Indiana Tribüne, Volume 30, Number 116, Indianapolis, Marion County, 8 January 1907 — Page 4
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Jndiana Tribüne, S. Januar 1007
Indiana Tribüne. anljutten da der Gted T. Indianapolis, Ind.
Hsny O. Xhudium Präsident. GeschSftSlocalt o. 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269. E i'.ercd &t tbe Pot Office ot Indianaplii rnt cond das matter. VuS der Bundeshauptstadt. ö'dt, nachdem der Jubel und Tiu bel der Feiertage glücklich vorüber ist. nimmt daS politische und soziale Leben der Bundeshauptstadt trieb seine gewohnten Formen an. ES vird poliii firt und intriguirt und polemisirt. Im Vordergrunde deS JntereffeS steht nicht die legitime Thätigkeit deS Kongresses fcnbem vielmehr die außeramt liche Thätigkeit der Senatoren und Repräsentanten, welche sich zu dem Zwecke verbündet haben, der Roosevelt'. schen Hegemonie in der republikanischen Partei ein Ende zu bereiten. Die npublikanischen Opponenten deö Prüst denken sind in der letzten Zelt sehr ge schästig gewesen. Nicht nur, daß einer ihrer hervorragendsten Führer, Foraker von Ohio, die BrownSdille . Affaire als offenen Angriffspunkt gegen Roose velt, Taft und die Administration überhaupt verwerthet hat, daß dies daZ Signal für weitere Kämpfe Im flcngresse sein soll, in deren Verlauf man bemüht sein wird, den Nimbus, wel cher den Präsidente:? zur Zeit in den Augen eines großen Theiles der Bevöl kerung umgiebt, so gründlich wie mög llch zu zerstören. Auch im GeHelmen ist man bereits seit Längerem äußerst thätig gewesen. Die Konservativen", deren hauptsächliche Exponente im Senate sitzen, haben seit Monaten in aller Stille eine Kombination bemerk stelligt, deren Spitze sich gegen den Administration - Kandidaten- Tast richtet und den Zweck verfolgt, Delegationen zum Nationalttonvent von 1903 einzuheimsen, die Kontrolle deö Kon ventZ sich lange vorher zu sichern und die Nomlnation einem Manne in die Hände zu spielen, der mit ihren Ideen harmonirt. Von maßgebenden nördlichen Staa ten find Illinois, kontrollirt von Spre cher Cannon, Jndiana, woselbst Vice PräfidentIFalrbankS das entscheidende Wort spricht, New York, wo Bemühun gm im Gange find, Odell, den Repräsentanten E. H. Harriman'S, zu reha bilitiren, Ohio, deffen republikanische Maschine lunter der Fuchtel der beiden Senatoren Foraker und Dick und ihres Handlangers Sox von Cincinnati steht, ln die Kombination einbegriffen. Mit ihnen find die alten politischen Helfershelfer des verstorbenen Mark Hanna verbündet, die schaarenweise vom Präsidenten Roosevelt aus ihren Aemtern hinausgedrängt worden sind und nun hungrig und desperat eine Gelegenheit herbeiwünschen, um sich von Neuem zu bethätigen und sich da durch in Amt, Würden und Brod brin gen können. Diese Trupps politischer Handlanger, welche in der Schule Mark Hanna'S erzogen wurden, sind unter Führung deS Senators Scott von West. Vlrginien, Mark Hanna's rechter Hand bet politischen Manipulationen, mit der Aufgabe betraut worden, die südlichen Delegationen für die Kombination zu werben. Da ist Powell Clayton in ArkansaS. den Präsident Roosevelt aus dem angenehmen mexikanischen Bot schafterpoften hwauSbugfirt hat; Henry Elay EvanS, welcher maßgebenden Ein fluß in Tennessee befitzt, und YerkeS, zwar zetzt Bknnenfteuer'ttsmmiffär un ter Roosevelt, der Kentucky kontrollirt und sich den .Konservativen" ange schlössen hat. In den beiden CarollnaS und Georgia hat man sich die promi nmten Negerpolitiker gesichert; Virgl men und Florida hatte sich Schatzamts Sekretär Shaw geangelt, als er noch Hoffnungen auf die Nomination zu haben glaubte, und Shaw wird diese Delegationen, die noch zu ihm halten, im konservativen Lager abliefern, wenn die Zeit kommt. 