Indiana Tribüne, Volume 30, Number 110, Indianapolis, Marion County, 31 December 1906 — Page 4

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Indiana Tribüne HnauIgTtbe v dn Sttif g 8. JRdianapoliZ, Ind.

Harry O. Tjudi yräfident. OescdSftSlocalt Tlo, 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 26. E ird t the Poat Office ot Indianapolis rna sacond daaa matter. Sylvester-Plauvereii Heute ift Sylvester! Noch einmal treiben am Sylvefterabend in vielen Häusern die Tannenbüume im Kerzen glänze erstrahlen und um Mittemacht ift die Zeit wiederum gekommen, wenn Vater. Mutter und Kinder, Freunde und Verwandte sich mit dem Rufe .Profit'Neujahr- begrüßen. ' Sylvester woher kommt dieser Name? Der Pavft Sylvester I., von dem man sagt, er habe den Kaiser Kon ftantin den Großen zum Christenthume bekehrt und von demselben bei Verle gung der Residenz von Rom nach By zanz '(Konftantinopel) das sogenannte Patrimonium Petri für den päpstlichen Stuhl geschenkt erhalten, starb gerade am letzten Tage des Jahreö 335 und feitdem heißt in der ganzen Christen Welt der letzte Tag des Jahres Sy! vefterV . Noch diel früher schon, als dieser Name, waren allerlei Sitten und (3cbrauche- zur Feier des Jahreswechsels üblich; alle heidnischen Ursprungs und der Natur abgelauscht oder angepaßt, und'VieleS davon ift auch bis heute ge blieben. Hier in dem noch jungen Amerika kennt man zwar wenig davon, aber im alten Europa, da gibt es noch Sylvesterspuk in Menge, als da sind: Clück greifen, Holz tragen, , Pantoffel werfen, Vleigießen, und wie dke luftk gen Schnurren oder sinnigen Spiele alle heißen mögen. Auf Eines indeß kommen sie im Grunde alle hinaus und dieses Eine ift die Lieb e. Und daS ift das Beste. daran, und die haben wir hier in. Amerika auch, denn die verlle rm die Menschen nie, die nehmen sie überall mit sie ift das Amulet des Glücks . und das wird die Liebe bleiben bis an'S Ende der Welt. Was können wir und allen unseren Theuern Besseres und SüönereS wüniSen. als " Liebe Liebe, die da trägt und hält. die da klar und wahr ift? Sie ift daher auch der Kern, der PulZschlag deS Wunsche-, mit dem wir unsere geneig ten Leser heute Mitternacht grüßen, in dem wir von Herzen sprechen .Prosit Neujahr-! Ein hübscher, tiefer Sinn liegt in dem fremd und doch so, bekannt und vertraut klingenden Wörtchen Prosit-. Als um die Mitte des vierzehnten Jahr Hunderts in Italien die Peft wüthete, Sj.alt bei allen Patienten das Niesen als

f'in, Zeichen ..beginnender. Genesung.

