Indiana Tribüne, Volume 30, Number 115, Indianapolis, Marion County, 7 January 1907 — Page 4
Jnvtana TrlbHne, 7. Jauuar 1907.
Indiana Tribüne. Vnaulagldt von der tdrg Indianapolis, Ind.
Harry O. Thudium präfideut. VeschäftSloealt Wo, 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269 E trcd t the Pott Office oi Indianapolis fti tcood clftt matter. Die Brownsviller Affaire und der Senat. Die ersten Debatten im Bundessenat über die Auflösung der drei NegerKompagnien deZ 25. Jnfantttie.Regi mentö wegen der ihnen zur Last ge legten schweren Auöschreitugen in BrownSville, Tex., haben keinen für die Administration nachtheiligen Ver auf genommen. . Senator Culbertson von TexaS, er wies sich als ein sehr erfolgreicher Wortführer für den von der Admini ftration eingenommenen Standpunkt. Wenn sich seine Angaben, daß ein sar biger Soldat einer respektablen Frau in BrownSville Gewalt angethan hat, daß andere farbige Soldaten die Stadt terrorifirten und bei Nacht durch die Fenster der Wohnungen freed licher Bürger schaffen, bewahrheiten, so wird dadurch die Entlassung der drei Kompagnien wohl gerechtfertigt. Die Missethäter befinden sich darunter; die Andern, welche sich weigerten, die Schuldigen zu verrathen, waren die Hehler; also die Mitschuldigen. Welche andere Strafe, ul5 Auflö' sung, Hütte über die drei Kompagnien verhängt werden können? Oder würde Senator Foraker, der Vertheidiger der bestraften! farbigen Soldaten, befür Worten, daß ihre schweren Vergehen überhaupt nicht bestraft werden sollten? Zur Entschuldigung der Hehler unter den drei Negerkompagnien führt man an, sie Hütten nicht wagen dürfen, die Schuldigen bloßzustellen, weil sie sonst deren Rache zu fürchten gehabt hätten. Man überlegt sich aber dabei wohl nicht, daß dieses Argument die schwerste Anklage gegen jene drei farbi gen Kompagnien bildet. Wenn das Solidaritätsgefühl unter ihnen so stark entwickelt ist, daß sie sich aus Sympa thie oder Furcht weigern, ihre schuldigen Rassegenossen zu nennen, so würde daZ auf die Dauer aller Disziplin ein Ende machen. Senator Culbertson nimmt wohl einen sehr richtigen Standpunkt ein, wenn er sagt, daß weiße Truppen, wenn sie sich derartige Vergehen hätten zu Schulden kommen lassen, in gleicher Weise bestraft worden sein würden. Warum also sollte mit den farbigen Soldaten eine Ausnahme gemacht werden? Die gute Stadt Boston macht jetzt eine SonntagShetze durch gewiß ür gert'S wieder ein paar Zeloten, daß auch des SonutagS die Sonne mitunter scheint, der Regen füllt, der Wind weht und Gott sei Dank die Erde sich auch an dem Tage dreht, und zwar um ihre Achse, nicht um derBostoner Zeloten alberne Faxen. Ein förmlicher Heiraths-Boom" soll nach übereinstimmenden Berichten in allen Theilen deö Landes herrschen. Vermuthlich auch ein Beweis für die herrschende günstige Geschäftslage, und zwar ein sehr starker. In vielen Großstädten und Jnduftriediftrikten müssen die Geistlichen Ueberzeit arbei ten, um den an sie gestellten An. sprächen der HeirathSluftigen nachzu kommen. Die Chinesen scheinen nicht so dumm zu sein, wie man sie in Amerika zu halten pflegt. Sie boykottm unsere Waaren, well wir die Chinesen aus schließen. Den Haß gegen die Ver einigten Staaten bei den Bewohnern Chinas abzuschwächen, ha! Präsident Roosevelt in einer Proklamation zu Gaben für die Chinesen aufgefordert, die angeblich in einem Theile Chinas Hungersnoth leiden. Jetzt wird aber aus Shanghai gemeldet, daß die Chinesen alle Gaben aus den Vereinigten Staa ten zurückweisen wollen; ihr Boykott Eifer erstreckt Istch somit sogar auf Lie. desgaben. Vom Standpunkte der Menschlichkeit auZ ist bei der Geschickt nur das Gute, daß die Noth in China schließlich doch nicht allzu groß sein kann, wenn die Chinesen unsere schönen Sachen zurückweisen.
