Indiana Tribüne, Volume 30, Number 124, Indianapolis, Marion County, 17 January 1907 — Page 1

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Erscheint soden Nachnrtttag. Jahrgang 30. " Indianapolis, Ind., Donnerstag, 17. Januar 1907 . No 124. . ; j l " " ' . -

Der Farrington Metzger-Fall.

Der Fattington.Medger.Fall wird im Kriminalgericht nun schon seit drei Tagen deS Längeren und Breiteren er örtert. Soviel sich aus der ganzen Affaire ersehen laßt, ift Farrington ein Mensch, dem nach gewöhnlichen Er. messen, Prügel gehören, aber war der Polizeichef berechtigt, solche au?zuthei len. und töeilte er sie auS? Das find Fragen, welche demnächst vom Richter entschieden werden. Der ganze gestrige Tag wurde mit dem Zeugenverhör für die Anklage zu gebracht, und hauptsächlich drehten sich die Verhöre der Vertheidigung um den einen Punkt,, ob Farrington ein Saloon'Character ift oder nicht. Er gestand zu. sich häufig in Wirth, schaften aufgehalten zu haben, und mehrere Keilereien, in welche er laut direkter Beschuldigung der Vertheidl. gung verwickelt gewesen, beftritt er nicht; anderer konnte er fich nicht ent sinnen. Die Ankülte beider Seiten stießen zeitweilig recht hart aufeinander und sarkastische Bemerkungen flogen von einer Seite zur anderen. Die Vertheidigung am Donnerstag scheint sich mit den von den Zeugen der Anklage gemachten Zeugenaussagen zu friedengeben zu vollen und zeigt die selbe die Neigung, die Aussagen der Zeugen der anderen Seite in der 33er theioigung zu gebrauchen. Der Staat beendete sein Zeugenverhör und An walt Martin Hugg für die Bertheidl gung hielt feine Eröffnungsrede. Die von den Zeugen der anderen Seite ge machten Aussagen sind so sehr im Ein klag mit der Vertheidigung, daß die Anwälte deS Polizeichefs erwägen, od eZ nöthig fein wird, ihre eigenen Zeu gen vorzuführen. Anwalt Hugg brachte vor, daß die Vertheidigung zu dewei fen gedenkt, daß fich die Stadt zur Zeit jener Affaire in einer Art von Aufre gung befand, und daß dieser Zustand zu der Annahme berechtigte, daß eine tumultliche Ansammlung von Leuten zu befürchten sei, zumal fich viele Soldaten aus Fort Harrlson in dem Volkshaufen befanden. Auch ge. denkt die Vertheidigung zu zeigen, daß Farrington lange nicht so hilflos und hsrmloö war, wie man ihn hinzugellen versuchte, und daß er mit vollem Be vußtsein fich widersetzte, ob er nun be trunken oder epileptisch war, sowie auch, daß er genau wußte, wann er überwältigt war. Wir werden auch zeigen, sagteAnwalt Hugg, welche Auf regunz damals in der Stadt herrschte, daß zwei Morde in der vorhergehenden Nacht stattfanden, und daß der Chef, a!5 er den Polizisten in Mitte einer johlenden Menge sah, fich berechtigt glaubte, eine solche Ansammlung von Leuten zu befürchten. Auch will die Vertheidigung zeigen, daß in der vor hergehenden Nacht der Sheriff von einer Anzahl Soldaten angegriffen wurde, und in Gefahr schwebte. Auch will die Vertheidigung bewelsm, daß Farring ton fluchte, und dem Polizisten fegte, daß derselbe allein ihn niemals ttürde verhastet haben. . Sottlieb Leukhardt, Du gemüthliche Scke, Ecke Noble und Market Etr. Germania Loge No. 1 1. O. K. of P. Folgende Beamten der Germania Frauenloge No. 1 I. O. 8. of P. wurden durch die Großbeamten Brüder Knödel. Bühler. Trümper. Weilacher. Schwestern Anna Trümper, Helnleln, Schüfer. Weilacher. Buhr und Stickan lnftallirt: Ex Commandeurin, tt. Manthat; Commandeurin. Luise Reddehauße; Vice'Commandeurin, Philip Schob penhorft; Prülatin, Maria Hügele; Führerin, Minna Schwier; Schatz, meisterkn. Luise Dietz; Sekretärin. Sophie Mueller; Flnanz-Sekretärin, Wally Neußel; Innere Wache, Kathar. Hei!;Aeußere Wache. Barbara Reiß; 1. Trust. Katharina Heinlein; 2. Trußee, Emma - Wacker; ,3. Trust, Katharina Weilacher. '

Die Legislatur.