Dlr ertheilte der damalige Papst JNmocenz VI. den apostolischen Befehl, . inganz Italien' jeder niesende kranke mit dem lateinischen Wunsche 1 T-fe . rF n i a m a rrosic s nuiii) oegrul weroen sollte. Dieses Prosit . Wünschen ift bald in der ganzen Christenheit Sitte geworden, auch bei gesunden Menschen, und eö wird wohl auch Sitte bleiben. denn eö paßt zu jeder Zeit und zu allen Lebenslagen. ES paßt vollends zu diesem Jahreswechsel, well. Land und Volk unserer Republik trotz gewaltiger Prosperität noch schwere innere Kämpfe durchzufechten haben werden, bis sie von Heuchlern, Pharisäern, VolkauSfau gern, smarten- kleinen und' großen Politikanten, usw., erlöft sein werden, dazu ift ein herzliches Prosit- gerade der rechte Wunsch zum neuen. Jahre 1907. Kanada'S Gedeihen. 'Die Befürworter einer Handelsverbindung zwischen den Ver. Staaten und Kanada können sich darauf 'berufen, daß unsere Nachbarn im Norden trotz der hohen Zollschranken sich eines Wohlstandes erfreuen, der nur von dem unserigen übertroffen wird. In gevijser Beziehung kann man dea fortschritt Kanada'S wunderbar nennen. Ungechtet 'der .Zollschranken , 'nach Süden hin, befinden sich seine Industrien und seine Landwirthschast , in blühendem Zustande. Für den Ausfall des Han.delö mit den Ver. Staaten hat Kanada andere Märkte für feinen Ueberfluß gefunden., Den schlagendsten Beweis für den Aufschwung. des Landes, findet man in den Bankberich'ten. Im .Jahre 1896 beliefenIchTdle" Bestände'. V kanadl, fchm Banken auf nur ' $320,090,900

und heute zählen sie $890,000,000' Die Verbindlichkeiten haben sich in 10 Jahren von S230.000.000 auf $710,000,000 gehoben. Desgleichen sind die Depositen von S185.000.000 auf

S607.000.000 gestiegen. Anleihen und Diskontos von 222.000.000 auf $665000,000. Vor 10 Jahren betrugen die eingezahlten ffapitalim L62.000.. 000 mit einer Reserve von 42 Pro ,ent. Die Bestände an Baargelö und gesetzmäßigen Zahlungsmitteln haben sich in 10 Jahren verdreifacht und der Umlauf an Banknoten hat sich mehr als verdoppelt. Dieser Ausfchwung kommt in erster Linie auf Rechnung deS Bergbaus, der Einwanderung und des Ackerbaus. Canada steht einzig da im Besitze ge waltiger unausgebeuteter Strecken von Naturschätzen. Schon die Ausbeute des Bergbaues allein hat sehr viel zum Gedeihen deS Landes beigetragen und die Erschließung neuer Bezirke für die Landwlrihschast hebt den Wohlstand mehr und mehr. Der Aufschwung in Bergbau und Landwirthschast hat eine Hauptstütze an den zwei großen Ueber landbahnen nach dem Pacific Ocean und verschiedene Querlinlen erschließen neue Bezirke nach Norden hin biS zur Hudson Bay. Sodann beschränkt sich die Einwanderung nicht mehr auf die europäischen Länder,' auch aus den Vereinigten Staaten kommt reichlicher Zuzug und . amerikanischer Unterneh mungSgelft giebt dem kanadischen Nordweftm ein anderes Aussehen. AlleS in Allem macht die ganze Ent Wickelung Kanadas einen durchaus selbständigen Eindrück und von einem kolonialen AbhängigkeitSverhältniß von England kann gar keine Rede fein. Kanada ift nur dem Namen nach eng lisch und daS einzige Zeichen der Zu sammengehörigkelt bildet der von Eng land eingesete