Trotz all' der vielen Unglücksfälle
schwatzen unsere Bahndirektoren dem Publikum viel von den vorzüglichen Sicherheitsvorrichtungen auf ihren Bah nen vor. Keine Bahn giebt'S mehr, wenn man ihnen Glauben schenkt, ohne ein Blocksyftem auch kein Bahn direktorlum ohne ein Bocksystem. Ter neue Bundessenator von Colorado, Simon Guggenheim, der die VergwerkSinteressen seines Staates kon trollirt und gleichzeitig Oberhaupt des Trusts der Schmelzwerke ist, versichert. daß er dik Gesammtinteressen der Na tion und keine Sonderinteressen vertre ten werde. Hoffentlich hält er Wort; aber man wird sich erinnern, daß der artige Versprechungen neuer Senats Mitglieder schon oft gemacht worden und nicht gehalten worden find. Die meisten davon gehören zu den guten Vorsätzen, mit denen der Weg zu einem Orte gepflastert ist, an dem eZ sehr heiß ist. Schließlich hat doch Senator Guggenheim den Bergwerköintereffen seines Staates die Erwühlung zum Bundessenator zu verdanken; so wird er ja wohl auch ihnen gegenüber unter Verpflichtung sein. Ttt Mörder als Dramatiker. Ter Fall, das cm Möröder seine eigene Unthat dramatisch verherrlicht, dürfte in der Literaturgeschichte noch nickt zu verzeichnen sein. Ter Buch balter Alberto Cliro in Mailand hat ie seine rrni vor einigen fahren m einem Anfall von älirzorn erstochen. Um sein Verbrechen y.i verbergen, zer stückelte er den Leichnam und brachte ilm unauffällig nach Genua, wo er eine Barke miethete, um ihn außerbalb dc Hafens in Meer zu tcrsenken. Fischer zogen aber einige Tage später das Bündel nnt den Leiclientbeilen an die Oberfläche nnö rie Nachforschungen der Polizei führ ton zur Vcrhaftnng des Mörders, .u dem Prozefz, der vor dem Mailänder Schwurgericht stattfand, recht fertigte sich Olivo mit dem Hinweife auf feine epileptifä'.en Anfälle. Tie Geschworenen glaubten seiner Recht' fcrtiaung. die von Lombroso als rich lig bestätigt wurde, und sprachen ihn frei. Xcv Iustimiinistcr hob das Urtheil auf und ordnetccinc nochmalige Verhandlung vor dem Schwur gerichte von Bergamo an. Die Ge schworencn diefer Stadt wiederholten aber in demonstrativer Weise den Jrcispruch. Jetzt hat Alberto Olivo die Erinnerung an seine Schreckens that ailfgefrischt, indem er ein von ihm verfaßtes Trama veröffentlicht. das den Titel Vom Gipfel in den Abgrund" trägt, und worin er sein? That psychologisch zu rechtfertigen sucht. In drei Akten und einen: Nachspiele schildert cr die Geschichte seiner Liebe und Ehe und seines Verbrechend Das Trauerspiel, das ein geistig nicht unbedeutender Mensch nicht ohne Geschick niedergeschrieben hat, ist jedenfalls ein interessantes menschliches Dokument. Französischer Kognak. ?cach einer auf amtlichen Angaben beruhenden Mittheilung dcrOestrr. Nundlchau" werden m Frankreich et wa 25,000 Hektoliter Kognak aus Weinreben respektive Weinbeeren er zeugt. Nun verbraucht aber Paris allein fast das Sechsfache an Kognak, während nach England nicht viel we niger ausgeführt wird. Deutschland und die übrigen Länder beziehen ebenfalls nicht gerade wenig an Kog nak aus Frankreich. Woher mag also