Indiana Tribüne, Volume 30, Number 129, Indianapolis, Marion County, 23 January 1907 — Page 7
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M)tm$cmüii , 3-i c tu a tt von i r i c 0 r t cn j a c o m c n TV?TV? rWVTYVVTTTTTTYVT (Fortsetzung.) 10. Kapitel. ii: Anklage gegen Adolph Kör ner wegen Morfcs wurde erh?hn, und tos Hauptrerfahren leider ihn eröffnet. Die Beschluß faftu:? 3 über diesen lederen triijtigert Akt hatte sich im Schootze des Gerichts nicht ohne hefti.-: stampfe crcelren, denn der Berichterstatter, ein alter, ehrwürdige? und milder Richter, best ritt mit Entschiedenheit, daß der Thatbestand des Mordes angenommen rrerhn könne, da das ernstliche Vcrlancen des Gietödfeten keineswegs , durch eine vorhandene Geisteskrankheit ausGeschlossen werde; allein Held, dem der Lorsth in der Jeschlußkamme? oblag, bewies so schlagend aus den GesetzesBestimmungen das Gegentheil, daß er juna: eifrige Assessor, welcher das dritte Mitglied bildete, sich auf seine Seite schlug. Tamit war Adolph Körner dem Spruch der Geschworenen überliefert. Er schien dieses Resultat nicht nur erwartet, sondern sozar gewünscht zu haben, denn cr las den ihm zugestellten Eröffnung? öeschluß vollkommen ruhig durch, nickte dazu und sagte, das Papier dem Gefangenwärter zeigend: Herr Schmidt, ich bin also hinreichend verdächtig, einen Menschen ermordet zu baben; wann komme ich denn nun in die Mörderzelle?" worauf der Andere entgeinete: ,Xr3 ist gut, Herr Doktor, daß es nur auf dem Papier sieht; und was die Mörderzelle anlangt, so gehen wir sparsam damit um; zuletzt hat der Rottmann darin gesessen." Körner halte es abgelehnt, sich einen Vertheidiger anzunehmen; da aber das Gesetz in Schwurgerichtssachen einen solchen fordert, mußte das Gericht ihm denselben von Amtswezen beiordnen. Tiefe Offizialrertheidigungen gingen der Reihe nach, und diesmal traf die Bestimmung einen sehr jungen Rechtscnwalt, dem man nicht qerade besondere Geschicklichkeit nachrühmte. Ter Staatshalt schüttelte den 5topf, als er davon erfufrr, und bei einer Revision des Gefängnisses sagte er in Vorübergehen dem jungen Arzte, die !ache dürfe doch nicht zu leicht genommen werde. Aber wenn diese Bemerkung einen wol)lineinenden Rath enthalten sollte, dann wurde sie in die leere Lust gesprochen. Sie Sache sollte vor den: nächsten Schwurgericht verhandelt werden, und der Landzerichtsdirckto? Held war von dem Oberlandeszerichtspräsidenten zum Vorständen ernannt worden. Er war etwas blaß geworden, als die Vcrfüaung in seine Hände kam, aber cr schrieb sein Gesehen" dabei, und legte sie zu den Akten. Am folgenden Tage begegnete ihm der Präsident des Landgerichts auf dem Korridor, faßte ihn unter dem Arm und sagte vertraulich: Es ist ja hinreichend bekannt, lieber Herr Kollege, daß dieser unselige Toktor Körner viel in Ihrem Hause verkehrt hat, und daß er km nun ja. Sie verstehen mich. Wenn es Ihnen also unter diesen Umständen schwer wird, die Verlzandlunz gegen ihn zu leiten, so kann Ihnen das kein Mensch verargen, und ich würde gerne zu einer Vermittelung bereit sein." Tas Gesicht des Tirektors wurde förmlich zu Stein. Ich danke Ihnen gehorsamst. Herr Präsident." sagte er. sich gerade aufrichtend, aber es liegt kein gesetzlicher Grund vor, der mich an der Ausübung meines Amies hindern konnte. Ta wandte Jener sich kopfschüttelnd ab und ging in sein Zimmer. So kam der Tag heran, an dem die Hauptverhandlunz stattfinden sollte. Schon in der Frühe des Morgens, der ein schöner Herbsttag