1 Auch die Eisenbahnen, denen Rosse velt wiederholt auf die Hühneraugen getreten ist, speziell die Kohlenbahnen Pennsylvanienö, gehören zu der tta bale. Von ihnen wird eifrig darauf hingearbeitet, Senator Knox zum Lleblingsfohn- zu erklären, um die Nacht und den Einfluß der Admlni (tollen zu brechen. Natürlich ist wohl kaum die geringste Hoffnung vorhin (zn. daß ttnor die Nomination erhal sin könnte ; darauf rechnet ja auch
Niemand. Aber man will verhindern, daß Präsident Roosevelt dem Konvent den PräsidentschastZ.Kandidaten auf zwingen könne. Die Kohlenbahnen haben die schwere Hand RooseveltS ge fühlt ; sie wollen sich revanchiren. Der Eisendahnwurm krümmt sich. Deshalb soll Pennsylvanlen einen LkeblingSsohn paradiren, dessen zlegaten nach der ersten oder zweiten ' ftlmmung irgend hin abgeliefert wer ?n mögen. Aber alle diese feingespon .enen Pläne leiden an dem einen Fehler, daß die Oppo sitkon keinen Bannerträger hat. um den sich alle die verschiedenen Elemente, welche sich nur in ihrer Feindschaft gegen den Präsidenten begegnen, zu schaaren vermöchten. FairbankS ? Kaum einer der anderen leitenden Ge! fier würde ihn haben wollen. Canno.:? Nahezu die ganze EenatSClique, welche diese Bewegung kontrollirt, würde sich gegen ihn wenden. Shaw? Der ist außer Frage, weil er seine eigene Staats Delegation nicht be kommen kann. Foraker? Aus vielen Gründen würde Foraker nicht erkoren werden ; seine geschwächte Gesundheit steht darunter in erster Linie. Und sonst ! Ist sonst noch Jemand da ? ElklnS? Scott? Vom Erhobenen zum Lächerlichen wäre da nur ein Schritt. Daß Tast sich viele Feinde gemacht, kann nicht beftritten weröen, ebensowe niz, daß die Art, wie das geschehen, ihm nur zur Ehre gereicht. Er hat als Richter furchtlos Recht gesprochen ohne Ansehen der Person oder Organisation, die davon betroffen wurde. Er hat Urtheile gefällt, die den mächtigen Kor porationen, und andere, die den orga nisirten Arbeitern nicht gefallen. Er verlangt Erfüllung der Pflicht der Ge rechtigkeit, die wir den Philippinern schulden. Er erklärt eS für unrecht, daß wir Lente, die wir unter unsere Herrschaft gezwungen, wie Angehörige einer fremden Regierung behandeln, indem wir sie mit ihren Erzeugnissen von den hiesigen Märkten ausschließen und tritt damit den geschützten heim! schen Zucker und Tabak.Monopoliften auf die empfindlichsten Hühneraugen. Obgleich selbst Schutzzöllner im Prin zip, vermag er die schreienden Ungerech tigkeitea und Ungeheuerlichkeiten deS bestehenden Zollgesetzes nicht zu billigen, und hat deshalb eine un verzeihliche Sünde in den Augen aller .StandpatterS" in sein? letztjühri gen Wahlreden als Befürworter einer gründlichen Tarifreviston sich bekannt. Ja, er ist bet einer früheren Gelegen heit so weit gegangen, in seinem eige nen Staate dem ebenso berüchtigten, wie mächtigen republikanischen Partei ,Boß offen den Krieg zu erklären. Den Wählern seiner Vaterstadt hat er gerathen,- gegm die von einer korrupten Parteimaschkne aufgestellten republika rischen Kandidaten zu stimmen. Und erst in diesen lktzten Tagen hat er rück haltZloö d;S Präsidenten strenges, - aber gerechtes Vorgehen gegen das BrownL viller Negerbatalllon unterstützt, unge achtet des AngftgeschreieS feiger Politi ker über Geführdung des Neger Votums-..
