Indiana Tribüne, Volume 30, Number 112, Indianapolis, Marion County, 3 January 1907 — Page 6
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Enropaische Nachrichten.
W u n s t o r f.' Schwer verunglückt ist vor kurzem der Telegraphenarbe!er Heinrich Borchers. Borchrs hatte auf dein Boden eines Hauses an den Telezraohendrähten etwas nachzueh-n uad iji dortselbit durch morschen D-'clercelaz getreten und abgestürzt. Bcrchers erlitt bei den, turze einen cadeloruch. Frovinz Westfken. Münster. Kürzlich beginz der bekannte Physiker und Entdecker der Kathodenstrahlen, Geh. Regierungsrath Prokessor Hittorf dahier. sein sechlFjährrzes Dktorzubllaum. ck e r e s s e. Im' Alter von 83 Jahren ist der ehemalige Landtagsabgeordnete Franz Reszemann, Landwirth hier, gestorben. Er hat vom Iahe 1870 bis 1879 den westfälischen Wahlkreis Borken-Necklingshausen im Abgeordnetenhause Leiteten und war Mitglied der Eentrumspartei. Auch dem westsalrschen Provinzlallandtage hat er iabrelang als Vertreter der Landgemeinde des Kreises RecklinzHausen angehört. 7?redebura. Vor einiger Zelt verunglückte der Gerichtsvollzieher John von h:er in Winkhausen. Er fuhr mit seinem Rade in einen auf der Straße stehenden, mit Tannen beladcnen Holzwazen. Eine Spitze drang dem Bedauernswerthen in den Kopf und zerriß ihm die Schlagader. Der Tod trat infolge von Verblutung ein. Langendreer. Hier ist letz tens der 27jährige Bergmann Pflanz von dem Bergmann Toelle aus Eifersucht mit einem Kartoffelmesser et stochen worden. Reuenrade. Vor längerer Zeit wurde hier der Fabrikarbeiter Liebrinzbaus todtgeschlazen. Lange blieb die Sache im Dunkeln trotz d-er sieberhaften Thtätizkeit der Polizn. Jetzt scheint endlich Licht in die Sache zu kommen. Kürzlich wurde der hienge Wirth Theile d:eerhalb vor dem Amtsgericht vernommen und nachdem verhaftet. R h e i n e. Vor einiger Zeit gerieth der Rangirer Th. Ruwe von hier auf dem hiesigen Bahnhofe bei Ausubunz feiner Berufsthätigkeit zwlschendie Puffer. Der Verletzte, der starke innere Quetschunzen davongetragen hatte, wurde dem KrankenHause zur Pflege übergeben, starb sedoch nach kurzer Zeit an den Folgen des Unglücks. Der Verstorbene stand im Alter von 25 Jahren und war nicht verheirathet. 'Rtzeinprc'Vinz. Köln. Die Wittwe des vor einiger Zeit im benachbarten Rath verstorbenen Rentners Theodor Franken hat der dortigen Gemeinde den Betrag von 12,000 Mark gestiftet mit der Bestimmung, daß derselbe zinsbar angelegt wird und die Zinsen zur Unterstützung armer Wöchnerinnen und sonstiger hilfsbedürftiger Frauen verwendet werden. Der gleiche Betrag tour: der katoollschen Pfarrkirche gestiftet. Aachen. Auf der Eupener Stra ße wurde die neunjährige Tochter des Arbeiters Havenith von dem Automobil eines Herrn Hamboray aus Verviers überfahren und sofort getödtet. Den Führer des Automobils soll kein Verschulden treffen Bursche id. Die Firma Urban und KotthauZ stiftete anläßlich der Hundertjahrfeier des Geschäfts ihren Arbeitern 15.000 