Indiana Tribüne, Volume 30, Number 115, Indianapolis, Marion County, 7 January 1907 — Page 7

Jndiana Tribüne, 7 Januar n?

D!III!I!I!I!!!IIlI!!!I!!II!IIIII!lItt!II!I!IMIkIIIMII!IIIII I Hnderl 1 Noman von A. G. von Suttner ÄUMlMlIItt:i"k'?!?!i:i!!l:i'I!l!!!!Il!l!lI!kIIlII!!I!IlIII.R (Fortsetzung.) .Und dann ftarb er..Aber was weiter?" Weiter nichts. Sie sind einfach in seinem Testamente mit zehntausend Gulden verzeichnet, wie Sie sehen: .Dem Andreas Geier (nach seiner der Polizei gegebenen Erklärung, Student der Medizin an der Wiener Universität), vermache ich ein Legat von zehntausend Gulden, welche Summe ich Herrn Dr. Roller dem besagten jungen Mann in meinem Namen auszuzahlen bitte.' ... Wenn ich bitten darf": der Notar schritt zum eisernen Geldschrank, und entnahm demselben einen Pack Banknoten: Hiervon fallen 557 Gulden 36 Kreuzer für die Gebühren weg. Die Summe ist bereits abgezogen." . . . Andreas mußte sich mehrmals in die Wange kneipen, um zu wissen, ob er wache oder träume, als er nun in einem Fiaker dahinrollte. Er war in einen Wagen hineingetaumelt, da er sich unfähig gefühlt hatte, nur fünf Schritte zu machen. Aber es war Wirklichkeit er brauchte ja nur in die Tasche zu greifen, um sich vom Sachverhalt zu überzeugen. Ist Ihnen ein Unglück zugestoßen?" frug Herr Florian, der unter dem Hausthor Luft schöpfte, betroffen, als Andreas sehr blaß dem Wagen entstieg. Im Gegentheil ein solches Glück daß daß man es fast für unwahr halten könnte wenn wenn" und Andreas stürzte der Treppe zu. So bezahlen Sie doch wenigstens Ihren Wagen oder soll ich?" Ja richtig; ich vergaß ganz ich ich dachte auch noch schließlich einen Fiaker geerbt zu haben!" Herr Florian schüttelte etwas bedenklich den krausen Kopf, und murmelte für sich: Das ist zum ersten Male, daß ich meinen Zimmerherrn unt der Gewalt des Gambrinus" da er fühlen mochte, daß er sich keine solche Umschweifungen schulde daß ich meinen Zimmerherrn beduselt sehe!" Schnell, Herr Florian," rief Andreas vorausspringend, kommen Sie, daß ich Ihnen eine unerwartete Mittheilung mache." 0 000 Das Examen war glücklich überstanden. Andreas hatte sich ein paar Wochen Urlaub gestattet, denn es hkß vor der Abreise noch ein Geschäft in Ordnung bringen, das längere Zeit beanfpruchte. Endlich war die Sache erledigt: Der Bruder saß seelenvergnügt auf der Mühle, die nun sein ausschlietzliches Eigenthum war. ' Und nun fort in die Welt hinaus! Allen seinen Lieben hatte er einen Abschiedskuß gegeben auf lange lange Zeit! Gott segne Dich. Ander!!" Glück auf. Andreas!" Muthiz vorwärts, junger Freund!" Hoffnung!"... So Manche von ihnen sollte er nicht wieder sehen!... 22. Kapitel.

er prächtige Wintertag ging seinem Ende zu; schon begann der Abend seine Dämmerungsschatten über die Straßen zu werfen, und die Budenbesitzer am Christkindlmarkt" beeilten sich, ihre Lampen oder buntfarbigen Laternen zu entzünden, um die letzten Nachzügler unter den Kauflustigen herbeizulocken. Wirklich kamen sie. wie die Nachtfalter vom Licht angezogen: alte hüstelnde Männer, ärmlich gekleidete Frauen, die lange im mageren Geldtäschchen suchen mußten, bis sie die erforderlichen fünfzig Kreuzer fanden, die der vollbrüstige hölzerne Reiter, die glotzäugige Vuppe. oder der grellroth und gelb gestreifte Tiger kostete. Einzelne Klienten schienen reichlicher mit Fonds versehen zu sein, denn eine alt: Dame erstand die kleine Drehorgel, welche vier Stücke spielte, und nicht unter zehn Gulden abgelassen werden konnte, und eine Andere ließ sich das Schaukelpferd in den Fiaker tragen, ein Kunstwerk, das mit natürlichem Haar und Mähne beklebt, die Bewunderung, sowie die Sehnsucht so mancher Kinderaugen während dieser Tage erregt hatte. Das Getriebe wurde immer lebhafter; der hartgefrorene Schnee knirschte unter den zahlrelchen Fußen, die da emsig und wichtig auf- und abeilten. und bei Mond blickte lächelnd auf diese aroken Kinder berab. die fast ebensoviel Freude über den heutigen Abend empfanden, wie die zu Hause im Finstern sitzenden, bebend des Ehrist kinds wartenden Kleinen. Man schrie, feilschte, lachte, scherzte, bis sich allrnälig die Masse zu lichten begann. 5kedes eilte mit seinen Einkäufen davon. und in einzelnen Läden machte man sich nach und nach daran, die Lichter zu verloschen, um auch noch rechtzeitig nach Hause, zum Christbaum zu kommen. 5Zwei Manner schritten jekt bed'ach tia die Gasse entlang, welche von dm beiden langen Vudenreihen gebildet wurde. Der -Eme war tn einen modernen Stadtvel aeKüllt. der Andere trua einen gewöhnlichen Öberrock. und

