Indiana Tribüne, Volume 30, Number 132, Indianapolis, Marion County, 26 January 1907 — Page 5
Jndiana Tribüne. 2. Januar 1907
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tersiecken woHfc. Und e'.u: selber Rosen wollte sie sich auch im Hoc befestigen. Lächelnd betrachtete sie die tadellos trdn Glaceschuhchen. So. jetzt lag und stand alles bereit. Nur das Kleid fehlte noch. Sie sah nach der Uhr. Es war selb sechs. Wo das Kleid nur blieb? Sie war heute nochmals im Ce'chäft gewesen und hatte neuerdings von dem Ladenfräulein das feste Versvrechen erhalten, bafj es allerspätesiens bis sechs Uhr pünltlich abgeliefert werden würde. Sie aina zur Thür und horchte die
Treppen hinab. Nichts rührte sich. Vielleicht war es aber langst unten beim Hausn-eister abgegeben? Ter Säumige hielt es wohl nicht für nothwendig, es sofort weiter zu besorgen? Sie hielt es bald nicht mehr aus und stieg selbst hinab. Aber sie hatte dem Manne unrecht gethan. Es war och nichts für sie abgegeben. Am liebften wäre sie. wie sie ging, zur Brüderstraße geeilt. Aber ohne Hut? Nein. Klopfenden Herzens stieg sie wieder hinauf. Die Uhr im Zimmer zeigte bereits drei Minuten nach sechs. Was thun? MecbanKch setzte sie sich ihr einfaches Hütchen auf. Sollt? fi? den ?an" unternehmen? Äber mzwtjchen wurde das Ersehnte dielleicht abgeliefert? Und sie verlor kostbare Zeit. Sie rief sich die Betheuerungen des Ladenfräuleins Wort um Wort in's Gedächtniß zurück. Das gab ihr ein wenig Beruhigung. Als der Zeiger der Uhr stark auf halb sieben rüctte, war diese aber wieder gänzlich dahin. Sie flog förmlich die Treppen hinab, fragte nochmals beim Hausmeister nach, und war auch schon auf der Stralauerstraße. Diese ging es hinunter, ebenso die Gertraudenstraße. Aufgeregt betrat sie das Geschüft in der Brüderstraße. Ab Fräulein? Wo bleibt mein Kleid! Ich stehe zu Hause wie auf Kohlen! Ich muß es sofort haben!" Ihr Kleid?" Sie blätterte in einem vor ihr liegenden Buche. Das weiße, nicht wahr? Stralauerstraße abzugeben?" Gewiß aewiß!" Haben Sie es denn noch nicht? Es ist bereits ror zwanzig Minuten mit ' unserem Radfahrer als dringend abgegangen. Was wir versprechen, halten wir auch." - Was wollte Käthe demgegenüber noch vorbringen? Sie flog den Weg wieder zurück. Und thatsächlich lag beim Hausmeister der heißersehnte Karton. Bor zehn Minuten abgeliefert, brummte der Mann. Käthe stürmte, ihren Schatz an sich pressend, die Treppen hinauf. Mit schwankenden Händen machte sie - im Zimmer Lick'.t. Es fehlten noch zehn Minuten an sieben. Jetzt galt's! Denn halb acht hieß es spätestens fertig sein. wenn sie sich pünktlich bei der Bau räthin in der Jehrbellinerstraße ein fmden wollte. Der Faden, mit dem der Karton umschnürt war. wurde zerschnitten, der Teckel abgehoben, die Seidenpapierhülle flog weg und ein Ah wirklich schön!" kam über ihre Lippen. Wie Schnee so weiß." Sie hob das Kleid heraus, um es über einen Stuhzu hängen. Aber plötzlich weiteten sich ihre Augen. Ihr Mund öffnete sich wie beim Anblick von etwas Furchtbarem. War das wirklich ihr Kleid? Sie drehte und wendete es. Entsetzlich! Es war ein anderes. Jeder Nerv in ihr zitterte. Ihr Geist machte fieberhafte Sprünge. Sollte sie dieses