Indiana Tribüne, Volume 30, Number 117, Indianapolis, Marion County, 9 January 1907 — Page 4
Jltdtana Tribüne, 9. Januar!
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Jndiana Tribüne. VanagcVn vo d utera T. Indianapolis, Ind.
Can$ O. Thlldium .... Präsident. GeschäftSloealt lo, 31 Süd Delaware Straße. TEI-ßPHONE 269. E uered t the Pott Office et Indianapolis K accond dass matter. Ein weiser Beschluß. ES M ein weiser Beschluß, sämmtliche farbige Truppen der BundeLarmee nach den Philippinen zu schicken. Einerlei, wie KriegSsekretSr Taft ihn vor der Oeffmttlchkeit zu rechifertigen versucht, er entspricht der gegeveen Situation und wohl auch dem 6m pstnden der großen Mehrheit der Be völkerung. Die in jürgftei Zelt immer häufiger werdenden Ausschreitungen farbiger Soldaten find jedenfalls nicht geeignet, die Achtung vor der Uniform zu er Höhen und das Verhältniß des Publi kums zur Armee erträglicher zu gestalten. Außerdem können die Erör terungen über diese Vorgänge in der Pttsse und im Kongreß die Di5zipl!n der farbigen Soldaten nur ungünstig beeinflussen. Aus allen diesen Grün den ist eö das Beste, sie vorläufig auS dem Wege zu schaffen. Die Armee Verwaltung muß dann freilich auch da für sorgen, daß die Dinge auf den Philippinen nicht ärger werden, als sie zur Zeit hier find. Man klagt dort ohnedies über die Ausschreitungen ent lassener Soldaten, und sucht nach Mitteln, sich ihrer zu entledigen. EL ist so weit gekommen, daß man von einer förmlichen Landplage spricht, und das ist ein wünschenöwerther Zustand nicht. Man scheint in den letzten Jahren bei der Einmufterung der Rekruten nicht besonders; vorfichtig gewesen zu sein. Vielleicht ift der herrschende Mangel an besserem Material schuld daran. Aber dann sollte man einen der Haupt gründe dieses Mangels, die Abschaff ung der Kantine, schleunigst beseitigen. Die Zahlder wegen körperlicher und moralischer Qualifikation entlassenen Soldaten; wird von Jahr zu Jahr größer. Es ist schlimm genug, daß diese Gesellschaft hier aus die Menschheit loSgelassen wird, laber immerhin wird man hier eher jrnlt ihnen fertig werden, als in unseren sJnselbefitzungen. In der einen oder anderen Weise sollte dafür gesorgt werden, daß den Leuten dort die Landplage nicht über den Kopf wächst. Der neue Boycott in China. Ueber den auSgebrochenen neuen chi nefischen Boycott kgegen amerikanische Waaren soll der chinesische Gesandte in Washington, D. C., noch keine Nach richt erhaltenshaben. DaS ändert aber nichts an der Thatsache, daß in vielen Städten Massenversammlungen statt gesunden haben und daß die chinesischen Zeitungen aufgefordert worden find. keine Anzeigen von amerikanischen Ge schästen zu veröffentlichen. ES ift möglich, daß die chinesische Regierung mitk dieser Bewegung nichts zu thun hat, aber so ganz gewiß ist daS noch lange nicht. Man darf nicht ver gessen, wie zweideutig sich dieselbe gele gentlich deSerften Boycotts benommen hat und daßjder frühere Minister Wu als einer der Anstifter desselben genannt ward. An dem diesmaligen Boycott soll daS amerikanische Chlnesengesetz schuld sein. Damals wurde der Boycott in China aufgehoben in der Annahme, daß der Kongreß etwaSIzu Gunsten der chinefi schen Kaufleute, Reisenden, Studenten und anderer nicht in die Klasse der Ku liS zu rechnenden vornehmen Chinesen thun werde. DerZPräfident und Ee kretär Tast hatten die Nothwendigkeit solcher mildernden Bestimmung einge sehen und empfohlen, der Kongreß hat sich aber zu nichts herbeigelassen. Mit einigen Zugeständnissen in dieser Hin ficht wäre aber die antlamerikanische Bewegung in l China zufrieden gewesen; eine unbeschränkte Zulassung von Chl nesen war ja gar nicht verlangt. Nun haben vlrZdie Bescheerung. Merkwürdig ift eS eigentlich: der Amerikaner Zwill geschäftlich mit dem gebildeten chinesischen ttaufmanne ver kehren, so lange er kn China bleibt. hier im Lande aber will er ihn nicht taben. Eine keigenthümliche. Art deS Verkehrs. Ich besuche meinen Nachbar in feinem Hause, Gegenbesuche find aber derbeten. Und dann wundere ich
