Indiana Tribüne, Volume 30, Number 122, Indianapolis, Marion County, 15 January 1907 — Page 5
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Europäische Nachrichten. FrovZnz Westpreußen. D a n z i g. Das sechzigjährige Drenstjubiläum feierte kürzlich der Schutzmannswachtmeister Schulz hier. Der Jubilar, der zurzeit w 81. Lebensjahre steht und sich vollster körperlier nd geistiger Rüstigkeit erfreut. ist am 21. Juli 1826 zu Könizsberg in Pr. geboren. Groß - W a p i tz. Ein gräßlicher Unfall passtrte kürzlich auf dem hiesigen Bahnhof. Die beim KieZaufladen beschäftigte 17jährige russische Arbeiterin Emilie Hahn sprang von einem Wagzon des in Fahrt bes.ndlichen Kieszuzes herunter, wobei sie so unglücklich hinfiel, daß sie zwischen die Räder gerieth und vollständig zermalmt wurde. 10 voll geladene Waggons gingen über den Körper der Unglücklichen hinweg und hatten denselben so furchtbar verstümmelt, daß er nur noch eine unförmige Fleischmasse bildete. K u l m s e e. Ein bedauerlicher Unfall ereignete sich in der Thornerstrafe bei einem Möbeltransport der Speditionsfirma Böttcher aus Thorn durch unsere Stadt. Es brach der Sitz des Wagens und der 48jährige Arbeiter Gustav Lehmann von hier kam so unglücklich zu Fall, daß die Räder des beladenen Möbelwagens über ihn hinweggingen und ihn so schwer vorletzten, daß seine Aufnahme ins Krankenhaus erfolgte, wo er alsbald seinen Verletzungen erlag. Marienwerder. Vor kurzem ist hier der Rechnungsrath Bordt in den Ruhestand getreten. Bordt, geboren am 19. October 1818 in Mossin. Kreis Reustettin, wurde am 14. October 1833 vereidigt; er hat also ein wohl einzig dastehender Fall nahezu 68 Jahre dem Staate treue Dienste geleistet. Pal schau. Auf dem Gehöfte des hiesigen Mühlenbesitzers Renfeld sind Wohnhaus und Wirthschaftebaude durch Feuer eingeäschert worden. Der Schaden ist durch Verfichtrunz gedeckt. Die Entstehungüursache ist unbekannt. Q u i r a m. Todt aufgefunden wurde -der 27 Jahre alte Besitzersohn Luedtkeoon hier. Er war aufgestanden, um Vieh zu füttern, und hierzu mußte er Wasser auZ dem Brunnen holen. Bsld darauf fand man den jungen Mann als Leiche im Brunnen, mit dem Kopf nach unten. Frovinz Fommern. Stettin. Das Fest der goldenen Hochzeit feierte in Rüstigkeit und Frische Geh. Justizrath Küchendahl mit seiner Gattin im Kreise seiner Kinder. . V o o es. Kürzlich entstand auf dem Gehöft des Eigenthümns und Stellmachers Albert Moll Feuer, wodurch Wohnhaus. Scheune. Stall undWerkstatt mit Schuppen, sowie die Nachbargebäude des Eigenthümers Friedrich Moll, bestehend aus Wohnhaus, Scheune, Stall und Schuppen, vollständig niedergebrannt sind. Finkenwalde. Dieser Tage beging der Rektor a. D. Robert Hoffmann hier mit seiner Gattin das Fest der oiamamenen Oocyzm. Hossmann ist im Iahn 1817, Frau Hoffmann im Jcchre 1820 geboren. Greifswald. Der a. o. Professor Dr. Adolf v. Wmckstern hier wurde als Ordinarius der StaatsWissenschaften an die Breslauer Universttät berufen. Koölin. Die Frau des Landwrrths -Erich Block in Klein-Möllen war nach hie? gefahren, um Besorgungen