fremde einfach benützen? Ein aufsteigendes Bedenken trat sie zu Boden. Sie nahm den Nock und hielt ihn prüfend empor. O weh! Der gehörte einer Person, die viel, viel größer war als sie. Und die Taille? Viel, viel zu wett... Langsam sanken ihre Arme herab. Sie hätte sich gern bewegt, vermochte aber treder Hand noch Fuß zu rühren. Nach und nach erst wich die Erstarruna wieder. Sie schleuderte den un seligen Rock, die Taille in den Karton zurück und war mit ihm auch schon aus der Treppe, auf der Straße. Im Sturmschritt langte sie vor dem Eeschäftslokal der chemischen Waschanstatt in der Brüderstraße an. Aber die Rollläden waren bereits herabgelassen. Das Geschäft schloß, wie viele ander in der Straße,' Sonnabends schon um sieben Uhr. Käthe klopfte in ihrer Angst an die Rollladen. Aber es war erfolglos. Sie wußte nicht, wie sie den Weg zu ihrem Zlmmerchen zurückgefunden Kraftlos entfiel ihr dort der Karton. Schauer um Schauer überlief sie. Es war alles verloren, denn in ihrem schon etwas mitgenommenen Alltagsfähnchen konnte sie nimmermehr zu der Soiree gehen. Und ein weiteres Kleid besaß sie nicht. Ueberdies war es wohl mzw: schen auch schon zu spat geworden. Sie warf sich auf's Sofa und weinte zum Herzzerbrechen. Eines Kleides weaen!" stick sie kervor. .Eines Kleides wegen geht mein Glück in Trümmer! Als sie sich endlich mit wirrem Blick wieder erhob, glaubte sie an der Luft im Zimmer ersticken zu sollen. Sie suchte nach ihrem Hut und fand ihn cm Boden liegen. Matt zum Umfallen und doch voll wilder Unruhe stieg sie die Treppen hinab und trat auf die Straße. Ohne Ziel lief sie dahin. An ber. Kreuzung der Stralauer- mii der Klosterstraße riß sie der dort postirte Schutzmann im letzten Augenblicke vor
einem oayeriaui enden Äutomobtt weg.
Planlos pilgerte sie Wetter, immer weiter, bis sie in die Anlagen des Friedrichshains im Nordostcn gelangte. Den Blick an den Boden gehestet, murmelte sie wieder und wieder vor sich hin. Es bleibt schon so. Wo ich nicht bin da ist das Glück!" Heinz Köhler befand sich auf der Soiree des Professors in einer verzwei felten Stimmung. Die Bauräthin hatte ihm au-einandergesetzt. oatz ste, seinem Wunsche nachkommend, Fräulein Kirchbach eingeladen, daß sie sich aber nicht eingefunden habe. Und zwar ohne jed: Entschuldigung. Sie habe eine Biertelitunde über die Zeit auf si: gewartet. Ein verschleierter Unwillen klang aus ihrer Erklärung. Und als sie sah, wie Heinz litt, wurde sie aus Käthe direkt bös. Warum war sie nur weggeblieben? Sie kam zu dem Schluß, daß die jungen Mädchen von heute nicht mehr das seien, was sie zu ihrer Zeit gewesen waren. Nun wohl, sie hatte jedenfalls in der Angelegenheit gethan. was sie konnte. Nach Verlauf von knapp zwei Stunden litt es Heinz einfach nicht mehr in der Gesellschaft. Er entfernte sich still. Was habe ich von diesem Abende erwartet?" sprach er zu sich. Und was hat er mir gebracht! So ist es aber immer im Leben. Alles, was man sich im voraus rn glühenden Farben ausmalt, trifft niemals zu." Morgen würde er für immer den Staub Verlins von seinen Füßen schütteln. Das stand bei ihm fest. Professor Sefsnns Haus lag :n der Luisenstraße, das Hotel, in dem er abgestiegen war, aber in