Indiana Tribüne, Volume 30, Number 131, Indianapolis, Marion County, 25 January 1907 — Page 7
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3 as heilige ücchtr R & !!! a 1t von jritbrid) Iacobscu ßvrtJTvr rmirrmTfTTfTf w i (Fortsetzung.) Ter Saal war allmaliz immer dunkler c;e:?ord?li. unb zuletzt brannte nur ncd) t'xr.t einzige Gasflamme an deni äußersten Ende des grcßen. hochpeolbien Raumes. Eie reichte gerade hin. mn ein trübes, trostloses Dämmerlicht ?.u verbreiten, und dieser kleine Stern konnte nicht a!Z das Symbol der HIffnunz celten, sondern ermähnte unwillkürlich an jene lehte Stunde, hu einstens für uns Alle eintritt, an jene ernste Stunde, wo rinas um uns der Clan,z deZ Lebens erlischt, wo unser Tafein in einen schwebenden Funken zusammenschmilzt, den die Dämme runz ?.u ersticken droht, und wo dann eine Gestalt an uns herantritt, die zu uns spricht: omm mit." Und auch an den Verurteilten trat ein: Gestalt heran. Es war der Gefangenenwärter. fcer seine schwere Hand auf den Arm Adolph KörnerS legte und einige Worte sagte. Er hatte den seiner Obhut übergebenen Gelehrten bis zu diesem Augenbli mit jener Achtung behandelt, die der niedriq siehende Mensch unwillkürlich dein Höhergestcllten und Gebildeten zu erweisen pflegt; er hatte ihn stets .Herr Doktor" angeredet und seine AnOrdnungen in die Form der Bitte gekleidet; aber in dem langjährigen Verkehr mit den Gerichten waren ihm einige Paragraphen des Strafgesetzbuchs zu Gesicht gekommen, und er glaubte wenn auch irrthümlich annehmen u müssen, daß eine erkannte Zuchthausstrafe, auch wenn sie nicht mit Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte verbunden sei, den Verlust eines jeglicben Titels zur Folge habe. Er legte deshalb seine Hand auf den Arm des Gerichteten und sagte einfach: Kommt mit. Körner." Es war gegenüber dem Verlust der Freibeit. im Angesicht einer schimpflichen Strafe so stleichailtig, ob in diesem Moment jene Bezeichnung gebraucht tourde, die ebensowohl der Freundschaft wie der Geriugschätzunz entspringt, aber ste traf den jungen Arzt mitten in das Herz. Und nun war der Saal ganz leer. Abermals erschien eine dunkle, in der Dämmerung kaum erkennbare Gestalt. und eine Hand löscht die letzte Flamme aus. Aber in die tiefe, trostlose. Finsterniß und Stille fiel von draußen ein Sckiein und kam von außen ein Ton. Das sanste Licht des Abendhimmels trat hinter sturmzerwehten Wolken her vor. stahl sich sacht durch die Bogenfenster des Schwurgerichtssaales und haftete flimmernd an einem großen Deckengemälde, welches den Engel der Barmherzigkeit, das Symbol der Gnade darstellte. Und von dem nahen Thurme des Domes lautete in tiefen, summenden Tönen eine Glocke; denn morgen war Feiertag. 11. Kapitel. Yoef) cn demselben Abend ver iil breitete sich die Kunde von O dem Ausgang des Prozesses mit Windeseile bis in die äußersten Grenzen der Stadt, und noch bevor die Mitternachtsstunde herange kommen war. wußte wenigstens ein Einziaer die Lösung des Räthsels, an dem sich so Viele den Kopf vergeblich zerbrachen, des Räthsels, warum das Geschworenengericht keine mildernden Umstände bewilligt hatte. Die meisten von auswärts stammen, den Geschworenen bewohnten der Bequemlichkeit halber einen Gasthof. der in der Rahe des Landgerichts gelegen war. und dort pflegten während der Sitzungsperiode in den Abendstunden auch viele Rechtsanwälte zu verkehren, um mit Ebarakter und Gesinnung der einz?lnen Herren bekannt zu werden, und ihre gesammelten Erfahrungen alsdenn in den einzelnen Verhandlungen zu verwerthen. An diesem Abend war auch der Ver theidiger Adolph Körners anwesend. und während er abseits an einem Tische saß. kam einer der Geschwore nen, die heute mitgewirkt hatten, zu ihm heran und bat um eine kurze lln terredung. Es war ein schlichter Landwirth mi gutmüthigen Zügen, und der Mann schien sich in großer Aufregung zu befinden. Herr Rechtsanwalt sagte er. Si haben ja heute den Doktor vertheidigt und ich will Ihnen keinen Vorwur daraus machen, daß es Ihnen nicht desfer geglückt ist, denn gegen den Staatsanwalt war a nicht aufzukommen, Aber nicht wahr, der arme junge Mann wird doch ein Gnadengesuch einreichen? Wir Geschworenen möchten das gerne wissen, denn wir beabsichtigen, dasselbe mit einer Eingabe zu unterstutzen. Rechtsanwalt Zahn zuckte die Achsel .Herr Lindner sagte er, .ich werde natürlich meinem Klienten zureden und ihm auch die Absicht der Geschworenen mittheilen. Aber soweit ich seinen Charakter zu beurtheilen vermag, wird er nichts davon wissen wollen Er glaubt,' Recht gethan zu haben, und bei seiner holzen Gesinnungsart besteh
wenig Hoffnung, daß er meinen Rath annimmt. Er hat ihn bereits in anderen Dingen abgelehnt."
