Indiana Tribüne, Volume 30, Number 115, Indianapolis, Marion County, 7 January 1907 — Page 1
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y Erscheint fedon Nachmittag. Jahrgang 3. Indianapolis, Ind., Montag, 7. Januar 1907 No. 115. , , -
WeihnachtSbescheerung
2er Arbeiter Kinder Sterbekasse in der Columbia-Halle. : Ein großes Publikum hatte sich gf ftern Nachmittag in der Columbia Halle eingefundm, um der Festlichkeit der Arbeiter-Kinder.Sterbekasse beizu Bohnen. Herr Albert Berg hielt einen Vor vag über die Entstehung, die Bedeu. tung und den Zweck des WeihnachtS feste. Der Vortrag wurde mit gro ßem Beifall aufgenommen. Hierauf wurde vom Sozialiftischen Sängerbund- ein Lied vorgetragen. Tann folgte Herr Max Uhrbach mit einer Rede, in welcher das Entstehen und die Entwickelung der Arbeiter Kinder.Sterbekasse beleuchtet wurde. Dieselbe wurde im Jahre 1837 ge gründet und zählt in den Vereinigten Staaten bereits 27,000 Mitglieder. Im Jahre 1900 wurde in dieser Stadt mit 15 Mitgliedern die hiesige Branch" in'Z Leben gerufen. Diese kleine Mit gliederzahl ist inzwischen auf etwa 100 angewachsen. Die Kaste zahlt nach fünfwöchentticher Mitgliedschaft $60, nach fünfjähriger Zugehörigkeit $70 Sterbegeld. Der Jahresbeitrag belkef sich mit Ausnahme des Jahres der General Slocum- Affaire, wo der selbe auf 60 Gents erhöht wurde auf 50 Cents. Luch diese Rede fand reichen Beifall. Hierauf folgte die Bescheerung der Kinder. Auch für Musik war gesorgt worden. Der Sozialiftische Sänger bund" trug sodann noch mehrere Lieder vor, Deklamationen und andere Unter Haltungen wechselten ab. Das Beamtenpersonal des Vereins setzt sich wie folgt zusammen: Präsident Carl Pfifter. Vice.Präsident Christ. Mayer. Jinanz'Sekretär Max Uhrbach. Protokollirender Sekretär Henry Pohlkotte. Personal-Notizeu. Herr AuguftReithle, 922 Belmont Ave., wurde gelegentlich sei neS Geburtstages von den Angestellten der American Brewing Co. überrascht. Die Gäste verlebten viele frohen Stun den im gastlichen Hause. Frau Elizabeth Doerr feierte gestern ihren 92. Geburtstag im Haufe ihrer Tochter, Frau 8. M. Schreckengoft. 1229 YandeS Straße. Die alte Dame erfreut sich einer außer gewöhnlichen Rüstigkeit und nahm noch vor einigen Tagen, trotz des Protestes der Tachter, an der FamilienWüsche theil. Sie wurde am 6. Januar 1815 in Deutschland geboren, landete im Alter von 25 Jahren in Philadelphia. kam bald darauf nach Jndlanapo 113, welches sie seit seiner .Kind helt" kennt, erinnert sich noch recht gnt der früheren Ereignisse, und besonders während derttriegSjahre, in unserer Stadt, mag von den Dok toren, da sie nie krank war, nichts wissen, klagt nur über temporären temporären RH:umatiLmuZ, hat neun Kinder, fünfzehn Enkel und dreißig Urenkel, einen lebenden Bruder im Al ter von 32 Jahren und einen anderen von 85 Jahren. Der Geburtstagsfeier wohnten drei ihrer Kinder Frau Schrcckengoft, Frau Henry Martin und Henry Dörr und ungksähr 42 andere Verwandte und Freunde bei. Rev. und Frau E. H. Breisch' und ,'erschiedene Mitglieder der Ersten Evangelischen Kirche, deren ältestes Mitglied Frau Doerr ist, waren eben fall? anwesend um das Geburtstags kind zu ehren. Henry Klanke, Vertreter der Indiana Trust Co. im Grundeigenthums-, Miethe- und Ver-sicherungS-Departement. S l d n e y B i r d S e y e, aus Oberlin, Ohio, ein 16 Jahre alter Junge, der dort feinen Eltern durchge brannt fein soll, wurde hier durch BahnhofSpolizlsten Hite verhaftet..