der Königgrätzerstraße. Er verzichtete darauf, zu sahren und schritt mit zusamm.'ngezogenen Brauen und aufelnandergebiNenen Zähnen durch die vielen Menschen auf den Bürgersieigen dahin. Als er über den Pariser Platz kam, zog es ihn durch das Brandenburger Thor in den Thiergarten. Es war ihm zu Muth, als habe sein Gehirn die Tenkthätigkeit eingestellt. Er vermochte nur zu lciden. hörte ununterbroch?n das Schreien seines Herzens. Imme? tiefer drang er in den Vark ein. Und da irrten nun in der Finsterniß zwei junge Menschen herum, die sich heiß begehrten, und doch konnten sie sich Nicht finden. Am späten Vormittag erhielt die Bauräthin von Käihe ein Entschuldi gungsschreiben. Käthe schützte als Grund ihres Wegbleibens ein plötzliches Unwohlsein vor. Sie wurde heute personlich gekommen lern, um sich zu ent schuldkgen.aber sie suhle sich noch zu schwach zum Ausgehen. Ihre Stunden mußte sie deshalb heute auch aussetzen Die Baurathin überlas mehrere Male. Es war ihr. als wehe ihr ein großer Schmerz aus den wenigen Zeilen entgegen. Jedenfalls hatte sie Käthe falschlich gezürnt. Sie schien ernstlich, krank zu sein. Es drängte sie, nach ihr zu sehen, und sie führte das in ihrer gewohnten schnellen Entschließungsweise auch sofort aus. Käthe saß auf dem Sofa. Sie fah zum Bedauern aus. Der Besucherin ging ihr Zustand nahe. Sie nahm neben ihr Platz und erkundigte sich thettnehmend. Aber ihre milden Worte fruchteten nicht. Im Gegenheil. Käthe knickte unter ihnen förmlich zusammen. Di erfahrene Frau bog sich prüfend zurück. dann ergriff sie der Leidenden kleine Hände und gab sie nicht eher wieder frei, als bis sie alles wußte. Auch der Brief Heinz Kohlers mußte hervor. Käthe schwamm in Thränen. Dann erhob sich die Bauräthin und verlangte von Käthe, daß sie sich heute Nachmittag fünf Uhr zu einer Tasse Thee bei ihr einfinde. Verstehen Sb mich? Ich verlange das, Fräulein Käthe! Wenn Sie so allein d:n geschsagenen Tag hindurch rn Ihrem Stübchen sitzen, zermartern Sie sich nur in Gedanken. Es wird schlechter und nicht besser. Sie müssen mir ein wenig musiziren. Ich habe Freude an Ihrem Spiel, und Sie selbn zerstreut es. Käthe wollte erst nicht so recht, aber schließlich versprach sie es doch. Die Bauräthin aber hatte nichte Eiligeres zu thun, als an Heinz Köhler eine Rohrpostkarte abzulassen, die diesem ebenfalls eine Einladung zu einer Tasse Thee um fünf Uhr am Nachmittag brachte. 'Heinz erhielt sie mitten im Einpacken. Er hatte in seiner finsteren Stimmung, die ihn gegen gesellschaft liche Verpflichtungen stumpf machte, die Absicht gehabt, sich schriftlich zu verabschieden. Nun sah er aber ein. daß das nicht gut anging. Um fünf Uhr klingelte er also in der Fehrbellinerstraße. Die Bau räthin empfing ihn in ihrem Salon, entschuldigte sich kurz nach der Begriißung, daß sie ihn einige Augenblicke allein lassen müsse, und bat ihn. inzwischen in den Wintergarten, wie sie den glasüberdeckten Balkon mit einer Anzahl Blattgewächse stolz nannte, zu treten. Heinz sah sich allein und ging mit gesenktem Haupte zu der Thür, die nach dem Balkon führte. Als er sie öffnete, traf es ihn bis Zn's Mark. Eine Gestalt hatte sich nämlich von einem Sitz unter den Blättgewächsen erhoben, die, seiner ansichtig werdend, nicht weniger wie er selbst erschrak, wovon ein leick
