Indiana Tribüne, Volume 30, Number 118, Indianapolis, Marion County, 10 January 1907 — Page 5
Jndiana Tribüne 10 Jaimar
Hypnotismus und Spiritismus. Der vor einigen Tagen verstorbene Professor Dr. Lapponi, der langjährige Leibarzt Leos XIII. und seines Nachfolgers, des gegenwärtigen Papstes Pius X, hat vor Kurzem unter obigem Titel ein Werk veröffentlicht, das als medizinisch-kritische Studie von fachmännischer Seite gewiß noch seine Würdigung erfahren wird. Dr. Lapponi erörtert darin die Gefahren des Hypnotismus nicht nur im Hinblick auf die durch ihn geschaffene Vermehrung der Nervenleidenden durch die suggestive Kraft der Nachahmung, sondern auch vom Standpunkt des sch'reren Schadens, den er anzurichten vermag, wenn er zum Nachtheil des Einzelindividuums und der Gesellschaft ausgenützt wird. Die Versetzung eines Menschen in einen Zustand der Lethargie bezeichnet Lapponi insofern schon als eine verdammenswerthe That, weil die betreffende Persönlichkeit dazu verurtheilt ist, als willenloses Werkzeug den Absichten Anderer zu dienen. Er erkennt den Nutzen der
Hypnose nur in einigen, sehr wenigen Fällen an, so z. B. zur Ermittlung einer Schuldfrage, da die Kenntniß, ob ein Mensch hypnotisirbar sei oder nicht, wesentlich dazu beitragen könne, Licht in unerklärlich scheinende, verbrechensche Vorkommnisse zu bringen. Ganz besonders, falls es sich um ein bereits hypnotisirt gewesenes Individuum handelt, das im Zustand der Hypnose Aussagen und Wahrnehmungen bekünden könne, deren es im normalen Zustand unfähig wäre. Aber auch diesen bcn zugestandenen möglichen Nutzen der Hypothese schränkt Dr. Lapponi durch den Nachsatz wieder ein. daß die auf diese Weise .'rhaltenen Auskünfte keinesfalls den Werth unerschütterlicher Bewse besäßen, da sie Produkte von Halluzinationen sein könnten und deshalb nur benützt werden dürften, um aus ihnen neue Spuren zur Ermittelung der Wahrbeit zu gewinnen. Es verbleibt nach seiner Ansicht nur. ein Fall, in dem die Hypothese unter Anwendung von außerordentlicher Vorsicht nutzbringend verwendet werden könne, und zwar auf ärztlichem Gebiete: Bei gewissen hysterischen Lähmungen oder anderen eigenartigen Erscheinungen auf dem großen Fetoe der Nervenleiden erkennt er die Berechtigung des Arztes an. durch Hypnose auf das Befinden des Kranken einzuwirken, sofern jener von der günstigen Wirkung seines Vorhabens überzeugt ist. Lapponi vergleicht in diesem Falle die Berechtigung der Hypnose mit der Berechtigung der gefährlichen chirurgischcn Operationen, deren Bestimmung dem Arzt allein überlassen bleiben muß, der ja auch die Verantwortung in vollem Maße allein trägt. Was den moralischen Schaden betrifft, den die Hypnose hervorzurufen im Stande ist. bemerkt Dr. Lapponi, daß sie den Geist zur Annahme der sinnlosesten Gedanken und zur Ausführung verbrecherischer Befehle gefügig macht und durch die erwachende Neigung zum Wunderbaren auf den Pfad des Spiritismus lenkt. Und dieser findet im Buche Lapponis eine absolut rechtlose Verurtheilung. Er nennt ihn eine furchtbare Gefahr sowohl für das Einzelindividuum wie für die Gesellschaft; eine Anhäufung von Tollheiten, deren Ausübe? und Teilnehmer sich tn einem Zustand krankhafter Exaltationen befinden, die in schweren Nervenleidsn enden, und er beruft sich darauf, daß zahlreiche berühmte Medien und ein großer Theil ihrer Anhänger im Jrrenhause endeten oder bestenfalls" von Nervenstörungm heimgesucht wurden. Niemals und von keinem Ge sichtspunkte aus besäße der