zu werden versprach, umstanden Hunderte das Gerichtsgebäude, um auf den Moment der Kartenausqabe zu warten; es befanden sich viele Vertreter der höheren Stände unter den Harrenden, denn der Fall war im höchsten Grade rnteressank." Endlich wurden die Thüren gcöfsnet. d:e Karten ausgegeben, und die bunt zusammengewürfelte Menge drängte sich in den großen SchwurgerichtZsaal. nahm zusammengepfercht auf den Zubörerbänken Platz und starrte in dumpfem Schweigen oder leise flüsternd in den weiten, leeren Raum, der sich soeben mit dem Glanz der Morgensonne zu lullen begann. Um diese Zeit führte man auch den befangenen über den Hof und eine nach hinten belegene Treppe in den für die Änzeklagten bestimmten, neben dem Schwurgerichtssaal befindlichen Wartecaum. Körner war aus seiner Zelle in der letzten Zeit nicht mehr herausgekommen; das Anstarren der Mitgefangenen wahrend der taglichen Spazier zänge war ihm peinlich geworden, und man nahm die Rücksicht, ihn in seinen bin Wänden zu belassen; nun trat er bieder auf einige Augenblicke in den Sonnenschein und sah. daß es Herbst
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Ms er unter der mitten im Hofe
senden breitästiaen Linde hinweg(chritt. zoa ein leise? Windhauch durch die Luft und streute eine Handvoll gelbcr Blatter vor lein: Fue; er ho'o eines derselben auf und betrachtete es' 'mit wehmüthigem Lächeln. Sehen Sie. Herr Schmidt." lagte er zu dem ihn begleitenden Gesängenoarier, unie? einem Dolmen jaawne bielt man in alten Zeiten die Voltsgeichte ab. Run ist er welk gewordenEin kahler, unfreundlicher Raum nahm ihn auf, ein Raum, gegen den die Zelle, welche Körne? bisher bewohn! hatte, behaglich genannt werden konnte. Zs befand sich nichts, aber auch abo--ut nichts zwischen den v:er weiß ceünchien Mauern als eine Jank; niaV einmal ein Tisch war vorhanden, auf den die kummer- und angstvoll harrenden Insassen dieser letzten Station ihr Haupr stützen konnten. An der einen Wand aber war etwas sichtbar, desten Vorhandensein den gleichziltigen Augen der Gesangenenwarter entgangen sein muß'e. weil es sonst mit morallcher Entrüstung ausgelöscht und dre:mal übertüncht worden wäre. Eine Hand hatte mit irgend emcm Instrument oder vielleicht mit - den eigenen Fingernägeln zwei Worte in den Kalk eingekratzt, und diese beiden Worte redeten mehr, als ganze Bände der Kriminalgeschichte zu berichten vermögen, von öteue. Gram. Furcht. Entctzen und Grimm. Sie lauteten: Seid verflucht! Es stand nicht dabei geschrieben, wen dieser Fluch treffen sollte. Aber mochten es Diejenigen sein, die durch Vernachlässigung der Erziehung, durch Mißachtung. Hartherzigkeit und Verführung den Unglücklichen auf die Bahn des Verbrechens geleitet, getrieben und gelockt hatten, mochten Dielenigen gemeint sein, die durch einen harten ode? verblendeten Richterspruch den Glauben und die Hoffnung vernichteten wenn dieser Ausruf einen Schrei nach Gerechtigkeit enthielt, wahrlich, so war er in seiner Kürze eine furchtbare Anklage gegen die, denen cr galt. Adolph Körner setzte sich auf die Bank und sah vor sich nieder. Allmalig bob er den Kops und be gann zu lauschen: durch die Wand schlug em Geräusch an sein Ohr. ein dumpfes leises Rauschen, wie oas Murmeln einer großen versammelten Volksmenge. Tann verstummte das Geräusch. und Stille trat ein. Ter Gerichtshof erschien. Allen voran Direktor Held mit ernster, feierlicher, unbewegliche? Miene, hinter ihm die Beisitzer, zuletzt der Protokollführer. Von der andern