Ein ungeduldiger Ehegatte. Eine kleine FamilkeN'Affaire, welche die Radler Golnisch und Wilson gestern Abend geraume Zelt in Bewegung hielt, endete zuletzt mit Marshal BateS' Verhaftung. LateS wohnt 204 Empire Straße, und laut Aussagen der Radler kehrte der Hausherr gestern Abend mit einem Korbe voller GrocerieS heim. Er fand daß feine Frau inzwischen fortgegangen war, und natürlich die HauSthüre ver schlössen hatte. BateS machte sich so fort auf die Suche, eS gelang ihm, die Frau zu finden, und beide kehrten nach Hause zurück. Frau BateS aber konnte nun den HauSthürschlüssel nicht sofort finden, und der an fi schon r?cht ungeduldige
Gatte soll dann die Thüre mit einem kräftigen Fußtritt gesprengt haben. Hierauf ging BateS dann abermals fort, kehrte aber bald zurück und ein Argument entspann sich, und im Ver laufe desselben soll die Frau die Geduld verloren, und ihrem Ehegatten den Korb mit den Grocerywaaren an den Kops geworfen haben, so daß Bohnen und Schinken, Eier und was sonst noch alles sich im Korbe befand, übers ganze Zimmer verstreut wurden. BateS ging nochmals fort und als er bei der Heimkehr die Frau im Bette vorfand. befahl er derselben sofort aufzustehen, und ihm ein Abendessen zu bereiten. Frau BateS weigerte sich natürlich und der Hausherr suchte sie auS dem Bette zu ziehen. DaS war denn doch ein wenig zu stark. Die Frau stand auf, ergriff ergriff einen Schuh und schlug BateS direkt auf den Verstands kästen, und zwar so, daß er nicht nur sich, sondern auch die ganze Stube mit Blut besudelte. Darauf ging er wie der fort. Die Radler, welche schon verschiedene Fahrten nach dem Hause gemacht, jede mal aber den Vogel auögeflogen fan den, warteten diesmal auf BateS, und es dauerte denn auch nicht lange, da hatte er sich in die vor der Seltenthür stehenden Fahrrüder verwickelt und wurde festgenommen. ChaS BaaSke'6 Südseite Kneipe, 1291 Süd Eaft Str. Straßenraub udGegenvehr. An der Oft Michigan Straße gegen über der ersten Alley von Liberty Str. beraubten um 7 Uhr Abend? llmei Strolche Fräulein Emma Etoetling. von 713 Oft Michigan Straße und nahmen ihr, trotz heftiger Gegenwehr ihre Börse ab. Einer der Leute trat aus dem Dunkel der Alley direkt hinter Frl. Stoetling und erfaßte ihren Arm und ihre Börse, da sich jedoch die junge Dame energisch wehrte und der eine der Banditen durch deren Fauftschläge fast vertrieben war. kam ihm sein Complice rasch zu Hülfe und nun wurde sie zu Boden geschla gen und ihr die Lörse entrissen, von welcher sie jedoch den Griff in Händen behielt. Fräulein Stoetling scyrie nun energisch um Hülfe und verschiedene Passanten riefen die Poliz:i herbei, worouf die Radler Hall, Woodward und Mefford nach einigen Minuten auf der Bildfläche erschienen, um zu konfta tiren daß die Vögel verschwunden seien. Der Ort des Ueberfalls glänzt Abends in .Dufterniß- und ift so recht für einen Neberfall geeignet, und war eö Frl. Etötling in Folge dessen nicht einmal möglich anzugeben, ob ihre An greiser Schwarze oder Weiße waren. Regula'ö Halle, Logen-und Vereins. Local, 1703 Süd East Str. Kleine Stadtnenigkeite. Col. WilliamC. Williams, 1120 Linden Str., ift Sonntag Abend nach 4tägiger Krankheit im Alter von 75 Jahren der Lungenentzündung er legen. Am Mittwoch Abend 3 Uhr findet in dem Commercial Gebäude eine Versammlung des ThierschutzVereinZ statt.