Der Geschworene wurde noch un-j ruhiger. Offen gestanden wir ind uns Alle mcht recht sicher, ob wir das Richtige getroffen haben säg:e er. und wir bekamen einen Heldenschrea. als fünf Jahre Zuchthaus herausamen. Man kennt ja das Gesetz nicht o genau, und seine Strafe sollte er ja haben, aber wir dachten nur an Ge-I ängniß. und auch nicht allzuviel. Dann hätten Sie ihm mildernde Umstände zubilligen müssen," erwiderte Zahn bitter. Aber ich habe kein Recht. Sie nach den Gründen Ihres Spruches zu fragen." Der Landwirth machte eine entschuldigende Bewegung. Ich weiß, wir sollen nicht davon reden, aber ich muß es zu meiner Beruhigung thun. Ich nenne keine Namen, ich möchte nur wissen, ob wir Recht haben. Also zuerst wollten wir auf den Paragraphen hinaus, der von der Einwilligung des Todten handelt. Aber da meinten Einige, dann wären die Kranken den Doktoren ganz in die Hände gegeben. denn die Todten könnten mcht mehr aussagen, und schriftlich gäbe es wohl Keiner von sich. Es komme ohnehin oft genug vor, das hätte ja der Krankenwarter selbst gesagt und der Geheimrath habe auch mehr gewußt, als er sagen wolle. Also hatten wir nur die Wahl zwischen Mord und Todtschlag, denn etwas mußte es doch sein. Na, Herr Rechtsanwalt, bei einem Mord geht es an's Köpfen, so viel wissen wir auch, und das wollten wir natürlich nicht, nein, das wollte Keiner von uns. denn wir sind keine Unmenschen. Also blieb es 'bei dem Todtschlag. Aber der Staatsanwalt hatte gesagt, es sei doch ein Mord, und es leuchtete uns ein, was er da Alles redete, und deshalb meinten wir schließlich, daß der Angeklagte gut genug wegkomme, wenn er auch keine mildernden Umstände kriegte. Aber an Zuchthaus haben wir dabei nicht gedacht, nein, wahrhaftig nicht, denn das Zuchthaus ist ein Schimpf, und der arme junge Doktor machte auf uns Alle einen so guten Eindruck! Er ist tvx Ehrenmann und sicherlich keine? Verbrechens fähig, davon sind wir Alle überzeugt. Aber bedenken Sie nun. wenn die Aerzte das Recht hatten. Einen so mir nichts, dir nichts umzubringen. Nein, das geht nicht!" Der Geschworene holte tief Athem und trocknete sich den Schweiß von der Stirne. Das war vielleicht die längst Rede, die er in seinem Leben gehalten hatte, und man merkte ihm sichtlich daBestreben an. gegenüber dem Juristen Herz und Gewissen zu erleichtern. Rechtsann?alt Zahn aber schwiea lange. Endlich trank er sein Glas aus, stand auf und reichte dem Landwirt:? die Hand. S:e haben es gut gemeint, aber Sie haben aus Gesetzesunkenntniß geirrt. Ich will versuchen, den Verurtheilten zur Einreichung des Gnadenaesucbes zu bestimmen." Landgerichtsdirektor Held hatte sich, zum Tode erschöpft, nach Hause begeben. Sonst vermochten ihm die längsien Verhandlungen nichts anzuhaben, er war im Stande, nach Schluß der selben noch über Mitternacht hinaus daheim zu arbeiten und dennoch am nächsten Morgen früh seinen Platz auszufüllen. Er wäre heute am liebsten oben auf dem Gericht geblieben. denn er fürchtete sich vor dem Hennwege. aber die Subalternbeamten wollten doch auch ihr Recht. So gina- er hinten herum durch die einsamen Anlagen. Es