: Der Mikado verlangt für seine Unterthanen in den Ver. Staaten Gleichberechtigung mit den elngebore nen Bürgern und den Angehörigen der europäischen Nationen. Den in Ja pan lebenden Ausländern wird jedoch nicht nur die Naturalifirung, sondern auch die Erwerbung von Grundeigen thum und der Betrieb vieler Geschäfte verwehrt. Wie die Juden in Rußland, werden die Fremden in besondere Stdtthelle zusammen gepfercht und doppelt und dreifach besteuert. Ob Präsident Roosevelt das wohl wußte, als er den Californiern mit Bajonetten und Kanonen drohte, weil sie den ja panischen KuliS ihre Schulen nicht öffnen, und den sich von dem fernöstlichen Jnselreiche nach ihren Gestaden ergießenden EinwanderungöftromeS stauen wollen? Gott lieb Leukhardt, Die gemüthliche Scke-, Ecke Noble und Market Str. S ch ö n f e e. Ein fchnxrer Unfall in durch ein Automobil wordcn. Ms der Sksrfeer Jcffeph Grobis von bitt mit emer Fuhrt Heu sich, auf dn Chaussee vor Grämtschen befand, raste ein Auiomobu Mi 5 Insassen auf Thorn t an dem Gefahr! vorbei. . Daö Pferd .scheute und . schreckte zurück, wobei der fcto tere Tbeil deS WanS in den Gnwen stürzt. Jirfolge des Anpralles .fiel Grobiö vom. Wagen,' leider so unaluckNch, dvß er eine Gehtrnerschüt termrg erNtt. und bewußtlos Nrgen bneb.
Giftmischer nnv Gistmiscnerinnen
verkästet. Das goldene Zcitaltcr der großen Giftmischer und Giftmischcrmnen war das Mittolaltcr, als die Wissen schaft im Banne des Aberglaubens noch nicht fahlst war, das Vorhanden sein seltener Gifte im Körper eines Vergifteten nachzuweisen. weid denn auch die Geschichte des Mittel alters von Frauen und Männern zu berichten, die im Besitze irgend eines unbekannten Giftes waren und ungc straft Mord an Mord reihten, man che, um der Lust zu todten, srölmen zu sonnen, andere, um ihre Feinde ans dem Wege zu räumen. Tie Heu tige Höhe der Wissenschaft Ijat den Giftmischern das Handwerk sehr er schwcrt. Um so auffallender ist die Kunde, daß, wie bereits kurz telera phisch gemeldet wurde, in der Ort schaft Knez im Komitat Temesvar eine Reihe von Giftmorden verübt werden konnte, ehe dieVcrbrechcn cntdeckt wurden. Es wird über diese kaum glaublichen Vorgänge jetzt aus führlich berichtet: Vor Jahresfrist erhielt die TcmeS varer Staatsanwaltschaft ein anonymes Schreiben, in dem mitgetheilt wurde, daß in Knez massenhafte Ver giftungcn erfolgt und schon der halbe Friedhof mit Leichen vergifteter P.'r sonen gefüllt sei. In dem Briefe war auch eine Liste der vergifteten Personen angeführt. Bald darauf erschien die Knezer Einwohnerin Macza Ploßkar bei der Gendarmerie in Knez und deponirte ein Quantum Arsenik, über dessen Herkunft sie sol gcndes erzählte: Vor einigen Tagen kam die Knezer Einwohnerin Marina Petromany zu mir und sagte: Ich weiß, daß du mit deinem Manne schlecht lebst. Wenn du mich zahlst, bringe ich dir Gift. Wenn du das deinem Manne eingiebst, stirbt er in ein paar Tagen, und du bist ihn los!" Die Ploßkar ging scheinbar auf den Antrag ein; als sie das Gift in Hän den hatte, ging sie zur Gendarmerie und ' erstattete gegen die Petromany die Anzeige. Die Knezer Gendarme rie setzte bett Untersuchungsrichter Anton Feh er davon in Kenntniß, der sich nach Knez begab. Die Untersu chung ergab so gravirende Momente, daß der Untersnchungsrichter Anfm'g Tezembcr 1905 die Erhuminmg von dreizehn verstorbenen Personen anordnete. Tie Gutachten der Aerzte liegen jetzt vor. ' Nach ihnen ist in dem Körper von zwei Erhunurtej, kein Gift enthalten. In dem Körper