Im Hause wurden eine Anzahl neuer Vorlagen unterbreitet. LegiZlator Brown wünscht die Cor porationen zu behindern, zu Cam pagnezwccken beizusteuern. Reprösen tank M. Evoy wünscht den Verkauf von gebrauchten Flaschen durch seine Vorlage zu beschränken. Eine eigenartige Vorlage, ein weißer Rabe unter vielen schwarzen, wurde durch Repräsentant HayZ unterbreitet. Er wünscht nämlich die Saläre der Staatsbeamten zu red'uziren. Die Vorlage, welche an das Comite für Spesen und Saläre verwiesen wurde, ist einzig in ihrer Art, denn bisher ift man nur gewohnt, Gehaltserhöhungen verlangt zu sehen. Repräsentant Honan sucht durch eine von ihm unterbreitete Vorlage zu ver hindern, daßSchadenersatzklagen außer gerichtlich entschieden werden. ES ift hier freilich zu bemerken, daß der Re vräsentant diese Vorlage' nur auf spe zielleS Verlangen unterbreitete. Repräsentant Mhite sucht die Bürg schaft für Wirthe zu erhöhen und die Bewilligung von Lizensen in Städten von 1000 Einwohnern zu verhindern. ES wird jetzt viel davon gesprochen, daß vielleicht eine Vorlage eingereicht werden mag, welche der Wirthschaft angelegenhelt jene Krone aufsetzt, nach welcher fich die Temperenzler schon seit Langem sehnten; einer Bill nämlich, welche die Wirthe verantwortlich macht für den Schaden, welchen die in ihrer Wirthschaft bedienten Kunden in be trunkenem Zustande anrichten. Die Vorlage würde dem schwedische Gesetze nicht unähnlich sein, welcher einem Wirthe, falls fich der Betrunkene des letzten Platzes erinnert, in welches er feine Getränke erhielt, alle Kosten, so gar die der Beförderung nach der Sta tion, aufbürdet. Sollte eine derartige Vorlage noch zu guterletzt eingereicht und durchgepeitscht werden, so haben die Temperenzler wirklich den Lohn ihres Opfermuthes erhalten, denn lange Jahre haben sie .ueber Kosten noch Mühe gescheut, die ihnen freund liche Presse mit aller Macht zu unter stützen und zu befürworten, während vom liberalen" Elemente diele fich stumm in die Ecke zurückziehen, die Fäuste im Sacke ballen und die liberale Presse mit aller Macht zu Grunde zu richten suchen. , . Senator CalneS reichte eine Vorlage ein, welche dem General Anwalt die Macht verleibt, gegen Corporatkonen quo warranto Verfahren einzureichen. Die von Senator Cox eingereichte Bill macht es zum Vergehen, wenn El lern ihre Kinder verlassen, während Senator Crumpacker'S Vorlage das Verlassen Unmündiger Seitens der El tern zu behindern sucht. Eine recht zeitgemäße Vorlage reichte Senator ForbeS ein. Dieselbe erhöht die Strafe für ungetreue Bankieamte von 13 auf 214 Jahre. Herman Moeller'ö Halle, Südwest Ecke Noble und Market Str. Polizeiliches. John G r i e d , den die Radler Golnifch und Wilfon an der Alabama und Washington Straße in völlig be duseltem Zustande aufgehalten hatten, wurde eingelocht. L u l u C o o p e r, aus Muncie, Ind.. eine in der Industrieschule für Mädchen untergebrachte Minderjäh rige, ist von dort entflohen. Die Ver waltung des Institutes ersuchte die Po lizei, nach dem Mädchen Umschau zu halten. LewiSE. Wilson, 724 Russell Avenue, der heute früh fich nach der Southeaftern Avenue verirrte, fiel in den Keller eines Neubaues und erregte durch seine Hülferufe die Aufmerksam keit der ganzen Nachbarschaft. Die Radler Hall und Rademacher wurden zur Stelle beordert, und 'diesen gelang es dann, Wilson aus den Keller heraus zuziehen.. . Wilson .wurde verhaftet, und die Anklage derTrunkenheit wurde gegen ihn erhoben. :

Mehrere Schießaffairen.