Epiritis mus eine Berechtigung in der Prazis, gleichviel unter welchem Vorwand. Darin unterschiede er sich auch von dem ihm so oft zugesellten Hypnotismus, mit dem er weder seiner Natur nach noch in seinen Konsequenzen irgendwelche Berührungspunkte besitzt. So weit Dr. Lapponi. dessen Werk wohl nicht verfehlen wird, aus den Kreisen der Okkultisten eingehende Erwiderungen hervorzurufen; vielleicht auch aus den Reihen jener ärztlichen Gelehrten, die mediumistische Phänomene zu untersuchen Gelegenheit hatten. Zu den Anhängern des Spiritismus, unter denen sich auch der bekannte Maler Dr. Gabriel von Max befindet, zählt, wie neueikings bekannt wird, auch der berühmte französische Drama tiler Bictorien Sardou. der seine freie Zeit damit ausfüllt, sich aus der Welt der Kulissen, die nachgerode für ihn keine Geheimnisse mh besitzt, in die Gebiete der vierten Dimension zu begeben. Dort hat er kürzlich die Schlös ser erschaut, die sich auf einzelnen Sternen befinden und unter denen die aus dem Jupiter, von Buddha und Mozart bewohnten Paläste, geradezu mit allem Komfort da Neuzeit ausgestattet sein sollen. Schade, daß Sardou diese Wahrnehmung nicht bereits vor zwei Jahren machte. Sie hätte die letzie Anverwandte des 'großen Tonkünstlers, eine Enkelin seiner älteren Schwester Marie Anna, mit der Mozart als Kind an den Höfen von München und Wien konzertirte, vor ihrem Tode noch sehr erfreut. Denn diese Anverwandte, eine Freiin Josefine Berchtold von Sonnenburg, die letzte dieses Namens, starb in den ärmlichsten Verhältnissen. Ich bitte die Anhänger des Hynoiisntul und SpiRittSmuS, aus diesen Vemttkungen umso -weniger auf eine Segnerschaft zu schließen, als ich mir
ctn Mrreyr mir Geldern zuweilen it deutend angenehmer vorstellen kann als den mit Menschen.. Ganz abgesehen davon, daß man sich die Geister aussuchen kann, während . man genöthigt ist, die unanaenehmften Zeitgenossen ! ein Leben lang um sich herum mate,ialisirt" zu sehen. Und was den i Hypnotismus betrifft, so haben mich dabe-i einige Fragen hauptsächlich zum Nachdenken angeregt: Warum sind meist Leute hpnotisirsbar. die Tourneen veranstalten, bei denen sie. vollig bewußt" mehr Geld im Schlaf ver-, dienen als andere nn wachen Zustand? Warum kört man plötzlich nichts mehr von den ihnen innewohnenden Gewalten. die sie zwingen, die ihnen selbst unbekannten Kräfte" zu bethätigen, sobald sie ungefähr sämmtliche Hauptstädte Europas abgegrast' haben? Warum hypnotisirt mir Niemand die Herren Rockefeller oder Banderbilt oder einen der Rothschilds und ladet mich dazu ein? Mit einem Wort: warum sind reiche Leute keine Medien, oder warum besitzen fast aus-
schließlich solche Menschen Fähigkeiten. L '. 7ir Die nicvr von lyren .jinjm uucii um nen. wie die ebengenannten Personlichkeiten? Ist in den besser situirten Standen Jemand mit Diesen Garen ausgestattet, dann haben seine Offenbarungen gewöhnlich einen Hintergründ, der leise zu den Interessen hinüberleitet, die er selbst verfolgt, und das schädigt, wie man zugeben muß, das Ansehen der Geister, auch wenn man gern an sie glauben möchte. Eine solche besser situirte" Persön lichkeit war Fräulein Helene Vacarescu. die einstige Hofdame der Königin von Rumänien, die eine Zeitlang fpiritistische Neigungen besaß und mit Interesse , die Wahrnehmung machte, daß ihre damalige Vorleserin Frl. VacareScu ein vorzügliches Medium war. Hochpolitische Mittheilungen weissagten die Geister durch den im ekstatischen Schlaf halbgeöffneten Mund der