mich, wenn ich auch von ihm an der Thüre abgefertigt werde. Entweder bricht man, überhaupt jeden Verkehr ab
oder man gestattet dem Anderen die selben Rechte, die man für sich in Anspruch nimmt. DaS erfordert der An stand und ift zumal im Welthandel der Grundsatz, oder sollte eS doch wenig ftenS sein. Na, vielleicht giebt der neue Boycott den Anstoß, daß Ordnung in die Geschichte kommt. Merkwürdige Prophezeiung. Graf Leo Tolstoi sagt in einem an den französischen Schriftsteller Paul Sabotier gerichteten Schreiben, in dem er das letzte von diesem erschienene Buch , bespricht, daß die christlichen Länder der Welt früher oder später Vasallenstaaten Japan'S oder anderer Regierungen orientalischer Länder werden müßten. Diese Prophezeiung begründet er mit der Behauptung, daß nur in orien talisch;n Ländern und bei orientalischen Völkern Religion und Patriotismus synonyme Begriffe find. Wörtlich sagt Graf Tolstoi in seinem Schreiben un ter and'.rem Folgendes: Riligion ift Wahrheit und Recht. Kirche ist Falsch, heit und Uebel. Ich sage es ganz offen. daß ich nicht mit denen übereinstimme, welche der Anficht find, daß die Kirche eine für die Pflege der Religion unent behrliche Organisation ist. Die Kirche st stets elue grausame und nicht sehr wahrheitsliebende Institution gewesen, die nur nach äußeren Vortheilen strebt und die wahre christliche Lehre vollstän big entstellt hat. Alle Concordate find für die Kirche nichts weiter gewesen als Verträge mit dem Staat, laut welchen die Kirchen fich verpflichtete, gegen be stimmte, vom Staat zugeftandeneRechte und bewilligte Vortheile, diesen zu un terftützen. Man hat mir gesagt, daß es in der katholischen Welt diele wahr haft fromme Männer und Frauen ge geben hat und noch heute giebt, die einen fast heiligen Lebenswandel füh ren; darauf möchte ich antworten, daß diese nicht wegen, sondern trotz der Kirche so fromm leben und gläubig find. Trotz aller angestrengten Versuche der Kirche und deö Staates, die beiden Principien, wahres Christenthum (De muth und Güte) und das Princip des Staates (physische Kraft und Gewalt) mit einander zu vereinigen, so ift der Widerspruch gerade in unserer Zelt so klar zu Tage getreten, daß eine Lösung dieses Problems bald kommen muß. Mehrere Anzeichen deuten darauf hin. Ersten ift die religiöse Bewegung nicht auf Frankreich allein beschränkt, son dern macht fich in allen christlichen Lün dem bemerkbar; zweitens ift die Revo lution in Rußland ein bedeutsames Zeichen der Zeit und läßt auf eine be vorstehende Lösung deS von mir vorher erwähnten Problems schließen; drittens giebt der militärische und der industrielle Fortschritt, den wir in Japzn, China und anderen orientalischen Ländern se hen, zu denken. Die gegenwärtige reli giöse Bewegung, die nicht nur in katho lischen Gegenden, sondern in der gan zen Welt die Gemüther erregt, ift, wie ich glaube, nur die Unruhe, die durch den Wunsch, auS diesem Dilemma her aus zu kommen, erzeugt worden ist." Kaiser Franz Joseph will die Deutschen und Tschechen versöhnen. DaS wäre eine Heldenthat deS greisen Monarchen. Unter amerikanisches Protektorat wollen die Cubaner kommen, Teddy sollte dann unbedingt den Titel eines Lord Protektor- verliehen erhalten. In Scranton kann man über den Begriff Wasser- so zweifelhaft wer den, wie vaS landwirthschaftliche De partement über den Begriff Whiskey Die Arieiterverhältnisse in San Francisco find annähernd wieder' nor mal. Namentlich Dienstmädchen find dort so wenig wie anderwärts zu haben. . Aus Deutsch-Südwestafrika sollen deutsche Truppentheile baldigst zurück gezogen werden. Die deutsche Regle rung sucht den Ausfall der Reichstags wählen bereits zu' dlskontlren. Von mehr als einer Million EinWanderer deS letzten Jahres find etwa 40.000 nach den südlichen Staaten ge gangen der Süden kann jetzt be Welsen, ob er dieses Segens würdig war. ' So. lange auch in Betriebssachen der Finanzdirektor Über dem Betriebs, direktor steht, muß der Betrieb auf un seien Eisenbahnen ein unsicherer sein weil eben der Finanzdirektor meist nichts davon versteht.