Große Aufregung ohne (Zrund. Fast schien eS, als ob an der Süd Capital Avenue der KriegSgott seine Hunde losgelassen, denn außer einigen kleineren Keilereien kamen auch zwei Schießereien vor, welche die Polizei für einige Zeit in Aufregung hielten. Die erste derselben ereignete fich vor Mike BoylanS Wirthschaft, an Ecke der Capital Ave. und Merrill Str., wo Wm. Shively, 649 Eddy Str., von Harry Morton, alias Furley-, beide Neger, durch einen Revolverschuß schwer verletzt wurde. Der Streit entspann fich zuerst bei der Schwester deS Geschossenen, LucieWake field, wo beide Neger mit Negerinnen zu sammen gewesen waren.- Shively und Morton begaben fich dann zur Wirth schaft de.Boy!an und setzten den Streit fort, und. als endlich Beide auf der Straße landeten, da griff Morton, der Kleinere der Beiden, zum Schießeisen und brachte seinem Antagoniften eine Wunde unterhalb deS Herzens bei. Morton entfloh, und bis zu früher Morgenstunde war es nicht gelungen, desselben habhaft zu werden. Während die zur Stelle geeilten De tektivs noch mit der Untersuchung der ersten Affaire beschäftigt waren, und die Detektivs Kruger und Lancafter, nördlich gehend, die Capital Ave. und Maryland Str. paffirten, hörten fie ln Metzhelsers Wirthschaft einen Revolver squß und eilten sofort zur Stelle. Hier hatten fich Ernst Riemler, ein Koch, und der Schankkellner Wm. Prefton in ein Argument verwickelt und Prefton soll Riemler mehrere Jaustschlüge in'S Geficht versetzt haben. Riemler ging nach Hause, holte fich sein Schießeisen und schoß dann, sobald er zurückgekehrt, ein großes Loch in die Luft. Beide, Riemler und Prefton, wurden verhaftet. Frank Weilacher'S Sample Room, Ecke Columbia Ave. und löte Straße. Mittel gegen FenerSgefahr untersucht. DaS VerficherunLComite deS Com mercial Club reichte einen Bericht über den Befund des hiesigen Feuerdeparte mentS rnd der Wasserwerke ein, wie ihnen derselbe von dem Comite der sachverständigen Ingenieure, welches durch das National Board der Under writerS der Stadt New York nach hier geschickt war, um die hiesigen Verhält nlsse zu ftudiren, mitgetheilt war. Der Bericht lautete im Allgemeinen für Feuerdepartement und Wasserwerke sehr günstig und könne Indianapolis mit den besten Städten des Landes einen Vergleich aushalten, jedoch waren einige VerbesserungSvorschläge gemacht, welche in Erwägung gezogen und zur gelegenen Zeit auch zur Ausführung vorgeschlagen werden sollen. DaS Comite rieth zur Vorficht in Festsetzung der Höhe zu errichtender Gebäude und ebenso solle man darauf sehen, daß fich nicht aller mögliche Ab fall im Centrum der Stadt anhäufe wodurch leicht Feuer durch Selbftent zündung entständen. , Dann tatet eö auch angebracht geeig nete Gesetze gegen Brandstifter zu er lassen, um durch alle diese Vornahmen eine Reduktion der VerstcherungSraten zu erzielen. Regula'S Halle, Logen und Verein Local, 1703 Süd Eak Str. Edward Schmidt, 619 Eddie Str., ein Maschinist, wurde durch die Radler Kitzmiller und Trimpe verhaf tet und unter die Anklage deS krimi nellen Angriffs gestellt. Wie verlautet, hat Schmidt einem erst v,r Jahresfrist gelandeten Mädchen feit einiger Zeit nachgestellt, nnd zwar in einer Weife, daß das erst 16 Jahre alte Kind fich veranlaßt sah, um Hülfe zu rufen. DaS Mädchen beschwerte sich in der Polizelftatlon beim Cap. Hyland, und dieser sorgte dann , für weitete Ver folgung des Falles. . .