er Schrei, ver kyr entschlüpfte, zzeug
niß genug ablegte. Sollte er mc Thur vor stcq wieder chließen? In den Salon zurücktreten? Es war wohl besser. Aber nein, ohne vorherige Begrüßung ging es doch nicht an. Um Käthe drehte sich die Welt. Sie horte ihn wohl stockcr.d sprechen, vcrstand jedoch lein Wort. Er wurde warmer. Zum dritten Male bat er: Fräulein Käihe. wollen Sie mir nicht wenigs er.s ein Lebewohl mit in die Ferne geben?" Endlich faßte sie sich. Sie h'.elt ein weißes Tuch in der Hznd. Das preßte sie mit einer hes.igen Bewegung vor o:n Mund und warf ihm dabei einen Blick zu. Tiefer einzige Blick zerriß sein Herz. Welches Leid schrie nicht aus ihm! Fräulein Käthe." drängte es sich gewaltsam über seine Lippen. Fräulein Käthe. Sie leiden. Bin ich schuld dar an. habe icq Ihnen etwa unbewußt und ungewollt wehe gethan?" Sie schüttelte leicht den Kopf. Nein. nein, le-prente avgewenoeien Gesichts das weiße Tuch jetzt vor die Augen und reichte ihm die Hand. Leben Sie wohl " Er haschte nach ihrer Hand. Leben Sie wohl, Fräulein Käthe!" Er wendete sich. Da konnte sie den wilden Schmerz, der sie erfüllte, nicht mehr meistern. Sie brach in Schluchzen aus und fiel auf den Sitz unter den Blattgewachsen. Im nächsten Augenblick kniete er vor ihr, umspannte ihre herabhängende Recht: mit beiden Händen und bedeckte sie mit Küssen. Fraulein Käthe Kalhe ich gehe nicht. Nicht wahr, ich soll nicht gehen? Oder soll ich doch gehen? Nem, nein," hauchte sie. Da sprang er jubelnd auf. setzte sich zu ihr und schlang seinen Arm um ihre Schultern. Meine Käthe," flüsterte er ihr in's Ohr, Dich lasse ich nie mehr! Mein Herz wäre gebrochen. wenn Du mich hättest gehen heißen. Aber warum kamst Du nur gestern nicht?" Ihr Haupt ruhte an seiner Brust. Gestern? Ach. da hatte ich ja kein Kleid!" Er glaubte nicht recht gehört zu haden. Kein Kleid?" Kein Kleid für die Soiree. Das weiße, in dem Tu mich kennen gelernt, und das sich allein dazu eignete, befand sich in einer chemischen Wäscherei. Ich sollte es gestern Abend bestimmt wie derbekommen. Aber ich bekam ein fal sches." Und deshalb bist Du nicht gekom men?" Nur deshalb." Es ist nicht zu glauben! Das Lebensglück zweier Menschen hat also auf dem Spiele gestanden eines Kleides wegen! Der unglückselige Titel." Peter Rosegger veröffentlicht in sei nem Heimgarten" (Verlag von Ley kam in Graz) neue Tagebuchblätter, von denendas Folgende hier wlederge geben sei: In Mürzzuschlag verlebte ich eine köstliche Stunde mit dem Oberhofpredl gu Dr. B. Rogge aus Potsdam. Das ist der Mann, der am 18. Januar 1371 im Thronsaal zu Versailles bei der Kaiserproklamation denFestgottesdienst hielt. Seit Jahren verkehrte ich, wenn zumeist auch nur brieflich mit Rogge. ohne zu wissen, mit welch geschichtlich interessanter Persönlichkeit ich zu thun hatte. Er erzählte, wie es an jenem Tage in jenem Thronsaale zuging. König Wilhelm hatte ihn rufen lassen: Mein lieber Rogge. nun soll es sein, daß ich diesen unglückseligen Titel (deutscher Kaiser) annehme. Ich habe mich sehr dagegen gewehrt und hatte gemeint. as soll erst meinem Sohne geschehen. Nun, in