Indiana Tribüne, Volume 30, Number 123, Indianapolis, Marion County, 16 January 1907 — Page 3
Jndiana Tibüne, 16. Januar 1907
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Jlltcrurbau Zeit-Tabelle. I. U. T. Syfie. Schnelle Durchzüge nach Fort Wa?ne. Schnelle Durchzüge nach Marion. Schnelle Durchzüge nach Peru. Schnelle Durchzüge nach Logansport. Schnelle Durchzüge nach Anderson. Schnelle Durchzöge nach Muncie. Lüge verlassen Indianapolis. R un eie Rarion Divisi on. Lawrence, Fortville, Pendleton, Lndnson, yorüoöm, Muncie, Middletown, lezandria, SuMnitville, Fairmount, Gai City, Jonei ßoro, Marion, Blufft, und Union Cit?. 4 00 Sm. 1 05 NA. 5 05 Lm. 2 00 Nm. 6 00 Srn. 3 05 N. "7 05 Vm. 4 00 Nm. 8 00 25m. 5 00 Nm. 9 05 tm. 5 05 Nm. 10 00 Lm. 6 00 Nm. 11 00 Vm. 7 05 Nm. 11 05 Vm. 9 05 Nm. 12 00 MttgS. 11 30 Nm.
Limited. LoganSvort & Peru Division. Garmel, NobleSville, Cicero, Lrcadia, llcmta, Tipton, Kokomo, Galvefton, Walten, LoganSxort, Miami, Bunker $13, fern ud Elwood. 5 00 B. 1 45 Nm. . 5 45 Vm. 3 00 Nm. 7 00 Vm. 3 45 Nm. 7 45 Vm. 5 00 Nm. i 00 Vm. 5 45 Nm. 1 45 Lm. 7 00 Nm. 11 00 Lm. 9 00 Nm. 11 45 Vm. 11 30 Nm. 1 00 Nm. Limited. eue spezielle Bedienung nach Ft. Wahne. Züge verlassen Indianapolis um 7.-00 und X1;00 Uhr Vormittags und 3:00 und 7.-00 $r Nachmittag, schnelle Fahrt nach Fort Wcuzne machend und mit den Schnellzügen auch Toledo, Detroit und Lima verbindmd ie auch in Toledo und Detroit mit den zzsmPfern, die aus den großen Seen nach ackinac, Buffalo und den Niagara Fällen ufen, Verbindung machend. Marion Flyer, der Indianapolis um II Uhr Vorm. und 5 Uhr Nachm. verläßt, hält nur in Anderson, Alexandria, Summit ille, Fairmount, Jonesboro und Sag City Junction an. 11:30 WeudZug nach Muncie. 11:30 Abend-Zug nach Peru. jjüge sahren nach Fort Benjamin Harri rrti um 6:45 Vm, 9:05 Vm, uns Vm, lH Cm und 3.-05 Nm. eitere Information in der Office : Tn anal Gebäude. PhoneS : Neu, Main 6055; t, Main 175, 1 Ring. Zlldianapolis & Lastern. schnell Züge laufen nach IGreenfield, ntghtStown, New Eaftle, Cambridge Ciry, Richmond, Dayton, Ohio, jede Stund bi Uhr bends, in Dayton, Ohio, mit allen VchneLzügen, die nach Springfield, Colum Ul und allen centralen Punkten Ohio'S kaufen, VerbindungZmachend. bendZug um 11:30 AbendS nach KnightL sevn. Weitere Information in der Office : Ter na! Gebäude. PhoneS : Reu, Main 6065 lt,5Sam 175, 1 Ring. Indianapolis & MartinSville. ach MooreSville, Bethany Park, Mar iteSviSe, Ind. Erste MorgeEar um 6.00 Uhr Morgens. Sann von 7.-00 Uhr Morgens jede Stunde tt 7:00 Uhr Abends. Klend-CarS verlassen die Jnterurban Viattsn um 9:00, 10:00 und 11:30 AbendS. i 10.00 UhrCar fährt nur bis ooreSville. Weitere Information i der Office : Ters mal Gebäude. PhoneS: Neu, Main 6055 ; Ält, Mai 175. Ring. Indianapolis & Western Traktion Company. Nach Avon, Danville und Zroischenftationen. Erste Car verlaßt Indianapolis um 6 Uhr Morgens, dann jede anderthalb Stunden bis 9:30 Uhr Abends. Letzte Car um 11:15 Uhr ZlbendS. Weitere Information in der Office : Terminal Gebäude. PhoneS: Neu, Main 6055, lt. Main 175, 1 Ring. Indianapolis Coal Tr actig So. Züge laufen stündlich von Indianapolis räch Plainfield ven 5:00 Uhr Morgen lil 750 Uhr Wendk. Wendzüge um 9 und 11:20 Uhr AbendS. Der 5:00 Uhr Morgens Zug läuft nicht SanntagS. Weitere Information in der Office : Zn mwal Gebäude. PhoneS : Neu, Main 6055 ; lt. Main 175. 1 Ring. Indianapolis & Northveftern. SchnellZuge nach CrawfordSviUe und La ftyette laufen roie folgt: 6:00 Vm., 7:00 m., 8:10 Vm., 9.00 Vm., 10:10 Vm., 10.45 V., 11:10 Vm., 12 Mittag, 1:00 Nm., .2:10 Nm., 4:25 Nm., 6:00 Nm., 7:10 Nm. 9.00 Nm. und 11:15 Nm. Züge, Welche um 10:45 3m. und 4:25 Nm, uö fahren, sind Durchzüge) nach CrawfordS vile. Der 11.15 Abends Zugfährt nur biS Frankfort. Weitere Information i der Office: T wa! Gebäude. PhoneS: Reu, Main 6055 lt. Main 175, 1 Ring. Wrn. Stocf f les SieeFi. Sto. 202 Nord Noble Srre ttzut tzzu