die chifferngeschmuckte Mütze ließ e'rkennen, daß er der dienenden Klasse angehöre. Ich weiß nicht, ob ich's finden werde." murmelte der Erstere, wie suchend die Läden abschreitend, wäb rend ihm die Verkäufer einladende Worte zuriefen, um ihn zu einem Geschäft zu bewegen. Die J:iden hatten die eine Reihe abgeganzen, nun oeschah es ebenso mit der zweiten: doch auch hier konnte sich I cr Unentschlossene nicht zu einem Kauf entscheiden. Nochmals wurde die gegenübecliegende Reihe vorgenommen, und mehrere von den Händlern sahen sich bereits veranlaßt, über den heiligen Nicolo." mit seinem dienstbaren Krampus" Witze zu reißen, als der im Pelze plötzlich stehen blieb, und die Besitzerin eines kleinen Ladens aufmerksam musterte. Endlich schhn er sich doch entschlossen zu haben, denn er trat auf die Bretterhütte zu und ersuchte die Frau, ihm ein vollständig geputztes Christbäumchen zu geben. Nachdem das gewünschte Objekt ausgeliefert und bezahlt war, übergab der Käufer dasselbe dem Lohndiener. und sagte: Bitte tragen Sie es in's Hotel, auf mein Zimmer. Ich werde erst später kommen, da ich noch Einiges zu besorgen habe. Vergessen Sie nicht, ein gutes Feuer im Kamin anzünden zu lassen; auch möge man mir Thee bereit halten." rief er dem Davoneilenden nach. Hierauf wandte er sich wieder an die Frau im Laden, die am Kohlenbecken die steifen Finger