zu machen, der Mann war im Hause beschäftigt und ein Junge von ihnen im Alter von etwa vier Jahren spielte im Garten mit Aepfeln. Einiße Zeit nachher wollte sich der Vater nach dem Jungen umsehen, gina, in den Garten und fand dort zu snem Entsetzen sein Kind ertrunken in eiuem Waschfasse vor, in welches der Junge kopfüber gestürzt war. Alle sofort angewandten Wiederbelebungsversuche waren ohne Erfolg. In dem Fasse selbst war nur eine geringe Quantität Wasser gewesen. Luckow. Das seltene Fest der diamantenen Hochzeit feierte in voller Rüstigkeit und Frische der frühere Schmiedemeister Friedrich Mögebauer mit seiner Gattin im Kreise ihrer Kinder. Enkel und Urenkel. Der Ehemann vollendete gleichzeitig sein 84. Lebensjahr, während die Ehefrau im 83. ist. Promoissel. Der Arbeiter E. Millow fuhr eine Ladung Holz. Er fiel von dem Wagen herab, wurde eine Strecke mitgeschleift und so unglücklich überfahren, daß er außer einer argen Quetschung des linken Armes eine starke Verletzung des Rückgrats erlitt. Rehwinkel. Selbstmord verübte hier der Halbbauer Friedrich Rickel. welcher sich im Zustande geistiger Umnachtung die Krampfader an den Beinen und alsdann die Gurgel durchschitt. Nickel war Vater von 10 Kindern. . Stolzenberg. Hier hat sich der 70 Jahre alte Eigenthümer Binder erhängt, um seiner Familie einen Schabernack anzuthun". Er lebte in geordneten Verhältnissen. Treptow a. T. Den Tod durch Sturz aus dem Fenster fand der 84sähriae Tuchmachermeister Reinicke. Der GreiS wurde, als er sich aus dem
Fenster der Wohnung seines Sohnes beugte, von' Schwäche und Schwindel befallen, stürzte aufs Pflaster und verstarb alsbald. Jrsvinz SctzreswZg.Korlrein. Schleswig. Verliehen wurde: Dem Hauptpastor Hans Schacht zu Älbersdorf. dem Anaestellten der vamdurg - Amerika - Ä)ampsergesellschaft, Ingenieur Lücke zu Altona und dem Schiffsrheder Jakob Jebsen zu Flensburg der Rothe Adlerorfcen 4. Klasse, dem Marineoberingenieur a. D. Max Bielfeld zu Kiel der Kronenorden 4. Klasse. A l t o n a. Die zur Zeit älteste Einwohnerin unserer Stadt. Frau Becker, wohnhaft Holstenstraße, in den Kreisen ihrer zahlreichen Bekannten Tante Becker" genannt, feierte vor kurzem ihren 9jährigen Geburtstag in voller geistige? und körverlicher Frische. Flensburg. Heinrich Traulsen.. der Märchenpichter. konnte dieser Tage sein 25jähriges Jubiläum als Arbeiter bei der Firma Holm & Moltzen begehen; er konnte", er hat aber in seiner großen Bescheidenheit nichts davon erwähnt. Seit dem Jahre 1881 ist Heinrich Traulsen mit kurzen Unterbrechungen ständig im Dienste der genannten sirma gewesen, und noch heute arbeitet er genau wie früher vom Morgen bis zum Abend. Traulsen hat kürzlich einen plattdeutschen Roman Dolüd" vollendet. , H u s u m. Durch Feuer zerstört wurde das Haus des Stellmachers Carstens im benachbarten Rödemis. In kurzer Zeit hatte das Feuer auch die mit Stroh gedeckten Nachbarhäuser übergriffen, bald darauf standen u. a. die Häuser der Rentier Hansen. Höker Baudewig. Fr. Hartwig. Joh. Hansen, Pantoffelmacher Meyer, Joh. Jochimsen. Kohlenhändler