Indiana Tribüne, Volume 30, Number 116, Indianapolis, Marion County, 8 January 1907 — Page 7

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(Fortsetzung.) Jetzt kam ihm eine schwarzgeränderte Todtenanzeige unter die Augen: Eleonore ReichZgräfin von Holtzapfel gibt in ihrem Namen, sowie im Namen ihrer Enkelin Esther, die tiefbetrübende Nachricht vom Hinscheiden ihres vielgeliebten Enkels, beziehungsweise Bruders, des hochgeborenen Herrn Erwein Reich-grafen von Holtzapfel. Majoratsherrn auf NauhensteZn. Erblandbannerherr. Herr und Landstand von Böhmen. Mähren. Schlesien und N.-Oesierreich u. s. w.. welcher am 15. Februar 1864 zu Nizza, nach langem schmerzhaften Leiden selig in dem Herrn entschlafen ist Andreas that einen tiefen Seufzer und blätterte weiter; das war nicht die einzige Todesnachricht, die das Buch enthielt: erbarmungslos hatte der Finstere auch unter den Seinen gewüthet: er besaß sehe Mutter und keinen Bruder mehr allein stand er aus der Welt!... Ein Brief war zwischen die nächstfolgenden Seiten geklebt: eine Antwort Esthers auf sein Kondolenzschreiben! Nizza. 20. Februar 1864. Mein Freund! Ihre warmen Worte haben mir wohl gethan; ich danke Ihnen dafür. Ich fühle mich noch zu schmerzerfüllt, um Ihnen von ihm zu sprechen ich kann's nicht fassen, daß der Bruder nicht mehr ist. Er hat soviel gelitten, und war doch immer so sanft dabei so ergebungsvoll; sie sagen mir hier, daß es besser sei so. wie es gekommen aber kann mir das ein Trost sein? Uns ist vielleicht Allen besser, wenn wn in der Erde ruhen doch den Hinterbliebenen? Großmutter ist leidend; in ihrem Alter trägt sich so ein Verlust noch schwerer vielleicht. Wir bleiben in Nizza; es ist vorläufig unsere Heimath, denn das Majorat hat einen neuen Herrn. Du liebes altes Nauhenstein, mit all Deinen Jugenderinnerungen. ich dachte nicht. Dir auf immer lebewohl zu sagen! Ich fühle seit einiger Zeit Schmerz und Trübung der Augen; der Doktor meint, ich sollte nicht soviel weinen, als ob das von unserem Willen abhinge Mit Gruß Esther." Zwei Jahrgänge wurden nun überschlagen; immer dieselben Aufzeichnungen: Arbeite mich mit Zähigkeit durch." Der Meister billigt meine Energie." Der Meister zufrieden." Der Meister sehr ermuthigend." u. s. f. Dann noch ein Brief: Nizza. 7. Mai 1866. Mein Freund! Ihrer Theilnahme gewiß Sie haben mir ja dieselbe seit dem Tode meines guten Erwein so oft bewiesen gebe ich Ihnen die traurige Nachricht, daß meine arme Großmutter ihrem Leiden erlegen ist. Meine einstige Erzieherin, meine gute Sldonle, hat mich heute teleqraphisch aufgefordert, zu ihr nach Melnn -zu ziehen. Ich werde der Einladung folgen. Adressiren Sie vorläufig Ihre Briefe dorthin: Rue de la pair 12. Meine Augen beginnen mir Sorge zu machen. Gruß. Esther." Andreas starrte ein paar Sekunden hindurch vor sich hin, dann blätterte er weiter: 8. Juni 1867. Wieder um eine Stufe höher et langt! Kam später, als ich dachte, vom Diner des russischen Gesandten heim. Der Grund war der. daß er mich bat. den Abzug der übrigen Gäste abzuwarten. Als wir allein waren, führte er mich in sein Kabinett, und überreichte mir im Namen seines kaiserlichen Herrn einen kostbaren Brillant ring, nebst dem Kreuze des St. AnnenOrdens. Viel zu viel, nachdem mir der Vater des jungen Großfürsten für die Operation ein Honorar von zehntausend Rubel eingehändigt hat! Wenn das so fortgeht, so werde ich's noch zum Nabob und privilegirten Großwurden träger bringen! Arme, gute Eltern, waium könnt Ihr Euch nicht mehr an Eurem Ander! freuen! Jetzt folgten mehrere ZettungsauS