Indiana Tribüne, Volume 30, Number 129, Indianapolis, Marion County, 23 January 1907 — Page 1

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7 Erscheint seden Nachmittag. Jahrgang 30. Indianapolis, Ind., Mittwoch, 23. Januar 1907 ' No. 129. . - ' - ; .

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Raubmord.

Aus Beech Grove langte die telephonische Meldung an, daß dort ein Mann mit durchschnittener Kehle aufgefunden wurde. Der Name bc5 Getödteten wird als McMillen gemelttt. Raubmvld soll da? Motiv gewesen sein. McMillen, der vor kurzer Zeit seinen Grunddenö verkaufte, wird jeit drei Tagen vermißt. Detectivk und Poli ziften, sowie auch Coroner PeteeLdorf find mit der Untersuchung des Falles beschäftigt. Dem Aufgefundenen war der HzlZ von Ohr zu Ohr durchschnitten. Der Grsktzentvnrf zur Abschaffnug der Todröftrase Fällt im Unterhalte durch. Repräsentant GuS S. Condo, von Marion, hatte einen Gesetzentwurf zur Abschaffung der Todesstrafe elnge bracht, welche von Gouverneur I. Frank Hanly stark unterstützt wurde, und für welche Herr Condo persönlich sehr energisch eingetreten war, wurde nach bitziger Debatte in zweiter Lesung mit 43 gegen 30 Stimmen verworfen. Herr Condo sagte, die Todesstrafe sei gegen alle Lehren der Religion, und daß kein Unterschied sei, ob der Staat oder eine einzelne Person sie ausführe, in jedem Falle sei sie verdammen werth. Er meinte ferner, der Tod sei gar keine Strafe, dagegen sei eine lebenslängliche Zuchthausstrafe viel mehr gefürchtet. Er brachte die- Geschichte von Kain und Adel aufs Tapet und suchte dadurch klar zu legen, daß Gtt selbst .eine Strafe der Verbannung auf Lebenszeit verhängte, und das Vergehen deö Kain nicht mit dem Tode bestrafte. Repräsentant R. C. Arown, ein Demokrat, sprach für die Vorlage. AIS stärkster Gegner erwieS sich Re prüsentant Oliver Sarmichael, ein geift licher Herr von Muncle, indem er sagte, daß irgend ein Mensch, welcher einem Anderen daS Leben nehme, da durch sein EigenkS verwirke. Er brachte einkgeBidelftellen zur Rechtser. tigung seiner Ansichten vor und wurde deS Oefteren von den Zuhörern opplaudirt. Außer ihm sprachen noch die beiden Demokraten Iürchtenicht von Allen und Garard von flroj County gegen die Vorlage, welche bei der hier, aus folgenden Abstimmung mit 48 gegen 30 Stimmen gelöstet wurde. i Friedrich Ellerkamp. i i Gestern Vormittag wurde Friedrich Ellerkamp, ein allbekannter Bürger der Südseite von seiner Gattin todt im Lehnftuhle sitzend aufgefunden. " Die alte Dame rief Nachbarn zur Stelle, doch war das Leben bereits entflohen. Herr Ellerkamp wurde im Jahre 1825 in Weßpfahlen geboren, er kam im Jahre 1375 nach Amerika. Wüh rend der letzten Jahre wohnte er bei seinem Eohne Christian. 1603 Prospekt Str. Seine betagte, 89 Jahre alte Wittwe und fünf Kinder, die Söhne Christian. Friedrich, Henrys und Wil Helm, sowie auch die Tochter Frau Re sener stehen in Trauer an der Bahre. Außer den Verwandten trauert auch ein großer Freundes und Bekannten kreis um den Todten. Gottlieb Leukhard t, Die gemüthliche Scke-, Ecke Noble und Market Str. Polizeiliches. Thomas Harri, 623 Blake Str.. und Bradley Bright. 326 Mtlrace Str.. die nach längerer Abwese. heit der Stadt wieder einmal einen Be such abstatteten, wurden durch die Detektivs tturtz und Dugan verhaftet. Beide find beschuldigt, den am 3. Jan. gemeldeten Diedftahl in Hy. Sround' Wohnuna ausgeführt zu haben. Zur Zeit wurden $20 nebst eine? goldenen Uhr gestohlen.

Sträflinge an der Arbeit.

