Indiana Tribüne, Volume 30, Number 117, Indianapolis, Marion County, 9 January 1907 — Page 6

Jndiana Tribüne, 9. Januar 1907

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Jlltermban Zeit-Tabelle.

I. XL T. System. Schnelle Durchzüze nach Fort Wayne. Schnelle Durchzüge nach Marion. Schnelle Durchzuge nach Peru. Schnelle Durchzüge nach Logansport. Schnelle Durchzüge nach Anderson. Schnelle Durchzöge nach Muncie. Züge verlassen Indianapolis. neieckRarionDivision. Lawrence, Fortville, Pendleton, nderson, fjorftoton, Nuncie, Riddletown, lexandrii, mmitville, Fairmount, SaS Cit?, JoneS isrs, Rarion, Blufft, und Union City. 4 00 93m. 1 05 Nm. S LA. 2 00 Hm. 5 00 m. 3 05 Nm. 7 05 Bm. 4 00 Nm. S l Am. 5 00 Nm. 9 05 m. 5 05 SKn. 10 00 Lm. 6 00 Nm. 11 00 P m. 7 05 Nm. 11 05 Vm. 9 05 Nm. 12 00 NttgS. 11 30 Nm. Limited. SognSport Peru Division, ttsrael, Nobleöville, Cicero, rcadia, tlcmta, Trpton, Kokomo, Salvefton, Balten, LoganSport. Miami, Bunker Hill, veru und Elroood. 5 00 Bm. 1 45 Nm. 5 45 Vm. 3 00 Nm. 7 00 Vm. 3 45 Nm. 7 45 Vm. 5 00 Nm. 4 00 Vm. 5 45 Nm. , 45 Vm. 7 00 Nax. ll 00 Lm. 9 00 Nm. 11 45 Vm. 11 30 Nm. 1 00 Nm. Limited. eae spezielle Bedienung nach Ft. Wahne. üge verlassen Indianapolis um 7.-00 und il.-GO Nh? LormittazS urd 3:00 und 7.-00 qr Nachmittags, schnelle Fahrt nach Fort Laune machend und mit den Schnellzügen ch Toledo, Detroit und Lima verbindend oie auch in Toledo und DeKoit mit den Dampfern, die auf den großen Seen nach ackinac, Buffalo und den Niagara Fällen uarfen, Verbindung machend. 2t Marion Flyer, der Indianapolis um 11 Uhr Vorm. und 5 Uhr Nachm. verläßt, hält nur in Andnson, Alexandria, Summit rille, Fairmount, JoneSbcro und Gas City Junction an. 11:30 Abmd-Zug nach Muncie. 11:30 AbendZug nach Peru. LSge fahren nach Fort Benjamin Harrirra um 6:45 Vm, 9:05 Vm, 11:06 Vm, 1.-05 Om und 3.05 Nm. eitere Information in der Office : Ter mal Gebäude. PhoneS : Neu, Main 6055; lt. ain 175, 1 Ring. Indianapolis & Lastern. quell Züge laufen nach Greenfield, ntghtStown, New Castle,' Cambridge Ciy,, Sichmond, Dayton, Ohio, jede Stunde bis 9 ÜZr KSendS, in Da?ton, Ohio, mit allen Schnellzügen, die nach Springfield, Colum in und allen centralen Punktm Ohio'S Kufen, Verbindung'machend. kSend-Zug um 11:30 WendS nach KnightS tsrcaxu Weiten Information in der Office : Ter mal Gebäude. PhoneS : Reu, Main 065 MiiUaüi 175, 1 Ring. Indianapolis & Marlinloille. ach Vsoresville, Beth an Y Park, Mar önöville, Ind. Erfte Morgen.Car um 6.0) Uhr MorgmS. Sann von 7.-00 Uhr Morgens jede Stund & 7.-00 Uhr LbendS. Siend ' CarS verlassen die Jnterurban Station um 9:00, 10:00 und 11:30 Abends. Vie 10:00 UhrCar fährt nur bis ooreSville. Wettere Information in der Office : Ter nnal Gebäude. PhoneS: Neu, Main 055 ; lt. Mai 175, Ring. Indianapolis & Western Traction Company. ach Avon, Danville und Zmischenstationen. Erste Car verläßt Indianapolis um 5 Uhr Morgens, dann jede anderthalb Stunden bis 9:30 Uhr Abends. Letzte Car um 11:15 Uhr Abends. Weitere Information in der Office : Termmal Gebäude. Phones: Neu, Main 6055, Alt, rülin 175, 1 Ring. Indianapolis Coal Traction Co. ZJge laufen stündlich von Indianapolis nach Plaifield von 5:00 Uhr Morgen! Ml 7.