jungen Dame, die merkwürdigerweise immer selbst mit allen wichtigen Vorkommnissen verknüpft war. von denen sie zu erzählen wußte. So auch eines Abends im Kömgspalast zu Bukarest. wo sie in den Privatgemächern der Königin mit den Geistern Zwiespräche hielt, umgeben von den Getreuen der königlichen Dichterin. Diese, in ein weißes Gewand gehüllt, vernahm von Fräulein Vacarescu die seltsame Weissagung, daß dereinst Konstantinopel die Hauptstadt Rumäniens werden würde, das seinerseits inzwischen sämmtliche Balkanstaaten verschlangen hätte. Während dieser schrecklichen Ereigniss würde Prinz Karl von Schweden, der dritte Sohn König Oskars II.. sich um die Hand der Träumerin bewerben, die sie ihm auch nicht vorzuenthalten gedenke, da die Königin selbst dieses Bündniß begünstigte. Die Geister waren so freundlich, die Frage, die auf allen weiblichen Lippen schwebte.: Was werden Sie da anhaben?" nicht erst abzuwarten, und beschrieben durch Helenes Mund eine matt-zart-wasser-nilgrüne, weiche Seidenrobe, über die kleine Maiblumen-Sträußchen sinnig vertheilt waren. Dieser Ehebund würde, nach derVersicherung des Mediums, unsagbar glücklich werden .... Aber augenschein lich müssen die Geister an jenem Abend ihren schlechten Tag gehabt haben; denn bald darauf verlobte sich Prinz Karl, der nicht ahnen konnte. Laß er mit einem blauen Auge an einem von Geistern beschlossenen, unsagbar glücklichen Ehebündniß vorbeigegangen war, mit Prinzessin Jngeborg von Dänemark, der Tochter des jetzigen Königs, wie mehrere Jahre vorher ein ebenfalls für Helene von den Geistern in ernstlichste Aussicht genommener Prinz eine Andere erwählt hatte. Dies alles soll beileibe kein Miß trauensvotum sein, das ich mir erlaube den Geistern .auszustellen. Nichts liegt mir ferner. Ich erwähne es nur, weil es für uns Menschen etwas Tröstliches hat, zu vernehmen, daß selbst Geistern manchmal etwas schief" geht. Dr. Lapponi muß wohl bei Herausgäbe seines Werkes von der Ueberzeugung ausgegangen sein, daß wir in einer Zeit leben, die dem Spiritismus, dem zahlreiche wissenschaftliche Vertheidigcr erstanden, einen besonders günstigen Nährboden bietet. Schade. daß er nicht auch sein Ansichten über die Metempsychose ansprach, da es unzweifelhaft eine ganze Menge Men schen gibt, denen der Gedanke an eine einstige Seslenwanderung in einen an, deren Körper Unbehagen schafft und deren Befürchtungen er gründlich, wie er dS bei Hypnose und SpttismuS gethan, den GarauS gemacht hätte. Schließlich kann man es sich ja vorfiellcn. daß die stete Befürchtung, dereinst als schwarzer Rsttig oder Backhuhn eine vormals auf einer höheren Stufe aufgebaute Existenz unrühmlich zu beschließen, für die Betreffenden etwas Quälendes haben muß. das nach einer Befreiung durch ärztliche Belehrung verlangt. Nun gar, wenn cS sich um Menschen handelt, die nichi nur. an künftige, sondern auch an vergangene Seelenwandcrung glauben, wie es ein französischer Maler that, ein im übri gen absolut .normaler- Mensch, der nur ungemüthlich werden konnte, wenn seine Freunde der Versicherung, daß er einst, ehe er Maler und vor allem ein Mensch wurde, ein Dromedar gewesen wäre, keinen Glauben schenken wollten. Er bestand daraus, sich ganz genau entsinnen zu können, wie er noch in der Wüste lebte, umgeben von anderen WLstenschiffen, und man konnte ihm