Mark in Sparkassenbüchern, je nach Dienstalter bis zu 1000 Mark. Bonn. Der Prioatdozent für klassische Philologie an der hiesigen Universität Dr. E. Bickel ist zum a. o. Professor in Greifswald ernannt worden. Düsseldorf. Der Handlanger Friedrich Dombrowski überfiel auf offener 3traße seine von ihm getrennt lebende Ehefrau und verletzte sie durch Messerstiche lebensgefährlich. Der Thäter, der erst kürzlich von der Strafkammer wegen Mißhandlung der Frau zu drei Wochen Gefängniß verurtheilt worden ist. wurde verhaftet. Elberfeld. Im Streite hat der Fuhrknecht Roland den Fuhrknecht Bollmus derart mit einer Flasche auf den Kopf geschlagen, daß der Mißhandelte starb. Der Thäter wurde verhaftet. Letztens ist die Dampfschreinere! von Karl Kapp Söhne to tal ausgebrannt. Der Schaden beläuft sich auf rund 30.000 Mark. Auch die angrenzenden Häuser sind stark beschädigt worden. Honnef. Im Alter von nahezu 96 Jahren starb hier der älteste Bürger unserer Stadt, Rentner Adolf Bädeker. ein Sohn des Begründers der Bädeker'schen Verlagsbuchhandlung. Rat in gen. Der Heizer Adolf Ströter aus Barmen ist von der elekirischen Kleinbahn überfahren und tödtlich verletzt worden. Solingen. Zum Ehrenbürger ernannte die Stadtverordnetensammlung der langjährigen ersten Beigeordneten Stadtverordneten GeHeimen Commenzienrath Gustav Coppel. Frovinz Keslen.lassau. Kassel. Der 12 Jahre alte Schüler A. Lutropp hatte in der Monchebergerstraße ein eisernes Gar
tenstaket zu ü'öerstelgen versucht. E
kam hierbei so unglücklich zu Fall, daß er sich die Weichtheile aufriß. Der schwer verletzte Knabe wurde der, bunden und durch die Krieaersanit'äts, kolonne dem Landkrankenhause zuge. führt. Frankfurt. Der 37 Jahre alte Kaufmann Otto Ludwig Schütz, der kürzlich in seiner hiesigen Wohnung sich einen Schuß in die Schläfe beigebracht hat, ist im städtischen KrankenHaus gestorben. Hattersheim. Hier erschlug nach durchzechter Nacht der Landwirth Mook seine eigene, in bitterster Noth lebende Frau. Der Gatten, mörder wurde verhaftet. Marburg. Der Privatdozent an der hiesigen Universität Dr. P. Merkel wurde zum a. o. Professor in der juridischen Fakultät Königsberg er nannt. Rödelheim. Bei dem Fuhrunternehmer Emil Fisch war seit einiger Zeit der etwa 21jährige Brehm bedienstet. Nach dem Zeugniß seines Herrn betrank er sich öfter und bedrohte dann seine Umgebung mit dem Messer. Dieser Umstand hat zur Entlassung Brehms geführt. Letztens traf er in der Nähe des Schönhofs mit feinem früheren Collegen, dem Knecht Georg Wenzel, zusammen, der auf nnem mit Backsteinen beladend Wagen saß. Der entlassene Knecht sprang auf das Fuhrwerk in der Absicht, Wenzel herunterzuzerren. Dieser setzte sich zur Wehr und schlug mit dem Peitschenstiel auf seinen Angreiser ein. Brehm stürzte vom Wagen und gerieth direkt unter die Räder. Der Kopf wurde ihm vollständig zerquetscht, so daß der Tod auj der Stelle eintrat. Der 5wecht Wenzel würd: in Haft genommen. Rothenburg. Sein 50jähriges