Indiana Tribüne, Volume 30, Number 113, Indianapolis, Marion County, 4 January 1907 — Page 5

-v ; , 1 j-a t , , J-M . . 1

U ',:.?-.rw r-' v ' 1 ' v .TK .--1. - Jndiana Tribüne, 41 Januar 5 '.

ManKelmulh. Von C. A. Barlom-MassickZ. Mit großen Schritten eilte ein Mann über die Landstraße, ging dann durch den Tkorweci eines Packthofes

und klopfte an die schwere eichene Thür des Pächterhauses. .Kontmen Sie nur herein. William Etone." rief eine Frauenstimme. 23ie wußten Sie, daß ich es bin?" entzeznete er, während er ihrer Aufforderung Folq: leistete. Ich erkannte Sie an Ihrem Schritt. Ich weiß auch, was Sie herführt und," hier machte sie eine kleine Pause und sah ihn wohlwollend an, und wenn Sie den Rath einer alten, erfahrenen Frau befolgten, würden Sie auf der Stelle umkehren und schleunigst dieses Haus verlassen." Ter Mann lachte, obgleich sich sein Gesicht bewölkt hatte. Was veranlaßt Sie, mir einen solchen Rath zu ertheilen?"fragte er. indem er sich an den Küchentisch lehnte. Es klingt recht unfreundlich gegen mich, und sehr ungerecht gegen Ihre Tochter." Unfreundlich! Ungerecht! Rein, guter Mann. Es ist weder das ein: noch das andere. Aber ich sehe schon, Sie wollen nicht meinen Rath annehmen. So müßten Sie schon Ihren eigenen Weg gehen. Sie werden Janet hinten im Garten finden, auf der Bank unter dem Flieder bäum. Sie behauptete, daß die Küch zu heiß wäre, um darin die Schoten zu lüften, und nahm sie nach draußen. Solche Grillen und Laumn hätte ich als junges Mädchen mir nicht erlauben dürfen! Aber ich glaube, ihr seliger Vater ist zu tadeln, weil er sie in eine Pension schickte, wo man sie Tanzen und Klavierspielen lehrte, und alberne Bücher lesen und ihre alte Mutter zurechtweisen, wenn sie in ihrem heimathlichen Dialekt spricht." William Stone schenkte diesem Redeschwall wenig Beachtung; sehnsüchtig schauten seine Augen aus dem Fenster nach einem in voller Blüthe stehenden Fliederbaum, mit den Herrlichen' blauen Bergen als Hintergrund. Die alte Frau folgte seinem Blick, und auch ihre Augen glänzten voll Mutterstolz, obgleich ihr Mund das Gegentheil aussprach. Ja. ja. Euer Sinn steht nach dem Fliederbusch und dem Mädchen, das unter ihm sitzt. Sie ist schön und lieblich, ich weiß es. so lieblich wie eine Rcsenknospe. Aber nehmen Sie sich acht vor ihr. William Stone! Nehmen Sie sich in acht!" Der Mann lachte abermals und schritt der Thüre zu. Warten Sie noch einen Moment, William. Bitte, machen Sie mich mit dem Resultat der Inspektion der Westmoreland- und der CumberlandHusaren bekannt. Nennen Sie mir die Namen derjenigen, die der Adjudant sich ausgesucht hat, um in London der Krönung Eduards VII. beizuwohnen. Nun, Sie brauchen nicht zu thun, als ob Sie es nicht wissen. Sie waren doch selbst dabei und hofften einer der Auserwählten zu sein." William Stone gab keine Antwort, sondern bewegte die mit großen holzernen Nägel beschlagene Thür hin und her. Die Frau wurde vertraulicher. Hören Sie auf mich." drang sie in den jungen Mann, und setzen Sie sich nicht der Demüthigung aus. sich von einem thörichten, eigensinnigen Mädchen eine abschlägige Antwort zu bolen. Sie sind dafür zu schade, William. Es steht ein anderer Mann zwischen Ihnen und meiner Tochter." William setzte die Zähne auf die Unterlippe. Es ist ja in der ganzen Gegend bekannt," fuhr die alte redselige Frau fort, daß Paul Mawson einer der Auserwählten sein wird, die in London den Krönungsfestlichkeiten beiwohnen. Und Janet " Sie scheinen ja schon alle Neuigleiten zu willen, Mrs. Braithwaite," unterbrach der Gast die alte ftrau. Sie haben gewiß schon die heutige Zeitung gelegen? Mrs. Braithwaite schüttelte verneiuend und etwas unwillig den Kopf. Gott bewahre! Wir haben besseres zu thun, als nach Broughton zu laufen und eine Zeitung zu holen." Das glaube ich Ihnen gern." erwiderte der junge Mann liebenswurdi?. Nun denn, ernten Morgen! Es thut mir leid, Ihnen nichts anderes mittheilen zu können, als Sie schon wissen. , Mrs. Braithwaite schaute ihm aedankenvoll durch das Fenster nach. während er raschen Schrittes den schmalen Fußpfad yinunterente. .Es aibt immer noch Menschen. die erst dann die Steinmauer sehen, wenn sie sich ihre Köpfe an ihr eingerannt haben." murmelte sie für sich. Dann nahm sie wieder voll Eifn die unterbrochenen Vorbereitungkn zum Mittagessen aus. Während dieser Unterredung saß ein junges Mädchen auf. einer Bank unter dem Fliederbusch, dessen Zwei ge sich unter der Schwere ihrere Blätter und Blüthen so tief neigten, daß sie das Graö streiften. Auf ihrem Schoße stand ine leere