Seite trat i.cr Staatsauwalt Wilde ein und setzte sich stumm aus seinen Platz: zuletzt kamen auch die Geschworenen, traten am Ende des Saales, wo der Zuhorerraum anfing, zusammen, schüttelten sich die yance und Nickten einander zu. Dann ertönte der kurze scharfe Klang einer Glocke, und der Vorsitzende sagte mit einer Stimme, die kei nen Moment ihre Ruhe verlor, aber die gleichsam aus der Ferne zu kommen schien: Die Verhandlung ist eröffnet; Bote, führen Sie den Angeklagten herein." Ein Rauschen und Flüstern rann durch den Zuhörerraum, als Doktor Körner die Anklagebank betrat. Er war sehr Vielen, vielleicht allen Anwesenden personlich bekannt, und es machte einen sonderbaren Eindruck, als der Vorsitzende, den man so oft mit dem Angeklagten zusammen auf der Straße gesehen hatte, die Verhandlung mit der Frage eröffnete, ob Jener der Assistenzarzt Doktor Adolph Körne: sei, und der Gefragte sich daraufhin bejahend verbeugte. Man wußte wohl, daß' hier nur d:e Erfüllung einer gesetzlich vorgeschriebenen Form beobachtet werde, aber der Gedanke lag so entsetzlich nahe, daz; diese rtozm wie ein Grabscheit sei. mit dem man einen Damm zwischen dem bisherigen Mitglied der Gejellschafi und dieser selbst auszuwerfen begann. Wir hüben. Du drüben wir kenneu Dich nicht mehr! Dann begann der namentliche Aufruf der Geichworenen, an den sich du Belehrung des Angeklagten über sein Ablehnungsrecht anschloß. Körner beugte sich über die Schranke und sagte leise etwas zu seinem Verthcidiger; der junge Anwalt schüttelte den 5topf und schien Eegenvorstellungen zu machen, dann aber erhob er sich zu einer Bemerkung. Ich bin von meinem Klienten be auftragt." sagte er, ausdrücklich auf das Ablehnungsrecht Verzicht zu leisten; mein Klient geht von der Auffassunz aus, daß er gleiches Recht von Allen erwartet. Ich erfülle meine Pflicht, indem ich mich meines Auftrags entledige." Das Gesetz kennt keinen derartigen ausdrücklichen Verzicht," entgeqnete Held mit einem flüchtigen Blick auf den Staatsanwalt. Ich muß also darum bitten, daß bei der Ausloosun die vorgeschriebenen Erklärungen abgegeben werden." Der kleine Zwischenfall hatte indes sen doch eine Wirkung, die sicherlich nicht beabsichtigt war. aber doch von Manchem als beabsichtigt gedeutet wurde. Nämlich auch Wilde lehnte kernen einzigen der ausgeloosten Geschworenen ab. Nur einmal, als der Name eines Mannes aus der Urne kam. von dem man glauben konnte,
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1 H ,Xik-V J ' - - - daß er dem Angeklagten nicht freundlich gesinnt sei. zögerte der Staatsanwalt einen Moment: dann aber svrack r tm Angenommen- mit oerielven Eelassenheu aus, wie .er Angetlagte, der es gerade ber diesem Geschworenen selbst gesagt hatte, weil sein Vertheidiger verwirrt schwieg. Die zwölf Manner. welche da zusammensaßen. um über das schwerste Verbrechen, dessen ein Mensch beziehtigt werden kann. Recht zu sprechen, machten sämmtlich den Eindruck biederer wohlanständiger Bürger; aber es befand sich zufällig kein Einziger unter ihnen, dem man ein tieferes Eingehen auf feine juristische und psychologische Fragen hätte zutrauen mögen, vielleicht kaum Einer, dessen Schulbil dung über das mittlere Maß hinause.ing. Aber sie waren Alle von dem Ernst und der Wichtigkeit ihres Amtes durchdrungen, und man sah es jedem Einzelnen an, daß er die ungewohnte Anstrengung einer langdauernden geistkaen Thätigkeit zum Mindesten auf sich zu nehmen bereit sei. An die Verlesung des