Indiana Tribüne, Volume 30, Number 117, Indianapolis, Marion County, 9 January 1907 — Page 5

Jndiana Tribüne, S Januar wrf

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ZeMsonne. Skizze von M. Lorenz, 9ia Fräulein Minchen, wie geht's Ihnen denn eigentlich? Ich habe Sie ja schonst so lange nich ifieljr zu sehen gekriegt," sagte mit jenem herzlich herablassenden Ton des reichen Bäcker-

meisters, der recht fett und behaglich I hmter seinem brotdustenden Ladentisch stand. Meister Riedel zu der blassen Tame, die ihm ihren Nickel .für Knüppel" auf den Zahlblock legte. Danke. Herr Riedl," sagte das Fräulein, und nahm ihr Tütchen aus der Hand des Ladenfräuleins, es geht ja noch Arbeit habe ich, und wenn's in diesen theuren Zeiten auch nicht zu Aufschnitt langt. Butter auf dem Brot gibt's noch immer!" Recht so, Fräulein Minneken." lobte Riedel, immer dralle da immer fleißig denken Sie an mich Sie kriegen noch mal'n Staatskerl zum Mann!" Sie lachte: Nun darüber bin ich wohl hinaus, Herr Riedel," meinte sie bescheiden im Sommer werd' ich vierzig und dann so tagaus, tagein Schreibmaschine"... Minchen Frädrick ging ihrer nahe gelegeneu' Behausung zu. Sie fyult eigene Sachen und drei hübsche Stübchen noch von den seligen Eltern her. Vater war Beamter bei der städtischen VerwcrktÄNggeivesen Mutter auch eine Beamtentochter. Wilhelmine mußte was lernen und besuchte die höhere Töchterschule, dann die Handelsakademie und war nun schon seit zwölf Jahren Stereotypistin in dem großen Contor der Goldschmiedegenossens chaft. Damals, als ihr Vater starb, nahm sie die Stellung. Man war mit ihr zufrieden, und sie hatte 150 Mark im Monat, genug, nicht allein um mit der Mutter, die eine kleine Persion bezog. davon zu leben, sondern auch zurückzulegen. Nun war vorm Jahr auch die Mutter gestorben und deren Einkommen fortgefallen. Um auch weiter einen Spargroschen zu haben, vermiethete Minchen die große, zweifenstrige Vorderstube an Herrn Vielecke Christoph Vielecke der da seine stillbescheidene Existenz fristete. Er hatte erst nicht mit Kaffee gemiethet, aber als er mal einen leichten Jnfluenza-Anfall bekam und nicht in's Bankgeschäft gehen konnte, in dem er als Kassenbuchhalter angestellt war, ließ er durch die Aufwärterin Fräulein Frädrick bitten, ob er nicht 'n bischen heißen Thee kriegen könnte. Daraus entstand dann die regelmäßige Frühstückslieferung. Punkt halb neun ging Minchen nach ihrer Genossenschaft und Herr Vielecke in's Contor. Dann grüßte er sie sehr höflich und sprach über das Wetter ebenso , geistvoll wie sachgemäß, und dann trotteten sie beide nach verschiedenen Richtungen ab, ihrem Thätigkeitsfelde zu. In Minchen blieb jedesmal nach solcher flüchtigen Begegnung ein Gefühl zurück, als ob sie ein Sonnenstrählchen eingefangen hätte, und als ob die Leute auf der Straße sie alle so riesig freundlich anlachten, und daß er" doch was furchtbar "Geistreiches gesagt hatte, wie: Ist's heute nicht unangenehm regnerisch?" oder wenn's Helles Wetter war: Fräulein Frädrick, ist Ihnen die Boa nicht zu heiß?" Minchen kam gewöhnlich gegen halb fünf nach Haus und kochte sich dann Kaffee und aß ihre Knüppel. Heute war nun recht häßliches, rauhes Herbstwetter, windig und grau. Es dunkelte, und sie steckte die Lampe an. zog warme Schuhe an. holte sich ihr Kaffeegeschirr herbei, schürte die Gluth im Ofen und setzte sich behaglich in ihre Sofaecke. Dabei las sie die Zeitung und hielt ein Stündchen behaglichen Ausruhens nach anstrengendem Tagewerk. Heute hatte sie sich eben so mollig zurechtgerückt und goß das dampfende Naß in die große, goldgeränderte Tasse, als es leise, gleichsam respektvoll klopfte. Nanu." dachte Minchen etwas erschrocken. ist denn die Corridorthür offen geblieben?" Etwas verzagt rief sie: Herein!" Zu ihrem Erstaunen erschien Christoph Vielecke auf der Schwelle und trat unter vielen Entschuldigungen naher. Fräulein Frädrick, haben Sie vielleicht 'n paar Briketts oben?" fragte er. Die Müllern hat heute bei mir nicht geheizt, und ich möchte ctxn noch arbeiten vielleicht borgen Sie mir ein' paar." Gerne. Herr Vielecke sagte Minchn bloß es wird lange dauern, bis es warm wird oder, wissen Sie was .setzen Sie sich hier herein, es ist schön warm hier, ich heize Ihnen Ihren Ofen, und dann können Sie ja nachher, wenn's durch gebrannt ist, wieder rüber gehen." Er zauderte noch ein wenig, aber die Dringlichkeit seiner Arbeit und die Temperatur seiner Stube vertrugen sich wirklich nicht so holte er BLcher und Formulare herüber. Minchen, saß nachher wieder in ih rer Ecke, las und strickte dazu, stand ab und' zu auf und sah nach ihrem und seinem Ofen. Dann tranken sie zusammen Thee. Endlich war'S warm, und er siedelte

