Indiana Tribüne, Volume 30, Number 114, Indianapolis, Marion County, 5 January 1907 — Page 7

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H n.d c 1 1 1 Roman von 1 W A. G. von Suttner 5sl!!!iU:i!!I!!!""!:'!!:j!k!!1!:il!:i!I!!!!'ltt!!!:!!l!IZ (Fortsetzung.) Er schlug die Hülle zurück, in der selben befanden sich rnehrere Papiere: zu oberst ein Brief unter Kouvert. der an Herrn Maurus adressirt war; dann drei Dokumente, die Andreas durch flog, ohne daraus recht klug zu rcerden: auf jedem stand dasselbe, und zwar, daß an den Ueberbringer tausend Gulden auszuzahlen ' seien! Schließlich kam a!Z Letzte ein offener Brief zum Vorschein: Mein lieber lndreas! Es ist vielleicht eine Marotte von mir, abtx ich denke, es wird Dir eine kleine Freude machen, wenn Du. nachdem Du DiÄ durch alle Wirrsale meines Manuskripts glücklich durchgearbeitet hast, aanz unerwartet auf diese Beilagen stoßest. Der inliegende Brief ist das längst versprochene Empfeblungsschreiben für Dich an meinen Bruder. Die drei Staat-obliaationen zu je tausend Gulden sind Dir schon seit mehreren Ja ren bestimmt warum soll ich Dir also Dein Eigenthum noch länger vorenthalten? 6s wird Dir Muth und Ausdauer geben und Erleichterung gewähren. Deinem Ziele zuzumarschiren. Tu hast mir nie! Freude gemacht ich danke Dir dafür. Nun noch ein paar Worte über mein Manuskript: In meinem Alter muß ich gefaßt sein, daß mir früher, als ich es erwarte, etwas Menschliches passirt. Sollte das der Fall sein, bevor Tu mir noch die Abschrift zugestellt fast, dann lege ich Dir die Verpflichtung auf. den Verlag des Werkes zu fcejcrgen doch darfst Du das Ergebniß jahrelanger Arbeit nicht unentgeltlich ablassen, denn ich will, daß verschiedene Personen davon Nutzen ziehen: am liebsten wäre es mir. wenn man den Verkaufspreis als Kapital anlegte, von welchem die Zinsen (je nach Größe des Kapitals natürlich) in ein oder mehrere Stipendien getheilt werden, und zwar so. daß das erste Stipendium dem würdigsten Schüler meines Gymnasiums (jedesmal durch vier Jahre, während welcher er sein Universitätsstudium macht) zufällt. Sollten mehrere Auflagen und in Folge deffen auch mehrere Stipendien ermöglicht werden, so fällt das nächste dem Gymnasium zu, an welchem mein Bruder thätig ist, das dritte wieder meiner Schule u. f. w. Bei dieser ganzen Manipulation, sowie beim Vertrieb des Werkes wird Dir. wie ich hoffe, mein Bruder mit Rath und That zur Seite stehen. Das ist Ases, was ich Dir zu sagen habe, mein guter Doktor. Kämpfe muthig weiter es gilt die Pyramid: erklimmen. Wacker! Dein alter Freund." Andreas blieb lange mit dem Brief in der Hand sitzen. Eine Welt von Gedanken war über ihn hereingestürmt: Trauer und Dankbarkeit für den todten Freund, Freude über das unerwartete Glück, Vorsätze für die Zukunft. Er saß so lange in Träumereien vertieft, daß sich der hagere Baß genöthigt sah, zum zweiten Mal sein zum Essen" erdröhnen zu lassen. Nach dem Mittagessen theilte Andreas Alles seinem einstigen PflegeVater mit. Die gute Laune Herrn Fummerers (er hatte