Typographia No. 14.
Die deutschen Schriftsetzer hielten Sonntag Nachmittag unter Vorfitz ihres Präsidenten, Gustav Schäfer, in Ottmar Keller'S Halle, 225 Oft Washington Straße, ihre JahreS versamlung nebst Beamtenwahl ab. Die Beamtenwahl ergab folgendes Resultat : Präsident Gustav Schäfer. Vice.Präsident Otto Schulz. Secretür Hermann Borüert. Schatzmeister Valentin Hofmann. Verwalter Henry Heddtrich. TrufteeS Richard Hinze, Johann König, Adolph Hahn. WahlComite LouiS Tisch, Johann Anselm, Albert Henning. BundeS.Truftee für 3 Jahre Richard Hinze. Delegaten zur Central Labor Union: Hugo Miller. Delegaten zum Allied Printing TradeS Council: Adolph Hahn, Hugo Miller. Herr George Müller von VincenneS sandte den Setzern ein Fäßchen von seinem berühmten Hofbräu, und der Herbergsvater regallrte sie mit einem .gepfefferten Hafen." Unschuldig verdächtigt. Wie Jlm Steven, 439 West 16. Str. zu seinen Verletzungen kam, ift eine Frage, welche zur Zeit die Polizei beschäftigt. Die .Polizei behauptet zwar stramm und steif, daß Cll Compton, 551 Darnell Str. seine An gretferin gewesen, Ella aber behauptet gerade das Gegentheil, und sie kann sich nicht erklären, wie irgend jemand auch nur an eine solche Geschichte glau ben kann. Ella erzählte, daß sie gestern Abend sich zum Kirchgange gerüstet hatte und als sie gerade zur HauSthüre hinaus wollte, trat Jim ihr entgegen. In sei ner Hand hielt er ein großes Messer. Ella schrie vor Schreck laut auf, und Nachbarn eilten zur Stelle. Jim nahm sofort Reißaus und wurde erst später vom Polizisten Tomlinson völlig mit Blut übersudelt aufgegriffen. Er muß mit einem Rafirmesser zugestutzt wor den sein, doch behauptet Ella niemals ein Rastrmesser im Besitze gehaht zu ha ben. Jim schweigt sich über die Ange legenheit aus. Ein hitziges Argument. Julius Steinberger, 161 Gelsen darf Str., der bereits feinen Koffcr zur Abreise gepackt hatte, wurde von den Radlern Golnisch und Wilson verhaf tet, und unter Anklage des thätlichen Angriffs und deS Vedrohenö mit Mord Waffen gestellt. Steinberger. der im Hause von Llsette Williams wobnt. soll diese be reitö am Nachmittage niedergeschlagen haben, als er in Gesellschaft derselben und ihres Bruders sich auf der Suche nach passendem Grundeigenthum be fand. Zu Hause angekommen wurde dann da? Argument fortgesetzt und zu letzt soll sich Steinberger soweit ver gesseu haben, daß er ein Messer zog und mit demselben aus einen der im Zimmer anwesenden Männer loöging. Ein langer Schnitt in der Wand soll laut Aussagen der Radler Zeugniß ablegen, daß Steinburg nach dem un berufenen Debattanten mit seinem Messer schlug. Pionier-Lerein. Wegen Krankheit des bisherigen Se kretärö Herrn Charles I. Schmidt, hat Herr M. RobinluS, 862 Engllsh Ave., das SekretärSamt übernommen. Der neue 1907 Lahrer Hinkende Oote sowie Ma rien Kalender, beide von Deutschland importirt, find in unserer Office, St Süd Zelavare Strafe, zu haben.
Aus deutschen Vereinen.