General'Gouverneur, der aber von den Kanadiern nicht besoldet wird, wie ja auch alle übrigen VerwaltungSkoften vom Lande selbst bestritten werden. Auch daS Militär ift kanadisch. . Das AlleS hat Kanada aus eigner Kraft erreicht und man darf wohl gespannt sein, wie sich der geschäftliche Verkehr' mit den Vereinigten Staaten in Zukunft gestalten wird. Ein desserer'.Verkehr , als bisher könnte bei den Ländern' kaum zum Nachtheile gereichen. - . : ' Es vird versichert, daß die Beziehungen zwischen dem Präsidenten und dem. Senate nach Wiederbeginn .der Sitzungen sehr gespannte sein .'werden. Das ift eigentlich nichts Neues mehr. Zu Schaden gekommen ift durch dieses gespannte Äerhältniß bis jetzt Niemand, außer gelegentlich ein großer Industrie Trust oder ein VerkehrSmonopol. ' Als von Washington aus der bevorstehende' Rücktritt von SchatzamtsSekretär Shaw angekündigt wurde. verlautete aleichmtka. daß er . an die Spitze eine? großen finanziellen Unter nehmenö treten werde. Wie man' nun mehr vernimmt, soll er nach Ablauf seine? AmtStermineS am 4. März Prä fident der Mutual Life ' Insurance Company werden. " Große Streiks scheinen nirgendwo von so verheerenden Folgen zu sein. wie 'in den jungen Mlnenftädten deS fernen Westens, die in Zeit von veni gen Monaten empor wachsen und mit unter noch rascher von der Bildfläche wieder verschwinden. In Folge deS BergleuteftreikS in Goldfield. Nevada. ift dke dortige Einwohnerzahl in einer Woche von 15,000 auf, 7000 zurückge gangen. Oesterreich hat ein lüönes Weih nachtSgeschenk in Form deS allgemeinen Stimmrechts erhalten und wir verspre chen uns eine heilsame Wirkung davon. Unter dem bisherigen Systeme hat das Volk nicht zu Worte kommen können. ES bestand in Folge dessen eine Wirth schaftliche Klaffenreglerung. , Diese hat, um die Aufmerksamkeit deS VolkeS von seinen wirtschaftlichen Bürden abzulenken,. den Nationalitätenftreit ge schürt. Vom Volke ift die Intelligenz zu erwarten, daß eö nunmehrAbgeord nete wählen wird, die feine materiellen Interessen .fördern und die leidige Sprachenfrage nicht als Vorvand brau aen, um ven okonomt azen Vruck, un ter welchem die Massen leiden, belzube halten Das Verdien?, diese Reform herbeigeführt - zu Habens ; gebührt in allererster Reihe' d'jm . 'ttalser. Dieser Y2l emgeieyen, vag arczteen am Volke eine bessere Stütze haben als an den Privllegirten. ... .1

z r Pfarrcrsbubctt! US (Schluß.) Am nächsten Morgen beim frühstück war die hübsche Cousine so blaß und verweint, daß sie uns aufs neue erbarmte, und unsere Herzen voll Empörung qegen 'olle hartyerzlgen Eltern schwollen, die ihren Kindern nicht ein- ... . rn V mal ein oiscqen erqnugcn gönnen. Wir konnten - uns nicht einmal - im Obstgarten zerstreuen, irotzdem gerade unsere Lieblingssorte Himbeeren. Surre oe Metz, große Zweige voll schwellender, süßer Beeren reif geworden war. Einen Augenblick dachten wir koaar daran. , unsere Ernvöruna durch ein stolzes Zurückweisen jeder Mahlzeii zu bekunden,, bis die hartherzigen EI rern, Onkel und Tante sich milder zeig ten aber das wär? doch zu grausam gegen uns selber gewesen, und so zogen wir es vor, unser bisheriges Ferienleben nach außen