Reformanstalt - Znsassen bei 'Dammarbeiten verwendet. I e f f e r f o n ville. Der Pennsylvania Erddamm, westlich der Stadt, welcher die Stadt vor den jenseitb wüthenden Waffern schützt, wird jetzt als sicher betrachtet. Mayor Flynn hatte Meldung gegeben, daß die Feuerglocken die Glfagr eines Dammdruch:S melden würsen. und als gestern das vereinbarte Signal gegeben wurde, da bemächtigte sich eine Panik der Bürgerschaft. Der A)arm war gerechtfertigt. Pennsylvania Badn arbeiter und Bürger, sowie auch 100 Sträfltnze deö Gefängnisses un'er Cupt. Wditacker verstopften die Leck, und retteten die Stadt, indem sie den Damm derart stärkten, daß man sich jetzt wieder sicher fühlt. Die Panik, welche der Alarm hervor, rief, wird sobald nicht vergessen sein; die 1500 Angestellten der Car Workö eilten von der Arbeit fort, ihren Heim ftütten zu; Wagen jagten in Haft durch die Strafen, die Angestellten der Tele phon'esellschzst eilten von bannen und Hunderte von Leuten eilten unter Hinterlassung ihrer Habseltgkeiten er höhten Stellen zu. E v a n v t l l e. Die Unter drechungen des Telephon und Tele g'aphdlenfteS erweisen sich als )xrt Folgen deS HochwasserS nd die Ber. lüfte an Telephon und Telegraph Eigenthum im O)loTbale find enorm Drahtspanner und Elektriker find be ständig an der Arbeit und alle nur er hältltchen Boote find in Dienst gestellt, um die Reparaturen an den Leitungen auszuführen. Die Leiche einer alten Fcau wurde in einem untergegangenen Hausboote. welch:k den Strom entlang floß, auf gefunden. Die Leiche wurde bisher nicht idenlifijirt. V a z e l t o n. In Hells Reck, welch? von aller Zufuhr abzeschnttten 13, soll der Zustand der Flüchtlinge ein bedauernSwerther sein und diele Un bilden werden von denselben erduldet. Der alarmirende Wasserftand deS Wa bash River, der am Montag während der Nacht, trotz deS Hoden Wasserftan deS, noch volle 6 Fuß stieg, macht die Lage der armen Leute schlecht, von jedem Standpunkte aui betrachtet. Whlte River bet Deckerö Pegel zeigt seit 27 Taen einen 20 Fuß Wasser Band und man glaubt, daß fich daS Wasser für die nächsten 20 Tage auf diesem Stande erhalten wird. Am Freitag Nachmittag hält der Damenverem dek MetzgerVeretn seine regelmäßige EuchrePartte in der Germania Halle ab. Freunde können eingesührt erden und find höchst will kommen. Ein Schadenersatz von 51500 wurde einemFrl.Rankin inBelmond. Ja., zugesprochen gegen den Droguistrn H. L. Schnitz wegen eines Irrthums des El rks. Frl. Rankin verlangte in dem Laden des Angeklagten Kampfer und wurde von eitttm Jungen bedient, welcher bei Schultz anz stellt war. Dieser gab ihr irrthümlicher Weise Karbolsäure. Frl. Stalin verwendete die Fliffsigseit zu einem Fußbade und erlitt so schwere Verletzungen, daß die Knochen angegriffen wurden und eine Operation sich als nöthig herausstellte. Es wird wahrscheinlich Berufung an den obersten Gerichtshof eingelegt werden. Infolge eines dummen Witzes erlitt in seiner Wohnung in Pittsburg John Andoforski schwere Brandwunden. Er lud mehrere Gäste zu sich und kostümirte sich als Sankt Nikolaus. Einer der Besucher, ein gewisser Adam Kamrsky, entzündete ein Streichholz und hielt dasselbe gec?en das Kostüm Andoforski's.' Der leichte Stoff fing im Nu Feuer und bevor die Flammen gelöscht werden konnten, hatte der unglückliche- Träger des Kostüms an zahlreichen Korperstellen, schwere Brandwunden erlitten. Der Verletzte wurde ärztlicher Behanolung übergeben und gegk'r Kamarsky.eine auf thätlichen Angriff lautend Anklage erhoben '

Zeugniß der Lehrerinnen. Coroner pctersdorf untersucht den Eva ehr Sall. Carbolsaureflascke von den Lehrerinnen im Eßzimmer gefunden.