Schüssel, neben ihr ein Korb voll un-! gelüfteter Schoten; die Hände umspannten eine kleine zerknitterte Lokalzeitung; nicht zerknittert vom Alter denn es war die erste Nummer , sondern weil ihre nervösen Fin-

ger das Blatt bestandig hin und her drebten. Sein Name ist nicht einmal erwähnt." wiederholte sie wieder und immer wieder. Oh. was soll ich thun? Was soll ich thun? Ich werde die Zielscheibe d-s Spottes der ganzen Gegend sein! Ich habe mich so der Sache gerühmt, so viel Aufhebens davon gemacht. Aber jeder behauptete auch, daß Paul zweifellos einer der Auserwählten sein würde. Und daher gab ich ihm mem Jawort, als er mich vergangene Woche um meine. Hand bat. Und jetzt oh. das kann ich nicht eriraqen! In ihrer Leidenschaftlichkeit schleuderte sie die Zeitung zur Erde und stampfte mit den ußen daraus. Ich glaube nicht ein Wort, das in diesem elenden Blatt gedruckt ist!" stieß sie erregt hervor. Es gibt ja in dem ganzen Regiment keinen, der sich mit Paul messen könnte. Ich weiß, daß er gewählt fein muß!Er wird nach London gehen, und in der großen Stadt wird keiner so stattlich und hübsch sein. Und wenn er zurückkehrt, werde ich mich mit ihm verloben. und der ganze Distrikt wird mich beneiden." Etwas getröstet durch diese ange'nehme Aussicht hob sie das Blatt wieder auf. Gewiß habe ich seinen Namen übersehen," murmelte sie dabei. Ich will es doch noch einmal lesen und zwar laut. Dabei werde ich schon seinen Namen finden." Und dies Vorhaben ausführend, las sie den betreffenden Artikel aufmerksam durch. Bei der Inspektion der Westmo-reland-und Eumberland-Husaren von der königlichen Leibwache in Barrow. wurden vom Adjudanten Roß und Major S. T. Hoskins'aus siebzig Mann folgende als Repräsentanten bei den Krönungsfeierlichkeiten in London cklserwählt: Sergeant Stone (Ulpha), Unteroffizier C. Jones lBassenwhaite). Soldat Coward (Egremont) und Soldat H. Rizg (Parton)." Sie las die Namen sehr langsam. Als sie zu Ende war. begannen ihre Lippen zu zittern. and das Papier fallen lassend, verbarg sie das Gesicht in den Händen. Es ist also wahr, wirklich wahr!" jammerte sie, während ihr ganzer Körper konvulsivisch zuckte. Und ich bin heute früh den weiten Weg bis nach Broughton gegeangen, nur um zu erfahren, daß sein Name nicht erwähnt ist, nur, um