-00 Uhr Abend. bendzüge um 9 und 11:20 Uhr AbendS. Der 5:00 Uhr MorgenS Zug läuft nicht Sonntags. Weitere Information in der Ofsi: Ter minal Gebäude. PhoneS : Neu, Main 6055 ; Slt,Mai175, 1 Ring. Indianapolis & Nortyveftern. Schnell,Züge nach Crawfordsville und La faqette laufen wie folgt: 6:00 Vm., 7:00 ., 8:10 Vm.. 9:00 Vm., 10:10 Vm., 10.45 Vm., 11:10 Vm., 12 Mittag?, 1:00 Nm., 2:10 Nm., 4:25 Nm., 6:00 Nm., 7:10 Nm., Ih00 m. und 11:15 Nm. Zuge, welche um 10:45 Vm. und 4:25 Nm. fahren, sind Durchzöge nach Craivfords ville. Der 11.15 Abends Zug fährt 'nur biS Frankfort. Weitere Information in der Office : Ter inal Gebäude. PhoneS: Neu, Main 6055; U. Maw 175, 1 Ring. Wm. Stocxf le Selr-1. 5fo 202 Nord Noble Srrcr RffXUt X901

Europaische Nachrichten. Vrovknz 'Aornrnern. ? Stettin. Der auf dem schwedisehen Segler Ruth- bedienstete Bootsmann Krüger von hier stürzte von dem an Flcmmings fies liegenden Schaffe in den Dunzig und ertrank. Die Leiche wurde bald darauf aufgefunden und in die Schauhalle des HauptfriedhofeZ geschafft. Gardin. Letztens kippte der beim Neubau eines Schuppens beschäftigte Bauerhofbesitzer Reinke aus einem Brette um und stürzte zu Voden. Hierbei schlug er mit dem Kopfe so unglücklich auf einen scharfkantigen Stein, daß die Schadeldecke zertrüm wert wurde. Der Tod trat nach kur zer Zeit ein. K r a u s e w i tz. Letztens spielten hier mehrere Kinder unter einem Kran, welcher zum Emporwinden von Holz benutzt wurde. Auf unaufgeklärte Weise stürzte plötzlich der Kran nieder und traf den ungefähr fünfjähricen Sohn des .Häuslers Klaas. Der Knabe trug so schwere Verletzungen davon, daß er bereits einige Augenblicke später seinen Geist aufgab. Nassow. Ein blutig's Drama spielte sich kürzlich auf dem hiesigen Rittergute ab. Der noch jugendliche Baron von Spnger war mit feinem Inspektor Neals in wirthschaftliche Zwistigkeitcn geraihcn, die sogar zu einer gerichtlichen Verhandlung in Köslin führten. Ter Gutsherr schickte nun dem Inspektor die Bücher zur Abrechnung in dessen Wohnung, was dieser als eine Kündigung auffaßte. In seiner Wuth darüber ergriff der Inspektor ein Gewehr und schoß nach dem Gutsherrn eine Schrotladung ab, wodurch r Baron im Rücken verwundet wurde. Im Falle hörte der Getroffene noch, wie der rasende Mensch rief: So der hat genug!" Auf den 2äru eilte die Mutter des Barons aus dem Schlosse auf der. Hof, und der Inspektor gab auch auf diese einen Schuß ab, ohne zu treffen. Alsdann richtete der Unselige die Waffe gegen sich selbst und schoß sich eine Kugel in den Kcpf, der vollständig zerschmettert wurde, so daß der Tod sofort eingetreten sein muß. S t a r g a r Das zweijährige Töchterchen des Arbeiters Leu auf dem Kl. Wall fiel vor einiger Zeii in der Küche auf eine Mausefalle und verletzte sich. Das Kind ist jetzt an Blutvergiftung gestorben. Stolp. Letztens wurde der 40jährige Arbeiter Gustav Guse von hier, der bei dem Umbau des BahnHofes fcejchäTlgt war. beim Ueberschreiten der Geleise von einem einlaufenden Zuge erfaßt und am Kopfe fo schwer verletzt, daß er auf dem' Transport nach dem Krankenhause starb.