Coroner Dr. Petersdorf begann ge ftern mit der Zeugnißaufnahme in dem alle der in Schule No. 35, Ecke Webb und Raymond Straße, an den Folgen einer Dosis Carbolsüure gestorbenen Cva Lehr. Der Vater des Mädchens machte die Aussage, daß seine Tochter fich wieder holt beschwerte, daß ihr von einem der Knaben anstößige Zettel geschrieben wurden, daß er persönlich fich beschwer te. und daß er drohte, seine Tochter der Schule zu entnehmen, falls dieser Sache nicht Einhalt geboten werde. Der Vater sagte ferner, daß er den Droguisten, welcher dem Mädchen da? ist verkaufte, zur Rede stellte, daß er dreimal an jenem Tage Gist verkaufte, fich aber nicht entsinnen könne, an wen. Lucretia A. Doung. in deren blasse das Mädchen vorgefunden wurde, sagte aus, daß sie es bemerkte, wie während der Stunden ein Zettel zur Erde fiel und daß sie nachfragte, wer denselben fallen ließ. Eva Lehr stand auf. hob den Zettel auf und gab ihn der Lehrerin mit den Worten: Ich habe eS gethan, Frl. Joung-. Robert Ward, ein Schüler, sprang in die Höhe und rief: Sie hat mir auch einen ge schrieben" und auch er gab der Lehrerin den Zettel, welchen er empfangen hatte. Die Lehrerin sagte, daß sie beide Zettel, ohne dieselben zu lesen, auf ihren Tisch legte, zu beiden Kindern sprach und daß sich beide gegenseitig beschuldigten, daß aber der Knabe zuerst angefangen habe. Sie ließ dann beide später nach Schluß der Stunden im Schulzimmer zurückbleiben und erklärte ihnen, daß eS ein Vergehen fei, Zettel zu schreiben. Ueber den Inhalt der Zettel hat sie jedoch nicht gesprochen, denn dieselben wurden ungelesen fortgeworfen. DaS Mädchen weinte, die Lehrerin sagte derselben, sie könne jetzt uehen, doch blieb daS Mädchen und ging erst als die Lehrerin selber ging. Am Montag Mittag erschien Frau Lehr, um fich bezüglich deS Zettels, welcher ihrer Tochter geschrieben wurde, zu erkundigen, und erzählte derselben, daß der Inhalt höchst anstößiger Natur gewesen sei, worauf die Lehrerin .er klärte, dies sei das erste Mal. daß 'sie derartiges, hörte. Die Eltern deS Mädchens hatten die Absicht, mit den Eltern deS Knaben zu sprechen, doch rieth ihnen die Lehrerin ad. . Am Nachmittage, kurz nach Eröff nung deS Unterrichts, wurde die Lehre rin aufmerksam gemacht, daß Eva Lehr schwer erkrankt sei und unter Mithilfe der sofort zur Stelle gerufenen Prinzipalin der Schule, Fräulein Martha Pich, wurde daS Mädchen in'S andere Zimmer getragen. Das Kind war bcwußtlo? Frl. Pich, eilte zur Stelle, sobald sie von Frl. Young schriftliche Meldung erhielt, daß das Mädchen schwer er krankt war. Sie sagt, daß die Lehrerinnen sich mit Wasser, Eis und WhiS key um das Kind bernühten, und daß die Mutter zur Stelle gerufen wurde, fodaß auch bald daraus ein Arzt er schien. Man durchsuchte daS Schulzimmer, sowie auch daß Eßzimmer der Kinder nach Flaschen, welche möglicherweise Gift enthielten, und man fand im ttel ler im Eßzimmer auf einem Shelf zwei Flaschen, eine neue, in welcher Carbolsüure gewesen, und' noch eiie andere, welche eine braune Flüssigkeil enthielt. Die Lehrerinnen und Prln zipalin hielten eine Konsultation, Frl. Pich verbarg die 'Flasche in ihrer Blouse, verschloß sie später in ih rem Schreibtisch, bis Coroner Petersdorf dieselbe am nächsten Tage an fich nahm. Henry sänke, Vertreter der Jndiana Trust Co im Grundeigenthums, Miethe- und Ver-fichrntngö-Departement.