Gottesnamen, wie die Dinge einmal stehen, kann ich nicht ablehnen. Dann müssen efcen Sie, lieber Pastor, dabei sein und zu Beginn der Feier einen Gottesdienst hatten." Gestatten Majestät die Bemerkung, daß ich ganz unvorbereitet bin." Sie sollen auch keine Rede halten; nur eine Gebetsandacht. Die Feier findet im Thronsaale statt. Das Nähere wird Ihnen der Kronprinz, der die Festo.'dnung überwacht, bekanntgeben." Rogge besichtigte nachher mit dem Kronprinzen Friedrich Wilhelm den Thronsaal. An der Stelle, wo der Thron der französischen Könige gestanden. sollte nun der Altar stehen, der aus einem Tische des Arbeitszimmers Ludwigs des Fünfzehnten erbaut wurde. Gerade darüber an der Wand ragten die Figuren griechischer Göttinnen. Dagegen äußerte Rogge Bedenken. Wir wollen die Damen mit einer Orangerie vermauern," sagte der KrönPrinz. So wurde nun der weltgeschichtliche Moment mit einem einfachen, deutschen Gebete eingeleitet, in welchem das erstemal aus offiziellem Munde das Wort deutscher Kaiser" zum offiziellen Ausdrucke kam. Hierauf verlas Bismarck in Anwesenheit der deutschen Fürsten die Proklamation. Schon ein paar Wochen früher hatte Bismarck in einem französischen Schloß halb im Spaß halb im Ernst geäußert, er sehe nicht ein, was daran hindere, daß gleich an Ort und Stelle Wilhelm zum deutschen Kaiser und zum König von Frankreich ausgerufen werde.
Gegen säumige Gkschgrber.
r?ev!sttat John W., aine' Oorlage ind ,i ZwisHensa. Die von dem Repräsentanten John W. Saines von Tennessee' im Kongresse eingebrachte Vorlage, nach der Kongreßmitgliedern, welche ohne trifttzen Grund von den Sitzungen fernbleiben, ein Abzug von ihrem Salar John W. Gaine. ' gemacht werden foll. ist eigentlich nichts weiter als die Erneuerung einer schon mehr als 30 Jahre bestehenden, den gleichen Zweck verfolgenden Bestimmung. die Gaines augenscheinlich unbekannt war. Auf die Bill wurde die besondere Aufmerksamkeit des Publikums durch den schlimmen Streit gelenkt, der im Verlaufe der Berathung der Vorlage im Repräsentantenhaus! zwischen Gaines und dem Rcpräsentanten Mahon von Pennsylvanien entstand, aber schließlich gütlich beigelegt wurde. Gaines. der 1861 in Davidson County. Tenn., geboren ward, gehör! dem Kongreß als Repräsentant seit 1897 an. Er studirte Medizin, wurde Doktor der Medizin, übte aber die ärztliche Praxis nicht aus, sondern widmete sich dem Rechtsstudium und lieg stch 1886 in Nashville, Tenn.. als Anwalt nieder. Ihm Zcutnznt zum Admiral. Kouffeaub Besörverun zum zkes des Vu: reau für Tchiffsbauhöse. Der Civilingenieur Harry H. Rousseau von der V:r. Staaten-Marine, der zum Ch?f dcs Bureaus für Schiffs bauhöfe und Docks im Marine-Depar-tement ernannt ward, tritt damit an die Stelle des Chefingenieurs Endicoi! von der Vundesflotte. welcher Mitglied der Panama-Kanal-Kammisston verbleibt. Rousseau erhält mit seiner neuen Anstellung den Rang eines Rea Admirals, während er. im Civilinge-meur-Korps nur Leutnant ist. Eine solche Beförderung würde in den übri gen Abtheilungen der Marine unmöglich sein, ist aber im Korps der Civilingenieure statthaft, da deren Pflichten und Qualifikationen dieselben smd. gleichviel, welchen Rang sie einnehmen. Rousseau, der