Swinemünde. Vor Kurzem stürzte sr Zimmermann Genzow von einer Treppe in dem Frahmschen Neubau ab und starb an den Folgen des Unfalles, nachdem er nur flüchtig das Bewußtsein wieder erlangt hatte. Frovinz Schcoswig-SoMein. Schleswig. Letztens ist dai dem Gastwirth Tames gehörige, vv7. zwei Familien bewohnte Haus an de: südlichen Seite der Chaussee diesseits Haddeoy niedergebrannt. A l t o n a. Die goldene Hochzeii feierten die in der Wielandstraße wohnenden Mild:schen Eheleute. Propst Paulsen überreichte als Gnadcngeschenk fünfzig Mark sowie ein Blldniß des Kaisers. Die schleswig. holsteinischen Kampfgenossen stifteten ihrem alten Kameraden ein Ehrengeschenk, das vom Rektor Großmann übergeben wurde. Dockenhuden. Dem Tischler Herm. Hahn, der über fünfzia Jahre bei dem hiesigen Zimmermeister Da nielson in Arbeit steht, wurde für seine treuen Dienste vom König von Preußen das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen. Groß - Flottbeck. Einen schrecklichen Tod fand die Frau des hier wohnenden Maurers Grothe. Als der Mann das Haus betrat, fand er die Aermste. die an epilept! schen Anfällen leidet, halbrerkoblt. aber noch lebend, vor dem Herde lie gend vor. Noch eh: der Arzt erscheinen konnte, gab die Bedauernswerthe ihren Geist auf. Man nimmt an. daß sie beim Hantiren mit Feuer wieder einen epileptischen Anfall bekom men hat und hingestürzt ist. Die Kleider haben dann Feuer gefangen, so daß die unglückliche Frau bei le bendigem Leibe von den Flammen verzehrt wurde. Kiel. Einen tödtlichen Sturz that auf der Germaniawerft der hier wohnhafte Maler Katholy. Der Verunglückte war in einer Höhe von 30 Metern auf einem Helling der Werft beschäftigt, als durch einen Zufall der Absturz erfolgte. Ein mit ihm fallender College konnte sich am Gerüst festhalten und kam ohne nennenswerthe Verletzungen davon. Katholy starb auf dem Transport nach dem . Krankenhause. Meldorf. Hier starb im 81. Le. bensjahre der Rentier, Detlef Thedenö, ein alter Kämpfer für SchleSwig.HolfteinS Recht und Freiheit aus den, Jahren von 184850. Er stand bei der 3. Compagnie des 8. fehles wigholsteinischen JnfLnterieBgtatt-

lons und kämpfte ve: j-coiuma. Frik' dericia und Jdstedt.. Der Heimoegangene war von 1835 92 Hefte

scher !n Wrohm bei Tellingstedt !n Norderdithmarschen. Rendsburg. Schwer verun glückt ist der Kanonier Reimers vor der 2. Batterie des hiesigenFeldartllle rie-Regiments Nr. 45. Der Genannte siel beim Reiten vom Pferde. Letzte res schlug aus und traf :hn so un glücklich wir den Kopf, daß et einen Schadelbruch erlitt Wandsbeck. Furchtbar zugerichtet wurde der Kaufmann Ottr Brockstedt, als er den zu seiner Wohnung an der Ecke der Bleicher- und Lübnkerstraße führenden Flur betrat. Nachbarn fanden den jungen Menschen blutüberströmt vor der Haus thür liegen: er hatte mehrere Messer stich? in den Hals erlitten, die Vor derzähne des Unterkiefers waren ihm sämmtlich ausgeschlagen, ferner stellte der schleunigst hinzugezogene Arzt el nen Oberschenkelbruch und einen leich teren Schadeloruch, sowie eine Ver letzung der Nieren fest. Man vermu thet einen Racheakt. Brockstedt isi alsbald seinen schweren Verletzungev erlegen. FrovMz Schlelien. B r e s l a u. Vor Kurzem feiert der Eisenbahn Lademeister Her mann Thiersel snn 25jähriges Eisen-bahn-Dienst-Jubiläum. Die gol dene Hochzeit