Dienstjubiläum feierte kürzlich der hiesige Amtsgerichtsrath Dr. Rohde. Dein Jubilar wurde aus diesem Anlaß der Titel Geheimer Iustizratt verliehen. Widdershausen. Hier hat letztens eine lustige Bauernhochzeit einen traurigen Abschluß gefunden. Am Abend, als die Fröhlichkeit schon ihren Höhepunkt erreicht hatte, stürzte plötzlich der Schuhmacher Johannes Bischmann zusammen. Der herbeigerufene Arzt stellte Alkoholver'gifwng fest. Mtterdcittsclie Staaten. Alten bürg. Hier ist kürzlich der Geheime Staatsrath Dr. Stöhr. der Vorstand des Ministeriums des Innern, gestorben. B e r g a. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich letztens beim hiesigen Rathhausumbau. Der hierbei beschäftigte verheirathete Maurer J-akob aus Friedmannsdorf stürzte infoige Abrutschens von der Leiter aus beträchtlicher Höhe herab und blieb bewußtlos liegen. Der sofort zu Hilfe gerufene Arzt stellte einen Schädelbruch fest. Der Vedauernswerthe wurde in das hiesige Krankenhaus gebracht. Gotha. In seiner Wohnung. Schützenall 29, wurde der unverheirathete 49 Jahre alte Kaufmann Franz Scherlitz erhängt aufgefunden. G r e i z. Der von hier nach Bieleselb versetzte PostdirekioT Liedke wurde vom Fürstregenten durch Verleihung des Ehrenkreuzes 3. Klasse ausgezeichnet. Hessen. Vor einiger Zeit entschlief nach langen Leiden der hiesige Kantor und erste Mädchenlehrer ??riedrich Gieselberg im Alter von 66 Iahren. K r e i e n s e n. Vor Kurzem feierte der Oberbahnmeister Leidig hier sein 25jähriges Dienstjubiläum. Es wurden ihm zahlreiche Ehrungen zutheil. Hier brannte das Anwesen des Schlachters Macke total nieder. Dtt Entstehungsursache ist unbekannt, der schaden bedeutend. O ld i sieben. Die Wittwe Hinze hat 'der hiesigen Gemeinde 14, 000 Mark zur Errichtung einer Fried Hofskapelle mit Leichenhalle geschenkt. R u d o l st a d t. Nach nur kurzem Krankenlager verstarb unerwartet der Rektor der ersten Vürgerknabenschule Julius Zeise. Rektor Zeise hat ein Alter von 66 Jahren erreicht. Stadtoldendorf. Letzten entstand im Wohnhause des Gipsarbeiters Knoop hier Feuer. Dabei ver brannk der siebenjährige Sohn des Gipsarbelters Wühelm Waterrnann. S t e i n h u d e. Unlängst feierte Postverwalter Langwost den Tag. an welchem er vor 25 Jahren in den Post'dienst eintrat. Eine Segen verspre chende Stiftung, die das Krüppelelend lindern wird, ist anläßlich der öoch Zeitsjubelfeier des badischen Großherzogpaares der bekannten, von Prof. Dr. Vulprus geleiteten orthopädisch chirurgischen Heilanstalt zu Heidel bera überwiesen worden. Eine all jährlich dieser Klinik zur Verfügung gestellte Summe von 10,000 Mark ist bestimmt ur unentaeltlickxn Behandluna unbemittelter Kranker, die mit orthopädisch-chirurgischen Leiden behastet sind. Bei der Schädeltrepanation er wärmt sich die Trepankrone durch die Reibung aus 60 bis 70 Grad Cel siuZ. Der größte bekannt aewor dene massive Goldklumpen, der in Chile gefunden wurde, wog 306 Pfund.
Hamburger Bahnhöfe einst und jetzt.