Jann. sowie der Wittwe Trautmann und Wittwe . Andresen in hellen Flammen. Im ganzen sind zwizlf Häuser eingeäschert worden. K a p p e l n. Sein 25jähriges Jubiläum als schwedischer Viceconsul beging letztens Consul W. Möller. Rendsburg. Leutnant Lamp vom hiesigen Infanterie - Regiment Herzog von Holstein Ro. 83 hatte nach Beendigung des DivisionsmanöVers einen Befehl von Schleswig nach Eckernförde zu überbringen. Dabei benutzte er ein Motorrad. Etwa auf halbem Wege, in der Nähe des Dorfes Holm (östlich von Fleckeby) kreuzte plötzlich in der Dunkelheit ein Bauernwagen, der ohne Licht fuhr, die Chaussee. Lamp lenkte sein Rad, um den Zusammenstoß zu vermeiden, noch im letzten Augenblicke seitwärts in den Chausseegraben. Das Rad überschlug sich und begrub den jungen Offizier unter sich. Außer Quetschungen am' Kinn und einem Schenkelbruch erlitt er leider auch eure schwere Gehirnerschütterung. W a n d s b e k. Die diamantene Hochzeit feierten in körperlicher und geistiger Frische die im Schimmelmann'schen Stift wohnenden Eheleute. Cigarrenfabrikant W. Knor? und Frau. Der JuNlar steht im 83., seine Frau im 87. Lebensjahre. VroVinz Schkelien. B r e ö l a u. Der 2 Jahre 4 Monate alte Knabe Karl Kern stürzte in der Wohnung seiner Pflegerin. Ottostraße 9 a, in ein Schaff mit heißem Wasser und erlitt schweie Verlbrühungen, denen er im Allerheiligen-Ho spital erlegen ist. Au ras. Hier wurde der Bootsmann Wilhelm Heinze aus Eichberg beim Steuern eines Kahnes vcn dem Steuer in die Oder geschleudert und ertrank. Die sofort vorgenommenen Rettungsversuche waren ohne Erfolg. Der Verunqlückte war vecheirathet und Vater von drei unmündigen Kindern. A l t - H a m m e r. Ein dem Mühlenbesitzer Peisker gehöriges Haus brannte kürzlich nieder. F l i n s b e r g. Auf qualvolle Weise ist die betagte Wittwe Ernestine Kiesewalter ums Leben gekommen. Als sie das ntbrx ihrem Bett stehende Licht anzünden wollte, sing ihr Nachtgewand Feuer. Auf das Hilfegeschrei kamen die Hausbewohner und löschten das Feuer. Die Schwerverletzte wurde ins Krankenhaus gebracht, wo sie unter entsetzlichen Schmerzen verstarb. Glatz. Bei einem auf den Sichelhofwiesen (Vorstadt Halbendorf) von den Offizieren hiesiger Garnison veranstalteten Schnitzelreiten stürzte Hauptmann v. Köckernitz mit seinem Pferde so unglücklich, daß er nicht unerhebliche Verletzungen davontrug. Das Pferd war auf der Stelle todt. Jauer. Ein Unglücksfall mit tödtlichem Ausgang ereignete sich auf der Liegnitzer Chaussee in der Nähe der Stadt. Der Kutscher eines Ge. spanns vom Dominium Eisdorf, Ael. ter. fiel vom Wagen und gerieth unter die Räder, die über ihn hinweggingen und ihn derart schwer verletzten, daß der Tod infolge innerer Verblutung nach kurzeer Zeit eintrat. L i e g n i tz. Vor kurzem hatte der Zimmermann Köhler, welcher bei der Baufirma Tauber hierfelbst befchäftigt war. im Hofe der städtischen Gasanstatt, wo um den im Bau befindli chen Gasometer ein Gerüst aufgeführt war. das Unglück, von diesem Gerüst infolge Fehltritts abzustürzten.' Köhler war sofort todt. . .