beging das Zahnarzt Georg Schrödersche Ehepaar, Ohlaucrstraße 81. B e u t h e n. Zimmermeister Nitschk erschoß sich wegen Vermögensverfall, nachdem er zuvor in heiterster Ge sellschaft seine silberne Hochzeit gefei ert hatte. B u n z l a u. Im Alter von über 80 Jahren starb Hierselbst der Lehrei und Kantor Tschiesch. Er war bekannt als hervorragender Kenner der schl?sischen Flora und stand als solcher mit mehreren Universitäten in fllrfunhima H i r s cb b e r g. Ein Doppeljubiläum feierte dcr Verwalter der Herberge zur Heimath". Vor Kurzem wir er 25 Jahr: Herbergsvater und 25 Jahre hiesiger Bürger. Kosel. Nach schwerer, lange? Krankheit ist der Stadtkämmerer a. D. Sperber, der viele Jahrzehnte zum Gedeihen unseres städtischen Gemeinwcsens gewirkt und bei seinem Scheiden aus dem Amte mit dem Kronen-Orden ausgezeichnet wurde, verschieden. S a k r a u. Die Frau des Bierkutschers Kiewitz begab sich nach der Waschküche und ließ ihre beiden Kin der im Alter von 8 und 4 Jahren allein im Zimmer zurück. Das jüngste kam dem aeheizten eisernen Ofen zu nahe und stand im Augenblick in hellen Flammen. Das A!ädchen erlitt furchtbare Brandwunden, so daß es bald darauf starb. U j e st. Die Häuslersfrau Mutwill war aus der Ortschaft Niesdrowitz nach Hause gegangen und wollte den Weg abkürzen, indem sie den Klod nitzkanal entlang ging. Hierbei dürfte sie den Weg verfehlt haben und in den Kanal, der ziemlich tief ist,' gestürzt sein, denn später fand man die unglückliche Frau ertrunken auf. Weizenrodau. Infolge BlutVergiftung starb hier der Viehwärter Karl Nemann. Beim Reinigen des Stalles, in dem milzkrankes Vieh gestanden, zog sich Neumann eine Verletzung zu. Provinz goex. Posen. Ueberfahren wurde in dcr Gartenstraße dcr Lehrling Sigmund Sikora durch einen Transportwagen. Schwer verletzt wurde der Bursche naÄ dem Krankenhause cebracht. A e n t s ch e n. Letztens ist die hiesige Dampfbrauerei Obschloß:b?n" von Lankisch niedergebrannt. Nur die neucrbauten Lag'rkeller wurre:: durch das Eingreifen der Feuerwehr erhalten. Bromberg. Tödtlich verunglückt ist in dem Hause Posenerstraße 4 der Arbeiter Seidel. Als er nach Hause kam, trat er auf der Treppe, die noch nicht beleuchtet war. fehl und stürzte rücklings so unglücklich herunter, daß er das Genick brach und sofort todt war. Broniewo. Be einem Brand hier hat der Kuhhirt Brseski, welcher bei der Rettung des Viehes thätig war, in den Flammen seinen Tod gefunden. Dombrowo. Von einem sechsjährigen Knaben wurde hier der neunjährige Sohn des Eigenthümers Franz Bewernik erschossen. Der Knabe sollte zum Eigenthümer Heinrich Neumann leere Kartoffelsäcke tragen. Als der sechsjährige Sohn des Neumann den Knaben sah, er zählte er ihm, daß sein Vater einen Fuchs geschossen hätte, und ging mit ihm in die Waschkammer, wo noch das Fell des Thieres hing. Neumann kam früh von der Jagd, hing die Flinte wie gewöhnlich ungeladen in die Kammer, vergaß aber die Thür zuzuschließen, und legte sich schlafen. Der Sohn deö Neumann bemerkte die Flinte, als er dem Bewernik den Fuchs zeigte, nahm sie von der Wand und steckte eine Patrone hinein. Bevor er sich's versah, ging der Sckuß loö. und die Schrotladung drang dem Bewernik in die rechte Schulter und kam ur linken Brustseite herauö. Der, Knabe, stürzte, zu Boden und war in wenigen Augenblicken todt.