Erdbeben Bcwüstct die Stadt Kingston und Hunderte Pw sonm uinrdcn gctödtct oder vcllcht.
Centrum gegen katholische Absolutisten-. Räuberunwesen in Thüringen. Sozialisten machen Fortschritte. Vereiteltes Attentat aus Witte. Wahlreform ist angenommen. Sklavenhandel blüht in Tripolis. Unerwiderte Liebe treibt zum Mord. Kriegsschiffe zur Flotteurevne.
Bulletin. Kingston, Jamaica, durch Erdbeden zerstört. N e w Y o r k , 15. Januar. Die Western Union Telegraph Co. erhielt heute Nachmittag die Nachricht, daß alle Verbindungen mit Kingston auf der Insel Jamaica unterbrochen sind, was wahrscheinlich durch ein Erdbeben verursach! worden ist. Die Landtele graphen auf Jamaica funktioniren bis auf eine Entfernung von fünf Meilen von Kingston, aber weiter reichen keine Nachrichten. ES wird berichtet, daß die reiche Stadt Kingston- durch ein Erdbeben zerstört worden ist und sehr viele Men schen umgekommen sein sollen. Holland Bay, Jamaica, 15. Januar. Leichte Erderschütterungen anden gestern hier statt, ohne Schaden anzurichten. Ebenfalls wurde durch die Erdstöße in Port Antonio kein Schaden verursacht und das große Litchfield'Hotel ist unbeschädigt. (Holland Bay liegt 40 Meilen östlich von Kingston: das Litchfield.Hotel be findet sich in Antonio, wo sich jetzt sehr viele Güfte aus dem Norden aushalten.) Santiago, Cuba, 15. Jan. Eine heute hier elngetroffene Depesche von Kingston, Jamaica, besagt, daß die Stadt gestern Nachmittag um 4 Uhr durch ein heftiges Erdbeben sehr stark beschädigt wurde; große Verluste an Menschenleben find zu beklagen. Wäh rend des Erdbebens brach Feuer aus und die Stadt steht jetzt in Flammen. St. Thomas, Dünisch West. ndlen. 15. Januar. Die Berichte über da? Erdbeben in und bei Kingston, Jamaica, find noch sehr unvollständig, edoch ist aus denselben mit Bestimmt heit zu entnehmen, daß ein großer Theil der Stadt entweder durch die Erderschüt erungen oder durch ein daraus folgen des Feuer zerstört ist. Kaum hundert Menschen sollen umgekommen, aber ungefähr 500 Personen mehr oder weniger schwer verletzt worden sein. Die Hospitäler in der Stadt und Umgegend find mit Verletzten angefüllt. Die großen Gebäude Kingstons, dar unter das beste Hotel, Myrtle Bank Hotel, find zerstört worden, und das Feuer hat die Docks und die Lagerhäu ser in Schutt und Asche gelegt. Washington. D. C.. 15. Januar. Marinesekretär Metcalf hat heute den Admiral EvanS, der mit der Atlantischen BundeSflotte bei Guanta namo, Cuba, die Wtntermanöver ab hält, telegraphisch angewiesen, nähere Erkundigungen über das Erdbeben auf Jamaica einzuziehen, und, wenn eS nothwendig sein sollte, mit seinen Schis fen die zwölfftndige Fahrt nach Ja maica anzutreten, um den Bewohnern Kingstons Hülfe und Beistand zu leisten. Teutschland. Centrum gegen katholi sche Absolutisten.Berlin, 15. Jan. Die Cen trumSführer find in Harnisch gerathen. Ihr Zorn ist hervorgerufen durch das Vorgehen der Elite des katholischen AdelS und des