M y s l o m i tz. Kürzlich sollte im bieuaen Scklacktfiof in Ri,rd ,r, jchossiR werüen., Durch eine unvorsichtige Handhabung des Schleßapparak'ö wurde aber d;r danebenstehende Vir. verlier Schneider getroffn. Er war sofort icdi. N ittritz. Das in der Nähe des Bahnhofes belegene Wohnhaus des Häuslers Hoffmann brannte vollständig nieder. Schwarzwalda u." Ein grauenhafter Mord wurde kürzlich hier verübt. Die 41 Jahre alte Frau Oefler von hier begleitete ihre Schwester nach dem Bahnhöfe Noth.'nbach; da sie nicht zurückkam, machte sich ihr 13jähriger Sohn auf. die Mutter zu suchen. Er fand sie auf einer Wiese, unweit von hier, als Leiche vor. Ter bedauernsioerthen Frau war der Hals vollständig durchschnitten. Außerdem war am Unterleib noch eine lana? Schnittwunde zu bemerken, so daß die Eingeweide heraustraten. Ungefähr 50 Met:r von d:r Leiche wurde das weiße Taschentuch der Ermordeten gefunden. Von dem Thäter fehlt jede Spur.
Vom Jnlande. Ein großer Krähe u hör st befindet sich zwei Meilen östlich der Ortschaft Mitchell an der MononBahn, nördlich von New llbany. Ind. Die Krähen brauchen drei Stunden, um sämmtlich den Horst zu verlassen, und ebenso lange, um dorthin zurückzukehren, und ein Mathemaiiker hat aus diesen Flugzeiten herausgerechnet, daß sich dort mindestens 333,000 Krähen befinden müfsen. Sie horsten dort seit etwa vier Jahren, und ihre Zahl scheint sich jä'hrlich erheblich zu vermehren. Den Farmern des Ohiothales, deren Welschkornfelder sie plündern, sind die beschwingten Thiere bereits zu einer wahren, Plage geworden. Zwar gelang es Landbewohnern, die gegen den Horst vorrückten, einige hundert Krähen zu schießen, aber was will das bei deren großen Zahl bedeuten! Sie beginnen den Horst bei Tagesanbruch zu verlassen, um etwa von drei Uhr Nachmittags an zurückzukehren. was mc'hrere Stunden währt. Alsdann bewegen sich ganze Krähenwölken nach dem Horst hin. Den bereits bestehenden zwei Forstreservationcn im Staate Montana sind neuerdings noch vier neue hinzugefügt worden. (Zin großes Stück ist zu der Little Belt ForstReserve im Westen zugeschlagen worden. Die Keetenai-Reserve im nordwestlichen Theile des Staates ist ebenfalls vergrößert worden und dehnt sich jetzt bis nachJdaho aus. Die Mif-soula-Forst-Reserve wurde durch eine Proklamation des Präsidenten geschaffen. Sie wird im Nordwesten begrenzt von der Flathead-Indianer-Reservation, im Norden von der Le-wis-Clark-Forst-Reserve. im Süden vom Big Flatfoot Fluß und im Westen durch die Grenzlinie zwischen Missoula- und der Deer Lodge County. Die Pryer Mountain Reserve ist aus Land, anstoßend an ' die Crow-Jndianer-Reservation geschaffen worden und wird im Süden von der Big Horn Reserve begrenzt. Die Snow Mountain - Reserve ist in gleichnamigen Gebirge geschaffen worden. Die eben geschaffene Lole-Rese?-ve liegt im nordwestlichen Theile des Staates und wird im Westen annähernd durch den St. Regis- und den Missoula-Fluß begrenzt und im Osten von der Flathead-Jndianer-Reserva-tion. Erforen ist vor Kurzem John Moorville aus Marquette, Mich., in Superior, Wis. Er war auf einem am Dock der Fisch-Com-pany vor Anker liegenden SchleppKämpfer beschäftigt und wollte, aus der Stadt zurückkehrend, vom Dock aus auf das Fahrzeug springen. Er sprang jedoch zu kurz und, um nicht ins Wasser zu fallen, klammerte er sich an einem zwischen dem SchleppKämpfer und dem Dock befindlichen Pfahl fest. Unglücklicherweise warum dieselbe Zeit in der Nähe ein Feuer ausgebrochen, und infolge des dadurch verursachten Lärms blieben die Hilserufe Moorvilles ungehört. Am Morgen wurde er. noch den Pfahl umklammernd, erfroren aufgefunden. VQ'it vor Kurzem in GreenPort, L. I.. erfolgte Verhaftung zweier Leute, Clinton Childs' aus 'Cotnit, Mass., und Albert