hin fortzusetzen, in unsern Seelen aber einen großen Racheplan zu schmieden. Wenn ' wir nur gewußt hatten, wie es anzufangen! . Ein paar Tage . darauf - kam ein Brief vom Offizier an den Onkel. Johann, der Diener, zeigte ihn mir, ehe er ihn zum Onkel hineintrug, und 'das schöne Monogramm mit der fünfzackigen Krone auf, dem Umschlag. . (5? ist versetzt, der arme Kerl," sagte Johann, der auch etwas von dem Familiendrama zu ahnen schien; sein Bursche, der den Brief brachte, hat es gesagt. . Nun wird er nicht mehr auf seinem spiegelblanken Rappen heraus-, ritten kommen. Armer, , junger Herr! Wird wohl noch einen Versuch machen wollen, den Herrn Papa zu er-weichen!-Wir. waren in glühendster Spannung, was nun folgen würde. Allein es folgte sozusagen nichts,. nur daß der Onkel bei Tisch ungewöhnlich ernst war und sich alle Mühe aab. sein sonst' so freundliches Gesicht in strenge Falten zu ziehen, und daß die Tante 'rothe Augen hatte. Mariichen fehlte, ganz. Sehr starkes Kopfweh- lautete die kurze Erklärung .sehr starkes Äebesweh". war unsere Diagnose. (Segen Abend gelang es uns endlich, Mariechenkind im entlegensten Winkel des Gartens zu erspähen, wo ste tröstlos auf und ab ging. Sie sah hleuh aus, das hatten wir erwartet, und -so intenssant-traurig,.wie es unsere Knabenphantasie nur verlangte. SelH ihr'helles Sommerkleid, sonst so luftig und heiter, fiel in melancholischen Falten herab. Sie sah unö nicht, ihre Aügen waren gesenkt, und 'ste schien ganz in ihre traurigen Gedanken versunken zu sein. Aber lieblicher' und feiner denn je sah sie aus, und uns packte ein grimmiges Mitgefühl. ' ; vnm2at mich machen,, flüsterte Friedrich, denn wir hatten uns alle hinter die Taxushecke versteckt, von wo aus wir ungesehen '' beobachten konnten. Habe ich nicht , immer von unö dreien am meisten sinniaes 5Zartaefübl bewiefcn?" Und währenö.wir m athemloser Spannunq durch die kleinen Spalten der Taxuszweige ' hindurchlügten, schritt er wie em spanischer Grande auf sie zu mit einem Anstand! und einer Würde, um die wir -unseren Aeltesten heimlich beneideten. -. , . Y .Ist das Kopfweh besser?" fragte, er tyninehmend, moem er suchte,' seiner rauhen Knabenstimme einen möglichst flötenden Ton zu geben. Y.Das Kopfweh?" Mariechen fuhr aus ihrer traurigen: Träumerei auf und griff nach dem zierlichen Köpfchen. Ach ja, das Kopfweh ' ich hatte es ganz vergessen. Nein, danke, eö. ist immer noch da." - -. ' - - - , Liebe Köusine," begann. Friedrich wieder in seinen allereinschmeichewdsten Tönen;. Stachelbeeren sollen gut sein für Kopfweh, ich, glaube, ich habe es einmal irgendwo gelesen, und die großen - gelben dort drüoen sind wirklich ertra fein: . wolltest Du nicht ,' ' , ' . ; Da mußte sie. lachen, und so traurig dies gezwungene Lachen auch klang., es gab uns allen wieder neuen Muth. Wir dachten, Marrechenklnd habe ganZ'daö Lachen verlernt. Es ist sehr unangenehm, wenn man nicht kann, was man möchte, und doch nicht kann,, wäö man soll. fuhr Friedrich fort, nicht wahr? Wir können das sehr gut ' mitfühle: und' möchten es Dir sagend ; . ' ' ' Ja. ja," riefen nun wir. auch uw serseitö und stürmten aus unserm 52, steck hervor; eö muß sehr eklich sein. und wir mochten Dir.gar u gern hel fen, aber wir wissen nur nicht wie.".' Vettern".' . Mariecheaö Stimme zitterte, sie wußte augenscheinlich nicht. wie sie unserm' Auöbruch"von' Theu nähme begegnen sollte; - Jhr' meint eö gewiß gut, aber, je weniger Ihr über die ganze Sache sagt, ja, sogar daran denkt je lieber ist eö mir. . Helfen kann mir niemand; ' .der Vater laßt sich mcht umstimmen und ich bin ihm . r V w. am - . m 4 Veoor,am icyuioig. 