BurgerthumS der Rhein lande, welche in einem öffentlichen Auf ruf im Namen der nationalgefinnten Katholiken über die politische Haltung des Centrums den Stab gebrochen und dessen ParteidespotiömuS in entschie dener Welse verworfen haben. Welch' bittere Stimmung der Aufruf im Cen trumSlager hervorgerufen hat, erhellt aus dem scharfen und gereizten Ton, den die .Kölnische VolkSzeitung- der Herausforderung gegenüber anschlügt. Das rheinische CentrumSorgan be antwortet den Aufruf nicht mit fachge mäßen Argumenten, sondern mit per sönlichm Jnvektlven. DaS Blatt nennt die Katholikenführer, welche gegen das Centrum mobil gemacht haben, ka!ho llfche Abfolutiftm. die dem Verfas sungSleden fremd und feindselig gegen überständen. Auch den Vorwurf der Undankbarkeit erhebt das Blatt gegen einen Theil der Unterzeichn deS Aus ruf.
Räuber Unwesen inTHÜ. ringen. Halle, d. S., 15. Jan. Ge. müthliche Zustünde herrschen gegenwar tig in SachseN'Thüringen. Seit meh reren Tagen fahren die Züge der Se kundürbahn Roßbach Adorf unter Gendarmerie-Bedeckung, da in Folge zahlreicher räuberischer Ueberfälle das Leben der Passagiere nicht mehr sicher ist. Am letzten Mittwoch hielt ein Dutzend halbwüchsiger Strolche einen Zug auf freiem Felde an, plünderte die Fahrgüfte aus und prügelte schließ
lich das Zugpersonal halb todt. Sozialiften machen Fort schritte. Leipzig, 15. Jan. Die Wahlampagne der Sozialiften macht an cheinend mächtige Fortschritte, und eS verlautet aus Kreisen, welche der Re gierung nahestehen, daß der Kaiser nicht wenig darüber besorgt sei. Die Sozialdemokraten sind sehr zuverficht lich; trotzdem aber arbeiten sie wie die Biber für ihren Erfolg. Sie sind reichlich mit Geldmitteln versehen und haben in 393 der 397 Wahlkreise deö Reiches eigene Kandidaten aufgestellt. Die Gegensätze zwischen den Kandi daten sind in manchen der Wahlkreise sehr auffallend. So laust" z. B. in Gotha ein sozialistischer Schuhmacher gegen einen Erbprinzen und Neffen des Königs Edward von England durch Heirath. In einem andern Kreis kan didlrt ein sozialistischer Müller gegen einen der Lieblinge deS Kaisers. Die Sozialiften nutzen die große Ver mehrung der Armee und der Flotten kosten aus; am meisten aber scheint bei den Wahlen ihr Appell gegen die er höhte persönliche Macht zu ziehen, welche der Kaiser ln der Leitung der ReichZangelegenheit ausübe. Unerwiderte Liebe treibt zum Morde. L ü b e ck. 15. Jan. Ernst Stiller, Präsident der hiesigen Handelsbank und früheres Mitglied des Reichstage, wurde heute in einer Straße durch einen Schuß von Fräulein Elisabeth Schulz auf der Stelle getödtet, worauf die Attentäter! Selbstmord beging. Frl. Schulz war Krankenwärterin bei der vor kurzer Zelt verstorbenen Frau Stiller und hatte sich ln den Wittwer verliebt. AIS Herr Stiller die Liebe. anträge der Schulz energisch abwies, schwur diese Rache und heute vollführte sie die schreckliche That. Herr Stiller ttar in der ganzen Stadt ein hochangesehener und geachte ter Mann.' der im finanziellen und po Mischen Leben eine wichtige Stellung einnahm. Sein Tod wird von der ganzen Stadtbevölkerung aufrichtig be trauert. Rußland. Vereiteltes Attentat auf Witte. St. Petersburg, 15. Jan. Der frühere russische Premier Graf SergiuS Witte ist, wie eine Depesche meldet, mit knapper Noth dem Tode durch Mörderhand entronnen. Vor einigen Tagen erhielt der Graf Wind davon, daß ein Anschlag auf sein Leben geplant sei. In aller Stille versam melte