Ein wenig Weltstatistik. Die englische Regierung hat ein interessantes Blaubuch über die Bcvölkcrung und die Schulden dcr bedeutendston Staaten der Welt herausgegeben. Bei der Bevölkerungsstatistik ist zugleich ein Vergleich zwischen den Iahrcn 1895 und 1905 angestellt, aus dem man die Zunahme der Bevölkerung der einzelnen Staaten in dcn letzten Iahren erkennen kann. Die relativ stärkste Bevölkerungszunahmc hatten die Vereinigten Staaten zu verzeichnen, die in den letzten 10 Jahren ihre Einwohnerzahl von rund 69 Millionen auf mehr als 83. also um 20 Prozent, vermehrt haben; selbstverständlich ist diese starke Vevölkerungszunahme nur zum kleineren Theile auf den Ueberschuß der Geburten über die Todesfälle zurückzuführen, in der Hauptsache beruht sie auf der Einwanderung. Die absolut stärkste Bevölkerungszunahme hatte Nußland mit 16 Millionen. Hier ist umgekehrt wie in den Vereinigten Staaten ausschließlich der Geburtenüberschuß der Grund derVevölkerungszunahme. denn die Bilanz zwischen Einwanderung und Auswanderung ist für Rußland eine passive. Unter den übrigen Großstaaten steht Deutschland mit einer Zunahme von 8j Millionen, gleich 16 Pro zent. absolut und relativ an der Spitze. Ihm folgt Japan mit 5$ Millionen oder 14 Prozent Bevölkcrungsvermehrung. Die prozentuale Zunahme bei Groß-Britannicn. Oesterreich und Ungarn ist gleich; sie beträgt bei diesen drei Ländern je 10 Prozent. Italien weist 8 Prozent Bevölkerungszunahme auf; hier wäre sie infolge der ziemlich starken natürlichen Vermehrung größer. wenn nicht Italien das Land wäre. das die meisten Auswanderer stellt. Kehrte nicht ein Theil der italienischen Auswanderer, nachdem er sich etwas erspart hat, wieder in die Heimath zurück, so würde cs um die-italienisch? Bevölkerungsvermehrung wohl ähnlich schlecht stehen, wie in Frankreich, das mit nur 2 Prozent an letzter Stelle steht. Das an Frankreich im Süden angrenzende Spanien hat wenigstens eine Vermehrung um 4 Prozent aufzu weisen. Die zivilisirte Welt hat elf. Städte mit mehr als einer Million Einwohner aiifzuwcisen. Es ist begreiflich, daß sich die Mehrzahl davon, nämlich 6. in Europa befindet. Es sind dies London, Paris. Berlin. Wien. Petersburg und Moskau. Berlin, das mit 2.040.000 an dritter Stelle steht, würde sich mit rund 3 Millionen an der zweiten befinden, wenn, wie in Paris, die nächsten Vororte hinzugerechnet würden. Die Bereinigten Staaten von Amerika weisen nicht weniger als drei Städt: mit über einer Million auf. nämlich New Fork. Ehiacgo und Philadelphia. Sonst hat noch Asien eine Millionenstadt. Tokio, und Süd-Amerika mit Buenos Aires. Steht Frankreich hinsichtlich der Bevölkerungsvermehrung an lctzterStelle, so hat cs das fragwürdige Vergnügen, mit seinen Schulden die Spitze derjeni gen neun zivilisirten Staaten einzunehmen, welche die meisten Schulden haben. Von der 4 Milliarden Pfund Sterling betragenden Gcsammtschuldenlast dieser neun Staaten entfallen auf Frankreich nicht weniger als 1 Milliarde und 38 Pfund, also über ein Viertel. Groß-Britannien hat nicht ganz 800 Millionen Schulden. Rußland rund 750 Millionen. Italien über 500 Millionen. Deutschland nimmt mit seinen 160 Millionen einen sehr günstigen Platz ein, allerdings ist zu berücksichtigen, daß auch noch die einzelnen deutschen Bundesstaaten Schulden baben. die freilich zum großen Theile in Eisenbahnen usw. produktiv angelegt sind.