erst 36 Jahre zählt, ist der jüngste Marineoffizier, der jemals einen so hohen Rang und einen Posten von der Prominenz und Verantwortlichkeit, wie sie die Stelle des Chefs des Bureaus für Schiffsbauhöfe und Docks in sich schließt, erlangt hat. Harry H. Rousseau wurden in Troy. R. F.. geboren. Er graduirte 1891 am dortigen Rensselaer-Polytechnikum und trat nach einem Konkurrenz-Exa men, aus dem er als Erster hervorging, 1898 in das Civilingenieur-Korps ein. Wahrend der letzten drei Jahre war Rousseau im Schiffsbauhofe auf Mare Island. Kal., statlomrt, wo er rnae niöse Arbeiten zur Reinigung und Vertiefung der Mare Jsland-Straße ver richtete. In seiner neuen Stellung isi Rousseau für die Verausgabung von Hcrry H. Rousseau. mehr als 520.000.000 im Jahre der antwortlich, sowie für die Beschützung und Erhaltung von Bundeseigenthum zum Werthe von Hunderten von Millionen von Dollars. Infolge der immensen Vermehrung der Arbeit, welche durch die Vergrößerung der Bundesflotte in den Schiffsbauhöfen und Küstenstationen nöthig wurde, hat das Civilingenieur-Korps in den letzten acht Jahren eine höchst wichtige Stellung eingenommen. Rousseaus außergewöhnliche Beförderung wurde durch ein neues Bundesgesetz möglich, das die Wahl eines Chefs des Bureaus für Schiffsbauhöfe . und DockS aus die Civilinger.ieure beschränkt. .
5ySu3rf 'jMm rrf-: fltf-. 's r. Xrv'&-S:i-:'''4j-' ' ' v rfr&Züi f, $Q&f7z:&t1 , &jf ftX -fKifi .V4' .MsH: p :& v '7 c-' ?i 5 & MJhX&K 'Mj Mmsm M ww MWMM MM MK$MmM AZ.MA.VSA? ? 1 1 rlA 5 v i fvÄ Jr7&rilMF MMMMMM 'if 4." J!' Z' V v . A 'f;-7 WXf i-'Wvj vj-i-i" X HEMMBÄ. vVK'WLchA. MSFWMnMAk, ?M Z'sSz-sOH .
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Eisernes Geld. 2a klassische Land diese alte Tauschmit' elsVrunkgeld der Bolongole. Wie aller Handel ursprünglich Tauschhandel, so war auch alles Geld anfänglich nichts andres als ein Tauschmittel, das seinen Werth dem Umstände verdankte, daß es zum Schmuck des Menschen dienen konnte. Die Spräche der alten Römer zeigt solche Beziehungen ja noch unverkenn-
bar: für Bleh (pecus ) wurde ern Stück Edelmetall, Geld (pecunia u gegeben, und der Stempel des Geldes zeigte in älterer Zeit bei den Römern das Blld des betreffenden Stuckes Vieh, das .man für das Geld kaufen r s c - i rfv 1" t c ronme. viuer oas cceimciau (5010, Silber. Kupfer, Bronze) hat bei den Naturvölkern als Tauschmittel nur wenig Eingang gesunden; ihnen ist meist ein anderes Metall als Gelo genehmer: das Eisen, das stch zu allerlei Werkzeugen und Massen verarbeiten läßt. Das klassische Land des eisernen Geldes ist heute Afrika, hie: treffen wir es fast überall und in allen erdenllichen Formen an. Messerklingen. Pfeilspitzen. Hacken, Veae. Lanzenspitzen, nur halb bearbeitet oder schon fertig geschmiedet. Ringe, Barren, das alles wird als Geld aus eisenreichen in eisenarme Gegenden gebracht. .Eine besondere Form nimmt dieses Eisengeld als Prunkgeld im nordöstlichen Kongound im Sankurugebiete an. Hier begnugt man sich Nicht mehr mit dem einfach nützlichen Eisengeld, hier legt man Werth darauf, daß dieser eiserne Reichthum auch von vornherein seine Gediegenheit durch die prächtige Form oder die gewaltige Größe verrathe. So