wiever mix vielen Dankeswonen in sein Zimmer zurück.

Minchen blieb wie :m Traum zu-, rück. Sie starrte auf die beiden Tassen, auf die beiden Teller: auf einem lag noch ein Stückchen Leberwurstpelle! Das wtte Vielecke dort binaeleat! Mit Andacht, beinahe leisem Bedauern räumte sie das Geschirr zusammen. ' Sie stellte es in die Küche. Mn Gott, was soll die Mullern denken, wenn sie morgen zwei Theetajien und zwer Teller avzuwa,cyen findet!" schoß es ihr durch den Sinn. zyr erz nopile iaui, uno es war ihr wie dem Verbrecher zumuthe, der jeden Augenblick Entdeckung fürchtet. Sie schloß die Wohnung zu und legte die Kette vor! Gott sei Dank! Nun war sie sicher und nun wusch sie die verrätherischen Gegenstände sorgfältig ab und schloß sie in den Schrank. Die Ruhe aber, die sonst ihre Abende so friedlich begleitete, wollte nicht kommen. Am andern Tage, als sie in's Ge schäft ging, beeilte sie, sich fehr. um vor Vielecke fortzukommen aber schon auf der Treppe holte er sie ein. Er dankte ihr nochmals für ihre Fürsorge und fragte, ob er einmal ge-

legen.ucy wleoer zum yee rommen daktionelle Arbeit. Er kenne sie genüdürfe. . czend. um zu wissen, wie tücktia sie sei.