C'inttahmcn des staatlich.!! Hafenbetticbs in Hambnrg. Der soeben erschienene Entwurf des hamburgischen Staatsbudgets für das nächste Jahr läßt wiederum erkennen, daß Hamburg in seinen gewaltigen Hafenanlagen, zu deren Ausbau und Instandhaltung es alljährlich namhafte Summen aufwendet, eine Finanzquelle besitzt, deren Bedeutung für seinen Staatshaushalt stetig wächst. Während für das ?kakir 1905 die Nettoeinnahmen aus den Kaianlagen auf 4.813.000 Mark, für das Jahr 1906 auf 4.801.000 "Mail veranschlagt worden sind, rechnet der Voranschlag für das nächste Jahr mit einer Einnahme don 4.884.000 Mark. Maßgebend für die QLbe dieser Vcr. anschlagung tvaren die thatsächlichen sCI t. s fr ? viiunagmcn aus oen yamourger ai anlagen im Zeitraum vom 1. Juli 1905 bis zum 30. Juni 1906. In diesem Zeitraum haben die Bruttoeinnaymen aus dem öffentlichen Kaibetrieb 8.512.000 Mark betragen, und zwar: Die Raum- und Ladungsgebühren etc. für di? Schiffe 4.961.000 Mark, die Gebühren für Aus- und Ablieferung der Güter 1.091.000 Mark, das La. gergeld 658.000 Mark, das Wiegegeld 373.000 Mark, die Einnahmen aus dem Hafenbahnbetriebe 1.143.000 Mark, etc. Mit den Ergebnissen des vorhergehenden Fiskaljahres verglichen, haben sämmtliche Einnahmerubriken außer den Einnahmen aus dem Hafen bzbnbetriebe, die sich im vorigen Fiskaljahre auf 1.318.000 Mark beliefen, einen Mehrbetrag erzielt. Dieser Bru! toeinnihme standen Ausgaben für Ge hälter. Löhne, Bureaukosten etc. in der

Vefammtyöye von 5.718.000 Mark ae

genüber. so daß sich die Rettoeinnahmen aus dem öffentlichem Kaibetrieb aus 2.794.000 Mark (im vorhergehenden Fiskaljahre 2.757.000 Mark) stellten. Der Ertrag aus der Verpachtung von Kaistrecken belief sicy auf 1.924,000 Mark gegen 1.903.0)0 Mark im vorhergehenden Fiskaljahr. Nahezu - dieser Summe oder 29 Prozent der gesammten als Ertrag d:r hamburgischen Kaianlagen in die Staatskasse fließenden Nettoeinnahmen werden von der Hamburg - Amerika Linie gezahlt, die für ihre Häfen euf Kuhwärder'eine jährliche Pacht vzn 1.300.000 Mark zu entrichten hat. Für Miethe. Verzinsung etc. von Hafenanlagen in Euzhaden sind der Gesellschaft ferner 114.000 Mark jährlich berechnet worden. Außer der Hamburg - Amerika. Linie haben die Woermann - Linie, die Deutsche Ost - Afrika - Linie und die Deutsch? Levante - Linie Kaistrecken in Privatbetrieb, für die sie in dem angegebenen Zeitraum insgesammt 344.000 Mar! gezahlt heben. Mit kleineren Beträgen sind auch die Dampfschiffahrtsgescllschaft Hamburg, die Freihafen Lagerhaus - Gesellschaft etc. an dem aus der Verpachtung von Kaistrecken erzielten Erlöse betheiligt. Aus der Benutzung von Eisenbahnaeleisen wurden im letzten Jahre 166.000 Mark eingenommen. Das gute Zutrauen des Hamburg: schen Staates zu einer weiteren aufsteigenden Entwicklung des hamburgischen Handels und Schiffsverkehrs kommt aus den erhöhten . Voranschlägen der Einnahmen aus dem Tonnengeld, die der Entwurf enthält, zum Ausdruck. Die Staatskasse glaubt, für das kommende Jahr auf 2,997.000 Mark Tonnengeld rechnen zu dürfen; das ist fast 200.000 Mark mehr, als der vorige Budgetentwurf in Aussicht stellte. Als Einnahme aus der Deklarationsabzab: und Anmeldegebühr ist die gleiche Summe wie im vorjährigen Entwurf, nämlich 506.000 Mark veranschlagt, obwohl die thatsächlichen Einnabmen sich auf 519.000 Mark gestellt haben. Eine Wiener Zautcrin. , Wien. 7. Dezember. Mitten im modernen Wien, b:i tltU irischer Trambahn, bei Telephon und Motorwagen, laufen noch Zauberinnen herum, an deren Künste die Leute glauben. Vor Gericht erschien gestern, des dreifachen Betruges Ongettagt, di: Wittwe Marie Nebily. ihres Zeichens Ziegelschupferin". ein Gewerbe, ras sie schon lange nicht mehr ausübt, da die Zauberei viel einträglicher ist. Von