Leard's. Eigenthümer der Jacht Maud S.", der vor fünf Jahren aus California nach Greenport kam, wird wie man glaubt, einer langen Serie von Räubereien ein Ende sowie einer Bande von Sun-Piraten", die ihr Gewerbe an den Küsten von Long Island und Connecticut betrieben, den Garaus machen. Das Fahrzeug auf dem angeblich die Raubzüge ausgeführt wurden, die Maud S.", fiel in die Hände der .Detektives und entpuppte sich, während man es bisher als ein harmloses Fischerboot gehalten hatte, als förmliches Lagerhaus. Die Opfer der angeblichen Piraten waren Latham A. Fish von Vermilye & Co.. New Aork und G. Trowbridge Hollister. ebenfalls von New York, die in der Umgebung von Greenport Landsitze haben. Hier wurde am 1. December eingebrochen und eine reiche Beute an kostbaren Gewehren etc. gemacht. , Alle die gestohlenen Sachen wurden wiedererlangt.'
Optische Tclegraphie.
Also sprach der Rittmeister, gewöhnt. seine Gedanken in mehr oder minder schwungvolle Phrasen zu Hei den,. zu seinen in der Eskadronskanzlei versammelten drei Subalternen: ..Meine Herren! Unser fortschrittliches Zeitalter stellt immer größere Anforderungen. speziell an den Kavalleristen. Die Schnelligkeit des Pferdes genügt schon lange nicht mehr, um eine Meldung zu überbringen. Da ist nun vor allem ein Hilfsmittel, das in letzter Zeit viele Anhänger gefunden hat: die optische Telegraphie. Ihr Wefen Und ihre Schulung sind in dem jüngst erschienenen Entwurf einer Jnstruktion für die optische Signalisirung" enthalten. Wenn ich nun die Herren eindringlichst ermähne, sich mit dieser neuen Vorschrift ernstlich zu beschäftig gen, so geschieht dies nicht lediglich aus dem Grunde, daß der Herr Oberst sich demnächst von dem diesbezüglich erreichten Ausbildunzsresultat Personlich überzeugen wird, sondern auch deshalb, weil wir gebildeten Mitteleuropäer uns offen gestehen müssen, daß die Sache ihre guten Seiten hat. Was den bei der Ausbildung zu beobachtenden Vorgang anbelangt, will ich dies ganz der Einsicht der Zugskommandanten überlassen. Je mehr Leute in die Geheimnisse der optischen TelegraPhie eingeweiht werden, um so besser. Jeder passende Augenblick möge zu den Uebungen verwendet werden Nach diesen mit unergründlichem Kopfnicken aufgenommenen Worten wurden die Offiziere gnädigst entlassen. Als nun nach einigen Tagen der Rittmeister, ein Anhänger des nachmitternächtlichen Schlafes, wie gewöhnlich etwas spät auf die Reitschule ging, bemerkte er auf einem Hügel neben der Straße einen Mann, der wie ein Irrsinniger eine weiße Fahne schwenkte. Schau, schau." dachte er sich, die scheinen die Sache mit der optischen Signalisirung sehr ernst zu nehmen." Da ihn die Tageszeit doch etwas stutzig machte, blieb er nach einigen hundert Schritten stehen und blickte sich um. Er sah gerade noch 'den Zeichengeber mit der Fahne unter dem Arme nach der Kaserne hin verschwinden. Sehr gut!" rief er unwillkürlich aus. Sollte der am Ende na, ich werde schon drauf kommen " L'stig lächelnd setzte er seinen Weg fort. Schon von Weitem drang ihm das markerschütternde Geschrei seiner pflichteifrigen Subalternen in die Ohren. Auf der Reitschule angekommen. lobte der Rittmeister die allgemeine rege Thätigkeit, erwähnte aber mit keinem Worte das beobachtete Fahnenspiel. Die Reitschule, ungefähr einen Kilometer vor dem Nest, in dem die Eskadron garnisonirte, gelegen, war rings von Obstgärten umgeben. In einem derselben stand in gut versteckter Lage ein hölzernes Gartenhäuschen. In der Mitte desselben befand sich ein von Bänken umgebener, rohgezimmerte? Tisch, während im Hintergründe eine Leiter zu einem in der Decke befindlichen Loche führte. In diesem Häuschen finden wir am nächsten Morgen die beiden Oberleutnants bereits ungeduldig auf den noch fehlenden Leutnant, den