dieses vielbcgehrtc Getränk stammen, nachdem nunmehr festgestellt ist, fcafe die für den Kognak verwendbare Traubcnart auch nicht entfernt zur Deckung des Bedarfs zureicht? Die Antwort kann man sich unmittelbar in dem weltbekannten Städtchen Cognac selbst holen. Hier besteht nämlich eine russischfranzösische AI lianz zur Erzeugung von Kognak mit Zuhilfenahme von 200,000 Hek toliter echt russischen Sprits! Daher vermuthlich alw die mastenhaft aus geführten französischen" Kognaks. Der ehemalige Richstagsabgcordnete Saoor wurde dabei b2 Worte ausge rufen haben: Das Iäfct tief blicken!Es war ja längst bekannt, dafr unter der verführerisch klingenden Marke Kognak" entsetzliches Fusclzcug ver zapft wird; indessen hätte man wohl kaum an cme derartige Massenfak schung des von Hause aus Vortreff liehen Getränkes gedacht. Es ist da her nothwendig, diese Angelegenheit zur allgemeinsten Kenntnin zu orm gen, um die französische Verwaltung zu veranlassen, gegen dieses Treiben 'einzuschreiten, für dessen Bezeichnung cm parlamentarischer Ausdruck in kemer Sprache vorhanden ist. Seine zweite silberne o ch z e i t konnte der 82jährige An liedler I. A. Tuttle inMurinette, Wis., ieser Tage feiern. Tuttles erste &au tin starb im Jahre 1880 ein Jahr nach der Feier des silbernen Ehejubiläums. Nach einjähriger Wittwerschaft dermahlte, sich Tuttle zum zweiten Male und es war ihm vergönnt, auch an der Seite seiner zweiten Gatin die silberne Hochzeit zu feiern
Kohlen- und Noheisen-Ertrag
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Denstylanos. Einer kurzen statistischen Zusam, inenstellung gemäß stieg die Gesammterzeugung an Steinkohlen im Deutschen Reiche im Jahre 1905 aus 121.298.000 Tonnen, und ihr Werth hob sich auf 1050 Millionen Mark. Der Antheil der verschiedenen Steinkohlenbecken Preußens an der Erzeuqung ergiebt: Ruhr 59.03 Prozent, Oberschlesien 23.91 Prozent. Saar 9.53 Prozent. Niederschlesien 4.63 Prozent, Aachen-Düren 1.99 Prozent. Tie Steinkohlenerzeugung im Oberbergamtsbezirk Dortmund betrug im Jahre 1905 65,352,522 Tonnen gegen 67.534.000 Tottnn im Vorjahre auf 166 gegen 161 Werken. Die VerMinderung der Erzeugung ist auf den Ausstand im Beginn des Jahres zu rückzuführen, abgesehen von dem Ausfall der Förderung durch den WagenMangel am Schluß desselben. Die Belegschaft, einschließlich der Grubenbeamten. belief sich auf 267,798 Mann gegen 270.259 Mann im Jahre 1904. Das laufende Jahr wird erheblich günstigere Förderziffern und geldliche Ergebnisse ausweisen. Es tritt die Thatsache klar hervor, daß im Allgemeinen die Erträgnisse im laufenden Jahr bisher von Vierteljahr zu Vierteljahr gestiegen sind. Die Ursache dieser allgemeinen Besserung dürfte einmal in der stärkeren Förderung und sodann in den seit April d. I. in Kraft getretenen höheren Kohlenpreisen zu fuchen sein, die nicht nur einen Ausgleich geschaffen haben ge genüber den gestiegenen Selbstkosten, sondern noch darüber hinaus einen Mchrgewirn übrig ließen. Dazu kommt noch ein anderes wesentliches Moment, das ist die vortheilhaftere Ausnutzung der Kohlen durch