Eroffnunzsbeschlusses, welcher auf vorsätzliche und überlegte Todtung eines Menschen lautete. schloß sich die Vernehmung des Angeklagten. Auf die Fraae des Vorsikenden. ob er sich schuldig bekenne, entgegnete Körner: Ich räume ein. zenem Unglücklichen wissentlich eine Dosis Morphium gegeben zu haben, die bei seinem damaligen Zustande den Tod herbeiführen mußte. , Ich räume ein. die Folgen gekannt und beabsichtigt zu haben. Abel Rottmann mußte doch sterben, und er bat mich, ihm das Ende leichter zu machen. Ich konnte als fühlender Mensch ihn nicht langer, nutzloser Qual überantworten." Entsinnen Sie sich der Worte, mit denen er Sie darum bat?" Ganz genau. Herr Präsident. Er sagte zu mir: .Wenn Sie mir nur etwas geben wollten, Herr Doktor es ginge doch schneller.' " Was sollte schneller gehen?" Das Sterben. Er hatte mich unmittelbar vorher gefragt, ob er sterben müsse." Und was hatten Sie ihm darauf geantwortet? Nichts. Herr Präsident." Der Staatsanwalt lehnte 'sich mit einem leisen Seufzer in seinen Stuhl zurück und verschränkte die Arme über der Brust: die Geschworenen hatten das dumpfe Gefühl, als ob hier irgend ein belastender Punkt sei. Direktor Held fuhr in der Vernehmung fort. Hatten Sie. die Ueberzeugung, Angeklaqter." er gebrauchte zum ersten Male diese Anrede, daß der Ihrer Pflege anvertraute Kranke mit klarem Bewußtsein jene Bitte ausgesprochen habe?" Körner schwieg einen Augenblick und sah vor sich nieder. Sein Vertheidiger hatte sich halb nach ihm umgedreht und nickte ihm fast unmerklich zu, als wenn er ihn zur Bejahung der Frage auffordern wollte. Körner aber sagte: Ob der Unglückliche seine Bitte mit klarem Bewußtsein ausgesprochen hat? Ja, das vermag ich heute nicht mehr zu beantworten, ich habe es in jener furchtbaren Nacht auch qar nicht ae prüft. Ich glaubte es aber annehmen zu dürfen. Sie haben es gar nicht geprüft? rief der Direktor laut, und Jener schüttelte leicht den Kops. Es gibt Lagen. Herr Präsident, in denen man keine Prüfung eintreten läßt, sondern einem inneren Dränge folgt. Der Kranke sprach wenig und abgerissen, er kann aus einem halben Fiebertraum heraus geredet haben, es ist auch möglich, daß der Schmerz sein Bewußtsein schärfte. Ich hätte eine längere Untersuchung anstellen müssen, um das festzustellen, es würde ihm neue Schmerzen verursacht haben, es wäre grausam gewesen. Mir genügte sein leise ausgedrückter Wunsch, der jedenfalls mit dem Empfinden des Franken
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In I T '''llV V'VJ-'i!,'1 ' i"rV':"lmTm-'ir .LS?v.fey übereinstimmte, und der in Todesqual ausgestoßene Ruf um Hilfe., dessen Kommen ich erwartet hatte." Die Geschworenen batten die deutlich? Empfindung datz diese Aussage ton hervorragender Bedeutung sei" muffe, denn sowohl Staatsanwalt wic Vertheidiger richteten sich mit einerRuck auf. und Ersterer schrieb eini Vort: auf das vor ihm liegende Papier. Der Vorstände allein blieb unbewezlich und sprach mit derselben gelas senen Stini weite-. knurre an Jyre letzte emerkuni an." sa7.te er und rückte sein zufällia schief gebendes Schreibzeug ge rade. ES wird von einem Zeugen bekündet, das; Sie sich in etwas auffällie? Weise erboten haben, die Nachtwache bei dem Kranken zu übernebmen. obwohl das von dem Warterperwnal au?7,eführt zu werden pflegt; geben Sie die Richtigkeit dieser beiden Thatfachen zu?" Ich aebc sie zu. Herr Präsident." Und in welcher Absicht wurde dieses Anerbieten gemacht. Angeklagter?" Korner strich sich die dunklen Haare