sicbcn Jahre ausgehalten, eh: er sich wieder regte. Seine Verewigung im Erker hoch auf dem neuen Rathhaustburm hat schon seit längerer Zeit die Münchncr und die Freunde unseres alten Marienplatzes insbesondere interessirt. Dann waren es die Kaisertage im November, an denen die Tänzer aus dem Marienplatz beim Huldizungszug Aufstellung nahmen und eine der schönsten Huldigungsgruppen bildeten. Um es aber mit dem Tanz selbst für 1907 Ernst werden zu lassen, hat es nicht geringe Muhe gekostet. Der alles nivellirende Verkehr räumt rücksichtlos mit den alten Bräuchen auf und fordcrt alles Rocht für sich. Ab das Schäfflerhandwerk hat noch zähe Kräfte wie das Holz, mit dem :s zu thun hat und gefunden Auftrieb; das konnte man beispielsweise im letzten Oktober bei der schönenAusstellung der Fachschule in der Liebhcrrstraßo sehen. Während man sonst schon im Sommer mit dem Proben begann, wurde es diesmal Oktober. Es gelang trozdem. gelang gegen den Widerstand noch anderer Feinde, denen das gute Einvernehmen zwischen Meistern und Gesellen ern Dorn im Auge ist. Im Jnteresse des Verkehrs mußt: freilich die Polizeibehörde Bedingungen stellen. deren wichtigste für die Oesscntl.cylelt die ist. daß die Termine und Adressen der Tänze jeweils nicht vorher bekannt gegeben werden dürfen. Es werden sich ellerdings auch ohnedies Zuschauer genug zusammen finden. Der erste Tanz gilt, wie immer, dem Regenten. Am Dreitönigstage. Mittaas 412 Uhr. ziehen d:e Ganzer vom Katholischen Gesellschafishaus an der Brunnstraßc (Kreuzbräu) aus; in gereimtem Spruch ruft f:e ihr Borstano '.um Tanz: Sieben Jahre sind herum Heraus Ihr Schäsflergesellen Laßt Euch sehen Auf den hellen beschneiten Gassen Wie einst nach der Pest Lei jubelndem Fest. Sieben Jahre sind herum. 5!un ziehet vor den Regenten Und brinat in prangender Runde Mit jauchendem Munde Ein Viva. um Und auch oem Fürstenhaus. Sieben Jahre sind herum. Laßt gellen die Pfeifen Mit zierlichen Reifen Die Gläser geschwungen, Den Achter geschlungen, Wohlauf zum Tanz Mit buntem Kranz." Die Tänzer ziehen durch die Hacken-. Sendlingerstraße, über den Rinder, marlt und Marienplatz durch die Die-ner-und Residenzstraße zum Kaiserhos der Residenz, wo sie, nachdem Se. k. & der Prinz-Regent die Vorstände der Tänzer und des Kommittces vorher in Audienz empfangen hat. tanzen werden. Es folgt dann im Wiitelsba4erPalais der Tanz vor Prinz Ludw'g nnd Nrin, Arnulf. Prinz Leopold wurde durch seine Abreise nach Wien in UMn stunde verhindert, den anz , sekl'n. Prin; Ruvvrecht wird, wie neuerdings bestimmt wurde, später die ?ön?er bestellen. Prini. uowia ,er dinand wird nach seiner Rückkehr von Madrid mit Prinsün Klara und Prinz Alfons die Schäffler tanzen lassen. Herzog Ludwig ist ebenfalls verreist. In Biederstem wartet man zuvor die Rückkehr des jüngsten Herzegs Luitvold ab. Unter diesen Umständen werden die Schäffler am gleichen Tage auch noch beim Grafen Törring-Jetten-bach und beim General Freiherrn v. Sazenhofen tanzen und zum Schluß, etwa balb 4 Uhr, im Hof des herzoglichen Palais an der Ludwigstraße vor Herzog Karl Tbeodor. Am Montag gilt dann der Tanz den verschiedenen Ministerien, der Regierung und der Stadtkommandantur. Wenn die schmucke Schaar heute auszieht, wird man sehen, daß sie im gleichen Gewand und mit den anderen Tänzern die alte geblieben ist. Vor der schmetternden Marschmusik her die Spaß- und Platzmacher im bunten Narrenkleid mit Pritsche und der Gretel", dem Symbol der alten Gretel mit der Butten", die früher an Stelle der Wurstl" agirte. jetzt aber die Schwarze verwahrt, mit der ge'egentlich ein Mädel am Weg gezeichnet" wird. Hinter der Musik folgt die hübsche Fahne, die zwei umfrager , zugleich Tänzervorstände, und die zwei Nelsschwinger. Die Kleidung ist gleichheitlich der rothe Rock, die weiße Weste mit dem schwarzen Pestband" als Erinnerung an die unselige Zeit der Entstehung des Tanzes, die schwarien Kniehosen, weiße Strümpfe und schwarze Schnallenschuhe, die grüne Schlegelmütze mit weiß-blauen Federn, das Schurzfell und die rothe Schä:pe mit dem goldgestickten bayerischen und

dem Zunftwapp'en. Die Chargen unterscheiden sich nur durch die Verdoppelung der silbernen Tressen an Rock und Mütze. Es folgen in zwei Reihen die Tänzer mit den Buxreifen. Die beiden Vortänzer, die sich durch ihre Größe auszeichnen, tragen ein Zepter mit flatternden Bändern bezw. ein wein-blaues Fähnchen. Inmitten tragen zreei Rescrvetänzer das Faß und die Schlegel. Die Theilnehmer an dem Tanz sin) alle unter dreißig Jahre alt; sie muffen Bayern und unverheirathct sein. Nur e'.n kleiner Theil sind geborene Münchr.er. Daher kommt es wohl, daß sie r.zch Beendigung des Tanzes meistens unsere Stadt verlassen, nachdem sie be .'.''.ts zu Neujahr bei ihren Meistern cir.sgetreten sind. Ein wesentlicher Punkt bleibt somit die Abrechnung, die in der 'Weise von statten geht, daß r.ach Abzug der Unkosten die für die Tänze vereinnahmte Summe aleichheit-

