Indiana Tribüne, Volume 30, Number 113, Indianapolis, Marion County, 4 January 1907 — Page 1
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? Erscheint jeden NachnTittag. Jahrgang 3. Indianapolis, Ind., Freitag, 4, Januar 1907 No. 113.
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Fluchtiger Chköfälscher. Die Beamte beiJtidtanaer Reform anstatt haben die Nachricht erhalten, daß in einem Waggon der Baltimore & Ohio Northwestern Bahn ein Mann bemerkt wurde, der Handschellen trug, aber keinen Transporteur neben sich hatte. Dieser Mann ist auffallender Weise nicht verhaftet worden und sein gegenwärtig Verbleib ist unbekannt. Man nimmt an, daß das Individuum Niemand anders ist, als der junge Checkfälscher I. Gould Jay, der der Obhut seines Transporteur entkam, tm selben Augenblicke, als dieser die bevorstehende Ankunft deS Jay der Reformanftalt in Jefferfonville telcphonifch meldete. Man glaubt, daß der junge Mann aus prominenter Ja mille inzwischen einen Freund aufge trieben haben wird, der ihn seiner Handschellen entledigte.
Bktreffs der Ercnrfion nach Merlko. Der Tiftrict.Paffazier.Agent R. P. Alger der C. H. & D. Eisenbahn der sichert, daß er bereits 2 Schlafwagen für die Tour nach Mexiko, welche am 5. Februar unter seiner persönlichen Leitung stattfindet, ausverkauft habe. Die Gouverneure von ArkanfaZ und TexaS sollen alle möglichen Borkehrun gen getroffen haben, um die Cxkur fioniften bei der Durchfahrt durch ihre betreffenden Staaten würdig zu be grüßen. Ein kleiner Wechsel ist im Reisepro. gramm vorgenommen worden, indem man nur einen halben, statt einen gern zen Tag in San LouiS Potofi zu der bringen gedenkt und der Rest dieses TageS der Stadt Ouerataro zugedacht ist. Alle anderen Arrangements blei den, wie früher angeführt. Ein toller Hund wurde am Freitag früh in Joseph Teschler'S Wohnung. No. 1409 Nord Illinois Straße, durch die Radler Golnisch und Wilson erschoffm. DaS Thier lief in der Küche im Kreise umher und richtete große Verwüstung an; erst nachdem die Bulldogge vor Ermattung niedersank, gelang eZ den Radlern, derselben eine Schlinge um den Hals zu werfen, die selbe in den Hofraum zu ziehen und dort zu erschießen. H o r a c e W. S e f t o n , ein Maschinenfühcer der Big Four. Bahn, wurde Freitag früh durch Umstürzen einer Lokomotiv: in Montmorency. In diana, schmerzlich verletzt. Er wurde in'S hiesige St. Vlncent.Hospital ge. bracht. S:ftoir wohnt No. 106 State Straße. B e d f o r d. DaZ von Berger. alias Harris, in Gofhen gemachte Ge stündniß, daß er Fräulein Sarah Schü fer ermordete, wurde gründlich unter sucht und dabei festgestellt, daß Berber zur Zeit deS Mordes in ColumbuS, O., im Gefängnisse faß. M i ch l g a n City. Frau 2311 Helmina Harris, die Gattin deS zu le benSlänglichzr Zuchthausstrafe verur theilten Blutschänders Frank Harris, die US ihrem yeim in, SellerSburg verschwand, ist aufgesunden worden. Sie hatte ihre Eltern, die LouiS Diefenbach'schen Eheleute, besucht und sich dann nach CrotherSville in der Nähe von Seymour begeben, wo Verwandte von ihr wohnen, welche die unglückliche Frau bei sich aufgenommen haben. Sie gedenkt, nach Indianapolis zu reifen um in der Familie eines Predigers dauernd aufgenommen zu werden. ,Frau Harris hofft, daß Gouverneur Hanly ihren Gatten bald begnadigen wird. Harris ist schon jetzt in einem an Gouverneur gerichteten Schreiben um Pardon eingekommen, was, da er feine Strafe soeben erst angetreten hat, i allerdings sehr verfrüht erscheint. Er l langte, die Hände gefesselt, in Beglei ' tuna seines Transporteurs in der htesi. gen staatlichen Strafanstalt an, bleibt aber immer noch dabet, daß er unfchul big und das Opfer einer Intrigue ist. Henry Klanke, ' Vertreter der Jndiana Trust Co. im Grundeigenthums-, Miethe- und Ver-sicherungS-Departement.
