Indiana Tribüne, Volume 30, Number 134, Indianapolis, Marion County, 29 January 1907 — Page 3
Jndiana Ttbüne. 29. Januar 1807
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i Genug Derselben. I i
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j Erkaltungen, Husten,
Ä Influenza, Heiserkeit,
j BronchltlM und Grippe.
Of( d,rsklbn ko ,men durch 9 VnaI,lässsgg und Wechsel M des ltma, aber
5
Dr. Augast Kotnlej's Hamburger? Brustthee j
Nothstand
Im Ucberfluthungs - Distrikt im Südwcstcn Indiana's vergrößert sich täglich.
Mysteriöser Mord einer Frau. öanlier begeht Selbstmord.-Mordprozeß ge
gen Tyaw sortgiletzt. Fangt s.üh an zu lieben. - Etektrische Laudbahn nach Chicago Soll Streikbrecher imvortirt ba ben. Geschäfte gehen immer gut -Feuer zerstört ein großes Geschäftshaus.
Ist timt prompt unb tf&tru ttur
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Die größte Noth kommt noch. EvanSvllle, Ind., 23. Jan
C. V. McAdamS, Mitglied der
Staats . Eisenbahn Kommission, der
von Gouverneur Hanly nach dem Fluth diftiikt im südwestlichen Theile des Staates geschickt worden ist, um auözu.
finden, wie der Staat den Ueber schwemmten und Nothleidendrn am besten Hülfe leisten könne, hat beute den Gouverneur benachrichtigt, daß die größte Noth noch kommen wird. Er
erklärt, daß Hunderte der Bevölkerung von Südweft.Zndiana obdachlos find
und daß, wenn die Gewässer der gluth
abgelaufen sind, die Wohnhäuser durch
die Feuchtigkeit für lange Wochen un
besohnbar sein werden.
McAdamö hat die Stüdte Rockport.
Granddiew, Troy. Tell City und Can
nelton bisher besucht und überall Hülfs
Comites eingesetzt, welche die für solche
Zwecke zur Verfügung stehenden Staats
g?lder an die Nothleidenden vertheilen
sollen.
Mysteriöser Mord einer
Frau.
P i t t S b u ? g. Pa.. 23. Jan.
Als Albert Houk gestern Abend spät
von der Arbeit nach Hause zurückkehrte.
fand er seine Frau in ihrem Schlaf
zimmer schrecklich verbrannt auf einem
Tische todt liegen. Die Polizei wurde
sofort von dem Vorfall benachrichtigt.
ritt alle bisher angestellten Nachfor
schungen sind gänzlich erfolgreich . ge
blieben. Die anfänglich aufgestellte
Theorie, daß die Frau durch einen Un
glücköfall zu Tode gekommen fei, wurde
bald als ausgeschloffen erkannt, da
sämmtliche Möbel im Zimmer, selbst
nicht der Tisch, auf dem die Leiche lag.
angebrannt waren. Als Houck nach
Hause kam, waren sämmtliche Thüren
geschlossen und kein Licht brannte im
ganzen Hause. Er war gezwungen.
durch ein Fenster in den tt.llec zu
klettern und dann die ttellerthür nach
seiner Wohnung aufzubrechen, wo er
dann die schauerhafte Entdeckung
machte.
Bankier begehtSelbft.
m o r d.
B attle Creek,Mkch.,28 Jan.
Der 63 Jahre alte Charles W. Schulte, ein Kapitalist und Bankler
von MemphiS, Tenn., der in einem
hiesigen Sanitarium Heilung für seine
Nervosität gesucht hatte, beging heute Selbstmord. Seine Frau fand den
elcynam in einem Badezimmer der
Anstalt mit einem Strick um den Hals.
mit dem er sich erwürgt hatte.
Mordprozeß gegen Thau
fortgesetzt.
New V o r k , 23 Januar. Der
Prozeß gegen Harry st. Thaw, der den
Architekten Stanford White ermordet hat, wurde heute im Kriminalgerichte
vor Richter Fitzzerald fortgeseKt. Bis
heute Morgen war es gelungen, fünf
Geschworene für den Prozeß zu gewtn
nen, und im Lause des heutigen TageS wurden noch zwei weitere Geschworene
aus 50 in'S Gericht beschiedenen Bür
gern auSgelooft.
