Indiana Tribüne, Volume 30, Number 114, Indianapolis, Marion County, 5 January 1907 — Page 5
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Des Großvaters Geige. Fraqmente eines Lebens. Abseits der sauberen Dorfstraße lag cä, daZ Armenhaus der Geiminde Altenhof. Wenn eZ schon sein mutzte. so brauchte es doch nicht gerade sich zwischen die Häuser der alteingesessen nen Bauern zu drängen, das Volk auö dem kleinen Strohdachhäuschen gehörte hinter die Straße! Und dort verkroch es sich verschämt hinter mächtigen Rüstern, die mit den Stanken des wuchernden Geißblattes wetteiferten, das armselige Gerumpel zu verdecken. Leise raunten und flüsterten die schwanken Zweige im Abendwinde, um hin und wieder einen flackernden Sonnenstrahl hindurchzulassen. Zitternde Lichter warf dieser auf die grüngetünchte Wand .des dumpfen Zimmers, verstohlen huschten sie über das Vett an der Wand. .Joseph, Joseph - Jo- dem Alten in den Kissen wurde das Sprechen schwer, die sieberglühenden Augen folgten wieder unruhig den Sonnenkringcln eins, zwei dunkel. Jetzt wieder eins zwei drei. Wo der ffcefart blieb? Die Auaen
durchhasieten das Stübchen. Richtig, die Geige dort fehlte. Da konnte er lange rufen. Älois Heinli schloß die müden Augen. Das letzte Lichtlein huschte über die Decke, eintönig summten ein paar fliegen irgendwo, und die Rüstern vor dem Fenster waren auch still aeworden. Die Gedanken des im Fieber Liegenden wanderten zurück, weit., weit. Im sonnigen Süden blieben sie. Hei, wie hatten die Augen geblitzt, wie hatte die Menge regungslos gesessen, wenn der junge Bursch, der Alois. die Fiedel strich! Silber. Md viel Geld war durch seine Hände, in seine Taschen, aus seinen Taschen gewandert, wie er auf der Concertreise war, und da hatte er sie kennen gelernt, die Mutter seines Joseph. Auch im Süden, jetzt waren's 13 Jahre gewesen. Ein schmerzliches Stöhnen entrang sich den brennenden Lippen. Und dann war das Unglück gekommen. Wie ein Raubthier hatte es ihn verfolgt: fast ein Jahr lang hatte er in Rom am Fieber gelegen, dann starb sie, seines Kindes Mutter, und als er sich mühsam aufraffte, da konstatirte der Arzt eine Lähmung Der linken Hand. Geringfügig, sie würde besser werden, es sei ja nur die linke! Sie wurde nicht besser. Der Alte schrak empo Kam Jemand? Wohl ein Hund, dtr "das abgelegene Häuschen auf verbotenen Wegen umstrich. Die Hand ach so, die Hand , wurde nicht besser. Im Gegentheil! Aber für die umherziehende Truppe, füYs fahrende Volk- genügte 's noch. Und da war er geblieben, jahrelang. Bis er krank wurde. Hier in Altenhof. Auf den Backenknochen des im Bette sich Hin- und Herwerfenden zeichnete sich eine hektische Rothe ab. Die Bauern hatten geflucbt und Getobt, es half nichts. Bei Nacht und Nebel war das Akrobatenvölkchen verschwunden, spurlos, und den alten Fiedler" hatte man ihnen gelassen. Was nützte Schreiben. Fragen und Nachforschen? Er hatte keine Heiurath, so blieben sie eben. Grollend fügten sich die Altenhofer Bauern. Leise wurde die Thür geöffnet, der Alte fuhr in die Höhe. .Joseph, bist Du's?