Indiana Tribüne, Volume 30, Number 124, Indianapolis, Marion County, 17 January 1907 — Page 6

Jndiana Tribüne, 17. Januar 1907.

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d d i i i i S i i i i i i i i i i 6 t t t C 6 e 6 c Äppctitfoftgficit ist (in sichereA Jelchen daß m'-t 4 Dr. Aurjuut Lornig's ö Inamtoirwr 0 6 Trnnfn i ii uyiii i 3 e t t t t c 6 nötHI, bade zur ?rlelchterung und Heilung einet Verdorbenen 3Rgrnt, gege welch dieselbe als unfehlbar, Mittel bekannt sind. Sie irken auch gegen Citiere des Magens verursacht urch , iel all. i e Prei, 50c dit Flsche. F. J. Hack & Co. Sans- ud Schilder-Maler. DetorattonS ndZ JreSeo Ralnei. Scenerie nöftaffirnng . ...26 Kentnckh Avenne... NeueS Televbon 172S. (Optische Waaren aller Art Brillen, Operngläser, Feldstecher, Barometer, Thermometer. Zufriedenheit garantirt m Uncko, Optiker 142 V. Peou. Str. LAKE ERIE & VESTERII R. R. teUtfZidtUCfüct : 1 Oft Wafhinaton Str. Vhone 871. . . . . Fahrzeit der Züge . Abfahrt nkuust Km. B ZAtbo. Qicaa ud tchiaa Erpreß 7.1 U0.1I Nm. Nm. Kolefco. Xttrott nd UUaflo Stn tl2.30 f &.U Nm. N. TStt'.flQ u,. M,nrtk.LafaZ,'ltt pLt .SO t. t Tilzlich. mkgenomme Sonntag. Aerzte. Dr. j. A. Sutclifio Wund -Arzt, Geschlechts-, Urin und HeclüB Krankheiten, Osffce : 1 55 Oft Market St. Tel 941 CfJUf huben: SU 10 VOfX m.: , Itl 4 Hit Dr. Paul F. Martin. Vrakttsch klrzt und Ehinerg. Spchftdn: iux ii.so 4.00 tigllS 5rcrtao: nf Verbreda. Wi2oghb? Sebiud, .rt ldia träfe ZtL. Rat 4414.' k: ltoe ,rd e Ins, Srr. lelepdo: vkl 86t; 9k r ML Dr. Carl Q. Winter Deutscher Arzt. )iU Ue bitt d 4ratf$i rankheU. Cveziell 5tienatisnS, Rtttus nni Franen'ttrankheiten. Dffice : 14 weft Ohio Straße. 0tftce.6tunb : 1& 11 Vm. 34 . mtag, 9.30 10.30 Vm. el. m 49. OAhg : itZO ??isO vee.

Europäische Nachrichten.