Harry Thaw und seine ganze Ver
wandtschaft waren heute wieder in dem Gerichtssaale versammelt, aber
nur das AuSloosen der Geschworenen
unterbrach die Monotonie des Frage
ftellknS des DiftriktSanwalteS. Die
Freundschaft der Frau Neöbith Tha
mit den weiblichen Verwandten ihreS
Mannes hat einen scharfen Riß erhal
ten, und man ist gespannt, in welchem
Llchte Frau NeSbith Thaw im Laufe
der Verhandlungen deS MordprozesseS
gegen ihren Mann erscheinen wird.
Sängt frül. anzulteben.
Philadelphia, Pa.. 23.Jan.
Anna Rober. ein vierzebniädrweS
Schulmädchen, ist aus der Wohnuna
ihrer Mutter verschvunden. Der 23
jährige Bremser Harry Hollander, ein
früherer Boarder im Rob:r'schen Hause wird gleichfalls vermißt, und man dermuthet nicht ohne Grund, daß die Bei.
den mit einander durchgebrannt find
und sich in einem anderen Staate trauen ließen. Harry Hollander, welcher als Brem ser in Diensten der Pennsylvania Bahn steht, miethete ftch vor etwa .fünf Mo. naten im Rober'schen Hause als .Äoar. d" ein. Er verliebte stch in Anna,
welche die Baldwin.Schule .besuchte, und fand Gegenliede. Vor ein
paar Wochen gestand Hollander der Frau Rober seine Liebe zu ihrem Töch.
terchen. Allein Frau Rober weigerte
flch, in Anbetracht der Jugend deö
ttädchenZ. ganz entschieden, auk daö
Verlangen des jungen Mannes ein
zugehen.
Elektrische L anddahn nach Chicago. South Send. Ind.. 23.?kan.
Die Northern Jndiana Railway Co.
bat ihr Landbahnnetz zwischen Goshen und South Bend, und zwischen La
Porte und Michigan Citv. sowie die
Straßenbahnen in jenen vier Orten und in Elkhart und Mishawaka beute
an das Dteterich.Murdock'Syndikatum 4.000,000 verkauft. Dieses hat stch sofort als Chicago. South Bend und
Northern Jndiana Railway Co mit
Zi, 000.000 Kapital inkorporiren
lassen und plant den Ausbau der Bah.
nen von South Bend übeMichigan City nach Chicago. Zu den neuen
Besitzern deS Netzes gehören Straßen.
bahnbesttzkr in Ohio und West New
York.
Soll Streikbrecher im
portirt haben.
Chicago. 23. Jan. Im Amts.
lokale des Bundeörtchterö LandiS be
gannen die Verhandlungen der Klage,
welche die Bundesregierung gegen die Firma AlliS.CHalmerS & Co. weaen
Verletzung des EmigrantengefetzeS an
geftrengt bat. Im letzten Sommer
ließ die Gesellschaft Arbeiter ouö Eng.
land hierherkommen, um ste in ihren
Anlagen, wo ein Streik im Ganae
war, zu beschäftigen. Die Bundeöbe. börde behauptet, daß dies gegen das
Gesetz verstoße und verlangt.
daß die Gesellschaft für jeden Arbeiter, den sie importtrt hat, um S1000 be
straft werden soll.
Nachdem die Zeugenaussagen entge
gen genommen und die Geschworenen
vom Richter inftruirt waren, zogen sich Letztere zur Berathung zurück. Nach
kurzer Zeit erschienen sie wieder und theilten dem Richter mit, daß ste sich auf schuldig geeinigt hätten. Rich. ter LandiS verurtheilte daraus die
AMS.vhalmerS Comp. zu einer Strafe
von $4000 und zu den.Gerichtökoften.
Riesenfeuer von über
S 4.000.000.