war der letzte Oktober, und dez November meldete sich schon mit rauher Hand; aus dem schönen sonniien Spatherbstiaae . war em sturmische Abend geworden, und das feuchte welle Laub wirbelte in Massen über den Weg. An der einsamsten ttZz, aber in der Näbe einer Laterne kam ihm lerne weibliche Gestalt entgegen. Er blieb stehen und sagte tief erschrocken: Mein Gott, Rosa. Tu hier und um diese Zeit? Wer denkt daran." entgegnete sie hastig, es ist ja der kürzeste Weg nach dem Gericht. Ich wußte, daß die Ver handlung aus sei, und ich tonnte mcht warten, bis Du kamst. Wie ist es ausgegangen?" Er wich der Fraae aus. Die VerHandlung ist erst soeben geschlossen. Kind; Du kannst noch keine Nachricht davon erhalten haben. Nein, keine Nachricht, aber man fühlt das ich fühlte es." Sie nahm seinen Arm und ging neben ihm her. .Du schweigst, Onkel; es ist also mcht gut verlaufen." Nem, Rosa." Wieder eine Pause. Tann sagte sie laut in den Wind hmern: Er komm zu meinem Vater, nicht wahr?" Das war eine llmschreibung des Furchtbaren, und ein Aussprechen des Entsetzlicheren. Und Held legte stützend seinen Arm um das junge Madchen. .Er kommt zu Deinem Vater. Rosa auf fünf Jahre." Sie waren in der Nähe einer Bank und Held wollte trotz des Unwetters dorthin, denn er dachte, sie werde ohn mächtig werden. Aber sie sagte: Nein, nicht ruhen wer kann da ruhen! Immer weiter weiter! Es ist also alles aus? Kein Recht mehr " .Er hat sich dem Spruch unterpor sen
Von diesem Moment an redete sie ein Wort mehr. Sie klammerte sich est an den Arm ihres Begleiters und
eilte immer schneller. Es war. als ob ie mit ihren Schritten der Zelt Flügel geben wolle, als wenn es ihr unmöglich ei. auch nur eine Sekunde zu ruhen. So kamen sie endlich zu Hause an. Rosa verschwand sofort in ihrem Zimmer. und Held theilte seiner Frau in hastigen Worten die Begebenheiten des ages mit. Hab' ein Auge auf das Mädchen." sagte er beklommen, ich weiß nicht, was das ist. sie liebt ihn offenbar noch immer, aber sie zeigt keinen Schmerz wie andere Menschen." Der Schmerz ist großer als ieder andere." entgegnete die kleine, schücherne Frau mit einer Klarheit, die Keiner an ihr vermuthet hätte. Wir dürfen nicht mit, ihr red:n, aber ich will ie beobachten. Die ganze Nacht, wenn es Noth thut." Held küßte sie ein seltener Fall auf die Stirn, und ging in sein Zimmer. Die sämmtlichen Wände desselben waren mit Büchern verstellt, aber nur ein Theil derselben hatte juristichen Inhalt, der Rest stammte aus dem Nachlaß von Helds Vater, der Philologe gewesen war. Die Neigung zu klassischen Studien hatte sich auch vom Vaetr auf den Sohn vererbt, und m dieser stillen Abendstunde empfand der alte Jurist die ganze Last seines eigenen Berufs, und er seufzte heimlich darüber, daß er aus ehrgeizigen Erwägungen seiner eigentlichen Besinnmung untreu geworden war. Wozu? Es war alles Rauch und Schall. Und dann dachte er an seinen Schwager, den Zuchthausdirektor Weber. Ihm hatte das Schicksal ein großes. gütiges Herz gegeben und ihn zugleich an eine Stelle gestellt, wo dieses Herz sich täglich mit Härte wappnen mußte, so daß jeder Tag sich