zu erwärmen suchte: Bitte, geben Sie mir einen Lebkuchen." Die Händlerin willfahrte dem Wunsche, und der Fremde legte eine Fünfzigguldenbanknote auf den Tisch. Fragend blickte die Frau empor: Hab'ns nit Kupfer, gnä' Herr? Der Lebzelt'n kost' nur fünf Kreuzer und " Es ist schon gut so." unerbrach der Fremde, indem er lächelnd den Lebkuchen zu sich steckte. Es ist Ihnen Einer seit Jahren ,an Lebzelt'n' schuldig, den Sie ihm damals geschenkt haben; wissen Sie noch, wie ihm ein brotneidiger Dienstmann den Baum von der Schulter riß. den er für eine Frau nach Hause tragen wollte? Der arme Teufel war ein ,meiniger Freund' und er schickt Ihnen da seine Schuld." Der Verkäuferin kam ein halbverschwommeneö Bild in Erinnerung: Ach mir scheint" sie beendete nicht ihre Phrase, denn der Fremde war verschwunden. Heilige Mutter Gottes das muß ja der leibhaftige heilige Lepold g'wes'n sein!" rief sie sich bekreuzigend und ein Dankvaterunser betend; dann packte sie rasch zusammen, um nach Hause zu den Enkeln mit der Freudenbotschaft zu eilen: Ter Landespatron in Person war gekommen, ihr eine Fufzigerbanknot'n" zu bringen. weil sie einmal einem Hungrigen a Stllckl Lebzelt'n g'schenkt hatte! Mittlerweile hatte der vermeintlich; Heilige den Markt mit schnellen Schritten verlassen. Er ging der inneren Stadt zu, durch ein Gewirre von Gäßchen, bis er endlich in eine breite Straße einlenkte. Dort schien er sich wieder erst orientiren zu müssen, denn er verlangsamte nun seine Schritte, und blickte aufmerksam zu den verschiedenen Hausthoren hinein. Hie und da trat er sogar unter eines der dunklen Bogengewölbe. ohne jedoch das Richtige gefunden zu haben. Endlich mußte er doch auf das Gesuchte gestoßen sein, denn er schritt tiefer hinein, gegen eine Halle zu, und dann lndte er sich nach links, um vor der Glasthüre stehen zu bleiben. Es ging d'rin lustig zu: Gläser klirrten aneinander, und ein gerade tn der Mode stehendes Lied wurde von einem Chor abgesungen. Rasch drückte er die Klinke herab, und trat in den raucherfüllten Raum. Ein diensteifriger Kellner eilte herbei. aber der Neuangekommene erklärte, daß er nicht die Absicht habe, sich un einem Tisch niederzulassen, sondern daß er den Wirth zu sprechen wünsche. Der Gerufene ließ sich bald in Gestalt eines jungen zufriedenlächelnden Mannes blicken: Womit kann ich' dienen?" Entschuldigen Sie es scheint, ich habe mich geirrt oder sollte das Gasthaus vielleicht in andere Hände übergegangen sein? Ich suche den Wirth, der, wie ich mich zu erinnern glaube, vor vierzehn Jahren das Gasthaus inne qehabt hat. Den alten Winkelmüller? Ein kleiner, dicker Mann?" Ja. ja." Ja sehen Sie, bester Herr der ist schon vor längerer Zeit gestorben. So? Das thut mir herzlich leid Er war ein braver Mann." Ein sehr braver Mann." Und hat er nicht vielleicht Familie hinterlassen?" Ja; eine verheirathete Tochter; noch dazu in sehr schlechten VerhältNissen. Könnten Sie mir die Adresse derselben geben?" Gewiß." der Wirth schrieb Gasse und Hausnummer auf ein Stückchen Papi:r. Danke." Der Fremde verließ eilig die Stube, und rres emen vorbelsah renden Fiaker an. Als der Wagen an einem hellerleuch tenden Zuckerbäckerladen vorbeirollte, gab der Fohrgast dem Kutscher ein Zeichen zum Halten; dann, nachdem im Laden einige Einkäufe gemacht worden waren, ging es wieder in ra schem Tempo weiter. . . . .

An der bezeichneten Adresse angekommen, pochte der späte Besucher an die Thür; in dieser ärmlichen Vo?siadtbaracke gab es nicht den Lurus einer Klingel. Ein hageres, leichtgekleidetes Mädchen erschien, nachdem der Fremde noch mehrmals und kräftiger hatte pochen müssen. ..Wohnt hier die Familie Win kelmüller?" Winkelmüller? Das war der Großvater. Wir sind die Müller." Das stimmt. Hier ein Christbaum für die Kinder, und noch etwas für die Eltern." Ein frisch zugeklebtes Kouvert wurde dem erstaunten Mädchen in die Hand gedrückt. Wie heißt Du. Kleine?" Esther." Esther! der Fremde wühlte krampfhaft in der Westentasche un brachte einen hellblinkenden Dulaten zum Vorschein: Das ist cxtr.a für Dich. So und nun geh' hinein, kleine Esther, und sage Deinen Leuten, der Großvater verstehst Du der Großvater habe das geschickt." Ter todte?" Ja. der todte." Eh as zitternde Mädchen ein Wor! erwidern konnte, rasselte der Wagen wieder munter davon. Befriedigt lächelnd drückte sich der Dahinfahrende in seine Ecke. Es schien, daß er sich ungemein behaglich sühlte. denn während er die Cigarrentasche hervorzog und derselben eine Havanna entnahm, stoß er ein kurzes, freudiges Lachen aus und murmelte ein paar Worte, die nach und nach sogar zu einem zusammenhängenden Monolog wurden: Ein wahres Glück, daß der Berliner Zug drei Stunden Verspätung hatte, und daß Du Dich in Folge d:ffen entschließen mußtest, die Nacht in Wien zuzubringen, statt nach Horn eiierzudampfen! Ein ganz besonderes Glück! Wie doch alles alles ton Zufälligkeiten abhängt! Hätte der Sturm nicht die Bahn derweht, so wäre ohne Zweifel das ganz anders geworden: Du hättest dann rechtzeniz den anderen Bahnhof erreicht, wärest nicht genöthigt gewesen, im Hotel abzusteigen, um Dich dort zu langweilen und auf die Idee zu kommen, den Weihnachtsmann zu spielcn; und es war doch eine solche Genugthuung!... Immer dieselbe alte Geschichte mit dem Windstoß, der nn bald in eine Oase, bald in eine Wüstenei schleudert! Nun heute war ti prächtig. dieser bahnrcrwehende Sturm." Ist's Zetzt aber auch zu Ende für heute? Was sagt die Uhr? Er beleuchtete das Zifferblatt seines Chronometers mit der Cigarre: Ein Viertel über elf. Wo sind wir eigentlich?" Das mit Eisölumen überzogene Fenster wurde Hinabgclassen: Schon in der Stadt. Du könntest ebensogut das Stückchen Weg bis zum Hotel zu Fuß zurücklegen; vielleicht begegnet Dir Einer von den Vielen, die heute keinen Weihnachtsbaum haben." Gedacht gethan; der Fiaker wurde entlassen. Doch es wollte sich kein weiteres Aben.teuer bieten; unbehelligt langte der Spaziergänger am Hotel an, das ihm für heute Nacht Unterkommen gewähren sollte. Fast stieg in ihm ein ärgerliches Gefühl auf. daß er keinem Obdachlosen begegnet sei aber dann lachte er ob seiner Selbstsucht: Um so besser; vielleicht gibt's heute keinen Unglücklichen wie damals!" Befehlen der Herr Professor jetzt den Thee?" frug der Kellner, dem Gast diensteifrig den Pelz abnehmend. Bitte ja." Ter Heimgekehrt! näherte sich dem Kamine, um am helllodernden Feuer den Rücken zu wärmen, während der Diener eilig ein ge. decktes Tischchen heranschob. Nun wurde das Spirituslämpchcn unterm