New Y o r k . 23. Januar. Heute
kurz vor Mitternacht brach in dem Nie sengebäude der New York TranSpor. tation So. an 3. Bvenue und West 49. Straße, ein verheerendes Feuer aus, welches dieses Gebäude und die anaren
zenden Straßenbahn-Stallungen der
New York City Railway Co. total zer.
störte. Die Feuerwehr war vollständig
machtlos, da das Feuer eine intensive
Hitze ausstrahlte, welche alle Menschen
ein Häusngevkert weit Vertrieb. Der
Schaden soll enorm sein; man sagt daß
er die Summe von 54.000,000 und
darüber erreichen wird.
Geschäfte gehen immer
gut. New York. 23. Januar. Dun & Co. berichten über die Ge schäftSlage der letzten Woche:
Niedrige Temperatur und Schnee fall, wie sie allenthalben in den letzten Tagen vorherrschten, boben da Retail gefchüft bedeutend, hatten aber mehr, fach Hemmung des Frachtverkehrs zur Folge, der sich gerade aus der langen Stockung herauszuarbeiten begonnen hatte. Winterkleider wurden massenhaft verkauft, wodurch der Vorrath erheblich
gelichtet wurde.
In Weißwaaren war das Jobbing. und Großgeschäft für den Frühjahrs, markt recht gut; aus vielen Städten kamen Berichte, die den Umsatz als alles Vorhergegangene übertreffend dar stellten. Die Überschwemmungen thaten der Geschäftstätigkeit in den betroffenen Distrikten großen Abbruch, trotzdem
ist im Allgemeinen ein guter Profit in allen Geschäftszweigen zu verzeichnen. Die großen Manufaktur . Firmen berichten günstigen Fortschritt im neuen
Geschäfte, so daß der volle Jabrikbe. trieb aus lange Zeit im Voraus ge sichert erscheint. Alle Rohmaterialien halten sich in hohen Preisen. Die Eisen, und Stahl.Jnduftrle hält sich stetig; die neu eingehenden Beftel lungen sichern zukünftigen vollen Be
trieb. Der Preis für Stahlfchienen hat stch nicht geändert, obgleich die
Bahnen wieder große Neubestellungen gemacht haben und weitere große Kon trakte in der Schwebe hängen. Alle diese Bestellungen können in den näch. ften Monaten nicht mehr bewältigt werden.
und Territorien beliefen fick auf L185.
764.202 und die Einnahmen auf $189,164.067. Die Einnahmen durch Steuern be. trugen $1.107.563.430; dadon waren allgemeine Steuern $934.626,161 und Handelöfteuern $172.937,251. Die allgemeinen Steuern bestanden aus folgenden Abtheilungen: Allgemeine
Grundsteuer, $706.660,043; Spezial Grund, und GeschäftSfteuern. $62.. 327.400; Pollfteuern. $16.579.786; Getrünkefteuer, $55.241.306; andere
Lizensen und Erlaubnißscheine. $19,. 841.343; Strafen. $7.962.322; Sub. ventionen und Bewilligungen, $60. 984.892; Geschenke, $2.701.919 und von allen anderen Einkünften, $2,.
127.150. Ein Schlag gegen Sonn tagö-Zeitungen. Washington, D. C.. 23. Januar. Die gemischte Poftkommis. fion, welche vom Kongreß in'S Leben gerufen wurde, um tn Sachen der
Second Clais Mail Matter eine Untersuchung anzustellen, hat ihren
Bericht beendet. Wenn die in demsel ben enthaltenen Empfehlungen auege führt werden, steht dem Sonntags. Zeltungswesen, sowie dem ganzen Post. dienfte eine große Umwälzung bevor. Bunte komische Bellagen, ttartoneinlagen, anderweitig gedruckte Beilagen, Illustrationen . werden davon betrof.
sen. Anzeigen werden nicht mehr als 50 Prozent deS Flächeninhaltes der Zeitungen einnehmen :c.
Allerlei kleine Depeschen.
Brave Feuerwehrleute ret
ten viele Menschen.