schnitte, welche die Jahreszahlen 1868 1875 trugen. Der erste war in schwedischer Sprache: Eine, höchst schwierige Augenoperation wurde gestern durch Dr. A. Geier am Prinzen Henrik glücklich vollzogen. Der junge Arzt wurde durch seinen Chef, den berühmten Gräfe, der in Folge einer heftigen Erkältung an's Bett gefesselt ist, an unseren Hos dele girt. Unsere Fakultät ist des Lobes voll. Se. Majestät hat dem glücklichen Operateur den Hofraths titel, sowie das Komthurkreuz des Wasa-Ordens zu verleihen geruht." Die übrigen Ausschnitte, welche mehrere Seiten des Tagebuchs füllten, waren in den verschiedensten europaischen Sprachen verfaßt. Alle be richteten in auszeichnender Weise über den jungen Gelehrten, dabei enthielten sie ansehnliche Listen von Orden, Titel. Ernennungen ohne Ende. Darunter stand von Andreas' Hand geschrieben: Ich werde doch nächstens daran denken müssen, mir einen Men schen aufzunehmen, den ich oct seiet

lichen Gelegenheiten mit all diesen

Kreuzen und Sternen behängen kann, denn ich trage nur em einziges Ehrenzeichen, und dieses an der Uhrkette: Die kleine goldene Jeanne d'Arc-Me-daille. die mir Esther zu letzten Weihnachten gesandt hat." Ein Brief: 15. November 1868. Mein wackerer Geier! Wie hat sich doch Rauhenstein in diesen vier Jabren. seit welchen es in andere Hände übergegangen ist. verändert! Da nebt man deutlich, was aus einem Besitz werden kann, wenn der Herr immer fern bleibt. Sie sollen den Park sehen nein, eigentlich ist's mir lieber. Sie seinen ihn Nicht, denn Sie würden den einst so reizend gewesenen Ort nicht wiedererkennen! De? neue (soll ich ihn Gärtner nennen? Er ist eher alles Andere), .lso der Neue scheint der Ansicht zu sem. daß ein Park zu den unnöthizen Luxusdingen gehört, denn in einem Theil läßt man das Vicb frei umherlaufen und wnden, während die einst so prächtigen Vlumenanlagen umgeackert wurden, um darauf Salat und Krautpflanzen zu ziehen! Das trägt wenigstens etwas ein. und da hinaus scheint auch das Vrinziv des obersten Herrn zu gehen. der seinem Wirthschaftsdirektor zwar oft schreibt, aber immer dasselbe: .Umgehend Geld schicken Geld Geld!' Aus diesem Grunde läßt man auch das Schloß langsam in das Stadium der Ruine übergehen da die Summen, die dessen Instandhaltung kosten würden, an den Herrn abgeliefert werden müssen. Natürlich, wenn man den Winter in Paris, und das Frühjahr in Nizza zubringt, muß man ansehnliche Fonds zu seiner Verfügung haben! Es ist himmelschreiend zum Weinen! Unlängst war er nach drenahrlger Abwesenheit wieder einmal hier, der Graf, um vier Wochen hindurch zu ja gen, und zu sehen, ob sich nicht um ein paar tausend Gulden mehr aus dem Besitz heraussaugen ließen. Erbrachte einen Troß freunde aus der Fremde mit: Franzosen, Polen. Italiener und weiß Gott, was noch für Angehörtge exotischer Nationen. Ich wurde mehrmals zum Diner geladen, ließ es aber mit einer einmaligen Annahme genug sein. Der Graf und seine Freunde gefielen sich während der ganzen Zeit in Witzen über die .alte Baracke,' wie sie den Ort nannten. Er bedauerte, daß der .Schund' Majorat sei. sonst würde er ihn schon längst verkauft haben. Glauben Sie. daß mir diese Gesprächs gefielen? Trotzdem es die Anderen .esprit' fanden, nenne ich's ,dmmes Gewäsch.' Creuchinaen schlok sich m der letzten Woche der Bande an. Wie Sie wissen werden, hat er vor kaum steöen Monaten seine Frau begraben. Man hanselte ihn mit einem Gerücht, welches behauptet, daß er sich mit einer SchauspleUnn verlobt habe. .Nachdem er's mit einer wirklichen Prinzessin dersucht, will er es jetzt mit einer