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.v. y,-Vi yVUUlll 1 1 iVl l lil. Ui3 indem man zur Begrüßung die sonst wenig empfehlenswerte Anrede benutzte: Na. wie gf" 7 dir. einstiges Dromedar?" Man muß eben ein Kameel nach seiner Fa-on selig werden lassen. rt - . o r m. H i r a m B r o w n, zur Zeit d.'r Sklaverei ein begeisterter Abolitiornst, starb in Peoria nach längerem Krantsein im Alter von fünfundsiebzig Jay ren. Von ihm sagt die dortige Sonne": Er gekörte zu den seltenen Menschen, die ohne Maske durch's Leden wandern, ihre eigenen Anschauuil gen über die Probleme des Lebens ljj ben und auch nicht zögern, sie der Welt zu verkünden, einerlei was die Folgen. Er war ein geborener Kampfhahn für's Wohl und die Rechte d:r Menschheit; und Die. welche nicht mit seinen Ansichten übereinstimmten, müssen ihm das Zeugniß ausstellen, daß er gründehrlich und überzeugungstreu war. Im Lande der Puritaner geboren, stießen er und seine Brüder schon in frühester Jugend auf Widerstand, so daß ihnen die Heimath verleidet wuro?. Als energische Vorkämpfer für die Abschasfung der Sklaverei kamen die Vrowns im Jahre 1864 nach Elmwoo) in Peoria - Eounty. Von den vier Brüdern sind Hiram drei im Tod? vorausgegangen. Zum Ruhme - muß den Vrowns nachgesagt werden, daß sie ein musterhaftes Leben geführt haben. Hiram Brown hat nie in seinem Leben darnach gestrebt, Güter zusammen zu schaarcn; er begnügte sich mit einem bescheidnen Einkommen und bereicherte sein Wissen durch gediegenes Cefen. Seinen Tod betrauern außer der braven Gattin, mit der er im Rosenmonat Juni die goldene 5)ochzeit feierte, sieben Kinder und fünfzehn Enkel und Urenkel. Weißkappen hinter lockerem Vogel. Einen höchst unheimlichen Sylvestergruß hat C. ','!. Bettman, ein Bewohner des exklusiven und vornehmen kleinen Vorough Fanwood bei Plainfield. N. I.. empfangen, und alle seine Nachbarn sind aus's Höchste erregt. , Ein Vigilanz - Kommittee hat ihn mit Theer und Federn beoroht. wenn er sich noch mit dem Bcginn des neuen Jahres in Fanwood zeigen oder je zurückkehren sollte. Maueranschläge- veröffentlichten den Beschloß des Vigilanz - KommitteeZ, dessen Mitglieder natürlich unbekannt sind. Die Umtriebe des Verdonnerten mit einer Anzahl Dienstmädchen, sogar Negerinnen, werden aufgezählt, iind dann heißt es weiter im Text: Es sei ferner beschlossen, daß C. A. Bcttman vor dem 1. Januar die Stadt zu verlassen hat, da er sonst getheert und gefedert und nach dem Marptplatz und dam nach einem Teich geführt werden wird. Dort soll er untergetaucht nud abgewaschen werden. Sollte Bettman Widerstand leisten, so ist der Aelteste des Vigilanz - 5iommittees tvkoren, ihm nacheinander die großen Zehen, die Daumen und zusetzt beide Arme abzuschneiden. Sollten diese Amputationen Vettman's Tod herbe.führen, so werden die jüngeren Mitglieder ds Kommittees das Herz und Hirn, falls ein solches vorhanden ist. herausnehmen und die Schweine damit füttern. Möge Gott semer armen Seele anädiq sein." Unterzeichnet ist der Anschlag mit Vigilanz - Kommittee des Staates New Jerjey. W. C.. Sekretär. Schwere Zeiten stehen bevor." In einem Interview mit Martin E. Pew. der ihn auf seinem herrlichen Landsitze Pocantioo HillZ beim Golfspiel antraf, sagte John D. Rockefeller u. A.: Bei der InventarAufnahme für das abgelaufen' cnl nerven vttie escyasisienle zn Der unliebsamen Erkenntniß gelangen, daß sie in Folge der Abnahme von Aktienwerthen während der verflossenen zwölf Monate Verluste litten haben, die sich insgesammt auf Millionen von Dollars beziffern. Und dies trotz des allaemeinen Wohlstandes, der größten Prosperitats - Aera in der Geschichte deZ Landes! Weshalb