Aus de Gerichten.
Superior-Gericht. Zimmer No. 1, Richter pro tempore, ChaS. T. Hanna. Eine Schadenersatzklage gegen Henry Fenner von Jacob D. Hoß, Trust, wurde gegen den Kläger entschieden und dieser in die Kosten verurtheilt. Lawson M. Harvey u. A. zogen die Rechnungsklage gezen Archibald M. Arbaugh u. A. zurück und bezahlten die Kosten. Zimmer No. 2, Richter JameS M. LeatherS. Helena M. Allison wollte von ihrem JameS A. Allison geschieden sein, jedoch wurde dies vom Gericht verweigert nd hatte sie die Kosten der Verhandlung zu tragen. Zimmer No. 3, Richter Vknson Carter. In der Klagesache der Alice Smith gegen ihren Gatten SilaS A. Smith wurde die Scheidung bewilligt und der Klägerin gestattet, ihren Mädchen namen Alice Cordes wieder anzuneh men, wogegen der Beklagte zu den Kosten verurthellt wurde. Scheidung wurde Emma Hatfield ihrem Benjamin bewilligt, jedoch mußte sie die Kosten bezahlen. Neue Klagen. Linnie E. Garrison reichte gegen ihren Gatten William C. Garrison, welchen sie im Jahre 19)4 helrathete. Scheidungsklage ein, da derselbe sie schlecht behandelt habe, ein Trunken bold sei und nicht für sie sorge. Er soll fich augenblicklich in Cincinnati befinden. Im Jahre 1890 am 12. Januar heirathete Lucn Barnett ihren JameS V. und glaubte dadurch aller Nah. rungS und sonstiger Sorgen'enthoden zu sein und war sehr enttäuscht als ihr liebenswürdiger Gatte ihr eines Tages frei heraus erklärte, er habe gar nicht die Abficht für sie zu sorgen. Sie hielt es. wie sie sagt, bis zum 18. De zember 1903 bei ihm aus, lebt aber seit dieser Zeit getrennt von ihm und möchte jetzt die ehelichen Fesseln gelöst sehen. Eine Notenklage für $200 reichte Walter I. Hubbard gegen Enoch Allen und John A. Smith ein. Maurice F. Reilley klagte gegen Walter I. Hubbard als Bürgen der Contraktorenfirma Phelan und Moore für 8700 Schadenersatz, da. wie Reilley sagt, die Contraktoren ihren Verpflichtungen nicht nachkamen und er genöthigt war, andere Handwerker zu engaglren, welche das zu errichtende Gebäude unter Dach und Fach brachten. Die F. P. Gluck Co. reichte eine RechnungLklage für $215.07 gegen Hermann Rabe für gelieferte Waaren ein. Maud HodgeS bekam am 2. October 1906 vom Gericht $73.40 nebft Kosten im Betrage von $3.50 gegen Franl HodgeS zugesprochen, jedoch ift jetzt noch ein Restbetrag von $30.50 zu beglei chen. welchen fie, da von HodgeS sonst Nichts zu erhalten ift, nun von dessen Arbeltgeberin, der P. C. C. & St. L.. Eisenbahngesellschaft, welche, wie sagt. dem HodgeS noch $40 schuldet, einzu kasftren sucht und dieserhalb Klage an strengte. Der Verwalter deS Nachlasses von Carl Kelp strengte gegen die JndianapoliS Cold Storage Company eine Schadenersatzklage in Höhe von $500 an, weil Kelp am 16 November 1906, wie Klüger angiebt, am Fahrstuhl der Beklagten, welcher fich in schlechtem Zustande befand, derartige Verletzun gen zuzog, daß er denselben erlag. Die Creola Lumber Company reichte gegen die Talge Mohogany Company eine RechnungLklage im Betrage von $300 ein. William Martin, welcher, wie er sagt, auf Veranlassung von Charles Hartmann am 25. December vorigen Jahres wegen Großdiebfiahlö verhaftet. jedoch bei dem Verhör am 27. Decem der von Richter Whallon freigesprochen wurde, verlangt wegen FreiheltSentzie hung, Schädigung der Ehre und des Geschäfts 2c. eine Entschädigungssumme von $5000. Eine Notenklage in Höhe von $150 reichte die Jerman Medicac Electric Company gegen Frederick Falk ein. Die GreerWilklnson Lumber Com pany reichte gegen Arthur E. Dennlson und Andere .ine Nechnungöklage für gelieferte Waaren im Betrage von $300 ein. . AlfredShove w a n, 470 W. 13. Straße, meldet, daß Einbrecher