'Frovin .cste''Zrarsark. Kassel. Vor kurzem feierte Mittelschullehrer C. Boß in aller Stille sein S0jähriges und Bürgersckullebrer Cbrist. Seibmann sein Löiähriges Lehrerjubiläum. Beiden verdienten Schulmännern gingen aus diesem Anlaß von nah und fern, aus College und einstigen Schulerkre:sen viele Beweise der Liebe und Werthschatzung zu. . Frankfurt. Der eijenoe Weinert aus Schönebeck bei Magdebura wurde auf dem hiessen BahnHofsplatze übfallen und durch drei Schüsse schwer verletzt. Jiior lurzem stürzte das drei Jahre alte Söhnchen des Bankkassirers Franz Alletzhäuser aus dem vierten Stock des Kaufes Gukkowstrake 38 au 's Straßenpflaster und starb bald darauf. Guxhagen. Kürzlich machte der vensionirte Bahnwärter Branden stein durch Erhängen seinem Leben ein Ende. Vor längerer Zett erml der Mann einen schweren Unfall, indem er mit dem Unterschenkel des rechten Beines unter die Räder eines Steinwaaens aerietb. Da bei dem Alter des Mannes dieWunde nicht so recht heilte, fühlte er stets Schmerzen. Das nahm ihm den Lebensmuth. Lütter. Dem Lehrer Cyriakus Gramm wurde der Adler der Inhaber des Hausordens von Hohenzollern verliehen. Maröura. Nach hier wurde der ordentliche Professor der Pathologie an der Unlversttat m Königsberg Dr. Rudolf Beneke berufen. MeHunaen. Letztens erhielt der 15jährige Konrad Hilgenberg von hier die Erinnerungsmedaille für Rettung aus Gefahr. Derselbe rettete im vergangenen Winter oen &ahn is Restaurateurs Reuter, als er in daS Eis einbrach, indem er ihm rn das Wasser nachsprang und den kleinen Reuter zurück auf das festere Eis warf. Naumburg. Der 12jährige Sohn des Landwirths Müller wollte, während die Eltern auf dem Felde waren, zu Hause Feuer anmachen, um Kaffee zu kochen. Dabei goß er Petroleum aus einer Kanne in die offene Flamme. Das Petroleum explodirte, und alsbald stand die Kleidung des Knaben in hellen Flammen. der laut jammernd auf die Straße rannte. Er hatte so furchtbare Brandwunden erlitten, daß er nach kurzer Zeit starb. MtterdetscHe Staaten. Alten bürg. Der Geschirrsührer Luber wurde von seinem schwerbeladenen Wag:n über die Brust gefahren. Der Wagen stand auf der Brust und mußte mit einer Winde gehoben werden, um den Verunglückten befreien zu können. Luber erlag nach wenigen Augenblicken seinen Leiden. Braunschweig. Letztens hat sich der 40 Jahre alte Heizer Wilhelm Schmidt, Maienstraße 1. aus Verzweiflung über ein hartnäckiges Lungenleiden daö Leben genommen, indem er sich in seiner Wohnung erhängte. Gandersheim. Seit längerer Zeit waren die Arbeiter Heinrich Steinhoff und seine Ehefrau aus dem benachbarten Wrescherode spurlos verschwunden. Der Grund soll in Familienzwistigkeiten liegen. D:r Mann ist 71. die Frau 6 Jahre alt. Die Befürchtung, taß beide den Tod gesucht haben, hat sich bewahrheitet; letztens wurden die Leichen der Verschwundenin oberhalb Orzhausen in der Gande gefunden. K o s w i g. H'erselbst verstarb Sinitätsrath Dr. Tölpe. der 33 Jahre hier als Arzt mit reichem Segen gewirkt hat und im kommunalen und politischen Leben vielfach hervorgetreten ist. Er war lange Zeit Führer der Nationalliberalen in der Stadt und ihrer Umgegend. L o t h r a. Tödtlich verunglückt ist der Bierkutscher Richard Bergner von der Stamm'schen Brauerei hier. Der Mann sollte leere Fässer aus Paska holen, ist aber unterwegs in der Dun kelheit unter den Wagen gerathen und überfahren worden. Später wurde der Verunglückte in der Nähe der Lückenmühle mit einem komplicirten Schadelbruch todt ausgefunden. Münchehof. Durch Großfeuer wurden hier Scheune. Stallungen und Kegelbahn des Gastwirtes Kaune nebst dem angrenzenden Wohnhause des Schuhmachers Sprengel eingeäschert. Triebes. Der etwa 60 Jahre alte Kriegsinvalide Geißer stllrz!e beim P'.lzesuchen in einen nahe gelegenen Teich und ertrank. Z e r b st. Auf dem hiesigen Bahn Hofe wurde der Bahnarbeiter Finaer von einem Zuge überfahren und sokort getootet. Zeulenroda. Bei einer großen Jgd im Walve bel Neuaraerrns wurde der Zahnarzt Dr. Heck von hier von einem anderen Schützen so unglücklich getroffen, daß er schwerverletzt hierher gebracht werden mußte. Der unglückliche Schütze war der Forstwart Nagler aus Pöllwitz. ' Nächst dem, ebenfalls in Indien aeleaenen Aara soll die Stadt Bombay die größte Äolksdichtigkeit haben, wo :n mehreren Tvellen 190, 000 Bewohne? auf daö Quadratki-

St. Pctcrsbmger Bnef.