auf dieses Herz legte wie eine Last, bis es müde geworden war und in einer kranken Brust schlug. Er würde es nicht überleben. Denjenigen. an dem seine Tochter hing, als Sträfling bei iich aufzunehmen und dem Abschaum der Menschheit ernzureihen. Held entsann sich, daß sein Schwager häufig in der letzten Zeit den Gedanken ausgesprochen hatte, sich in den Ruhestand versetzen zu lassen. Jetzt war die rechte Stunde dazu ge kommen. Er setzte sich an den Arbeitstisch und schrieb einen langen Brief an Weber; als er denselben geschlossen und adrelsirt hatte, entstand hinter ihm ein Gerausch. Rosa war neben seinen Stuhl qetreten und legte ihm beide Hände auf die Schultern. Onkel." sagte sie. Du hast morgen wieder Sitzuna. und es ist spät. Du solltest schlafen gehen." .Ich kann Nicht schlafen. Kmd," ent gegnete er bekümmert. Das . glaubt man so. Wenn es zwei Menschen gibt, die kein Anrecht auf Schlaf haben, dann sind es andere. Er und ich. Aber davon wollte ich nicht sprechen. Du hast morgen Früh keine Zeit. Onkel, und deshalb möchte ich Dir heute Abend Lebewohl sagen, und Dir für alle Liebe danken, die ich in Deinem Hause genossen habe. Held blickte erschrocken auf. Du willst fort, Rosa? Jetzt, wo wir Alle so nöthig haben, beisammen zu blei ben?.Findest Du das nicht selbverständ lich?" Es klang herber, als es klingen sollte, aber der Direktor senkte den Kopf. Zxreiiich, entgegnete er iciic, mein Anblick wird Dich stets daran erinnern. daß ich die Verhandlung gegen ihn ge leitet habe; und unter den Vielen, die mich sä sein Schicksal verantwortlich machen, wirst Du auch sein." Rosa blickte einen Moment auf das graue Haupt des Mannes weder. .Das sollst Du nicht glauben. Onkel, Ich kann jetzt nicht trösten, denn ich brauche selbst zu viel Trost, aber das sollst Du nicht glauben. Mein Ent schluß hat einen anderen Grund. Ich mu zetzt be: meinem Vater sein. Ter Gerichtsdirektor schob hastig sei nen Stuhl zurück. Jetzt bei Deinem Vater. Rosa? Und Du weißt doch .Ich weiß alles. Onkel, erwähne e nur nicht, es thut mir zu wey. ragk mich auch nicht nach meinen Gründer und Plänen, begnüge Dich damit, daf es so sein muß." (bte sazwiea einen Moment unc blickte auf den Tisch. .Ich sehe. Du hast an meinen Vatei geschrieben. Ja. Kind.- Dein Vater muß vor allzu heftigen Gemüthserschütterungen bewahrt bleiben: Du weißt, dak er kränklich ist. Ich habe ihm Alles scho nend mitgetheilt und ihm den Rath ge geben, in den Ruhestand zu treten Man wird ihm vorläufig Urlaub ge ben, er kann seine Wohnung sofor räumen und in die Stadt ziehen, sc vemeidet er das. woran to Beide denken. Uno darum noch einmal Rosa, was willst Du jetzt dort?" .Es hilft nichts." sagte sie leise, .ich muß es dennoch thun. Gute Nacht Onkel, ich werde Mich ein wenig hmle gen, aber morgen bin ich mcht meh hier." Sie küßte ihn mit kalten Lippen aus die Wange und ging nach der Thür. Er begleitete sie und faßte nach ihrer schlaff herabhängenden Hand, i .Wenn eö denn sein mutz, Rosa, so
darf ich Dich nicht hindern. Aber nicht wahr, Du legst Dich auch wirklich gam ruhig in's Bett, und Tante kann auch schlafen gehen?"