zu erkennen, daß ich mich mit dem falschen Manne derlobt habe." Sie warf den Kopf hintenüber und ballte leidenschaftlich die Hände. Sie lieben mich beide. Oh. warum nur mußt ich den Unrechten Wählen?" Plötzlich schlug der Tost eines festen Schrittes an ihr Ohr. Hastig schob sie die Zeitung unter die Bank. Die Augen blickten stahlhart, und ein Ausdruck unbeugsamen Entschlusses legte sich auf ihr Antlitz, ein Ausdruck, so unschön, daß er sie beinahe ihrer strahlenden Jugend beraubte. Im nächsten Augenblick glätteten sich wieder ihre lieblichen Züge, und sie ergriff hastig eine Handvoll Schoten. Und als William Stone um den Fliederbusch bog, begrüßte ihn das leise Geklapper der in die Schüssel fallenden Erbsen. Er blieb ein Moment stehen, bezaubert durch das liebreizende Bild, welches sich ihm bot. Tann trat er mit ausgestreckten Händen zu dem jungen Mädchen heran. Ihre Mutter hat mir Ihren Aufenthalt verrathen." begrüßte er sie. Wie entzückend Sie aussehen, Janet!" Sie erhob den Kopf, und dabei bemerkte er, daß ihre Augen traurig blickten. Verwundert starrte er sie an. ' Sie sehen ja so betrübt aus, Janet! Was fehlt Ihnen denn? So habe ich Sie ja noch nie gesehen!" ..Nichts, William." gab sie leise zur Antwort, mit schwermüthigem Lächeln. Er glaubte ihr zwar nicht, erwiderte aber heiter: Das freut mich. Denn ich bringe Ihnen eine gute Nachricht und Hoffe, daß Sie aucy darüber glücklich sein werden." Sie unterbrach ihn, während brennende Röthe ihre Wangen überzog. Sie sollen mir nichts sagen," keuchte sie, bis bis ich Ihnen zuerst etwas gesagt habe." Ihre Stimme brach, und sie ließ den Kopf hängen. , Nun. nun!" sprach er schmeichelnd und wollte sie liebkosen. Nein, nein! Lassen Sie das! William! Lassen Sie das! Sie dürfen nicht zärtlich zu mir sein! Sie hätten überhaupt nicht kommen sollen." Aber weshalb denn nicht, Janet? Wie könnte ich fortbleiben, da ich sie doch über alle Maßen liebe?" Still!" sprach sie. Sie müssen nicht so zu mir sprecherc, weil weil ich Paul Mawson ver

sprochen habe, sein Weib zu werden. Paul Mawson!" wiederholte er in eisigem Tone. Das Mädchen beugte den Kopf noch tiefer. Er sah zärtlich auf das goldig schimmernde Lockenhaar, . aber seine Stimme klang höhnisch, ' während er sprach: Das ist ja in der That eine in-