in der Stadt-park-Angelegenheit den Sieg davongetragen), steigerte sich zum lauten Enthusiasmus, als ihm sein junger Freund die überraschende Eröffnung machte. Es würde nicht viel mehr bedurft haben, um die Bürgerwehr in's Gewehr rufen und eine Freudensalve abgeben zu lassen. Als Andreas ein kleines Bedenken äußerte, ob er wohl berechtigt sei, sich heute schon als Eigenthümer des Kapitals zu fühlen, da er von rechtswegen erst nach Vollendung der Arbeit die Beilagen Katte finden sollen, bemerkte Herr F. F. fast entrüstet, daß zwar Ehrlichkeit am längsten währe, daß aber Andreas in diesem Falle einfach eine Dummheit beginge, wenn er die Gewissenhaftigkeit auf die Spitze triebe. Dann kam dem jungen Manne noch ein anderer Skrupel: Hatte nicht Herr Maurus vor allen Anderen ein Recht darauf? Er. der Bruder. Und diesen Skrupel wollte er nicht so leicht fahren lassen. Jedenfalls wünschte er frei von allem Vorwurf zu sein, und deshalb beschloß er. auf der Stelle dem Pfarrer den Sachverhalt genau darzulegen; schreiben mußte er ihm ohnehin, da er ihm den Brief des Bruders zu überMitteln hatte. Nachdem er auf diese Weise seiner Pflicht nachgekommen war, fühlte er sich beruhigt. Herr Fummerer hatte ihm schließlich recht gegeben. Am nächsten Morgen brach Andreas frühzeitig auf, um dem Bruder einen Lesuch zu machen; verdankte er diesem doch die Wiedererlangung des Manuskripts, dessen Verlust immer für ihn ein schwerer Stein auf dem Herzen geblieben war. Er fand Josef fröhlich und guter Dinge: A wengerl von d'r Arweit herg'nommen" zwar, wie er sagte, aber doch dabei zufrieden und weit entfernt, über sein Schicksal zu murren. Der Ander! war so sehr Swdtherr qeworden. daß Josef sich

fast nicht getraute, den Dötf r" bei seinem Bauern zum Mittagessen einzuführen, doch der Andere fühlte sich ganz selig am weißzescheuerten Fichtentisch, und ging auf die Zwetschenknödel" los, daß es eine wahre Passion war. Weißt no Anderl. wie m'r in d'r Mühl q'sess'n san. wie d'r LehrerSchani sti' Ab'chicdess'n g'feiert hat?" Ob er es noch wußte! Im Nu kam ihm der Spielgenosse in den Sinn die Festtafel, die Toaste, die Entenknochen, der Kampf mit dem Drachen und hunderterlei andere Erinnerungen; es dürfte Alles erst gestern vorgefallen sein. Und der Schani, ist er noch immer in St. Polten?" I bewahr, der is jetzt Vikar in Treieich'n. Der wird auf ja und ua Pfarrer sein." Andreas brachte die Nacht im Hofe zu. Am nächsten Morgen bestand der Bauer darauf, daß ihn Josef mit dem Steirerwägerl" in die Stadt zurückfahre. Da half kein Protestiren, kein Betheuern, daß er ganz gut mit dem Bruder den Weg zu Fuß machen könne, der Bauer wollte nichts davon hören, denn er wußte waö sich schickt." Herr Maurus hatte umgehend geantwortet: Die Bestimmung betreffs des Geldes sollt; genau so eingehalten werden, wie es der verstorbene Rektor gewollt hatte: es gehörte voll und unbestritten Andreas. Bezüglich des Manuskripts hatte Herr Maurus seinem Freunde Ambrosius geschrieben; mit diesem sollte sich Andreas verabreden, sobald er nach