Indiana Tribüne, Volume 30, Number 109, Indianapolis, Marion County, 29 December 1906 — Page 7

Jndiana Tridüno. 2S Dezember I0O6.

I Hndevl I Z Noman von j I A. G. von Juttner ?!l:l:!!iUiki!lii:!l'Z!ZI!'i::l!!:l!s:ll!!!!I!IlI!!M!!l!!ll!IZ (Foitsetzung.) Also ist 'sie nach Sause gekommen! Wenn ich bitten darf, Herr Pfarrer," faste Esther, nachdem sie gesehen, das; sich der Vrudkr mit Andreas auf den Weg machte. Gute Nacht, Skebra." Die Gesellschaft schritt eifrig plau dernd dem Schlosse zu. Auf der Terrasse angekommen, verweilten sie noch einen Augenblick, um das Aufgehen des Mondes zu teuittexn, dabei fiel es Llndreas auf, daß sich Erwein nicht wie ein Blinder, sondern wie ein Sehender geberdete: er sprach vom prächtigen weißen Licht, und machte seinen Gefährten auf die phantastischen Schatten aufmerksam, welche die steinernen Ornamente über die Fließen der Terrasse warfen. Andreas blickte dem Sprechenden mitleidig in's Gesicht, aber er hütete sich wohl, ihm seine Illusionen benehmen zu wollen. Nachdem man sich am Schauspiel satt gesehen, begab man sich in's Innere. Erwein hatte auf Andreas' Ersuchen den Diener beauftragt, Pech in Verwahrung zu nehmen, da es dem neuen Hausgenossen unpassend schien, so ohne' Umstände vor der Gräfin zu erscheinen. Das Gemach, in welches er in Gefellschaft der Uebrigen trat, war ein hoher, umfangreicher Raum, welcher der Familie zu den verschiedenste i Zwecken zu dienen schien: in einer Ecke stand ein Flügel; in der Mitte ein Villard, und die übrigen Ecken wurden theils durch einen großen alterthümlichen Kachelofen, theils durch RuhePlätze und Tische ausgefüllt. Die Gräfin saß am gedeckten Theetifch, und füllte die Tassen, als der Pfarre? mit den jungen Leuten eintrat. Nachdem Ersterer wieder seinem Amte als Vorstelle? nachgekommen war, lies; man sich im Kreis um den Tisch nieder. Die Großmutter war eine ehrfurchtgebietende Erscheinung: groß, nicht zu schlank, und nicht zu stark, mit einem Gesicht, dessen Züge, wenn sich der Blick senkte, nichts Auffallendes aufwiesen, die jedoch durch den Aufschlag der Lider ein ganz eigenthümliches Leben gewannen, denn die dunklen Augen blickten dann scharf und zuweilen fast durchdringend zum Betreffenden empor. Das weiße, gewellte Haar stach sonderbar gegen diese frischen Augen ab; man hätte glauben können, die Gräfin habe die Mode, der ihre Vorfahren gehuldigt, beibehalten, und pudere sich das Haar, was jedoch durchaus nicht der Fall war. Uebri-

gens verdankte sie dieser Zusammenstellung von ' weißen Haaren und schwarzen Augen ein weit jüngeres Aussehen; man würde ihr eher fünfz:g Jahre statt der sechsundfunfzig ge geben haben, die sie voll auf den Schultern trua. . Andreas fühlte sich noch zu fremd im Hause, um mehr, als man direkt von ihm forderte, am Gespräch theilzunehmen, auch musterte ihn der for schenke Blick, sobald er das Wort führte, in einer Weise, an die er sich erst gewöhnen mußte. Für heute fühlte er sich ein wenig eingeschüchtert, und es kam ihm sehr erwünscht, als ihn (rrlrem aufforderte, von den Noten bänden , Einsicht zu nehmen, welche neben dem Klavier auf ein Gestell gerecht standen. Mittlerweile batte sich der Pfarrer mit der Gräfin in ein politisches Gespräch verti'ft. Stoff hierzu gaben die Zeitungen, die