Petersburg, im Dez. Die Gewohnheit der Gefahr be nimmt dieser jedes Schreckhafte. Täglich melden die Tagesblätter von Bomben- und Waffenfunden in dicht vewohnten Häusern inmitten der Residenz, doch das beunruhigt keinen eine gewohnte Erscheinung. Die Revolutlonare. Mannlein wie Wnblein. wetzen heimlich zwar keinen Dolch unv kein MesscBs sondern füllen, da die moderne Mordindustrie über neue Fortschritte verfügt. Bomben und Bomb chen. laden Brownings und sammeln Explosionsstoffe. Man erzählt von all diesen schaurigen Sachen im Salon mit einer Ruhe und einem Humor, der keine Schranken kennt. Vor einem Jahre klang die Tonart nxcit in Dur das beste Zeichen dafür, daß man sich vor der Revolution zu furchten aufgehört hat. Der Begriff Streik- ist ganzlich von der politischen Vildflache ver schwunden. Die Arbeiter schaarcn sich 10 psllchtqetreu um ihre Arbeit, als wären sie ihr nie untreu gewesen. Wie ein böser Traum erscheint ihnen die wüste Streikzeit. Die Räder summen und die Esse dampft, auch muntere Lieder ertönen wieder, die dem vcrbitterten Munde ganz fremd geworden waren. Die aufgeregte See glättet sich. wird wahrscheinlich noch einmal ihren Gischt -aufspritzen lassen während der Wahlen. Das Kulturniveau des ruisilchcn Volkes hat sich als zu niedrig erwiesen, um eine regelrechte Revolution zustande zu bringen. Gibt es doch noch eme ganz stattliche Anzahl von Patrioten. die sogar eine Konstitution niederbrüllcn und m dem Selbstbeherrscherthum des Zaren das einzige Glück der Nation erblicken. Diese Volksbcglücker erfreuen sich unglaublicherweise offener Protektion der Regierung, obgleich sie der guten Sache nicht weniger Schaden bringen als die extremen Elemente. Die wahrhaft russischen Leute" mit ihrer bornirten politischen Ansicht erhielten sogar während ihrer dieser Tage stattgefunden Versammlung die Garde-Michaelmanege und Gardemusik geliefert. Dr. Duvrowm. der Jupiter jener Patrioten, ließ sich gleich dem in Mißkredit gerathenen Priester Johann von Kronstadt von seinem Anhang bejubeln und feiern, wie ein wahrer Held einer guten Sache. Nieder mit der Konstitution!" der Schlachtenruf der wahrhaft russischen Leute", muß für die Regierung genau so pcinlich sein wie Nieder mit der Regie rung". Verschiedene hervorragende" Mitglieder der Partei agitiren mit Erfolg unter dem Militär, um die Juden und den Grafen Witte als die eigen!lichcn Unheilstifter hinzustellen. Der Haß gegen die Juden und Witte ist noch größer als gegen Gurko und Lidval, die Verpflger de? hungernden Rußland, die als dankbare Possenfiguren verwandt werden. Aus einem Maskenball erhielten den ersten Preis zwei Masken, die eine Gurko darstellend in vollem Ornate mit allen Orden und Ehrenzeichen, hinter sich einen Sack Mehl mit der Inschrift .809.000 Rubel" führend, während Lidval im Zylinder, das Emblem seiner Firma, ein elegantes Water-Closet. betrachtend, folgte. Natürlich veranlaßte die Polizei die Entfernung der Prämiirten. doch die Lacher hatten sie auf ihrer Seite. In Petersburg merkt man weder Mangel an Vergnügen noch an Geld dafür. Alle Theater sind voll und alle Klubs überfüllt. Doch glaube man nicht etwa, daß die Klubs dem g:selligen Zusammensein dienen! Sie sind ohne Ausnahme Spielhöllen, die mit kolossalem Gewinn