Wien zurückkehrte. Der Brief war diesmal nur kurz, denn de? Pfarrer wollte, daß die Antwort in Bezug auf das kleine Kapital seinem Schützling ohne Zeitverlust zukomme und da der Postbote bereits ungeduldig geworden, hieß es schließen. Nächstens mehr," versprach der Psarrer. Andreas fühlte sich als einer der größten Kapitalisten seiner Zeit. Sein Reichthum schien ihm so ungeheuer, daß er sich nur schwer vorzustellen vermochte, über wieviel er eigentlich zu verfügen habe; um dies jedoch bei Zeiten festzustellen, machte er sich auf der Stelle daran, seine Bilanz zu ziehen. Nachdem er d-ese Arbeit glücklich zustände gebracht, begab er sich mit seinem zahlenbcdeckten Papierbogcn zu Herrn Fummerer. Dieser gerieth in lebhafte Entrllsiung, als ihm sein junger Freund vor allem die Rubrik vorlas, in welcher die an dcn Pflegevater zurückzuerstattenden Summen verzeichnet waren. Bist Du bei Sinnen. Andreas! Glaubst Du, ich werde mir das Stückchen Brot zahlen lassen, das Du an meinem Tisch gegessen?" Da gab es nun eine lebhafte Diskussion, doch Herr F. F. war unbeugsam. Das Einzige, was er gestattete, war die Rückzahlung der Baarauslagen, die an das Gymnasium geleistet worden waren, über alles Andere mußte sich Andreas ein rothes Kreuz gefallen lassen, wenn er nicht Herrn Fummerer ernstlich beleidigen wollte. Die Summe von sechshundert Gulden, wurde dem zufolge auf zwei hundert vermindert. Nun folgte ein ebenso harter Kampf mit der Mutter: Ob das nicht grober Undank wäre, wenn sie Herrn Fummerer jetzt, wo ihr Anderl wohlhabend war, verlassen würde! Sie war ihm unentbehrlich. Wer sollte ihm das Hauswesen führen? die Kllcbe' beaufsichtigen? die Wohnung in Stand halten? Kurz Andreas hatte nicht den gerinzsien Erfolg mit seiner Idee, die Mutter zu versorgen und selbstständig zu machen. Wenn er wollte, konnte er ihr ein neues Kleid und einen Shawl für den Winter kaufen, mehr aber auch nicht. Mit einem einzigen Projekt gelang es ihm durchzuringen, nämlich mit seinem Vorschlag, dem Bruder die Pachtung einer Mühle zu ermöglichen; es bot sich Gelegenheit dazu in unmittelbarer Nähe der Stadt. Die Kaution von dreihundert Gulden konnte auaenblicklich erlegt werden, und außerdem durste sich Josef nicht weigern, fünfhundert für Einrichtung und Vorauslagen anzunehmen. Darauf bestand Andreas mit aller Zähigkeit, und man mußte endlich seinem Wunsche willfabren, wenn man nicht wollte, daß ihm sonst seine ganze Erbschafr verleidet würde. Sobald dieses Geschäft in Ordnung gebracht war. konnte sich Andreas zu seiner Reise nach Wien rüsten. Die Ferien waren schon seit mehreren Wochen abgelaufen und es galt, sich wieder mit frischen Kräften an die Arbeit machen. . Bezüglich seines Kapitals hatte er folgende Verfügungen getroffen: Die eine Hälfte sollte ihm für die zwei Jahre, welche er noch an der Universirar zuzuvrtngen yane. zum eoensunterhalt dienen; der Rest durfte nicht angetastet werden, denn dieser hatte die Bestimmung, nach absolvirter Universität. eine Studienreise in's Ausland zu ermöglichen. 21. Kapitel.