teressante Neuigkeit! Noch bei unsercm letzten Beisammensein ließen Sie -mich glauben, daß ich ihrem Herzen nahe stände, und in der kurzen Spanne Zeit, seitdem sich unsere Wege nicht gekreuzt haben, verloben oie i:cb mit einem andern. Wahr lich, man könnte Sie um die Eilfertigkeit Ihrer Entschlüsse beneiden!" Janet gab .keine Antwort. Es schwebte ihm auf der Zunge, noch mehr zu sagen, aber es gelang ihm. seinen Zorn zu meistern und sich stumm umzuwenden. Als das Mädchen dies sah, sprang sie auf, dabei die in ihrer Schürze liegenden Erbsen weit und breit umherstreuend. Will!" rief sie.. Er drehte sich um. Was wünschen Sie noch?" fragte er kühl. . Ich habe Ihnen nichts mehr mitzutheilen, und Sie können mir auch nichts mitzutheilen haben. Wir thäten wohl besser, einander für immer Lebewohl zu sagen." Aber ach! William! William!" Und sie stieß einen so schweren Seufzer aus, daß es den Anschein erweckte. als ob ihr Herz brechen wollte. Er konnte nicht anders. Er war ein Mann und sie ein Weib und noch dazu ein Weib mit flehend blickenden Augen; er kehrte zu ihr zurück. Was wünschen Sie denn?" fragte er noch einmal., aber viel sanfter. Eine Frau begeht zuweilen einen Irrthum," flüsterte sie mit niedergefchlagenen Augen. Er .starrte sie an; Freude und Mißtrauen stritten in seinem Blick. Da schlug sie die schonen Sterne zu ihm auf, und in ihren verwirrenden Tiefen wurden Zorn. Mißtrauen. Gewissensbisse ertränkt gänzlich vergessen. Wollen Sie nun nicht meine gute Nachricht hören?" fragte er einige Sekunden danach. Nein." erwiderte sie lächelnd. Was Sie mir gesagt haben, hat mich glücklich gemacht. Und mehr wünsche ich nicht." Doch das Dorf nennt Sie unb?ständig, wankelmütbia. behauptet, Sie würden jeden Mann Ihrer Eitelkeit opfern." Die Worte kamen ihm gegen seinen Willen über die Lippen, und er verfluchte sich deshalb, nannte sich einen gefühllosen Barbar, als er bemerkte, wie ihr das Blut rasch in die Wangen schoß. Sie müssen mich verlassen," sprach sie ruhig. Oder ich werde nie mit diesen Schoten fertig und bekomme dann Schelte von der Mutter. Er hielt sie so fest in seinen Armen. als ob er sie nie daraus lassen könnte. Du wirst mir meine Worte ver-geben?"-flehte er. Sie lächelte ihn an, und er entfernte sich seligen Herzens. Als er gegangen war. summte Janet ein Liebchen und sich auf die Zehenspitzen stellend, damit sie noch einen letzten Blick von ihrem Verlobten erhäschen konnte, während er den Hügel hinaufschritt, warf sie ihm zum Abschied eine Kußhand zu. Die Welt erschien ihr jetzt sonnenhell, und ein Lächeln des Triumphes lag auf ihrem Antlitz, als sie , sich wieder auf die hilzerne Bank niederließ. Aber plötzlich wurde sie ihrem schönen Zukunftstraum entrissen durch eine Männerstimme, die ihren Namen rief. Totenblässe bedeckte ihr Antlitz. So bald schon!" flüsterte sie und hielt, den Athem an. Janet! Janet!" Ja. Paul, ich bin hier." Es schien ihr, als ob seine Tritte schwerfällig klängen; und es dauerte eine Ewigkeit, ehe er um den Fliederbufch bog. Sie stand auf, um ihn zu begrüßen. Er wollte sie in seine Arme schließen. Doch sie zog sich hastig zurück. . Ach bitte, nicht!" sprach er. Bitte. spiele nicht mit mir, Schatz. Nicht heute. Das kann ich nicht ertragen. Denn ich habe schlechte Nachrichten für dich, Liebling. Wenigstens. wirst du sie für schlecht halten," fügte er hinzu. Schlechte Nachricht!" wiederholte sie mechanisch. Beinahe verließ sie ihre Kraft. Sie fand ihre Aufgab doch schwerer, als sie geahnt hc.c. Denn tief in ihrem Kerzen glühte doch jin Funken echter Liebe für diesen Mann, obgleich sie selber sich dessen nicht bewußt war. Es gelang ihr jedoch, sich aufzuraffen, und sie fuhr hastig fort: Paul, ich habe , dir etwas zu saen, etwas, von dem ich. fürchte, daß & dir wehe thun wird." Er fuhr zusammen und schaute sie durchdringend an, mit aufsteigendem Argwohn. Paul," fuhr sie fort. . Will Stoae war heute morgen hier." . Er schien sie noch innn nicht zu verstehen. .Will Stone ist hier gewesen