er ein paar Geheimpolizisten und zwei Photographen in seiner Villa. Als die Attentäter, drei an der Zahl, ln die Wohnung des ehemaligen Mini fterpräfidenten einzudringen versuchten. flammte plötzlich ein Blitzlicht . aus. Sie waren photographirt. Ueber den unerwarteten Empfang bestürzt, er griffen die Terroristen die Flucht, und die Detektivs, welche sich im Thorwege versteckt gehalten hatten, machten sich auf ihre Verfolgung. In dem Kam pfe, der fich entspann, wurden vier Polizisten getödtet und zwei andere schwer verwundet. Aus Caracas, der Hauptstadt von Venezuela, wird gemeldet, daß die Re gierung jener Republik fich nicht an der ZameStosn Ausstellung bethetlkgen wird.
Oesterreich'Ungarn. Wahlreform ift ange n o m m e n. Wien, 15. Jan. Fest gefügt ift
nunmehr der Bau der österreichischen Wahlreform. Den Schlußstein hat das Abgeordnetenhaus des Reichsraths ein gesetzt durch die endgültige Annahme der Gesetzvorlage, durch welche die Frei heit der Wahl geschützt wird. Die tn der betreffenden Vorlage vorgesehenen Garantien gewährleisten die Ausübung des allgemeinen Wahlrechts -in vollem Umfange. Telegraphische Meldungen aus Bu. dapeft lassen erkennen, daß die Beschul digungen deS ehemaligen dortigen Bür. germeifterS HalmoS, der Juftizminlster Graf von Polony! hätte in früher be kleideten Aemtern fich schwere Pflicht. Verletzungen zu Schulden kommen las sen, dessen amtliche Stellung schwer er schüttelt hätten. Man spricht bereits davon, daß des Ministers Rücktritt nahe bevorstehe. Zu dieser Wendung der Dinge soll die Erklärung deö Herrn HalmoS, nicht den Sekundanten des Grafen von Polonyk, sondern nur vor ericht über die seinerseits erhobenen Beschuldigungen Rede stehen zu wollen, in hohem Grade beigetragen haben. Türkei. Sklavenhandel blühtin Tripolis. Konftantlnopel. 15. Jan. Mittheilungen aus Tripolis schildern den zwischen der Türkei und dieser Provinz bestehenden Sklavenhandel in den schwärzesten Farben. Der Hafen von Tripolis bildet einen veritablen Aukfuhrplatz menschlicher Waare, die aus Nadei, Baghirni, Gebra und eini gen anderen Distrikten kommt, um nach der Türkei gebracht zu werden. Aber nicht nur erwachsene Personen fallen diesem Sklavenhandel anheim, auch junge Burschen werden mit Gewalt nach der Türkei geschleppt. Besonders schwungvoll ift der Handel mit jungen Mädchen, die, je jünger fie find, eine um so geschätztere Waare bilden. Der Mindestpreis für ein solches Kind be trügt etwa $20. Die Sklavenschiffe verlassen den Hasen von Tripolis ge wohnlich zur Nachtzeit. Italien. Kriegsschiffe zur Flöt t e n r e v u e. Neapel, 15. Jan. Die Nach richt ift heute hier eingetroffen, daß der Herzog der Abbruzzen, ein Koufin deö Königs Victor Emanuel, das Kom mando über den gepanzerten Kreuzer Varofe übernehmen wird. Dieser Kreu zer mit zwei anderen Kriegsschiffen der italienischen Flotte wird Italien bei der Flottenrevue während der JameS towN'AuSftellung reprüsentiren. Großbritannien. König Peter ift ein guter Monarch.; London, 15. Jan. Die anhal tenden Gerüchte von der Abdankung de Königs Peter von Serbien veranlaßte die Assoc. Presse eine telegraphische An frage an den serbischen Mlnifterpräfi denten und Minister des AkUßern. Herrn FaficS, über diese Angelegenheit zu richten. Herr FaficS antwortete heute umgehend, daß seit der Wieder einsetzung der Dynastie Karageorzevitch, von der König Peter das reglerende Haupt Serbien'S ift, keine Ruhe, ftörungen oder Mißverständnisse