hat man z. B. breite, geriefte Speerspitzen von etwa 5 Fuß Lange. Speer spitzen von den seltsamsten, oft recht. geschmackvollen Formen als Prunkgeld angetroffen. Die Bolongole pflegen bei großen Festen ihr Eisengeld öffentlich auszu stellen. Jeder prunkt dabei gern mit dem Semen und sucht deshalb die an dern in immer neuen Formen zu übertreffen, und dieses Geld hat dann nicht mehr reellen Kurswerth, sondern Liebhaberwerth, ist sozusagen ein Objekt des Begehrens für die , schwarzen Münzsammler. Aber nicht nur in Afrika, auch in Asien, z. B. in Kam bodscha, ist eisernes Geld meist in Form kleiner Rauten noch heute im Umlauf. Englisches Latein. In London hat mit 32 gegen 11 Stimmen die Konferenz der Direktoren der höheren Schulen die Resolution angenommen, in Zukunst bei dem lateimschen Unterricht die von dem klassi schen Verein" vorgeschlagene Ausspräche einzuführen. Diese Aussprache dürfte mcht ganz die ,m Frankreich. Italien, Deutschland und anderen kontinentalen Ländern Europas übliche sein, sich aber immerhin bedeutend mehr nahern als die bisherige Aus spräche. Die Engländer sprachen das Lateinische genau so aus, wie sie englische Worte auszusprechen pflegen, o. h. je der Vokal konnte je nach seiner Stel lung im Worte eine andere Aussprache haben. Die Folge war die. daß Uneingeweihte nicht wußten, mit welcher Sprache sie es zu thun hatten, wenn ein Engländer lateinisch sprach. Auf dem Berliner Kongreß 1878 soll Dlsraeli durch ein lateinisches Zitat seine Kollegen aus den übrigen Ländern in Aufregung versetzt haben. Witzblatter behaupteten damals, man habe ge glaubt, Disraeli spreche einen indischen Dialekt. Auf der Konferenz der Schuldirektoren erregte Dr. Barber (Cambridge), der ernstlich für eine Reform der Aussprache des Lateinischen eintrat, große Heiterkeit durch die Vemerkung, er habe bei seinen Reisen im Auslande gefunden, daß katholische Priester sein Latein nicht verstanden und daß er sich deshalb zur Verständigung mit ihnen der chinesischen Sprache habe bedienen müssen, da diese die einzige fremde Sprache war. die neben dem Lateinischen beiden Theilen geläufig gewesen. In der Waldschule der Stadt Munchen-Gladbach. Rheinpro vinz. wurden im verflossenen Sommer 77 Kinder auf Kosten der stadtischen Armenverwaltung unterrichtet. Den Haupttheil stellten bleichsüchtige, herzkranke, skrophulöse oder sonst in der körperlichen Entwicklung zurückgebliebene Kinder. Die Einwirkung der Kur zeigte sich bei den meisten Kindern schon nach kurzer Zeit in der Zunahme de Gewichtes, der frischern Gesichtsfarbe und der wachsenden körperlichen und geistigen Regsamkeit. Ein postalisches Unik u m dürfte ein Brief sein, der in diesen Tagen bei dem Geographischen Institut der Berliner Universität aus Mexiko eingetroffen ist.' Derselbe besteht aus einer Blechkapsel von 20 Zoll Länge und g Zoll Durchmesser.und hat ein Gewicht von über 26 Pfund. Dieser Brief" war beklebt mit 21 Postmarken im Gesammtwerthe von 86 Pesas und 80 Centavos $45.5. D ie P u pven-Frisur. zu welcher man früher Flachs oder. Menschenhaare verwendete, wird heutzutage aus Mohair.'dem Haar der' kleinasiatischen Ziege, der sogenannten Angoraztege. hergestellt. .
GuropöischeS AtpsrtennS.