L o w e l l. Mass.. 23. Jan. ?kn
dem vierstöckigen massiven Card.Ge bäude. in dem elf Firmen ibre Ge.
schäftSplätze hatten, brach heute Abend
ein Jeuer auS und wurde das Gebäude
fast gänzlich zerstört. K. Hyde erstickte in dem furchtbaren Rauch und viele andere Personen wurden nur mit knav'
per Noth gerettet. Die Feuerwehrleute
trugen aus dem drlttenStockwerke durch
die Fenster mehrere schon besinnungö lose Personen auf die Straße und zwei Männer wurden noch gerettet, die sich
an den Fenstergeftellen festgeklammert hatten und ans die Straße zu fallen drohten. Der Feuerschaden wird sich auf über $250,000 belaufen.
DererfteFallvonBeri.
Beri. Cheyenne, Wyo., 23. Jan. Hier ist im Union Pacific Hospital ein Fall von Beri.Beri entdeckt worden, der eiste, der jemals im Westen dieses Kontinents berichtet wurde. Der Patient ist ein japanischer Eisen bahnarbeiter Namens Matuoki. Seine Kameraden werden sorgfältig beob ach 'et. um ein Ausbreiten der gefähr lichen Keunkhelt zu verhindern. Beri.Beri ist ein Leiden, das an den
Küsten Indiens, der Sundalnseln, LuftralienS und Japans häufig auf. tritt und sich in allgemeiner Mattig.
keit, Lähmung der unteren Gliedmaßen, Ansammlung von Waffer in verschiede nen Körperthetlen und Athemnoth äußert und oft innerhalb weniger Stunden zum Tode führt. ES ist schwer heilbar und kehrt leicht wieder. Feuer zerstört ein großes Geschäftshaus. Bu ffa lo. N. F.. 23. Jan. Das große Columbia . Gebäude, ein achtstöckiges Geschäftshaus an der Ecke von Seneca und Wells Straße, wurde heute fast gänzlich durch ein Feuer zer stört, welches einen Schaden von
$500.000 verursachte. Daö Feuer
brach im obersten Steckwerke im Dru ckerekgeschäft von C. B. Russell aus bisher noch unbekannten Ursachen aus. ES verbreitete sich mit rasender Schnel ligkeit durch das ganze Gebäude und die zwanzig Firmen, die in demselben ihre Lokalitäten hatten, erleiden große Verluste.
Durch die einstürzenden Außenmau ern wurden drei Feuerwehrleute ver schüttet und man befürchtet, daß sie durch Steine erschlagen worden find. Erdöl als Feuerung für L o k o m o t i v e n. Lander, Wyo., 23. Jan. Die
Northwestern Bahn hat ihre Versuche mit der Verwendung von Petroleum als Feuerung für Lokomotiven beendet. Diese Versuche sielen so günstig aus, daß alle Lokomotiven in Wyoming für
den Gebrauch von Petroleum umgeändert werden. Auch will die Bahn bei Camper auf ihrem eigenen Grunde nach Oelquellen bohren lassen. E hat sich gezeigt, daß 1600 Gallonen Erdöl so
viel Arbeit leisten wie 12 Tonnen Kohlen. Einnahmen und Auöga ben Onkel S a m 'S. Washington, D. C., 23. Jan. Das Census . Bureau veröffentlichte
heute einen vorläufigen Bericht über den Reichthum, die Schulden und über
die Abgaben der Ber. Staaten und der
verschiedenen Staaten im Jahre 1902. Die Einnahmen beliefen sich aas $1.. 773.352.930 und die Ausgaben auf $1,773.959.369. Die Ausgaben der Nation werden auf $617.530.127 und die Einnahmen aus t670.789.517 an. gegeben. Die Ausgaben der Staaten
23. Januar. Der Papst empfing in Rom den Rector deö Caprainca.College in Privat. Audienz. König Edward von'Cngland wird das Parlament am 12. Februar mit großem Pomp eröffnen. Aus Zion City, Jll., wird wie. der einmal gemeldet, daß der abgewan delte Prophet Alexander - Dowke im Sterben liegt. Bei seiner AbschkedS-Audkenz hat der Botschafter der Vereinigten Staaten v. Lengerke Meyer vom Zaren den Alexander Newski . Orden erhalten.