dritten im Bunde, wartend. Endlich tritt er ein. Alles in Ordnung?" frägt ihn lachend der eine Ober". Jawohl, für die Sicherung ist im umfangreichsten Maße durch die Herstellung einer optischen Verbindung mit N dorf Sorge getroffen," lautet seine lustig klingende Antwort. Ra alfo, dann kann's ja losgehen. Wirklich eine famose Erfindung, diese Optisch. Der gute Alte ahnt wohl nicht, wie sehr wir uns seine Mahnung zu Herzen genommen haben und die Geschichte praktisch verwerthen." Mit diesen Worten zog der Sprecher ein Spiel Tarockkarten aus der Tasche und warf es lachend auf den Tisch. Man war in heiterster Stimmung; konnte man sich doch ungestört dem edlen Spiele hingeben, anstatt sich auf der Reitschule heiser zu schreien. Wenn aber die Herren glaubten. daß der gute Alte" nichts ahnend nich in seinen Federn lag, irrten sie sich gewaltig. Mißtrauisch geworden durch den tagsvorher beobachteten Vorgang, beschloß er, der Sache auf ?tn Gru.d gu gehen. Je mehr er nämlich darüber nachdachte, um so mehr gewann er die Ueberzeugung, daß da etwas oahintrr stecken müsse. Noch in früher Morgendämmerung verließ er seire Wohnung und begab sich auf Umwegen auf die Neitschlle. Dort wählte er als paksendtten Ausenthalt das Gartenhäusch-n und wartete geduldig auf die kommenden Ereignisse. Als er nun bemerkte, aß die ziere steh seinem Standpunkte näheren, kletterte er rasch entschlossen die Sprossen der aufrecht stehenden Leiter empor und verschwand noch gerade :echtzeitig in der viereckigen Oeffnung cer Decke. Aergerte er sich auch anfangs über das scheinbar ruchlose Treiben des Kleeblattes, so faßte er doch bald die Sache von der witzigen Seite ouf. Selbst ein eifriger Tarockspieler. derfolgte er nun in seiner komischen Lage
als unrreiwil'ie? 'fZb '-Wi ,uNem Interesse durch ein Aslkckz in rcr Ttcke das Spiel. Als der Leutnant 'einige grobe Fehler machte, konnte er sich kaum mehr zurückhalten, hin'interzurufen. Aber der geeignete Moment, sich zu verrathen, schien ihm 'noch n'cht ockommen. Soeben' begann wieder ein interessantes Spiel. - Zehn Tarock. Ultimo!" sich die Stimme des Leutnants vern:h.n:n. Na, Kontra" will ich g:raoe nicht geben, aber ich möchte der Pagat nicht sein," erwiderte ein anderer Spieler. Das Spiel nahm einen für den Leut nant selten günstigen Verlauf. So. jetzt heraus mit dem letzten Tarock," rief er. Wer haltet mir "jetzt den Pagat -auf?" Ich!" tönte es plötzlich im tiefsten Baß von oben herab. Himmel! Donnerwetter! Wer ist denn das? Sollte sich etwa der Einjährige, dieser Unglücksmensch, einer schlechten Witz erlaubt haben?" Mit diesen Worten fuhr die Gesellschaft wie elektristrt in die Höhe und starrte zur Decke, um gleich darauf vor dem in der Oeffnung erscheinenden Kopfe des Rittmeisters entsetzt zurückzuprallen. Wie der Blitz war Letzterer die Lei-, ter herabgeglitten und stand nun unter dem vor Bestürzung sprachlosen Klee blatt. Meine Herren!" begann er. nur mit Mühe seine Heiterkeit verbergend. Vom nrtlitärischen Standpunkte und auch von dem des pflichttreuen Westeuropäers betrachtet, ist die Geschichte mehr als haarsträubend. Als Mensch, der menschlich fühlt und schließlich auch eine gehörige Portion Spaß versteht, will ich jedoch die Sache vom Standpunkte eines solchen betrachten. Eins möchte ich jedoch noch als Schlußbemerkung hinzufügen: Niemals, auch mit Zuhilfenahme der modernsten Mittel, ist man vor Ueberraschungen sicher, und immer müssen wir Soldaten uns vor Augen halten, daß die eigene Schlauheit immer noch durch die List des Gegners übertroffen werden kann. Und nun zurück zum Ernst des Lebens." Draußen aber auf dem Hügel an der Landstraße stand der Mann mit der weißen Fahne, vergeblich wartend, das Herannahen des Gegners" zu stgnalistren. Hochklingende Wörter.