ihn. um $8 in Baargtld bestrhlen. .
Polizeiliches.
Finus Wagner. 54H Jndiana Avenue, der angeblich im GeschäftLlo kal der E. Rauh & SonS Co. 4 Pfer dehäute verkaufen wollte, wurde unter DiebftahlSanklage verhaftet. Wagner behauptet, daß er nicht der rechte Mann ist, und daß die Detektivs Krüger und Lancafter den Unrechten hinter die schwedischen Gardinen setzten. Earl Huddleston, 14 Glad ftone Ave., ein noch im jugendlichen Alter stehender Bursche wurde gestern verhaftet. Er ift beschuldigt, seinem Schlaskumpan Henry Wiete aus BateS ville eine goldene Uhr und $26 in Baar gestohlen zu haben. Kleine Stadtneuigkeiten. Eine Versammlung der Loge No. 21, der International Boiler MakerS, SchlpduilderS und HelperS Union of Amerika, wurde im Occidental Hotel abgehalten um die Lohnfrage und Gesetze der Werkstätten der Big Four Cisenbahn.Gesellschaft einer regelrechter Betrachtung unterwerfen. Man konnte über die verschiedenen Ansprüche der Leute nichts Genaues erfahren und wa ren durch Repräsentanten vertreten. Sanduöky, O.z Urbana, JllS.; Belle fontaine, O., Delaware, O., Spring field, O.; Cincinnati, O.z Wabash, Jnd.z Mt. Carmel. JllS. und Jndia. napoliS. ES war dies eine JahreSver fammlung. In Jndianaer Countyftüd. ten, wo viele Paare getraut zu werden pflegen, die ihren Eltern bezw. Vor Mündern durchgebrannt- find, wo also sogenannte .Brautentführungen". ElopementS", vorliegen, ift ange regt worden, daS HeirathSgesetz im ftrengften Sinne auszulegen, das heißt, Ehelicenzen nur dann zu ertheilen und Eheschließungen nur dann vorzuneh. men, wenn die Braut mindestens einen Monat in dem betreffenden County gewohnt hat. Diese lobenLwerthe Praxis besteht zum Beispiel schon in Marion und Boone County. Andere CountkeS werden wahrscheinlich folgen, so daß den häusig fich ereignenden Füllen, daß durchgebrannte junge Leute HalS über Kopf getraut werden, wohl ein Ziel gesetzt weröen wird. D e r S t e r b e k a s s e n . V e r. ein der Zionskirche hielt gestern in den Räumen der Sonntogöschule seine Jahresversammlung ab. Wie die Liste zeigt, hat der Verein momentan 312 Mitglieder und waren im verflossenen Jahre 9 Todesfälle zu verzeichnen. Die JahreSelnnahmen betrugen $1,103.40 wogegen $977.25 als Ausgaben ge bucht waren, was einen Kassenbeftand von $131.15 ergibt. Nach Erledigung aller Routinegrfchäfte schritt man zur Beamtenwahl, welche folgend.'