Ein heftiger Kampf fand heute zwischen den Soldaten deö Sultans von Marokko und mehreren feindlichge
finnten ttabylenftämmen bei El Ksar, Marokko, statt. Der Sieg blieb un. entschieden. Durch falsch verstandene Befehle kollidirten heute zwei Passagierzüge der Northern Pacific Bahn bei Dlckinson, N. D. Der Heizer Andrew Thompson wurde getödtet und sieben andere Zug. bedkentefte schwer verletzt. In Sidney, Australien ist wie
der dieselbe ansteckende Krankheit aus gebrechen, an der in den Jahren 1905 und 1906 viele Hunderte Personen ge. ftorben sind. Bisher wurden 11 Fälle gemeldet, davon 2 tödtlich. Der 35 Jahre alte Stephen Alt meyer gerieth heute in der Fabrik von Joseph Joseph & Co. in Cincinnati,
O., in die BetriebSmaschkne und wurde zu Tode gequetscht, bevor die Maschine angehalten werden konnte. Die leblosen Leichen deS Reftau rateurS Jacob Well und seiner Frau in
Brooklyn, N. Y., wurden heute Mor. gen in ihrer Wohnung gefunden. DaS Schlafzimmer war mit Brenngas, we! ches einem Schlauche entströmte, an gefüllt. Während der Zeit, daß Frau Jss. KnukleS in Springhlll. W. Va.. nach einem Brunnen Wasser holen ging, gerieth heute ihr Wohnhaus in Brand und ihre beiden Kinder. 3, resp. 1 Jahr alt, kamen in den Flam. men um. Das große Geschäftshaus der Phelps Publishing Comv. in Spring.
field, Mass., wurde heute Nachmittag
mit seinem ganzen immensen Paplerla. ger durch Feuer zerstört. Der Feuer, schaden beläuft sich auf eine Million Dollars.
In einem Frachtwagen in Cl Paso, Tex., wurden heute von den
Einwanderungsbeamten 26 Japaner
in einem geschlossenen Frachtmagen ge funden, die gerade über die Grenze ge
schmuggelt waren, um der Kopfsteuer
zu entgehen. Der französische Dampfer .St.
Germain" kam heute im Hafen von
Colon, Panama, mit zweihundert Ar
beitem von den Westindischen Häfen
und wurde sofort unter Quarantäne
gestellt, weil mehrere Pockenkranke sich
unter den Urbeltern befanden.
Neue Tigerattalke im 5'irkuS.
Der Thierbändigsr Hendrickscn führte in Berlin wieder im Zirkus Schumann ohne vorherige Probe 'eine Tigergruppe vor. zum ersten Ma le nach jener gefährlichen Szen?. die mit einer nicht unbedenkliche:: Der wundung des Bändigers endigte. Am 26. November sollte die Tigerin Cmpreß durch einen Reifen springen. Sie that es schließlich so widerwillig, daß sie den Bändiger streifte, zu Boden riß und Hcndrickscn sofort mit der Tatze die Brust aufriü. riefet verwcki.
te Hendrickfen diefes Experiment wieder. Er bgnügte sich, seine tücli. sche Schaar einmal erst mit der Ga. bel, Knute und Revolver zum Gehör sam zu zwingen. Bis zum Schluß ging alles gut. und die Thiere eilten in ihre Käfige. Nur ein Tiacr wgte sich nicht hinein, da er durch Tatzenhiebe zurückgetrieben wurde. Nun entstand ein Kampf auf Leben und Tod. Hendrickfcn feuerte, Schlag auf Schlag sechs Schüsse gegen die Bestie, die wieder zurücksprang und sich zum Sprunge deckte. Hendrickfen rief nach einer neuen Waffe, durfte sich aber nicht von de Stelle wagen, da auch die anderen Thiere wieder in die Arena zu eilen versuchten. Ter Ti ger sprang nicht, sondem macbte einen neuen Versuch, sich in den Käfig zu zwangen. Mer die ängstlichen Diener ließen die Thür zu schnell her ab, so daß sie den Tiger in den Rücken traf und wieder in die Arena scheuch-
u. Henoriaim ncr einige wüthende Worte, hatte unerdes einen frisch ce ladenen Revolver von seinem Gehil' fen erhalten und stellte die aufgerezie Bestie. Dicht vor ihren Augen seuer te er drei Schüsse ab. Er hielt ihr die Gabel vor den geöffneten Rachen, aber das Thier wich nicht. Hendrickfen lt wieder an, die Bestie duckt sich, den Schweif kerzengerade in die Höhe gerichtet. Hendrickfen drückt ab. die Waffe versagt, er greift nach einer dritten, schießt noch einmal, und diesmal sprühten die Pulverfunke.i io ftark in das (Besicht des Tigers, daß das Thier wieder nach der Tln'ir stürzt. Es erzwingt sich den Eingang. Ds Gitter schlägt zu. Hen. dricksen ist gerettet. Ein Minutenlang ununterbrochener, donnernder Beifall dröhnt durch das Hau? und der Bändiger erhält einen Lorbeerkranz.