n rasender Eile zog die Zeit dabin. Zäh und unverdrossen, fast maschinenmäßig kämpfte

Andreas Tag für Tag seinem Ziele zu. nur immer das eine Ideal im Auge behaltend: Die letzte Stufe erstimmen! Oft glaubte Herr Florian, bei d:m sein werthgeschätzter ZimmerHerr" wieder Quartier genommen, interveniren zu müssen, denn es hieß doch die Gesundheit rüskiren," wenn man so ohne Unterlaß stundenlang in den Vorlesungen. und danz zu Hause, bis in die sväte Nackt hinein, über den Bü-

chern saß! Freilich schöpfte Herr von Geier" aus seinen Bänden wirkliche Gelehrsamkeit, denn er hatte Herrn Florian von einer bösen Augenentzündung im Zeitraume weniger Tage befreit, aber nur Alles was recht ist; man kann sehr gut studiren, ohne sich aufzureiben, oder, wie Herr Florian poetischer sagte: ohne dem Sensenmann in die Pachtasche zu springen." Der Ueberredung-kunst des Haarkünstlers gelang es denn auch endlich, den Zimmerherrn zu bewegen, den b:iden Borch-Abenden" noch zwei Opernabende hinzuzufügen, eine Erholung, die ebenfalls gratis war. da Herr Florian es schließlich erreicht hatte, Friseur d:r beiden Hofthcater zu werden. Weitere Konzessionen einzuräumen weigerte sich jedoch Andreas standhaft. Die Sonntage, selbstverständlich, waren ausschließlich zur Erholung bestimmt, ab.'r in den Wochentagen durfte keine Stunde versäumt werden. Wie sei! jeher, wurden diese Sonntagsmorgen der Korrespondenz gewidmet. Am regelmäßigsten ging der Briefwechsel zwischen dem Pfarrhose und der Residenz von statten, ohne daß jedoch die anderen Freunde und die Verwandten deshalb vernachlässigt worden wären. Die ersten paar Male bezog sich die Korrespondenz mit Herrn Maurus nur auf Geschäftliches, denn Andreas hatte bezüglich des Manuskripts dahin Bericht zu erstatten, daß es Pater Ambrosius gelungen sei. einen Verleger zu finden, welcher für die erste Auflage zweitausend Gulden bct. Der Pfarrer rieth. das Geschäft ohne weiteres abzuschließen. Nachdem diese Frage erledigt war. nahm die Korrespondenz eine weniger geschäftliche Form an. Herr Maurus theilte unter anderm seinem Schützling mit, daß er seine Wirthschaften zu ihrem großen Schreck und zu ihrer höchsten Verblüffung bei einem Betrug ertappt habe, der jedoch, wie es sich herausstellte, ganz unfreiwillig von ihr verübt worden war. Nach des Nektors Tod nämlich war sie mit einem unvollendeten Empfehlungsschreiben zu ihm gekommen, und in Folge dieses Schreibens, das augenscheinlich für sie verfaßt worden, hatte ihr der Pfarrer sogleich die Stelle als Haushälterin zugesichert. Als ihm nun kürzlich Andreas den im Manuskript gefundenen Brief sandte, hatte es ihm geschienen, wie wenn er denselben bereits theilweise einmal gelesen hätte; er erinnerte sich jetzt der Zeilen, die ihm die Alte damals überbracht hatte, suchte dieselben hervor und fand, daß der Anfang wirklich genau derselbe war. Es unterlag also keinem Zweifel, daß dieser Brief niemals der Ueberbringen bestimmt gewesen. In ihrem Schreck gestand sie nun auch, daß sie von rechtswegen keinen Anspruch auf eine weitere Versorgung zu machen gehabt hatte, da der Rektor schon zu Lebzeiten eine bescheidene Rente für seine alte Dienerin bei der Bank angelegt hatte. Herr Maurus äußerte sich scherzend übe? die böse Viertelstunde, welche die Haushälterin während dieses Verhörs ausgestanden, bemerkte aber