Die schwarze Saud.
Griechischer Consul glaubt Beweise zu haben. Der griechische Eonsul Nkcola Sala pouloö, in einer Privatunterredung gestern Abend im Claypool Hotel, er klärte, direkte Beweise an Hand zu haben, daß der vor etwa Jahresfrist von dem Bulgaren Stephen Vastll ver übte Doppelmord in Haughvllle, auf direkte Anordnung der Societe Sophia Bulgaria ausgeführt wurde. Er sagt, daß Vastll direkt nach seiner Ankunft in Indianapolis den Mord verübte und als Grund dieser Handlung glaubt er die Weigerung der verlangten Beiträge ansehen zu dürfen. Vastll, der übrigen einen leben länglichen Termin absitzt, soll den bei den Opfern lange nachgesucht haben, ehe er derselben habhaft wurde, und schon am Tage der Ankunft soll er die selben sofort ermordet haben. Die Verwandten der beiden Ermordeten in Europa mußten ihren Wohnort verlassen, doch weiß der Consul nicht, nach welcher Stadt dieselben ver trieben wurden. Die Verhandlungen gegen die vier, vor einigen Tagen hier unter Anklagen der Erpressung verhafteten Bulgaren, wurden gestern im Polizeigerichte be endet, und die Angeklagten wurden den Großgeschworenen überwiesen. ES wurden keine Beweise gegen die Männer vorgebracht, da sich die VerHandlungen nur auf ein Vorverhör beschränkten, Anklage und Vertheidigung hatten ihre Dolmetscher zur Stelle. Zvei Berletzte im St. LineentHospitale. Diesjährige Rae Brill von No. 626 Eddy.Straße, welche vorgestern an der Kreuzung der Capitel-Avenue und Jndianapolis'Union Railway so schwer verletzt wurde, daß ihr sin Arm ampu ritt werden mußte, und die außerdem ein Ohr verlor ui.d wahrscheinlich auch noch innerlich verletzt ist, befindet sich besser, sodaß Hoffnung jetzt vorhanden ist. daß sie sich von ihren Verletzungen erholt. Der Lehrer der Mathematik am JnS ley.Jnstitute zu Wheeling, W. -33a., Herr Adrian de Beaumont, welcher zur selben Zeit und am gleichen Orte verletzt wurde, liegt ebenfalls im St. Vlncent.Hofpitale mit gebrochenem Arm und verrenktem Rückgrat darnieder; r sagt, er habe jetzt den besten Beweis, daß Indianapolis ein EisenbahN'Centrum ist, und sei es möglich, daß er durch diesen Unfall auch noch seine Stelle verliere. Regula's Halle, Logen- und VereinsLocal, 1703 Süd Ea Str. Sekanuter Theater-Direktor gestorben Wm. D. Marine, 945 Fort Wahne Ave., ehemals Manager des Unique, und später deS Jndiana Theaters, ist gestern im Alter von 42 Jahren der Schwindsucht erlegen. Der Kampf deö nun Entschlafenen gegen den weißen Tod, erstreckte sich über eine Periode von mehr wie vier Jahren, und wäh rend dieser Zeit hat ihm seine Gattin Ada treu zur Seite gestanden. Wäh rend Marine in freiem Felde ln einem Zelt sich aufhielt, arbeitete die Frau in einem der großen Geschäfte an der Washington Str., und beftritt so die Kosten. deS Haushaltes. Täglich machte sie die mehrere Meilen lange Reise vom Zelte nach der Stadt und zurück. Vor einiger Zeit gaben die Verehrer des nun Verstorbenen eine Benefiz.Vor stellung, an welcher sich auch die acht Jahre alte Tochter deS Ehepaares betheiligte, da auch sie etwas für den Papa thun wollte. Herr und Frau Marine lernten sich auf ihren Reisen als Theaterleute vor 14 Jahren kennen und lieben. Während die Leiche im Vsrderzimmer aufgebahrt wurde, explodlrte im Hinterzimmer deS HaufeS der Gasolinofen, doch wurde das Feuer ohne nominellen Schaden gelöscht.