lm Lande vorgekommen find. Der König regiert korrekt konstitutionell und zeigt eine große Achtung für die bestehenden Gesetze deS Landes. Sein politischer Einfluß wächst bei allen Parteien und das Parlament ift ihm in jeder Be zkehung sehr zugethan. Intriguen mancher Art werden ge gen den König angezettelt, aber seiner Beliebtheit bei dem Volke thun solche persönlichen Angelegenheiten keinen Abbruch. Spanien. Massenauswanderung nach S ü d'A m e r i k a. Madrid, 15. Jan. Die Be uohner von Bejar, einer 9000 Seelen zählenden Stadt ln der Provinz Sala manca, werden der Aufforderung der Repubiken Uruguay's und Nicaragua's Folge leisten, und nach dort auöwan dern. Genannte Staaten versprachen Schiffe für die Ueberfahrt nach Spa nien zu senden, und für die Einwan derer' welche hauptsächlich Weber find, Spinnereien zu errichten. Der Grenzftreit zwischen Bolivla und Paraguay ist dem Präsidenten von Argentinien zur Begutachtung und endgültigen Beilegung unterbreitet worden.
tNcül ijklbkrslilZt'o Schrtivebriek.
'.- Geöhrter Mister Edithor! Well, so en Tripp buht awnxr doch einiges bttte! Ich kann nit schn, wie Piebels en Fonn drin sinne konne. alle Jahr den Trip nach die alte Kontrre zu mache. Mir hen alle Keind von Eckseitemmt gehabt un ich hen mehr Schkehrs gehabt, nric ich jemals in mei ganzes Lewe gehabt hen. Wenn ich Jhne alles verzähle wollt, was gehäppend is. dann könnt ich Jhne Ihr ganzes Pehper voll mache. Un das Worste is, mer hm erscht die Hälft von den Tripp gemacht. Awnxr ich will Jhne die Storie verzähle un wann Se bann noch denke so en Tripp wär e Plescher, dann träwwele Sie ernol in so e Boot iwwer den Qhschen. Mer sin also richtig gestart un am erschte Dag is auch alles ganz schön gange. Am zweite Dag wie mer Dinner hen hawwe sollte, do hen ich gesagt: Mi ster Mehr, ich will dich emol ebbes sage, ich fühle gar nit zu etwas zu esse." Do Hot der Mister Mehr gesagt: Meif, ich fühle denselwe Weg un ich hätt gar nickts dagege wann es Zeit wär for ins Bett zu gehn." Do hen ich gesaFt: Das is ja gut genug, awwer ver Mensch muß doch ebbes esse, blkahs von die Luft kann mer nit lewe un ich denke, mir besser mache doch en Ettempt, e wenig zu efle." Do sin mer denn nach den Deinmgrühm gange, hen uns hingesetzt un wie der Wehter die Miehls gesörft Hot, do hen ich so e fonnies Fiehling kriegt, als deht sich mein Stommeck wie e Kaffeemiehl erum drehe. Es is mich ganz schwarz vor die Auge geworde un dabei so dissie ei tell juh. so ebbes kann mer gar nit beschreiwe. Ich hen den Mister Mehr angeguckt un wie ich den sei weißes verfranzeltes Fehs gesehn hen, do hen ich genug gehabt. 'Ich sin so schnell wie en Blitz von mein Stuhl uffgerschumpt, bikahs e lnnen Stimnie Hot mich gesagt, daß ich crurseit müßt, an en Platz, wo ganz abgeschiede von die Menschheit is. Der Mister Mehr is mich nachgelaufe komme un Hot sein Kopp gehalte, als wann er effteht wär. er deht ihn abfalle. Wie von e geheimnißvolle Macht fin mn nach .die Rchlinz von den Boot gezoge worde un dort hen mer uns krampfhaft festgehalte. Unsern Kopp Hot sich mit Blitzesschnelle iwnxr die Nehling gehängt un dann is es uns e wenig leichter gvorde. Mer hen das Ressiet noch so ebaut siwwe mol repietet, befohr, daß mer gedehrt hen Widder inseit zu gehn. Mer hen auch Schills gehabt un mitaus e Wort zu sage sin mcr nach unser Bettruhm gange un hen uns uff unsere Klappe falle losse. O, mei, Hot der Mister Mehr gesagt, was fühl ich so