lich unter die Fünfundzwanzig aufgetheilt wird. Jene Unkosten sind nicht eerina. wenn man bedenkt, daß von dem Verdienstentaana abaeseben das neue Kostüm ein schönes Stück Geld ko,tet (je 123 Mark) und außerdem sür Musik, Dekorationen. Entschädigungen und dergl. bedeutende Ausgden abfallen. Die Verpflegung wird Heuer von den Tänzern aus eigener Tasche bezahlt, während sie sonst von der Herberge geleistet und zuletzt derrechnet wurde. Das Kommittee. das sich um die Veranstaltung des heurigen Tanzes verdient gemacht hat, besteht aus den Herren: Faßfabrikant Joseph Strobl, Gemeindebevollmächtiater, als erstem Vorstand. Schäfflermeister Karl Prinz und Joseph Ziegler. Von der Gehilfenschaft die Herren Strobl, Pössinger, Klau; dazu der engere Ausschuß des 'achvereins. Verantwortlicher Leiter des ganzen Tanzes ist Herr Friedrich .tz. Der Tanzkorporation gehören an die Herren: Liedl und Ferdinand Fuchs als Vorstände (Umfrager). Solleder r.nd Heigl als Reifschwinder. Scheidler rrid Kümmerle als Vortänzer, Kriegl :!3 Fähnrich. Albrecht und Xaver .einzierl als Hanswurste, endlich die Tänzer: Verger. Dandl, Johann " 'cbs. Hofkmann. Jslinger. Kister, drnst, Kurz. Seibold, Schmidmeir, l'scsl, Johann Weinzierl. Weiß. Zac'.::l, Morgott und Reinhardt. Iin ersten Stock des Katholischen l":'ellschaftshauses (früher KreuzI ;!) an der Brunnstraßc ist für die ' nzzeit ein ständiges Bureau für jede .t Auskunft errichtet. So ziehen denn die Schäfflertänzer r -:der aus und tragen wie allezeit ' :chsinn in unsere Straßen. Der ist '.."ner willkommen. Von Pest und ähn- " en Schrecknissen ist unserer Zeit der ,' -g'.ene ja allerdings nur eine fernl':i:'nde Erinnerung verblieben; dafür b-ben wir über die theuren Zeiten zu :'".acen. Beim Anblick des fröhlichen Cx'tin - Roth - Weiß - Schwarz unser?r Schäffler werden wir jene Klagen- : ".-gessen. Also findet die wackere schaar ihre alte Aufgabe, zu der sie linst im Jahre 1517 auszog, immer wieder in dem alten Feind, dem Trüb:nn in verschiedener Gestalt. Es soll ?:ns nicht anfechten, daß es vielleicht s'.im letzten Male ist, 'daß wir unsere Neben Tänzer sehen; daran denken sollen wir ceber, um uns für den Heuricen Tanz mit besonderer Wärme zu iz'.tcressiren. Dem photographischen Atelier Gebr. Ostermayr. Karlsplatz 6. wurde, wie schon seit 1886. auch Heuer die Herstellung der offiziellen Postkarte übertras c.:n. Es sind bereits die Aufnahmen der verschiedenen Gruppen des TanzeZ gemacht und von diesen Postkarten im Handel erschienen. Ein Theil des Raubes Dougherty's auf Cuba. Neue Nachforschungen haben ergeben, daß Dougherty. der Erzgauner von Peoria. Jll., von den Geldern, die er den Steuerzahlern der Stadt Peoria gestohlen hat, 200.000 auf Cuba in Tabaksplantagen angelegt hat. Hoffentlich wird es der Schulbehörde Peorias gelingen, diese Kapitalanlage zu erlangen. Soweit hat sie aus den Besitztümern, die der Spitzbube freiwillig herausgab, 5100.000 herausgeschlagen. Von den Verübern de's Raubes und der Verbrennung der Dougherty-Akten hat man noch keine Spur. Pinkerton's Geheimpolizisten beschäftigen sich jetzt mit dem ViaU: ob sie etwas ausrichten werden, ist auch noch zweifelhaft. Die Prohibitionsbill der Herren Hepburn und Dolliver, nach welcher Spiritussen, die im zwischenstaatlichen Verkehr versandt werden, den Gesetzen des Staates unterliegen sollen, nach welchen sie gelangen, ist einstweilen unschädlich gemacht worden. Der Justizausschuß des Hauses bat mit 9 gegen 7 Stimmen beschlossen, sie nicht in Erwägung zu ziehen. Unter den Mitgliedern, die gegen die Bill stimmten. befand sich auch der Abgeordnele Jenkins vom elften Distrikt von Missouri, der damit wiederum gezeigt hat, daß er in diesen Fragen auf der richtigen Seite steht. An derKüste vonMaine sind im letzten Jahre nahezu nenn Mitlionm Hummern gefangen worden, und haben dieselben den Fischern einen DurchschnittserloS von 19 Cents das Stück gebrlcht. Angesichts dieses enormen Fangresultats scheint dieArmahme des dem Kongreß vorliegenden Gesetzes zum Schutze der Hummerindmstrie sehr wünschenswerth.

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