wiederholte sie noch einmal, um dann in Hast zu sprechen: Er ist eben fortgegangen. Paul, hörst du mich? Ach, sieh mich doch nicht so an! Sprich! Sage etwas! Mache mir Vorwürfe, sei zornige nur sieh mich nicht so an! Ich weiß, ich bin ein schlechtes, wankelmüthiges Geschöpf. Ich war nie gut genug für dich. Aber aber, o Paul, eine Frau begeht zuweilen einen Irrthum. Sogar edle, feste, gereifte Frauen thun das; und es ist doch sicher besser, daß ich den meinen jetzt erkannt habe, ehe es zu spät ist." sprach er gelassen, ich begreife, daß eine Frau zuweilen einen Irrthum begehen kann, und ich glaube, ein Mann ebenfalls." Er nahm ihre Hand, legte sie in die seinige und , betrachtete sie sinnend. Es ist keine große Hand, Janet. Dem Weibe wird Sckwäckie" voraeworfen. Ader ten finde, daß sie einen schweren Schlag führen kann. Nein, nein, weine nicht. Es ist ja nun alles vorüber." Damit wandte er sich um und wollte sich entfernen, als ihm plötzlich ein Gedanke kam und mit einem Satz war er wieder bei ihr. Jetzt trug sein Gesicht einen finsteren Ausdruck. Und was hat Mlliam Stone gesagt, als er heute morgen hier war?" stieß er erregt hervor, sie dabei so heftig an dem Handgelenk fassend, daß sie vor Schmerz zusammenfuhr. Er sagte mir, was du mir vergangene Woche sagtest," kam es stammelnd über ihre Lippen. Der Mann lachte bitter und verächtlich auf. Und du gabst ihm dieselbe Antwort, die du mir in vergangener Woche gegeben hast," spottete er. Aber erzähle mir, was sagte er sonst noch? Sprich Mädchen! Führte er dich in Versuchung mit seinem Glück? Höhnte er dich mit meiner Niederlage?" O, Paul., du kränkst mich! William hat mir nichts gesagt, nichts' als daß er mich liebe." Nichts, als daß er dich liebe! Ha! Ha! Armer William! Nichts, als daß er dich liebe! Ein Mann müßte sich selbst dafür verachten, einem solchen Mädchen wie dir von Liebe zu sprechen!" Und er schleuderte Janet so heftig von sich, daß sie strauchelte und zu Boden gefallen wäre, hätte er sie nicht in ' seinen Armen aufgefangen. Still! Still! Beruhige dich!" sagte er zärtlich. Sein Zorn war bei dem Anblick ihres totenblassen Gesichtes verflogen. Trockne deine Augen, Janet. Ich bin grausam zu dir gewesen. Aber ich liebe dich, Kind, ach. so sehr! Und die Wunde schmerzt scharf! Du kannst mir also

die Versicherung geben, daß er dir nichts anderes gesagt hat? Man hat dir auch nicht erzählt, daß daß - daß " - Niemand hat mir etwas erzählt." entgegnete sie ihm rasch. Er sah sie durchdringend an. Das freut mich innig," erwiderte er. Wenn, ich meinen Glauben an dich verloren hätte, könnte ich nie wieder einem Weibe trauen. Nachdem Paul Mawson sich entfernt hatte, saß das Mädchen eine Weile ganz regungslos; dann trocknete es die Thränen von seinen Augen und begann den Namen William Stoneö' vor sich hinzumurmeln., wieder und immer wieder, als ob sie daraus Trost schöpfen wollte. Allmählich Närte sich denn auch ihr Gesicht auf. bis es schließlich ganz sonnenhell war. Aber plötzlich kam ihr die Erinnerung zurück, und in einer AnWandlung warf sie sich auf das nasse Gras. Paul! Paul!" schluchzte sie. Ich habe mir ja die Zeitung geholt in dem Glauben, darin deinen Namen zu finden. Aber er war, nicht da! Ach. Paul! Er war nicht da!" Janet! Janet! Janet! Bringe mir sofort die Erbsen! Wahrmich. den Mann, der dich zum Altar führt, kann ich nur aus tiefster Seite bedauern." Eine lange Pause. Dann kam die Antwort: Ein lustiges spöttisches triumphierendes' Lachen. Es klang wie Vogelgezwitscher. Aber mit diesem Lachen erstarb eine winzige, weiße Blüthe: der Keim des Edlere welcher trotz aller Eitelkeit doch in dem .jungen Mädchenherzen geschlummert hatte. Im Rund knöpfe über der Laterne" des Berliner Domes können sechs Mann aufrecht stehen. Nach Helmholtz geben manche Tonkünstler noch Tondifferenzen an, die sich wie 1000:1001 verhalten. I m Jahre 1905 verkaufte die Schweiz an die Ver. Staaten Chokolaoe zum Werthe von 5530.000. W e i m a r. Direktor Koetschan vom historischen Museum in Dresden ist als Nachfolger des Professors Ruhland und des Grafen Keßler zum alleinigen Leiter des hiesigen GoetheNationalmuseums für Kunst und Gewerbe und des großherzoglichen Museums berufen worden. Z e l l t St. B l. Das 25jährigk Meisterjubiläum in der Ehrhardt'schen Fabrik beging kürzlich Ernst Moritz.