Minchen wurde roth. Das stand ihr gut und verjüngte ihr hübsches. zonst immer vianes enazt. Die Mullern, eine brave und schlaue Frau, hatte aber doch wohl was gemerkt oder hatte Vielecke irgend eine Bemerkung gemacht. Gott weiß die Heizung in der Vorderstube wurde r t t " r c fjtf.il I Igx leyr unregelmäßig uno lajieaji oejorgl. Herr Vielecke mußte im Laufe des Winters dreimal die Woche zu Fräulern frädrick fluchten, um mcyt zu verklammen. Sie hatten sich beide Jk. . i m j i aneinander gewöhnt, und diese stillen Plauderstündchen waren der Herostcnnenschein in Minchens stillem, arbeitsvollem Leben. Im März aber wurde dies Idyll mitten im Großstadtgetriebe jäh unerbrochen. Mincben erkrankte febr schwer und mußte in ein Krankenhaus gebracht mtmn. yre oeiven moen viieoen Versionen, uno rau uituuer yane nun nur Herrn Vielecke zu versorgen. r -3 t orv.r t. -wenn im snanienhaus oie mua; stunden kamen, zitterte Fräulein Frädrick immer vor Aufregung. Wurde er einmal vorsprechen? uuroe er irenignens oie cuuern iu i . ri . rm ff i I emem nruv icyiaenk jTI W V f Äcy nein: Rings um sie her. in der Zeit des lang, amen enc,ens. ieii eiannir r tti r rt... m . i I uno erwanore an oen eilen iyrer Leidensgenossen zu ihr kam nieMaNV. I , I Schon lugten die Zweige der alten rr . , . v n. t r. aume, oie ooi uzm ranicnyauie M, i r l f " w n lanoen. sreunoncy grun m s eniler qmzm ocr mai roat oa oa xam i cm . v für Minchen die Befreiungssiunde! Sie wurde, zwar noch matt und schwach, aber doch genesen, entlassen. Ihre Füße trugen sie kaum, als sie in Begleitung bet Krankenschwester die r.: .fti. Stufen hinabstieg Unten vorm Portal hielt em bequemer Wagen, und daneben stand, strahleno vor Äergnuzen über das ganze breite Gesicht die Müllern! Na Freilemchen. nu kommen Se m uun woll'n wir Ihnen dichtig pflegen!" sagte die Brave. Ach liebe Frau Müller!" Schwach im lieoe ?rau cuueri mmacu , v i ' r rm ff tu , f o-ic iz wai, vzauj aiinujcw ui yiu . P v Y CfX " Nen du. jjaim aß ic im xuagen, m vtin r r r cry v. cm großer tyiieotiiirauB mg. . . .. f ... rs.. n r. war lagte die mmuetn, ven )qiat Ihn' Herr Vielecke! . Eine Gluthwelle schoß in Minchens abgezehrtes Gesicht. Er. er hatte ihrer gedacht, er sandte ihr den schonen. t i m . ousttnoen öruyllngsgrun: uno ne drückte ihr Gesicht in die Blumen, und y i . fi . r r)it nranen rropsien oaraus meoer. vrau jjiuuet m ganz ttu neoen -w w w w ri . -V der Genesenden, und als sie zu Haus die wankenden Knie kaum trugen, r r 1 . . . . ..-. .. 1 TCBie oie rau zu uno irug lyr raulein beinahe die Treppen hinauf. Mischen schauerte ein wenig zu sammen vor der Corridorthür. Wie würde es ungemüthlich sein in der ungelüfteten, verstaubten Wohnung! Aber da schloß die Müllern auf. Herr Vielecke hat mich den Schlüs sel zu die Wohnung gegeben, ick habe immer jelüftet und ufsjereimt, Freilein!" sagte die Alte. Und sie standen drin im Corridor! Ueber der Wobnstubentbür vranate auf grellrothem Grunde, von weißen liederblütben umsteckt, n mäcktiaes .Willkommen!" Jetzt öffnete die Müllern die Thür. und das goldene Maienlicht fluthete Minchen entgegen. Der Tisch war gedeckt ein gro ßer, mit Zucker bestreuter Napfkuchen prangte darauf daneben eine große Cervelatwurst. Butter, Brötchen und ein paar Scheiben feiner Lachsschinken. .Aber Müllern. Müllern das trägt ja meine Kasse nicht!" rief Minchen erschrocken. fcoll ooch roj, tfimciny, - schwichtigte die Mullern allenS Herr CYl !.1.J aTT3 lbMlMMllt4ili I ! 11 L ctf v n c mmuizn ai m ncuttuiuur

krampfhaft umfaßt und sau! in ihre Sofaecke.