Die größten Wortfabrikanten , sind, wie ein französisches Blatt feststellt, die Aerzte; die Worte, die ste sozusagen aus dem Nichts schaffen, haben meist einen vollen Klang und flößen dem Laien gewaltigen Respekt ein. Einen Menschn, der gewohnheitsmäßig seine Fingernägel benagt, nennt der gelehrte Arzt nicht einfach einen Schweinigel, sondern einen Onychophagomanen. Leute, die beim Sitzen die Beine kreuzweis übereinander zu legen Pflegen, heißen Kratopodornanen. Unter Otodaktylomanen versteht man Menschen linder, die mit den Fingern in ihren Ohren herumbohren. Wir könnten noch eine ganze Anzahl derartiger Wortbildungen anführen, beschränken uns aber darauf, die jungen Herrchen zu kennzeichnen, die mit den Fingern den werdenden Schnurrbart hin- und herdrehen, um ihn in Form zu bringen; man nennt sie in gebildeter Gesell schaft Kirstakostoepsomanen. DaS Nöthigste. Was braucht der Maurer zum Hausbauen? Diese schwierige Frage ist wie aus Oberbayern erzählt wird in einem Dorschen bei Haag von ei nem Kinde spielend gelöst worden. Ans die Frage des Lehrers: Was wohl der Maurer am nothwendigsten zumBauen eines Hauses braucht?", wußte ein dickbackiges, kugelrundes Mäderl, die kleinste der ganzen Schule, die schnellste und erste Antwort: A Bier." zxrieoyosrnye. Von Martha Reimann. Drückt allzu schwer des Lebens Last mich nieder. Dann flüchte ich zum stillen Friedhof hin; 5icri find' ich die verlor'ne Ruhe wieder. Wo alles predigt, wie gering ich bin. Ein namenloses Grab, von Grün umspönnen. Wähl' ich zum sanften Ruheplatz mir aus. Da sitz' ich lange, träumend und vcrsonnen Und gehe endlich zögernd nur nach Haus. Wie ein Jäger mit einem Autofahrer wett wurde, erzählt ein Vorkommniß in New Brunswick. N. I. Auf der Straße überfuhr ein Automobilist einen Jagdhund, welcher gleich auf der Strecke" blieb. Der Besitzer des Hundes war über den Tod seines Begleiters so aufgebracht, daß er sein Gewehr an die Backe riß und mit sicherem Schuß erst einen Gummireifen und mit dem Zweiten Schuß den anderen auf derselben Seitt des Autos zerschon. Natürlick folait eine aufgeregte Auseinandersetzung zwisazen den beiden Behelligten. Endlich setzte der Jäger seine Suche nach Wild fort und der Autofahrer, weleher seinen Namen nicht angeben woll, te, kehrte 'nach Princeton zurück, wo er sich zwei neue Reifen mn seine Maschine legen, ließ..
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