Herstellung von Koks und Verwerthung der hierbei gewonnenen Nebenerzeugnisse. Grade letztere werden eine immtx ergiebigere Gewinnquelle für die deutschen Zechen. So führen die Verwaltungen des Essener BergwerksVereins König Wilhelm, desgleichen von Königborn, von Harpen, Hibernia. Maßen usw. die diesjährigen Mehrgewinne auf die guten Erträge der Anlagen zur Gewinnung von Nebenerzeugnissen zurück. Neben der Steinkohlenerzeugung spielt die Vraunkohlengewinnung eine nicht zu unterschätzende Rolle; sie betrug für das Deutsche Reich 1905 52.499.000 Tonnen im Werthe von 120.767,000 Mark. Die Erzeugung von Braunkohlen hat in den letzten beiden Jahrzehnten um 242 Prozent zugenommen, die der (Stein kohlen dagegen nur um 108 Prozent. 1905 zeigte die Braunkohlenförde, rung Deutschlands, hauptsächlich infolge dts' durch den Streik im Ruhrgebiet bewirkten Ausfalles in der Steinkohle, das erhebliche Plus von nahezu 4 Millionen Tonnen. Damals haben weitere Verbrauchskreise zunächst aushilfsweise die Braunkohlenbriketts bezogen und dabei die Vorzüge der Brikettheizung kennen gelernt und sind nachher theilweife bei deren Verwendung geblieben. Die Erzeugung von Eisenerzen hat im deutschen Zollverbande, also Luremburg eingeschlossen, 23,444,000 Tonnen erreicht; davon entfielen auf Preußen 4,130.000. auf Deutsch-El-saß-Lothringen 11.963.000. auf Luzemburg 6.596.000 und auf die übrigen deutschen Staaten 750.000 Tonnen. Das Minettegebiet mit seinen reichen Erzablagerungen nimmt also den Löwenantheil an der EisenerzerZeugung in Anspruch. Außer den im deutschen Zollgebiet selbst gewönnenen Eisenerzen wurden 1905 vorwiegend aus Spanien und Schweden 6 Millionen Tonnen hochwerthige Eisenerze nach Deutschland eingeführt. Dieser Einfuhr steht eine Ausfuhr von 3.7 Millionen Tonnen nach Belgien und Frankreich fast ausschließlich Minetteerze gegenüber. Daö Telegraphennetz der Erde. Von einem Telegraphennetz der Erde zu sprechen, ist keine rednerische Uebertreibung, wie unlängst Geheimrath Prof. Dr. R. Strecker in einer gedrängten Abhandlung über die EntWicklung der Telegraphie dargelegt hat. Allein von Europa nach Nordamerika gehen sechzehn Kabel. Die Länge aller Telegraphenlinien beträgt fünf Millionen Kilometer, hundert Mal könnte man diese Drähte um den Aequator spannen. Von den 400,000 Kilometern Seekabel entfallen zw:: Drittel auf Großbritannien. Während die Landlinien fast ausschließlich den betreffenden Staaten gehören, befinden sich 86 Prozent der Seekabel im Besitz von Privaten. Bald machten es die Vrkehrsbedürfnisse nothwendig, daß zwischen den einzelnen Staaten Abkommen über die BeNutzung der Telegraphenlinien getroffen wurden. Dem deutsch - österrei chischen Telegraphenvertrag von 1850 folgte 1865 eine weitere Vereinbarung zwischen westeuropäischen Ländern, 1875 der internationale Telegrapbenvertrag von Petersburg. Seine wichtigsten Bestimmungen sind: Zugänglichkeit des Telegraphen für Jedermann, Wahrung des -Depeschengeheimnisses. . Auf dem TlegrQphennetz der Erde, das einen Werth von .einer halben Milliarde Dollars hat,, werden jähr.