IZjährig Schauspielerin heimzu Mutter geschickt. In Folge eines Telegramms ihrer Mutter an die hiesige Polizei, wurde ein hübsches fünfzehnjähriges junges Mädchen, welches an den Aufführungen einer BurleSqne Company in hiesiger Stadt heute Abend als deren Mitglied theilnehmen wollte, nach ihrem Heim an Vermont Ave. in Chicago zurück geschickt. Der Name der jungen Dame ist Helena Fugit, und wurde dieselbe in rothem Kleide, rothem Hute und Pelzwerk zur Polizeiftation gebracht, um ihrer Mutter zurückgeschickt zu werden. Sie selbst wor sehr erstaunt, daß ihre Mutter sie auf ein Mal wiederhaben wollte, da sie bereits drei Jahre mit deren Bewilligung auf der Bühne thätig wäre und erst kürzlich einen
Koffer von derselben nachgesandt erhielt. Abhilfe gegen Störung durch Betruukeue. Allgemein hört man Klagen von Ccndukteuren, Motorleuten und Passagieren der Jnterurban Linien über das unangenehme Betragen Betrunkener auf den Zügen Samstag Abends und Sonntags, an welchen Tagen die heim kehrenden angeheiterten Arbeiter die Beamten der Bahnen sowohl wie die anderen Passagiere ennuiren und oft genug die Ursache sowohl von Ver spütungen sowie Unfällen find. Die Beamten der Tractiongesell schaften werden nun diese Angelegenheit bet ihrer in Kürze stalthabenden Januar-Versammlung näher beleuchten und geeignete AbHilfsmittel in Be rathung ziehen. Mgc iuiQmnlrjcl. 6in; recht unästhetische und gesundheitS schädliche kpflogenkzktt. Die Blätter für Vollsgesundheitspflege" schreiben: In gewinen Kreisen, welche aneolich die Mode repräsentiren, ist es Sitte, oder besser Unsitte geworden, lange Fingernägel zu tragen, und ein eigener Beruf hat sich herausgebildet, der oit systematische Pflege dieser Nägel auZLbt. Sowohl vom oesunoheitlichen als vom ästhetischen Standpunkt aus mufe ganz entschieden gegen diese Gewöhnheit Stellung genommen werden, und selbst der rosige, wohlgehaltene Nagel an einer schönen Damenhand kann nicht wirklich schön gefunden werden, sondern selbst er erinnert unwillkürlich an die Krallen des Thieres. Viele Leute aber verstehen nicht einmal, den langgewachsenen Nagel sauber zu halten, und dann wirkt der Anblick einer solchen Hand geradezu ekelhaft, und nur ungern legt man in sie zum dargebotenen Handschlag die seine. Des Ferneren ist es unvermeidlich, daß der lange, spitze Nagel kleine HautVerletzungen veranlaßt, und da außerdem die sichtbare Reinlichkeit sich mit der unsichtbaren hygienischen nicht deckt, da unter dem , scheinbar reinen Nagel doch Krankheitskeime sich angesammelt haben können, so fügt der Nagel zu der Verletzung sehr häufig auch die Infektion der Hautwunde, und es entstehen kleine oder größere Geschwüre, bisweilen sogar Blutschwären. Derartige Verletzungen können der eigenen Person, aber auch einer andern zugefügt werden, und vor allem gefährden Mütter, die einer solchen Nagelsitte huldigen, ihre Kinder, mit denen sie in häufige und enge Berührung kommen. Der Nagel soll daher stets kurz getragen werden und unmittelbar über der Fingerkuppe enden, da er ja hauptsächlich nur den Zweck hat. diese zu schützen. Ganz besonders dürfen aber KrankenWärterinnen niemals lange Nagel ha ben, da sie dadurch die Ueberiragunqs Möglichkeit der Krankheit auf gesunde Personen, denen sie eventuell die Hände geben, ganz Wesentuch erhohen. y Ueber 40,000,000 Holzs ck w e l l e n werden jedes Jahr für die Eisenbahnen der Erde gebraucht. Auf die Ver. Staaten kommen davon allein 15.000.000. Liederkranz. Die Mitglieder find ersucht morgen, Samstag Nachmittag i Uhr, in der Germania Halle zu erscheinen, um unse rem verstorbenen. Ehren Mitglied Henry Opielhost die letzte Ohre zu erweisen.