gleichzeitig, daß trotzdem Alles beim Alten geblieben sei, da er mit ihr sehr zufrieden und fest überzeugt war, daß sie im besten Glauben gehandelt hatte. Dann folgten Neuigkeiten aus der Nachbarschaft und die Aufforderung, oft zu schreiben. Diese Briefe hatten nun immer für Andreas ein ganz besonderes Interesse, und um ja gewiß alle Wochen Nachrichten zu erhalten verging kein Sonntag, ohne daß dem Pater eine umfangreiche Epistel geschrieben wurde, die regelmäßig mit der Bitte schloß. Alles was auf der Pfarre und in Rauhensiein vorging, auf das eingehendste zu berichten. Herr Maurus kam diesem Wunsche mit der größten Gewissenhaftigkeit nach; da er übrigens bald heraus hatte, daß sein Korrespondent besondcres Gewickt auf die Rauhensteiner Nachrichten legte, so versäumte er es nicht, ihn von Allem, was dort vorging, in Kenntniß zu setzen. Da hatte denn mit der Zeit Andreas die verschiedensten Dinge erfahren: Daß Graf Ereuchingen um die Hand seiner Kousine angehalten, daß diese jedoch Bedenkzeit ausgebeten habe; als hierauf diese Periode abgelaufen war und der Bewerber pünktlich erschien, war wieder eine neue Frist in Vorschlag gebracht worden, mittlerweile schien jedoch dem Grafen die Geduld ausgegangen zu sein, denn es hieß, er sei mit einer Prinzessin Lichtenberg verlobt. Freilich wa? dies vorläufig nur ein Gerücht. Da? war eine siebende Frage gewesen, die Andreas recht sehr in Athem erhalten hatte und deren endgiltige Lösung ihn mit unbeschreiblicher Freude erfüllte. Hoffnung! Ich glaube Dich verstanden zu haben. Nur muthig weiter, und hoffen!" Ferner hatte der Pfarrer die ihm sehr neu scheinende Nachricht mitgetheilt, daß Pech" in Nauhensiein seine Heimath gefunden habe und daß er nicht mehr Pech," sondern Espoir" heiße. Auch von Erwein sprach Herr Maurus regelmäßig in seinen Briefen doch über diesen lauteten die Nachrichten in der letzten Zeit nicht günstig: er magerte sichtlich ab. beklagte sich über Appetitmangel, Mattigkeit, hustete heftig und anhaltend, so daß die Gräfin davon sprach, mit ihm nächstens nach Wien zu fahren, um die Aerzte ju Rath zu ziehen.

Auf diese Mittheilung hin beeilte sich Andreas, dem Leidenden zu schreiben und demselben Alles eingehend mitzutheilen, was für ihn von Interesse stin konnte. Darauf war eine Antwort gekommen, deren Einleitung von Erweins Hand zu Papier gebracht worden, die Fortsetzung jedoch hatte er der Schwester diktiren müssen, da er sich selbst zu schwach fühlte. Zum Schluß hieß es: Herzliche Grüße von Esther." Dieser Brief gab ihm Gelegenheit zu stundenlangen Träumereicn, in Folge deren er zum ersten Male sein vorgesetztes Tagewerk versäumte. Das durfte nicht mehr vorkommen; aber nachdem er mehrere Wochen hatte dahingehen lassen, erfor-, derte es doch die Pflicht der Höflichkeit, sich wieder direkt beim kranken Freunde um dessen Befinden zu erkundigen. Von da an wurde ein Tag im Monat dieser neuen Korrespondenz gewidmet, deren Regelmäßigkeit jedoch bald ein Ende nahm, da der Arzt erklärt hatte, daß Erwein ohne Zeitverlust nach dem Süden gebracht werden müsse. Die Gräfin war mit ihrem Enkel nicht nach Wien gekommen, wie Andreas so sehnlich gehofft, sondern sie hatte vorgezogen, eine ärztliche Autorität nach Raunenstein zu entbieten. Der letzte Brief, den Andreas von dort erhielt, brachte die Nachricht: Morgen findet die Abreise