Warum denn nicht? frug sie erstaunt, und er entgegnete, auf den Fußoooen blickend: Sie wollte Acht auf Dich geben. liebes Kind; Du warst so son-. derbar " .Ja, sonderbar," wiederholte sie bitter. Es sind mir auch sonderbare Dinge begegnet, und ich wundere mich. oak es keinen Ausdruck dafür gibt. Aber daran, an das. was Tu andeutest, habe ich nie gedacht. Ich war oft schwermüthig, Onkel.und es gab Stunden, in denen ich auf das Leben keinen Werth legte, aber diese Thorheiten sind vergangen. Mein Leben hat ictzt Wertb; ob für mich oder für jemand anders, darauf kommt es nicht an." Sie ging, und Held blieb mitten in der Stube stehen. Er versank in tiefe Gedanken und bemerkte nicht, daß die Thur abermals geöffnet ward, und daß seine Frau leise eintrat. Endlich strich er sich Mit der Hand über die Stirn und murmelte: Sollte es möglich sein? Sollte es wirklich möglich sein?" Was wäre möglich, lieber Mann?" frug die kleine Frau in ihrer schüchternen Weise, und der Direktor zog sie sanft an sich. .Fanny," sagte er weicher, als es sonst seine Gewohnheit war. ..Du bist mir immer eine gute, treue Gefährtin gewesen. Nun beantworte mir eine Frage: Wie weit reicht die Liebe des Weibes? .Bis in die Ewigkeit." entgegnete sie. 12. K a p i t 1 1. uch in dem Zuchthaus zu Wald heim spürt man, daß der WinC' ter im Anzug ist. Aber das Kommen der trübsten Jahreszeit wird mit einer dumpfen Gleichgiltigkett hingenommen, denn es hangt kem Gedanke der Sehnsucht und keine Erinnerung der Freude an den sonnigen Somertagen. und die tiefste Dunkelheit. die Wolken, Nebel und Regen zu bringen vermögen, ist nicht im Stande, die Nacht der Verzweiflung und der Hoffnungslosigkeit zu übertreffen. Dennoch spürt man den Schritt des Winters deutlicher als in der Stadt. Von dem Gebirge wälzen die Bäche, deren Silberfäden man im Sommer kaum bemerkte, trübe, schlammige Wassermassen zu Thal, und der Fluß, welcher zwischen der Anstalt und dem Waldessaum sonst träge und zahm dahinfließt, tritt über seine flachen Ufer und umspült die Wurzeln der Weiden und Erlen. Wie ein endloses schwarzes Moor dehnt sich ringsum die Ebene aus, und wenn man von dieser nassen, dünstenden Erde den rothen nüchternen Backsteinbau des Zuchthauses aufragen sieht, wenn der Sturm seine glatten Umfassungsmauern und seine vergitterten Fensterrelhen umschnaubt und weiterhin durch das nackte Geäst der svlufzweioen faurt. dan es lieg Haaren gleich aufsträubt; wenn es dunkel wird, bevor es Tag geworden war. und wenn es in die Regenpfützen hineinregnet dann lassen die Insassen des vorübereilenden Schnellzuges den Vorhang am Wagenfensier Nieder, und Einer spricht ahnungslos zum Anderen: Ein trauriges Bild dort möchte ich nicht wohnen." Nein, es mag Keiner dort wohnen. und man muthet es nicht einmal den Sträflingen zu, dieses trauliche Wort auf ihren eigenen Zustand anzuwenden. Sie haben nicht ihren Wohnsitz im Zuchthause, sondern nur ihren Aufenthalt, der oft bis an das Ende des Lebens dauert. Einer allein hat hier seine Heimath, denn er liegt an der Kette des Berufes, und gerade diesem Einen war es weder gegeben, in der ungesunden Lust des Moores gesund zu bleiben, noch hatte das Schicksal ihm die Wohlthat eines harten Hnzens verliehen. Es war sein Verhängniß, Zuchthausdirektor zu werden. (Fortsetzung folgt.) Außer 47.500.000 Telegrammen wurden von der deutschen Reichspost im letzten Jahre G,(X)6,(X0,000 Sendungen befördert. 4.503.000.000 entfallen auf Briefe. Postkarten. Drucksachen. GeschäftsPapier? und Waarenproben. Außer dem wurden befördert: 1.452,500.000 Zeitungsnummcrn. 251,000,000 außergewöhnliche Zeitungsbellagen. 203. 000.000 gewöhnliche Packete. 14.000.000 Postanweisungen. 8,5C0,000 Werthbriefc. 5.000,000 Postaufträge. 3.750.000 'erthpackete. Der Gesammtbetrag der Werthangaben und des vermittelten Geldverkehrs hat jetzt nahezu 29.000.000 Mark erreicht, unoerr :zayre alt In Pittsburg. Pa.. feierte ein Karl Hammels der Nestor der dortigen Deutschen, im &ausc seines Urenkels seinen 100. Geburtstag. Hammell erfreut sich einer guten Gesundheit und ist noch so rüstig, wie ein Mann in seinen besten Jahren. D'i e 'S t r a f k a m m c r i n L o nbau veriirilicilte den Wmzcr Iilrols aus Maikaliimer wcgcn ühcruiaßigen Vasserzilsatzcs zum Verkaufswcin zu 1000 M. Geldstrafe oder 100 Tagen Gefängniß.' ' v,
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