Mehr Baulichkeiten' sur'S Ar beitöhans verlangt.
, Der Bericht des Superintendenten des Marion County Arbeitshauses, A. D. Shaw, wurde gestern Morgen der Behörde der County-Commissäre unterbreitet und ist daraus zu ersehen, daß das Arbeitshaus im Jahre 1306 mehr frequentirt wurde, als in irgend einem der früheren Jahre, indem 2571 männliche und 307 weibliche Gefangene internirt waren. Die Zahl der Weißen betrug 2121, während die Farbigen 757 Insassen lieferten. Der Suverintendent schlägt vor, für die Zukunft neue Anbauten zu liefern, da es an geeigneten Räumlichkeiten für weibliche Jnhaftirte sowohl als für Geistesgestörte fehle. Geplante Verlängerung. Die Southern Jndiana & Löuis ville Traction Co. hat eine Anzahl Ingenieure auSgefandt, um die Feld messerarbeiten für die in Aussicht genommenen neuen Straßenbahnlinien nach Corydon, von da nach Paoli und von da nach Lick Spring- zu traciren. Die Feldmesseraröeit dieferSurveyorS" beginnt in New Albany vom Endpunkt der New Albanier Stateftraßen-Llnie aus. Das Feldmesserwerk, das nun mehr vor sich geht, ist dafür bestimmt. das große StraßenbahnNetz, das Vorort mit Vorort verbindet, wieder noch einen Schritt vorwärts zu bringen. i Heinrich Spielhoff, t Im hohen Alter von 77 Jahren ist gestern Heinrich Spielhoff, ein allge mein bekannter Deutscher, aus dem Leben geschieden. Herr Spielhoff, in Westphalen ge boren, kam vor etwa 50 Jahren nach Indianapolis, welches ihm seither seine zweite Heimath geworden. Er war seit Jahren einer der bekanntesten Baukon traktoren der Stadt, und viele der Prachtbauten in Indianapolis wurden durch ihn erbaut. Unter diesen der erste Bau deS Deutschen HauseS, das Jndiana Medical College, das Chal fönte Hotel und andere mehr. Er war ein Mitglied der Germania Loge der Odd JellowS, Gründer. Ehrenmitglied und früherer Präsident des Liederkranz; Mitglied deS Pionier Vereins und der Freimaurer. Die Beerdigung findet vom Haufe feines Schwiegersohnes, Hrn. Harrn Schwankhaus, 2314 Central Aoenue, aus statt. Der Liederkranz fingt die Trauer lieber und die verschiedenen Vereine werden ihr dahingeschiedenes Mitglied zu Grabe geleiten. Die Gattin ging dem nun Verftor benen vor etwa Jahresfrist im Tode voraus. Bon der Lutte zum Palaste. ßufch dich Rover" rief gestern Abend Herr John B. Smith, 415 23. Market Str., als er mit der Laterne ln der Hand an der Hundehütte im Hofraume vorbeiging, und ganz mit Recht, denn Rover, der gewöhnlich seinen Herrn schon am Gange erkennt, schien an diesem Abende nicht wie gewöhnlich gelaunt zu sein. Unruhiges Hin und Herkriechen, und ein nicht ganz geheures Brummen war die Antwort. Rusch dich- .ruft Herr Smith aber malS, geht einen Schritt weiter und laßt vor Schreck die Laterne fallen, als ihm aus der Hundehütte die Bitte nach einem .Match" entgegenschallt. Das geht denn doch über das Bohnenlted", denkt Herr Smith und leuchtet in die Hundehütte hinein, und aus der Hütte hervor leuchtet ihm dann das freund liche Geficht de? 30 Jahre alten Frau Jennie Roberts entgegen. Jennie wurde nach kurzem Krenzverhör ln Ob Hut genommen. "Ihre jetzige Adresse ist ein großes dreistöckiges -Sandstein
t gebaute an der Süd Alabama Str.