soeben von der Post gebracht worden waren. Aus einzelnen Aeußerungen, welche Andreas an's Ohr schlugen, erkannte er. daß die Gräfin die konservative. und der Pfarrer die liberale Richtung vertrat, das Gespräch nahm jedoch durchaus keinen hitzigen Charakter an. Leide Gegner diskutirten in ruhiger. besonnener Weise, ohne Bitterkeit, und obne daß sich s die eine Parte: zum Ziel zu setzen schien, die Andere zu ihrer Ansicht zu bekehren, oder m par lamentarischer Art niederzudonnern. Der Abend wurde diesmal nicht zu besonderer Länge ausgedehnt. Theils fühlte sich die Gräfin von ihrer Fahrt ermüdet, theils wollte man Andreas Gelegenheit geben, sich zurückzuziehen. da die Reise,und die neuempfangenen Eindrucke an fremdem Ort das Be dürfniß nach Ruhe in ihm erweckt ha ben mochten. Auch gedachte Herr Maurus, bei Zeiten aufzubrechen, um wie er sagt? sich vom Mond heimleuchten zu lassen, bevor das Licht ausging. 16. Kapitel. as Leben auf Rauhenstein war em sehr geregeltes. Die Groß mutter führte mit kräftiger Hand die Zuael des Hauswe sens; sie war 'an militärische Ordnung noch von Lebzeiten ihres Gatten her qewohnt, der bei den Kurassieren als Rittmeister diente als er sie zum Altar führte, und welcher dann während fast fünfunddreißigjähriger glücklicher Ehe alle Militärischen Rangstufen bis zum Feldzeugmeifter durchgemacht hatte. Erst wenige Jahre vor dem Tode des Gatten war dem Paare die Herrschaft zugefallen; früheratten sie in äußerst

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bescheidenen Verhältnissen gelebt, fast

ausschließlich nur vom Gehalt, den der I Gras m feiner militärischen Stellung I bezog. j Der einzige Sohn, der aus der Ehe hervorging, hatte den Eltern viel Kummer bereitet. Die Karriere des VaterZ, für welche er sich endlich entschieden, hatte er bald aufgeben mussen: dann war ein schlimmer ZeitPunkt gekommen, wo ihm fast keine andere Wahl blieb, als sich eine Kugel durch den Kopf zu jagen und nur einem Zufall verdankte er es. daß die Kataslro'Ihe nicht eintrat: die Bekanntschaft, welche er mit einer wallachischen Bojar:ntoch!er macht?, und die ihm Gelegenheit zu emer reißen Heirat.) bot. Für eine geraume Zeit hindurch ha!!2 nun aller stummer ein Ende, denn die zahlreichen Heerd:n des wallaÄischen Schwieqervaters mußten für sämmtliche vergangene und zukünftige Narrethnen des Schwiegersohnes herhalten, aber auch diese Goldquellen versiegten und mit ihnen die Liele zur Gattin. Eines Tags war der Graf spurlos verschwunden. Erst nach Monaten kam durch das Konsulat in Vuenos-Ayres die Nachricht, daß Graf Holtzapfel im Dienste der argentinischen R:vublik in einem Scharmütze! gefallen sei. Mittlerwelle war den Eltern die Herrschaft Rauhenstein zugefallen. Ihr Erstes war gewesen, die unglückliche Wittwe mit ihren beiden Kindern zu sich zu nehmen. Sie war ein Engel an Geduld und Güte. Was der Gatte an den Eltern und an der Welt verbrochen, suchte die Wittwe nach besten Kräften wieder gut zu machen, doch diese schwachen Kräfte hielten nicht lange stand: sie starb ein Jahr nach ibrer Uebersiedlung zu den Schwiegereltern an der Schwindsucht. Erwcin war in frühen Jahren erblindet so früh, daß er keine rechte Erinnerung mehr von der Pracht der Welt haben konnte; nichts destoweniger that er aber