grcu Müller war hinaus!. Und da öffnete fick die andere Tbür. und Christoph Vielecke trat ein. .Liebes Fräulein frädrick." rief er mit thränendem Auge, so lange ha ben Sie leiden müssen o wie out. daß Sie nun wieder aesund sind!" Er drückt ihr die Hand. Und dann brachte die Müllern eine große Kanne voll Chokolade. Sie konnte kaum etwas aenießen. Sie fühlte nur die wohlige Sonnenwarme, den Fliederduft und die Freundschaft ihres Hausgenossen, die sie mit Sorgfalt umqab. Nach einer Weile ging er. Die AufWärterin räumte ab und ließ sich die Reste schmecken. Minchen hatte sich auf's Bett gelegt. Stille Friedenstraume umspannten ihre Seele. Da kam Frau Müller mit einem Brief. Als sie ihn öffnete, fiel ihr ein, daß sie ja bei ihrer Erkrankung ihre Stelle gekündigt hatte. Sie hätte das Rappeln und Klippklapp der SchreibMaschine aucb nickt mebr ertraaen. Nun sckineb ihr bisberiaer ßfcf. er habe sich für sie umgesehen und biete ftT eine andere Stelle in fernem Vrivatcontor. nur handschriftliche und reund wie aut sie diele neue, interessante Arbeit leisten würde. Am 1. Juli könne sie eintreten bot ibr eine beträcbtlicke Summe iiber ihr bisheriges Gehalt. Stetig erholte sie sich, täglich wurde sie ein enia kräftiaer. ?(m ftirni mackten zuweilen Sonntags zusammen ' . w-. . ' kleine Ausflüge in den Grunewald. sie und Vielecke. Wie waren die Frühsommertaae so sckön! Ende Juni aina Vielecke auf Urlaub. er hatte eine verheiratete Schwester in Mecklenburg; zu der reiste er jeden Sommer drei Wochen. Als er heimkehrte, arbeitete Min$en schon auf ihrer neuen Stelle, aber da der Chef es nicht anders einrichten konnte, Nachmittags dret bis Abends um neun Uhr! Die schönen Theestunden fielen nun weg, und die beiden Hausgenossen jan selten. Vielecke war jetzt auch Sonntags öfter eingeladen ode? 0n -m 0CIX Club. So wurde der Rest des Sommers kein fröhlicher für ' . ' ' 1 Mincken frädrick. Die Blätter färbten ssck braun und roth, und man fina an. die Oefen m beizen und die Minterfenster ein,u- . u hänaen - Drauken floaen die Svinnwebfuj.r, des Altweibersommers, und as intensive Blau des .frbstkimmels überm Thiergarten. mtxx Vir nUr T?Sr?rfi. edächtniß-Kirche läuteten, und neformn trn ß'finTTnHfnftnf frtfifn Vrn v. .. ....., ,v"" sönen 5erbstw,tter tU MenI ' " ' s-n I 7" yuck Mincken war binausaevilaert. ? ' - - - u - t - - n den Sonntaa im dreien zu at-. nießen. j u Sie stand vor den Thierqartenvillen und starrte in die Pracht der färbenn svrf,T?, ,,s sTfrhfnntfif und wandelte langsam durch das i .. . .' ' Goldgeflirr der fallenden Blätter. In Charlottenhof packte sie ihre Kuchendüte aus: Wo mag heute Herr Vielecke wohl sein?" dachte sie. und bei jedem Bissen, den. sie m ihren Kaffee stippte, dachte sie an tnt Frühlings fßnnfl'QC mi m im Sie 'lehnte sich in d rauw Grundewald. Wn (PitfT jitriisf I -- i r - o .. irmlr:,, mu,r hrtTT mnfnmUM I utvv 'w v -s v ßtm bQr r QU fsjmm.r. .? Cnnn.nftrf I iiitiiiikvik vui wiuiunuuifi vltrAa i,d MM MtfettS -"'"i "- ! r .s dem Tbeelössel. der blank und nsf(.ft nitf w itnfrtfr. inn " rm 0nnf! ffllfl r Guten Taa. Fräulein Mincken! sagte eine ruhige Stimme neben ihr. Sie fuhr auf. .Ach. Herr Vielecke!" I I ' 1 ww fr er rief Tit beklommen. Wie ein Bild sitzen sie da im SonI " . .. . nenschein sagte er und-setzte sich ne5, sie. ..ndlick mal wieder ein ver nünNiger Sonntag wissen Sie. daß ich. '.daß ich... sehr allein war die 1 ' ' .' aamt Aber Sie batten doch Ihre Freun de." sagte sie schüchtern. Und Sie?" Die schöne Erinnerung Cr sab ihr in die Augen. Ist eine Wirklichkeit nickt aber schöner wie Erinnerung?" sagte er weick. Heute Za aber dies wird auch wieder Erinnerung, eine mehr . . . eine liebe"... Mincken ich sebne mich so Nllch unseren Theestunden'." sagte tr liberbaupt ... nack Ihnen . . . liebes Mincken. konnten Sie... möchten Sie ... nickt meine Frau werden? Za sie oeantwortet bat., weiß der Herbstsonnenstrabl. der die beiden eng umschlungenen itaiien umring. Gemüthlich. Jean ist von seinem Herrn dabei überrascht warden. als er gerade eine Flascke Rothsvon hinter die Binde gegossen hat und erhält eine ernstliche Rüge. Nach clnet lben Stunde stolpert der Herr zufällig über die geleerte Flasche, die in tausend Scherben geht. Jetzt meint tan triumvhirend: .Schaun S'. gnä' TT .. . -. m . . . m Herr, da war's also doch besser, daö 1 flC vorher auögetrunttn har!'