aus der Stirn und richtete sich straffer auf. ny$u.) iuumc uycu, jjccc -pcaiucnr, entgegnete er mit fester Stimme, daß der Kranke be! seinem Arzte am besten aufgehoben ist, und ich würde alsdann nur die Worte wiederholen, mit denen mein Vorgesetzter auf den von mir gemachten Vorschlag einging. Aber das wurde mcht der Wahrheit entsprechen, denn Rottmann war ein Kind des Todes. und meine Vkleae vermockte ihm o reinig das noen zu eryauen, als die Pflege des Warters dies gekonnt hätte. Es war meine Absicht " Es war Ihre Absicht " wiederholte Held, als Jener stockte. Ihm dennoch zu helfen, vollendete Körner fest und klar. Ich wollte ihm, falls ihn die Schmerzen übermannten, die einzige Wohlthat erweisen, die in solcher Lage der Mensch dem Menschen noch erweisen kann, und ihn erlosen von seiner Qual." Und Sie vergaßen, daß dieses Leben nicht in Ji Hand gegeben sei?" frug der Vorsitzende streng, und der junge Arzt neigte das Haupt. Ich stehe deshalb vor meinen Nichtern." sagte er leise. Es ging eine tiefe Bewegung durch den Saal. Held machte eine kleine Pause und blätterte in den Akten. Dann nahm er wieder das Wort. Ich komme zu dem letzten Punkt meiner vorläufigen Vernehmung. Sie sind Arzt, Angeklagter, und Sie sind Irrenarzt. Welches Urtheil fällen Sie über den geistigen Zustand Abel Rottmanns?" Er war seiner Vernunft nicht völlig mächtig. Herr Präsident." Sie haben diese Ansicht bereits an dieser Stelle als Sachverständiger vertreten, ich meine damals, als gegen Rottmann wegen des gleichen Verbrechens verhandelt wurde, dessen Sie jetzt angeklagt sind. Und Sie drangen mit Ihrem Gutachten durch. Befanden Sie sich am Sterbebette Abel Rottmanns auf demselben Wissenschaftlichen Standpunkt?" Das Antlitz Körners hatte sich mit einer tiefen Röthe bedeckt, als der Direktor den Vergleich zwischen jenen beiden Strafthc'en zog. aber er bezwäng sich und bewahrte seine Ruhe. Nachdem Rottmann den Versuch der Brandstiftung gemacht hatte." sagte er, war ich mehr als je von der Richtigkeit meiner Diagnose überzeugt. Und ich bin es heute noch, zumal die Sektion mir Recht gegeben hat." Sie befinden sich im Widerspruch mit dem Gutachten des Geheimraths Barkhausen." Er gehört der alten Schule an." entgegnete Körner achselzuckend, ich kann meine wissenschaftliche Ueberzeugung nicht verleugnen." Das Verhör hatte damit vorläufig sein Ende erreicht, und es begann die AeweisauknKme
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Bin Doktor sagt: Ich empfehle hierdurch Ihre berühmte Medizin, Wine of Cardui. Ich bin, wie die meisten Doktoren, etwas zurückhaltend, ..Patent" . Medizinen anzuwenden oder zu empfehlen, da ich aber Gelegenheit hatte, so viel durch Cardui bewerkstelligtes Gute zu sehen, stehe ich nickst an, zu erklären, daß er Alles vollbringt, was die Fabrikanten von ihm behaupten. Ich gebrauche
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in meiner Praxis und empfehle ihn meinen Patientinnen; und schließlich gab ich ihn was der beste Beweis für eines Doktors Vertrauen in eine Patent" . Medizin ist meiner Gattin während ihrer Schwangerschaft und eine Flasche nach der Geburt, mit großem Erfolg." Cardui stärkt die schwachen weiblichen Organe und Funktionen, lin dert Fraucnschmcrzen, regulirt unregelmäßige Funktionen und wirkt als milde, natürliche, aufbauende Medizin für Frauen und Mädchen zu allen kritischen Lebenszeiten. rv r i
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allen Apotheken in Ks.00slasckzen zu haben.