immer dergleichen, als fei er sich vollkommen bewußt, wie Alles ur.i ihn her aussehe. Er vermied es ängstlich, von diesem emem Gebrechen zu sprechen, und bediente sich mit Vorliebe deZ Wortes sehen." Als er in den ersten Tagen, nch der Ankunft oes (Venösen, oieien aus der Besitzung umherführte, machte er ihn auf die rerschiedenste: tlernen Einzelheiten aufmerksam mit dem befriedigten Stolz, der den meisten Besitzern" eigen ist. und der es ihnen zweifellos scheinen läßt, daß ihre Bibliothek reicher bestellt sei als jede andere, daß ihre Felde? üppiger tragen, als die der angrenzenden Besitzer, daß' das Laub ihrer Väun.e grüner aussehe, daß ihre Nosen zarter duften, und ihr Obst saftiger, schmackhafter sei. Sehen Sie einmal dieses zarte Blaßgclb der Malmaison!" Bemerken Sie die prächtige Zeichnung jene? Begonie!" diese und ähnliche Phrasen mußte Andreas zu wiederholten Malen vernehmen, und sein warmes Mitgefühl bestimmte ihn. auf die theilnabmerreaende Sckwäcbe des Anderen vollends einzugehen. Nie mals kam es ihm in den Sinn, dem Genossen zu widersprechen, wenn dieser sich in seinen angeblichen Wahrnehmungen .irrte, obwohl ihm das nur selten geschah, denn der durch die Uebung ungemein geschärfte Tast- und Geruchstnn ersetzte ihm wirklich m .den meisten Fällen dasmanaelnde Augenlicht. Im Ganzen genommen hatte Erwein nicht so unrecht, auf Rauhenstein stolz zu sein. Andreas, dem es zum ersten Male vergönnt war, einen Herrensitz so von Grund aus kennen zu lernen, und der da aus seiner bescheiö?nen Kammer in dieses schöne Schloß gefallen war. um die Gesellschaft seines Theaterfriseurs mit der einer der ersten Familien des Landes ZU vertäuschen, gab sich bald aus freien Stücken der Ueberzeugung hin, daß ihn das Schicksal ein günstiger Windstoß in ein wahres Feenland getragen hübe. Die wohlausgesiattcte Bibliothek, welche in einem knapp an .Erweins Wohnzimmer anstoßenden Saal untergebracht werc, wies vollständige Sammlungen von älteren und neueren schriftstellerischen Vühmtheiten auf. Andreas konnte sich mithin nach Lust der Lektüre hinzeben und fast hätte er damit Mißbrauch getrieben, wenn ihn nicht rechtzeitig die Gespräche, die er hie und da mit dem Pfarrer hatte, in die richtige Vahn zurückgeführt haben würde. Dieser erste Taumel war also nach kurzer Zeit verraucht; die romantischen Ideen, die ihm anfangs in dieser Mitte, in der er lebte, aufgestiegen, und welche durch einschlägige Lektüre genährt worden, wichen bald nüchternen Anschauungen, und Andreas mußte sich schließlich selbst Glück wünschen, daß er sich seinen zu nichts führenden Träumereien noch rechtzeitig hatte entziehen können. Unerwarteterweise war es Esther, die in der kleinen Gesellschaft das mehr weltliche Element vertrat. Andreas, welcher nach dem lebenden Beispiel, das er an Frau Eonstantia gehabt beim weiblichen Geschlechte ausgesprochene romantische Anschauungen vorausgesetzt hatte, war nicht wenig er staunt gewesen, daß das junge Mädchen für die vielbesungenen ritterlichen, die feudalen Zeiten nicht den geringsten Geschmack zeigte; ja. er mußte es sogar eines Tages hären, daß sie ihn und den Genossen lachend den edlen Ritter Ton Quixott: und Sancho Pansa nannte, und diese spöttische Be-