Von ihrem drei Jahre alten Söhnlein durch Zufall vergiftet wurde Frau Katie Abendschein, die 22 Jahre alte Gattin von I. E. Abendschein von Roanoke, Va. Das Kind hatk der Mutter ohne deren Wissen antiseptische Tabletten in ihre Medizin gethan, und als die Frau ahnungslos eine der Medizin einnahm, verfiel sie'bald darauf in Krämpfe und war wenige Stunden später eine Leiche. Während des Trauer gottesdienstes am Sarge des Söhnchens eines gewissen Wilbur Winship

in Brewster. N. I., stürzte sich plötzlich ein junges Mädchen, welches vorher in einer Ecke gestanden, über den Sarg und rief: O, mein Gott, ich habe ihn getodtet. Ich habe ihn vergiftet !" Dann fiel sie in Ohnmacht. Es entsiand die größte Aufregung. Der anwesende Coroner nahm das Mädchen, eine Krankenpflegerin, Namens Jennie Burch, in Haft. Jenny hatte, ihrem Bekenntniß zufolge, verschiedene Versuche gemacht, das Winship'sche Haus in Brand zu stecken. Sie war dabei ertavvt worden und hatte die Idee, daß sie dafür sterben müsse. Wie sie erklärte, liebte sie den klemen Knaten dermaßen, daß sie nicht ohne ihn die Welt verlassen konnte, weshalb sie ihn vergiftete. Grobe Geistesaeaenwart bewies in New Nork eine Frau Mary Moore, eine Krankenpflegerin, deren Beruf sie an das Lager des gelähmten Adolph Pohl im, vierten Stockwerk eines Hauses an Ost 72. Straße sesselte. Im Basement des fünf. Stockwerke hohen Hauses brach gegen Mittag Feuer aus. dicker Qualm und mächtige Flammen schlugen den Dumb-Waiter" und den Lustjcyaq: hinauf, und als die Feuerwehr ankam. lehnte sich Frau Moore ruhig aus einem der Fenster hinaus und nickte nur, als ihr die Löschmannschasten zuriefen, sie solle nicht heruntersvrinaen. bald würde eine Leiter nach oben geschoben sein. Dies geschah. und Pohl wurde aus kräftigen Armen nach unten getragen, nachdem er von Frau Moore noch in wärmende Decken eingehüllt worden war. Sie blieb ruhig am Fenster, bis auch sie von emem Feuerwehrmann aus den Arm genommen wurde. Ein dickter Nebel, der am Freitag vor Weihnachten auf der Bay lag hat manchem Einwanderer eine Enttäuschung bereitet, denn sowohl der Kaiser Wilhelm II. als die mit ihm fälligen anderen PassagierDampfer trafen fo spät am Nachmittag ein. daß die Zwischendecks-Passa-giere über Nacht an Bord olelven mußten und infolgedessen erst Sam stag' nach Ellis Island transferirt l 1 n. r r t..rr . 