AnS der Legislatur. Im Senate reichte gestern Senator Kirkmen eine Vorlage ein, welche eine Staatsbehörde zur Cxaminirung der Optiter creirt. Senator Wood wünscht die gegenwär. tigen Droguengesetze verschärft zu sehen. Senatar Roemler sucht dem Crimi nal'Codex einen Anhang zu geben, der das Werfen von Glasscherben aus Straßen verbietet. - Die vom Senator Stolsenburg ein gereichte Vorlage, welche etnem Farmer das Jagdrecht ohne LizenS auf seinem eigenen Grund und Boden zugcsteht, wurde passirt. Im Repräsentanten Hause. Repräsentant Iürchtenicht reichte eine Vorlage ein, welche auf Wucherer eine jährliche Taxe von S5000 legt. Re prüsentant Frump , wünscht die den Automobilen anzuhängenden LizenS nummert, damit man dieselben leichter erkennen kann, vergrößert. Repräsentant Fitch wünscht in seiner Vorlage den Stadträthen die Macht zu ertheilen, die Preise für Wasser, Licht und GaS in Städten festzusetzen. Viele minderwichtige Vorlagen ka men in beiden Häusern zu Tage, doch sind dieselben von keinem allgemeinen Interesse.

Gute Beute. Einbrecher statten zweiten Besuch ab. Zweimal hintereinander wuröe gestern Nick Stenguille, 623 West Washington Str., etn Wirth deftohlen. Sein Gesammtverlust wird auf etwa 5230 geschätzt. Stenguille hat seinen Verlust zum großen Theile seiner eigenen Unvorsichtigkeit zuzuschreiben. Am Nachmittage erschienen in seine? Wirthschaft 4 Männer, alle Aumänier. die sich in höchftoerdächtiger Weise be nahmen, und .Stenguille fand nach Fortgehen derselben, daß ihm etwa 88 in Baargeld gestohlen waren. Seine Frau, welche den Verlust zuerst ent entdeckte, erzählte ihrem Mann die Sache und erwähnte zugleich, daß zum Glücke den Räubern die unten im Schreibpulte eingeschlossene große Geld summe nicht in die Hände fiel. . Cten guille vermißte, als er in'S Zimmer ging, um nachzusehen, zugleich auch seinen Revolver. Am Abend kurz vor 11 Uhr, als Stenguille seine Wirthschaft schloß und ins Wohnzimmer trat, fand er feine Frau auf dem Boden liegend vor, und ein Blick auf den Schreibtisch zeigte ihm, daß derselbe mit einer Brenn scheere, die auf deri Boden lag, er brachen wurde. Stenguille brachte die ohnmächtig gewordene Frau zu sich, und benachrichtigte denn die Polizei. In Kürze waren denn auch eine An zahl Polizisten und Detektivs sowie auch die Radler Hall und Woodward zur Stelle und Capt. Asch, der aus dem nur schwer verständlichen Englisch der Leute den Sachverhalt erfahren, und eine Beschreibung der Verdächtigen er halten hatte, entsandte die Polizei sofort nach den Bahnhöfen, sowie auch dem Jnterurbandepot, um eine etwaige Flucht derselben zu behindern. Man hegt Verdacht, daß vier Rumänen, drei derselben noch junge Burschen, der vierte etwa 35 Jahre alt und stark ge baut, den Raub ausführten. 3a:ob Kierdorf'S Wirthschaft, 835 Massachusetts Ave. Maskenball des Liederkrauz. . Der Maskenball deö Indianapolis Liederkranz findet am 11. Februar statt, und werden die Sänger bei dieser Gelegenheit alle früheren Jahrgänge, was Gediegenheit, Vielseitigkeit und humoristische Ueberraschungen betrifft, zu übertreffen suchen. ES find Auf führungen in Vorbereitung, über welche Nichts verlauten snll, nur kann soviel gesogt werden, daß daS Comite nach langem Kopfzerbrechen ein derar tigeS Programm ausgeheckt hat, daß dasselbe allgemeine Bewunderung her vorrufen. Prinz Carneval wird mit selnm Jüngern zufrieden sein.