arbeiten. Gegen 50 Kopeken Entree und Legitimation eines Mitgliedes kann man dort sein Glück versuchen. Falschspieler werden einfach in's Kontor" gebeten, von wo aus man sie geräuschlos an die Luft befördert. Jeder Skandal kann zur Schließung des Lokals führen, was natürlich vermieden wird. Hazardspiele, die verboten sind, blühen und gedeihen unter dem Namen harmloser Gesellschaftsspiele. Auch die Damen nahmen regen Antheil an ihnen. Schön sieht das nicht aus, besonders wenn das zarte Geschlecht Pech hat. Dann kommt es den Frauen auch gar nicht darauf an, sobald das Baargeld futsch ist, ihre Juwelen zu versilbern Käufer dafür sind stets bei der Hand. Die Klubs in ihrer jetzigen Gestalt sind der Ruin des russischen Familienlebens. Die letzte Schanze. Eine Madrider Bettlertragodie. Madrid, 10. Dez. An einem der letzten Abende kehrte ich etwas später als sonst vom Klub heim. Vor einem Palast mit großem Portal stieß mein Fuß plöklich an e:nen menschlichen Körper. Ich wollte weitereilen, da ich annahm, es sei eine jener hier vom Schlafe übermannten Unglücklichen, deren nächtliche Heimath die Straße ist. Doch halt, was war das? Diese breite Lache einer dunklen Flüssigkeit? Ich zündete ein Wachslicht an . . . Kein Zweifel, es wa? Blut. Ich rief den nächsten Schutzmann her bei. und wir untersuchten die Person näher. Es handelte sich um eine altliche Bettlerin, die eine tiefe Wunde in der Seite auswies. Sie roar todt, und da eine Hilfeleistung nicht weiter in Betracht kam, ging ich nach Hause. Aber

das traurige Geschick dieser Mken beschäftigte mich die ganze Nackt hindurch. Am nächsten Tage griff ich in teressirt nach den Zejwngen, um die Lösung des Räthsels zu finden. Aber sie hatten die Sache auch nicht ergrün den können, denn ich fand nichts Näheres. Die Fraa? wer maa dieses alle Weib, das' keine Netze irgendwelche? Art mehr zu bieten hatte, das offenbar keinen Centimo sein eigen nannte, im Schatten der Nacht so brutal niedergestechen haben? vermochten auch sie trotz ihrer sonstigen Findigkeit" nicht zu be antworten. So wanderte die Leiche mit der klafsenden Wunde zwischen der vicrten un) fünften Rippe in das große Massengrab. Nur ein Jndicium war zu erMitteln. Vorübergehende hatten die Alte vor Kurzem mit einem Vettl:r streiten hören, weil sie diesem nicht ihre Ecke, die ihr hier am Portal während der Nacht als Sitz diente, abtreten wollte. Sollte das wirklich der Grund gcwesen sein, aus dem jener Unbekannte nicht vor einem Mord zurückscheute? Wegen des vorübergehenden Besitzes dieser wenigen Zentimeter kalten Steines, den das Elend als Bettstatt betrachtete? Es blieb in lic That keine andere Erklärung übrig, und der Vorgang ließ sich jetzt leicht rekonstruiren. Die Greisin war nach Gott weiß welchen elenden Schicksalen bis zu diesem letzten Grad gesunken, wo alles fehlte, nur der Hunger und di: Runzeln nicht. Sie hatte weder ein: Schlafstelle, wo sie Unterkunft finden konnte, noch Kleiderfetzen, um ihre Blöße zu decken, noch Speise und Trank. Tagsüber mochte sie sich daZ Nothdürftigste durch ein Ausstrecker der dürren Hand erbetteln, AbendZ stellte sie sich dort, wo ich sie fand, ein Die Ecke war vielleicht etwas tiefer alZ andere, die Treppenstufe vielleicht etwas breiter als andere Stufen. Hier suchte