TheaterPrinzessin probircn,' meinte Einer aus der Schaar. Creuchingen lachte, und bestätigte allen Erns das Gerücht. Ich erhielt unlängst einen lieben Brief von Esther. Wissen Sie, daß sie in Frankreich lebt, bei ihre? einstigen Erzieherin? Ein wahres Glück, daß die Großmutter bei Zeiten soviel Baargeld von den Einkünften zurückgelegt hat. um der Enkelin eine halbwegs sorgenfreie Existenz zu sichern. Mein lieber Freund, wie nehme ich mit inniger Freude an Ihren Erfolgen Antheil! Ich glaube Ihnen noch große Berühmtheit prophezeien zu können: Alle Augenblicke finde ich Ihren Namen mit reichlichem Lob in den Blättern erwähnt. Vorwärts muthig vorwärts! Wie würde sich mein seliger Bruder freuen, könnte er Ihre Triumphe mitfeiern! Seien Sie mir kerzlichst umarmt. Maurus. Pfarrer." 9. Januar 1869. Brief von Herrn Fummerer und Schwester erbalten: Frau Constancia ist glückliche Mutter eines gesunden Knaben. Andreas soll er heißen und ich soll Pathe sein! Dorf ja nicht vergessen, morgen ein Geschenk abzu senden: es soll etwas hübsches sein. Die guten Geschwister sind des Entzückens über ihren einstigen Kostganger über ,ihren Andreas' voll; sie haben einen Arzt ihrer Bekanntschaft ersucht, alle Blatter für sie zu sam meln. in welchen von ,ihrem Stolz' die Rede ist wie mir err Fummerer mittbeilt. Sein gutes vertrauensvolles Herz hat einen schweren Schlag er litten: Herr Klotz, der tiefste Ban des Jahrhunderts, hat seinen Prinzipal in den letzten drei Jahren um Waaren im Werth von siebentausend Gulden zu bestehlen gewußt! Ein Glück, daß es der Beschädigte überhaupt entdeckte. denn sein Glaube an die Reinheit jenes tiefen E's war ein fast unerschütterlicher. Der Moment, in welchem Herr Fummerer über den Ungerechten Gericht hielt, scheint ein dramatischer gewesen zu sem: er bullte sich m Um fm, um sich (wie er mir gestand) ja nicht versucht in fühlen, über die Schlechtigkeit der Welt eine Thräne zu vergießen! Der Missethäter trat, von zwei Gendarmen begleitet, von der Bühne ab, um nach Krems eskortirt zu werden!" Ein: ganz in Schwarz eingerahmte Seite: 20. Juli 1870. Der Meister Gräfe todt!... Soll man es nicht eine Ungerechtlg-

seit nennen, daß ein solcher Mann sterblich ist! Wieviele Unnütze - ja selbst Schädliche vegetiren auf dieser Erde ruhia fort freilich auch nicht

eine Ewigkeit hindurch, aber doch länger, als es ihnen, und insbesondere oer Mitwelt ersprießlich ist. und an Jenen wagte sich der unwissende Sensenmann, als gelte es. das nächstbeste Kraut von der großen Wiese abmähen! Soll man da an ein geregeltes Lenken und Leiten unserer Schicksale glauben? Ein Mann, der noch viele Jahrzehnte hindurch der Segen, das Glück von Tausenden hätte sein können, mußte uns entrissen werden! Warum? Wozu? Kümmert sich das Schicksal wohl um dieses warum und wozu? Sieht der Sturm etwa darnach, ob er eine Rose oder eine Distel knickt? warum soll er also bei uns eine Ausnabme machen! Darf ich's wagen, in Deinem Namcn weiterzukämpfen, todter Meister? Was sind meine Kräfte, was ist mein Wissen gegen dt:s Deine? Ein schwaches Reis vom prächtigen Stamm, der in seiner schönsten Aollsaftiakeit vor. der Hand eines rohen Verwusters gefälst wurde! O. Du unergründliche. unlogische und doch so logische Welt?'' Andreas erhob stch und verlöschte Mehrere Kerzen, die bis an's Ende herkntergebrannt waren, dann nahm er wieder den Band zur Hand: 4. Januar 1871. Heute meine Ernennung zum orentlichen Professor erhalten. Du hast einen raschen Sprung gemacht, Anderl! Muß mich nun wohl längere Zeit in Berlin niederlassen obzwar ich gerne die gute alte Heimath wieder einmal sahe. Hoffentlich bleibt es dabei, daß ich wenigstens über die Ferien eine kleine Erholungsreise nach Hause mache. Und w?r weiß? Ich gehöre nicht mehr mir selber, sondern den vielcn Unglücklichen, die bei mir Hilfe suchen kommen." 