merkung tnig theilweise dazu bei, daß er' schnell wieder zur Wirklichkeit erwachte. Es war ihm wie eine Beschämung gewesen, daß das sechzehnjäh-rige-Mädchen ihn, den Aeltcren, zur Vernunft hatte rufen müssen. Uebrigcns wurde ihm bald Gelegenheit geöoien. wahrzun:hmen. daß Esther' durchaus keinen übertrieben ernsten Charakter besaß; im Gegentheil, es gab Stunden, wo sie sich einer fast ausgelassenen Kindlichkeit hingab, wie wenn sie ganz vergessen hätte, daß sie nicht mehr in kurzem Flügelkleidchen steckte, in welchem Baumllettern, Gräbenspringcn und andere Freiheiten erlaubt sind. Solche Ungezwungenheiten gestattete sie sich ind:ß nur in Gesellschaft des Bruders, und es war Zufall gewesen, daß sie Andreas mehrmals in dieser Umwandlung zu Gesicht bekam, denn in einer Gegenwart verschwand immer das kleine Mädchen, um dem gesetzten Fräulein Platz zu machen. Mit der Art. wie man Andreas auf Rauhenstein entgegenkam, konnte er sich in jeder Beziehung zufrieden fühlen. Die Geschwister, welche seit jeher auf einander angewiesen waren, hatten ihn mit gewinnender Zuvorkommenheit in ihren Bund als Dritten aufgenommen ja, er fühlte, daß es ihnen wirklich angenehm war. einen Hausgenossen zu besitzen, der sich leicht ihren Gewohnheiten, ihren Vergnügungen und Jnteressen angepaßt hatte. Die naturwissenschaftlichcn Kenntnisse, die sich der junge Mann während seines Umganges mit dem Rektor angeeignet hatte, konnten nun verwerthet' und erweitert werden; man brauchte nicht lange in der Bibliothek zu suchen, um Bücher zu finden, die dieser Geschmacksrichtung des Kleeblatts entsprachen, und Andreas schöpfte aus jener Lektüre, die gemeinschaftlich vorgenommen, und hierauf besprochen wurde, so Manches, was ihm in seiner künstigen Laufbahn von großem Nutzen sein konnte. Die Blumenzucht wurde, wie vorher von den Geschwistern, nun von allen Dreien in Gesellschaft des Gärtners eifrig betrieben; Skebra erklärte bald, daß an Herrn Geier ein Gärtner von Beruf verloren gegangen sei. Auch mit der Großmutter stand der neue Genosse aus vollkommenem Friedensfuß. Er hatte sich nach und nach an ihr etwas kühles, manchmal vielleicht leise an Hochmuth streifendes Wesen zu gewöhnen gewußt ja. Dank der gelegentlichen Mittheilungen des Pfarrers über die Kämpfe mit allerlei Sorgen, die sie in jungen Iahren hatte bestehen müssen, und über die Wohlthaten, die sie jetzt,' da sie im Ueberfluß lebte, den Bedürftigen erwies, war das Gefühl der Scheu, welches ihn ursprünglich beherrscht, dem aufrichtiger Verehrung gewichen. Die Gräfin ließ den jungen Leuten vollkommene Freiheit. Bezüglich des Enkels hatten ihr die Aerzte gerathen, dem kränklichen jungen Manne keinerlei anstrenaende Arbeit aufzubürden, ihn seinen unschuldigen Patronen ungehindert nachgehen zu lassen, und was Esther betraf, so wußte die Großmutter, daß ihre Enkelin keinen Gefallen daran fand, dem Herrgott den Tag ab-