Wasser angezündet, in der großen Schirmlampe, die dort auf dem runden Tisch stand, der Docht hoher qe schraubt und mit einem danke, ich brauche weiter nichts." entließ der. Gast den dienstbaren Geist. Tu hast heute einen guten Tag gehabt, Andreas," murmelte der Reisende vergnügt, jetzt kannst Du mit Beruhigung essen und trinken und dann Deinen Weihnachtsabend feiern. Er warf einen forschenden Blick im Gemach umher: Aha sehr gut. Dort, in der Ecke stand der geputzte Baum. Wohlgemuth setzte sich Andreas an das Tischchen, wo der Wasserkessel einladend summte und ließ sich die kalten Gerichte nebst seinem Thee schmecken. Nachdem dieses Geschäft beendet war, kam wieder die Cigarrentaschc zum Vorschein: Eine frische Havanna wurde in Brand gesteckt einige behagliche Züge, während er sich im Fauteuil zurücklehnte, dann sprang er auf und schritt aus das Baumchen zu: Wo ist der beste Platz?" Hier, aus dem runden Tische. Die verschiedenfarbigen Wachskerzen wurden nach ein ander angezündet, bis endlich das Bäumchen in hellem Lichterglanz strahlte. So und jetzt noch eine Schale Thee dazu und" die Vollendung der Phrase war unnöthig, denn schon stand er vor dem kleinen Handkoffer und entnahm demselben mehrere Bücher. Sie schienen oft benützt worden zu sein, diese Bände, denn die einzelnen Blätter zeigten Spuren von wiederhol tem Durchblattern. Auf den dunklen Lederrucken standen Nummern und Jahreszahlen: No. I. 18501858. No. II. 1859-1867" und endlich: No. III. 1868-1876."

Gerade noch Platz bis Neujahr dann muß ich einen neuen Band unt eine neue Periode in Angriff nehmen sagte Andreas, indem er No. III. zur Hand nahm, und die letzten unbeschriedenen Seiten aufschlug; hierauf ergriff er eine Feder, probirte dieselbe am Daumennagel und begann in raschen Züg?n zu schreiben: Weihnachtsabend 1876." Nach kurzer Zeit hatte sich die Seite