17. Juni 1871. Ferien zu Hause unmöglich: Soll eine dienstliche Reise oder damit die Pille überzuckert sei: eine .Wissenschaftliche Erholungsfahrt' nach London machen, um Bergleiche mit dem dortigen Vlindeninstitute anzustellen! Da wird wohl meine ganze Ferienzeit d raufgehen!" 7. März 1872. Nizza. Meinen amerikanischen Nabob, der mich hierher berufen hat, heute zum ersten Male vorgenommen. Ein schwienge? Fall, aber es ist Hoffnung vorHanden Hoffnung für sein Äugenlicht, doch kaum für seine arg zerruttete Gesundheit. Da ich bei ihm wohne, so habe ich Muße, mit ihm zu verkehren. Er erzählte mir in Kürze seine Lebensgeschichte: wieder ein ganzer Roman: Bret Harte dürste ihm seine Erlebnisse abgelauscht haben. Zehn Jahre hindurch hat er im Goldsand gewühlt, ohne sich mehr als das zu verdienen, was er zum Leben brauchte. Tann richtete er auf Kredit eine Schnapsboutike ein; nach einem Jahr war er schuldenfrei; weitere fünf Jahre, und er komüe sich cn den B'U berminen-Unternehmen betheiligen, vor dem fast alle Anderen zurückschreckten. Heute kann er täglich' zehntausend Franken zum Fenster hinauswerfen, wenn es ihm. Vergnügen macht aber gibt ihm das die Gesundheit wieder? Das Augenlicht, das verspreche ich ihm, doch sein Brustleiden? Die hiesigen Autoritäten geben ihm noch bis zum Herbste Frist! Er weiß es, der arme Mann: .Wenigstens will ich die Freude haben, mir diese paar Monate hindurch wieder die Welt anschauen zu können!' sagte er mir heute, als ich ihm Hoffnung gab, ,das ist mir mehr werth, als alle meine Tollars!' Die Gastfreundschaft, die er mir gewährt, ist fürstlich: Appartement, als wollte ich allabendlich einen Ball geben: Equipage, die vom Morgen bis in die Nacht vor der Thüre steht; er ging sogar so weit, für mich separate Küche halten lassen zu wollen, damit ich allsalligen Bekannten Gastfreundschaft gewähren könne, aber das wies ich zurück; ich speise mit ihm allein. und er ist sehr gerührt darüber. Nachmittags Erweins Grab besucht, und für Estber einen aroken Korb Beilchen qekaust, die ihr noch heute zugesandt werden. Muß ihr jetzt schreiben habe schon eine volle Woche lang, kein Lebenszeichen gegeben!" Mehrn. 6. März 1872. Mein lieber Freund! Der Korb Veilchen kam vor Ihrem Briefe an. Sie können sich mithin vorstellen, wie ich mir den Kopf über den unerrath baren Absender dieser Blüthenmassen zerbrach! Wie hätte ich mir auch denken können, daß Sie m Nizza seien? Frei lich hätte ich es, im Grunde genommen. errathen sollen, denn man beginnt Sie ja schon nach allen Windrichtungen yln zu reklamiren! Hätte ich nicht das Vergnügen (ich will Sie nicht eitel machen und .Stolz' sagen) Ihren Namen von früher her zu kennen, ich müßte denselben nun endlich durch die verschiedenen Journale auswendig ge lernt haben. Bravo, mein Freund! Bilden Sie sich etwa ein. noch die kleine Esther von damals vor sich zu haben, der Sie ,weis machen' könn, daß ein gewisses Wort, das sie Ihnen zum Abschied gesandt, zur Erreichung Ihrer heutigen Stellung beigetragen habe? Nein, das heißt doch gar zu sehr Mit unserer Eitelkeit spielen wollen! Oder soll ich's dennoch vielleicht alauben? Es wäre ia immerbin möalich. daß es hie und da Ihren Muth gehoben, die Thatkraft gestachelt hat.

Wozu würden wir denn kämpfen, wenn daZ Wort .hoffen' nicht existirte?