Pfülz er U n t e r st ü b u n g S Verein. In der Columbia Halle hielten ge ftern Nachmittag die Pfalzer eine gut besuchte Versammlung ab. Ein neues Mitglied wurde aufgenommen, ein Kandidat ließ sich zur Mitgliedschaft vorschlagen. Für das im kommenden Mai zu veranstaltende Stiftungsfest werden große Vorbereitungen getroffen. Das aus den Herren Jacob M. Mayer, Geo. Deluse, Peter Pstfterer, August Regula und Dan. Kuhlman bestehende Comite unterbreitete einen theilweisen Bericht, aus welchem ersichtlich ist, 'daß soweit ein Conzert mit folgendem Banquet und Ball die meisten BefÜr worter findet. Trauerbeschlüsse wurden für das verstorbene Mitglied Cafimir Günther gefaßt, und der Verein ehrte das An denken des Todten durch Erheben von den Sitzen. Herr George Deluse ift jetzt der einzig Ueberlebende der drei Gründer des Vereins. Bäcker Verein. Die gestrige Sitzung der Bücker in der Columbia Halle erfreute sich guten Besuches. Eine Anzahl Routine.Ge schäfte wurden erledigt, ein neues Mit glled wurde aufgenommen. .Die Vorbereitungen für den am 19. Januar in der Südseite Turner Halle abzuhaltenden JahreZball sind in vollem Gange. In der nächsten Vcrsamm lung werden auch die neuen Konftitu tionen und Nedengesetze zur Verthei lung gelangen. 21 tt UnterftützungSver e i n. Die Versammlung erfreute sich guten Besuches. Der von den Finanzbeam ten eingereichte Bericht zeigte einen gün ftigen Stand der VerelnLkasse. Die nächste Versammlung wird zu einer Spezialsttzung gemacht, zu wel cher alle Mitglieder eingeladen werden sollen. Der Verein Plant nämlich, eine große Famillen'Unterhaltung zu ge ben, und sollen die Vorbereitungen nach der. nächsten Sitzung sofort in Angriff genommen werden. Bierbrauer-Unter ft ü tz u n g ö v e r e i n. Die Versammlung des Bierbrauer UnterftützungSvereinZ in der Columbia Halle erfreute sich eine? guten Besuches. ES gelangten ausschließlich Routine Geschäfte zur Erledigung und wurde nach Schluß noch eine gemüthliche Nach feier veranstaltet. Deutscher Unterst.Bund, District 283. Der Deutsche UnterftützungSBund hielt feine Versammlung in der Co lumdla Halle gestern ab. Auf der Tagesordnung standen der Jahresbericht und.'die Beamtenwahl. Die alten Beamten wurden wegen ihrer guten Dienste, die sie dem Distrikt geleistet, wieder erwählt und denselben der Dank des Distrikts für Ihre Dienste abgestattet. Prüf. Peter Hammerle. Vlce.Präs. Fred Malwig. Schatzmeister-Fritz Wenzel! Secretär A. Berg. TrufteeS Jacob Leibrock, John Hartmann, Christ Mäkle. Die Gesetze, von der Supr. Ton vention angenommen, den Schatz meifter und Secretär je unter $300 Bürgschaft zu stellen, und die Papier. zur Erledigung angewiesen. Da der Bestand der Lokal'Kasse sehr günstig ift. wurde beschlossen, im Laufe des Winters eine Abendunterhaltung für die Mitglieder zu arrangiren. Sonst wurden nur Routine.Ge fchäfte erledigt. SchwübischerUnterst. Verein. Der schwäbische UnterftützungS'Ver ein, welcher gestern Nachmittag feine regelmäßige Jahresversammlung ab hielt, inftallirte gleichzeitig die neuer wählten Beamten und nahm den Be richt des BücherReviftonScomiteS ent gegen, welches Alle in ausgezeichneter Ordnung fand und eiq Gefammtver I ewsvermögen von t5400 konftatirte.