schlecht! Ich sin gar nit e'bbel gewese. ebbes zu sage, sonst hätt ich noch ganz annere Sache gesagt. In meine größte Deßperehschen hen ich den Botten geduscht un do is der Dackter komme. Wie der uns gesehn Hot, do Hot er gelacht. Wie könne Se nor wege so e Kleinigkeit so e We'se mache? Hot er gesagt, Sie sin siesick. das is all." Well, das Hot uns awwer auch e Latt gut gedahn. Ich sin in de Kandischen gewese, daß ich gar nicks drum gewwe hätt, wann er gesagt hätt: Sie hen die. Kollera Jnfantrie un in drei Stund müsse Se sterwe. Von jetzt an Hot es in unser Nuhm schreckliches Gejammer un Gestöhn gewwe un an autseit gehn war gar nit zu denke un mer hen es doch wenigstens siwwezig mol nöthig gehabt. So hen mer sor en ganze Dag un e N'acht do gelege un wann der verdollte miene Dackter komme is. dann Hot er uns e Pauder gewwe un Hot gelacht, so en trauriger Seckel. Er Hot gesagt: Sie äckte grad, als wann Sie der einzige Mensch wäre, wo die Siesickneß kriege deht." Well, das is mich auch en schöner Trost gewese; awwer was war unner die Zirkumstenzes zu duhn? natttngs als still schweige un Wutt säge. Mer hen dann noch so e Zeit lang gesoffert un wie's auch Widder emol Nacht geworde is, do is der Käpten zu uns komme un Hot gesagt: Schentelmännec," Hot 'er gesagt, ich möcht Jhne den Ettweiö gewwe, daß Si heut Nacht arig kehrsull sin, bikahs mir eckspeckte en Sturm un ich denke sogar, daß eö e Pietsch gewwe duht". Well, daS sin ja schöne Aussichte gewese! Zwische Jhne un mich, ich hen gar nicks drum gewwe; die Hauptfach for mich war, daß unser Sofsering so schnell wie möglich siappe deht, wie, das Hot gar kein Dissermz abmacht. Ich hen schnell noch en dkserrte Drink Wiskie genomme un so Hot der Mister Mehr un dann sin mer euseschlofe. In mein Schlos
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hen ich genohNst, wie, mer hin un her geworse worde sin, awwer ich hen grad gedriemt. ich deht in e Hack rwwer den Schkwehr in Aeppel Jack Holie Terrer Kauntie dreiwe un do hen ich gedenkt, das Schebke debt zu mein Driem belange. Da is for e ganze Weil so gange bis uff emol cit ferchterliche Tscherk und en Kräsch komme is un do sin ich uff mol uffgeweckt. Do hen ich dann aus:funne wa die T?ätter war. ' En fierfulle Storm Hot gerehtscht un der Mister Mehr is aus sein Schickenkuph erausgeschmisse worde un Hot jetzt an den Flor gelege un Hot sich an mein Tronk festgehalte, weil er effreht gewese is. die nächste Mrnnit deht er Widder in sein Kuhp geschlenkert wer'n. Well, es Hot nit lang genomme, do stn ich aus meine Klapp gewese. Von mein Rummetissen hen ich nicks mehr genohtißt. Un mit einem mol war auch dieSiesickneß disepiehrt. Ich sin schnell Obbsters gelaufe un do is alles in Eckseitement gewese. Denke Se emol. mer hatte in den Storm e Kollischen mit en annere 'Stiemer un do hen mer jetzt gesege mit e ferfchtnliches Hohl in unser Boot. Der Käpten Hot gesagt, er deht denke, daß es en Dag odder zwei nemme deht. bis der Demmetsch riepehrt wär. Sell is en Wink deS Schicksals gewese. Ich hen mich hingehockt un hen diesen hier Schreiwebrief geschriwwe un hen ihn den Käpten von den annere Boot gewwe. wo Widder nach die Juneitet Stehts is. Wann Sie den Brief nit kriege sollte, dann plies schreiwe Se mich reiteweg. for daß ich en Sörtsch" Warrent eraus nemme kann. Mit beste Niegards Juhrs trulie Meik Habersack, EZkweier un Scheriff von Appel Jack, Holie Terrer Kauntie. Eine Unverbesserliche.