11 weroen lonnien. nsoige oei?en yanen die Leiter' der beiden deutschen Emiarantenbäuser. Pastor A. H. Nestin vom Pilgerhause und Pastor G. Dormg vom Lutherischen EmigrantenHause in Anbetracht des zu erwartenden Zustromes in aller Eile noch die Zahl der Weihnachisgaben verdoppelt. mit, denen die bei ihnen Unterkunft suchenden Einwanderer am Montag bealuckt werden sollten. In beiden Däusern fand am Montaa Nachmittag eme feierliche Weihnachts-Beschee-runa statt, und ein ieder der Insassen wurde nicht allein festlich bewirthet, sondern man suchte ihm das erste Christfest in der neuen Heimaty durch kleine Geschenke zu verschönern und damit das so natürliche Heimweh wenigstens sur stunden zu bannen Ueber einen furchtbaren Kampf im Löwenkäfig wird aus Bal timore berichtet. Dort begann eines Tages der Löwenbändiger Crawford , einen großen Löwen wieder für einen Rlngkampf zu dremren. Mit Craw ford war der Mcnaqeriebesitzer Mundy im Käfig. Der Ringkampf besteht aus drei Runden. Zwei waren gut abgelaufen; bei der dritten drückte Crawford das Thier anscheinend etwas zu unsanft zu Boden; denn es sprang wüthend auf und versetzte Crawford, ehe er ausweichen konnte, mit seiner Tatze einen so wuchtigen Hieb in's Gesicht, daß er gegen die Eisengitter geschleudert wurde und dort bewußtlos .liegen blieb. Wäre Mündy nicht im Käfig gewesen, so war es unfehlbar um Crawford ge schehen. Ersterer ergriff jedoch sofort eine eiserne Dressurgabel, mit welcher er die Aufmerksamkeit des Thieres von seinem Opfer ablenkte. Jnzwi schen war ein Herr Beck hinzugekommen. welcher d:e Warter alarmirte. Von diesen wurde der Löwe mit Eisenstangen angegriffen, ms ein erst vor einigen Wochen . aus Hagenbeck's Cirkus angekommener Deutscher, Nam:ns Richard, einen Lasso um den Hals des Lc Jen warf,, wodurch es, möglich wurde, das wüthende Thier nach seinem engeren Käfig zurückzubringen. Dann wurde der Bewußtlose aus dem größeren Kang getra gen. und es stellte sich heraus, daß ihm das Gesicht von der Nase bis zum Ohr aufgerissen war. Er erlangte'erst nach zwei Stunden das Bewnßtsein wieder, wurde nach dem Hospital gebracht und seine Wunde, nachdem sie ausgebrannt worden, mit sieben Stichen zugenäht. Crawford war vier Jahre im Cirkus Hagenbeck und befindet sich seit sechs Jahren bei Mundy. Dies ist das erste Mal. daß er , von diesem Löwen, mit denz er schon alle möglichen Kunststücke auö führte, angegriffen wurde.