lich '400 Millionen Telegramme U fördert. Es kamen im ahre auf je 100 Einwohner: in Rußland 15. Ungarn 40. Italien 40, Oesterreich 60. .Deutschland 80, Vereinigten Staaten 90, Belgien 100, Niederlande 110, Frankreich 120 Enalaud 225. Vtatal 400 Telegramme. 'Waö die Beförderung des Telegramms angeht, so schreibt man mit dem aewöhnlichen Morseapparat sieben bis acht Worte in der Minute, während es der geübte Beamte mit dem Klopfer auf 25, ja sogar auf 40 Worte bringt. Auch sucht man den Strom zum sofortigen Uebertragen des Telegramms in Druckschrift zu benutzen. Namentlich hat der Hughes'sche Typendrucktelegraph Verwendung gefunden. Bei der Telegraphie des Deutschen Reiches waren Ende 1905 in Benutzung: 15,519 Morse. 2454 Klopfer. 26.392 Fernsprecher (meist für das stach Land), 957 Hughes und 157 audeee Apparate. Noch schneller als mit dem HughesApparat läßt sich mit anderen Systemen arbeiten. Bei ihnen allen ist die Vorbedingung, daß man die Zeichcn statt durch die Hand des Telegraphisten vielmehr durch einen automatisch wirkenden, vorher Hergerichteten Apparat geben läßt. Wie sich Photographie und Telegraphentechnik vereinen, das zeigen die Schnelltele graphen von Pollak und Virag sowie von Siemens und Halske. Wie man eine Leitung .gleichzeitig für die Absendung mehrerer Telegramme benutzen kann, das wurde an einem Modell des Baudot'schen Telegraphen sehr deutlich veranschaulicht. Mit dem Baudot'schen Telegraphen, der z. B. zwischen Berlin und Paris arbeitet, kann man so, wenn man vier Apparate angeschlossen hat, 400, wenn acht Apparate angeschlossen sind, etwa 800 Buchstaben in der Minute durch den Draht senden. Auch auf dem Gebiete der Uebertragung von Handschriften, und Zeichnungen sind bedeutsame Fortschritte gemacht worden. Es sei nur an die Kopiertelegraphen von Gray und vonGruhn, die Fernphotographie des Münchener Prof. Korn erinnert. Was ist nicht in einem' Jahrhundert aus Sömmering's Gedanken, den Napoleon I. als Idee germanique" verspottete, geworden? Ein Schadenersatzprozeß, der durch endlose Vertagungen volle elf Jahre die Gerichte 'beschäftigt hat, wurde kürzlich in der Supreme Court von New York zum Abschlüsse gebracht, indem die Jury der klägerischen Partei, der Marchioneß de Feo, einer Sängerin, die wegen eines Unfalls auf einer Broadway-Car, bei dem sie sich der Klage zufolge einen Bruch des Fußgelenks zuzog, die Metropolitan Straßenbahn auf $100,000 Schadenersatz verklagt hatte. $4000 zusprach. Die Klägerin hatte behauptet. daß sie vor dem Unfall Concertsängerin gewesen sei, und daß sie bereits einen Contrakt für ihr Erschei. nen auf der Opernbühne abgeschlossen gehabt habe, als der Unfall sich ereignete. der mit einem Schlage ihrer künstlerischen Carriere ein Ziel gesetzt habe. Die Eigenthümlichkeit des Falles bot der Vertheidigung Anlaß zu verschiedenen Einwänden, indem auf der einen Seite- erklärt wurde, daß selbst eine Verletzung wie die, welche die Klägerin bei dem Sturz von einer Ca? davongetragen haben wolle, in spätestens acht Wochen geheilt sein müsse, wie auch Anstoß daran genommen wurde, daß der Anspruch der Klägerin lediglich auf deren eigenen Angaben gegründet sei. da alle anderen Zeugen nicht mehr am Leben seien. Ebenso wurde erklärt, daß eine klägerische Partei, die einen begründeten Anspruch habe, ihren Prozeß schwerlich elf Jahre verschleppen werde, wie auch nicht einzusehen sei, was ein solcher Unfall mit der Stimme einer Sängerin zu thun habe, und wie die Klägerin eine so ungeheuerliche Forderung stellen könne. Letztere Anficht schien auch von der Jury getheilt zu werden, da sie wie bemerkt, der Klägerin statt der verlangten $100. 000 nur $4000 zusprach. Waldenburg. Kürzlich hat sich die 50jährige Ehefrau des Statronsdieners C. Werner in dem bei der hiesigen Stadt befindlichen See ertrankt. Die Frau war schon viele Jahre leidend und hochradig nervös. Noch künstfertiger. Kleines Elschen: Weißt du, Papa, der Zauberer gestern Abend hat ein Marktstück in eine Blume verwandelt. Vater: Das i't gar nichts ge gen deine Mutter. Di: verwandelt einen Hundertmarkschein in ein Kleid. Berufsmäßig. Musiker (dessen Frau ihm Zwillinge geschenkt hat): Na, also in Gottes Namen zur Abwechselung einmal etwas Vierhändigesl Abgeführt. Fremder, sehr hämisch veranlagt: Ist's wahr, daß in dem Hause, das Sie vor zwei Iahren gebaut haben, schon der Schwamm ist." Baumeister: .Natürlich 's ist ja ein Schulhaus !" Nachundnach. Der Her: Schwiegerpapa hat sich entschieden ge weigert, diesen Schmuck für Sie zu bezahlen!" .Wird schon kommen, Herr -Rosenbaum! Ist noch 'n biß chen schüchtern, der Schwiegerjapa!