weiterer fünf Personen wurde zwar Arsenik gefunden, jedoch in sc geringer Menge, daß nicht festgestellt werden kann, ob das Gift durch Äer abreichung in den Körper gelangte, oder ob es sich nach der Beerdigung durch das Orydiercn der an den Kid, dern befindlichen Mcsfingknöpfe gc bildet hat. Hingegen wurde der Ar. fenikgehalt bei den übrigen sechs Lei chen festgestellt. Der Untersuchung! richtcr hat die Verhaftung der Knc zer Einwohner Vaßa Ardelean, Julie Wllicsics, Pavel Varjasan, Mitru Belyu, Nikolaus Glaß und Frau, Ka. tharina Vider, Lenka Bogyok und Martha Petromany angeordnet. Tie neun Genannten wurden mit Alis nähme P. Varjasans und Mitru B lyus, die inzwischm nach Amerika ausgewandert sind, durch die Gen darmerie jetzt der Staatsanwaltschaft in Temcsvar eingeliefert. Von Martha Petromany ist erwiesen, daß sie allen jenen Personen, die es wünsch ten, für zwanzig Kronen Arsenik lie fcrte. Woher sie das Gift genommen, konnte noch nicht ermittelt werden. Die Petromany war mit allen Fami licnvcrhältnissen in der Gemeinde vertraut. Wo sie wußte, daß die Ehegatten in Unfriedm lebten oder sonst jemand ein Interesse hatte, eine Person zu beseitigen, erschien sie und machte sich crbötig. Gift zu liefern. Sie' selbst vergiftete ihren Mann, der ihr lästig geworden war. Tie Ver dachtsmomente. die zur Verhaftung der übrigen führten, sind folgende: Vaßa Ardelean wird beschuldigt, die reiche Wittwe Eyrila Mlöku vergiftet zu haben, um früher in den Besitz ih. rcs Vermögens zu gelangen, das sie ihm vcrsck)rieben hatte. Julie Wuie sics ist ein hübsches junges Weib und sehr reich. Jher Liebe zu einem jun. gen Tagelöhner stand der alternde Mann Sava Wuicsics im Wege. Er erlag einer Arsenikvergiftnng. NZ kolaus Glaß war Wittwcr und un terhielt mit der Frau Anton Braun ein Liebcsvernältniß. Kurz, nachdem Anton Braun gestorben war, ehelicbte Glaß die Wittwe.- zur Wittwenschaf: hat aber Arsenik vcrholfen. Katha rine Bider ist verdächtig, ihru: ckuviegersohn Michael Kühn vcrgif tet ZU haben, weil er trunksüchtig war. Außerdem wird ihr nachgesaar. daß sie auch ihre Eltern vergiftete, doch wurden dafür keine Beweise er. bracht, so daß de Untersuchungsrich. ter nicht die Erhumirung der Leichen anordnete. Vemcrkcnswerth ist. daß sämmt liche vergifteten Personen ärztlich behandelt wurden. Statt der Medizin wurde ihnen von den. Angehörigen Arsenik gereicht. Man sieht dem weiteren Verlaufe der Untersuchung mit großer Spannung entgegen. In Alsenz in der Pfalz unterschlug der Holzhändler Kopp alö Vorstand des Stcrbckasscnvcreins 19,cm Wart und entsloli in's AuZland.
Zchütze'Auguft.
ManöverEpisode von E. Konrad. Das war eine ganz schlimme Geschrchte: noch zwei Stunden mußte die 9. Kompagnie kräftig ausschreiten, ehe sie die Quartiere erreichte. Und dabei hatte ein Land- und Dauerregen eingesetzt, der bas auf dieHaut drang. DieStraße war bis in Grund undBoden aufgeweicht und aus den Stiefelschaften der lautlos dahmtrottenden Mannschaften quoll das Wasser. Hauptmann v. Normann gab sei nem Braunen die Sporen und pretschte die Kolonne entlang. Das Regenwasser tropfte ihm zwischen Halsbinde und Kragen und sein mächtiger Schnurrbart hing Windelweich bis auf die Uniform. Die Compagnie war weit auseinandergezogen und der zweite Zug schlidderte schwerfällig in dem klebrigen Humusboden, ohne daß Jemand daran dachte, Vordermann zu fassen. Neben der ersten Sektion des Zuges stampfte der dicke Feldwebel Maucke pustend und keuchend vorwärts, dicke Tropfen rieselten .ihm über die Wangen. Miserabel dieses Wetter," der Hauptmann wendete seinen Gaul, und nun noch 'ne Stunde, Feldnxbrf?" Zu Befehl, Herr Hauptmann antwortete dieser, und schon vier Fußkranke. Dabei grassirt die Schlappheit und bei jedem Schritt können die Stiefeln stecken bleiben." n bischen Zug müßte in die Ko lonne kommen, dann würde es schon besser flutschen," meinte der Hauptmann, und ließ das Wasser aus seinem Waffenrock - Aermel tropfen, aber die Trommler können nicht einschlagen, die Kalbfelle sind durchnäßt Wenn der Herr Hauptmann gestatten, Schütze - August könnte die Sache machen. Wenn der singt, dann singt er die ganze Compagnie lebendig." Schütze - August?", der Hauptmann schien sich des Namens zu ermnern. das ist ja der meistbestrafte Kerl in der ganzen Compagnie." Stimmt. Herr Hauptmann," bestätigte der Feldwebel, aber wenn er jetzt losgröhlte . . . Lassen Sie den Kerl singen," be fahl der Hauptmann und stippte mit seinem Gaul wieder nach vorn. Das Pferd schien auch schon zu lahmen. Doch plötzlich richtete es die Ohren hoch, stieß einen scharfen Wieher aus und setzte die Veinchen wie beim Parademarsch. Zugleich stimmte eine forsche Kehle im zweiten Gliede eines jener Soldatenmarsch - Lieder an, deren Text eine strenge SittlichkeitSCensur kaum passiren lassen würde. Und der Hauptmann hörte: WaS nutzt denn mein schöner Ga arten, Wenn andere mang die Aeppeln gehn . . . ." Dann kam der Text und mit einemmal aus hundert Kehlen die Wiederholung des Refrains: Was nutzt mir denn mein schöner Ga arten, Wenn andere mang die Aeppeln gehn ...." Hauptmann v. Normann wandte den Kopf. Oh, da sah er eine kerntüchtige Truppe hinter sich. Die Sektionen hatten ausgeschlossen und man hörte den Tritt, als ob die Straßen festgestampt werden sollte. Und Feldwebel Maucke hatte sich auch die Trübsal abgewöhnt, er erschein neben dem Pferde und versuchte die Hacken zusammenzureißen. Das gelang ihm zwar nicht, aber er konnte doch melden: Schütze - August hat's wieder einmal gemacht." 's wohl ein tollerKnabe?" fragte der Hauptmann. Zu Befehl, Herr HaAptmann," Feldwebel Maucke konnte gar - nicht mehr anders, als jeden Satz mit dieser militärischen Formel einzuleiten, Schütze - August" ist 'n richtiger Usinger" (Schlesier) aus der Nähe von Gruß - Brasse!" (Breslau). So'n richtiger Durchgänger und Schosenmacher. Das muß sein Beruf so mit sich bringen, denn er ist Windmüller. Und Kräfte hat der Lümmel, der haut mit der Faust 'ne Tisch kante runter. Zu Hause hat er mal die Mühlenflllgel angehalten, da hat er sich einfach gegengestemmt. Aber freilich an die militärische Disziplin kann er sich schwer gewöhnen " . Und um für die Behauptung den Beweis zu liefern, ertönte plötzlich aus dem zweiten Zuge eine Commandostimme: Tambours einschlagen!" Die Trommler rissen ihre Trommeln herum, die Pfeiffer sitzten die Lippen und mit Gesang, unter Trommelschlag und Pfeifez,klani hielt die Compagnie ihren tLinzu in das Manöver - Quartier. "Vcr dem Wegtreten rief der Hauptmann den Feldwebel: Wer hat denn vorhin daö Commando gegeben?" Zu Befehl. Herr Hauptmann, Schütze - August.Den werden wir gelegentlich drei Tage in's Loch stecken." Zu Befehl, Herr Hauptmann." Die 9. Compagnie war auf den äußersten linken Flügel der Avant garde der blauen" ' Armee gestellt worden. EL , handelte sich um . eine Umgehuna, der Flanke deö Gegner?. Gelang diese, dann hatte die th, Armee den ersten Schlachttag verlöt
ren. Vazu gehörte sretllch eine Marschleistung hervorragender Art.