Soll der Staat

Den Eetränkehandel reguliren, oder die Lokalöehorde. 'Das ift eine der wichtigen Fragen, welche die Legislatur entscheiden soll. Sie wurde von dem StaatSverband der Wirthe aufgebracht, und diese Ver bindung gedenkt auch dafür zu sorgen, daß ihr viel Aufmerksamkeit geschenkt wird. Man ift der Meinung, wenn der Staat den Getrünkeverkauf nicht mehr regulire, sondern das den Lokalbehör den überlassen werde, dann werde man nicht mehr so, wie jetzt, von den Was serleuten chkcanirt werden. Sind die Temperenzler zahlreich in einer Gegend, haben fie daselbst gar die Oberhand, dann wird man fich eben ihren Maß nahmen fügen müssen, aber eS giebt doch verhültnißmäßig wenige Lokali töten in unserem Staat, wo solches der Fvll ist, wenn auch die Temperenzpartei fich rühmt, daß fie in letzterer Zelt eine große Stärke entfaltet habe. Ist aber in einer Gegend, das lebe ral gesinnte Element in der Mehlzahl, dann würde man nach Einführung von Home Rule-, wie die jetzt angestrebte Neuerung genannt wird, bald genug mit den ZwangSsetzen aufräumen. ES kann fich jeder selbst vorstellen, wie lange man noch Einfuhr, Sonntags und andere unpopuläre Verordnung haben und damit geplagt fein würde, wenn eine Mehrheit des Volkes damit aufräumen könnte. ES ist anzunehmen, daß fie sehr rasch aus den städtischen Ordinanzbücher geftri chen.oder vielmehr nie in dasselbe aufge nommen würden. Die angestrebte Neuerung ift eine sehr große, eine sehr wichtige, und wird daher auch auf sehr viel Wider stand stoßen, aber der Verein der Wirthe meint, fie durchdrücken zu kön nen. Diese Verbindung war schon seit längerer Zeit tbätig und hat fich damit befaßt, die Organisation über den gan zen Staat auszudehnen. ES ist das in elf von den dreizehn Distrikten gelun gen, und sonderbarer Welse ist der Jn dlanapoliser Distrikt und der Lafayet ter noch nicht organlstrt. Die Verbindung zählt jetzt sechs tausend Mitglieder, und man hofft de ren Zahl in der nächsten Zeit noch auf sieben tausend zu bringen. Eine sol che Verbindung kann doch immerhin etwas ausrichten, besonders wenn fie mit den nöthigen Mitteln versehen ift, und daran fehlt eS nicht.. Schon vor einiger Zeit ift man mit einigen Mitgliedern der Legislatur in Verbindung getreten, und man glaubt sich auf eine Anzahl der Leute fest ver lassen zu können, so daß, wenn auch diesmal jene so wichtige und so eifrig angestrebte Neuerung noch nicht einge führt wird, man doch auch sicher zu sein glaubt, daß eS den Temperenzlern nicht gelingt, noch mehr Trubel zu machen. Daß diese Leutchen sehr rührig und unternehmend find, unterliegt keinem Zweifel, und fie werden um so kecker auftreten, da fie den Jungen von Lafayette" auf ihrer Seite haben. Yersonal-Notizen. Frau E. M. Lyndö von St. LouiS. Verwandte von Herrn H. Scher gens, ist auf B:fuch bei Frau Scher genö. No. 716 Oft New York Straße. Kleine Qtadtnenigkeiten. Der Kinderschutz Verein mit Office in 501 Lewcke.Gebäude, Ecke Market und Pennsylvania Straße, sucht Arbeit und zugleich eine Helmath für einen netten deutschen Jungen, 15 Jahre c'.t. Unsere Leser, die den Jungen aus diese Art unterbringen können, find gebeten, vorzusprechen. Radle rpolizift Kitz mll. l e r wurde gestern Nachmittag durch einen von einem Passanten an der Washington und New Jersey Straße geworfenen Schneeballs der . für einen Jungen bestimmt war, inS Äuge ge rttöffeN. " ' ..t.':. w. iti-

Nachrichten aus Jndiana.