zustehlen, sondern daß sie ihren ganzen Ehrgeiz daran setzte, in den Jntentionen ihrer letzten Erzieherin fortzufahren. Wenn Esther von dieser Erzieherin sprach, nannte sie dieselbe immer ihre unvergeßliche" Sidonie und es schien dies em vom Herzen kommende! Epitheton zu sein, denn der Briefwech se! zwischen Rauhenstein und Melun. wo nun Mademoiselle Sidonie im Schooße ihrer Familie lebte, war ein ungcmem regelmäßiger. Die Gräfin war jederzeit vollkom men mit dem Erziehungs-, jedoch nicht immer mit dem Lehr-Pysteme der Gouvernante" einverstanden gewesen, denn es gehört zu den Ansichten der konservativen Parteivertreter, daß nur die alte Zeit die gute" sei, und daß alle modernen Neuerungen nur Unerquickliches im Gefolge führen; aber Mademoiselle Sidonie hatte zu allem Anfang die Bedingung gestellt, daß ihr volle Freiheit und Unabhängigkeit für ihre Methode eingeräumt werde, somit konnte und wollte' die Gräfin, nachdem sie einmal diese Bedingung angenommen, nichts mehr an der Sache ändern. Esther schritt, auch nachdem ihre Freundin das Haus verlassen, in der vorgezeichneten Bahn fort: sie hielt regelmäßig und gewissenhaft ihre Mu-sik-, Lese- und Arbeitsstunden ein. und genoß dann mit doppeltem Vergnügen die Erholungszeit, die sie sich durch eigene Machtvollkommenheit einräumte, nie jedoch überschritt. Früher war in ihrem Studienplan auch gemeinschaftliche, ernste Lektüre mit dem Bruder begriffen gewesen; jetzt, wo Andreas dem Blinden den größten Theil des Tages widmete, beschränkte sie sich nur auf französische und englische Lektüre, während welcher es dem Gesellschafter freistand, zu gehen oder zu bleiben wie tt wollte. In letzter Zeit hatte er es vorgezogen, diesen Vorlesungen beizuwohnen, denn auf Erweins Anregung beschloß er, sich, so ut es möglich war, einige Fremdsprachen, vor allem französisch anzueignen Für den armen Blinden war das etwas ganz Neues, sich als Lehrer zu suhlen, und dem Genossen regelmäßig alle Tage eine Stunde Unterricht zu ertheile,r. Um raschere Fortschritte zu machen, hielt es Andreas für gerathen, jetzt an .Lßhers VorlesunFeneifriger

theilzünehmen. Ihre tiefklingende Stimme hatte einen ganz eigenthüm-

lichen Reiz, der durch die fremde wohltonende Sprache noch erheblich gestergert wurde. Andreas hatte bei diesen Gelegenhnten vollauf Muße, das Gesicht der Vorleserin zu studiren; er that es unbewußt, unabsichtlich und doch konnte er nicht anders, als seinen Blick auf diesen anziehenden Zügen ruhen zu lassen, die feinen Aederchen an den Schläfen zu zählen,' das reiche Haar in seinen naturlichen Wellen zu bewundern, den zarten Flaum an den Mangen zu studiren ja, selbst die schmale Zungenspitze entging nicht der Veooachtung, wenn sie hie und da im Eifer des Lesens Zwischen den Lippen erschien, um dieselben anzufeuchten. Geschah es dann manchmal, daß die schwarzen Augen, die nicht den stechenden Glanz 'wie jene der Gräsin hatten, aufblickten, und den Beobachter be! seinen Naturstudien ertappten, dann geriethen wohl Beide in eine leichte Verlegenhelt; (rsthers Wangen färbten sich mit einem schwachen rosa Schimmcr, und Andreas blickte erschrocken zu Boden, um gute zehn Minuten hmdurch d:e Lider nicht zu beben, aber nach diesem Zeitraum hatten sich wieder Veld: erholt; sie, weil ein rascher nochmaliger Blick, der halbverschleiert unter den langen Wimpern hinübereilte, ihr die Ueberzeugung verschafft hatte, daß der Missethater mit hartnäckigem Interesse die Zeichnung der Parketten studire und er, weil er sich der Hoffnung hingab, daß nun die dunklen Augen wieder eine geraume Zeit hindurch auf den Lettern des Buches haften bleiben würden. Ging die Seite zu Ende, und bereiteten sich Zeigefinger und