. Hamburg, im Dezember. Die Hamburgische Zeitgeschichte schreitet mit schwerem Schritt. In dem nichtsdestoweniger unverkennbaren starken Entwicklungssortgang unjcres stolzen, deutschen Handelsemporlums laßt sich zenes mchtbeschwlngte, flotte Tempo vermissen, das durchgreifende Aenderungen in der Physiognomie einer Stadt gewissermaßen von heute zu morgen herbeiführt. Aber die kulturelle Vorwärtsbewegung in dem mächtig aufstrebenden Stadtstaat an der. Alstcr und Elbe ist darum nur um so sicherer. Hat sich der Hamburger in reiflichem Ueberlegen ein Ziel gesetzt, so verfolgt er es mit unentwegtem Eifer. Langsam, doch ununterbrochen vollzieht sich so Hammonias Wandlung von der Großstadt zur Weltstadt. Ungezählte Mmionen wandte Hambürg zur Kräftigung seines Lebensnervs an die Pflege des überseeischen Verkehrs. Die Hafenanlagen wurden gewaltig erweitert, der Schiffbau gefördert, neue Dampferlinien geschaffen, die den Erdball umspannen. Aber das hamburgische Elsenbahnweien blieb lange verurtheilt, die Rolle des Aschenbrödels zu spielen; trotz aller Klagen der Reisenden, trotz aller Kritik und allen Spotts Einheimischer wie Fremder über die Rückständigkeit Hamburgs auf dleiem Geblete verging Jahr aus Jahr, ohne daß Wandel geschaffen wurde. Wer von Köln, Hannover, Bremen usw. auf dem Venloer BahnHof ankam, war, wenn er sich nicht einen Wagen nehmen wollte, gezwungen, auf schlechten, streckenweise ungepflasterten Wegen zu Fuß zur Stadt zu gehen, und lernte diese dann besonders bei nassem, nebligem Wetter von der cenkbar unfreundlichsten Seite kennen. sme Straßenbahn gab es nicht. Wollte der Ankömmling zu bestimmter Zeit den Berliner, den Klosterthor- oder gar den Lübecker Bahnhof zur Weiterfahrt erreichen, so mußte er unzählige Geleise überschreiten, und da hier die Züge bis an die jüngsten Tage theuweiie auf ofsener Straße fuhren wohlgemerkt unter Voranschreiten eines Beamten mit Fahne und Glocke und dann oft minutenlang die Passage sperrten, so verpaßte mancher infolge unfreiwilligen Aufenthalts den Anschluß und mußte stundenlang, wenn nicht bis zum andern Tage auf den nächsten Äua warten. Die aus diesen unleidlichen Verhältnissen sich ergebenden schreienden Mißstände waren von den maßgebenden Persönlichkeiten und den betheiligten Behörden längst anerkannt; mit der Abstellung haperte es jedoch. Zwei Jahrzehnte vergingen während der Verhandlungen zwischen Hamburg und Vreuneil. die eine den modernen Verkehrsbedingungen entsprechende gründliche Umgestaltung zum Gegenstand hatten; wieder und wieder ergaben sich neue Schwierigkeiten, bis im Jahre 1898 zwischen den Kommissaren der preußischen Regierung und des hamburgischen Staates eine Einigung über den Bauentwurf und über die Grund sätze der beiderseitigen Betheiligung an den Kosten der Bauausführung erzielt worden war. Das war ein Ereigniß von eminenter Bedeutung, und die lange Zeit des Projektirens wurde damit zu einem rfreulichenAbschluß gebracht. Noch freilich ließ sich nicht absehen, wenn das große Werk vollendet werden würde, und den ärgsten Nothständen wurde Deshalb durch Errichtung provisorischer Unter- und Ueberführungen ein Ende gemacht. Sechs Bahnhöfe dienten in Hambürg bisher der Abfertigung der Züg?, ohne daß zwischen allen oder auch nur den wichtigsten von ihnen eine Verbindung bestand: der Venloer (Hannversche), der Berliner, ber Klosterthor-, der Lübecker, der Dammthor- und der Sternschanzen - Bahnhof, zu denen in den letzten Jahren als Aushilfsbahn.' Hof für Vorortzllge noch derjenige an der Lippeltstraße, gekommen war. Ihre eigenthümliche Lage hing mit dem Charakter der früheren Befestigung Hamburgs zusammen, die