Evanöville. Nicht feit der Fluth des Jahres 1884 hat der Zu stand des Flusses soviel Ausmerksam keit erregt, wie gerade jetzt. Der Stand desselben nähert fich der 40 Fuß Grenze, mehr Wasser strömt von allen Seiten hinzu, und viele Leute find der festen Anficht, daß die große Fluth der Jahre 1883 und 1884 fich wieder holen wird. DaS hohe Wasser hat den Inhalt der Abzugskanäle in die Stadt zurückge trieben, und in eiuzelnen Sektionen ift der Typhus 'ausgebrochen. . Einzelne Fabrikanlagen mußten des hohen Was serS halder ihren Betrieb einstellen. Die Stadt selber ift jedoch nicht durch eine Ueberfluthung bedroht, und auch kein großer Sachschaden ift vorauSzu setzen. Auf der Kentucky Seite der Stadt gegenüber, dehnt fich das Was. ser, welches die Niederungen über schwemmte, einem großen See gleich aus, und für den Neuling ift dieses ein wirklich , überraschender, großartiger Anblick. Huntingburg. Frau Lizzie Nlehauö, die Wittwe von John W. NiehauS, hat die beiden Wirthe An drew und Joseph Greener auf 810,000 Schadenersatz verklagt, weil dieselben angeblich den Tod ihres Gatten ver schuldeten, indem fie demselben geistige Getränke verabreichten, nachdem er be reitS betrunken war. Der verstorbene John NiehanS ging am Abend deS 12. Dezember 1905 betrunken nach Hause und fiel auf dem Wege zu seiner Woh nung im zweiten Stockwerke die Treppe hinunter und zog fich Verletzungen zu, an deren Folgen er starb. Der Fall wird während de gegenwärtigen Ge richtöterminS zur Verhandlung ge langen. Montpelier. Einen Begriff von der Bedeutung des Sonntags schlusses bekamen letzten Sonntag die Bürger unserer Stadt. ES waren aus Betreiben der Minifterial Association nicht allein sämmtliche Wirthschaften geschlossen, sondern auch alle anderen Geschäfte mit der Ausnahme von Apo theken und Restaurants. Sogar die Mllchleute machten keine Ablieferung ihrer Waare. Eine arme Frau, die sich ihren Unterhalt durch das Verkau fen von Milch von einer einzigen Kuh erwarb, darfte ihre Milch nicht am Sonntag auStragen. Da nicht einmal Zeitungen oder Zl garren verkaust wurden, gingen viele Bürger MontpelierS nach benachbarten Städten. Jnsolgedeßen waren bereits zu früher Tagesstunde alle Zeltungen in Hartford City ausverkauft und wur den so bis zu 25c für eine Zeitung be zahlt. Eine solch strenge Durchführung der SonntagSgesetze hatten selbst die Geistlichen in Montpelier nicht erwartet, doch erklärt der Bürgermeister, daß ihm alle Gesetze gleich seien, und wenn SonnntagSgesetze durchführt werden sollten, so sollten alle ohne Ausnahme durchgeführt werden. Deutscher Franen-Silföverein. Der Deutsche Frauen Hilfsverein hielt gestern Nachmittag seine sehr gut besuchte Jahresversammlung im Deut schen Hause ab, bei welcher Gelegenheit auch die Beamtenwahl stattfand, welche folgendes Ergebniß hatte: Frau Albert Metzger, Präsidentin; Frau Clemens Vonnegut, 1. Vice Präsidentin; Frau Struby. 2. Vice Präsidentin; Frau Herman Adam, Flnanz'Sekretärtn; Frau I. George Mueller, ProtokollSekretärin; Frau John Buehler, Schatzmeifterin. AuS den verschiedenen JahreSBe richten ist ersichtlich, daß die Zahl der Mitglieder augenblicklich 226 betrügt, die Anzahl der unterstützten bedürftigen Familien betrug 62, das Einkommen deS letzten JahreS erreichte den Betrag von 2941.49, während die Ausgaben 81409.39 betrugen. Der Verein kann auf ein günstiges Jahr zurückblicken und wird mit vermehrten Grüften fein

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Durch Straßenränder angehalten und beraubt.