I bin unschuldig wia a vier Stund' alt's Kind!" Mit diesen Worten betrat Frau Sali N. den Gerichtssaal in Wien, in den eine wider sie angestrengte Ehrenbcleidigungsklage ihrer Nachbarin Frau Anna S. sie citirt hatte. Beim Einkaufen war's gewesen. Da trafen die beiden Frauen zusammen. Frau N. soll da der S. ganz gräßliche Namen gegeben haben. Frau S. wollte sich dadurch rächen, daß sie die Frisur der Nachbarin etwas zu ordnen suchte, da trat ein Wachmann dazwischen. Konnte sie sich nicht rächen, mochte eS der Richter thun. Der Richter verlas eine Viertelstunde lang all die Titulaturen, die die N. der S. zugerufen haben sollte. Frau N. hob beide Hände zum Schwur, indem sie sagte: Herr Nichter. i bin a Fnni, die ihr'n Mann elsi Kinder g'schenkt hat. Solchen Wörter, wia s' da in der Klag' stengen, san m'r no nra über d' Lippen kumma. So was Gemein's nimm i net in mein' Mund. Niemals net. Das kann i beeiden!" Frau S. schilderte nun auf Vefragen des Richters, wie alles gekommen. Als sie bei den Beschimpfungen anlangte, stieß die Angeklagte ein über das andere mal ein schrilles Lachen aus. Dann schrie sie: Das ist ja a ganzer Roman! Dö schüttelt ja die Lug'n nur so aus'm Aermel wia a feuerspeiender Berg die Kohlenstück'ln! So eine ... na i will mi net ausdrücken! Herr kaiserlicher Rath! Net was schwarz unter'n Nag'l geht, is wahr von dem, was dö 'da verzählt. So lang i Athem schöpf', san m'r solche Worteln net aus 'n Mund kumma!" Gut," meinte der Richter, wir werden seh'n, was die Zeugen sag'n!" Drei Zeuginnen marschirten auf und sie bestätigten mit Einmüthigkeit den Inhalt der Klage. Schimpfwort für Schimpfwort. Drohung für Drohung. Die Angeklagte war inzwischen immer aufgeregter, ihr Antlitz immer röther gewordm. Ihre Zwischenrufe erreichten den höchsten Diskant. Als aber auch die vierte Zeugin zu ihren Ungunsten aussagte, da explodirte sie förmlich. Und es dauerte nicht lange, da gab sie all den Zeuginnen die üblichen Namen, die sie der Klägerin gegeben haben sollte und die sie. wie sie betheuert hatte, niemals net" in den Mund genommen hatte. Aha," sagte der Richter. Jetzt kennen wir Sie. Bitten Sie nur rasch alle um Verzeihung, wenn Sie nicht eingesperrt werden wollen!" M einsperr'n? Das möcht' i' seg'n. Herr Richter, i hab' elf Kinder auf d'.Füaß astellt. I bitt' um ka Verzeihung, da kann eher die Welt auseinandergehen!" Würden Sie ihr verzeihen?" fragte der Richter die Klägerin. I bin net rachsüchtig meinte diese. Wenn.s' verspricht, daß s' mir und mein Mann und denen Kindern ..." Unh den Onkeln und Tanten und der verstorbenen Großmutter ..." schrie die Angeklagte bissig. Wann ö' uns Ruah gibt, so soll ö' ham gehn in Gotrsnam'!" Schließlich bat die N. doch um Verzeihung und der Richter lietz 5 ohne Straft. Dann ermahuti tx sie. mm auch wirklich Friedens zu halr. .So tanz rn'r'K halt eütr-11 gab sie zur Äntwort.