- Ein Hustenanfall zwang ihn wieder m die Kissen. .Ja, Vater, ist's zu spät? O, wir haben so schön gespielt! Du, Vater, der Lehrer sagt, ich kann was!" Des Vaters Augen suchten den Sohn, der neben dem Bette kauerte. Joseph, hör' zu! Komm näher ran, - mir wird's so schwer" ein trockener Husten quälte den Sprechen den rnrnrn- sie in acht die Geige ich hab' sie schon von meinem Vater laß sie Dir nicht neh men nie nie hörst Du Jo seph " "Ja Vater!" Dem Knaben wurde es unheimlich. Gib mix Dit Hand darauf versprich es mir." Aenastlich umklammerte die heiße Hand des Kin des Rechte. ' ' - Und nun gute Nacht! Bleib' mein auter Jung Der müde Fiedler drehte sich der Wand zu. Er sah den lachenden Sommermorgen nicht mehr. Verzweifelt war der Knabe zum Lehrer gestürzt, weinend lag er neben dem todten Vater und ließ sich nur mit Gewalt fortfuhren. Dann hatte man den Dorfarmen begraben; einfach war, der Sarg, kurz war das Geläut, kurz war die Rede des Geist liehen, klein war dasGefolge: derLehrer und desTodten Knabe. Der Nach bar des Armenhauses, Bauer Mar ner. hatte ihm im Pferdestall, neben dem Bette des Kleinknechts, ein Lager auö Stroh und einer . Decke bereiten lassen. Daneben, hinter der Futterliste, verbarg Joseph seine Geige. 7 Es war Gemeinderathssitzung. Alle Dorfväter hatte der Schulze ein geladen, auch den Pastor und Lehrer, wenngleich letzterer unverhnrathe war. ' Er wäre auch so . gekommen Der Schulze saß hinter dem Tisch, er wischte die Stirn mit dem weißLothen. Taschentuch, rausverte sich und j erhob sich: Ich hab' Euch . . geladen wegen dem Jungen des Dorfarmen.
Wir muffen ihn austhun. Wer nimmt ihn .auö christlicher Nächstenliebe?" Seine Auuen blinkten so einartig, wie er die Reihen umsterte, aber alles schwieg. , Ich bitte sehr. Herr Schulze, der
Jvsevh ist ein sehr guter Junge, wenn ich nicht unver'yeirathet wäre, würde ich das. Kind schon längst cmfgenommen haben." Der Lehre? hatte sich erregt erhoben. Der Schulze stand schweigend, die Bauern wurden aufmerksamer. Na. wenn alle kein Mitgefühl mit so 'm Jungen haben,- ich nehm' ihn." Bauer Marner war's. . Der Lehrer zuckte schmerzlich zusammen. Nur das nicht! Stummes Nicken, , eisiges Schweigen.. dann des Schulzen kurzes: Ich schließ die Versammlung!" So hatte sich Joseph Hemlis Geschick entschieden. i Heiß brannte die Julisonne auf die Weizen- und Rogcenfelder, träge und eintönig klang das Pink. Pink Pink vom Hämmern der Sensen durch die dunstflimmernde Luft. muoe znvten die Grillen. Alles hatte sich zur Ruhe gelegt, nur Mimt en.. der L'andmann kennt im Som mer die Ruhe nicht! Den Rain entlang lauft ein Knabe. duckt sich, kurzes Lauschen iefet hastet er schwerathmend vorwärts. und nun, leise, vorsichtig spähend, sucht er den Pferdestall. Einen Augenblick lauscht er. dann kriecht er zu keinem ager ein Knistern des Strohs jetzt hat er sie. seine Geige. Zurück zu seinen Kühen zärtlich streichelt er das Instrument. Noch einmal schaut sich 5lofevb ängstlich um. Niemand hat ihn geehen. Niemand ist ihm gefolgt. Und nun ertttnat's .rnnter dem Erlenaesträuch fcift, wehklagend, jauchzend und schmerzlich schluchzend entquillt's unter dem Bogen des sonnverbrannen Knaben. Immer schneller lauen die Finger über das Griffbrett, mmer rasender wird das Temvo: das sind die Weisen von der Leitha. die ihn sein Vater lehrte. Stunden vergehen, der Spieler merkt es nicht 0, Du elender Lümmel, ich werde Dich! Wo sind die Küh'?" Eine rauhe Faust hat dem Knaben die Geige entrissen. Wie