Ein frecher Straßenräuber erlelch terte den Superintendenten H. Guy Meyers, der Chandler und Taylor MafchineN'Fabrik, um eine goldene Uhr nebst Kette im Werthe von circa S100 und $6 bis $8 in baarem Gelde. Die That geschah an der Eckc von Dela wäre und Michigan Straße, einige Thüren von Myerö Heim entfernt. Der Räuber hatte Herrn MyerS ei nen großen Revolver vor die Nase ge halten und ihm anbefohlen, seine Hände hochzuhalten, während er dessen Taschen nach Werthsachen untersuchte. Nach Abnahme von Uhr und Geld be merkte er noch einen mit einem Dia manten verzierten FreimaurerRing an MyerS' Finger, welchen er verlangte und als M. denselben nicht sofort vcm Finger losbekommen konnte, wurde der Räuber ungeduldig und versetzte dem selben einen Schlag mit dem Revolver über den Kopf und entwiche in die nächste Alley' Myerö benach richtigte sofort die Po lizei, ehe diese jedoch in Gestalt der Fahrradpoliziften Hall und Rade macher erschien, war der Vogel längst über alle Berge. Bananeneinfuhr in England. Seit etlichen Jahren besteht in Eng land die Einfuhr von frischen Früchten. speziell Bananen, aus Westindien. Der Liverpooler Rhederfirma ZZlder Dempster & Co. gebührt das .Verdienst, durch die Förderung des Verkehrs der nach der Zuckerkrisis hart mitgenommenen Insel Jamaika aufgeholfen und durch die Einführung der Bananen als billiqen Volksnabrunasmittels den Bewohnern der britischen Inseln einen vortrefflichen Dienst geleistet zu haben. r ttvmn rr .n. u""iu 1"! m iiniuyuuni stiitzung einen 14tägigen Postdampferdienst von Bristol nach Kingston auf Jamaika. Die Fahrt bautx: zwölf Tage. Die Dampfer haben besondere Kühlräume für den Transport der Bananen und anderer Früchte, die erst nach der Ankunft in Europa ausreifen. Der Erfolg war duchschlagend, und die Rhederei war in der glücklichen Lage, schon 1904 einen zweiten 14tägigen Dampferdienst zwischen Bristol und Jamaika einrichten zu können. Die Volksmassen in England waren ' nur wenig an die 'Bananen gewöhnt, und es bedürfte einiger Zeit, bis sie ihnen Geschmack abgewannen. Heute, sieht man in jeder Stadt Englands fliegende Händler mit Karrenladungcn voll Bananen; im Laden kann man zwei Stück für iz Pence (3 Cents) haben, und die Bananen fehlen das ganz; Jahr durch auf keinem bessern Tisch. Schallweite von GxplosZone. Die Schallweite der Detonationen, die durch die Explosionen der Roburitfabrik in Annen, Westfalen, entstanden, war gcz ungeheuer. Der furchtbare Knall ist von Spaziergängern, die sich bei Wilhelmshöhe in der Nähe von Kassel befanden, ganz deutlich gehört worden. Es war ein dumpfes, don nerähnliches Geräusch, als ob in weiter Entfernung ein Artilleriemanöver stattfände. Die zweite, noch stärkere Explosion wurde sogar in Kassel an hoher gelegenen Stellen von StraßenPassanten wahrgenommen. Die EntV v MuTfT.. icwiuiiy uvu ucui vuuc ict VtnuUm bis Kassel beträgt in der . Luftlinie mindestens 100 bis 110 Meilen. Sogar in Hann.-Münden, auf rund 124 Meilen Entfernung, wurde der Schall deutlich wahrgenommen. Man glaubte Erschütterungen durch ein fernes Erd4 4 in (VsjC ! vbvtu wvyuuiu flu yuvuu AXXixf lil Brake! im Kreise Hozter wurde, trotz einer Entfernung von etwa 30 Swnden, die Explosion deutlich vernommen. Todessturz'eines Lufts ch i f f e r s. In einer Vorstadt Barcelonas, Spanien, stieg der Luftschiffer Calvo auf, um einen Versuch zu unternehmen, im Centrum der Stadt zu landen. Der Ballon verfing sich an den Telegraphendrähten, wobei die Gondel' umkippte. Calvo stürzte angesichts einer großen Volksmenge auL einer Höhe von ungefähr fünf Stockwerken auf das Straßenpflaster, wo er mit zerschmetterter, Hirnschale tobt liegen blieb. . . SWreres Zeichen. 3 nnM sPrt ' w.:.v lir ' w'iu znmmen der großen Hedwlg und dem kleinen Rath?--Gewiß! Sie hat sich ja schon' don rhren sämmtttckn, &n,f.iZ :

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