sie Schutz" gegcn Käl'e und Nässe, wenn die vorgeschrit e e Nachtstundc ein weiteres Anrufen der Mildthätigkeit unmöglich machte. Hier hockte sie nieder, während der Kof auf die welke Brust herabsank, um im Scklaf für kurze Zeit ihr Eled zu vergessen. Diese Ecke war ihr Haus, di: letzte Schanze, auf der sie sich gegei d!e Unbill der Witterung und der Menschen vertheidigte. Auf sie rechnete sie. um sich gegen Regen und Nordwind, gegen Reif und Schnee in jenen langen traurigen Madrider Winternäj-ten, die das Wort im Munde und die Hoffnung im Herzen erstarren lassen, zu wehren. An einem Abend mochte sie einmal einige Centimes mehr als sonst erlangt und sich den Luxus gestattet haben, auf einem Strohsack zu schlafen. Zufällig kam da ein anderer Enterbter des

Glückes an jener Ecke vorbei und rkor sie zu seinem Winterquartier. Am nächsten Abend trafen sich beide dann dort, und es entspann sich ienes WorgefeÄ darüber, wer das gröer!..Ret" auf diesen Platz habe. In der eins?men. dunklen Straße saben sie sich mit kochender Wuth in die hohlen Augen. Verzweifelt vertheidigte da arme alte Weib diese letzte Schanze ihres miserablen Daseins, bis der Stärkere mit der Brutalität eines wilden Thieres über sie herfiel. Der Thäter verlor sich in der Finsterniß und wurde nicht mehr gefunden. Welcke Summe von Elend, aus dessen dunklen. Abgründen heraus die Menschen zu Tigern werden ! Und die frommen aristokratischen Damen Madrids, anstatt darüber nachzusinnen, wie all diesem Unglück abzuhelfen, wissen nichts Besseres zu thun, als Adreen zu unterschreiben, damit ihren lieben feisten Mönchen nur gar kein Härchen gekrümmt werde !. . . . Conrad Ernst. m i Präsident Cnssatt. In dem Tode von Alexander I. Cas satt hat das Pennsylvania EisenbahnSystem, eines der größten, wenn nicht das größte der Welt, einen umsichtigen und fähigen Chef und Leiter verloren. Während seine Vorgänger, Thomson und Roberts sich ganz dem Ausbau und der Ausdehnung des großen Vahnsystoms widmen, es auf die Höhe seines Ruhmes als eine der bestverwalteten Verkebrsanstalten des Landes heben und Lorbeeren als große OrgaNljatoren unter allgemeiner Zustimmung ernten konnten, hatte Mr. Cassatt eine ungleich schwierigere Stellung. Unter seiner Präsidentschaft setzte jene Volksbewegung gegen die Uebergriffe der großen Korporationen ein, welche theils zu einer einschränken den Gesetzgebung, theils zur Einmischung des Bundes behufs einer gewissen Kontrolle des zwischenstaatlichen Verkehrs führten. Das Poolsystem" der großen Eisenbahnen wurde für ungesetzlich erklärt und es galt, einen neuen Modus vivendi" zu finden, um einem neuen ruinösen Ratenkrieg vorzubeugen und nach ganz neuen Richtungcn hin die Interessen der großen Verkehrslinien und ihre? Aktionäre zu wahren. Mr. Cassatt's großer Umsicht und feinem Takt gelang es, einen Ausweg aus den Schwierigkeiten zu finden, auch ohne bestimmte Vereinbarungen freundliche Beziehungen zwischen den Bahnverwaltungcn zu unterhalten und zugleich die weitere Entwicklung seines Bahnshstems durch neue gewaltige Unternehmungen zu fördern, trotzdem gerade mit Bezug auf den New Forke? Tunnelbau Stimmen deö Zweifels über die Rentabilität sich erhoben, di:

glaubten, daß der kühne Techniker den