Das Ballcomite berichtete, daß am
5. Februar der jährliche Maskenball in der Germania Halle stattfinden werde und alle Vorbereitungen im Gange eien, um einen richtigen Erfolg zu er zielen. Herr John Bernlöhr wurde in An erkennung seiner treuen Dienste als Truftee während der letzten 25 Jahre mit einer ttifte feiner Havana.Cigarren raktlrt, welche er mit Dank annahm, während dem Finanzsecretär für seine reue 10jährige Thätigkeit eine goldene Feder als Anerkennung übermittelt wurde. Der Vereinsbüttel Andreas Hornberger wurde mit voller Pension nach einem Dienftalter von 25 Jahren entlassen 'und wurde nunmehr Herr Charles Fischer mit demselben Amt be leitet u. bezieht er von vornherein daS selbe Gehalt wie sein Vorgänger. Gärtner Verein. Der deutsche Gärtner UnterftützungS Verein hatte gestern Nachmittag in der Germania Halle seine regelmäßige JahreS Versammlung, bei welcher sämmtliche Mitglieder anwesend wa ren. Ein neues Mitglied wurde auf genommen und der Jahresbericht lau tete außeroroentlich günstig, da die Fi nanzen sich auf einem ausgezeichneten Standtpunkt befinden. jDer Verein besteht nun bereits feit dem Jahre 1868, kann somit auf eine Thätigkeit von 33 Jahren zurücksehen, und nimmt von Jahr zu Jahr zu. ConcordiaVerein. Der Concordia.Verein hatte gestern seine regelmäßige Kartenpartle für Vereinsmitglieder, welche wie gewöhn lich, sehr gut besucht war und amüftrte man sich bis um 12 Uhr, worauf noch ein solennes Tänzchen inscenirt wurde. D..A. Protestantischer Waisenverein. ; Der deutsche allgemeine Protestan tische Walsenverein hielt gestern seine MonatSsttzung ab. Die Beamten fan den sich vollzählig im MayorS Zimmer im Courthoufe ein. Herr Alb. Sahm war krankheits halber nicht anwesend, und versah Herr H. LenSmann die Stelle des Pro tokoll.SekretärS. Der Verein faßte den Entschluß, zu Ehren seines verstorbenen Mitgliedes Henry Spielhoff Trauerbeschlüsse zu verfassen, und dieselben den Hinterblle denen desselben zuzustellen. Für die reichlichen WelhnachtSgaben wurde allen freundlichen Gebern der spezielle Dank deS VeretnSZübermittelt. Dem Janttor des CourthauseS wurde ein Geschenk gemacht. Der Bericht deS WaifenvaterS er giebt, daß sich zur Zeit 76 Kinder in der Anstalt befinden, 39 Knaben und 37 Mädchen. Alle sind gesund und munter. Jacob Kierdorf'S Wirthschaft, 835 Massachusetts Ave. t Martin Sirk . Im hohen Alter von 76 Jahren ift gestern Nachmittag Martin Birk, 1119 Nord Alabama Str. gestorben. Im Jahre 1830 in Würtemberg ge boren, kam der Verstorbene als 24 jähriger Jüngling nach Indianapolis, wo er sich als Seifenfabrikant etablirte. Im Jahre 1834 jedoch zog er sich vom Geschäfte zurück, verr Birk war in deutschen Kreisen bestens bekannt, und er nahm regen Antheil an deut fchen Bestrebungen. Er war ein Mit glied des deutschen PionierVereinS, des Männerchors, ein Mitglied der Druiden, der Freimaurer und der Tempelritter. AdamS & Krieger sei gen für die Bestattung. Die Wittwe deS Verstorbenen und acht Kinder trauern an der Bahre. Die Beisetzung am Dienstag Nachmit tag 2 Uhr erfolgt auf Crown Hlll. Na e. Entlassene Köchin: Meiner Gnädigen habe ich noch einen Streich gespielt. Als sie nämlich bei der letzten' Einladung eine Mehlspeise selbst rns dem Kochbuch heraus kochte. be ick betmlick da naoÄe B att !rmrSgrssr, so" daß sie auf. ein f&m Eckte weiter kochte, ohne tj
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Nachrichten aus Indiana.