Espoir (ich rede ietzt von meinem guten, alten Pudel) befindet sich recht wohl. Er ist Mir ein treuer Gesellschaster und eine lebende Erinneruna an schöne Zeiten, die nicht wiederkehren... Aber auch an traurige; manchmal ist mir doch so trub zu Muthe. daß ich die Thränen nicht zurückhalten kann. Aber ich soll nicht weinen, sonst schilt der Arzt, der mit meinen Augen allerhand Experimente anstellt. Ich glaube, daß ich einfach kurzsichtig werde, d. h. ich rnn's schon, denn ich ertappe- mich oft. wie ich die Nase fast in die Bücher stecke oder auf's BriefPapier lege! Ist's das Alter, das sich da schon zu melden beginnt? Neunundzwanzig Jahre das ist, was hier die sonst so als galant gerühmten Franzosen eine ,vieille' nennen! Alle Augenblick? kann ich's vernehmen, wie man meine Altersgenossinnen taxirt: .Quel age a-t-elle?' ,O. elle est vieille: elle a au moins 28 ans?' (Wie alt ist sie? O. sie ist alt. sie ist mindestens 28 Jahre alt.) Zum Glück lassen mich diese .politees' der .zeunesse doree' (Höflichkeiten der goldenen Jugend) von Melun kalt. ißant, dak Sie Erwein nicht vergessen und auch ihm Veilchen gebracht haben: es ist das ein Freundesbesuch. den Sie damit mir abgestattet. Fragen Sie, bitte, den Gärtner, ob er reaelmäßig die kleine Summe erhält, die ich ihm für die Instandhaltung jenes Ruheortes ausgesetzt habe. Adieu! Esther." Melun, 10. März 1872. Mein Freund! Ich verbiete Ihnen llen Ernstes hierherzukommen, um sich vom Zustand meines Augenleidens persönlich zu überzeugen. Wohl kenne ich Ihren Charakter genügend, um zu wissen. dan meine Ermahnung, den armen Millionen-Klienten nicht leichtsinnig im Stiche zu lassen, vollkommen unberücksichtigt bleiben würde darum lege ich nicht noch einmal auf diese Frag?' besonderes Gewicht, aber ich bitte Sie ernstlich, keine Thorheit zu begehen, insbesondere da ich Sie versichern kann, daß ich meine Leiden übertrieben habe. Es geht besser. Zu Ihrer Beruhigung übrigens die Nachricht, daß ich mich entschlossen habe. Sidonie morgen nach Paris zu begleiten; dort will ich einen Spezialisten konsultiren. Geben Sie also die Idee Ihres Besuches nur schnell wieder auf; wie Sie sehen, würden Sie geschlossene Thüren finden. Esther." 8. Mai 1872. Von meinem Nizza-Ausfluge wieder in Berlin eingerückt. Das war eine Wonne für meinen Nabob, als ich ihn hinausführte, damit er sich nach Herzenslust am Anblick des Meeres labe! Er fiel mir um den Hals und weinte!... Ist es nicht der schönste Beruf, den ich mir da gewählt habe? Die Freude ist unbeschreiblich, die Jene haben, wenn sie aus dem dunkeln Gemach hinaustreten und jauchzend rufen': .Ist's wahr? Ich sehe?' Aber auch die Freude ist unbeschreiblich, die ich dabei empfinde; mit Niemandem auf der Welt würde ich in solchen Stunden tauschen. Hätte ich meinem Amerikaner seinen Willen thun lassen, ich wäre mit einem Separatzug hier angekommen, auf dem ich eine Villa, Equipage. Koch, Neger und weiß der Himmel was Alles noch hätte unterbringen müssen. So begnügte ich mich jedoch mit einem Honorar. das mehr als königlich war und mit mehreren prächtigen Kunstgegenständen, die übrigens ohne mein Wissen unter's Gepäck geschmuggelt wurden. Ich habe hier viel versäumte Arbeit nachzuholen, kann mithin einem Rufe nach Dresden nicht folgen. Mein .Lieblingsjünger' wird für mich die Reise unternehmen; man muß auch dem Nachwüchse Platz machen!" 1. Januar 1873. Heute Vormittag von der Post ein Packet erhalten. Erkannte sogleich die Schrift Herrn Fummerers. Was konnte er mir wohl schicken? Das Erste, was mir unter die Hände fiel, war ein Brief. Der gute Mann! Er sagt mir. daß er über meine letzten Erfolge Freudenthränen geweint habe, daß ich nicht allein sein und der Schwester .Triumph' sei. sondern daß mein Name allenthalben in der Stadt und Umgebung gepriesen werd?. Schließlich schwört er mir. daß mir die Beiläge nicht auf seine Veranlassung übersandt worden, sondern daß der Antrag von verschiedenen Stadtmitgliedern gestellt, und einstimmig wie er behauptet: enthusiastisch angenommen worden sei: Sie haben mich zum Ehrenbürger ernannt! Ich freue mich darüber wie ein Kind. Alle Kreuze und Sterne wiegen mir dieses Liebeszeichen aus d.r Heimath nicht auf! Das hatte ich mir damals nicht träumen lassen, als ich im Postwagen der Hauptstadt zurollte!" (Fortsetzung folgt.) yom Kaserncnliofe. Wachtmeister (zum Rekruten, der häufig seme Sachen vergißt): .Sie nachlässiger Mensch. Sie Sie Professor. Sie!Die Iah lder Segelschiffe der ganzen Welt soll sich auf 63.000 belauf!, gegen nur 30.000 Damvfer.

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