5 riang 10 eine schmerzliche Entsagung.,, durch ihre Worte, daß. wir unö rathwS ansahen, Eigentlich geht . Euch boi Ganze gar nichts . an sägte' Marnchenkind. und in ihren Augen funkelte nn ganz

klein wenig von den; Frohsinn, der zu .! 1" 1. 5.. : !:! '

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.. .. ,. : o ; n .! v Erzälrlung . von Sophie von Adclung O rfc : flrAnfang unseres Besuches' darin gewe-sen.-Da Ihr nun aber einmal so viel wißt und gute Buben seid, so sollt Ihr alles wissen: ich habe mich entschlossen ihm auf der Eltern Wunsch' ganz und völlig zu entsagen und will ihm dies morgen schreiben."" - - - Oooh!" klang es einstimmig aus unserm Munde. . Und jetzt," .fügte Mariechen sehr entschieden hinzu, Zein Wort mehr. Gute Nacht Ihr seid gute, liebe Buben versprecht es mir so." Sie reichte einem jeden von uns die Hand : wie' kalt und zitterig waren ihre Fingerchen und wir gingen. Wir waren ehrliche Buben und ' hielten Wort aber in unserem Herzen mußten wir doch unablaisig an Manechenkind und ihren Kummer denken und waren sehr erstaunt, daß wir trotzdem herrlich schliefen. Armes ' Mariechenkind wie mochte sie wohl die Nacht verbracht haben? Am nächsten Morgen sah Mariechenkind müde aus und hatte dunkle Ränder um die Auaen. aber sie bezwang sich tapfer und lachte sogar ein paarmal. Der Vater war sehr still und sah von Zeit zu Zeit besorgt nach ihr hinüber, er war wohl doch kein so grausamer Tyrann, wie wir Buben es uns einredeten. Nach dem Essen ging Mariechen in ihr Zimmer und hlieb lange dort. Jetzt schreibt sie." flüsterten wir einander zu, und wir berieth: uns mit Blicken, was zu thun sei. denn zur Ausführung unseres großen RachePlans war uns'immer-noch nichts Gescheites eingefallen, und die Zeit drängte. - Ganz , niedergeschlagen irrten wir an diesem Nachmittage in dem großen Garten umher, sogar die gelben Himbeeren vermochten uns heute nicht zu entzücken; 'wir aßen sie zwar, aber gedankenlos, ohne Verständniß, denn unser Sinnen und Trachten war allein auf Mariechenkind gerichtet. Da kam zu unserm grenzenlosen Erstaunen Mariechenkind zu uns in den Garten; sie sah aus wie jemand, der einen. Strich unter eine große Rechnung gemacht hat und ihre Augen leuchteten in einem seltsamen Feuer. , Sie war so freundlich und gut mit uns Buben, daß Karl sich getraute, ganz leise zu fragen: 'Hast Du ihm geschrieben, Mariechenkind? : .; ;.r : Ja, antwortete sie: ich hcbe'meinem Vater - das Opfer', gebracht, , und Ferdinand ,soll"nie erfahren, 'was 'es Mich kostet." -' - '..'' ' Also hatte' sie , ihm endgiltig abgesagt, das tapfere, gehorsame. Mariechenkind. .ohne Klagen,' ohne Bitterkeit! Wir "staunten .sie . an wie eine kleine Qeilige 'und wir Düngern 'merkten mcyr, wie pcy Fritz-yelmttcy aus uno davon machte.