- Resul tat ergab: Präsident-Henry Pauli. Vice.Präfident F. G. Backemeyer. Sekretär und Schatzmeister Pastor I. C. Peters. Zum Revifionökomite wurden die Herren C. A. Broeking, C. F. Folke ning und H. Lenzmann ernannt. Der Verein befindet fich in blühendem Zu stände und war die Versammlung ziemlich gut besucht. Von Hamilton,'Ohio, kommt die Nachricht, daß der 45jäbige An streiche? Fred Gebhardt von In dianapoliS, welcher dortselbst Beschäftl gung gefunden hatte, vor einigen Ta gen sein Zimmer verließ,' um wie er sagte, zur Wüscherei zu gehen, seitdem nicht wieder gesehen wurde. Er ließ seine sämmtlichen Effecten zurück und ebenso den fälligen Lohn und glaubt man. daß er Entweder Selbstmord beging oder auf andere Art aus dem Wege geräumt wurde. ES wird allge mein als Mann von guten Manieren geschildert. Bauerlaubnißschein e. Martin Rehsuß, Umba, Jackson und McCrea Str.. $1900. Willtam L. Elder, Reparaturen, 1207 U Illinois Str.. $800. Blanche m. 'ruvaler, Umbau. 1424 Central Ave., $175. frrfa. Anna Todv. Cottagi. Grace. land Ade. nahe 31. Str.. $1000. Miller Brewing Company, umbau, 2217 O. Washington Str., $250. Sarah tteener, Reparaturen, 348 In dlana Ave.. $250. M. Browder, Re fidenz. 29, Str., $3400. Der neue 1907 Lahrer Hinkende Bote sowie Ma rien Kalender, beide von Deutschland importirt, find in unserer Office, 31 Süd Delaware Strafe; zu haben.
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Positiv Ein Soda Cracker" sollte die nahrhafteste und zuträgltchste aller Speisen sein, welche von Weizen zubereitet werden Comparntw Die gewöhnlichen Soda Crackers" nehmen jedoch, Feuchtigkeit in sich auf, sammeln Staub an und werden, altbacken und feucht lange ehe sie auf Ihren Tisch gelangen. Es giebt jedoch einen Superlativ Soda Cracker' der zu gleicher Zeit so knusperig und nahrhaft ist, daß er einzig dasteht in seiner vorzüglichen Vortrefflichkeit der Name ist Uneeda Biscuit
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NATIONAL BISCUIT COMPANY
W Die Sänge des Traumes. Der längste Traum nimmt be kanntlich nur kurze Zeit in Anspruch, doch ist es immer schwierig, diese Thatsache zu beweisen. Ein sehr beredtes und mit Sicherheit zu kontro' lirendes Ergebniß dieser Art hatte Dr. Macleod, der Leibarzt der verstorbenen Königin von England. Er erzählt es mit folgenden Worten: : Eines Abends war ich spat nach Hause gekommen und mußte doch nothwcndigerweise noch einen Bericht verfassen, der früh am Morgen in die Presse gebracht werden sollte. Ei.i Freund, der mich besuchte, wollte ihn mir nach Diktat schreiben, und ich nahm sein Anerbieten dankbar an. Wir machten uns sogleich an's Werk. Ich war aber so abgespannt, daß mir, als ich eben den ersten Satz diktirt hatte, die Augen zufielen und ich fest einschlief. Ich träumte auch einen langen und sehr verzweigten Traum, kam aber dann auf einmal wieder zu mir. Meinem Gefühl nach hatt ich stundenlang geschlafen. Ich fühlte mich ganz erfrischt und konnte nur zuerst nicht begreifen, wo ich war, und warum ich nicht im Bette lag. Erst als ich meinen Freund an Schreibtisch sitzen sah, fiel mir ein, das, ich - beim Diktiren eingeschlafen sein müsse. Nun entschuldigte ich mich mit vielen Worten wegen der Rücksichtsloslgkeit, ihn zu so später Nachtstunde da an den Schreibtisch gefessel: zu haben und nun gar darüber in Schlaf zu verfallen. Da stand mein Freund auf und trat ganz bestürzt an meinen Lehnstuhl. Was hast Du denn nur?" sagte er, fühlst Du Dich unwohl? Ich weiß wirklich nicht, was Du meinst." Es peinigt mich so, daß ich Dir hier ein paar Stunden lang etwas