um y2b Uhr stand, denn auch die Compagnie-bereits auf dem Sammelplai Schon wollte der Hauptmann die Meldung des Feldwebels entgegennehmen, da schlüpfte noch ein Soldat in's dritte Glied. Was ist denn das für'n Bummler?" knurrte der Hauptmann. Zu Befehl, Herr Hauptmann," meldete der Feldwebel und klopfte auf sein dickleibiges Notizbuch, natürlich Schütze - August. Trotz des gewaltigen Marsches von gestern hat er wieder ein Nächtchen gemacht und in der Dorfkneipe einen Bauern nach dem anderen verhauen." Da werd drei Tage stramm" nicht langen," meinte der Hauptmann, notiren Sie sieben, wenn's nicht noch schlimmer kommt. In Sektionen rechts schwenkt ... marsch!" Die Truppe setzte sich in Bewegung. Die Landstraße entlang, dann rechts ab in einen Feldweg, schließlich kam ein Bruch. Auf dem Feldweg ging's schon recht holperig zu und als erst durch den Bruch gewatet wurde, kam Unordnung in die Compagnie. Selbst des Hauptmanns frommer Gaul wurde nervös, als ihm die Zweige der Sträucher um die Schenkel peitschten. Der HauptmanÄ studirte seine Generalstabskarte, er hatte feine Leute ganz richtig geführt. Der Bruch stimmte, freilich aus diesem heraus ... , Hussah. der Gaul hatte plötzlich einen Schneller von einer Haselnußstaude in die Weichen bekommen und stürmte, weil sein Reiter die Zügel lose hatte hängen lassen, vorwärts. Drei, vier Sätze, dann sank er bis an den Leib in den moorigen Sumpf. Vergeblich suchte der Hauptmann das Thier hochzuhalten, vergeblich rief, er um Hilfe . . .. die Soldaten, die sich aus dem Busch herausgearbeitet hatten ind bis zu dem versinkenden Pferde vordrangen, saßen auch sofort bis über die Knie im Morast. Der Hauptmann schien dem Unter gang geweiht, das Pferd steckte schon bis zum Halse im Schlamm. Da nahte Hilfe: von der anderen Seite des Moores stürmte ein Soldat. Man merkte sofort, daß er wußte, wo er den schmalen, festen Grund unter den Füßen fand. Und jetzt war er bei dem Versinkenden. Ein scharfer Griff und er hatte den Hauptmann vom Pferde genommen gleich einem Vleisoldat.n und ihn auf ein trockenes Fleckchen Erde gestellt. Dann raffte er den Gaul hoch. Das Biest schlug gewaltig um sich. Aber der Soldat, zerrte das Thier bis zu dem festen Pfade, und als die Hufe nicht gleich Posto zu fassen vermochten, faßte Schütze - August das Thier um den Hals und halfterte es mit einer gewaltigen Kraftanstrengung empor . . ., er trug es mehr denn daß er es führte, aus dem Moor heraus. Und drüben stand der Hauptmann, der sich leidlich wieder gesäubert hatte. Soll ich Sie wieder druffhelfen?". fragte Schutze - August in semer dummdreisten Manier. Esel", quittirte der Hauptmann über das Angebot. Hauptsache ist, daß wir aus dem vertrackten Sumpf herauskommen." Wir hätten garnicht hineinzugerathen brauchen," meinte SchützeAugust. Etwa , 20 Minuten ' weiter, dann ist der trockenste Boden. Wir schneiden Gottlieb Wolffs Brache, Schulzes Kartoffelacker und kommen bei Arnolds Klitsche raus. Schließlich gebt's am Weißbach lang, und wenn tüchtig ausgetreten wird, sind wir in einer Stunde an Ort und Stelle und bullern die Rothen" in'n Wurstkesseln." Sie scheinen ja jeden Weg und Steg zu kennen," staunte der Hauptmann, sind Sie denn hier geboren?" Nee, das nicht," Schüte-August that etwas verlegen, aber 'ne Braute hab' ich in Arnolds Klitsche mal jehatt." Die Compagnie war bald wieder ranqirt, es ging rüstig vorwärts. Die Angaben Schützens erwiesen sich als richtig. Brache. Kartoffelfeld, die strohbedachte Klitsche, der Bach .... und a oben auf dem Hügel: Helmspitzen. die Vorposten der Rothcn!" Schwärmen," ertönte das Commando. Mt großer Präzision wurden die Kolonnen auseinander gezogen. Avanciren, Lausschritt, Schnellfeuer "; .... wie ein Wetter stürmte die 9. Compagnie voran und überschüttete die überrasch, ten Rothen" mit einem Kugelregen," 's gab unter den Vorposten ein De bacle, der Vormarsch der gesammten Armee- wurde verzögert. Hauptmann v. Normann kam bei der Kritik sehr gut weg, der Commandirende zollte seinem strategischen Talent - alle Anerkennung: die Ma jorsecke war also , glücklich umsegelt. Die 9. Compagnie trabte über die Brache den Quartieren zu. Da rief der Hauptmann nach dem Feldwebel Maucke. ' Zu Befehl, Herr Hauptmann.DaZ mit dem Soldaten Schütze erklärte der Hauptmann, wollm wir doch sein lassen. Streichen Sie mal in Ihrem Notizbuch die Arreststrase wieder auö." ..3 Befehl, Herr Hauptmann'
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