E v a n S v i l l e. Auf Anord nung von Mayor John W. Boehme wurden am Sonntage alle 294 Wirth, fchaften der Stadt geschlossen, zum ersten Male nach langen Jahren. Alle Städte und Flecken in diesem Ende deö Staates müssen sich jetzt dem SonntagLgesetze unterwerfen, und in vielen Orten find die Wirthschaften völlig vertrieben. Howell. drei Meilen von hier, setzte den Deckel auf, und wie verlautet soll auch Newbury bald trocken gelegt werden. EvanSville ift die zweitgrößte Stadt des Staates, und wurde ftetö als eine der liberalsten Städte von Indiana be rächtet. Deutsche Zeitungen waren die ein kgen, welche für persönliche Freiheit fich ins Mittel legten. ES ist die alte Geschichte, während die Temperenzfanatiker mit allen Mit eln kämpften, und ihre Zeitungen un stützten, zog das liberale Element fich zurück, und verlangte von seiner Presse die großmöglichfte Unterstützung na ürllch kostenlos. Das in solchem Falle die Temperenzelemente siegen mußten, war selbstverständlich. T er r e Haute. Polizei Su perintendent Harvey JoneZ ift noch im mer in Albany, N. I., woselbst er auf die Ankunft neuer Auslieferungpapiere wartet, welche er dem Gouverneur des Staates New York vorlegen will, mit dem Verlangen, den diebischen Vice Präsidenten der Grubenarbeiter deö 11. Distriktes, Stinson, an den Staat In diana auszuliefern. Stinson ift noch immer im Gefäng nlß zu Mt. Vernon, N. Y., und wird nach den Gesetzen des Staates New Vor! nur dann ausgeliefert, wenn der Gouverneur jenes Staates überzeugt ift, daß der Mann unbedingt verur theilt werden wird. PolizeiCap!tän Armstrong hat von Gouverneur Hanly die Requifttionöpa Piere erhalten und find dieselben an Herrn JoneZ weiter befördert worden. In einigen Tagen werden wir hören, was in der Angelegenheit seiter ge fchehen ift. EvanSville. Die städtischen Wasserwerke sind vollständig von der Fluth umgeben, und müssen Kohlen sowohl, wie Arbeiter nach denselben be fördert werden, um die Pumpwerke in Gang zu halten. Von der ttentuckyer Seite rufen die Farmer die Hülfe ihrer Mitbrüder auf dieser Seite deö Flusses an, da sie gern hre Familin. Früchte, Vieh und Mo bitten retten möchten, ehe der Fluß noch höher steigt. Henry und Georg Mann, welche große Farmen im gegenüberliegenden Kentucky besitzen, versuchen alles Mög liche, um die nöthigen Flachboote und Barken zu bekommen, welche ihre Maisvorräthe, die immer mehr unter Wasser gerathen, auf'S diesseitige Ufer retten können.' Ausrede. Mutter: Wie oft habe ich dir schon gesagt. Marie, daß du die Rinde vom Brot mitessen sollst! Atzt hast du sie wieder liegen lassen! Es wird noch eine Zeit loni men, in der du die Ninde gerne essen wirst. Das zehnjährige Mariechen: Ja, Mutter, deshalb hebe ich mir sie ja auch alle auf. Naiv. Die hier iinSchau fenstn ausgestellte Wkchnunseinrichtung liefere ich schon bei nnn An Zahlung von fünfzig Mark", steht in einem Abschlagszahlungsgeschäf an geschrieben. Sich, die solltest du kau-fen-, seufzt das Töchterchen, als eS mit seiner Mama vorübergeht, ich möchte jedeLmal in den Boden sinken, wenn der Gerichtsvollzieher zu uns kommt und gar nichts Pfändbares findet! Das mißverstandene Kommando. Vor der großen Besichtigung nimmt sich der Hauptmann der 10. Kompagnie seine Leute noch einmal einzeln- vor. . Als ein edler Pole vor ihm steht, kommandirt er: Fällt das Gewehr!" Nein", sagt der Netrat, ohne sich zu rühren. Alles sieht starr bei dieser ungeheuerlichen Gehorsamsverweigerung; der Rekrut aber fährt, ohne eine Miene zu verzichten.-fort :-alt ich Gevr mewigeö fest!? .