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Mnn esse mehr von der am meisten Nahrhaftigkeit bittenden Mehlspeise - Unesda Biscuit der einzige am besten zubereitete Soda Cracker." Dann wird mn mehr verdienen können, da , ein autgepflegter Körper aroßereLelstungsAgkeit aufzuweisen HvJnl Hc Weise kommt man endlich m die Lage, daß MNN mehr ftmren kann: denn es giebt keine Nahrung die für den erhaltenen Wert so bAig ist, als Unesds Sisouit
S in einem stnubfreirn ) feuchtigkeitdichtrn packst.
NATIONAL BISCUIT COMPANY
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Curlnncnfchisse. Ihr Bau und ihr rapise Vermehrung i England und Tcutschland. Tie erste größere Dampfturbine, die einen günstigen Nutzeffekt auswies, wurde im Jahre 1892 von dein Engländer Parsons vollendet. Sie dient: zum Betrieb einer Tynamo. Zwci Jahre begann er den Versuch, seine Turbine auch zum Betrieb von Schiffen zu verwenden, indem er den kleinen Versuchsdampfer Turbinia" erbaute. Zwei Jahre dauerten die Versuche, bis die neue Maschine entsprechende Leistungen aufwies und das Boot Geschwindigkeiten bis 3-1 Seemeilen erreichte. Im Anschluß an diese Versuche wurden in England zunächst im Jahre 1898 zwei Hochseetorpedoboote gebaut und in den Jahren 1900 bis 1902 die ersten Passagier dampfer King Edward" und Queen Alerandra." Vom Jahre 1903 an nahm der Bau von Handelsdampfern mit Turbinen in England einen ungeheuren Aufschwung, es sind bisher ungefähr 50 Dampfer mit zusammen 300.000 Tonnen und über 550.000 Pferdestärken Maschinenleistung in Bau gegeben worden. Die beiden größten sind die Riesendampfer Lusitania" und Mauritania" von der Eu-nard-Gesellschaft. welche je 41.000 Tonnen und 70,000 Pferdestärken besitzen und die größten und schnellsten bisher gebauten Ozeandampfer werden sollen. Vom Jahre 1902 an begann die englische Marine in ausgedehntem Maße Dampfturbinen zum Betriebe ihrer Schiffe zu verwenden, und in der Zwischenzeit ist sie zur ausschließlichen VerWendung von Turbinen für alle Torpedoboote und Kriegsschiffe übergegangen. Auch die deutsche Marine begann im Jahre 1902 ernsthafte Versuche mit der neuen Schiffsmaschine, indem sie das Torpedoboot S 125" und den kleinen Kreuzer Lübeck" mit Turbinenmaschinen in Auftrag gab. Die praktischen Erfolge beider Schiffe waren außerordentlich günstig. Besonders der kleine Kreuzer Lübeck" erreichte nicht nur alle Eigenschaften seines mit Kolbendampfmaschinen ausgerüsteten Schwesierschiffes Hamburg." eines der besten Schiffe der deutschen Marine, sondern er vereinigte damit noch alle speziellen Vorzüge der Turbinenschiffe. wie stoßfreien Gang, leichte Manövrirfähigkeit der Maschine, Schonung von Maschine und Kessel, vergrößerte Sicherheit beim Zielen und Navigiren, geschützte Lage von Maschinen und Propeller, Schonung des Personals. Die deutsche Marineverwalwng beschloß denn auch, die Versuche fortzusetzen, und gab ein weiteres Torpedoboot. G 137," für 30 Seemeilen Geschwindigkeit und zwei weitere kleine Kreuzer. Ersatz Wacht" und Ersatz Komet" mit 13.600 und 15.000 Pferbestärken Maschinenleistung, als Turbinenschiffe in Auftrag. Die einsamste M i s -sionssiation der Welt dürfte die sein, die auf der Herschel Insel im Nordwesien von Kanada liegt. Das nächste Postamt ist 2000 Meilen entfernt. Nur zweimal in jedem Jahr können daher Postsendungen zu dieser Station befördert werden. Die Insel ist zudem rauh und unwirthlich; länger als zwei Monate scheint im Winter keine Sonne, und nirgends crblickt das Auge einen Baum oder Strauch. Die Eskimos, bei denen die Missionäre ihre Thätigkeit ausüben, sind ihrem Einfluß durchaus zugänglich und nehmen schnell bessere Sitten und Gewobnbeiten an. Ders char fe Polarwind, der über die Falklandsinseln (ein den Engländern gehöriger Archipel im Atlantischen Ozean) hinstreicht, vernichtet hier alles Baumleben. Die Bäume haden nur daS Aussehen verwitterter. dick mit Moos bedeckter Felsengebilde. Ihre Wurzeln reichen bis tief in die Erde, sind aber zu harr, als Nutzholz verwendet zu werden, ja sie sind kaum alS Brennholz zu gebrauchen.