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Unter den Passagieren des kürzlich in New Aork eingetrosfenen White Star - Dampfers .MaZestic" befan. sich ein junges Mädchen Namens Tkjlxü Violet ' Hill aus Newark-on-Trent in England, die nach Amerika kommt, um den in Harrison, N. I., wohnenden Mechaniker George Thomas Sampson, den ste nn vergan genen fcornrncr tn ihrer Vaterstadt kennen und lieben gelernt hat, zu heirathen. Wer beschrerbt aber den Schreck und das Entsetzen des jungen Mädchens, als es von der Einwänderungöbehörde festgehalten wurde und nicht landen durfte, während der ungeduldig harrende Bräutigam draußen stand und nicht an Bord konnte, da er keinen Paß hatte. Schließlich fühlte der Vorsteher des Zollamtes, Eol. Bishop, ein menschlich Rühren und ließ das freudestrahlende Pärchen laufen, damit es Hochzeit machen könne. Im Presbyterian Hospital zu New Jork starb dieser Tage der 25 Jahre alte 5?rank Butkanal von Pleasantville. N. Y., an Wasserscheu. Der Fall erscheint den Hospltalarzten insofern sonderbar, als der Dahingeschiedene nicht von einem Hunde gebissen wurde und anscheinend auch keine Kratzwunden an den Händen oder im Gesicht hatte, wodurch die Keime der entsetzlichen Krankheit in das Blut hätten eindringen können. Butkanal war in Pleasantville Kutscher und sein Liebling war ein seiner Herrschast gehörender großer Neufundländer, der im Nodemb-er gebissen und später wegen Tollwuth getödtet wurde, nachdem aber Butkanal noch lange vorher mit ihm gespielt hatte. Auch erlaubte er, daß das Thier seine Hände leckte. Eine Woche nachdem der Hund verendet, wurde Butkanal krank, von seinem Herrn, Dr. Jones, zwei Wochen lang behandelt und später, als er deutliche Symptome der Wasserscheu zeigte, nach dem Hospital gebracht. Bald darauf bekam Butkanal derartige Tobsuchtsanfülle, daß er an seinBett angeschnallt werden mußte; das Befinden ' wurde schlimmer und schlimmer, und obgleich alle Mittel angewendet wurden, konnten diese doch nicht die fürchterlichen Qualen lindern. Mit knapper Noth dem Tode durch Erfrieren entgangen ist der Farmer Robert I. Gardiner von Nelson Eounty. N. D. Gardiner war in Geschäften in Lakota gewesen und begab sich um 4 Uhr Nachmittags während eines Schneesturms auf den Heimweg. Nachdem er die Hälfte des Weges, vier Meilen, zurückgelegt hatte, legte sich eines seiner Pferde erschöpft nieder. Garrnner spannte das andere Pferd aus und brachte es zur. nahen Ban Gordon - Farm, wo er es einstellte und sich eine Schaufel verschaffte, um das andere Pferd aus dem tiefen Schnee auszugraben. Dies gelang ihm schließlich, aber inzwischen war der Schneesturm viel ärger geworden. Der Schnee fiel so dicht, daß Gardiner nicht wagte, emen Versuch zu machen, die Van Gordon - Farm zu erreichen, aus Furcht, sich zu verirren. Er spannte sein Pferd aus und ließ es lausen, im Vertrauen aus seinen Instinkt, welcher es schon zur Farm leiten werde. Er selbst lief die ganze Nacht hindurch um den Schlitten herum, um sich halbwegs warm zu erhalten und zu verhilddern, daß ihn der Schlaf übermanne und er erfriere. Mit Tagesanbruch ließ der Schneestürm nach, und Herr Gardine? konnte sich zum Farnchaus begeben, wo er sich ein Pferd ausborgte, und dann erst konnte er auf seine Farm zurüoTkehren. Er ist ohne ernslliche Schädigung feiner Gesundheit davongekommen. 5)aö Pserd, welches er ausgespannt hatte, ist nicht wieder ausgefunden worden und wahrscheinliK zugrunde gegangen. Böse Ahnung vor, dem Standesamt. Fritz zittert mit der Hand beim Unterschreiben, woraus die Braut: Ab Fritze, Fritze, nd ' hast doch schon zwei Feldzüge, zwei Kriege mitgemacht !"

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Willi flcsvagfe

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