- Erst nach einer Weile. als Manechenkind , sagte: Nun. . Buben,' kann ich nicht' mehr keine ' einzige Beere, nein Karl, wirklich" und uns verließ, da kam er 'zu uns, das Gesicht glühroth und mit einemso geheimnißvollen Ausdruck, daß wir sofort, wuß ten. er halte etwas Prachtvolles .angcstellt Ach. Friedrich, sag's doch! Nun',' 1 was ist ' es ? Friedrich, sei . ein anständiger Kerl!".'! :. v-' Aber er that gewaltig geheimnißvoll, und erst nach einer Weile ließ .er sich erbitten. Na, so Hort denn, aber Du, Karl, gibst mir Dein Taschenmesser dafür,- das : : ich schon lange haben möchte, und Du, Hans, laß mich vierzehn Tage .neben. Mariechenkind bei Tisch sitzen, und es wird während dieser Zeit kein einziges Mal gewechselt, verstanden?" ' v ' ": Wir versprachen es, . und in 'unserer Laube, s einem - tiefgrünen Versteck - zwischen Flieder- und Perückenbaum-Büschen., das unser Rütli" für .alle Verschwörungen und geheimen Zusammenkünfte war. berichtete er: :- " :' ;-1 ' Ich dachte eö mir gleich, sie hat den Brief, in's. Vorzimmer gelegt, aus das Tischchen. ..wo alle, Postsachen hinkommen.' Johann zog gerade seinen üivreerock an und sagte: ,Jch muß schnell auf die Post. 'den' Brief forttragen.'.Sind Sie gerade, beim Silberputzen?' frag' ich. denn da-kann er es nicht ausstehen, gestört zu werden. , .Jawohl.' sagt er, ,aber der Brief ist wichtig, ist an den Herrn Leutnant. Fraulein Mariechen hat ihn' mir auf die Seele. gehunden.' .Geben Sie ihn mir, und kehren Sie zu Ihrem G.ilber zurück.' .Jawohl sagte er. .damit Sie J5re Narrenpossen damit ' treiben; nein, nein, ich habe Fräulein Mariechen heilig .versprechen müssen, den. Brief gleich selber fortzutragen. In's Dorf ;N'L tin mtrhWnh ' itnd' nrn ffff.S & V liite V ir'V V . Uhr 1 geht . der Posizug. und der Herr Leutnant, soll, ihn morgen. früh haben.' .Und ich verspreche Ihnen ebenso heilig. daß der .'Leutnant ihn morgen früh haben soll ' Johann,' sag' ich .Sie werden doch nicht denken, daß ich mit Mariechens' - Briefen . Narrenpossen treibe! H damit. :Sie.können ruhig zu Ihrem. Silber zurückkehren Na, Ihr wißt, Johann ist so dumm, wie er faul ist, und dumm und ' faul wie er ist,' gibt' e?"mit--den Brief und' geht an sem Silber, und ich . .' u Zeig ihn. - zeig' , ihn riefen wir aus einem Munde. .Waö bildet Ihr Euchein?'.Pfm.' schämt' Euch! Fort-

Mositw Ein Soda Cracker" sollte die nahrhafteste und Möglichste aller Speisen sein, welche von Weizen zubereitet werden Compttmtiy Die gewöhnlichen Soda Crackers" nehmen jedoch, Feuchtigkeit in sich auf, sammeln Staub an . und werden altbacken und feucht lange ehe sie auf Ihren Tisch gelangen. Es giebt jedoch einen Superlntw Soda Cracker' der zu gleicher Zeit' so knusperigund nahrhaft rst, daß er einzig dasteht in semer ' vorzüglichen Vortrefflichkeit der Name ist ' , Un&sda Biscuit