Wechsel CredMriese. Postanweisungen. auf alle Städte Europas. Schiffsscheine von und nach Europa. und Verkauf auöläudU scheu Geldes. Frenzel Brotes, No. 35 Süd Meridian Str. , KZeredsnts National Bank. LandwiribskSafttiche Tchnlcn für Mädchen. In Belgien bestehen neuerdings zwei Arten von Mädchenschulen, in denen Schülerinnen von 15 Jahren an theils ui der Haushaltung, theils m, der Landwirthschaft unterrichtet werden: ständige Schulen und Wanderschulen. In den ständigen Schulen, die in zwei Abtheilungen Haushaitungsschulen und landwirtschaftliche Hochschulen zerfallen, werden hauptsächlich Ackerbau, Milchwirthschaft und Haushaltfiihrung gelehrt, und zwar eine Stunde m der Woche theoretisch, zwei Swndett praktisch. Die Haushaltungsschulen aeben den Mädchen Unterricht in der Blumen- und Gemüsezucht, der Milchwirthschaft, dem Haushalt, ferner in Naturkunde, Handelslehre, Buchfüh rung und Hygkne. - In den landwirthschaftllchen Hochschulen erhalten die Mädchen eine abgeschlossene Bildung, so daß sie großen Landwirthschaften vorstehen oder Lehrerinnen an den landwirthschaftllchen Hochschulen werden können. Ter Unterricht. von einem Lehrer und zwei Lehrerinnen ertheilt, wird gleich Wohnung unentgeltlich gewährt; die' Beköstigung dagegen muß bezahlt werden. Die Studirenden werden in vier Grup pen eingetheilt. Die Wanderschulenwerden auf Veranlassung der landwirthschaftlichen Gesellschaft eingerichtt. Um einen dreimonatigen Kursus in einem beliebigen Bcirk abzuhalten, gewährt der belgische Staat einer solchen Schule einen Zuschuß von $500 jährlich. . vrr. Geschäftö-Kalender. . Nr,t. r. S.E.Tizoma. Herz-lkrankheiten. Los 10 cwton klayvool Sebä nde. Putzmacherin. suzusta Lange, rpkrt.Puhmachnin. AIS IRaflaAiift is äftatlaäufcttl ve. Blech' und Mewll.Dächer. ct!e$ inst Vkttall Dächer, sowie Dachrinne ?e fmlgi nd reparirt. Dy. . Hadley, 14. nancky ve. Reun Phone !. Tapeten. Quitte. Ich hänge und liefere laptten. Telephon. Ml S. Opttter. EMERSON DRUIKY, 29 MaffachuleU, St. im ersten Lquare, zwetter Stoik. nge, untersuche Lwse geliefert. Konsultation frei. Waaren.Abliesernuk. nce aogehoit nnb abgeliefert. Wiglge Preise " Schneie Bedien. RUl SSd Pensi,IvatStU Nku 6ii; sllt, Mai rn. . X usttn. lg. Leichenbeftatter. MZitsett ä uiver. Lttchtnbestlitter. m 9L Jllino, Str. lepho : Neu ei lt. ad, es. 3olZssn, Hatzln & sorgt. 857 SKassachusett Wtf Telephon : Neu 868 ; am 1480. C&tr sprechen deutsch. Fmerverftchernng-GrunÄtigentZlA 3 ob Buennagtl, Mmmer 5 nnb . . 29 6nb Deiawar Straße. Finanzielles. NNir leihe Seld aus IZVbeiu nb Pianes ohn bie selben wgunehme. beni aus Vi en und Vtamantku. eutral La tc 03 Stare Ltse BUg T555MM?W55?5Ä5Z?5M555 !K$$$S$5S$$J$3 55 55 5 Geld! 55 55 55 55 55 to U 55 55 c Sir verleihe Seid aa HauI'VerSthschas ten. f ianol. serde. Wage ober kirrich 55 tun. State bie niebrtgften. Rabatt der 4$ größte, preche S,e vor oder tekphoni H n Sie un zur Neberagung 53 5Z flNft Market Street Soan So. I Qiitn AftJtih 14 (M !. C 55 PHvu:. u. utt, Rat m 55 55 55
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