Ans den Gerichten. Kriminal-Gericht. Richter: Jameö W. Pritchard. Wegen ttleindiebftahlS wurde Ch.
DaviS schuldig befunden und mit $10 und 90 Tagen Gefängniß bedacht. John Stoddard bekam wegen dem elben Vergehen $5 und Kosten und 10 Tage Gefängniß zudkctirt. Superior-Gerlcht. Zimmer No. 1, Richter John L. McMafter. Im Falle deS MechanicS Lim Pro. zesseS von Charles C. Von Zant gegen John W. Trotter wurde gegen den Angeklagten für $20 und Kosten ent chieden und sofortiger Verkauf deS entsprechenden Eigenthums gestattet. Zimmer No. 2, Richter JameS M. LeatherS. In der Klagesache von Charles W. Cooper als Administrator gegen Cd ward M. Churchman u. A. wurden dem Klüger S2636.50 und S1640.10 zugesprochen und die Beklagten außer dem in die Kosten verurtheilt. Nachlatzgericht. Im Nachlassenschaftögericht hinter egte Herr Emil Martin als Tefta mentödollftrecker deS verstorbenen John Wimmer und als Vormund von dessen neunjährigem Sohne John D. Wim mer eine Bürgschaft im Betrage von 814,000 für Einkasstrung von Renten etc., welche von dem Grundeigenthum deS jugendlichen Erben zu erheben sind. Zugendgericht. Der kleine Neg:rknabe Noah Street, welcher am verflossenen Weihnachtstage einen kleinen Rasse und Spielgenos en Thomas Moß durch Zufall mit einem Flodert'Rifle erschoß, mußte vom Richter StubbS den Großgeschwo renen, ohne Zulassung von Bürgschaft, überantwortet werden, da Herr StubbS ln diesem Falle nicht die Macht besaß, den Kleinen auf eigene Verantwortung frei zu geben. Neue Klagen. Scheidungsklage gegen seine Frau Katharine, welche er am 24. Januar 1906 heirathete. von der er aber seit dem 1. Januar 1907 getrennt lebt, reichte Harry Groff wegen grausamer Behandlung ein. Harry sagt ferner, daß seine Eheliebste noch nach ihrem ihm gegebenen Ehegelöbniß in Cor respondenz mit anderen Männern ge standen hätte und auch, trotz seines Verbots, mit denselben verkehrte. Er wünscht deshalb, daß man diese unan genehme Bande löse. LewiS Baum reichte eine Notenklage gegen AmanduS N. Grant für $65 ein. Lilly und Stalnaker reichten eine Notenklage für $600 gegen Charles S. Schofield ein. John W. LewiS reichte gegen die Boulevard Land Company für ge lieferte Arbeit eine Klage für $32.50 ein. Jndiana Siag Club Fall soll erledigt werden. In der Angelegenheit des Jndiana Stag Clubs" wurden die Herren Wen del H. Bang, Stadtrath der siebenten Ward, John Glazier, früher Cayitän deS hiesigen Feuerdepartements und Wm. Beck, welche die Dezember.Groß geschworenen anklagten, mit einer an deren Person eine Spielhölle im Ge bäude des Jndiana Stag Clubs, 518 Nord Delawari Straße, unterhalten und berauschende Getränke verkauft zu haben, ohne die nöthige LizenS zu be fitzen, unter Bürgschaft gestellt. Am 15. Dezember waren bereits VerhaftSbefehle gegen die Angeklagten ausgestellt worden, und weiß man auch heute noch nichts über den Verbleib deS vierten Angeklagten Petty, jedoch hofft man den ganzen Fall in Kürze zu er ledigen. I a m e S W il f o n , beschuldigt, einen Wagen gestohlen zu haben. wurde verhaftet.
Im Grnnevald ist Holz-anktion."