vorgeschlafen habe," erklärte ich, noch immer ganz beschämt. Wie groß war meine Verwunderung, als ich erfuhr, daß er von mtu nem Einschlafen überhaupt nichts bemerkt habe, ja, nicht einmal mit Schreiben fertig gewesen sei, als ich wieder zu reden anfing. Jetzt eben erst habe er das letzte Wort des ihm diktirten Satzes niedergeschrieben. Ich mußte also einen langen, ausführlichen Traum in Zeit von höchstens zwei Minuten geträumt haben. Reflezko. Inmitten dieser großartigen Bergvelt kommt einem so 'n Schweins, hazl eigentlich nochmal so klein vor!" Auö der Kaserne. UnterOffizier zu Soldat Meier: Waö muß ein brcwer Soldat thun, wenn es plötzlich vor dem Feinde heißt: FreiWilli vor!" Soldat Meier: Platz nruß mer mache, daß die Frei wlmge heraus könne! Schrecklich. A.: Warum läßt du deinen Sohn nicht Arzt wer den. wenn er so viel Kenntnisse und Vorliebe für diesen Stand hat!" B.: .Er rst zu rabiat; er tft im Stande, wenn ihm ein Kranker stirbt, prügelt er ihn durch, t . .
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staubfreien
feuchiigkeiidichien pncket.
Wie mch erinnerlich sein dürfte, brachte im Jahre 1901 die japanische Duse" Sada Facco zum ersten Ma!e japanische Schauspielkunst nach Europa. Drei Jahre später trat die gefeierte Tragödin. die Mitglied des kaiserllchen Meijitheaiers in Tokio ist. wieder auf, un.d Anfang vorigen Iahres gab eine größere japanische Schauspieln - Gesellschaft unter der Leitung des Höfschauspielers Fugisama Gastspiele inDeutschland. In diesem Jahre sendet Japan ein Ensemble des kaiserlicken Meijitheaiers in Tokio nach Deutschland. In diesem Ensemble befindet sich allerdings nicht die uns schon vertraut gewordene Sada Aacco noch deren Gatte Otojero Kavakami. Dafür soll ein Ersatz in Frau Hanako oeboten werden, die jetzt in Brüssel am Theatre l'Alcazar und in Paris als cm: hervorragende Trag'ödin gefeiert worden ist. Besonders in dem Drama Die Rache der Geisha", einem japanischen Originalwerk, in welchem se die Titelrolle spielt, soll ihre dramatische Gestaltungskraft zu besonderer Geltung kommen. Von der Ausbildung der Hanako erzählt man sei aen'de interessante Geschichte: Im 12. Jahrhundert lebte in Japan ein. Schauspieler Namens Donjuro. der dort für den größten Bühnenkünstler aller Zeiten galt. Alle Schauspiele? botcn ihn, ihr Lelircr zu sein; doch er wählte nur einen Schüler und vertraute ihm die Geheimnisse seines Spieles an. Dieser bevorzugte Mann, der dankbar 'den Namen seines Lehrers annahm, wurde ein bewunderns werther Tragödie, aber auch er hinterlietz, wie sein Meister seine Kunst nnz einem Nachfolger. So pflanzte sich die Schule mit dem Namen Donjuro bis auf unsere Tage fort. Die Schauspielerin Hanako ist die Nichte deö letzten Donjuro, der vor zwei Jahren ge starben ist, und die einzige Frau, die von ihm unterrichtet wurde. Feine Zlntersciicidng. Ich trinke nur dann Bier, wenn ich wirklich durstig bin!" So? Na. da thät's ja Wasser auch!". r ' rojmifflcl Wepttten WeM Credtttlnese, Postanweisungen, auf alle Städte Europas. Schiffsscheine von und nach Europa. Ott und Verkauf ausländi scheu Geldes. No. 35 Süd Meridian Str. , nirchsts N&tioaal
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