Die xreukischen Polen. Angesichts der zahlreichen falschen Berichte, die in der englisch-amorika" nifchcn Presse über die Lage der Po len in Prcußcn verbreitet werden, er wächst den deutsch amerikanischen Vlätterii die Pflicht, der Wahrheit die lilirc zu geben und für Aufklärung zu sorgen. Die Frage, ob die Theilungen Po lcns sich sittlich rechtfertigen lassen oder nicht, mag hier unerörtert blci l'cn. Die geschichtliche Entwicklung der Dinge hat eine Lage geschaffen, bei der dieWiedernrnchtung des ttojm scken Reiches nur mit dem Einver ständnih der drei Theilungsmächte möglich wäre. Da an deren Zustim minist aber unter keinen Umstanden zu denken ist. so müssen die Polen ebeii sich in die bestehenden Verhält nisse fügen, so schwer das vielen von ihnen auch zu werden scheint. Die meisten der Polen, welche sich gegen die prcilßische Ncgierung auf leimen, haben wohl kaum eine blasse Atmung von der kläglichen Lage, in der sich die breiten Massen ibres Vol res zur Zeit des Wahlkönigrcichcs, der Adelsrevublik, befanden. Die Briefe Friedrichs des Großen an Voltaire gewähren einen tiefen Älick in das entsetzliche moralische uns) wirthschaft lichc Elend der polnischen Bevölkerung jener Zeit. Tie gewissenlose, übermüthige Schlacht herrschte schier unbeschränkt, der Bürger hatte dem Adel gegenüber kaum irgendwelche Nechte, von einem VolZsschulunter richt war keine Spur vorhanden. Preußen gab den angegliederten polnischen Landestheilen eine geord nete Verwaltung, eine gerechte Justiz pflege und ein für jene Zeiten wohl eiitivickeltes Schulwesen. Man mag einwerfen, daß der Staat damit nur seine Pflicht und Schuldigkeit that und sein eigenes Interesse förderte. 'Zugegeben! Ter Einwurf ändert aber kein Tüpfelchen an der That fache, daß die in den Besitz Preußens gelangten ehemaligen polnischen Laiidestheile sich heute einer ganz un gleich höheren geistigen und Wirth schaftlichen Entlvickelilng erfreuen, als jene, die an das despotische Nuß land angeschlossen wurden oder bei dem österreichischen Völkergemisch Aufnahme fanden. Unter diesen Umstände mag die feindselige Haltung der Polen gerade gegen die preußische Regierung für den Fernerstekenden schwer zu ver sieben sein. Tie große Mehrheit der polnischen Bürger in den Städten und nur in Preußen gibt es einen wirklichen polnischen Aürgerstand und der polnische Bauer auf feiner Scholle sind keine Gegner Preußens und Teutschlands. Sie wissen, um wie viel besser sie daran sind, als ihre Volksgenossen in Rußland und Qe sterreich. Tie feinde der preußischen Regierung sind in dem polnischen Adel, der sich . nach der einstigen Machtstellung zurücksehnt, imd unter der polnischen Geistlichkeit zu suchen. ir haben die Erklärungen hoher katholischer Prälaten, wie des Kar dinal Fürstbischofs Stopp, daß der tief beklagenswerthe Schulstreik ncht als eine Folge religiöser Verfolgung, lon derii als das Ergebniß einer politi schen Agitation aufzufassen ist, deren Herd außerhalb der preußischen Gren 5cn liegt. Es mag möglich sein, das; die preu :ische Negierung den 5?ampf gegen diese Agitation nicht mit den besten Mitteln führt; ja, es scheint sogar, da''', die Art imd Weise ihres Vor gebens nur den Widerstand verstärkt hat Es ist von verschiedenen Seiten vorgeschlagen worden, die Heranbil düng der jungen Geistlichkeit den gegenwärtigen Seminaren zu entziehen und den höheren staatlichen Lehranstalten anziivertrai:en. Tie Verwirk lichung eines derartigen Planes hat aber gewiß noch gute Wege; und was soll inzwischen mit den aiifgehetzten Schulkindern und deren Eltern ge scheben? Ter Staat kann sie doch nicht zu Zehutaufenden den Fürsorgeanstalten und Gefängnissen über weisen. Schroffheit auf beide Seiten führt nicht zum Ziele, bei einigem guten Willen wird fich aber sicherlich noch ein Ausweg ans der Sackgasse finden 'lassen. Tiefer Schulstreik ist ein neuer, deutlicher Beweis für die von Bismarck ausgesprochene staats' männische Wahrheit, daß die Lösung der Polenfrage für die preußische Politik die schwierigste und wichtigste Aufgabe bildet.