Aus den Gerichten. Kriminal-Gericht. Richter JameS W. Pritchard. Wm. Simons bekannte fich des thät lichen Angriffs schuldig und wurde deö halb zu 35 und Kosten verurthetlt. Wegen KleindiebftahlS ward ChaS. Brolund, welcher fich erst nicht schuldig bekannte, jedoch später seine Schuld ein gestand, zu 81 und Kosten, sowie sechs Monaten Arbeitshaus bedacht. Die gleiche Sauce hatte fich wegen desselben Vergehens Charles Walker eingebrockt, die er nun auch auslöffeln muß. Carolinöen Lefter, ebenfalls wegen KleindiebftahlS angeklagt, kam besser davon, denn sie wurde mit einem Tage Gefängniß, S1 Strafe und den Kosten bedacht. Wm. BroyleS, Ifc Jahre; Burk Wa terford, 18 Jahre und Robert Blunk. 20 Jahre alt, bekannten fich des Klein diebftahls schuldig und wurden zu je $1 und Kosten sowie 6 Monaten ArbeitShauS verurtheilt, jedoch wegen ihrer Jugend mit verhängter Strafe entlassen, jedoch wird das Urtheil bei fernerem schlechten Aufführen sofort vollstreckbar. Unter gleicher Anklage wie die Odi gen stand Wm. Wright, auch er be kannte fich schuldig und wurde zu $1 und Kosten nebst 30 Tage Gefängniß verurtheilt, aber ebenfalls mit ver hängter Strafe, wie oben, entlaffen, da er erst im jugendlichen Alter 'von 17 Jahren steht. Superior-Gericht. Zimmer No. 1, Richter John L. McMafter. In der Scheidungsklage der Etta Porfch gegen Fritz W. Porfch wurde der Verklagte zur Zahlung von S100 Ali menten, 550 Anwaltsgebühren, welche in Raten von je 525 nach 60 und 90

Tagen zahlbar sind, und in die Kosten des Gerichtsverfahrens verurtheilt. Der Burnett Lewis Lumber Co. wurden in der MechanicS LienSklage gegen Jacob Sayre u. A. $284.76 zu gesprochen, wovon 8257.35 als erste Hypothek zu betrachten ist, während die Indianapolis Fire Insurance Co. an zweiter Stelle sungirt und die Kläger wiederum für 27.41 an dritter. Gleich. zeitig wurde der Verlaus des Grund eigenthum? angeordnet. In der Hypotbekenklage auf beweg licheS Eigenthum von A. König gegen Benjamin W. Lee wurden dem Klüger S190.50 zugesprochen, da der Beklagte nicht erschienen war. Die Klage der Eastern Loan So. gegen Maud Setzman u. A. wurde zu Gunsten der Kläger entschieden und die Verklagten zur Zahlung von 542 und Kosten deö Verfahrens verurtheilt. Die Policenklage von Benjamin F. Shireman gegen den Benevolant Order of Colonials u. A. wurde zu Gunsten deS Klägers entschieden und die Ver klagten zu 51000 und Kosten verur theilt. Zimmer No. 3, Richter Vinson Cärter. In der Schadenersatzklage der Anna DavlS gegen die C. C. C. & St. L. Ry. Co. wurden der Klägerin 5950 zugesprochen und müssen die Verklag ten die Kosten deS Verfahrens tragen. Die Angelegenheit wurde durch Ueber einkommen geregelt. Neue Klagen. Scheidungsklage wurde eingereicht von Myrtle M. Lace gegen Albert F. Lace, welche fich am 10. April 1892 verheirateten, aber seit dem Februar 1903 getrennt leben. Frau Lace be schuldigt ihren Gatten der grausamen Behandlung und besonders soll erden Jungen sehr maltraitirt haben, deöhalb wünscht sie auch, daß ihr die Ob Hut über ihre Kinder zugesprochen werde. r Eine gleiche Klage reichte Frau Clara Wickliff gegen ihren Gatten Ca rey Wickliff ein, der ebenfalls ein grausamer Mann ist und von dem sie außer d?m angiebt, daß er nicht genügend für sie, und ihren Sohn Ralph, welcher jetzt 8 Iah alt ist gesorgt habe. Die Ehe würde am 25. August 1896 geschloffen