kühl rechnenden Fmanzmann m den Hintergrund gedrangt habe. Denn das war Mr. Cassatt in des Wortes wahrster Bedeutung ein kühner Elf envayn-Jngemcur und Äe-triebs-Organisator. Das war sein Gebiet, auf dem cr sich vom einfachen Strecken-Jngenicur, der auf einem deutschen Tcchnttum jcme Vorvildunz genauen, bis zum Gcnralbetrieoslc:ter und dann schließlich zum Präsidenten aufgeschwungen hatte. Hier liegen seine unvergleichlichen Verdienste um das Vahnsystcm, das seiner Leitung anvertraut war. Seiner äyani" verdankt die Pennsylvania Bahn tv: großen Fortschritte und den Ruhm, die beste Verkehrsanstalt des LandeZ zu sein. In seiner Stellung als Gcncral. Direktor führte er Reformen in da Verwaltung des ganzen Systems ein, schweißte er die einzelnen Theile zu einem mächtigen Ganzen zujammcn, wenn er auch nicht verhindern konnte. daß sich Schäden erschlichen, dcrcn Enthüllung ihn jedenfalls tief niedergeschmettert haben, die ihn aus oaz Krankenlager nach seiner Rückkehr au Europa im letzten Frühjahr geworfen und wohl seinen Tod beschleunigt hat. Dc? Letztere ist aber nicht nur ein berber Verlust für die Pennsylvania Bahn, gerade jetzt, da die weitausschauenden Projekte semcs Geiiles o,r Vollendung entgegengeführt werden, sondern auch das Gemeinwesen verlicrt in ihm einen warmen Förderer und die ganze Nation einen trefflichen Bürger, dem das Wohl derselben stets am Herzen lag. Mr. Cassatt war ein echtamerikanischer Self-made man", ein Mann von großem Scharfblick und großer Energie, dessen plötzlicher Tod schwer empfunden werden wird. (Philadelphia Demokrat.) Die Vorbedingungen e i -ner langen Lebensdaue r. Die Frage, ob wir im Stande sind, die Dauer jener Spanne Zeit, innerhalb deren wir verbraucht" wcrden. in irgend einer Weise zu beeinflussen, ob eZ Mittel giebt, das Leben zu verlänngern, hat die Menschen seit Jahrhunderten beschäftigt, doch ist ein Lebenselizier noch immer nicht erfunden worden. In einem Brief an den Laneei" erinnert Win. Ewart daran, daß oie Langlebigkeit nicht nur von der physiologischen Beschaffenheit des Menschen abhängig sei, sondern daß auch ein psychischer Faktor sehr wesentlich in Betracht komme. Letzterer sei gegeben in einem starken Willen zum Leben uno in einem bestimmten Lebenszweck. Es kann thatsächlich nicht bezweifelt wer den. daß Lebensfreude einerseits und eine angemessene Beschäftigung and?rerseits die Lebensfähigkeit beeinflus' sen. Schon in der Bibel, wo ein lnges Leben als Lohn für di: Besolguni des Gebots. Vater und Mutter zu ehren, verheißen wird, liegt ein Hin weis auf die lebensverlängernde Kraft der Arbeit für andere. Wendet man sich der rein physiologischen Seite der Frage zu. so muß die Bedeutung eine5 normalen Gefäßsystems für eine lange Lebensdauer hervorgehoben werden Die im Alter so häufig vorkommen"? Degeneration des Gefäßsystems ist ene durchaus krankhafte Erscheinung. Av gesehen von syphilitischen und anderem toxinischen Einwirkungen ist diese Erkrankung entweder auf Uebcranstr:n gung oder auf eine zu große Funktion : trägheit der Gefäße zurückzuführ? Louder Brunton glaubt, daß 5. L. Brand eine Folge von Gefäßerkranlugen ist. Ewart hingegen ist d?7 nung. daß die Unthätigkeit der Gcwek: di: Zerstörung der CHafc' wahrscheinlich bedeutet das Zusammen schrumpfen im Alter ein Verschwinden