sollten Aktienwerthe heute geringer sein, als vor Jahresfrist? Ich kann mir diese Wendung nur durch die. in den letzten paar Iahren aus Korporations - Interessen gemachten Angriffe erklären ungerechtfertigte Angriffe zum Niederreißen von Strukturen, die durch Anstrengungen. Thatkraft und Ausdauer unseres Volkes aufgebaut wurden. Natürlich werden die Wirkungen solcher Angriffe zuerst von Kapitalisten verspürt, sodann von den Schuldnerklassen, die sie jetzt mehr als je fühlen. Wer zuerst darunter zu leiden hat? Selbstverständlich der Mann mit dem Dinner Pail der Arbeiter, dessen Löhne jetzt, wie die Statistiker sagen, um 20 Prozent höher sind, als vor fünf oder sechs Iah ren. Wenn Aktienwerthe zusammenschrumpfen, ziehen Kapitalisten naturgemäß ihre Darlehen ein. und die Wirkung der Knappheit pflanzt sich fort. Meine Meinung über die nächstjährigen Geschäfts - Aussichten möchten Sie h'oren? Nun, ich bin kein Prophet, vertraue aber auf den gesunden Sinn des Volkes und hoffe das Beste Erwähnt wurde ztvar weder Roosevelt. noch der Oeltrust. aber , was Rockefeller mit den ungerechtfertigten Angriffen auf Korporationen , sagen wollte, ist unschwer zu errathen. Thatsächlich haben die Aktienwerthe in nur ich! großen Korporationen, an denen , er und seine Geschäftsfreunde. betheiligt sind, binnen Jahresfrist um rund 383 Millionen Dollars an Werth eingebüßt! - ' ' i
ZNeik Zjabersack's Zchrcibcbrief.
510. 478. TT55" r'EFsnr Geohrter Mister Edithor! Mer sin do, das is. mer sin in Wiesbade ankomme un es is e gutes Ding, daß mer sin, bikahs mein Rummetissnn Hot mich Widder ganz fiers gebattert un der Mister Mehr Hot auch ganz dumm gefühlt, noch dummer wie gewöhnlich und sell Hot schuhr genug ebbes zu bedeute. An den Diepoh Hot e ganze Latt Fellersch gestanne, wo ich zuerscht for alte Sohlschers genomme hen, später hen ich awwer ausgefunne, daß es Fellersch wäre, wo mer Dienstmänner rufe dut un wo nor uff die Welt fein for annere Leut ihre Last abzunemme. das meint ihrePäcketsches zu trage. Bieseids das duhn se for Geld un gute Worte einiges. Ich sin zu ein gange un hen gesagt: Landsmann," hen ich gesagt, mir gucke for e gutes Hotell, wo mer so ebaut sechs Woche stehn könne." Do Hot er gesagt: Ja, Hotells, wo mer sechs Woche drm stehn kann, die hen mer hier nit. In diese hier Hotells kann mer nur am Dag stehn, bei Nacht muß mer sich fein hinlege un schlofe." Do kann mer doch sehn, was es in die alte Kontrie noch ungebildete Leut bot. wo nit emol ihre eigene Muttersprach unnerstehn, gar nit zu redde vs ihre Vattersprach. Wie erdenklich Aombelt is, do Hot er gesagt, er müßt arig gutes Hotell un wann mir wollte, deht er uns hinnemme. Well, hen ich gedenkt, was die Piebels hier an Nalletsch un Verstehstemich fehle duht, das mache se Widder an Poleitneß uff. Wie mer nach das Hotell komme sin, do hen ich die Poleitneß mit drei Mark bezahle müsse, was meine Appiejien iwwer die deitfche Leut arig getfchehnscht Hot. Ennihau sin mer an en feine Platz gewese un mer hen uns zwei Ruhms gerent un hen gleich den Preis errehnscht. Es is e wenig stisf gewese, awwer was macht das aus? Mer hen auch nit eckspeckte könne, in en Kurort for vier Schilling die Woch zu bohrde. Es war e gutes Ding, daß die Bäder gleich inkluhdet gewese sin, so daß mer also keine eckstrae Eckspenzes mehr gehabt hen. Ich hen zu den Propreieter gesagt: Ich un der Mister Mehr hen Rummetinem un sin hier, for uns zu kjuhre." Do Hot der Propreieter gesagt: Well, dann müsse Sie un