und gingen die Gatten am 16. Januar 1907 auseinander. Sie wünscht nun, daß ihr die Obhut über ihr Kind über tragen wird und ihr Gatte gezwungen, wöchentlich für dessn Unterhalt 55 an das Gericht einzuzahlen, außerdem die Anwalts und GerlchtSgebühren zu decken. Fannie E. Naylor will gleichfalls von ihrem Anthony getrennt fein, wc gen grausamer Behandlung, welche sie fich von der Verheirathung im Januar 1902 bis zur Trauung im August 1904 gefallen ließ. Jennie M. Ball machte in ihrer kur zen Ehe mit ihrem Eli Ball, welchen sie . am 19. März 1905 beirathete und dem sie, wie sie sagt, 5400 mit in die Ehe brachte, sehr schiechte Erfahrungen, denn nicht allein gingen, ihren Anga ben gemäß, die 5400 für den HauS halt sehr rasch flöten, da der liedende Gatte ungenügend für denselben sorgte, sondern hatte sie fich auch noch alle möglichen Gemeinheiten gefallen zu lassen, welche ihren KulminattonSpunkt am 30. September 1906 erreichten, als der Gatte sie mit dem Revolver in der Hand mit dem Tode bedrohte. Sie wünscht nun diese Ehe getrennt und ihren Gatten in die GerichtSkoften und Anwaltgebühren verurteilt zu sehen. Die Firma .A. B. Keeport & Co. klagte gegen Wm. H. Bates und Frau für MechanicSLien auf die Summe von 530. Daniel D. Scherer klagte gegen Wm. Seburn und Oliver H. Carfon für 5100 Schadenersatz und 56.25 als Rest betrag für gelieferte Baumaterialien und Arbeiten, sowie Zurückgabe der am 30. Januar mit dem vollen Betrage von 5230 bezahlten Hypothekarnote für ein Pferd, welches der Kläger von den Verklagten gekauft hatte. Eine Notenklage für den Betrag von 51000 reichte die Reliance Motor Car Co. gegen French & French ein. Der Winona Tribe No. 279 I. O. R. M. reichte gegen Edv. H. Schmoe und die Natl Surety Co. Klage wegen Nichterfüllung eines dem Kontraktor Schmoe am 27. August 1906 überx

gebenen ContrakteS ein. Schmoe hatte X ein zweistöckiges Backfteingebäude für '

Logenzwecke an der Ecke von der 29. und Clisston Straße aufführen sollen, jedoch soll nicht Alles vollständig vollen det sein und verlangen die Kläger deS halb einen Schadenersatz von 5425.70. Frank Weilacher's Sample Room, Ecke Columbia Ave. und 16te Straße. Polizeichef beglückwünscht. Polizeichef Metzger bekam in Folge seiner amMontag Abend erfolgten Freisprechung Über 300 Glückwunsch'De peschen aus allen Gegenden des Lan deS. worunter folgende Nimen beson derö zu bemerken find : Richter LewiS, von Seymour; Phillip Meek, von Seymour ; W. H. Whtlacker, Wardein des Jeffersonville Gefängnisses ; John G. Pantzer; H. C. Schroeder, Cx.Sergeant ; H. Hoacotte, Humane Society; Charles Benedict, ExStadtanwalt. Wie wir erfahren, hatte der Clerk des Criminalgerichts in der Nacht nach dem Metzgerfall unfreiwilligen Aufent halt im Sourthaufe zu nehmen, indem 7er bei seiner Arbeit fitzend, vom Porter darauf aufmerksam gemacht wurde. daß daS CourthauS um 11 Uhr'ge schloffen würde und auf die Frage, ob er einen Schlüssel besitze, mit .Jaantwortete. Als er aber kurz vor 12 Uhr die letzte StraßenbahnCar be nutzen wollte, fand er. daß er eingeschloffen war, denn er hatte zwar einen Schlüssel zum Criminalgericht, jedoch keinen, der ihm die unteren nach Außen führenden Thüren öffnete. Nun war gute: Rath theuer. Er kannte fich nicht aus, konnte Niemanden mehr finden. der ihm geöffnet hätte und zog eS daher vor. eS sich so bequem als möglich in den Räumen deS Criminalgerichts zu machen. Beim ersten Morgengrauen war er auf den Füßen und sobald die Thüren seines unfreiwilligen GefüngnisseS fich öffneten, eilte er hinaus, um bei Muttern zu frühstücken, welcher er sew Nalheur erzählte. , . .

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