MZ
V t i
Schlimme Ltuöcntcn. Ter jähe ttcbcrgang Japans von asiatischer zu europäischer itiilinr hat zahlreiche seltsame und bedenkliche Erscheinungen zur olgc. Eine der merkwürdigsten ist die Bildung der Bande der Schlimmen Studenten". Dieser Vorgang hängt mit dem un gcheilren Andraiige von bildungs lustigen Männern zu den höheren Schulen zusammen, denen diese auch nicht entfernt genügen können. Zur Bildung dieser Körperschaft" kam es, da ein großer Theil bildungsbc dürftiger junger Männer in den Schulen nicht aufgenommen werden konnte. Die Zurückgewiesenen bil dcten im Verein mit anderen Elemcnten der Studentenschaft eine ganz gefährliche Klasse, die man als die Schlimmen Studenten" bezeichnet. In vielen Fällen mußten sie wegen Näuberei und Ueberfallcs verhaftet werden. Seit die Polizei ein scharfes Auge auf sie hat, haben sie ihr in al lcr Form den Krieg erklärt, und man hört täglich von Zusammenstoßen zwischen ihr und den Studenten. Als im Jilli vorigen Jahres dieFriedcns bcdingungen bekannt gegeben wur den, und die erregte Masse einige Po lizeistationcn in Brand steckte, waren es gleichfalls die Schlimmen Stu deuten", die die Masse aufregten und anführten. Tie Skrupellosigkcit die fcr Teklassirten beweist am deutlich sten ihre jüngste Unart,- eine Erprcs sung gemeinster Art. Sie schmuggcl ten einem Theile der jungen Mäd chcn, die täglich ihren Weg zurSchule machen, und zwar denen, die sie als Töchter der reichsten Familien ken nen, Liebesbriefe zu. Bekamen sie. etwas Schriftliches von den Mädchen als Antwort in die Hand, so drohten sie damit, einen Skandal zu provozircn, wenn ihnen nicht Schweigegeld versprochen würde. Diese Erpressungen wurden schließlich so unverschämt betrieben, daß man die Hülfe der Be Horden anrufen mußte. Es ist kein Wunder, wenn konservative Japaner angesichts solcher Erscheinungen in vollem Ernste die Zerrüttung ihres Landes als nahe bevorstehend an sehen. E i n junges Krokovll ist, sobald es seine Eierschale zersprengt, zu allem ebenso befähigt, wie im ganzen spätern Leben. Es begibt sich geraden Weges zum Wasser, selbst wenn solches nicht in Sicht und auch weit entfernt ist, und verfolgt von der ersten Lebensstunde an-seine Beute gierig und geschickt. Aale haben ein zähes Leben. Ein Fischer von Port Jsaac. England, schnitt kürzlich einen Aal in Stücke und als er 20 Minuten darauf den Kopf aufhob, um ihn in's Wasser zu werfen, öffnete sich das Maul des Fisches, wobei eine Fingerspitze des Fischers zwiscken die scharfen Zähne gerieth und nicht unerheblich verletzt wurde. Gr?pMeS Däarttnezt. WeM CredUvriefe, Postantveisungen, auf alle Städte Europas. ,'. Schiffsscheins Von und nach Europa. an ttnd Verkauf auölSndis fSeu eldeö.
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