ihren vielen hundert Opfern haben sich nur drei gemeldet. Das erst: ist eine junge Chauffeursgattin. Marie Hauk, deren Mann Karten spielt und das leichtverdiente Geld auf andir: Weise vergeudet. Eine Freundin hatte ihr gerathen, zur Nebily zu gelikn. die werde im Handumdrehen die üb rnatürliche" Heilung des schlimmm Sbjekts durchführen. Die Nebily zei?t: sich auch bereit, verlangte eine halbe Unterhose und einen Strumpf des Mannes und hatte bald darauf ein Pulver fertig, das nur" 18 Kron:n (4 Dollars) kostete. Es sollte dem Mann in die Suppe gethan werden, dann werde er sich aller wii'er.'n G ld ausgaben enthalten. Bald darauf wurde der Chauffeur wegen Ueberfahrens eines Kindes unter Anklag: gestellt. Die Frau lief zur Zauberin, die ihr versprach, für 100 Kronen (21 Dollars) das ganze Gericht zu vcrzaubern", so daß es den Uebelthäter nicht schuldig sprechen könne. Er wurde aber verurtheilt, und nun verlangte die Zauberin weitere 20 Kronen, damit sie den Hauptmann, der im Prozeß als Hauptzeuge fungirt hatte, stumm und zum Krüppel machen könne. Marie Hauk bezahlte alles, und noch einmal 20 Kronen für ein Pulver, das sie auf der Schwelle eines Milchgeschäfts ausstreute, damit dieses in ihren Besitz übergehe. An die Zauberin glaubt sie, trotz der Klage, heute noch. Das zweite Opfer erlitt nur einen Schaden von 21 Kronen, weil das Heilen des Mannes von dcr Trunksucht mit viel geringeren Kosten verbunden und schr leicht zu bewerkstelligen ist. Das dritte Opfer, die Handarbeiterin Sikora suchte Abhilfe gegen die Untreue ihres Geliebten. Die Zauberin schob in der Verhandlung alle Schuld auf ihren blindcn Glauben an dieZauberkraft eines KuhHirten im Preßburger Komitat. den sie bei allen wichtigen Fällen zu Rathe ziehe, und der ihr die Zaubertränke, Thee und Pulver, liefere. Als sie den Gerichtshof verzaubern- sollte. , fuhr sie zu dem Manne und bezahlte etwa drei Mark für einen Thee, der, ins Gewand des Chauffeurs eingenäht, die Freisprechung bewirken sollte. Der Kuhhirt heißt Stefanowitfch und ist 72 Jahre alt. Die Leumundsnote besagt, daß er Wundermittel erzeuge und unter dem Bauernvolk starken Zulauf habe. Ueber die Zusammensetzung des Thees und der Pulver befragt, will die Zauberin nicht mit der Wahrheit herausrücken sie sagt nur schaden habe es nicht können, aber mit Rücksicht auf die zukünftige Kundschaft will sie auch nicht zugeben, daß an den Zaubermitteln gar nichts war. Sie legt übrigens daZ Hauptgewicht auf die Umstände bei der Anwendung. Die Sikora mußte die vom Hirten erhaltenen Kräuter Abends 9 Uhr in der Gluth verbrennen. damit sie ihrem Geliebten den Weg

zur Nebenbuhlerin abschneide. Die Frau, die ihren Mann von der Trunk sucht fylUn wollte, mußte Pulver in den SchnapZ mischen, am bestimmten Tag, zur bestimmten Stunde. Geholfen hat daS Zaubermittel trotzdem nichts der Mann hat dcn gepanschten Schnaps nicht mehr angerührt, und sich dafür an Rum gehalten. Um die Verzauberung des Gerichtshofs vornehmen zu können, fuhr die Nebily zu Schiff nach Preßburg. wahrscheinlich weil die Eisenbahn der Wirksamkeit des Zaubermittels hatte schaden kön nen. Als einziges Verthcidigungsmit tcl wußte Frau Nebily nur ihren Glauben an den alten Kuhhirten vorzubringen: Er hat's g'sagt, und i' Hab's ihm glaubt! Er hat mir ja auch mein' kranken Fuß kurirt." Der Vertheidiger erklärte, er müsse -ins zugeben nämlich daß die An'".e klagte nicht zaubern kann. Warum soll man ihr aber nicht dasselbe Recht 'uf Dummheit zubilligen wie den Zeu--n? Der Gerichtshof fand die An--eklagte des Betruges schuldig und ver--rtheilte sie. vom außerordentlichen "7!ilderungsrcchte Gebrauch machend, 'i zwei Monaten einfachen Kerkers, ckluchzend sagte sie: Was hab' i thun 'ollen? Die Leut' hab'n halt woll'n, i scll ihnen helfen!"