der Mister Meier in die erschte Lein den Dackter sehn un ich will Jhne ein schicke, wo e Reppetehschen Hot." Ahlrecht," heif ich gesagt un es Hot auch nit lang genomme, do is der Dackter komme. Es war en alter Schentelmann, mit große weiße Wißkersch un en lange schwarze Koht Hot er gewähre. Er Hot so d'stinkwischt geguckt, als wann er einer von die Juneikt Stehts Pressendents im vorige Sentscherrie gewese wär. Der Hot uns ecksämmint un Hot gesagt: Mister Habersack un Mister Meier. Sie hen beide den eidentickel Kehs; for eine Woch müsse Se leden Morgen bade; dann lege Se sich for ebaut e Stund odder so hin nemme en gute Rest un dann gehn Se zu den Kochbrunne un drinke zwei Gläs Wasser; dann gehn Se en gute Wahl nemme nach die Dieteühl odder in den Kurgarte, gehn heim un hen e gutes Breckfest un dann könne Se duhn, was sSe gleiche. Awwer Sie derfe nit länger wie acht Uhr Abends aufstehn un müsse arig kehrfull sein, daß Se in kein Dr'ähft komme un daß Se nit zu viel drinke. In die zweite Woch mache Se ganz das nämliche, eckzeppt, daß Se j-den Dag zwei bis drei Gläser Kochbrunnewasser dr-nke. Was dann ZU duhn is. sag ich Jhne später. In t paar Däg sin ich Widder ba un dann wolle mer sehn, was Sie for en Prohgreß mache. Zwanzig Mark, plies." Schiewiß, hen ich gedenkt, das is jo en schöner Start! Der Mister Mehr Hot uffgepohniet un dann hen mer uns angeguckt, mitaus ebbes zu sage. Am nächste Morgen um sechs Uhr Hot uns fcer Herr Hausknecht aus den Bett gejagt UN hot uns gesagt, daß es Zeit wär fpr unser Bad zu nemme. Mer sin dann in das Badhaus, wo en Ann:cks zu den Hotell war, un hen dort unsern Dipp genomme. Das Wasser hör e Koller g-habt, als wann schon e Dutzend arme reisende Handwerksborsche drin gebad hatte, awwer das is, wie mer später ausgefunne hen, die nehtschercll Koller gewese. Wie mer durch mit unser Bad wäre, do sin mer so ausgepleht gewese, als wann mer en ganze Dag Kindlingwutt getschappt hätte. Mer sin in unsere Klapp un Heu, wie der Dackter gesagt Hot, so? e Stund geschlofe. Dann hen mer uns gefickst un gedreht un sin nach den Kochbrunne. Der Mister Mehr Hot wlsse wolle, wie mer das uff englisch cufe deht, awwer ich hen's ihn nit ecksplehne könne. Mer sin dann hin komme un do is t schöne Hahl. wo alle Seits mit Gläs zugemacht Ware, gewese: do
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sin mer enei gange un sin.dsnn kn en Päwillion komme, wo' ganz ' voll
Schmohk gewese is. Bei Galle, hen ich gedenkt, was is dann des? Wie mer e wemg klohser komme sin, do hen mer gesehn, daß e ganze Latt Piebels an ere Bar gestanne sin un hen for ihren Törn gewart. Wie unser Torn komme is, do hen ich awwer doch das Fonmäste gesehn, was ich noch zemols m mei ganzes Lewe erlebt hen. Denke Se nur emol an, do sin junge Mehdercher gewese. wo aus e Well die Glaser gefüllt hen un das Wasser is beuling hatt aus den Graund komme! Es Hot geheiße, das war ewe das Wunner in Wiesbade, awwer ich hen's nit geglaubt; ich denke, das Wasser werd an en annere Platz gehietet un in Peips nach den Brünne geleitet. Well, mer hen unser Pohrschen kriegt un. schuhr genug, das Wasser war so heiß, daß .ich es erscht hen blose müsse, bifohr daß ich ehbel war. es zu drinke. Un was en sonniger Tehst! Zuerscht hen ich es cmsgespitt. Awwer so bei un bei Hot nnch's qanz qut aetehst. es Hot putt:niehr getehst, wie Bieftie mitaus Bief. Der Mister Mehr ls gar nit aus die Eckseitement eraus komme, awwer er Hot doch sei zwei Gläser Wasser gedrunke un