ein Blitz fährt Joseph empor: Meine Geige meine Geige " Ich werd' Dich!" Ein Schlag klatscht auf der Wange des Zitternden. ;23o ist -die Geige her. Du Lümmel Du? Antworte!" Bleich starrt der Gefragte zu Boden. Antworte mir! Sonst" der Bauer hebt die Hand. Von meinem Vater, bitte, bitte.. gebt sie mir, ' sie ist von meinem Großvater!" Ein thränenfeuchter Blick sucht des Bauern Auge. So, so! Und wo sind die Küh' Du " Der Bauer stürmt davon mit fcer Geige, mit Hilfe einiger Nachbarn fand er seme Herde wieder aus den Roggen-, Weizen und Haferfeldern zusammen. Josef ' lag wimmernd auf feinem armseligen Lager, wie Feuer brannte der Rucken, warm rieselte eö vom Kopf; unbarmherzig, grausam hat ten ihn die Schlage des Bauern ge troffen. . Der Unterricht war soeben beendet. Durfte man's denn so nennen? Müde und matt um 6 Uhr auf die Schulbank, fort schon wieder kurz nach 8 Uhr. Und dann in die Fron des Taaes! Josef Hemlt blieb. Nun Josef?" -r erwartungsvoll schaute der Lehrer den Knaben an. Mitleidig betrachtete er das schmal wordene Gesicht des Jungen. Herr Lehrer ich ich darf nickt mebr svielen kommen" er i ii weint. .?!Ä weist, mein Junae! Aber laß nur. später!" DeS Lehrers Ge sicht ist ernst geworden. Wie ein Sonnenstrahl huscht es über das Geiickt des zenavcn. nur einen Augenblick: Wann? " ängstlich hängt sein Auge am Munde des Lehrers. , Wenn Du fort von hier kannst. Mit achtzehn Jahren." Stumm sinkt der Kopf des Fra genden auf die Brust. Langsam tropfen die Thränen aus seinen Au gen. Laß nur, Jofeph, ' ich werde noch einmal mit Deinem . Nein nein Herr Lehrer, muß ich meinem Vater ein Versprechen halten? " es ist heraus, die Minuten werden ihm zur Ewigkeit. Aber gewiß. Dein Vater war ein auter Mann" der Lehrer kann nicht enden, fort stürmt der Knabe. Kopfschüttelnd sah der Mann mit dem ernsten, lieben Gesicht ihm nach. Armer Junge! 5 Dem Bauernhofsbesitzer Marner zu Altenhof. ist der Hütejunge Joseph Heinli entlaufen. Alter: 14 Jahre. Statur: groß. Besondere Kennz chen: führt eine Geige mit sich. Mel düngen sind zu richten an den Gemeindevorstand zu Altenhof." &o itanv'S icywarz au? weift im amtlichen Kreisblttt. Der Lehrer war an dem bewußten Tage zu Marner gettürmt. Wo der Junge sei? Das wükte er nicht.' da. sinae ten
Lehrer erst reczr mcyi ani Warum er den Jungen mißhandelt habe? ptt Lehrer möge sich , um andere Dinge bekümmern! Weshalb er dem Jungen die Geige
genommen? Dann möge er ihm den niederge" trPtfttfn )Jfnrrn r f vitvii vvvyvu iijigiu. Der Knabe sei nicht zum Kübe hüten bestimmt Dann möge doch der Lehrer die Kühe des Bauern hüten Schweigend atna der Bescbimvtte von dannen. Erst nach und nach - erfuhr man Näberes: 2er Bauer batte dem Kna ben die Geige genommen, ein HauveiZluoe hatte sie sur zwanzig yjtoxl kaufen wollen. Joseph hatte zuFüßen Marnerö gelegen und um seines Vaters Erbe gebettelt. Vergeblich! Am anderen Morgen waren Geige und Knabe verschwunden. Und sie blieben fort. 5 5 Sechs Jahre waren dahinaeaanaen. Joseph Heinli war längst verges len, und seines Vaters Grab wäre schon zerfallen gewesen, wenn es der Lehre? nicht mit liebender Hand gepflegt hätte. Von seinem ehemaligen Schuler hatte er nichts gehört. Der Postbote gab im Schulbause einen Brief ab. Unbekannte Handschrtst. Poststempel: Wien. Und der Lehrer las: Lieber, lieber Herr Lehrer! Endlich kann und darf ich schreiben. Jahre liegen hinter mir. die ich mu dergerungen habe, im eisernen Fleiß, in denen ich gehungert und gefroren habe, um zum Ziel zu gelangen. Es liegt vor mir, nur kurze, kurze Zeit und ich habe es erreicht! Wie's mir ergangen ist? Ich mußte meines Vaters Versprechen halten, ich konnte mich nicht von meiner Geige trennen! Mit Zigeunern zog ich nach Ungarn, ich spielteich bettelte, ich hungerte, ich sparte me habe ich gestohlen! Nie! Und von meinem Gelde ermöglichte ich mir den Besuch des Konseroatonum s. wo s nicht reichte, gab ich Privatstunden. spielte mit den Kapellen es hat gereicht, bis jetzt. Nur noch zwei Monate, und dann dann ziehe ich hinaus in die Welt! Werden wir uns wiedersehen? Ich hoffe es. Und nun eine Bitte: mein armer Vater ruht dort so einsam, so allein. Pflegen Sie sein Grab, bitte. bitte! Und für Herrn Marner: ich bitte ihn um Verzeihung, ich konnte nicht anders! Ich hatte es dem Vater im Tode versprochen. Es grüßt Sie vielmals Ihr ewig treuer Schuler . , Joseph Heinli." Wien, im August. Vier Jahre später. Ein amt liches Schreiben aus Paris hat man dem Lehrer .überreicht. .Ahnungsvoll erbricht er es. .Kurz. Geschäftsstil: Paris, den 5. Septembr 03. . An den Lehrer des Dorfes Altenhof m Pommern. Der Hierselbst in der Charite an Phthisis verstorbene Kapellmeister Joseph Heinli hat Sie zum Umversalerben eingesetzt. Der Verstorbene hinterläßt außer seiner Geige ein Vermögen von 1200 Fr. Davon sind . zu zahlen: An die Charite 452 Fr.; Für Schulden des Verstorbenen 321 Fr.; An hen Bauernhofsbesitzer Marner in Altenhof (laut Testament) 20 Fr. Wir fragen hiermit an, ob Sie die Erbschaft an zutreten gedenken. Die Direktion der Charite. Sinnend schreitet der Lebrer vom Friedhof. dem Vater hat er die die Grüße des Sohnes gebracht. Ein einfaches - Marmorkreuz zrert ven Hügel des armen Fiedlers"; des Mannes Gedanken, der dabeim schwermuthsvolle Weisen der alten Geige entströmen ließ, weilkn bei dem," den sremoe .Erde zum ewigen Schlummer deckt. Kaiserliche hestister. Eine alte Frankfurter Chronik er zählt: Wenn im Eiligen Römischen Reiche deutscher Nation der Kaiser in eine Stadt gekommen und ner sei ner Hofbediensteten .ein Magdlem er sab. das er zur 'Ehe begehrte, brauchte er weder die Auserwählte seines Herzens noch deren Eltern oder Angehörige zu fragen und um ihre Hand zu bitten. Er trug vielmehr dem Kai I ser sein Ansuchen vor, dieser entsandte seinen Marschall vor deö Madchens Wohnung mu folgender Botschaft: .ort. ihr Herren überall. Was gebeut der Kaiser und sein Mar schall. Was er gebeut, das muß sein. Hier ruf' ich aus N. N. mit N. N. Heute zum Lehen, Morgen zur Ehen. Ueber ein Jahr 5iu einem Paar !" Kaiser Heinrich VII. hob im Jahre 1232 dieses Privileg auf und behielt nur die kmserltche ZZursvrache bei Be Werbungen der Hofleute bei. Da kaum jemand dem kaiserlichen Willen zu widersprechen wagte, war auch dieses Recht die Quelle manchen Aergernisses, biS es Richard von Cornwallis im Jahre 1257 ganzlich abschaffte. BoShaft. Advokat: .Diesen Wein hat mir ein Klient, den ich 'mal vertheidigte, geschickt!' Herr: Der hat wohl einige .Jahre schwere Ker kerprafe erhalten?' ., 7 . ,
Die tadl ?!alk:utta.