h ? !. TTfT TT Die Ccrichtspraris erachtet es bei schweren und wichtigen Fällen nur felten für ausreichend, daß der Angeklagte ein Geständniß ablegt; die Glaubwürdigkeit desselben soll durch Thatsachen erhärtet werden, und der feierliche Eindruck einer Verhandlung wird wesentlich erhöht, wenn die zusammenhänzende Reihe der Begebenheiten vom ersten Keim der That bis zu ihrer Vollendung vor den Vetheiligten langsam und sorgfältig aufgerollt wird. Aber es ist stets eine Pein für den Angeklagten, der an diesem Tage des Gerichts dem schrecklichsten seines Lebens nur den einzigen Wunsch hegt, möglichst rasch in das Dunkel zuruckzusinken, aus dem er auf kurze Frist emporgehoben wurde, um, eine Rolle zu spielen. Adolph Körner redete abermals leise mit seinem Vertheidiger, und es war offenkundig, daß er den sehnlichsten Wunsch hegte, möglichst bald den Richterspruch entgegen zu nehmen; aber der junge Rechtsanwalt war so sehr durch die schrankenlose Wahrheitsliebe seines Klienten niedergedrückt, daß er nur halb ungeduldig mit den Achseln zuckte und sich alsdann in das Stadium seiner Akten vertiefte. Die Lorlesung des umfangreichen Sektionsprotokolls konnte nur wenig Theilnahme erregen; man wußte ja, um was es sich handle, und als der Staatsanwalt die Geschworenen bat, ihre besondere Aufmerksamkeit dem Ergebniß der Schädelöffnung zuzuwenden. da wurde er gar nicht verstiden. Dagegen rief die Vernehmung des Krankenwärters Müller großes Aufsehen hervor. ' Er war es, der den jungen Arzt in der Frühe des Morgens bei dem Todten gefunden, und der das Glas entfernt hatte, aus dem Rottmann seinen letzten Labetrunk empfing. Man wollte von diesem Zeugen etwas Näheres über das Glas wissen. Der Mann drehte verlegen seine Kopfbedeckung in den Händen und sagte endlich: Was soll ich da groß bekunden, meine Herren? Es war Morphium in dem Glase gewesen, so gewiß ich Müller heiße,, denn davon versteht Unsereins auch 'was. und ich habe das Glas rein gemacht und an seinen Platz gethan, weiter weiß ich nichts von der Sache." Warum hatten Sie es damit so eilig. Aeuae?" Na. ich dachte, der Herr Geheimrath brauchte es just nicht zu sehen." Weshalb nicht?" Müller kratzte sich hinter den Ohren. Es ist doch man so, hoher GerichtsHof. Daß der Rottmann kein Morvhium kriegen sollte, wußte ich ja auch, denn Unsereins ist in solchen Sachen bewandert, und wenn er doch welches gekriegt hatte, dann war er eben ein paar Stunden früher gestorben. Ich denke mir, meine Herren, das geschieht oft genug, denn die Doktoren sind doch auch Menschen, aber es soll nun 'mal durchaus nicht sein, und was Einer allein ganz gut machen kann, das wird schon bedenklich, wenn Zwei darum wissen." Wir wollen Ihre Ansichten über Recht und Unrecht nicht hören." sagte Held strenge; und der Krankenwärter entgegnete: Ich kann ja auch ganz gut stillschweigen, hoher Gerichtshof, aber ich bin doch hier darum gefragt worden." Als letzter Zeuge und Sachverstandiger erschien Geheimrath Barkhausen vor den Schranken des Gerichts. Es entstand eine große Bewegung im Publikum, als die ehrwürdige und imposante Gestalt des greisen Mannes in den Saal trat; einzelne Dameri machten sogar den schüchternen Versuch, sich eines Opernglases zu bedienen, so daß der Schwurgerichtspräsident zu der Bemerkung veranlaßt wurde, man befinde sich hier keineswegs im Theater, fondern in einer sehr ernsten Verhandlung. Barkhausen verbeuate sich vor ' dem