der feinen Gefäße in gewissen Gewebeschichten, wodurch die Steigerung des arteriellen Blutdrucks erklärlich wird, der seinerseits vielleicht vonnöthen ist. um daS Blut durch die verengten Gefäße zu treiben und die träge vagierenden Zellen anzuregen. Die gewöhnlichste Folgeerscheinung von Untyangkeit der Zellen ist das Emphysem der Lungenbläschen, das schon im jugendlichen Alter auftreten kann. Die Lungen sammt den Lungengefäßen müssen demnach durch Uebung thätig bleiben. Ein Manuskript von Pa, l e st r i n a g e st 0 h l e n. Die Dieb stähle von werthvollen Kunstgegenstän den mehren sich in Italien von Tag zu Tag. Nachdem kürzlich erst in Florenz aus dem Palazzo Becagli einez Reihe von Bildern und Skulpturen im, Werthe von über 10.000 Lire gestohlen! worden sind, wird jetzt aus Rom berichtet. daß eine Messe Palest?inaZ, in der eigenhändigen Niederschrift des Siom pomsten. aus dem Archiv der Laterankirche verschwunden ist. Die Hand schrift war reich illustrirt und ein Kunstwerk ersten Ranges, dessen Werth auf 300.000 Lire geschätzt wird. Man nimmt an, daß sie für einen enormen Preis an einen Sammler im Ausland verkauft worden ist und hat wenig Hoffnung, wieder in den Besitz des verschwundenen Manuskriptes zu gelan gen. Angenehme Unterhaltung. Freundin: Wen hattest Du denn als ischnachbar bei der Tafel?" Backfisch: Ach, denke Dir, unseren ehemaligen französischen Klassenlehrer. Der arme Herr war in tödtlichsten Verleger heit worüber er sich mit mi? unterhalten sollte da habe ich ihm sämmtliche unregelmäßigen Verben konjugirt."

Unsicherheit am goldenen Horn".. Das Kapitel von der UnsicherheÄ deS Eigenthums in Konstantinopel ist wiederum um einen Fall bereichert worden. Ein frecher Einbruch wurde vor einigen Tagen in der deutschen Buchhandlung von S. H. Weiß verübt. Die Thzter benutzten die Abwesenheit des wie ortsüblich im Laden schlafenden Austrägers, öffneten die Thür und meißelten ein Loch in die Doppelwände des Geldschrankes. wo ihnen einige tausend Dollars in die Hände fielen. Ihre Thätigkeit muß einige Stunden gedauert haben. Als der Wächter gegen Mitternacht zurückkehrte, stand er der vollendeten Thatsache gegenüber und setzte sofort den einige Straßen enlfernt wohnenden Besitzer in Kenntniß. Die noch während der Nacht vorgenommenen Ermittelungen der Polizei ergaben, wie das in solchen Angelegenheiten gewohnlich der Fall ist. keine Anhaltspunkte für die Ermittelung der Th'äter. dafür aber glaubt man andererseits konstatiren zu können, daß der nur wenige Schritte vom Geschäft an einer Straßenecke postirte Polizist in der fraglichen Nacht von zehn bis zwölf Uhr nicht auf seinem Posten anwesend gewesen sei und da man in Pera all--gemein das Empfinden hat. daß bei nächtlichen Einbrüchen und Diebstählen die Polizei eine passive Rolle spielt, so meint man. daß auch in diesem Falle eine gewisse Verbindung zwischen den Verbrechern und der auffälligen AbWesenheit dieses Wächters der ösfentlichen Sicherheit" bestanden haben mutz. Das sofort benachrichtigte Kensulat hat sich mit der Polizeipräfektuz ins Einvernehmen gesetzt; viel Hofs nung auf Auffindung der Schuldigen oder gar des Geldes hegt man aber trotzdem nicht, da die Polizei sich voraussichtlich damit begnügen wird, den Wächter als den