mit Schrift gefüllt: So die Arbeil wäre besorgt; nun kann es an s Lesen g:yen." Er überzeugte sich mit einem raschen Blick, daß die Kerzchen aus der Harzdustenden Tanne noch ziemlich lange" währen würden, dann langte cr nach dem ersten Bande. Bald war er in einzelnen Blättern vertieft. während er wieder andere, die nicht viel erinnernswerthes enthalten mochten. rasch überschlug. Hie und da kam e:n leichtes Schmunzeln über seine Lippen oft aber auch verzog sich sein Gesicht in ernste Falten und er blickte haufig empor, um die niedergeschriebenen Erinnerungen im Gedächtniß weiterzuspinnen. Welch wechselvolle Bilder hat doch jedes, Menschenleben, auch das bescheidenste! Hätten wir nicht Jeder unseren wirklichen Roman, wenn wir uns die Mühe eben wollten, denselben regelmäßig niederzuschreiben?" Er blätterte weiter: Warst Du das wirklich. Andreas? Bist Tu je an der Hand Deines Vaters die staubige Landstraße entlang nach der Stadt gewandert, um Student zu werden? Warst Du's, der mit dem einsamen alten Manne am offenen Fenster gesessen. Pflanzen einklebend und ordnend. Fugen bewundernd und träumend, befriedigt der Alten entgegenblickend, die mit der großen Schüssel Milch in's Zimmer trat, und das umfangreiche Stück Schwarzbrod in dünne Schnitten theilte?" Jetzt mußte er laut auflachen, als er die Abschrift des Gedichtes, das er damals so herrlich gefunden, überflog: Das sehnende Mädchen auf der Waihu-Jnsel!" Wie prächtig hatte ihm dieses Poem damals geschienen, wie markdurchbebend der Moment, wo der Brummchor einfällt und die Liebendcn in den viele tausend Meter" tiefe a Abgrund stürzen! Ein wahrbaft weihevolles Gefühl war in jenem Augenblick über ihn gekommen ein wirkliches Schmerzbewußtsein, als sei er's selbst gewesen, der da für immer in die Tieft wirbelte und heute heute entlockte ihm diese selbe Szene ein herzliches Lachen! Welches ist in der Natur dieses unerklärliche, unfaßbare Fluid, das da von einer ZeitPeriode zur anderen wechselt o, daß uns heute das thöricht erscheint, was wir vor zehn Jahren aufrichtig bewundert? Wer und was bewirkt in uns und in den übrigen Lebewesen diese Veränderung diese Reife, derzufolae die Alten klüger sind, als die Jungen? Wieviele glauben, diese Frage lösen zu können aber mich befriedigt keine einzige ihrer Lösungen!" mechanisch wendete er die Seiten, bis seine Augen an einem schwarzen Kreuze haften blieben: Alter unvergeßlicher Freund! Ich sehe Dich starr und ernst auf Teinem Todtenbette ich sehe den Jungen, der an Deinem Lager kniet, und mit pochendem Herzen hofft, daß Tu wieder die guten, seelenvollen Augen aufschlägst! Der Junge verdankt Dir Alles Du hast ihn zum Mann gemacht; Du hast nachgeholfen, selbst nach Deinem Tode noch, daß er die Höhe fast den Gipfel erreiche! Heute kann ihn kein Sturm mehr hinwegblasen die letzte Stufe liegt geebnet, liegt zugänglich vor ihm; er braucht nur den Fuß zu heben, wenn cr will, oder, wenn ihn nicht doch noch etwa ein Windstoß erfaßt, davonträgt in die Arme des Todes! Dagegen ist freilich alles Kämpfen und Ringen vergeblich! Mein guter, mein sanfter Rektor Du lebst frisch in meinem dankerfüllten Herzen, und in vielen anderen Herzen noch: wenn Du heute Deine Augen aufschlagen und sehen könntest, wie Dein geistiges Denkmal Bewunderung erregt, wie es eine Auflage nach der anderen erlebt hat. und wie Dich nun so mancher armer Streber segnet, dem Tu dadurch das Leben, die Zukunft ermöglicht und versüßt hast! Braver, edler Mann. Du hast gewissenhaft das Plätzchen ausgefüllt, das Dir auf dieser immer schöner und besser werdenden Erde angewiesen war!"... Andreas wandte sich wieder seinem Buche zu; die Blätter rauschten um ein Stück weiter: Weihnachten 1858. Das war traurig; harte Zeiten, die schließlich doch ihr Gutes batten. hoch Weihnachten!" Der erste Band war durchflogen. Nr. II: Liebe Erinnerungen aus Rauhenstein! Lieb und auch fcii ter!... Du warst ein echter Othello!" Nun, mit 22 Jahren ist die Eifersucht gestattet. Was wäre der Reiz der Jugend, rocn wir da schon in der Liebe blasirt sein wollten! Sind wir'ö aber auch ernstlich später? Ist dieser Funken, für immer verloschen, oder glimmter nicht vielleicht nur -ruhiger weiter, um schnell und plötzlich wieder zur Flamme aufzulodern? Ich glaube fast das Letztere!" (Fortsetzung folgt.) JnNheydtinder Rhein Provinz ist der bekannte Großindustrielle und Spinncrcibcsitzer Kom mcrzicnrath Karl Schneider gestor ben.

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