Ter K a r l s r n li c r Ober dürgeruieifter Tr. chucler ist ge florben. In einer großen ferbi schen Volksversammlung zn 9iifch wurde die . österreichisch:ngarische Verwaltung in Bosnien heftig angegriffen. Man verlangte die Aufhe bung der Okkupation unter stürini ''chen Rufen: Nieder init Oesterreich! Nieder mit der Politik der Habsburger! Hoch die bosnisch.herzegowini sehe Revolution!" Aehnliche Tenivn slrationen werden auch in anderen serbischen Orten stattfinden. Bei der Geschübdebatte in der Skupschtina zu Belgrad erklärte Dr. Welikowitsch, der im Juni 1903 von den Königs rnördern zumFinanzminister ernannt wurde, der König habe der Hüter der Verfassung und Moral zu fein, sonst könne Serbien' die iyA Millionen ranf Kivilliito waren.

GeschäftS-Kalondrr. Arzt.

Ctr. . C. ThomaS. strikten Reiten. 209210 5 men Clsyvool Gkbäudk. Putzmacherin. ysngufta Lange. kxpert.Putzmacherin. 1t HIlAflnif n(.til Wh .5. .MIIIH4. Blech- und Mlaü'DäHrr. Wlech- und Mttall-TSSer, sowie Dachrinnen ange setttgt und repartrt. Ihok. . Hadley, li tttuckq ve. Reuer Vizone 100. Tapeten. areten. Ich hänge vnd liefere ladeten. MJ S!Mbnn. ffjfl T!erizon, S3a'!H 48. SpeziMen. peec kurirt o)ve Meffer. ohne Schmerzen Te,beft bekannte Behandiung der Neuzeit. Sprecht vor und lernt meine Methode. Tr. k. 8. rigizam, II Best Market Straße, gegenüber Terminal Stativ. LLaarev'Adlieferung. Maare abgedblt und abgelielkrt. Mähige Preise Schnelle Bedienung. 11 Süd Pennsylvania Sir Neu 612; lt. Maln 1438. g. X Kastln. lg. Cptttcr. KMERSO.IV DRULEY, M9 Magachultttk ve. im ersten Lquare, zweite? Stoff. Luge rmtersuchr. Linse geliefert. Zu gnsul:a.tonen eingelade. Leichenbestatter YttyMett & kulver. Lkichenke?attk?. 8 N. Jlltnvt ett. Telephon : Neu tw. Alt. ata Seeo. 3ol?nfo, Häßler & George. 867 SSaflachu'tttS t., Tettphvnt : Neuv: lt. Tai iiso. tttr lt4en deutsch. Hatent'Ayvatt uni Ingenieur. . Z-hompson R. ell, 401 Eak ebände. ueig J rffic! ÜHaf!rntslfn?i S). . Vtm knn, 1k. Kenerverficherung-Erunreigentyum. iaeob Buennagel. Zimmer 5 und . O Ro. 29 Süd Telawar, Strafe. Finanzielles. MNr lethm Geld auf Möbeln und Pmnik ohne dte selben wegzunehmen. Ebenso aus tth tn und Diamanten. Central Loan So 803 State Lise ldg. Unter ven Brennern uno Whiskey - Interessenten im Staate Kentucky ist eine Bewegung im Gange, um allen Whiskey, der in Steuerverschlutz kommt, auf SO Prozent Proof" zu reduziren, um auf diefe Weife die jetzigen Reflationen des Jnlandsteuer - Bureaus mit den neuen Standards der Pure Food Commission" in Einklang zu bringen. Wie die Dinge jetzt