Daumen vor, das Umblättern 'zu besorgen, dann war Andreas ganz besonders auf seiner Hut. um nicht ertappt zu werden, doch wurde ihm darin em Ersatz geboten, daß er diese schmale Hand, diese rosigen Fingerspitzen, mit )itn glänzenden Nägeln bewundern konnte, und wenn er Mademoiselle SidonienS Ausspruch gekannt haben würde: eine wohlgepflegte Hand ist eine der ersten Schönheitsbedingungcn," so hätte er wohl von ganzem Herzen zu dieser These Amen sagen müssen. So wurden all diese kleinen alltäglichen Einzelheiten mit der Zeit zu lieben Gewohnheiten. Wenn es hin und wieder vorkam, daß Besucht, orsprachen, oder wenn gar Esther die Großmutter auf einer Fahrt in die Nachbarschaft begleitete, dann fehlte etwas in dieser lachenden Oase Nauhenstein. war es das klare Blau des Himmels, war es der sprudelnde, erfrischende Quell, oder war es das belebende Licht der Sonne? Andreas konnte sich's nicht recht erklären, aber der Ort schien ihm nicht mehr derselbe zu sein. .Dies sollte so recht fühlbar werden, als eines Tags ein Gast erschien, der seinen Besuch für mehrere Wochen angekündigt hatte. Die Großmutter war sichtlich erfreut gewesen, als sie die Depcsche erhielt, worin der sehr entfernte Vetter Graf Gerhard Crcuchingen, Erlaucht, fein Erscheinen ankündigte; weniger Entzücken hatte die Nachricht bei den zwei Geschwistern, und am allerwenigsten bei Andreas hervorgcrufen. Er fühlte fich im voraus aeaen den Besucher eingenommen, theils weil Erwein die Befürchtung ausgesprochen. daß . dieses neue Element eine große Aenderung rn ihre bisherige Lebens weise bringen werde, theils weil er selbst ahntet daß eö nun auf einige Zeit mit dem Stillleben auf Nauhenstein ein Ende haben wurde. Die jungen Leute sahen mitbin dem Erscheinen des von der Großmutter als theurer Großneffe" bezeichneten Gastes, mit nicht sehr freudigen Gefühlen entgegen. Wäre der Betresfende nicht Erlaucht," und insbesondere Herr der Herrschaften Rabenfeld, Hackelburg. Friedenthal und Sonnezg gewesen, so würde die Gräfin vielleicht kein so ausgesprochenes Vergnügen über die Visite emPfunden haben, Such wäre er dann schwerlich der theure Großneffe" gewesen. denn es gibt zweierlei Verwandtschaften: solche, welche man gerne Pflegt, und solche, welche man gerne verleugnet. (Forljevung folgt.) D e r Kuli -Arbeiter rn Indien verdient pro Iah? durch fchnittlich 56 Rupien ode? $18X6. Gin Geschenk von der N e g i e r u n g erhält jeder englische Postbeamte an scmem Hochzeitstage. Eine Standröhre von 60 Fuß Durchmesser und 50 Fuß Höhe ist in Biddesord, VJlt., errichtet worden. D i e Goldproduktion in den. Ver. Staaten im Kalenderjahr 1905 wird auf $63,180,700 geschätzt. . In den Ver. Staaten wurden im abre 1905 4.299,738,048 Knöpfe faörizirt und 5,000.000.000 im Jahre 1906. -' E i n A d l e r kann 20 Tage leben, ohne nur das geringste zu fressen; ein Kondor soll die Nahrung volle 40 Tage entbehren können. N c m hat eine Wasserversorgung von 200.000,000 Gallonen den Tag, London eine solche von nur 160,000, 000 und Paris von 90.000.000. Der Pest sind in Indien vom Herbst des Jahres 1896 bis zum End des Jahres 1904-3.269.810 Personen i . n srr f--t v t-'ll erlegen, oaoon z.outf.ooj. in ucn oiui schen Provinzen.

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