Fähnrich' und Chansonettcnfön, gerin. Die Militärschulc in Fontainedlcau war der Schauplatz eines mysteriösen Liebcsdramas. Kürzlich fand mau Nachts in dem Zimmer der Vttlitär. schule, das der Offiziersaspirant de Lamarzcllc, ein Sohn des bekannten Senators dieses ??amens, bewohnt.
ote lihansonetteniangenn Estclle Baholet todt auf. Wie sie in die Kaserne gelangen und dort Selbstmord ver üben konnte, bedarf noch der Aufklä rung. Estclle Baholct war eine auf fallend hübsche Erscheinung. Trotzdem sie erst neunzehn Jahre zählte, hatte sie schon ein abenteuerliches Leben hinter sich und Proben eines recht exzentrischen Charakters gegeben. Es heißt, daß einer ihrer Liebhaber sich ihretwegen umbrachte, und daß sie einem anderen aus Eifersucht einige Kugeln in den Leib jagte. Zwischen ihr und demMilitärschüler de Lamar
zelle entwickelte sich im September ein Liebcsverhältniß. Erst herrschte unier dem Pärchen eitel Glück und Liebes Wonne, allmählich aber wurde der junge Krieger der allzu temperamentvollen und heftigen Freundin überdrüssig und versuchte, sich von ihr zu trennen. Das ging aber nicht ja ohne Weiteres. Zwar bemühten sich Freun de des Fähnrichs, als Vermittler zu dienen, und boten der schönen Estclle in seinem Namen eine Abfindung? summe von 6000 Francs an. Estelle jedoch wollte kein Geld, sondern Lie be, und sie schlug die 6000 Francs verächtlich aus. Und eines Tages trat sie unter dem hochtönenden Na men Estelle de Cambourd" in einer Singspielhalle des Städtchens aus. Nicht lange, denn die Militärschüler
erschienen zalareich in dem Tingeltangcl und zischten sie nach Kräften aus; sie wollten sie dazu zwingen, Fontaincblcau zu verlassen und ihrem Kameraden die erwünschte Freiheit wiederzugeben. Endlich packte sie ihre Koffer, in der angeblichen Absicht, nach Mclun zu reisen. Der Fähnrich hatte inzwischen die Polizei verständigt, da er sie irgendeines Gewaltstreiches wohl für fähig hielt. Estclle Vaholet reiste richtig ab, kehrte indessen schon tags darauf wieder nach Fontainebleau zurück, uud hier verloren die Polizisten, die sich an ihre
Smritte getestet hatten, unbegreiflicher Weise ihre Spur. Einige Stirnden svätcr entdeckte man ihre Leiche in der Kaserncnstube ihres treulosen Freundes. Sie hatte ihrem Dasein mit einem wohlgeziclten Revolver schuß ein Ende bereitet. xieire von Serenissimus. Serenissimus läßt sich von Kindermann die durch Wasserratten angerichteten Verwüstungen des Schloßparkes zeigen. Kindermann erklärt ihm, daß diese Ratten über den Wassergraben von der Kräheninsel herüberschwimmen. Serenissimus sagt: Aber der Sache ist doch ganz einfach abzuhelfen, man schüttet einfach den Graben zu, und, äh bxt Ratten können nicht mehr herübnschwimmen!-