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getragen hab' ich ihn auf die Post, natürlich, Briefe sind ein Heiligthum, vollends Briefe vom Mariechenkind an ihren Leutnant. Nein, .nein, der ist jetzt schon unterwegs, und morgen früh kann er ihn in den Kaffee tunken." . Ja aber wir dachten doch Du wolltest etwas thun - etwas,- um Mariechenkind zu helfen? Das hab' ich auch. . . Aber einen Brief stehlen ode? gar -aufmachen pfui Teufel das thut ein auständiger Kerl nicht.' Ich hab' etwas draufgeschrieben." . - " Draufgeschrieben!" Wir waren voll Aufregung und Neugier.. . ,.. ' ,i ' Draufgeschrieben? Ja was denn? Was? Und wohin?" ' Auf die Rückseite natürlich. ' ' Der Postbote mag es lesen, das ist nicht zu vermeiden, aber den Leutnant wird es freuen und Mariechenkind auch." - - ' Mehr war vorläufig nicht aus ihm herauszubringen, und wir erklärten, das sei schabig, ich wollte mein Messer zurück haben, das ich ihm bereits gegeben hatte, und Hans seinen Platz neben Mariechen .bei Tisch.' : Aber Friedrich versicherte hoch und. theuer, wir hatten nur.von ihm verlangt, daß er sage,' was er gethan habe. ' Was er' geschrieben habe daS fei eine andere Sache, 'das fage er' erst.' wenn' der Erfolgs da sei. Und dabei blieb es -..kein Bitten, od:r Drohen -half. Aber seiner ganzui Haltung. , ' feiner . triumphirenden Miene merkten wir'es an, datz'er einen Kapitalstreich - gemacht' hatte.' und l unsere -1' ' , . , ! ' ' Spannunz'.änd Ungeduld wuchsen ml! jeder ' Stunde."' Am - nächsten Nachmit-tag,-eS.mochte so gem fünf Uhr -sein, sprengte das. bewußt: schwarz länende Roß mit seinem Reiter .wieder in den Hof. . herein. . ' Wir waren , alle Um Nachmittagsthee: Mariech:nkind ließ ihre Tasse vor Schreck auf die Untertass e fallen, so daß ' beide klirrend zsprangen, Onkel und, Tante- sah:n. sich betroffen an, und.. Friedrich faß .oa, ein Bild der Unschuld und UnvissenV - . v , j ) - ; I - , 1 . t - , : . ; t A Der jünge Offizier eilte auf den Onkel zu und küßte dann der Tante d:e Hand' seine , Augen. strahlten, sein ganzes Gestcht leuchtete vor Freude und Glück. Dank dank 'der himmlischen Güte," rief er, mit vor Aufregung Litternder. Stimme, die mich Berschmchtenden nicht .ohne! Trost in die Ferne ziehen ließ!? - Und wiedet griff er nach der Hand dir Tante, um feurige Küsse darauf zu drücken. ' . --Aber ich wir" die Tan!: war ganz bestürzt und wußte nicht, was, ste sagen sollte. ., .',?.,'.' , . . . Der Onkel faßte sich zuerst Unser Kind hat Ihnen geschrieben, um Jhen zu sagen, daß wir Eltern' fcirse Qerbindung nicht wünschen, und . dc-st: als gehorsames 5!ind sich jeden serrrn Gedanken an Si: aus d:m Sinn Klagen will.!.. Ich selber habe ja jed:Z Wort deZ Briefes gelesen i selber habe ihn zügestegelt.-' . - '' - ' - " Mariechen' stand ein ' ZS 1:3 Schreckens,' der H-sfaunz, t:3 C--J und Mck:Z zuglch: all:5 d' spi gelte sich in, ihren großen dunkln Augen, ihrem zartem,' b::gli:n chen. Cs War ein vi,i.viiv2 Spunz, - und ' so k::blt tzzz:. D"s .s ci K-n iu f t.tl VflkW AOM, V . . f.! I ' C..,ri t-. f' klluvalt V 1 1 ' " . 4 - . . da standen, Mund und Cten sperrt, ' lannV.an f. j ttlc.T. ' Der Ö,,I'':r QI; ':':z Umschlag eus der ruts: l:,:e und hielt ihn O7.:;I' Ui: Ci '.2 stehen die gütigen, i:z erai...:... Worte s::n Sie s:7.! Z:x,7': kennen ste ja, müssen ..wi,. !:r ji geschrieben, um ei.m r:r.,'.l7.'. Herzen neue) Ztlx cu fotz.1:ru mit Ä-"r'"tt .rr-i c l' f"'' IHM Ututivv.til vtit...tl W een ---n ..Tt-n. 1 1 "' !"? ' a . ja , ". lV --'. . cuS .Chcistr . ?,rt 2. i-, C