Ihre wirhsekastlik Beeung n lt)t g sähklicher Zugang vom Wttxt. Ueber Kalkutta, die Hauptstadt Bri-tisch-OstindienS, schreibt der deutsche Reisende Dr. Wegener: Kalkutta ist als Stadt die glänzendste Europäersch'öpfung in Asien; eine andere kann an Großartigkeit modrrnen Getriebes mit ihr wetteifern. selbst nicht Bombay, obgleich dieses in der unmittelbaren Wirkung seiner Paäste und Prunkbauten Kalkutta vieleicht noch übertrifft. Bombay besitzt den ungeheueren Vortheil, daß es Europa viel -näher gelegen ist. während Kalkutta im Hintergrunde eines von der großen Welthandelsstraße sich zurückziehenden Meerbusens li:gt. Vomay ist denn auch in den letzten Jahrzehnten mit Niesenschritten aufgeblüht. Allein immer beyaup!et Kalkutta doch noch ebenso im wirthschaftlichen Leben den ersten Rang tn Indien, wie es pow tisch dies thut. Setzen wir den jährichen Eesammtbctrag des privaten Einfuhrhandels in Vritisch-Jndien als 100 an, so fielen davon aus Kalkutta im Jahre 13011902 : 40.1. 1302 1303: 41.5. 19031304: 39.5 Prozent. auf Bombay dagegen 34.7, 33 und 35.3 Prozent. Für den AusfuhrHandel sind die entsprechenden Prozentzahlen bei Kalkutta 43.1. 40.4. 37.4. bei Bombay 30.4. 29.8. 28.9. Zwei Umstände sind es, die nnstwellen noch immer der bessern geographischen Lage Bombays zugunsten Kalkuttas die Wage halten. In Kalkutta ist erstens der Sitz der größten Firmen. der ältesten Geschäftshäuser Indiens. Zweitens hat Kalkutta das ungeheure menschenwimmelnde .Hinterland des Ganges in unmittelbarer Nähe. Vombay hat dem nichts Aehnliches gegenüberzustellen. Ein Umstand bedeutet nichtsdestoweniger eine bedenkliche Gefahr für die Zukunft Kalkuttas. Bombay hat eine prachtvolle, unmittelbar von der See zugänaliche Hafenluft. Kalkutta dagegen liegt über 80 englische Meilen landeinwärts am Hugli. dem'rechten Mündungsarm des Ganges, und dieser lußschifffahrtweg ist einer der gefäbrlicbsten. die es aibt. Nickt allein daß infolge der ungedecktheit seiner flachen Ufer die bösartigen Cyklone des Bengalischen Meerbusens ungehindert auch über ihn noch dahin wandern, biloet er auch im Kamps mit den Eezeüen des Meeresunaufhörlich wechselnde Sand- und Schlammbanke in seinem Vett, die bei der Kraft seiner Strömunq. namentlich zur Eböezelt. von der höchsten Gefahr für die Schifffahrt sind und schon eine Fülle von Unglücks fallen hervorgerufen haben, lirst vor ein) Jen Jahren kam ein großer Persoc . r r ' r 5 V nenoampser oer ÄNlorilNie mu ozm Kiel auf eine solche Bank fest, drehte sich , rechtwinkelig gegen die Strömung und wurde nun von dem Wasseranprall ganz einfach über den Haufen gekippt. so daß Mann und Maus rettungslos ertranken. Nirgends auf. der Erde wird der Lootsendienst so hoch bezahlt, wie auf dem Hugli; ein vollbestallter Huglilootse bezieht rund 57500 im Jahr. Äber sein Amt ist auch dementsprechend scywieng. Außerordentlich langsam und vorsichtig muß gefahren werden, mit sorgfältigster Berücksichtigung der Ebbe und Flußbewegung. bei Dunkelheit überhaupt nicht. Es ist klar, daß mit der Zeit nur eine Verschlechterung diese? Verhaltnisse eintreten wird, je weiter das Delta sich vorschiebt und je qröker gleichzeitig der Tiefgang der Sckiffe wird. Wenn Kalkutta nicht