Unter Hintenansetzunz aller sewer NeujahrSresolutkonen, gelang eS gestern Abend dem 641 Russell Ave. wohnen den Charles Faubre, sich in seiner Nach barschaft zum Centrum allgemeiner Aufmerksamkeit zu machen. Wie verlautet, langte er am Abende n ziemlich beduseltem Zustande zu Hause an, und war eS nun, daß Faubre'S Augen sich verschleiert hatten, oder war eS Wirklichkeit genug, er behauptete, daß der Kochofen rauche. Frau Faubre, auf den Fehler aufmer fam gemacht, beobachtete den Ofen ge nau und konnte ihrem Gatten nicht beistimmen. Das war zu viel für Faubre der Ofen, das Streitobject, der Dorn im Auge, mußte das Haus verlassen, das heißt, er wurde vom Hausherrn 'raus geschmissen. Zurück in'S Zimmer kehrend, be merkte Faubre, daß auch mit den Stüh len die Sache nicht so war, wie ge wöhnlich, und dieselben wurden sofort derartig zugestutzt, daß sie mehr dem Geschmacke des Hausherrn gefielen. Daß sich die Biester widersetzlich zeigten und zu Kleinholz verwandelten, ist na türlich ebenfalls die Schuld der Stühle. Mittlerweile fing das klelne Kind. ob all' des Lärmes, zu weinen an und trottelte in die Stube. Der Vater, um nicht im Reformprozesse gestört zu werden, jagte dasselbe der bereits nach draußen geeilten Mutter nach. Ungestört arbeitete Fauvre dann am begonnenen Werke weiter, bis auch er zuletzt einen Augenblick der Ruhe be durste. Er übersah das Werk, dasselbe gefiel ihm und ihm kam der Gedanke, daß dielleicht seine Frau auch .Gefallen mr der neuen Ordnung der Dinge finden möge und sofort beschloß er, dieselbe zur Stelle zu rufen, ihr die Beschee rung zu zeigen. Kaum hatte der Gedanke Raum ge Wonnen, als Faubre denselben auch schon zur Ausführung bringen will. Er springt erfreut auf, eilt zur Thüre und will grade durch dieselbe ln den Hof räum eilen, als das vermaledeite Ding von einer fchabernack'schen Thüre halb zufliegt, so daß der bereits halb abge kühlte Hausvater sich an derselben bei nahe den Schädel einrannte. Das war denn doch ein bischen zu stark, selbst für das sanfteste Gemüth, und sofort wurde beschlossen, an der Thür ein Exempel zu ftatuiren. Hier nun war eS, wo Faubre feinen Fehler machte, denn während er noch mit dem Abbrüche der Thüre beschäftigt war, langten die Radler Golnisch und Wilson an, und nahmen Faubre mit nach der Station, wo drei verschiedene Anklagen gegen ihn erhoben wurden. Betreffs Nntergrundlegnng der elektrischen Drähte. Das Untergrundlegen der verschiede nen electrischen Drähte, im Meilenge viert der Stadt, wird wohl noch 30 bis 60 Tage ln Anspruch nehmen und für die verschiedenen Ttlephongesellschasten recht kostspielig werden. Wie die Stadt verlangt, müssen alle Hochdrühte in Alley'S u. s. w. unter Grund gelegt werden und wird eS keine kleine Auf gäbe feindiefeS zu bewerkstelligen ohne die Fernfprech Apparate momentan außer Function zu setzen. Hätte man nur gerade Linien vor sich so würden bedeutend weniger Drahtlängen nöthig sein, aber so, ist eS wirklich sehr kost spielig und wird eS in Zukunft noch mehr werden, wenn man für alle derar tigen Bedürfnisse einen gemeinsamen Tunnel baut, der im Stande ist,' alle nöthigen Drähte aufzunehmen und gleichzeitig zu gestatten, daß Arbeiter in demselben die nöthigen -Reparaturen vornehmen könxen. . 7 - Nach der gestrigen Liederkranz Probe lud gestern Abend Sänger Paul Thau seine EangeSbrüder zur Ge burtötagSfeier ein. Gemüthliche Stunden wurden von Allen verlebt.
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