liegen, ist aller Whiskey, der unter Steuerverschluß auf Flaschen gezogen wrrd, -100 .Proof". Whiskey in Fässern jedoch, der -nach Entrichtung derSteuern aus dem Verschluß genommen wird, kann auf 90 Prozent reduzirt werden. Die vorgeschlagene Neuerung wird von nahezu allen Whiskey - Händlern befürwortet. Ein durch den Sturm umgeroehter Baum war in Staten Jsland die Ursache, daß eine Theatervor stcllung bei Lampenbeleuchtung stattfinden mußte. Txr starke Wind entwurzelte eine große Ulme, die in Stapleton vor dem Quartier der Feuerwehr stand. Der Baum hatte schon seit einiger Zeit kein rechtes Leben mehr und war nahe der Wurzel ziemlich verfault. In seinem Sturz riß der 80 bis 90 Fuß hohe Baum die elektrischen Licht-, Trolley- und Speisedrähte mit sich, sowie auch die Tele-Phon-und Feueralarmdrähte. Aller Verkehr auf den Linien der Richmond Light & Power Company kam zum Stillstande und ein großer Theil dou Stapleton mußte sich ohne alle Elektrizität behelfen. So kam es., daß auch das Richmond Theater keine elek irische Beleuchtung hatte, und das Publikum versammelte sich beim Scheine von rasch herbeigeschafften Lampen. Es dauerte lange, bis die Aeste des Baumes weggeschnitten waren und neue Drähte gespannt werden konnten. Als der Baum stürzte, wäre der Feuer-Marsckall Lestarange beinahe erschlagen worden; 'er ?arrr aber mit einigen unangenehmen Abschürfungen und Beulen davon. ie seltene Feier seiner zweiten silbernen Hochzeit" beging kürzlich I. A. Tuttle, ein 82 Jahre alter Ansiedler von Marinette. Wis. Tuttle führte im Jahre 1844 Fräulein Mary Hodges von Danbury, Conn.. als erste Gattin heim, welche ein Jahr nach der Feier des silbernen Ehejubiläums im Jahre 1880 starb. Nach einjähriger Wittwenschaft suchte sich Tuttle eine andere Ehehälfte, Fräulein Marietta Clark von Tipton, Ja., mit welcher er dieser Tage die silberne Hochzeit beging. Vermuthlich in einem Zustand des Wahnsinns stürzte sich kürzlich in Trenton, N. I., ein Mann Namens James Murphy völlig nackt vor eine Trolleycar und wurde enthauptet. Der Mann hatte sich schon eine Zeit lang sonderbar benommen und kürzlich seiner Wirthin gesagt, daß Jemand das HauS verlassen müsse, und daß er wohl Derjenige sein werde, der dies thue. Er beging den Selbstmord zwei Meilen von seiner Wohnung entfernt. Die Kk!der des Mannes fand man hinter ewn großen Firmenschild. Uebergalant. Dame: Sie halten mich wohl gar nicht mehr für so ganz jung? Herr: .Na , doch, wenn ich Eisenbahnbeamter wäre, würde ich Sie auf ein Kinderbillet fabren lassen!

. ''li

y'Ay ' : V v V - c- ' V.

A.