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kannst Du nein - fagen Dein ! Herz sagt aber doch ja!" Und ehe es die 'Eltern hindern können, ehe wir wissen, wie es geschehen vicleicht ist es nöthig, denn Mariechenkind .wird bei seinen .Worten todten blaß, und ' ihre zarte Gestalt, schwankt liegt sie in seinen Armen, eine glückselige Braut.' Der Onkel hat den Brief vom Tisch gerissen und starrt fassungslos auf oie zwei . verhängnisvollen Worte . des . Umschlags. Die Tante weint: daS Liebesglück der beiden jungen Menschen bewegt ste augenschcinlich tief, und wir stehen hochklopfenden Herzens da. - . . Jch dachte, Sie müßten , heute noch nach Ihrer neuen Garnison, nach K.?" fragt der Onkel endlich.' Der Leutnant legt halb widerwillig Mariechen in der Tante ; Arme. .Jch habe mir . r J einen Tag Urlaub genommen, Herr Baron," fagte er und richtet sich vM neugeborenem Selbstgefühl hoch U7d stolz auf: ' .Ich wußte. Sie wür' : mich nicht fo ziehen lassen.' Sie w'.., daß meine Neigung zu Ihrer c,' : keine Knabenliebe iit. dak xA mtln V ben lang nur den' einen Wunsch : werde.- ste und ihre Eltern glül:' : machen. ' Meine und ihre Jugend x..j ein Hindernis das - jedes Jahr schwindet, und wir sind bereit, u : ten. so lan G:i-i'h aut frlV.ju :acer rcrc iiuce, oas rönnen ,. Sie UNS nicht, rrbieten: st: ist s".' und. treu,' kr.l in jenseitigem trauen festgewurzelt." . Damit s.t er ' Vliz ' die- C :r.i auS, nd'der Onkel gibt ihm die : :. ü?ir f:n eZ alle. der.'On?el ' i sprechen, deZ Leutnants män:.7. : m ts- - -. Offenheit, -sein crlicheZ nt so bald an tzn sjzU l:z L"..' itz, bald cn l:n' ti5 Laters in u:.I sxtrs'ivi xb cr :r aln h:t :r.i IZzxtz Itri?" rK r":i b' f--" "V4 ( t j. L .v C . . . rtr s'""t f t'.rry'-TJ;-". ' t UiyvV 44V j v.l if .jvj.,., k. , daZ Wort tei't 0, und IiC:.i.'u: :Z nun halb izll tzx Zti-Z171-?z. tr -C" s-"' - f r"-, Jy 4y4v c' y v4 4v. . Xtv v i) 4 v c..cn " - voll li)stli:r Cv";;.!:n in t:a C:. : und rief schon von weitem : Z : , w) seid Jr?" und al: s.e ersu'e, l :') ,z r-'S r" "' r i' r " " - u V'-"' - v v - - -' tzr.: l:z f.: t:n C---- ' Uebermaß!:? C:sU!e und rz,j " : r.n. r--, . V. r- f Ij' ' feuerrot) dabei; er sa-ie -schämt: das s.",".:t rzx ni ! übel,"? wischt: sich tta't) f." ) d:;.-:rcVc:rf?::: t - ' r- - - - w - t y ' - v- m W I V-- . andern ILC-iII cü l.Sj ' ken sind t:sj tlr.: t:? pt r. --ff- '-""?' 1 ir ,lt , - , nch?, U7.d, so l'. -: ' . k f.i .u ,.-s - ' 4. v wt w J - - - s r' f-t t r -v ' r-' ... . r m-.k f . - - . . r - Zfi K .:t !..:!:,in:;v,i..) L Cv f Vr f rr4 - 4 4 4 4 i'-, vl .( .v-. ...... ..... X - 4t.tt.tx .r..- ..r--. r-v. -y j . . . rD; C , " j- ' ' - f M V - . 1., r -in;:-' .7.t ?' . '! i i :cn Lu.; r--T s-'"-, r " r 1 -j . . . . i 1 . 1 l... W , , " - ... I - ' j - - , -" l - t f""-' " - ' ' I I , -. r'l - - r"'r 5 ' ' " - " I P 4 I,. r f i.t.. ..1 t s . . - . , , t. t gZJ" :"; c v .-'--' : c:::::: Z . r-v.l l;. - 1 :j V ' "'s L : r - -. c rtr ' " - ... . W VW k v - . w- . v v . f' d" 'S" rs - : "' - .. .

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