einen Gürtel von Bastionen um die Stadt schlang. Mit der allmählichen Entstehung' der einzelnen Bahnverbindungen wurden die verschiedenen Bahnhöfe erbaut, deren ältester ber seit 3Z Jahren geschlossene Berliner Bahnhof war. Errichtet nach einem Entwurf des früheren Hamburger Architekten Alezis de Chateauneuf. des Schöpfers auch des alten Postgebäudes mit dem weithin fichtbaren Thurm an der Poststraße, fand er damals mit seiner an die öffenilichen Gebäude des alten Rom erinnernden derben Einfachheit" allgemeine Anerkennung. Die Hamburg - Bergedorfer Bahn, der er anfangs diente, wurde als erste in Hamburg 1842 eröffnet und am 2. Mai in BeNutzung genommen: zur Beförderung nämlich der Bergedoifer Spritzen zur Bekämpfung des in jenen Tagen zum Ausbruch gekommenen großen Bran des, dem die Hälfte der Stadt zum Opfer fallen follte. Die feierliche ErÖffnung der Bahn war für den 5. Mai geplant gewesen. In unmittelbarer Nähe des nun vom Erdboden verschwundenen, einst so stattlichen Gebäudes, nur durch einen Straßenzug mit Kreuzung von ihm getrennt, lag der Klosterthor - Bahnhos. Von hier führte die Hamburg Altonaer Verbindungsbahn nach dem Dammthor Bahnhof, dessen reizvolle landschaftliche Umgebung das mit ihm verbundene, erhalten gebliebene Gar
tenrestauranf mit dem hübschen PavN lon zu einem der beliebtesten Sommeraufenthaltsorte der Hamburger machte. Hierher wurden die Züge geleitet, die Monarchlmbefuche nach Hamburg brachten; hier traf oftmals auch Kaiser Wilhelm II. ein. der auf dem von vrächtiaen alten Bäumen umstandenen freundlichen Wiefenram zwischen Bahnhof und Esplanade bei festlichen Gelegenheiten die Parade unserer 76er abnahm. Im vorigen Jahr: erfolgte bie Niederlegung des Gebäudes, nachdem schon 1903 in geringer Entfernung in nächster Nähe des Botanischen und des Zoologischen Gartens der von freundlichen Straßen zügen umgebene neue DammthorBahnhof eröffnet worden war.Ein Jahr später erhielt der alte Bahnhof Sternschanze ein stattliches neues Empfangsgebäude; er hat seine besondere Bedeutung in seinem na mentlich der Schlachtvieh - Einfuh, dienenden Güterbahnhof, der mit dem Zentralviehmarkt auf dem Heiligen geistfeld und dem Schlachthof durch eine eigene Geleiseanlage verbunden ist. War das hamburgische Eisenbahn.Reformwerk mit diesen Neu- und Umbauten zum guten Theil seiner Verwirklichung ntg5gengeführt, fo sollte es seine Krönung doch erst erhalten mit der jetzt erfolgten Inbetriebnahme des neuen Hauptbahnhofes, der sich in unmittelbahrer Nähe der KunstHalle, gegenüber dem Deutschen Schauspielhaus und unweit vom Kunst- und Gewcrbemuseum als monumentales Bauwerk von imponi render Großartigkeit erhebt. Zur Erlangung geeigneter Entwürfe war im ,uni 1900 ein Wettbewerb unter deutichen Architekten ausgeschrieben, der zur Einlieferung von 19 Plänen führte; von diefen wurden die Arbeiten des Eisenbahn-Bauinspektors Möller in Altona und der Architekten Reinhardt und Süssenguth in Charlottcnburg mit den ausgesetzten beiden ersten Preisen von je 8000 Mark prämiirt. Die Wahl fiel auf das Möllersche Projekt; dem Kaiser aber sagten dessen ziemlich einfache Bauformen nicht zu, und er ordnctc die Ueberarbeitung der Zeichnunyendurch die Herren Reinhardt und Sü'jenguth an, denen das Bauwert seine jetzige Gestalt zu danken hat. Seine riesenhaften Dimensionen lasscn sich aus folgenden wenigen Zahlen ersehen. Der große Hauptbogen des Bahnhofs hat eine Spannweite von 78.02 Meter bei einer Höhe in der Mitte der Halle von 34.11 Mete? und übertrifft in diesen seinen Maßen diejenigen der meisten bisher aufgeführten Bahnhallen um ein bedeutendes. Jeder der drei Hallcnbogen des Frank furter