MWA Zbgisse für raumleidm Motz, Ark. Gericht und warf einen kurzen Seitenblick auf die Anklagebank; es lag in seinen stillen Auzen ein tiefer Aus druck von Schmerz und Mitleid, und als er die Fragen nach seinen Personalien beantwortete, mußte er sichtbar seine Erregung überwinden. Er bestätigte zunächst mit einer Entschiedenheit, die auch den Zweifler überzeugen mußte, daß ' die Verwundung Rottmanns absolut tödtlich gewesen sei. Absolut tödtlich," wiederholte cr noch einmal, indem er jede Silbe betonte, so daß Roltmann schon als ein todter Mann angesehen werden konnte. Keine Kunst, keine Pflege, kein noch so seltener Zufall, wie er bisweilen in der Geschichte der Medizin verzeichnet steht, vermochten sein Leben zurückzuhalten, dcnn cö waren Organe vernichtet, die zur Existenz des Körpers unbedingt nothwendig sind und nicht ersetzt werden können. Man konnte sein Ende berechnen, wie wir das Erlöschen einer Kerze vorauszusagen vermögen. Ich bin weiter gefragt worden," fuhr er tief aufathmend fort, ob die Dosis Morphium, welche mein Kollege dem Kranken verabreicht hat, tödtlich wirken, und ob der Arzt dieses wissen mußte. Auch auf diese Frage antWorte ich mit einem entschiedenen Ja. denn die Wissenschaft beschäftigt sich zu häufig mit jenem Wohlthäter der Menschheit, als diß sie nicht ganz genau darüber unterrichtet sein sollte. wann die Wohlthat stch in das, Gegentheil zu wandeln beginnt, und ich würde es für eine Beleidigung meines Kollegen erachten, wenn ich an dieser Stelle seine bedeutenden Kenntnisse dem gringsten Zweifel unterstellen wollte. Uebrigens waren wir Beide auf Grund einer Konferenz darüber einverstanden, daß dem Kranken nach dem Gesetz überhaupt kein Morphium gereicht werden dürfe, und ich entsinne mich sehr deutlich des tiefen Schmerzes, den wir über diese traurige Thatsache empfanden und an den Tag legten." (Fortsetzung folgt.) Die ,,v!ikgksZhrlichm" Dachziegel. In einer österreichischen Stadt wurde neben dem Bahnhöfe eine Polizeiwachstubc gebaut und mit ganz neu erfundenen Metallziegeln" eingedeckt, welche gleichzeitig den Plafond zur Wachstube bildeten. Am Tag. nach dem die Schutzleute sich in der neuen Wachstube häuslich eingerichtet, hatten, erschienen mit einem Handwagen zwei Männer in der Uniform der städtischen Feuerwehr, welche sagten, sie hätten den Auftrag, die neuartigen Ziegel gegen gewöhnliche umzutauschen, da sich erstere als zu blitzgefährlich erwiesen hätten. DieWachleute hatten gerade nichts zu thun v .rr. v. im uno Ulfen oen oeloen Scannern, oas. Dach abdecken und die Ziegel verpacken.' Letztere wurden dann fortgeschafft, und die Schuhleute warteten auf die altartigen" Ziegel. Nachmittags zieht ein Gewitter auf. und die Wachleute telephoniren der Polizeicentrale, es käme ein Wetter, und sie würden naß. was es denn mit dem Dache sei etc. Schleunigst begibt sich ein Polizeikommissär zu den Wachleuten, die man nach ihrer telephonischen Meldung für verrückt hielt. Der Kommissär besieht sich den Schaden und kann nur zu dem beschäm menden Schluß kommen, daß die Hüter des Gesetzes selbst ordentlich begaunert worden seien. Die Feuerwehruniformen hatten die Gauneryohlen entdeckt wurden weder t. -ch die .blikaesäkrlicken" DackiZ?akl W ww m ß m 7 J " B e i Speichelfluß der Kaninchen. Sobald man merkt, daß die jungen Kaninchen vom Speichelfluß befallen sind, muß man sie bon den gesunden trennen und ihnen wahrend zwei bis drei Tagen nur trockenes Futter. Heu und Hafer, rei-' chen, nur bisweilen ein wenig Mohr: rüben. u:n Verstopfung zu verhüten.' ' ' '
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