das Schicksal so vieler ehemals blühender Flußhäfen theilen will, deren Zugang zum Meere für die moderne Schifffaiir zu flach geworden ist, so wird es eine ungeheure Anitrenciung machen müssen um diese Verhältnisse durchgreifend zu andern. Sprengungen unter dem Meere. Zu den interessantesten Versuchen auf dem Gebiete der Sprengtechnik ist wohl die Fortsprengung des Unter grundes im neuen Torpedohafen an der Südspike der Insel Helgoland zu rech nen. Dieser Hasen, den die deutsche Marineverwaltung für das Anlegen der Schiffe an Helgoland vor einem Jahre in Angriff nahm, mußte etwa 900 Meter in die See hineingebaut werden Hier aber bot der flache Wasscrstand nicht die zum Landen erforderlich Tiefe, weshalb es nothwendig wurde den Meeresunterqruno m bedeutender. Maßstabe zu entfernen. Dabei ergab sich als Hauptschwierig keit. daß dieser Untergrund durchweg aus hartem Felsqesiein bestand, von Letten und Sandadern durchzogen und mit äußerst zähem Seetang bewachsen war. Nach verschiedenen Versuchengelang es schließlich, der Schwierigkeiten Herr zu werden und diese bedeutsame Arbeit, bei i:r häufig Sprengungen drei bis vier Meter unter dem Wasserspiegel vorzunehmen waren, ohne jegllchen Unfall auszufuhren. Gefährliche Ladung. Ein Gespann Pferde zog einen anscheinend sckwer beladenen Lastwagen führerlos durch die Straßen von Huntington. W. Va.. bis ein Polizelbeamte das Gefäbrt aufhielt. Bei näherer Untersuchung stellte sich heraus, daß ie Ladung des Wagens aus 1300 Pfund Dynamit bestand. Der Führer öes Wagens hatte diesen verlassen, um einen Trunk zu thun, und es anscheinend nicht bemerkt, daß du Pferde Ml dem Wazen durchgegangen waren.. . .
Der OMmgcnnß in Tl)ma.
Ter Kampf der Regierung gegen den schlimmsten Feind der gelben Nasse. Strenge 2atiugcn-Rukottung dcrpium: höhlen 'Ängedrolzie Strasc Ausgabe der Anti-Lpiugesca;c,asttn-Tö,wickigkcitc:l in der Ausü:rung der Nesorn,. Die von der chinesische Regierung gegen den Opiumzenuß erlassenen Satzungen, welche nunmehr die kaiserliche Genehmigung erhalten haüen und unoerzüglich in Kraft gesetzt worden sind. besagen im Wesentlichen Folgendes: Niazt nur soll in zehn Jahren der Opmmgenuß im ganzen Reiche der Mitte untersagt, sondern auch der Anbau von Mohn und die Einfuhr von Opium unbedingt verboten sein. Vis dahin aber darf kem neuer Acker mehi unter Mohnkultur gesetzt und die bisher mit Mohn bestellten Landercien müssen alljährlich um ein Zehniel rermindert werden. Sämmtliche dem Opiumgenuß ergebene Bewohner Chinas sollen angehalten werden, ihre Namen sowie den Betrag ihres jährlichen Opiumverbrauchs eintragen zu lassen. Niemandem soll gestattet werden. nach Erlaß der gegenwärtigen Satzungen sich dem Opmm neuerdings zu ergeben, und niemand darf überhaupt mehr Opium kaufen, wofern er nicht eingetragen ist. Sämmtliche OpiumVerkaufsstellen und alles, was mit dem Geschäfte zusammenhangt, muß unverzüglich eingetragen werden und soll innerhalb der nächsten 10 Jahre allmälig eingehen, und die sogenannten Opiumhöhlen sind in sechs Monaten nach Veröffentlichung der neuen Verordnung bereits allesammt zu schließen. Binnen Jahresfrist soll auch der Verkauf aller Opiumrauchgeräthschaften, wie Lampen und Pfeifen, aufhören. Raucher