Schuldigen anzusehen und für eine Zeit lng eingesperrt zu halten. Es roäre an der Zeit, daß sich die internationale Diplomatie aufraffte, um geeigneten Ortes auf die immer unhaltbarer werdenden Zustände der öffentlichen Sicherheit aufmerksam zu machen, die thatsächlich das gute Einvernehmen zwischen den Femden und der türkischen Regierung zu zerstören geeignet sind. Indianer in Berlin. Die bisher im Zirkus Schumann gastirenden Moki - Indianer waren einer Einladung der Ethnologischen Gesellschaft gefolgt und hatten sich mit ihrem Impresario Major Crager unter der Fuhrung des Barens v. HagM im Gebäude der Gesellschaft in der Dorotheenstraße eingefunden. Ungefähr 300 Gelehrte usw. hatten sich dort versammelt, um die Rothhäute in Augenschein zu nehmen. Am Schluß der Vorstellung wurden die Kriegsgesänge der Jndianer phonographisch ausgenommen, um sie auf diese Weise auch dem Kaiser vorführen zu können. Kaiser Wilhelm hatte den Wunsch geäußert, die Sesängs für seine Privatsammlung zu besitzen. Zum Dank für die Gefälligkeit der In dianer ließ der Kaiser jedem von ihnen eine kleine mit dem kaiserlichen Namenszug versehene Börse überreichen, in der sich fünf nagelneue ZwanzigMarkstücke befanden. Die Freude der Rothhäute war groß. Sie steigerte sich noch, als die Ethnologische Gesellschaft jedem eine Kiste Zigarren und mehrere hundert Zigaretten zum Geschenk machte. DaS Abkommmen O v ? Abessynien. Zwischen den Vn tretern von Englsand. A'tnkrich un? Italien ist in London ein Ueberein kommen unterzeichnet worden, dizxch welches die Unabhängigkeit Abessy niens auf dem Grunde des staws quo und des Prinzipes der offenen Thur garantirt wird. Die drei Mächte tom men darin übtrcin, bi allen künftigen Zwischenfällen in jenem Lande gemein sam vorzugehen. In dissem Uebereinkommen wird auch die Weiterführunz der Eisenbahn von Dschibuti bis Adii Abeba durch eine französische Gesellschaft, in deren VerwaNunzLrath auch englische, italienische und abessynischz Vertreter sitzen, vorgesehen. Auf der Dschibuti'Sinie soll die EleichLerechtigung im. Transitrerkehr auf die Anaehörigen aller Nationen ausgedehnt werden, und keinerlei Trsnsttsbgabm

sollen erhoben we,ven. In der Anae lege:Ht der Unterdrückung oeS Schmuggels und der Waffenoinsuhr nach den osiafrikanischen Aesitzuigen , haben die drei Machte ein besonderes .Abkommen unterzeicbnet. Daö unterzeichnete Schwein. In dem Dorfe N. in Hannover wa? einem Anwohne? em Schwein zugelaufen. Am anderen Taae erliefe de? O?tsvo?stebe? eine BeI frmttrmrfcim Vit nffmMtrfi .s?. M.. r.v viiiiiuf UIIUVU4U' gen winde. Diese? Ukas des O?tkgewaltigen lautet: Das unte?zeichnetde Schwein, eine Sau mit Zwei schwarzen Ohren, die an 300 Pfund schwer, ist hier bei Christian Suffrian zugekauftn. Der Eigenthüme? kann eö nach Meldung bei den Unte?zeicbnetden und bei E?stattung de? Futte?kosten anSuff?ian in Empfang nehmen. Der Gemeindevorsteher (folgt Name). DaS Beste abe? ist, daß da Schwein abgeholt wurde von inem F?emdin. dem eS n i ch t ' gehö?te. und daß tags da?auf de? tolrkllche Besitzer sich einstellte, de? gegen den beaven Gemein dcvorsteber die Maat aus .1.

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Telephons U, 2025. Rtü,9232.

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