Bahnhofs z. B. hat eine Spannweite von 37 Meter, der Hallenbogen des neuen Dresdener Bahnhofes eine solche von 59 Meter, der des Anhalte? Bahnhofs in Berlin von 60 Meter, des Kölner Bahnhofs von 65 Meter; nur einige wenige Bahnhöfe in England. Paris und den Vereinigten Staaten übertreffen dle Hamburger Spannung als die weitaus größte in Deutschland. Für reichliches Eindringen von Licht sorgen verglaste Dachflächen von mehr als 11.000 Quadratmeter Umfang. Die mächtige Eisenkonstruktion, für deren Anfertigung mehr als 300 Spczialpläne erforderlich waren, hat das respektable Gewicht von 3500 Tonrum oder 3z Millionen Kilogramm. Der Bau weist eine im ganzen glücklich durchgeführte Vereinigung des Re-naissance-und Eisenstils auf und er-
hebt sich wie auf einem hohen, quer über die Schienen gestellten Unterbau, in dem die Geleise 6 Meter unter dem Straßenniveau liegen eine höchst praktische Anordnung, welche die Wcitcrführung aller Züge in der Ankunftsrichtigung ermöglicht. Wt der Eröffnung des HauptbahnHofs ist auch der bisherige Lübecker Bahnhof in Wegfall gekommen, da die Züge nach und von der Travestadt ebenfalls in die Zentralisirung des Ver. kehrs einbezogen worden sind. Das Hamburg der früheren Jahrzehnte mit seinen engen Gassen und vorstehenden Giebelhäusern, seinen engen Gängen und Höfen ist nicht mehr; überall ist durch umfangreiche Sanirungsarbeiten Licht und Luft geschaffen worden, und wenn in einigen Jahren der durch die Fcuersbrunst vom 8. Juli d. I. zerstörte Thurm unserer Michaeliskirche in alter Schönheit sich wieder erheben wird, dann wird an Stelle der niedergelegten barackenartigen alten Häuschen von einst ein schöner neuer Stadttheil ihn umgeben. Inzwischen aber wird auch an der Fortentwicklung des hamburgischen Verkehrswesens rüstig weitergearbeitet. Die Kosten der nunmehr erfolgreich durchgeführten Bahnanlagen waren auf rund 38 Millionen Mark festgesetzt, von welchem Betrage Hamburg den 'l .. "r i ... O- ... . .11. lveiiaus gronlen yri! zu zuiicu iuuc. Jetzt ist die Hoch- und Untergrundbahn in Angriff genommen, deren hauptsächlichster Theil in vier Jahren fertiggestellt werden soll und insbesondere auch eine rasche Verbindung zwischen der Elbaeaend und dem Hauptbahnhof er. geben wird. Dazu kommt im Interesse eines beschleunigten Güterverkehrs von ! Ti"t und nacy dem 'coroen eine villierumgehungsbahn von Rothenburgsort um Hamburg herum nach Altona. und gewissermaßen im Anschluß an die Hochund Untergrundbahn, aber ohne direkten Zusammenhang der beiden Projekte. wird die Elbuntertunnelung von den St. Pauli-Landungsbrücken, die ebenfalls neu gebaut werden sollen, acb Steinwärder durcbaekübrt. ?w
ernWIDF vrestk gewamgen Projekte, tai tSwst beschlossene Sache ist, wird eine Äesammiaufwendung von weiteren 80 Millionen erfordern; aber die alte Hansastadt knausert nicht, wcnn es einen gesunden Fortschritt gilt. Hamburgs Zeitgeschichte schreitet schweren, doch sicheren Schrittes. , I. Gubitz. . Köpenik nicht in der Schweiz. In einem kleinen Orte in der Nähe von Basel sollte gelegentlich eines Uebilgsmarsches ein Bataillon einquartirt werden. Am Morgen kam der ?uarti:rn:achende Offizier zu diesem Zweck zu dem Ortsvorsieher. dem er mUtcilie. daö Bataillon werde am Abend eintreffen. Das Staunen des Offiziers war groß, als der Ortsvorsicher erklärte, er sei nicht so dumm, wie der Offizier glaube. Als dieser darauf bestand, daß sein Befehl ausgeführt weide, erklärte der Ortsvorsiehe?: Wir sind hier nicht in Köpenick. Ich habe ncht Lust, mich zum Hanswursten der ganzen Welt zu machen, und wenn Sie nicht gleich machen, daß Sie hinauskommen, lasse ich Sie arretiren!" Am