dann sin mer gange en Wahk nemme Iwwer das annere verzähl ich Jhne in mei nächste Schreiwebrief. Mit beste Riegards Juhrs trulie Meik Habersack. Eskweier un Scheriff von Appel Jack, Holie Terrer Kauntie. Spurlos verschwundene Stadt. Ein Städtchen im Hoosier-Staat, das ehemals sich eines sehr gedeihlichen Daseins ersreute. Countyhauptstadt und daö Heim verschiedener berühmter Männer war, aber seit den dreißiger Jahren spurlos verschwunden ist, das verdient schon, nicht ganz vergessen zu werden. Das war das Städtchen Salisbury, seinerzeit einer der wichtigsten Plätze im östlichen Jndiana und lange Zeit Hauptstadt des Countys Wayne. von fruchtbarem Lande und anscheinend allen Bedingungen für eine große Zukunft umgeben. Es wurde noch in der Territorialzeit Jndianas, zu Beginn des 19. Jahrhunderts, begründet. Einer Sage zufolge überraschte an dieser Stätte eine Schaar weißer Pioniere ein indianisches Liebespaar und tödtete dasselbe unnöthigerweise, was ihnen nachher sehr leid that. Aber die Umgebung gefiel ihnen dermaßen, daß sie beschlossen, sich hier niederzulassen. Die Mutter der Jndianermaid verfluchte die Ansiedlung. und dem Schicksal des Ortes nach kann man sagen, daß dieser Fluch sich erfüllte. In Salisbury hatte u. A. der Indiana'er Kriegsgouverneur Morton. nebst einer Anzahl anderer hervorragcnder Persönlichkeiten ihr Heim. Aber 1820. als der Countysitz nach Centerville (später nach Richmond) verlegt wurde, ging es mit Salisbury zu Ende. 1826 existirte dort noch ein Dutzend Familien; dann schwanden auch diese. Viele nahmen sogar ihre Häuser mit. Nicht einmal irgendwelche Ruinen sind geblieben! Japanische Traumdeuterei. Einer Abhandlung über japanische Traumdeuterei von K. Mwra ist Folgendes entnommen: Sie beruht vielfach auf Analogieschlüssen. So gelten z. B. Sonnenaufgang, spiegelglatte Meeresfläche, Neubau, Sänfte und dergl., als gute Träume, während schwarze Wolken, Sonnen- und Monduntergänge, Ausfallen von Zähnen u. s. w. als schlechte gelten. Man kann eine gewisse Aehnlichkeit mit der Hippokratischen Traumlehre konstatiren, nur daß diese allerdings meist nur Krankheiten betraf. Eine scheinbare Ausnahme macn Traume wie Bettler werden, gestohlen werden, Vegräbniß, Verstorbene u. s. w. einerseits und goldene oder silberne Sachen bekommen. Heirathen, Festlichkeiten u. s. w. andererseits. Diese lassen sich durch das Sprichwort: Der Traum ist manchmal umgekehrt" leicht erklaren. Bereits Gritzinger und Lombroso heben hervor, daß manche Leute, in gedrückter Stimmung eingeschlafen, sich im Traume heiter fühlen und umgekehrt. Die Deutung der Träume nach dem Thierkreise und den Elementen scheint ebenfalls auf Analogie zu -beruhen. So wird z. V. der Traum am Tage vom Feuer als Feuers brunst oder Verlust, der am Tage von der Erde als gute oder este Stelle gedeutet; ähnlich geht es im Thierreiche; am Tage vom Rind:. Die Krankheit dauert lange; am Tage vom Huhn: Nachts nicht ausgehen u. s. w. Praktische Anwendung. Bei Ergänzung des Kollegiums dringt der Herr Päsident seh darauf, den 5). jur. utr. Holzhering hineinzubekommen. Es geschieht Nach der Sitzung fragt ein älterer Rath: m Vertrauen, Herr Präsident, - worum legen Sie denn dem Holzhering so viel Werth bei?" ' - Nun. Ueber Kollege, ich kenne ihn von früher . her, vom Kegelschieben; wenn ich schlecht angeschoben hatte, hat tx immer gut aufgeräumt!", und das kann n bei uns jetzt als Hilfsarbeiter verwerthen!" ' ' ;
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