statt. E5 ist noch unbestimmt, ob wir uns in Cannes oder in Nizza niederlassen werden." Das war die letzte Nachricht für lange Zeit. Auch Andreas begann sich mit sei nem Neiseprojekte eingehender zu beschäftigen. Er war seinem Vorsätze, die Augenheilkunde als Spezialstudium zu wählen, treu geblieben, und aus diesem Grunde stand sein Entschluß fest, sich nach abgelegtem Examen für einige .Zeit in Berlin niederzulassen, wo der Wohlthäter so vi:ler Unglücklicher. Albrecht van Grase, seinen Eitz hatte. Eines Tages es war nur wenige Wochen vor der Prüfung, blickte er zufällig auf die schwarze Tafel, auf welche der Portier immer die Namen aller Jener schrieb, für die Briefe bei ihm auflagen. Andreas las: Geier." Nach einigen Minuten war er im Besitz des Schreibens, dessen Aufschrift von einer fremden Hand herrührte: Herrn Andreas Geier, Hörer der Medizin. Wien. Euer Wohlzeboren werden ersucht sich baldmöglichst in der NotariatsKanzlei des Unterzeichneten einzufinden. um eine Sie betreffende Mittheilung in Empfang zu nehmen. Hochachtungsvoll Dr. Roller." Was konnte das wohl für eine Mittheilung sein? Noch am selben Tage nach beendeter Vorlesung sollte er eö erfahren. Er stand dem Chef der Kanzlei, einem winzigen Herrn in mittleren Jahren gegenüber. Nachdem er sich gehörig legitimirt hatte, ging Dr. Roller ohne Umschweife zur Sache über: Herr Geier, ich bin von einem verstorbenen Klienten beauftragt, Ihnen die Summe von zehntausend Gulden auszuzahlen." Andreas fühlte sich fast versucht, dem Anderen in's Gesicht zu lachen: Herr Doktor das dürfte wohl ein Irrthum sein." Herr Geier, durchaus rücht." Darf ich Sie wohl um den Namen des Klienten bitten?" ..Ohne Zweifel dürfen Sie das: Regierungsrath Lustig." Ich höre dcn Namen zum ersten Male in meinem Leben." .Ich wttjz es." ..Wieso wissen Sie es?" Weil mir's der Negicrungsrath gesagt hat." ..Aber er ist ja todt! Das schließt doch die Möglichkeit nicht aus. daß er einmal lebendig war." Gewiß nicht." bestätigte' Andreas einigermaßen befangen, da er fühlte, daß feine Bemerkung von vorhin nicht gerade d'.rch Geist geglänzt habe. ..Ich will Sie sogleich auf die Spur bringen. Herr Geier, das heißt, ich werde Ihnen einige Schlagworte geben, die mir mein einstiger Klient mitgetheilt hat: Erinnern Sie sich, vor mehrcrcn Jaüren einen Hund auf dem Glacis aufaelesen zu haben?" , Gerriß!" rief Andreas. So werden Sie sich vielleicht auch entsinnen, daß Sie ein alter Herr für ein paar Minuten aufhielt, um Ihnen einen guten Wunsch auf den Weg mitzugeben?" Ich erinnere mich vollkommen! Und dieser Herr war der Regierungsrath " Lustia; so lange er noch lebte." unterbrach Dr. Roller. Und dann?" (Fortsetzung folgt.)

(3 I st 3 q c t a ß c , welcye vom Alter und Reich braun geworden sind, werden von außen und innen mit Schwefelsäure begossen; man läßt dieselbe längstens eine halbe Stunde mit dem Gl.ise in Berührung, entfernt sie dann und wäscht mit geschlämmter Kreide und Wasser naÄ. Preisgekrönte Dozent i n. Am Newham College in Cam bridge. England, wurde Fräulein Dr. phil. Anna Panes zur Dozentin für germanische Philologie ernannt. Au.' ßerdem erhielt sie für Bibelübersetzungen einen Preis von 25 ($121.50) aus btm Hart-G,dächtnißfonds. Es war das erstemal, daß dieser Preis einer Frau zuertheilt wurde.

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