Abend traf das Bataillon zu der festgesetzten Stunde ein und fand nichts vorbereitet; die Leute mußten zum Theil ohne Essen zu Bett gehen, und der Bürgermeister machte die Erfahrung, daß es höchst unangenehm werden kann, wenn man nicht, wie in Köpenick. den nöthigen Respekt vor der Uniform hat. Unwissende Aerzte. In einer Gerichtsverhandlung in Wien wurde festgestellt, daß ein Sekundarartf des dortigen Allgemeinen Krankenhauses den Tod einer alten, magznleidenden Frau dadurch verschulet hatte, daß er das Auspumpen des '2g?ns der Frau nicht selbst besorgt. sondern unerfahrenen Leuten überlasen hatte. Die Magenpumpe war mit rerkehrtem Eaugballcn in Thätigkeit esei'.t worden, so daß ste nicht den Mazeninbalt b.eraus-, sondern Luft hieinpuTnvtc. die den Magen sprengte, wodurch eine tödtliche Bauchfellentzündung eintrat. Der betreffende Selundararzt hatte den Mechanismus selbst nicht genau gekannt, sich nicht von seinem richtigen Arbeiten überzeugt und die uebern?achung der Operation einem jungen, in der Klinik hospitirenden Mediziner übertragen, während er selbst zu einer Visite gerufen wurde. Er h'ätte aber noch, solange er zugegen war, den Fehle? entdecken müssen, denn der Leib der Kranken war infolge der eingepreßten Luft hoch aufgeschwollen. Das Urtheil für den Sekundararzt lautete unter Zubilligung mildernder Umstände auf einen Monat Arrest. riscurlekrllnae alö Mörd.'r. Aus Würbei:thal in Oesterreichisch. Schlesien wird derichtet: Der beim Friseur Stelzl bedicnstete Gehilfe Heinck wurde in seinem Bette mit mehreren Schnittwunden am Halse todt aufgefunden. Da man ein blut' beflecktes Bkefscr vorfand und auf ei llem Zettel die Mittheilung stand, er babe aus Klimmer und Aerqernis; einen Selbwnord begangen, wurde angenommen, Heinel habe wirklich Hand an sich gelegt. Da aber der ärztliche Befund ergab, daß er sich unmöglich die tödtlichen Wunden selbst beigebracht kabcn könne, wurde, die behördliche Anzeige erstattet, die zu einem überraschenden Resultat führte. Vor allem ergab sich, daß die christzüge ailf dem Zettel nicht jene Hciilels waren. Da sich die bei tclz! befindlichen Lehrlinge in Wi dcrsprüchc verwickelten, lenkte sich der Verdacht auf die beiden Burschen, die. einem strengen Verhör unterzogen, endlich eingestanden, jenen ermordet zu haben, weil er sie schlecht behan dclte. Den Zettel hätten sie goschri ben. um einen Selbstmord glaubhaft zu machen.
Rache an einem Richter. In die Jrrenabtheilung des Zuchthauses zu Waldhcim, Sachsen, wurde der Mörder Johann Schwab verbracht, der den Landgerichtsrath Müller in Hof ersiochen hatte, um sich für ein ihm nicht günstiges Gerichtsurtheil zu rächen. Schwab wurde wegen Unzurechnungsfähigkcit außer Strafverfolgung gesetzt. Der Mörder war früher ein angesehener bemittelter Gutsbesitzer im oberen Vogtlande und später Arannt-wein-Reisender. Hochzeit und Tod. Eine Tochter des Arztes Dr. Köck in Mllnchen verheirathete sich mit dem 27jährigen Oekonomenssohn Mehringer in Waal. Die Hochzeit war eine große bäuerliche Feier. Man erzählte sich, der Bräutigam habe einen Anfall von Lungenentzündung. Trotzdem blieb er auf der Hochzeit und wartete sogar den Ehrentanz Abends ab. Am Tage nach der Hochzeit wurde der junge Gatte lewußtlos, und bald darauf starb er. .Feuer" und Freyer." Während einer Theatervorstellung im Schützenhause zu Tetschen. Böhme, entstand infolge eines Rufes Feuer!" eine Panik. Eine tausendköpfige Zuschauermenge drängte sich zu den Ausgängen. Nur das Eingreifen besonnener Theaterbesucher verhinderte - ein Unglück. Es stellte sich heraus, daß ein Schauspieler den Namen Freyer gerufen hatte, was mißverstanden worden war.