Häusliches aus dem belg i s ch e n V a r l a m e n t. Nachdem die große Schlacht um den Kongo geschlagen loorden ist, findet die belgische Kammer Zeit, sich ein wenig mit ihren kleinen häuslichen Angelegenheiten zu beschäftigen, und hat diesem Zweck eine kurze Sitzung hinter verschlossenen Thüren gewidmet. Was in dieser Abgeschlossenheit verhandelt wurde, hat nmn aber, so schreibt ein Brüsseler Korrespondent, doch erfahren, und da es ganz unterhaltend ist. darf die weitere Öffentlichkeit auch davon wissen. Die belgischen Deputirten sind nickt so glänzend gestellt wie ihre französischen und englischen Kollegen; sie erhalten nur. wenn sie nicht in der Hauptstadt wohnen. Tagegelder für die Theilnahme an jeder Sitzung und genießen außerdem noch freie Eisenbahnfahrt, jedoch nicht auf dem ganzen Netz der belgi sehen Bahnen. Dagegen haben sie sich selbst, um den Strapazen der gewöhnlich nicht sehr ausgedehnten Parlamentssitzungen besser gewachsen zu sein. Erfrischungen verschiedener Art bewilligt, die im Foyer durch die Parla mentsdiener gereickt werden. Der Quästor Graf Limburg-Stirum hat nun die Volksboten mit der Eröffnung überrascht, daß sie in der verflossenen Saison für nicht weniger als 1500 Francs Backwerk verknabbert hätten; ein entsetzter Aufschrei einiger sparsamer Volkswirthe begleitete diese furchtbare Enthüllunng. In der letzten, allerdings außergewöhnlich langen und aufregenden Kongositzung waren allein vier große Büchsen St. Nikolasbonbons. jede zu 1 Fr. 50 C.. geleert worden! Was für Leckermäulchen, diese Abgeordneten! Nun beantragen einige strenge Katone. dies Parlamentsdessert, das manche langweilige Verhandlung versüßt, ganz aufzuheben, doch werden sie wohl nicht durchdringen. Aus Anlaß dieser leckeren" Debatte wird daran erinnert, daß vor einigen Jahren der damalige Kammerpräsident, Staatsminister Beernaert, der üblen Gepflogenheit des Freigrogs" für die Herren Abgeordneten ein jähes Ende machte, da die Quästur einen ganz abnormalen Verbrauch von Parla mentskognak festgestellt hatte. Ein Parlamentsdiener ward beauftragt, insgeheim zu notiren. wieviel Gläschen sich jeder der Gesetzgeber einverleibte, und bei dieser Kontrolle ergab sick das verblüffende Resultat, daß zwei Mitglieder des hohen Hauses es während der dreistündigen Sitzung auf elf reine Grogs" (ohne Wasser!) brachten! Seither gibt's nur noch Thee und Limonade. Ein Dorf ohne Sonnenschein. Im Riesengebirge liegt am nördlichen Abhänge des Forstkammes die kleine Dorfkolonie Forstbauden". Ueber dieser Gemeinde schwebt alljährlich um die Zeit der Wintersonnenwende insofern ein seltsames Verhängniß .als sie in dieser Zeit ohne Sonnenschein ihr Dasein fristen muß. Der nahe an 1300 Meter hohe Forstkamm ragt in einer Breite von 400 Meter über die in eine Wiesenmatte eingebette!e Kolonie und überschattet sie voll ständig. Das an der verborgensten Stelle gelegene Haus hat schon seit Anfang November keinen Sonnenschein mehr gehabt, und darf erst Ende Februe.r sich dessen wieder erfreuen. In kine ähnliche empfindliche Sperre ist auch die Ortsschule eingeschlossen, die i'"'r zwei Monate keinen Sonnenstrahl Vift'oÜ. Der ägyptische Ho fmusi! direkter. Der langjährige Musikdirigent des ersten bayerischen Ulanenregimentö in Bamberg. Stabstrompeter Belz ist unter etwa 60 Bewerbern als Hofmusikdirektor nach Kairo berufen worden. Er bezieht dort bei freier Station ein Jahresqehalt von 12.000 Mark (53000) und wird mit der 0 Mann starken Kapelle in der Residenz des ägyptischen Khedive Wshnung nehmen. - Sein Standpunkt. Halten Sie von dem neuen Frauenverein 'was?"!" Das will ich meinen! ... Denken Sie nur die dielen Versammlungen, die er hat . . . wie viele Männer haben da durcö einen alücklicben. keierr Abend!"

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