unter 60. Jahren .haben ihren Opiumverbrauch um jährlich 20 Prozent zu vermindern.und sämmtliche Beamten unter 60 Jahren haben sich in sechs Monaten den Opmmgenuß ganz abzugewöhnen; wie sehr auch das Verlangen sie quälen und peinigen mag. sind sie dazu nicht im, Stande, so bleibt ihnen nur der Abschied übrig; alle Lehrer, Gelehrten, Soldaten und Seeleute sind angehalten, bereits innerhalb dreier Monats dem Laster zu ent sagen. Nur Oviumraucher über 60 Jahre, die wahrscheinlich nicht sehr zahlreich sind, sollen innerhalb der zehnzahrigen Frist Mit Milde behandelt werden. Wer aber nach zehn Jahren noch unrettbar dem Opiumgenuß ergeben ist, dessen Name wird öffentlich an den Pranger, gestellt. Uebertretungen während der Uebergangsfrist werden mit schwerer Ahndung bedacht: Beamte sollen dafür mit Schande aus dem Dienste entlassen, und Gelehrte ihrer wissen schaftlichen Ehrengrade verlustig wer den. Gleichzeitig sollen aber Anti Opiumgesellschaften, eigens zu diesem Zwecke gegründet, das Volk vor dem Genusse und seinen Folgen warnen, und die Beamten werden angewiesen, unter die Unglücklichen, die der Gewohnheit verfallen sind, Rezepte und Arzneimittel zur Entwöhnung unent geltlich oder zum Kostenpreise zu ver theilen. Und kein' derartiges Rezept darf Opium, Morphmm oder Opmm asche enthalten. Hält man sich diese Verordnungen vor Augen, und erinnert sich an die Größe des Chinesenreiches, an die'lockere Verwaltung und an die weltbekannte Bestechlichkeit seiner Beamten, erinnert man sich ferner, daß nach amtlichem Eingeständnitz' annähernd 40 Prozent der Bevölkerung dem Opiumgenusse mehr oder weniger ergeben sind, so dürfte es mehr als zweifelhaft erscheinen, ob die Regierung, beim besten Willen, dieser Ausgabe gewachsen ist und ob man im großen und ganzen auch auf den gutenWillen rechnen darf. Denn im allgemeinen darf man ja den Opiumgenuß zu den geheimen Genüssen und Lastern rechnen. Das Opium nimmt wenig Raum ein, ist daher überall leicht cinzuschwärzen, und je mehr Schwierigkeiten von Amts wegen dem Genusse und Schmuggel in den Weg gelegt werden, desto mehr Gewinn wird naturgemäß das verbotene Geschäft einbringen. Für England und insbesondere Indien bedeutet die neue Verordnung eine große geschäftliche Schädigung denn Indien, das einen beträchtlichen Theil des in China verbrauchten Opiüms herstellt, verliert durch den Ausfall d Ausfuhrsteuer auf Opium einen, nicht unbeträchtlichen Theil seiner Staatseinnahmen Zahlte mit gleicher M ü n z e h e i m. Ein bayerischer Gemeindeförster erhielt vom Magistrat eine dienstliche Anweisung auf einem gedruckten Formular. Das vorgedruckte Herr" war durchstrichen. Auf seine Anfrage nach dem Grunde der sonderbaren Maßnahme wurde dem Förster die bündige Antwort, alles Durchgestrichene fei anzusehen, als habe es nicht dagestanden. Die nächste Ein gäbe' des Försters an den Magistrat lautete: An den naseweisen Magistrat der Stadt N."' Das Wort 'nafe" hatte er aber durchgestrichen. '. . Die Jahresernte der Erde an' Kautschuk beträgt 'gegenwärtiq 51.708.000 'Pfund.: Davon wird fast die Hälfte in den Ver. Staaten 'verbraucht. ' ; ,:...
Geschäftö-Kalender.
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